Ausgabe 
21.7.1910 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 168 Zweites Blatt

166. Jahrgang

Donnerstag 21. Juli 1910

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

DieGiehener Hamilienblätter" werben dem

»Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das

Kreisblatt fQr den Kreis Giehen" zweimal

wöchentlich. DieLandwirtfchaftlichrn Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Giehener Anzeiger

Setteral-Anzeiger für Gberhesien

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea UniversitaLS - Blich- und Steindruckeret. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schub­straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion:^-O112. Tel.-Adra AnzeigerGießeru

Der Präsident von Brasilien in Bersin.

Unser Verhältnis zn Brasilien ist, obwohl dort lmndert- tausende von Deutschen wohnen, ja, in ganzen Städten, wie z. B. S- Paulo vorwiegend deutsch gesprochen lvird> nicht immer das freundlichste gewesen. Der Grund dafür war, wenn man von dem Neid gewisser Bevölkerungs­schichten auf die geschäftlichen Erfolge unserer Stammes- genossen in Dräsinen absieht, in der .Hauptsache darin zu suchen, daß von der Londoner und Newyorker Presse fort» gesetzt Meldungen in die Welt gesetzt wurden, welche die Brasilianer beunruhigten. Immer wieder und wieder tauchte das Märchen sauf, Deutschland strebe nach einer Kvhlenstation, oder gar einer größeren Niederlassung an der brasilianischen Küste; ja,, Ende des Jahres 1909 wurde sogar die Fabel verbreitet, 'Deutschland rüste ein Expedi­tionskorps von 165 000 Mann, um sich des ganzen Brasiliens zu bemächtigen.

Seit etwa 2 Jahren haben sich nun die deutsch-brasi-r Iranischen Beziehungen wesentlich gebessert und find sogar freundschaftliche geworden. Dies ist nicht so sehr dem jetzigen Präsidenten Dr. Mlo Pecanha als vielmehr dem Marschall Hermes da Fonseca zu danken, der, von vorn­herein ein Verehrer deutschen Wesens, im Jahre 1908 auf Einladung unseres Kaisers den deutschen Manövern bei­wohnte, ein Umstand, der, indem er den Brasilianern schmeichelte, nicht gering dazu beitrug, daß sie den überdies sehr tüchtigen Fonseca am 1. März d. Js. z uihrem Präsi­denten wählten, trotz aller Verdächtigungen, die seine Per­sönlichkeit damals in der englischen Presse fand. Marschall Hermes da Fonseca, der unter dem Präsidenten Penna Kriegsminister war, wird sein neues Amt am 15. November antreten, wodurch während der nächsten 4 Jahre die freund­schaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Brasi­lien weiter gesichert sind, ja wahrscheinlich noch eine Steige­rung erfahren werden.

Denn es ist wohl nicht zufällig, daß der künftige Präsi­dent von Brasilien vor Uebernahme seines Amtes eine Reise nach Deutschland angetreten hat, die, mag sie auch vielleicht äußerlich dem Besuche seines Sohnes Mario, welcher seit dem Frühjahr 1909 in Berlin militärischen Studien ob­liegt, gelten, doch jedenfalls auch andere Ziele verfolgt. Man glaube zu wissen, daß Hermes da Fonseca, der am Mittwoch in Berlin eintraf, dort an den maßgebenden Stellen wegen der Entsendung deutscher Jnstruktionsoffi- ziere nach Brasilien vorstellig werden will.

Ob Hermes da Fonseca neben der Erledigung dieser Frage in Berlin noch andere, und zwar politische Zwecke verfolgt, ist unbekannt. Es läßt sich das auch kaum an­nehmen, da es zwischen Deutschland und Brasilien Fragen von rein politischer Bedeutung nicht gibt und die Handels­beziehungen zwischen beiden Ländern die besten sind. Stimmt doch der Handel mit Deutschland in Brasilien die zweite Stelle ein und erreicht in der Einfuhr die ansehnliche: Ziffer (1906) von 73,33 Millionen Milreis (zu 2,29 Mark), in der Ausfuhr sogar 141,36 Millionen, so daß Brasilien sich wahrlich nicht zu beklagen hat. Es würden auch politische oder handelspolitische Verhandlungen dem ganzen Naturell Hermes da Fonseeas gar nicht entsprechen, der, einer alten Soldatenfamilie entstammend, sich Zeit seines L^ens< er steht jetzt am Anfang der 50er Jahre um nichts anderes gekümmert hat, als um rein militärische Fragen, und dessen Hauptverdienst in der Einführung der allge­meinen Wehrpflicht in Brasilien und in der Reorganisation der Armee besteht. Diesem seinem Lebenszweck jetzt das Wirken einer deutschen Militärmission in Brasilien die Krone aufzusetzen, kann daher nur der Zweck des jetzigen Be­suches des brasilianischen Präsidenten in Berlin sein.

