Ausgabe 
20.4.1910 Erstes Blatt
 
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Von beteiligter Seite wirb uns noch berichtet, daß die ganic Ver­anstaltung einen würdigen Verlauf nahm und die den Vortrag einleitende Versicherung des Vorsitzenden, es sei dem Monisten­bund nicht um Reklame, sondern um ernsthafte Erörterung des schwierigen Problems zu tun, sich durchaus bewahrheitete. Ins­besondere machte das Auftreten von Professor D r e w s einen

Der Verein deutscher Arbeitgeber-Verbände, welcher der im Kumpfe stehende deutsche Arbeitgeber-Bund für das Baugewerbe als Mitglied angehört und die mit ihm im Kartellverhältnis stehende Hauptstelle deutscher Ar­beitgeber-Verbände ernennen bei aller Wahrung ihres jeweiligen grundsätzlichen Stcuidpunktes hinsichtlich der einzelnen Programmpunkte, insbesondere hinsichtlich der Tarifverträge durchaus an, daß das Vorgehen des deutschen Arbeitgeber-Bundes für das Baugewerbe berechtigt gewesen ist und daß dem immer weiter gehenden Ansprüchen und Bestrebungen der Arbeiterorganisationen auch einmal der berechtigte Standpmlkt des Arbeitgebers entgegengesetzt iverden muß. Tie im Kampfe befindlichen Arbeitgeber des Baugewerbes sind hiernach der tatkräftigen Unterstützung der übrigen organisierten Arbeitgeber von Industrie und Gewerbe sicher.

z-raiiksurt, AedEur dem. Ltrasbesehl von t 13. Februar währ auf dai- Bisml schwentt und gen freie Wahlrecht!" ein, das heute nar 'träfe von 6 Wo

schuß für das Jahr 1909 4 200 000 Pfund Sterling be­sagen haben. Es sei lächerlich, tvenn behauptet mürbe, daß die Finanzwirtschait des FreihandeIss ysteins versagt ' habe und das gesamte fiskalische System zusammenge­brochen sei. (Beifall bei den Ministeriellen.)

rlusLand.

Aus Konstantinopel wird gemeldet: Rach einer

zogenen Zement (23 000 Zentner), von dem 6000 Ztr. für den Schlachthofsbau abgehen, 5000 Ztr. für den Beton­unterbau der Straßenbahn und 12 000 Ztr. beim Straßenbau verarbeitet. Von den aus den städtischen Kiesgruben geför­derten 6000 cbm Kies und Sand wurden für die Wieder­herstellung der Straßen 4000 cbm gebraucht, .hierzu kommen noch die Mengen von Asphalt, Holzpflaster ec., die für Krenz- und Marktplatz rc. notig waren.

"Gießener Hunde auswärts. Bei der kürzlich in

Wägung anhcimgegcben. Der Antrag Dr. Fr c nah, betr. die Abgabe von Laub an die Gemüw produzierende Bevölkerung, wurde für erledigt erklärt, nachdem mitgeteilt worden war, daß inzwischen eine Reihe von Maßnahmen zu Gunsten der ^ntereyenten von der Regierung durchgeführt worden ist. Desgsimben wurde |ur erledigt erklärt eine Vorstellung dec mittleren Baubecunten und zwar mit Rücksicht auf die darüber in der Zweiten Kammer ge­machten Ausführungen des Geh. Rats Frhrn. v. Bi eg eleben, daß die Regierung eine wohlwollende Berücknckt'gnng der Wunsche derjenigen Baubeamten eintreten lassen werde, die bis zum 1. April noch keine anderweitige Anstellung gefunden haben.

