Ausgabe 
24.1.1910 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

düng deutsch-ausländischer Vereine sugewandt ge­wesen

Die englischen Wahlen.

London, 22. Ian Bis 103 i Uhr abends war fob qendes Wahlresnltat bekannt: 217 Unionisten, 181 Libe­rale, 33 Arbeitersarteiler, 67 Nationalisten. Die Unionisten -gewannen 10, die Regierungsparteien 13 Sitze.

Deutsches Aeich.

Wie uns aus Wiesbaden berichtet wird, fand, dort tan Sonntag der 5. Parteitag des südwestdeutschen Verbandesderfreisinni gen Volk spartet statt, um vor allem zur Frage der Fusion der drei linksliberalen Parteien Stellung zu nehmen. Eingeleitet wurden die Ver­handlungen durch eine Besprechung des Parteiausschusses, an die sich eine gesellige Veranstaltung im Saalban der Turngesellschaft anschloß. Sonntag vormittag 91/« Uhr fand die Vertrauensmännerversammlung statt, welche durch Direktor Thorwart (Frankfurt a. M.) mit einer kurzen Begrüßungsansprache eröffnet wurde. Nach einem Beruht des Rechtsanwalts Dr. Heilbrunn (Frankfurt a. M.) und einer Aussprache wurde folgende Entschließung ein­stimmig angenommen:

Der Parteitag tritt dem Beschluß des Jentral-Ausschuffes in allen Punkten bei und empfiehlt dem auf den 7. März einbo rnfenen Parteitag die Annahme der Fusion auf Grund des vor­gelegten Pwgramms und Organisationsstatuts.

Nachmittags schloß eine große öffentliche Volksversamm­lung im Saalbau der Turngesellschaft den Parteitag ab. Reichstagsabg. Kopsch verbreitete sich im Anschluß an das Ergebnis der englischen Wahlen über die gegenwärtige poli­tische Lage in Deutschland und die Aufgabe des Liberalismus.

Wir lesen in derRheim-Westf. ßtg/'r

Wie wir von einer Seite erfahren, tue gut unterrichtet ist, kann Herrn v. Schöns Tätigkeit als Leiter des Auswärtigen Amtes als abgeschlossen betrachtet werden. Die Gründe für sein ver- >mutlichcs Scheiden sind nicht allein in den überaus zahlreiche - Angriffen zu sehen, die von Stimmen Mer Pa^teirichtungen gegen iben Staatssekretär bezüglich der Art, wie deutsche Interessen im Auslände von ihm vertreten werden, laut wurden, sondern man ! neigt in maßgebenden Kreisen auch zu der Ansicht, daß der neue Kanzler, der in moiidyen Beziehungen einen von Bülows Ge- pflogenheiten abweichenden KUrs cinfchlogeu will, dies besser mit einem Manne seiner Riästuug als Leiter des Auswärtigen Amtes tun kaum liebet den Termin des Wechsels verlautet noch nichts Bestimmtes, doch wird Sxrr von Schön auf jeden Fall sein Ressort rat Reichstage noch vertreten. Bekanntlich ist es seit langem schon der Wunsch des Staatssekretärs, Botschafter in Paris zu werden, und Mer Voraussicht nach wird diesem Begehren auch entsprochen.

Die badische Zweite Kammer beschäftigte sich am Samstag mit dem B i e r st e u e r g e s e tz e n t w u r f. Er wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und des !.Abg. Schmidt (kvns.) angenommen. Ferner wurde ein Gesetz­entwurf angenommen, wonach die Landtagsabgeordneten künftig eine Aufwandsentschädigung für die Dauer der ganzen Session anstelle der Diäten erhalten.

Ausland.

