Der Ausschuß für den literarischen unö tun ft le r i - schenUr Heberschutz lAusführungsgcsctz zur revidierten Berner Ucbereinkunsl) führte am Montag abend die Beratung weiter und beschloß auf Antrag des Zentrums beim Lizcnzzwang — wonach der Urheber eines Werkes dieses gegen angemessene Vergütung Dritten zur Vervielfältigung überlassen muß, sobald er die mechanische Wiedergabe einem anderen gestattet hat — bie yeUiebuiig eines festen Prozentsatzes und zwar in Hohe von - Prozent. Für die nächsten drei Jahre soll der Bundesrat nach Anhörung der Sachvcrständigcnkaminer den Gebührensatz feftsetzen. -tte Kommission strich aus dem Entwurf derv § 22 c, der die Verweigerung der Erlaubnis zur mechanischen Wiedergabe vorsehen wollte, wenn nach dem Wesen des Instruments, für das die Erlaubnis verlangt wird, nur eine Wiedergabe von so niedrigem musikalischem Werte erzielen läßt, daß dem Urheber nicht zugemutct werden könne, sie zu dulden. Nächste Sitzung Mittwoch.
Der Ausschuß für das H a u s a r b e r t s g e s e tz trat heute in die zweite Lesung und führte sie bis zu § 3. hierzu vorliegenden Abändcrungsanträge wurden abgelchnt und die Beschluffe erster Lesung durchweg bestätigt.
Die Beseitigung der Torpedoboote.
G Paris, 19. April.
In der Wahlbewegung ist eine sehr wichtige Entscheidung des Marineministers der öffentlichen Aufmerksamkeit entgangen, die Zwar längst erwartet wurde, da sie nuv den einmütigen Wünschen der Offiziere und des Parla ments entspricht, aber wegen der neuen Orientierung, die sie der französischen Marinetatlik gibt, auch im Auslände Interesse erregen muß. Eine Depesche vom 1. April 1910 ordnet nämlich den Marinebehörden an, leinen Neu bau für Unterseeboote auf dem Lande mehr in Angriff zu nehmen. Denn, heißt es in der ministeriellen Entscheidung, da die Marine teine Torpedoboote mehr bauen soll, sind die Kasernen, Werkstätten und Magazine, die den Zentral- dienst der gegenwärtigen Flottillen bilden, in Zu tun ft ausschließlich für die Unterseeboote ^be- stimmt. Da die Altersgrenze der Torpedoboote 17 Jahre beträgt, so werden zwischen 1920 und 1923 alle diese kleinen Fahrzeuge aus der Liste der französischen Florte gestrichen sein. Ein Mitarbeiter des „Radical", der trotz seiner Anonymität den hochstehenden Fachmann verrät, schreibt dazu:
„Man kann dieser Maßregel gar nscht warm genug bci- bflichtcn, da sic eine wahre Revolution in um er en Marine- Programmen herbeiführt. Denn seit mehr als 25 Jahren bewegte sich unsere ganze Marincpolitik sozusagen um die intensive Nutzbarmachung zahtveaher Torpcdoflvtntleu. Die, „mobilen Ver tcidigungcn", die unser ganzes Küstengebiet umspannten, zählten bis 250 Fahrzeuge. Admiral Aube und nach ihm eine ganze Schule, die ehedem unter dem Namen „junge Marine" bekannt war, traten als Verbreiter dieser Idee auf, daß das Torpedoboot das Verschwinden der Schlachtschiffe zur Folge haben müßte. Aber dieses übergroße Vertrauen auf Pen Torpedo wurde herb enttäuscht. Immer aber blieben noch sowohl das Publikum als hohe Marinekreise für die Torpedoboote eingenommen und hatten einen großen Teil der Parlamentmitglieder für sich. Diese Po litik war sicherlich den wahren Interessen der französischen Marine nachteilig. Von dem Prinzip ausgehend, daß die Torpedoboote fähig wären, die Nationalverteidigung zu sichern, vernach- läsfigte man vollständig die Bauten von Linienschiffen, die doch allein bei der Abwägung der Marinekräfte eines Landes in Rechnung zu ziehen sind. Die „Waffe des Armen" wurde begeistert gefeiert. Der Ausdruck ijt aber gar nicht richtig, denn der Herstellungspreis der Tonne eines Fahrzeugs mit geringem Gehalte ist viel höher als der Wert einer Linienschiffs-Tonne, wenn man die niedrigere Altersgrenze der Torpedoboote berücksichtigt. Auch kostet die