Deutsche als hörige von Negern.

Vor einiger Zeit lenkten die Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland die öffentliche Aufmerksamkeit auf Nachkommen deutscher Ansiedler, die unter kümmerlichsten Ver­hältnissen auf der Insel Jamaica ihr Leben fristen. Jetzt sind durch Vermittlung des Charitasverbwides für das katholische Deutschland nähere Nachrichten über die versprengten Volks­genossen eingelaufen. Danach gibt es in Seaford Town 258 deutsche Katholiken. Es leben dort noch 76 weitere nichtkatholische Deutsche; in der Umgegend sitzen vereinzelte deutsche Familien, deren Zahl schwer zu bestimmen ist. Ein Missionar schätzt die Gesamtzahl der Deutschen auf etwa 500. Schon früher hatte der ün Jahre 1880 auf Jamaica in Tätigkeit getretene P. Taur für die Unglücklichen Geld, namentlich bei deutschen Schiffskapitänen, gesammelt, die den Hafen von Savanna la mar anliefen. Er! baute ihnen ein Kirchlein und eine bescheidene Schule. Nach einer schönen Schilderung des jetzt dort wirkenden Missionars Mc. Der- mottlebte und arbeitete P. Taur mit den Deutschen, er lachte und weinte mit ihnen, kaufte ihnen Arznei, Kleider, Ackerwerkzeuge. Er veranlaßte, daß die Kinder in die Schule gingen. Er nötigte geradezu die Männer, ein Handwerk zu erlernen; einige wurden Zimmerleute, andere Schmiede, Sattler usw."

Sein Nachfolger scheint die Sorge für die kleine Kolonie nicht mit gleichem Erfolge fortgesetzt zu haben. Die Leute saßen auf schmalem Besitz, der durch weitergehende Teilung bis zum äußersten zersplittert wurde, so daß die Scholle nicht mehr ausreichend Unterhalt bot. Nebenverdienst war kaum zu sinden; die Arbeit ward jämmerlich entlohnt.Vielfach sind die Leute," so lautet der Bericht weiter,zu äußerster Armut verurteilt, trotzdem sie das ganze Jahr hindurch hart arbeiten. Es kam vor, daß große, starke Männer in Tränen ausbrachen und fragten:Pater, was wird aus meinen Kleinen werden? Ich arbeite schwer und un­ausgesetzt, ich rühre keinen Tropfen geistiger Getränke an, ich habe seit langem für mich keinen Hut, keinen Schuh, kein Kleidungs­stück gekauft, ebenso meine Frau, und doch können wir nicht genug aufbringen für Nahrung und Kleidung unserer Kinder/' Viele Kinder können nicht in die Schule kommen, weil das Geringste fehlt, was Anstand und Schicklichkeit in der Oefsent- lichkeit erfordern .... Fast alle Knaben wachsen als ungelernte Arbeiter auf; sie erhalten den gleichen Lohn wie die Schwarzen: 1 Schilling täglich für den Mann, 9 Pence für eine starke Frau und 12 Schilling in der Woche für den Knaben. Die abge­magerten Gesichter der Kinder, ihr unsicherer Gang, ihre matte Sprache, ihre zerlumpte Kleidung: alles verkündet der Welt, daß der Wolf vor der Türe steht." Mc. Dermott fügt hinzu: Die Katholiken senden große Geldsummen zu den Indern, Negern und Chinesen. Weshalb sollten sie taub sein gegen den Hilferuf kleiner deutscher Kinder, die an den Grenzen der Zivilisation geboren und ohne ihre Schuld verurteilt sind zu einem Leben voll Schmutz und Elend, das nur dem der niedersten Schwarzen zu vergleichen ist?"

Der Bericht bedarf in feiner schlichten, erschütternden Ein­fachheit keines 'weiteren Kommentars. Der Verein für das Deutsch­tum im Ausland wird nun versuchen, in erster Linie die wirt­schaftliche Lage dieser Aermsten durch materielle Unterstützung einigermaßen zu bessern. Erst bann wird man sie durch Kirche und Schule erziehlich beeinflussen und später erwägen können, ob etwa die Verpflanzung in deutsche Siedlungen zu ermöglichen ist. Die Geschäftsstelle des Vereins für das Deutschtum im Aus­land, Berlin W. 62, Kurfürstenstraße 105, ist bereit, Spenden für den Zweck entgegenzunchmen und in geeigneter Weise zu verwenden.