, Zugleich nrit dar Ueberreichung von Japans Antwort aus den amerikanischen Neutralisationsvorschlag erließ der ^Kaiser von Japan ein Edikt, in dem die südman- fchumsche Eisenbahn ermächtigt wird, eine Anleihe in doppel­ter Höhe des eingezahlten Kapitals aufzunehmen, die jedoch den Betrag des Gesamtkapitals nicht überschreiten dürfe. Da von dem 200 Millionen betragenden Kapital der Bahn 125 Millionen eingezahlt sind, so ist die Bahn in der Lage, 'eine Anleihe in .Höhe von 200 Millionen aufzunehmen. Wie verlautet, füllen 40 Millionen sogleich Verwendung finden, um eine rasche Entwicklung der. Antung-Mukden- Linie und von Port Arthur 311 m großen Handelshafen zu > ermöglichen.

Aus Stadt uuL» Land.

Gießen, 24. Januar 1910.

Tagestale über für Montag, 24. Jan.: Lustiger 8l b e n d von Marcell Salzer. Abends 8'/. Uhr im Klubsaal.

*

- In Audienz empfangen wurden vom Großherzog am Samstag Aktuar Stein, Kreisamtsgehilfe Mahr und Betriebsleiter Müller von Friedberg, Geh. Justizrat Leist, Professor Geppert und Stadtverordneter Winn von Gießen.

*' Titeloerl eihung. Der Großherzog halbem Minrsterialsekretär bei dem Ministerium der Finanzen, Karl Lony, die Befugnis erteilt, den TitelFinanzamtmann^ zu führen.

Der Landes-Lehrerverein hält feine dies- jährige Vertreter - Versammlung am 30. März in Bad Nauheim ab. An de«n gleichen Tage wird die Haupt­versammlung des Vereins provisorisch angestellter Lehrer zur gegenseitigen Unterstützung m Krankheitsfällen abgehalten. Am Nachmittag ist ein Besuch der zum Aade- und Salinenbetrieb gehötenden neuen Anlagen vorgesehen.

-** Forts chrittlich°-politischerBildungsyerein. Man schreibt iuis: Bor joljireiib eriujunener L)uyoperiä)aft ,prach am Samstag abcnd im Eafe Ebtt Pfarrer lic. Trauv-Tortmund über Reaktionäre und so r t s chr tt tl. Staatsa uff as su n g". Seinen Ausführungen legte er den Leitsatz zugrunde: Ein freier Mann im starken Staat. Er suchte in oft von Beifall unter­brochener Rede nachzuweisen, wie Die besten Pfeiler eines Staats, aber auch die besten Stützen des monarchischen Gedantens, nur die liberalen, keüteswegs aber die rcattionaren Ideen sein könn­ten. Tas Wesen der Reaktion beleuästete er durch eine kurze Schilderung der politischen Zustände zur Zeck des Deutschen Bundes. Eine fortschrittliche Staatsausiasiung müsse gegründet sein auf die großen Gedanken der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung eines freien Volkes, wie schon Fichte vor. nunmehr 100 Jahren gezeigt habe. Das Ziel müsse sein, Perwullchkecken zu erziehen, die mit Verständnis und Liebe bei der Lösung dec wichtigen idealen Fragen unseres Volkes Mitarbeiten. Gleichgültigkeit in politischen und kulturellen Tragen einersecks-und vornehmes Zurück­ziehen andrerseits müßten schwinden. Ter Einfluß des Junker­tums, einseitige Ülasicntustiz, Nichtbeachtung des Koalitionsrechts, die übertriebene Scheu vor der Polizei hiiwerten die fortschrcktlichc '.'titSgeftaltuitg e>ms ^:aais-vcicns mia icien oesl^nv zu bemmpfen. In Bildung^ und Kulturfragen nehme man vielfach noch einen einseitigen Standpunkt ein. Nur die Einheitsschule, in der die Minber aller Staatsbürger ohne Unterschied der Konfession, R-> ligtoit ober des Standes vercmigt sind und die ein vorzügliches Mittel zur Uebcrbrüciitng nationaler Gegensätze bildet, könne die Zupimmung eines wahrhaft svrtschiicklich gesinnten Menschen Ho­be'.'.. Für die Volksschule, durch die nahezu 90 Prozent aller Staatsbürger hinduichgehen, iiiüiic mehr geschehen als seither. Mirclx und Staat seien voneinander zu trennen. Den Gebankeu der allgemeinen Wehrpflicht, den durch unsern Kaiser angeregten Ausbau einer ftaden Flotte und der Erwerbung vpii Kolonien stcht der Redner sehr m>nphati,e!> gegenüber. Mit Mi Worten Napoleons I.,das; das Geschick Sem -nlanos noch nicht vollenbet ;ci", aber in dein Sinn vollendet werden möge, oa>; aller tttin- licker yaber entfern: . Gsichuiack an politichern Lenken