Der Antrag des Abg. Pennrich, betr. eine R hei no rucke Bingen-Rüdeshcim, wurde ebenfalls für erledigt erklärt; desgleichen die Vorstellung des Lokomotivführers Sehrmg, betr. Anrechnung von Vordienstzeit. Die Vorstellungen des Wagen­meisters Gimbel und des Eisenbahnsekretärs Pfau in Mainz wur­den abgelehnt. Die Regierungsvorlage, betr. die gebend ahn Kreuznach-Sprendlingen und die Vorstellung der Ge­meinde Langen-Berghcim, betr. die Bahn 5)anau-Bu- dingen, wurden zurückgestellt. Die Vorstellungen der Gemcm- den Lämmerspiel und Groß-Steinheim, betr. die Bahn Klcin- Stcinheim-Bieber, wurden abgelehnt. Wegen unerwarteten Ausbleibens des Abg. Ulrich konnte eine Reihe von Gegenständen, bei denen er Berichterstatter war, nicht erledigt werden.

Nächste Sitzung Mittwc,H vormittag.

Schlucht- ** es sM- !°"d. em 6 Srlbßml>rd ----"bÜÜÜ b stltiit'®1 wette $11 dll,tl 'ei.4 geheilt,1"cBeLi S gamüie cinimd 1° Ln,bie*gP W er IW W Hie M im 2me gegen sie ebenfalls Lerlet nun gegen seine Fr< chen im Sette lag. vor den hämmerst! 1 trad) am Stiele < und sich mit einer l! fischen an das F «rüder und Sclssve trafen den Wahns' im vofe und rieses roav hast Tu dem «uchner vor sich, sich sein Jagdget Gleich daraus ertö Keller eilten, sani sechs Meter davo sich durch einen < chen, die schwere den in-5 RochM hoffen fic zu rette.

Köln abgehallenen Hundc-Ausstellnug, bei der über 1000 Nenn­ungen erfolgt waren, erhielten folgende Gießener Hundebesitzer Preise: Schwan für rauhe Pinscher - 1. und 2 2. Preise, 2 Chren- Krämer für Borer ein 1., 2 2. und 1 3. Preis; 91 ic*

Sudangebietes eine türkische Karawane angeha 1 -- Sühnepropheten und Gememdestister von Evimenedes von Kreta t en unb ü6 c r 20 £a m e11 r ci b c r, bic dem räuberischen bis zu Pythagoras u. A. Aber jo neu m der Tat erscheinen diese P , ... , , ' (_s. .

wirklichen Individuen der Religion, daß in Indien wie Hellas diel stamme Trbu anLehorten, taten lassen. ~tc Pforte hat Verehrung ihrer Anhänger sie zu Heiligen, zu Göttern in Menschen- ihren Botschafter in Paris beauftragt, wegen dieses gestalt, erhebt und ihr Leben in einen Nebel von Märchen und Mythen Norstellnna in Varis zu erbeben

taucht. Aber die Versuche, sie selbst dann in Mythengebilde aufzulösen, Zwischensatz ^oryemung in pari.' zu cryeven.

haben sich nicht bewährt. Bei Epimenedes wie bei Buddha siehtI

man das heute alseine sonderbare Umkehrung gesunder Histori-I »iWV* UliU

cher Methode" an. Setzt nun diese Individualisierung der Re-I Gießen, 20. April 1910.

ligion um ein halbes Jahrtausend vor Jesus ein, so ist damit die n-rk», an ib für untere Strasten 1909/10

allgemeine Möglichkeit und Denkbarkeit auch seiner individuellen! Matertalverbrauch für unsere Straßen 1909/10. Gestalt ohne weiteres gegeben. Tenn daß diese geschichtliche Er- Welche gewaltige Mengen von Pfasterstemen usm. nn ab- rungenschait des religiösen Individualismus nicht sollte fort ge- gelaufenen Jahre für die Herstellung unserer Straßen Der» wirkt haben, ist völlig unglaublich. Aber durchaus verständlich ist sendet wurden, ergiebt folgende Zusammenstellung: ES es, daß auch um ihn sich die Masse synkretistischer Mythenbildung . . städtischen Steinbruck 2780 cbm Stüeksteine