Bundestag deutscher Gastwirte.

4. Stuttgart, 20. Juli.

Der Bund Deutscher Gastwirte mit dem Sitze in Leipzig trat heute im Festsaal derLiederhalle" unter zahlreicher Be­teiligung zu seinem 18. Bundestage zusammen. Der Vorsitzende der Tagung, Kämpf-Leipzig, begrüßte in seiner Eröffnungsrede u. a. Den Präsidenten des Deutschen Gastwirte - Verbandes Ringel-Berlin, der darauf ausstihrte, angesichts der letzten Finanzreform erscheine es angebracht, einen allgemeinen deutschen Gastwirtekongreß nach Berlin einzuberufen, damit einmal in voller Oeffentlichkeit demonstriert werde, wie es dem deutschen Gastwirtestand eigentlich gehe. Zu den Steuern her Brausteuer­vorlage und der Finanzreform wurde folgende Entschließung Bräuning -Wiesbaden angenommen:

Der Vorstand des Bundes Deutscher Gastwirte möge sich mit dem Reichsverbande! in Verbindung setzen, um die Reichs- wertzuwachssteuer mit allen Mitteln zu!bekämpfen. Falls trotzdem mit der Annahme der Steuer durch den Reichstag gerechnet werden muß, soll alles getan werden, um wenigstens eine Doppelbesteuerung neben der Konzessionssteuer zu ver­hindern und dafür *u sorgen, daß jeder Wertzuwachs, der auf der eigenen Arbeit Der Gastwirte beruht, von der Besteuerung frei bleibt."

Eine große Reihe von Anträgen beschäftigte sich mit der beabsichtigten Neugestaltung des § 33 der Gewerbeordnung und der Bekämpfung der Animierkneipen. In den Anträgen wird mehrfach die Konzessionierimg des Flaschenbierhandels verlangt. Präsident Ringel gab die Erklärung ab, daß der Reichsverband allen in der Frage zu tage getretenen Wünschen Rechnung tragen werde durch ihre Einfügung in eine an den Reichstag zu sendende Bittschrift. In dieser Bittschrift wird u. a. zum Ausdruck ge­bracht, daß die Kellnerinnenftage in Süddeutschland einer ge­sonderten Regelung bedürfe, da hier vielfach ehrbare junge Mäd­chen KelMerinnen seien, so daß die Verhältnisse mit denen in Norddeutschland nicht zu verwechseln seien. Ferner wird das Augenmerk auf die Ausschanks in den Warenhäusern ge­lenkt, die keiner Kontrolle unterliegen hinsichtlich der Förderung von Unzucht und Völlerei und vielfach Rendezvousplätze für Schulmädchen geworden seien. Auch gegen die Auto- maten-Restaurants wendet sich die Bittschrift, die allen Reichs­tagsabgeordneten übersandt werden soll.

Darauf beschäftigte sich der Bundestag mit der Frage der Arbeitsvermittlung im Gastwirtsgewerbe und nahm hierzu folgende Entschließung an:

Der Bund wolle mit dem Reichsverbande für die Ein­führung des paritätischen Arbeitsnachweises im ganzen Reiche nach Möglichkeit eintreten und aufklärend wirken."

Landwirtschaft.

X Vom vorderen Kögelsberg, 20. Juli. Nun hat es doch noch eine recht fegens volle Heuernte gegeben. Wer die große Anzahl der Heuwagen in den letzten herteren> Tagen aus unseren Taldörfern fahren sah, der versteht die Be­hauptung, daß die diesjährige Heuernte die vorjährige um den doppelten Ertrag übertrifft. Gewiß haben die drei Wochen Regen­wetter der Heuernte geschadet, aber dieser Schaden merzt sich aus, wenn auf drei verregnete Wagen neun bis zwölf unberegnete! kommen. Die Heuernte ist nun vollendet. Jetzt kommen nur noch die einscherigen Wiesen zur Mad. Die Preise dieser Wiesen waren entsprechend dem reichen Heuertrag recht billig.

Uirche itttö Schule.