Llbrr nun folgenden freien

Aussprache zeigte sich Stadw. Krumm als Gegner aller Ko­lonial- und Flottenbestrebungen, stimmte aber sonst im allgemeinen des Ausführungen des Vorredners zu. Professor U r ft a b t ver­breitete sich noch in humorvoller Weise über Pluralwahlrecht und Frauenfragc. Nach einem Schlußwort bes Referenten, das besonders den Studenten und Frauen galt, schloß der Vorsitzende die Versammlung.

Sta btt Heater. ES sei auch an dieser Stelle auf die Festvorstellung zu Kaisers Geburtstag hingewiesen, die in dem historischen Lustspiel .Wie die Alten snngen" von Karl Niemann eine sehr wirkungsvolle und für den Zweck hervorragende Darbietung bringt. Tas heitere Werk ist seit einer Reihe von Jahren hier nicht mehr gegeben tuorben und dürfte sicher da eine vorzügliche Besetzung und Aus- flattung zu ermöglichen ist starken Beifall finden.

Gießener Konzertverein. Man schreibt uns: Ter Liederabend von Susan S. Metcalfe bringt neben fünf der schönsten Lieder von I. Brahms, einer Arie aus G. von Glucks Iphigenie und der Margareckenarie ans Berlioz' Faust höchst interessante Lieder klassischer und moderner (sianzösi- scher) Meister. Alessandro Scarlatti, einer der fruchtbarsten Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts, Vater des be­kannten Klaviermeisters Tomeuieo Scarlalli, Bononcini aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrh., Campra, ein französ. Komponist um die Wende des 17. und 1§. Jahrh., und König Louis XIII. sind mit altberühmten Liedern vertreten. Ten Beschluß bilden die modernsten Franzosen: G. Faure und C. Debussy, deren Musik zu Maeterlinkschen Werken auch bei uns bekannt und geschätzt ist.

** Fernsprechwe > en. Im Interesse möglichst früh­zeitiger Inangriffnahme Der Arbeiten zum weiteren Ausbau der Fernsprechanlagen ist es erforderlich, daß die An­meldungen neuer Fernsprechanschküsse spätestens bis zum 1. März den Kaiserlichen Telegraphenanstalten vor­liegen. Verspätet angemeldete Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplans nur mit Mehraufwendungen (z. B. durch besondere Entsendung einer Baukolönne usw.) herzu­stellen stnd, werden in dem laufenden Bauabschnitt nur Dann ausgeführt, wenn die Antragsteller zu den entstehen­den Mehrkosten einen Zuschuß von 15 Mk. leisten oder wenn diese Mehrkosten den Betrag von 50 Mk. übersteigen, den wirklich aufgewendeten Kostenbetrag erstatten.

* * Gießener Polizeihund. Von Vilmar a. d.Lahn wird uns nutgeteilt, daß am Samstag abend telephonisch die Entsendung eines Polizeihundes von hier erbeten wurde, um nach dem Verbleib des Landwirts Jak. Fla ch zu suchen, der sich am Samstag vormittag von seinem Hause entfernt hatte, an­scheinend in einem Anfall von Geistesgestörthcitt Am Sonn­tag vormittag 9 Uhr nahm der Dem Schutzmann Neuz ge­hörige Hund .Luchs" im Hause die Witterung der Kleider des Vermißten auf und folgte dann einer Spur durch Feld und Wald etwa 4 Km. loeit bis zur Lahn und bann etwa l Km. längs des Flusses hin. Schließlich ging Luchs ins Wasser und verbellte dort eine Stelle. Em zweiter Versuch hatte das gleiche Ergebnis. Da sich nachträglich noch Leute fanden, die den Vermißten auf diesem Wege gesehen haben, ist als sicher anznnehmen, daß Fl. sich in der Lahn ertränkt hat. Die Arbeit des Hundes verdient umsomehr Anerkennung, als in der Nacht auf Sonntag Schnee gefallen war.