lagert. Wird sie dadurch in ihrem Kern aufgelöst? Die Geschichte wurden aus dem stadlt chen ^lemvruch -ttiucbm toiuct| lerne des Christentums mit seiner langen Kette scharfgezeichneter Jndl-I für den Unterbau geliefert, von denen 6o0 cbm für den vidualgestalten spricht deutlich genüge dagegen. Tie Frage darum, I Waldwege-Neubau verwendet wurden, 6800 cbm Deckstcine die zwischen Drews und uns benötreitgegenftanb hübet, lautet :Lür einzuwalzende Straßenstrecken (der Bruch lieferte noch , 1630 cbm D°ch,-mc zur Un.erhattung b^otbrcege) 1670 cbm

uicht m Werte umsetzen, und als Werte empfunden iverden sie I BasaltgriiS und 200 cbm Groß- und Kleiupflastersteme. Aus nur in Individuen. Tiefe können dann nicht als ihre gleichgiltigen! anderen Steinbrüchen wurden bezogen: 1500 cbm Decksteinc, Träger, sie müssen als ihre schöpserische Krast und zugleich als ZyOO cbm Kleinpflastersteine (darunter 1700 cbm Basalt- und 30° cbm motena.) «0 cbm für

einem Jahrhundert eine andere em, um ihr den Rang streitig zu! Bürgersteige (teils Grauwacke, teils Basalt), 340000 Stuck machen. Wir sehen die aktive Liede des Christentums im Kampf I große bossierte Grauwackesteine (für die ansteigenden Straßen- nut dem passiven Mitleid des Buddhismus. Aber auch hier nicht sacken Bahnhof-, Liebig- und Frankfurter Straße), 3000 lfd. S Meter Odenwelder Gr^it-Bordst-iue WO lfd Meter Kunst.

1 Borditeme (an der Alicesrraße), 60 000 Stuck gekuppte Zement- platten für Bürgersteigbelag, 38 000 Stück Asphalt-Pflaster- platten für Bahnhof- und Gartenstraße und Ucberfahrten der Bürgersteige. Ferner wurden von dem von der Stadt be-

sviederzugeben: Er würde das Wort nicht ergreifen,

wenn er nicht auch vom Standpunkt des Kirchenhistorikers aus dem Vortragenden schwere Verstöße gegen die wissrnscl-astliche Metl-ode vorzuwerfen hätte. Pros. Drews arbeite mit der ab- ^eftanbenen Methode, alles, was einem nicht in den Kram paßt, für interpoliert oder für unedjt zu erklären. So habe er auch ।beule wieder die Behauptmig aufgestellt, es habe nie eine nerv- uische Christenverfolgung gegeben. Das könne er nur, indem er die Zeugnisse für diese Verfolgung bei Sueton und Tacitus -einfach als unecht bei Seite schiebe. Er folge dabei dem Fran­zosen .Hochart, der das berühmte Kapitel in den Annalen des Tacitus, das von der Verfolgung handelt, schlankweg für ein­geschoben erklärte, neuerdings sogar behauptet, die ganzen An­nalen des Tacitus seien unecht. Das erinnere an die kühnen Thesen des Jesuiten Hardouin, der einmal (1693) die ganze antitc Literatur mit Ausnahme von Homer, Hesiod, Cicero und ein paar anderen für mittelalterliche Fälschung erklärte. In Wirklichkeit sei gar keine Veranlassung, an den Zeugnissen Suetons oder Tacitus zu rütteln. Für die Frage nach der Existenz Jesu trage das allerdings wenig aus. Es komme aber heute darauf an, zu zeigen, wie brüchig an allen Punkten des Vortragenden wissenschaftliche Methode sei. Das erläutert der Redner an einer Reihe von Beispielen. Es sei zu ivünschen, daß Prof. Drews seine Thesen, wenn er sie nun einmal nicht fallen lassen wolle, jedenfalls nicht mit solchen Unmöglichkeiten belaste, die den Fach­mann beleidigen.