Ausrüstung dieser viel mehr, da sie eine verhältnismäßig größere Mannschaft cr- forderl, die iroch dazu bessere Löhnung erhält. Man braucht ja übrigens nur die Ziffern anzusehen, die zum ersten Male im vorigen Jahre darüber veröffentlicht wurden. In der Ausgabentabelle für den Unterhalt der Flotte figurieren die Flottillen mit 17 367 146 Franks, die Schlachtschiffe milch nur mit 17 662 797 Franks. Es ist ganz unnatürlich, daß dem Hilssorganc eine ebenso große Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie dem hauptsächlichen. Unser Glück ist noch, daß mehrere andere Mächte unsere Illusionen über den offensiven Wert der Torpedoboote teilten und daß damit sogar England erschreckt wurde. Aber der russisch-japanische Krieg hat die geringe Lei- stuugsfähigkeit der Torpedoboote zu deutlich bewiesen, als daß man an diesen noch länger festhaltcn konnte. Die Indienststellung der Unterseeboote, die sie ^äußerst vorteilhaft wegen ihrer Untiermunbbarfcit ersetzen, und der schnelleren und stärkeren Torpedosänger mußte den ehedem so hoch veranschlagten Tttpuö völlig diskreditieren. Es ist nur bedauerlich, daß wir bis zum 1. April 1910 gewartet haben, um ihm die Leichenrede zu hallen. Wegen der Verschwendung für die Torpedobootilottillen sind wir hauptsächlich von unseren Nebenbuhlern überflügelt toorben. Während Deutschland na'chs einem großartigen Plane homogene Sck lachtschindivisionen vom Stapel ließ, die heute seine Kraft ausmachen, verloren wir unsere Zeit mit dem Bau von Torpedobooten, bereit unnütze Gerippe heute unsere Arsenale überfüllen, wenn sie nicht auf dem Grund des Ozeans liegen. Aber bas müßte auch eine Lehre sein, einen gleichen Fehler zu gunsteu der Unterseeboote und der Torpedoboote nicht zu begehen. Ein solcher wäre noch schlimmer, oa ein Unterseeboot noch t cu r e r zu stehen kommt. Die großen Schlachtscknffe bleiben die Hauptsache."
Marburger Dibbercher.
* Marburg, 18. April.
Wenn auch Marburg wegen seiner Töpferindustrie heute noch erneu Weltruf hat iinb das Marburger Geschirr, die sog. „Dibbercher", weit und breit bekannt sind, so ist doch diese Industrie heute nicht mehr in dem Maße vorhanden, wie man außerhalb Marburgs glaubt. Waren es um die Mitte des vorigen Jahrhunderts mehrere hundert Personen, die sich mit der Herstellung des Marburger Geschirrs befaßten und die jährliche Ausfuhr mit einem Wert von 20 000 Talern berechnet wurde, so sind heute nur noch wenige, aber dennoch recht leistnugsfahige dieser sog. „Marburger Euler", wie sic der Volksmund bezeichnet, hier vorhanden und neuer Nachwuchs 'kommt so gut wie gar nicht hinzu. Neuerdings machen sich jedoch Bestrebungen geltend, die alte Töpferindustrie wieder zu neuer Blüte zu erwecken, umsomehr, als ja jetzt durch die Kreisbahn in den Ebs- dvrfer Grund, wo sich Tonlagcr befinden, die Beschaffung des benötigten Materials leichter bewerkstelligen läßt. So beschäftigte sich der Hessische G e s ch ich t s v e r e i n in einer stark besuchten öffentlichen Versammlung mit dieser Frage. Archivrat Tr. Küch schilderte in einem längeren interessanten Vorträge die geschichtliche Entwicklung der Marburger Töpferei, ihrer Blütezeit und ihren Niedergang. Anschließend gab ein Fachmann, Töpfermeister Hoflieferant Wilhelm Schneider, Erläuterungen über den heutigen Stand des Töpfergewerbes, über' das Absatzgebiet und die der Entwickelung des Gewerbes entgegenstehenden Schwierigkeiten. Maler Käthelhö n behandelte in .einem weiteren Vortrage den künstlerischen Stil der Marburger Keramik und hieran schloß sich eine rege Besprechung, in der u. a. Maler Ubbebohde, Oberbürgermeister T r o j c und Rektor H e n tz e mannigfache Vorschläge zur Hebung des Gewerbes machten. Vielleickst kommt es hier zur Gründung einer modernen Genossen- jchafts-Tüpferei.