**Maul- und Klauenseuche. Der am 30. Dezember gemeldete Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Hanselaer, Kreis Cleve, hat sich bei der weiteren Beob­achtung des Bestandes nicht bestätigt. Die Maul- und Klauenseuche ist übrigens irn ganzen Deutschen Reich er­loschen.

Wieseck, 24. Jan. Zu der Nachricht über das tragische Ableben des Landwirts Kern sei mitgeteilt, daß die Mitteilung unrichtig ist, St sei in letzter Zeit dem Trunk ergeben gewesen. Der Verstorbene erfreute sich bis zum letzten Augenblick allgemeiner Achtung und Be­liebtheit und die Beteiligung an der Beerdigung war all- gemoiil. Auch seine Kriegskameraden von 1870/d erwiesen Herrn Kern die letzte Ehre.

Lich, 23. Jan. Der Hassia-Kricgcrbezirk Lich hält sein Bezirks fest am 2. und 3. Juli in Birklar ab. Der dortige Kriegeroerein verbindet damit sein 25jäh- rtgeS Stiftungsfest und erhält die Kaiserschleifc.

S8ab Nauheim, 23. Jan. Emer der dienst- ältesten Lehrer Hessens ist Organist und Lehrer August Wagner von hier. Er hat 1865 daS Lehrerseminar Fried­berg verlassen und ist somit 45 Jahre im Schuldienst tätig, davon entfallen 41 Jahre auf Bad Nauheim. Als Vor­sitzender des Kur- und Vcrschönerlmgsoereins hat er sich um die Hebung des Fremdenverkehrs sehr verdient gemacht. Er war Vorsitzender der Pfennigsparkasse, Rechner der israeliti­schen Gemeinde und Vorstandsmitglied deS Konitzkystiftes. Am 1. April tritt er in den Ruhe stand.

Bad Nauheim,.24. Jan. Die offizielle Kurzeit beginnt in diesem Jahre wieder am 16. April und endigt mit dem 15. Oktober. Während dieser Zeit finden auch Skonzerte der Kurkapelle (Winderftein-Orchefter) statt. Staat­liche Badehäuser find aber bereits am 15. März geöffnet und bleiben im Herbst nach Bedürfnis bis ettva Mitte Dezember int Betrieb. Im Badeyaus des Konitzkystifts werden Bäder wäl-rend deS ganzen Jahres abgegeben.

L. Friedberg, 33. Jan. Ter Friedberger Frühjahrs-Pferde- u n 0 Fohlen markt wird am Dienstag und Mittwoch, 8. und 9. Februar, abgehalten. Mit ihm ist eine Zuchtpferde- und Fohlen,chau nebst Prä­miierung verbunden. Tie Stadt Z-rcedverg, der Landwirt- schaftsrammerausschuß und der Landesp^erdezuchtverein yaben Preise im Weiue von 1000 Mk. dazu gestiftet. Schutz­leute verhafteten gestern, 22. Jan., in der Frühe einen jungen Menschen, der gerade einen oad voll Brötchen zu ent­leeren im Begriffe war. Der Dieb hatte ein Paar noch jeud)te Tamenstrumpse und einen frisch gebratenen jungen Hahn bei sich.

