Ausgabe 
26.8.1910 Erstes Blatt
 
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an der Lahn und Dill, welche teilweise schwer um ihre Existenz zu ringen hat und welche um diese Tarffermäßtgung seit Jahren gekämpft hat.

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Aus Essen (Ruhr) meldet man: Der Lustmörder Wis- b a r, der vor einigen Tagen einen Knaben auf scheußliche Weise

Für die liebevollen Beweise herzlichster Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir unseren tiefgefühltesten Dank.

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tötete, wurde irr Herbestal bei dem Versuch, die Grenze zll überschreiten, verhaftet. ,

Aus Naumburg rotrb gemeldet: Der bekannte Kunstgewerbe­professor Schulze in Naumburg stieß mit semem Auto­mobil in dem noch ein Schauspieler und der Direktor des Kösener Kurtheaters faßen, mit einem Fuhrwerk zusammen. Die Insassen des Automobils, mit Ausnahme des Besitzers, erlitten leichte Verletzungen. Eine auf dem Wagen sitzende Frau wurde schwer verletzt.

Wegen umfangretcher Betrügereien, die in bte Hunderttausende gehen, wurde in Lübeck der finnische Kaufmann Abraham H a a p a v e r h a f t e t. Es handelt sich hauptsächlich um Waren- schwiudeleien. vc. , _ ~ f ,

Aus Kattowitz meldet man: In dem Fabrikorte Schydlow in Russisch-Polen wütet eine Feuersbrunst, 9.5 Häuser smd niedergebrannt.

Aus Jnnsbrück wird gemeldet: Manövrierende Truppen ge­rieten im Bondongebirge in Südtirol in ein heftiges Gewitter, Fwei Offisiere und vier Mann sind abgestürzt, zwei Mann smd bereits gestorben. Die Offiziere und beide anderen Soldaten sind leichter verletzt. .

Auf der Grand Trunk Rarlway ereignete sich in der Nacht zum Donnerstag ein Zusammen st, wobei achtzehn Rei­sende des Schlafwagens getötet und z w anzi g verwun- d e t wurden. Die Trümmer fingen Feuer, so daß die Leichen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt wurden.

Aus Boulogne wird gemeldet: Das FischerbootSamt Pierre" aus Porte! wurde von dem holländischen Küstendampfer Arh Scheffer" angerannt und buchstäblich entzwei ge­schnitten. Von der aus 14 Fischern bestehenden Mannschaft desSaint Pierre" ertranken sieben.

Aus Wallace (Idaho) meldet man: Bundesforstaufseher W e i g l e erklärte, 114 seiner Angestellten seien bei den W a l d b r ä n d e n u m g e k o m m e n, 7 4 werden vermißt. Diese Verlustziffer nimmt nur aus den Forst bezirkvon Coeur d'Alöne Bezug.

Im Vilajet D i a r b e k i r sind am 21. August nachts infolge eines Erdbebens 1500 Häuser beschädigt worden. 100 Häuser sind vollständig z e r stört.

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Amtlicher Wetterbericht.

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Verlauf der Witterung seit gestern srüh: Ein neues intensives Tiefdruckgebiet ist im Westen Europas erschienen und bringt sehr rasch ostwärts vor. Das gestern im Südwesten Europas lagernde Hoch ist nach Rußland gewandert und hat vorübergehend heiteres Wetter gebracht. Es ist eine Winddrehung nach Südwesten nnb baldiger Eintritt von Regen zu erwarten.

Wetteraussichten in Hessen am Samstag dem 27. August 1910: Regensälle, lebhafter Südwest, etwas kühler.

Griginal-Drahtineldungen.

RB. Friedberg, 26. Aug. (Prioattelegramm.) Das Zarenpaar wird, wie nun feststeht, am Montag nachmittag zwischen 3 und 5 Uhr hier eintreffen.

m. Friedberg, 26. Aug. (Privattelegramm.) Zum Badearzt der Zarin wurde Geheimrat Prof. Dr. Grödel in Bad-Nauheim erwählt. DaS GroßherzogSpaar wird morgen früh um 9 Uhr hier ankommen.

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Kutscher, 1 Fuhrknecht, 2 Taglöhner, 2 Dienstmädchen.

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1 Wagner, 1 Schneider, 2 Weißbinder und Anstreicher, fünf Schremer, 1 Tapezier, 1 Schuhmacher, 1 Schmied, 1 Bauschloffer, Maurer, Zimmerleute, 1 landw. Knecht, 2 landw. Mägde, ein