Ans Statt und
Gießen, 20. April 1910.
** Pfarrdienstnachrichten. Ernannt wurden Pfarramtskandidat Steiner zu Berlin zum Verwalter der Pfarrgehilfenstelle in Deckenbach: Pfarrvikar Korell zu Wingershausen zum Pfarrvcrwalter in Tauernheim: Pfarrvcrwalter Rühl z-u Kriegsheim zum Pfarrvikar in Wingershausen. Gestorben sind der evang. Pfarrer i. P. Ferd. Briegleb von Wingershausen zu Darmstadt am 25. März; der evang. Pfarrer Karl Eckst eil? zu Lengfeld am 4. April. Zur Wiederbesetzung wird ausgeschrieben die evang. Pfarrstelle z-u Torn-Dürt- h e i m.
** Lehramtspersonalien Ter Groß he r z o g hat den Oberlehrer an dem Ludwig Georgs-Gymnasium zu Tarmstadt Professor Gust. L a n t e f ch l ä g e r zum Direktor der Eleonorenschule zu Worms und den Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Tarmstadt Dr. Eng. Käser zum Oberlehrer an dem Ludwig Georgs-Gymnasium zu Tarmstadt ernannt.
** Neue Assessoren. Turch Entschließung des Ministeriums der Finanzen wurden zu Forstussessoren ernannt die Forstreferendare Wilh. Brückner, Neustadt i. O.: Karl Här ter, Lauterbach; Will). Hcnzel, Büdingen: Otto Löber, Gießen; Otto Rumpf, Ockstadt; Eugen Seeger, Gießen; Emil Vogt, Butzbach.
** In dem B e f in den des Geheimen Jnftiz- rats Dr. Gutfleisch ist erfreulicher Weise eine so ivcsent- liche Besserung eingetreten, daß er — wie er dem Finanzausschuß der Zweiten Kammer mitteilte — in der nächsten Woche wieder an den Beratungen des Ausschusses teilzn- nehnien gedenkt.
** T e r K a v a l t e r i e v e r e i n Gießen beschloß, die neu anzuschaffende Standarte am 7. August in deu Räumen von Steins Garten einzuwsiheu. Die Standarte wird von der Firma Gcbr. Hisgen in Lich gelieferr. Die Musil bei der Einweihungsfeierlichkeit wird Durch die Kapelle des Garde-Tragouer-Regimenis Nr. 23 von Darmstadt ausgeführt. Der Kavalierieverein besteht seit vier Jahren und hat nahezu 100 Mitglieder.
** lieber bie Kellnerin n c ufrage wird, wie man uns schreibt, am 4. Mai in bem großen Hörsaal der Universität Frau Camilla Jellinck von Heidelberg auf Veranlassung bcr Gcmeinbefraucnvercinc, bet hiesigen Ortsgruppe des deutschen Frauenvereins, des Vereins brr Freundinnen junger Mädchen und des Bezirksvereins Gießen gegen den Mißbrauch geistiger Getränke einen öffentlichen Vortrag halten. Frau Ielliuck darf als eine der bewährtesten Dorkampierinnen angesehen werben in ben Bestrebungen, die auf Beseitigung der beit weiblichen Bebicnstetcn int Gastwirtgcwcrbe brohenben sittlichen Gefahren gerichtet finb. Wenn in Wirtschaften die weibliche Bedienung der Gäste, nur deshalb eingcführt ist, uni einen sinnlichen Reiz, der aus ben männlichen Gast wirken soll, wirtschaftlich auszubculen, so bebeutet. bics eine kapitalistische Verwertung bet körperlichen Eigenschaften ber Frau unb bainit eine tiefe Eruicbrigung bes weiblichen Geschlechts. Mit Recht treten daher bie Fraucnvereine schon im Namen ber Frauenwürbe gegen bicse Art ber Vcrwenbung weiblicher Hilfskräfte in Schaukräumen aut. Die Kellnerinnen finb bann aber nicht nur selbst bem körperlichen unb seelischen Verberb ausgesetzt, sonbern sie fördern ihrerseits wieder bie Sittenlosigkeit unb bie Unmäßigkeit im Genuß selbst ber minberroertigften geistigen Getränke. Sie erkranken meistens unb verbreiten namentlich geschlechtliche Grfranhtngen vielfach unter noch jugenblichen Personen männlichen Geschlechts, benen ber Alkoholmißbrauch bie Kraft bes Wiberstanbes gegen bie Versuchung geraubt hat. So geht denn in ber Mehrzahl ber Fälle unb besonbers in ben Animier- kneipen nicht nur bie Kellnerin an Geist unb Körper zu Gruub, sie verbreitet auch noch bas Verberben, bem sic selbst anhcimgesallcu ist. Im Interesse ber Volksgcsunbheit unb Volkssittlichkcit sind somit an der Kellnerinncnfrage gar weite Kreise beteiligt, unb cs bars erwartet werben, baß ber Vortrag einer genauen Kennerin biefer Verhältnisse eines lebhaften Zuspruchs sich erfreuen wirb.