8 Unter-Seibert en rod, 19. Juli. Am Sonntag feierte unsere Gemeinde ein M i s s i o n s f e st, das einen sehr erhebenden Verlauf nahm. Welchen Eindruck das Fest auf die große Zahl der Festgäste gemacht hat, offenbarte die für die kleine Gemeinde Erstaunen erregende Kollekte von 286 Mark. Das Dorf hatte g eftschmuck angelegt. Der durch den Pfarrer Jung von Ober- hmen aegrünbete Posaunenchor bes Ortes schrckt dem Festzuge voran. Auf luftiger Höhe in einem Buchenschlag, ber die seirgenden Sonnenstrahlen dämpfte, wickelte sich das Missionsfest ab. Pfarrer Jung sprach die Einleftungsworte, Pfarrer Frank von Merlau hielt die Festrede, Missionar Müller aus Hersfeld redete über­feine Missionserlebnisse in China und Dekan Wagner von Grünberg schloß mit Dankes Worten die schöne Feier. Gesänge der Festgcmeinde, begleitet von dem Posaunenchor, durchflochten Fest­rede und Ansprachen.

GevZchtKsaaL.

R. B. D a r m ft a b t, 20. Juli. Das Kriegsgericht ver- urteilte !heute einen vor 24 Jahren nach Amerika ausge- w a n be r t en R he i n h e s se n , ber damals zum Trarnbataillon in Mainz ausgehoben war und sich vor der Einstellung ent­fernt hatte, wegen Fahnenflucht ft der Minbeststrase von sechs Monaten Gefängnis nebst Versetzung in die 2. Klasse des Solbatenstanbes. Der Fall ist höchst eigenartig und läßt bie Schwere des Militärstrafgesetzes in dieser Richtung erkennen, die hoffentlich int Gnabenweg Milderung findet. Der jetzt 46 Jahre alte Schultheiß aus Flohnheim war damals zweimal zurück­gestellt und erst bei der dritten Musterung ausgehoben worden. Er ließ sick) durch einen Freund bereden, nach Amerika zu geben, und dort ein Geschäft zu gründen. Er hatte fernen Erfolg unbj mußte hart kämpfen, brachte es aber später zu Wohlhabenheit und unternahm in diesem Sommer eine Europareise, wobei er auch das Grab seiner Mutter in Flohnheim besuchte. Das Militär­strafverfahren ist inzwischen nicht verjährt; er wurde vor einigen Tagen verhaftet und mußte heute auf Grund 'deS § 69 St.-G. verurteilt werden. Der Angeklagte hatte vorsichtigerweise bei ber Verwvltungsbehörde vorher angefragt und es war ihm von dieser, die feine Kenntnis von dem Militärsttafversahren hatte, aus­drücklich bie Erlaubnis zum Aufenthalt in Hessen erteilt worben.

d. Mainz, 20. Juli. Am Gouvernementsgericht kam heute eine interessante Anklage zur Verhandlung. Der Militäranwärter Max Misch aus Bruchsal, der während seiner Militärzeit eine sehr gute Führung hatte, wurde vor einigen Jahren wegen eines Leidens vom Militär entlassen. Er erhielt den Zivilverforgungsschein und eine Rente. Nun sollte er wegen seines jetzigen Gesundheitszustandes auf einige Tage im Mainzer Lazarett einer Beobachtung unterzogen werden. Als er einige Tage sich im Lazarett befand, sollte er auf Befehl eines Stabs­arztes Lazarettkleiber anlcgen, was er verweigerte. Er ist beshalb bes Beharrens im Ungehorsam und ber Gehor­samsverweigerung angeklagt. Der Angeklagte gibt die Weigerung zu. Er will von den behandelnden Stabsärzten nicht

pr Tragung von Lazarettkleibern aufgefordert worden fein und Den stationsvorstehenben Stabsarzt habe er nicht für zuständig ge­halten, ihm einen solchen Befehl zu erteilen, zumal er nachmtttags Ausgang gehabt und ihn auch die behandelnden Aerzte zum Ausgehen aufgefordert hätten. Wenn er dahin belehrt worden wäre, daß er im Lazarett den Militärgesetzen unterworfen fet, würde er lieber freiwillig auf seine Rente verzichtet haben Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 14 Tagen Mittel­arrest. Misch legte Berufung gegen das Urteil ein Die Frage, ob ein Zivilist, ber nur wegen Beurteilung ber Aus­messung seiner Rente im Lazarett einer Beobachtung und Be­handlung unterzogen wird, unter den Militärgesetzen steht, wird nun bie höheren Instanzen beschäftigen.

Wandern und Keinen, Bäder rmd Sommerfrischen.