Prof. v. Eck schreibt: *

Prof. l). Eck begrüßte die religiöse Wärme, die die Schluß» 'löorle von Herrn Professor Dr. Drews gezeigt hatten. Er sei auch 'mir ihm einig in dem Verlangen nach neuer Religion. Tenn alte, vergangene, könne dem Menschen der Gegenwart niemals helfen. Aber das könne doch nicht besagen, daß wir die Ge­schichte ivegiverfen. ohne die wir überhaupt nicht sind, was wir sind. Das Christentum ist niemals alte Religion ge- lücfcn. Es hat in dem Wandel der Zeiten sich zu steter Selbsterneuerung fähig enviesen. Die Frage dann richtet sich auf die Kräfte, die in dieser Geschichte wirksam sind. Nun hat Herr- Prof. Drews in Uebereinstimmnng mit Kalthoff die Ursprünge deö Christentums auf eine Massenbewegung zurückgeführt. Denn Religion sei überhaupt von Haus ans geselsichaftliche Lebens- erscheinnng, Stammes-, Volks-, Slaatsreligion, zu persönlichem X'eben werde sie erst in einem Zeitalter, das sich schon zu Persön- lichkeiten differenziert habe. Das ist durchaus richtig. Aber diesen entscheidenden Wandet in der Religionsgefchlchte setzt Treivs viel zii spät an. Cs ist vielmehr gesicherte geschichtliche ErkemittiiS, das; die wirkungsvolle Strait der Individualität zu allererst im Ge­biete der Religion durchbricht und daß dies in erstaunlicher Gleich­zeitigkeit auf der ganzen Linie der geschichtlichen Menichhctt ge- ichieht. Tenn das 8.-6. vorchristliche Jahrhundert zeitigt die Ge­stalten Zoroasters imö der israelitischen Propheten, ostwärts die des Buddha und seiner Vorgänger, ivestwärlS die Reihe geschichtlicher

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sympatliisck)en Eindruck: ein vortrefflicher Redner, dabei ein echter Idealist, dem es offenbar um die Wahrheit zu tun ist, freilich verrannt in seine These und ohne Verständnis für die Bedeu­tung der geschichtlick)en Persönlichkeiten in der Religion. Dieser Mangel zeigte sich in empfindlicher Weise auch bei den andern Rednern auf monistischer Seite, den freireligiösen Predigern Klaukc und Ri eher. Aber auch sie verteidigten ihren Stand­punkt mit Wärme und unleugbarer Geschicklichkeit. Besonderes Lob verdient die Zuhörersckmst, die den teilweise recht schwierigem Auseinandersetzungen seckts Stunden hindurch mit gespannter Auf­merksamkeit folgte, ein deutliches Zeickrcn für das Interesse, das den zur Debatte stehenden Fragen aus dem Laienpublikum ent­gegengebracht wird.

Aus Berlin w-ird gemeldet: Wegen Nichtgc- nehmigung der Versammlung im Treptower Park am 6. März wurde am Dienstag vor dem Bezirks­ausschuß die Klage des Leiters der sozialdemo­kratischen Wahlvereine von Groß-Berlin Schrift­führers Eugen Ernst gegen den Polizeipräsidenten von Jagow verhandelt. Der Bezirksausschuß erklärte die Nicht­genehmigung im Sinne des § 7 des Reichsvereinsgesetzes für berechtigt, insbesondere im Hinblick auf das Ver­halten der Menge am 13. Februar, das eine Gefährdung Mitt hm MtflliffhHt varlament «der öffentlichen Sicherheit auch für den 6. März befürchten

Lillb oem engilscyen puuuuicill. M. Dem Kläger wurden dre Kosten des Verfahrens auf-

London, 19. April. Im Oberhaus erklärte auf ^egt

eine Anfrage des Lords Lansdownc Lord Crewe, die elsässischen Landesausschütz wurde am