? Loll ar, 18. April. F e st genommen wurde heute hier ein hiesiger 1 »jähriger Junge wegen Sittlichkeits- Vergehens. Er wurde dem Amtsgericht Gießen zugeführt unb nach feiner Vernehmung wieder entlassen.
-ch N i e d c r - B c s s i n g c n, 19. April. Hier wird ein neues Sch ul haus erbaut. Im Rohbau ist es fertiggestellt und die inneren Arbeiten sollen bis zum Herbst vollendet sein. Das Gebäude steht in der Nähe des Bahnhofes; es enthält einen Schulsaal und eine Lehrerwohnung. Der Baupreis beträgt ettoa 50 000 Mk. — Die Gemeinde hat seinerzeit den Anschluß an das staatliche Wasserwerk aus finanziellen Gründen abgelehnt; er wird jedoch voraussichtlich später noch erfolgen; eine Vorrichtung dazu ist bei Ober-Bessingen, das dem Gruppenwerk an geschlossen ist, getroffen worden.
-ch. Ober-Bessin g c n, 19. April. Wer zurzeit durch unsere Gemarkung geht, erblickt überall große gelbe Rasenteppiche: es ist Leinsamen, der zur Oelbcreitung oder als Viehfutter benutzt wird. Das Gewächs ist in Ober Hessen fast nirgends mehr zu finden.
-ch. Röthges, 19. April. Die Gewerkschaft „Vogelsberg" ließ in unserer Gemarkung Schur f v e r su ch e nach Eisensteinen vornehmen. Es wurden zwar Lager vorgefunden, aber nicht in solcher Ausdehnung, daß der 'Abbäu lohnend sein würde. Der hiesigen Arbeiterschaft wäre die Entstehung eines Bergwerks sehr willkommen, denn mit Arbeit und Verdienst ist cs lfter ziemlich schlecht bestellt. — Die Wasserleitung ist fertiggestellt. Mit dem dabei benutzten Motor betreibt die Gemeinde gleichzeitig ein H o l z s ä g e w e r k mit Schrotmühle. Die Gesamtanlage soll 30—35 000 Mk. kosten.
— Atzbach, 19. April. Gestern abend wurde zwischen Dorlar und Atzbach die Leiche der El. Schäfer ans Kinzenbach geländet, die seit dem 19. März als vermißt galt.
□ Marburg, 19. April. Ter Ballon „Marburg" des Kurhessischen Vereins für Luftschiffahrt unternahm heute früh um 10 Uhr seine erste Fahrt. Außer bem Führer, Privatbozent Dr. Wegner, beteiligten sich noch drei weitere Herren. Gegen 41/., Uhr traf die Meldung ein, daß die Landung glücklich bei Gera erfolgt sei.
[] Weilburg, 19. April. An der hiesigen Landwir- fchaftSschnle ist für Lehrer a n ländlichen Fortt- bildungsschulen ein vierwöchiger Kursus geplant, der 160 Stunden umfassen soll, von denen 40 auf Pflanzcn- unb Tierphysiologie, 45 auf LandwirtschaftSlehre (1. Teil), Bürgerkundc unb FortbildungSschulwesen, 35 auf Lanbwirt- schaftSlehre (2. Teil) und 40 auf Chemie unb Weltknnbe entfallen. Außerbem sotten bie Knrsistcn möglichst vielen Lehr- flunben in ber LanbwirtschaftSschnle beiwohnen.