Schnars Neuester Schwarzmalbführer. 17. Auflage 1910. Verlag von Otto Weber, Heilbronn a. N.- Zum 17. Male tritt dieses in Wander- und Sportskreisen schon längst als zuverlässig anerkannte Reisehandbuch vor die Ceffent- lichkeit. Auch diesmal wieder haben Behörden und Vereine in freiwilliger Arbeit dazu mitgeholfen, daß in den beliebten Führer selbst bie allerjüngsten Aenderungen und Neuerungen ausgenommen werden konnten und er so in Verbindung mit seinem ganz neuen, vorzüglichen und zahlreichen Kartenmaterial für den Wanderer ein treuer Ratgeber und sicherer Begleiter ist, der noch den besonderen Vorzug großer Billigkeit besitzt, denn er kostet nur 2 Mk. Wer den Schwarzwald besucht, sollte Schnars mitnehmen. Der Führer ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen. - > _ ...

Aus der Tabakinduftrie. Nach einer derSüddeut­schen Tabakzeitung" zugegangenen Mitteilung beabsichtigt die Reichsregierung, die Gebührenerhebung für auslän­dische Tabakrechnungen am 1. September 1910 außer Kraft zu setzen. Dasselbe Blatt bringt noch folgende Notiz: Seit­dem durch bie Wertsteuer bie Einfuhr verpackter Zigarren aus Holland so gut wie unmöglich geworben ist, haben holländische Fabrikanten in deutschen Grenzplätzen Filialen errichtet, wo die unsortiert und unverpackt eingeführten Zigarren versandfertig gemacht werden. Dieser Tage bat ein hoher Zollbeamter an einer dieser Versandstätten eine Besichtigung vorgenommen und dem Vernehmen nach sich dahin geäußert, daß bie Regierung durch einen Zusatzartikel zu dem Tabaksteuer-Gesetz bie Einfuhr unsortierter |unb unverpackter ausländischer Zigarren verbieten wolle.

Märkte.

F.C. Wiesbaden. Viehhoi-Marktbericht vom 20. Juli. Auftrieb: Rinder 53, Kälber 288, Schafe 19, Schweine 395.

Tendenz: Rinder und Kälber mittelmäßig, Schate flau, Schweine gedrückt. Preis Durch-

pro 100 Pfd. schrnttspreis Lebend- Schlachr- yro lOOPfund

Ochf en. M Gebend- Schlachl-

Dollsleischige, ausgemästete, höchsten cn Don* t=>

Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 4550 8189 47 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und

ältere ausgemästete 4014 7377 42

Mäßig genährte junge und gut ge­

nährte ältere 3639 7173 37

Färsen, Kühe.

Dollsterschige ausgemästete Färsen höchst.

Schlachtwertes 4448 8286 46

Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 3944 7580 41

Aeltere ausgemästete Kühe und wenig

gut entwickelte jüngereKühe u. Färsen 3538 6669 36

Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 2734 5664 30

Kälber.

Feinste Mast- (Dollmilchmast) und beste

Saugkälber 59-62 98103 60

Mittlere Ai ast- und gute Saugkälber . 5158 9398 54

Geringere Saugkälber . .... 4550 7583 47

Schafe.

Mastlämmer und jüngere Masthammel 4100 82 00 41 Schwein e.

Vollfleischige Schweine bts zu 2 Zentner

Lebendgewicht 5455 6971 54

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner

Lebendgewicht 5455 6971 54

Fleischige Schweine 5154 6668 52

85

75

72

84

77

67

60

100

95

79

82

70

70

67

riirehLiche Nachrichten.

Jrraetittjche ßeligieitsgemelROe.

Gotte§drenjt in der SQiiagcme (Süd-Arüage^

Samstag den 23. Juli 1910:

Vorabend 7.45 Uhr.

Morgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr. Schrifterkläruug.

abbatausgang 9.20 Uhr.

Israelitische tteUgionsgeseüschaft.

Gottesdienst.

Sabbatieier am 23. Juli 1910:

Freitag abend 8.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 9.20 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr.

Verantwortlich fürFeuilleton" undVermischtes": I. V.: A u g u ft G o e tz.

Meteorologische veodachtungen der Station Gießen.

Juli

1910

Wetter

II I I

Höchste Temperatur am 19. bis 20. Juli -4- 19,9*0.

Niedrigste , , 19. 20. = -j- 12,8 °L.

Niederschlag: 0,4 mm.

20.

2«

746,8

19,4

10,7

64

WSW

2

9

20.

9"

746,4

17.0

115

80

WSW

2

10

21.

744,5

16,4

13,1

87

w

4

10

Regen

Brasst «SeMe v. mm35 ab

Schon verzollt! Verlangen Sie Muster!

D6/il

r. Henneberg, Zürich.