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Die in Aussicht gestellte Tarifermäßigung für das Lahn-, Sieg- und Dillgebiet tritt mit dem 1 Oktober d. I. in Kraft. Danach soll der neue Ausnahmetan für die Beförderung von Eisenerz und Manganerz sowie für die Einführung von Koks usw. für Hochofenbetrieb aus bezw. nach dem Lahn-, Sieg- und Dillgebiet gelten. Zunächst ist der Tarif für Eisenerz aus den genannten Bezirken von 1,5 Pfg. au 1,25 Pfg. für das Tonnenkilometer ermäßigt worden, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Stationen Bendorf und Engers als Eisenerzversandstationen vom 1. November d. I. nicht mehr gelten sollen. Der seit 1906 für die Beförderung von Stein­kohlen aus dem Siegerland bestehende Tarif wird dahin erweitert, daß der für das Siegerland be­

stehende billigere Einheitssatz auch nach den Sta­tionen des Lahm- und Mllgebietes durchgerechnet wird. Ferner wird der Ausnahmetarif erweitert auf die Steinkohlen- und Koks­bezüge der Eisenerzbergwerke und auf Rheinische Braunkohlen- brikeUs zum Betriebe von Generatoren der Siemens-Martin- werke. Dies ist ein nur kleines Entgegenkommen für die Industrie

Irr übrigen Beamtenschaft um so nachdrücklicher darauf hin- aewieseit ioerbcn. Beigeordneter Rech verlas dann noch ein Schreiben von Schuch und West fahl vom 20 August, worm sie ihre Anschuldigungen gegen Walter noch eingehend begründen. Beigeordneter Rech bemerkte dazu, daß auf Vergehen, rote fie von den beiden Beamten dem Beigeordneten Walter zur Last gelegt werden, die Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus angedroht sei. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte den Aus- fiihrungen des Bürgermeisters schweigend zu. Nur Stadtverord­neter Steinert meinte, daß alle Anzeigen unbedingt weiter ge­geben werden müßten, was von Bürgermeister Dr. Dullo als unzutreffend bezeichnet wurde. Damit war die Sache erledigt.

Am Schluß der Sitzung, nach Erledigung der 42 Punkte der Tagesordnung, brachte der Stadtv. Hamel noch eine zweite Affäre, die K l e i d er g e sch i cht e bei der städt. Straßenbahn, zur Sprache. Ter Betriebsleiter Ingenieur Langenbeck, der Oberkontrolleur Tiedenhofen und der Buchhalter Brandt haben sich in der städt. Schneiderwerkstätte der elektrischen Bahn von städt. Arbeitern während der Dienstzeit Privatkleidcr an- sertigen lassen. In einer Beleidigungsklage, die die Beamten s. 3t. gegen den Redakteur des Offenb. Abendbl. angestrengt hatten, hatte der betreffende Vorarbeiter das Gegenteil beschwo­ren. Nun ist er geständig, einen Meineid geleistet zu haben, und es besteht der Verdacht, daß er hierzu verleitet worden ist. Stadtv. Hamel wollte mm wissen, warum die Sache noch nicht der Staatsanwaltschaft übergeben worden sei. Es sei ihm nicht darum zu tun, den armen Teufel zu treffen, der den Meineid geleistet, sondern die, die ihn dazu verleitet haben. Zugleich ließ er durchblicken, daß gegen den Oberkontrolleur Diedenhofen noch weiteres belastendes Material vorliege. So sei es auffällig, daß dieser Gelder, die bei der Ablieferung des Erlöses für Schüler­fahrkarten gefehlt haben, sofort ohne weiteres ersetzt habe. Auch von einer erbrochenen Kassette sei die Rede. Ingenieur Langenbeck habe um die fehlenden Gelder gewußt und es den Stadtverordneten verschwiegen. Diedenhofen drücke die ihm unbequemen Leute und schädige sie sogar am Verdienst. Von der Verwaltung mußte die Richtigkeit dieser Behauptungen im wesentlichen zugegeben werden, nur liegen die Fälle mit den fehlen­den Geldern drei Jahre zurück: es seien keine neuen Fälle, sie seien kurz nach Uebergang der Straßenbahn in den städtischen Betrieb vorgekommen, wo alles noch neu und keine Erfahrung vorhanden war. Stadtv. Böhm glaubte, rügen zu müssen, daß solche Sachen in öffentlicher Sitzung vorgebracht werden. Die Stadtv. Weipert und Hamel erwiderten ihm jedoch, daß die Fälle nur deshalb so lange zurückliegen und erst jetzt zur Sprache kommen, weil der Beigeordnete Walter die Untersuchung nicht so geführt habe, wie es seine Pflicht gewesen wäre. Der Betriebs­leiter Langenbeck fürchte sich vor seinen Untergebenen und traue sich nicht aufzutreten. Es herrsche eine Cliquenwirtschaft in der Trambahnverwaltung. Bürgermeister Dr. Dullo bemerkte noch, daß auch ihm manches nicht in Ordnung zu sein scheine. Der Meineidsfall werde selbstverständlich nach Abschluß der Unter­suchung der Staatsanwaltschaft übergeben werden. Damft war auch dieseAffäre" vorläuftg abgetan. Wann kommt die nächste dran?

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Komme Samstag mit einer Stromlieferung unterbrochen, was wir den anliegenden Konsu- großen Sendung menten hiermit zur Kenntnis bringen. (BÄ/8

Frühobst uFalläpfel B36/«) Wegen vorzunehmender Kanalisationsarbeiten wird der vom aus den Obftmarkt Hobleichwcg längs der Labn bis zum Abflußgraben der Union-

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