Regierung sei bereit, die Vetoentschließuugen sehr bald Dienstag die Aussprache über den Prozeß O^n eise-Wct- vorzunehmeri, aber er glaube, daß es bequemer sein werde, ^rlo zu Ende geführt. Dabei wurde nod) 2Vs Stunden wenn die Aussprache nach der Frul)jahrspause ungefäl)r wng über Vorkommnisse in der Justizverwaltung verhandelt, am 24. Mai stattftnden würde. Das Budget werde am Dann erklärte Staatssekretär Frhr. Zorn von Bulach: 28. d. M. im Oberhause zur Aussprache gebracht und die Diese viertägige Verhandlung mußte den Abg. Wetters, königliche Zustimmung am nächsten Tage erklärt werden, uni £>en sie doch schließlich stattgefuuden hatte, zu der wenn nicht die Lords die Aussprache verlängern sollten. Ueberzeugung gebracht haben, daß er besser getan hätte, London, 19. April. Im Unterhaus erklärte bei )venn cr (Wettcrle), erklärt Hütte: Ich habe zwei Monate im der Einbringung des alten Budgets für 1909/10 Lloyd Gefängnis gesessen, ich habe für mein Land gelitten, aber George, obschon ein tatsächliches Desizit von 26248000 i.ch will die Justizverwalwng nicht mtgreifeu. Damit wurde Pfund Sterling vorhanden sei, würde dies durch Erhebung Aussprache geschlossen und in der dritten Lesung des der nod) rückständigen Staatseinnahmen mehr als aus- Haushalts fortgefahren.

geglichen werden und sogar ein lleberschuß von 2960000 ----

Pfund Sterling vorhanden sein. (Beifall bei den Ministe­riellen.) Wenn die Lords das Budget nicht verworfen hätten, tvas zu einem Verlust des Schatzamtes durch Nicht-, A . -cc. . . 3 ,

bezahlung von Einlvmmensteuern, Stempelsteuern, Zöllen hier eutgetrofsenen Depesche hat em O s s r z r e r des s r a n - und anderen Beträgen geftihrt habe, so würde der Ueber-Izösischen Postens in Kawar an der Grenze des

Der Katfer m Homburg.

Homburg v. d. »., 19. April. Heute vormittag nahmen die Majestäten/ begleitet von Prinz Oskar, die Schloßkirche und die Fürstengruft in Augenschein und schlossen daran einen Spaziergang durch den Kurpark. Nachmittags um 4V2 Uhr fuhr das Kaiserpaar, der P.crnz und die Prinzessin nebst Gefolge in Automobilen nach Sand­placken und gingen von hier über die Jägdhütte, wo der Tee eingenommen wurde, bis zur Kanonenstraße, von wo die Rückfahrt erfolgte. Heute abend kehrt Prinz Oskar nach Berlin zurück.

Line Erklärung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Berlin, 19. April. Die Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbände und der Verein deutscher Ar- l^itgeber-Verbände erließen eine Erklärung, in der

Ans Hessen.

Die feierliche Beisetzung des Reichsta gs a b g. Grafen v. Oriola wird am nächsten Freitag nachmittag in Büdesheim stattflnden.

Der aus dem Amte geschiedene Finanz- minister, Exz. Gnauth, der bekanntlich zum General­direktor der Felten-Guilleaume-Lahmeyer-Werke in Mühl­heim a. Rh. ernannt worden ist, hat an zuständiger Stelle mitgetcilt, daß er auf seine Pension (die bei Ministern in Hessen gewöhnlich den vollen Gehalt beträgt), so lange ver­zichten wolle, als cr eine andere einträgliche Stellung, wie die gegenwärtige, zu bekleiden in der Lage sei. Diese hoch­herzige Entschließung wurde in der heutigen Sitzung des Finanzausschuffes mit hoher Anerkennung und Befticdigung ausgenommen. ____________________

Deutsches Aerch.