Markte.
Gießen, 19. April. M artlv ericht. Aul heutigem Wochen- markte kostete: Butter pr. Psb. 1.20—1.25 Mr., Hühnereier 1 Si 7 Big., Enteneier 1 Stück 8 Psg., stäfe pr. St. 6—8 Pi. Erbsen p. PW. 00—00 Psg., Linsen v. Psb. 00-00 Psg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Mt., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Äk., Hähne pr.
Stück 0,80—1,SO ML, Nänse pr. PW. 60—70 Pi., Enten vr. Stück 1,8V bis 2,20 Dik., Ochseufleisch pr. Psb. 76—84 Pig., Kuhfleisch pr. PW. 60 Pig., Rinbfleisch pr. Pfnnb 70—74 Pig., Schweinefleisch ur. 'l'iitnb 80—96 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psb. 96 Psg., Kalbfleisch pr. Pfb. 80—84 Pig.. Hammelfleisch pr. PW. 60—84 Psg. Karkosseln pr. 100 Kg. 5.50—6.00 Mk., Zwiebeln per Zlr. 9,00—10,00 3)1 L, Milch per Liter 20 Pig., Weißkraut per Stiief 10—15 Pig., per Zentner 3)1 L 0.00—0.00., Aepsel per Ztr. 10—18 Mk., Birnen ver Ztr. 10—15 Mk. Nüsse 100 Stück 40—5ü Psg., per Ztr. 0—00 Mk Marltzeit von 7—1 Hhr.
Eingesandt.
(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Rebaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Anfrage bezügl. der für Gießen erworbenen ethnographischen Sammlung.
Gießen, 19. April.
Schon vor Wochen ging burch bie hiesige Presse bie erfreuliche Mitteilung, baß burch bie Opierwilligkeit eines Burgers es lnesigen Herren ermöglicht worben sei, eine größere e l h nograhische S a m m l u n q unter günstigen Bebingunqen für Gießen zu erwerben unb bau diese Sammlung halb der Oessenllichkeit zugänglich gemacht werben könne. Als zukünftiges Ausflettungsgebäube wurde bie alte Ohrenklinik (?) genannt.
Seitdem hört man nun überhaupt nichts mehr von der ganzen Sache, irotzdem hoch anzimehwen ist, baß bie Sammlung schon in ben Besitz' ber Stadl oder des geographischen Instituts übergegangen ist.
Ich glaube daher im Sinne ber interessierten Kreise zu hcmbeln. wenn ich mir erlaube, au bie maßgebenben Herren bic folgenben Fragen zn richten:
1) Ist bie Sammlung schon hier in Gießen? Wieviel Nummern zählt sie etwa?
2) Von io a n n ab unb w o wirb sie ben interessierten Kreisen zugänglich gemacht werben?
3) Oder finb vielleicht Schwierigkeiten irgenb welcher An ent- •‘tauben, welche bie Eröffnung ber Ausstellung hinausschiebeii? Worin liegen bann biefc Schwierigkeiten? -r-
Meteorologische Beobachtungen der Station Stehen.
Höchste Temperatur am 18. bis 19. April — -j- 17,6 0 C.
9liebrigfte , , 18.- , 19. » == + 3,8 *C.
91ieverjchlag: — 6,6 mm.
2
Wetter
9
10
66
90
80
SW W
W
Bew. Himmel Regen Bew. Himmel
60
COji
April p 1910 ÜS
19. 2” 749,5 16,6 9,2
19. 9» 748,6 12,81 9,8
20. 7" 749.5 10.4 7,5
TeBefomsoke KursBaeräcSi-le
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für» Hande and IndustrH”G’essen.
Frankfurter Börse, 19. April, 1.1 j Uhr.
3'/,"/<> Reichsanleibe .'i . x. 3°/« ** do.
37,°/0 Konsols . i..
3°/n do.
3‘/,70 Hessen .
31/,0|n Oberhessen ;• .rxr 4°;„ Oestcrr. Goldrente . Oesterr. Silberrente.