T armftabt, 22. Jan. Nach der von Großh. Polizei- amt gefertigte!*. Zusammenstclinng bezifferte sich die Ein­wohnerzahl von Darmstadt uni 1. Jan. unter Berück­sichtigung Der feit der letzten Volkszählung vorgekommenen Geburten und Sterbe,alle, sowie der Zu- und Wegzüge auf 90 314 (einschließlich Militär), und zwar 44 648 männliche und 45 666 weibliche.

---Mainz, 2>. Jan. Ter Landesverbandhefsi- scher Geflügelzüchter, bestehend ans den drei Pro- vinzialverbünden und den diesen ungegliederten 96 Geflügel- zuchcvereinen in Hessen mit ca. 5000 Mitgliedern, veran­staltet vom 12. bis 11. März in den Räumen Der Stadtt alie durch den Verbandsverein Mainz feine 4. Landes- verbands-Ausstellung, die bic vorausgegangenen Landesausstellungen voraus,lchttich übertreffen w.ro. Nach­dem der Großherzog das Pro^eSorac über >,ne Ausstellung übernommen und einen wvr.vollen Ehrenpreis gestiftet hat,

Der Vor

hr 3orm^ L-rnunnü dl-

Hrs Eiilgl

irre

GerichtssaaL.

W Kaiserslautern, 22. Jan. Ter des Aiordes an der 21 jährigen Anna Schiefer und iljrer 63 jährigen Stiefmutter Maria Nieüermayer in Ludwigshafen angeklagte 26 fahrige Faarck- arbeitec Schlindwein von Bellheim wurde, wie diePfälz. Presse" meldet, nach zweckägiger Verhandlung vom pfälzischen Schwurgericht in Zweibrücken heute zweimal zum Tode ver­urteil t.

Ler Vor IL dsS.» Sp-bt offen.

Grünberg

'n d

W de

<4VMv

8F8 tr

M W

Tic Lies ttgenitänbeu fi

1. Salbill - 8 dz, 1 Sehr - j dz, 6. 2d >j dz, 8. Milch 15 dz, 11. W »hl -170 dz, Sr. 1 = 8 dz, 1! dz, 18. Erdi vehl -- 3 dz,: - ß dz, 24. Ho - 8 dz, 27. M wr^O^d1 2. Aabcnnubi dz, .35. 2 'lande - f. V Viüger -10 11 dz, 42.2ob bochle - 40 2 IM - 30 5i wnic - 5 5t il 2tM 51. j(

Sifeiwitriül - ier - 7 dz, ^ahnbüi'üen Llearinlichi, lilthen - 30S *rmc -105, Ärn,Anthrazi Wen, neunskblc "xM - 70: 40 2li siuch 75. Ec " Sdjmu^büri Lein-, Rüb-, ® yenfter- im .Suecnb