Der Aeltestenrat des Reichstages verhandelte am Dienstag über die Geschäftslage. Bestimmte Beschlüsse wurden nicht gefaßt; Einigkeit besteht nur barin, daß man den dringendsten Arbeitsstoss bis Himmelfahrt aufarbeiten will, sich, spätestens am 4. Mai, zum H e rbst zu vertagen. Die Reick)swertzmvack)ssteuer soll auf alle ! Fälle noch vor Himmelfahrt verabschiedet werden. Ebenso sollen bestimmt erledigt werden: der Handelsvertrag mit ! Schweden, das Gesetz über den künstlerischen und literarischen Urheberschutz und die neue Vorlage über das Reichsschuld­buch. Auch das StMenvermittlungsgesetz lvird sich wohl noch erledigen lassen. Erhebliche Zweifel ivurben laut, ob der Entwurf über die Entlastung des Reichsgerichts nod) verabschiedet werden Fann, obwohl der Reichskanzler großen Wert darauf legt. Ebenso zweifelhaft ist die Erledigung der Strafgesetznovelle und der neuen Vorlage über die Aufstandsausgaben für Südwestafrika. Ob das Kalige­setz noch fertiggestellt werden kann, hängt davon ab, ob sich im Ausschuß eine Einigung wird erzielen lassen. Die Reichs­besteuerungsvorlage wird nicht mehr erledigt werden können, da im Budget an sschuß weiteres Material verlangt wurde.

für Borer je 1 2. und 4. Preis, 1 Ehrenpreis

ilich veränderten Gcsctzcntmurfcs burch Beseitigung der rhm an haftenden Mängel ermöglicht, ,licht aber- ctioa Ttod) bitten - Anfügung neuer Belastungen erschwert rocrt>cn(i5,ur^;i>r5'tlnT1.nn^! Belastung des Gesetzes ist der Antrag, wAer Bestimmungen über künftigc Abänderungen der Ve r 1 a s > u g 3 . dieses Gesetzes mit der Wablrechtsresorm verkoppelnl will, xer Minister des Innern bat bereits gestern keinen wer sei darüber gelassen, das; eine solche Bestimmung für dre konrglrche S t a a t s r e g i e r u n g it n a n n e b m b a r 'st. r < T, .

Bei der Beseitigung der Mangel des Gesetzes handelt ev ,sich vor allen Dingen darum, die in bem r iwicdcrbcrgestellte indirekte Wahl tunlichst von btn <ycl)lctn 31t befreien, die man an ihr mit Recht tadeln kann. weck

die Regierung diesen Walstmodus auch mr btc JufunU bcT3u- LcÖallcn sich bereit erklärte, muß sie den größten Wert daraus legen durch seine Verbesserung dafür zu sorgen, daß mit ihm nun auch für lange Zeit noch auszukommen ift. '5nr eine^foljc Verbesserung haben auch Sie andere Wege als die Aendcrung der Trittelung und die Vorschriften über du Kulturträger nicht gefunden Tic Abhilfe wird daher, wie ich schon un Plenum anbcutctc, in diesen beiden Rickstungen gesucht werben müssen Daß die Schwierigkeiten in der Frage der Kulturträger groß finb, verkenne ich nicht. Ähre Ueberwindimg wirb nicht, anbcrs möglich sein, als durch Beschlüsse, die sich an Anträge an- schließcn, bia entsprechend ber Ankünbigimg ber Thronrede ente stärkere Berücksichtigung der Bildung unb bcs durch Erfahrungen ;m der Sclbstverwaltung geschärften politischen Verantwortlick>- feitsgefähls gewährleisten, etiva in der Weise, tote sie gestern hier beraten worden sind. . . .