4°/0 Ungar. Goldrente
4* 0 Italien. Rente . -t=.. 3e/0 Portugiesen Serie I ". 36/e Portugiesen „ TII . 4’/,% russ. Staatsanl. 1905 4,/ie/n japan. Staatsanleihe 46/e Couv.Türken von 1903 Türkenlose .... 7
9340 84.85 1'3.25 >'4-65 9225
100.15 98.60
95.60
105.30 65.60
66.90
100.30
98.50
94.80
179.80
4°/0 Griech. Monopol-Anl. i . 49.00
4e/e äussere Argentinier j. 91.20
3®/0 Mexikaner .. 2. 69.75
472e/o Chinesen . 99.90
Aktien
Bochum Guss . .. 236.60
Buderus E. . *..{109.50
Elektriz. Lahmeyer . T. 11450 Elektriz. Sehuckert . . . . 156-Ou Eschweiier Bergwerk1’. '. ^00.00 Gelsenkirchen Bergwerk . -07.uu Hamburg-Amerik. PaketL 141.50 Harpener Bergwerk.*.. . 197.25 Laurahütte . . . 173.25
Nordd. Lloyd .r. . . . 103.90 Oberscbles. Eisen-Industrie 94.UC Berliner Handelsges.. 174.6- Darmstädter Bank - . ... 133.10 Deutsche Bank . ., . , . 249.75 Deutsch-Asiat. Bank . Z. 155.00 Diskonto - Kommandit . T. 187.40 Dresdner Bank . . .5. 158 20 Kreditaktien . . . . ^08.90
Baltimore- und Ohio-^"*«^
Eisenbahn .4».a*.i ' 111.20 Gotthardbahn' . —.—
Lombard. Eisenbahn .ft.g. 21.40 Oesterr. Staatsbahn 159.70
Prince - Henri - Eisenbahn I-, 136.<)<J
Tendenz: schwächer.
Berliner Börse,
C’anada E. B. . . .... 183.00 Darmstädter Bank» .x 133.40
Deutsche Bank . 249.00
Dortmunder-Union C.w.v. —.— Dresdner Bank . -.... . 158.20 Tendenz: schwächer.
19. April.
Harpener Bergwerk’.^'. . . 197.40
Laurahütte . . . 172.93
Lombarden E. B. .i. f.n. 21.20
Nordd. Lloyd... 104.00
Türkeulvse 180-10
„Ein kerniger Stammhalter".
Vortrejfliche Dienste leistet Scotts Eniulsion allen Kürdern. Besonders angebracht ist es, recht frühzeitig mit ihrem Gebrauche zu beginnen, weil sie dann den jungen Organismus derart kräftigt, daß die Kleinen meistens unbemerft über die Zahnzcit hinwegkommen, dabei prächtig gedeihen, frisch unb munter finb. Nachstehende Zeilen geben den besten Beweis für diese Behauptung:
Dresben-kL, Böhmischestr. 16/IH, 3. September 1908.
„Mein Söhnchen Willy Hal ScollS Emulsion von der 10. Woche an regelmäßig bekommen. Tas Präparat hat ihm ganz vortreffliche Dienste getan, ber Kleine ist stark unb kräftig geworden, übersteht bie Zahnzeit gut und schläft ruhig die ganze Nacht hindurch. Wenn er morgens aufwacht, ist er voll Vergnügen, Lust unb Freube; fobalb ich nut bet Flasche Scotts Emulsion an sein Veilchen komme, beginnt er mit ben Häubchen unb Füßchen zu zappeln, wobei bie Helle Freude au5 seinen blauen Augen lacht. Jetzt ist er 7 Atonale all unb vermag sich allein emporznrichlen und am Stuhl au^uftetjen, io baß wir auf unseren kernigen Stammhalter richtig siolz iinb." sgez.) Frau Else Schreiber. t Die Tatsache, baß ein 10 Wochen alter
Junge regelmäßig Scotts Emulsion bekam unb gut vertrug, spricht gewiß mehr als alles andere für beten ungewöhnlich leichte Verdaulichkeck. Dieser Vorzug ist auf das lang- erprobte unb bestens bewährte Scotischc Verfahren zurückzuführcn, vermittelst dessen ber Lebertran — nur ber ausgesucht beste kommt dabei zur Berwenbung — in allcr- kleinste Tröpschen zerteilt und dabnrch yvS ^lbst für den Säugling leicht bekömmlich
schul Drrsahrcnrl gemacht ist.
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