Qm, 85. Die! ^undschwa! ilrn- rocif;, bh :o,cib Äamel, 2' roc!fv nan ^«eih und

ö" Dtb.-Sr. 13 Noon Leim!7 «nen weher -ß Jefn. nur ci x bMjü«! u

Äs x^e!en P-hjj «ibenWtf O- rßr iSig Gi

Straßenkehrichts ist nach dem Vcrwaltungsbericht des Berliner Magistrats vertragsmäßig an einen Unternehmer für eine Pauschal- sunrnre von 1O54OOO Mark für das Jahr unb eine Entschäbi gung vou 3 Mk. für die Fuhre Sckpice von 2 Kubikmeter In­halt vergeben. Abgefahren sind tut Rechnungsjahr 1908 von dem Unternehmer 175 331 Fuhren Kehricht, durchschnittlich also 479 Fuhren täglich. Die Abfuhrmenge ist aber häufig in iDcnigen Stunben völlig verschieden und hat lvieberholt schon bas Toppclie unb Treifack>e jener Durchschnittsleistung erreicht, wenn die Witterungsverhältnisse fich plötzlich ganz unvermittelt veränderen und beispielsweise auf Trockenheit unvermutet Regenwetter folgte. Tie Kehrichtabfuhr stellte fich int Berichtsjahre auf rund 6 Mk, für die Fuhre. Die vertragsmäßigen Pflichten sür^ die wücker- liche Schneeabfuhr sind dieselben wie iu früheren Jahren. In­sonderheit hatte der Unternehmer auch im Berichtsjahre dafür Sorge zu tragen, daß auf, Erfordern jederzeit die notivenbige Anzahl von Abfuhrwagen zur möglichst schnellen Fortschafiung der zusammengebrachteu Schneemengen in Betrieb gestellt werden konnte, und das; zur Unterbringung des abgefahrenen Schnees geeignete Lagerplätze in genügender Zahl vorhanden waren. Die Feststellung der geleisteten Anzahl Schnecfuhren durch Marken- toutroUc hat sich auch im Berichtsjahre, wie bisher, bewährt. Ta der Unternehmer auch während der Tauer der Schnecabfuhr die Pauschalsumme für Kehriaftabsuhr bezogen hat, Straßenkchricht aber nicht getrennt von Schnee verladen und in der Fuhrmutge nicht getrennt gezählt werden tonnte, mußte von der durch bu Markenkontrolle ermittelten Fuhrenzahl zunächst bei Durchschnitt der Kehrichtsuhren wahrend der schneefreien Ptonate des Bor-' ] jahrs in Abzug gebracht werden, um die zu bezahlende Schnee­fuhrenzahl sestzustellen. Jener Turchschnitt der Kehrichtsuhren betrug für das Berichtsjahr 14 375 Fuhren monatlich. Tic Zahl der Schneesuhren hingegen nach Abzug dieses Durchschnittes stellte fich im Winter 1908/09 auf 243 497 Fuhren. Die Schnee, b c f c i t i g u 11 g und Abfuhr erforderten im ganzen 916 392,85 Mk., davon entfallen auf Abfuhrkosteu 762 848,50 Mk. und auf, bic Löhne für Hilfsarbeiter 153 544,35 Mk.

* Ein historisches Fest in Ncwyork. In den letzten Tagen des alten Jahres fand in Newyork ein höchst eigenartiges und vielbesprochenes Fest stall, zu dem das fünf- undzwanzigjahrige Jubiläum der amcriianifchen historischen Gl> sellschaft den Anlaß gab. Ter Ncwyorker, der doch cigentlidi, als der Typus des tradckionslosen modernen Menschen gilt, läßt sich feine Gelegenheit entgehen, sein Interesse an der Geschichte' seines Vaterlandes oder seiner Stadt yi bekunden. Ein glän­zendes Zeichen dieses Interesses war nun das Fest, das die ge­nannte Gesellschaft mit Hilfe desCity History-Clnb" in den, Prunkfälcn des Waldorf-Astoria-Hotels gab. Die Haupt- anziehung dieses Abends waren lebende Bilder, bereit Personen zum größten Teil nicht von Schauspielern, sondern von den Nachkommen der darin dargestelltcn Personen aus Nord­amerikas Vergangenheit gegeben wurden. Man sah hier etwa das patriarchalische Heim des Peter Stnyvesant aus dem 17. Jahrhundert, in dem Stuyvesants Nachkommen ihn selbst unb seine Familie dar stellten; ober man wohnte der feierlichen Unabhängigkeckserllärung der Vereinigten Staaten vorn Jahre 1776 bei (nach dem Gemälde von Trombull), bei dem die Ur- urenkel der allen Gerry, Livingstone, Lewis, Morris, die einst den Vertrag unterzeichneten, auf der Bühne diesen Auftrckl wiederholten. Benjamin Franklin war zwar durch keinen Nach­kommen vertreten, dafür aber durch einen Herrn der Gesell­schaft, der sich zu diesem Zwecke die echten Kleidungsstücke des großen Amerikaners verschafft hatte.