Fstr dre Trickelung bieiet allein der Antrag Nr. 4 in »einer ursprünglichen Fassung lGemeindcdrittelung in Orten bis zu 20 000 Einwohnern: in größeren Orten DntteluiigSbezirke von 10 bis 20 000 Eimvohnern», von ftcincrcn Zahlcnänberungen abgesehen, eine geeignete Grundlage. Der Antrag 4 a (Lrtinim- jbezirksdrittclnng in Crten bis zu 10 000 Einwohnern, tn Orten Don 10 bis 20000 Einwohnern Drittclungsbezirke von 1749 b,s 3499 in Orten von mehr als 20 000 Einwohnern Bezirke von 3499' bis 5249) bleibt sogar noch hinter dem zurück, was un 'Abgeordnetenhause vor der dritten Lesung, allerdings in unver­bindlicher Form, zur .Herbeiführung einer Verständigung ernstlich diskutiert wurde, unb genügt nicht zur Schaffung der erforderlichen breiteren Grundlage für die Trittelungsbezirke. . .

Wenn ich mich schon in diesem Stadium hierüber mit solcher ^Bestimmtheit ausspreche, so entnehme ich die Berechtigung dazu dem von dem Herrenhause int Plenum und in ber Kommission gleichmäßig betunbeteu festen Entschlüsse, bic Erreichung emes 'positiven, mit ben Staatsinteressen vereinbarten Ergebnisses zu ermöglichen, eine Ausgabe, an ber mitzuarbeiten auch für bic königliche Staatsregierung eine verantworlungsvolle Pflicht ist.

Berlin, 20. Ächril. Der Wahlrechtsausschuß des Herrenhauses nahm in ber Gesamtabstimmung die ' Vorlage mit zehn gegen neun Stimmen an.

Aur dem Manzaustchutz der Zweiten hessischen Kammer.

R.B. Darmstadt, 19. April.

Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer ift heute unter dem Vorsitz des Abg. Reinhart wieder zusammengetreten, um eine größere Anzahl noch unerledigter Regierungsvorlagen, Anträge und Vorstellungen für bic Beratung in ber Vollversammlung sertigzustellcu. Die Tagesordnung weist 45 meist nur unwesent­liche Abschnitte auf. Zuerst wurde den beiden Regierungsvorlagen, betr. ben Rechniingsnachweis ber Landestrebilkasse für bie Jahre 1904 und 1905, worüber Abg. Reinhart referierte, zuge- stimmt. Es wurde dabei bemertt, baß bie Lanbestreditkasse zur­zeit nur in einem geringen Umfang in Anspruch genommen werde; /ber Umsatz ber Kasse sei ein unwesentlicher, da ber größte Teil ipes Kapitalbebarss von ber Landeshypothekenbank gedeckt werde, fein Antrag des Abg. Pagenstecher geht dahin, baß für die eha11e ber Bolksschullehrer in ben Stabten nicht mehr eine Limitierung bei ben Pensionssätzen maßgebend fein soll. Abg. Brauer berichtete darüber. Hierzu beantragte.Abg. Dr. O sann, diesen Antrag der Regierung zur Erwägung zu überweisen. Vom ^Ausschuß wurde der Antrag jcöod) mit Stimmengleichl-eit abge- ckehnt unb damit bie Sache für erledigt erklärt.

Eine Vorstellung des Vereins ber seminaristisch ge- >bildetcn Lehrer an ben hök)eren Bürgerschulen Hessens richtet nn bic Zweite Kammer bie Bitte, zu veranlassen, baß bie semina­ristisch gebildeten Lehrer an den höheren Bürgerschulen ihren ^Amtsgenossen an den staatlichen Lehranstalten im Gehalte gleich- igcftcllt werden. Hierzu nahm ber Ausschuß einen Antrag bes Abg. Dr. Osann an, bic Vorstellung ber Regierung zur Er­wägung zu übergeben. Der Antrag N 0 ack, betr. bie Besserstellung der Hanbarbeitslchrerinnen würbe in Verbindung mit einer bie gleiche Frage betreffenben Vorstellung ber Hanbarbeitslchrerinnen beraten unb im Hinblick auf bie letzten Auseinandersetzungen in der Kammer einstimmig angenommen. Weiter würbe bie Vor­stellung ber ersten Bureaugehilfen bei ben Kulturinspektionen, über bie Abg. Dr. Weber berichtete, der Regierung zur Er-