"Eindeut scher Po neninGefahr. Frau Spretter, De- sitzerin des Hotels M e ndL l ho f auf dem Mendelpaß, des Hotels. Viktoria in Bozen unb einer Billa in Gries, ist in Zah­lungsschwierigkeiten geraten und hat Konkurs angemeldet. (Sine, Million soll fehlen. Ter Fall ist nicht vom touristischen Stand­punkte blliauernswert, da izrau Spretter sich in Touristenkreiserr großer Beliebtheck erfreute, sondern auch in nationaler Hinsicht, weck Frau Spretter stets ihr Deutschtum bekannte und alles, was m ihrer Mach-t stand, tat, damit die Mendel nicht völlig ver-

!| 8610 b?1 r *'ii I ,üter

£>'cv sau? aitcs.

Kehricht und Schneeabfuhr. Tie Abfuhr des

Va dir. an

L Jati» ®.

l&teW

wolfcht werde.

Kleine TagesMonik.

Der neue Komet, Über des,en Erscheinen mir schon verschiedentlich berichtet haben, wurde am Samstag fast in ganz Deutschlano gqeljen. Vom K.ubhaus des V. H. E. auf dem Hoherodskopf war er fast s'v Stunden sichtbar Er stand um 6 Uhr in nordwestlicher Richtung, den Schweis in einer Länge von 2 bis 3 Meter nach oben gerichtet.

Wie Die Erdbebenwarte in Jugenheim in lieber- einstimmung mit mehreren anderen Stationen mittellt, ist nach ihren Feftstellnngen der Herd des gestrigen starken Erdbebens int südwestlichen Teile von Island zu suchen, das schon mehrfach von Erdbeben heimgeiucht worden ist. Die Entfernung beträgt etwa 2500 Kilometer. Tas gestrige Erdbeben war so stark, daß die Zeiger am Seismo­graphen wiederholt an die Anschläger anstießen.

3n Frankfurt a. M. starb heute früh im Alter von 82 Jahren der Schriftsteller Dr. Franz Rittweg er, ein ge­schätzter Kenner der frankfurter Kiinftgeichichtc. *

bqt vom 27- Juieau zur E Birklar, 1

wird in ffert nächsten Tagen das Alsstettungsprogramm für die in großem Umfange geplante Ausstellung zum Ver­sand-- kommen. Ter Anmeldetermin läuft bis zum 28. Fe­bruar. Die bewilligten hohen Ehrenpreise werden in Ver­bindung mit den zur Verfügung stehenden beträchtlichen Geldpreisen einen lebhaften Anreiz zur Teilnahme am Wett- bewerbe abgeben. Rtit der Ausstellung soll eine Lotterie (15 000 Lose ä 50 Pfg.) verbunden werden.

w. Wetzlar, 22. Jan. Tie Generakversmmnlung des Bau Vereins, G. m. b. H. hatte sich eines guten Be­suches zu erfreuen. Es wurde ein Reingewinn von 2152,79 Mark erzielt: gleich den letzten Jahren sollen 4 Proz. Divi­dende verteilt werden. Ter Aufsichtsrat wurde einstimmig wieder gewählt. Von dem Dalbergscheu Kirchen- und Schill- fonds ist an der Haarbach ein Grundstück mit 200 Meter Straßenfront erworben worden, das als Baugelände üor- trefflich geeignet ist. Vorn Bauverein sollen vorläufig drei Häuser mit je zwei Wohnungen erbaut werden. Tie Gene- ralversamntlung genehmigte die von der Verwaltung unter­nommenen Schritte, wonach das Scammkapi.ml von 50 0J0 Mark auf 100 000 Mk. erhöht wird und auch Bauplätze an Nichtmitglieder abgetreten werden können.

Aniverirtäts-Nachrichten.

Frankfurt a. M. Ernannt wurde Der bisherige Dozent an der Akademie für Sozial- und Handelswissen­schaften zu Frankfurt a. M. Prof. Dr. Heinrich Morf zum ordentlichen Profes,or der romanischen Philologie an Der Berliner Universität als Nachfolger Des Prosejsors Dr. A. Tobler.

Als Prioatbozentin warb in Zürich unb Genf je eine Dame zugelassen.