Montag August 1910
100. Jahrgang
ßtr. 195
Lrschemt IN»* m« ««nahm« de- 6-rnNagS.
Mehrheit.
David erhalt die Mehrheit.
Die Sttrt!taAI8tter n*cb* dem
„Anzeiger^ viermal wöchentlich bsgetegh das „KreUNefl fftr de» Kreis Kietzen" zweimal wöchentlich. Die ^Landwirtschaftlich« Seit- fragte44 erscheinen monatlich zweimal.
Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen Universität^ - Dnch- und Sterndruckerei. R. Lange, Gießen.
Dre- Entschließung, lvelche von Dr. David eingebracht ist und der von Krumm scharf widersprochen wurde, wurde mit 48 gegen 30 Stimmen von der Konferenz zum Beschluß erhoben: sie wird dem Parteitag unterbreitet werden^.
Die Konferenz erhob sodann noch iit einer Entschließung Widerspruch gegen den Zaren besuch.
Als Ort für die Landeskonferenz 1911. LMÜ OlferrtznÄ MunmL»
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expeditton und Verlag: es® 51. Redaktion: e-rS 112. Teü-Adru AnzeigerGießen.
Feind unseres heiligen Glaubens so gewaltige Anstrengungen! gemacht, um den Felsen Petri zu stürmen und die Nichtigkeit allen Glaubens uno Hoffens darzutuu, wie Mr Jetztzeit. Eines nur ist anders geworden: der Feind hat seine ehemalige versteckte Kampfesweise geändert, er ist zum Angriff übergegangen. Offen wagt mau jetzt, die Existenz Christi als eine int* sinnige Fabel zu bezeichnen, dazu erfunden, den menschlichen Geist in Fesseln schlagen zu können. Der religiöse Glaubei wird als ein Hindernis bezeichnet für die wissenschaftliche Forschung, ohne zu bedenken, daß alle Wissenschaften sich über« Haupt nicht mit den Gebieten der religiösen Wahrheit berühren, weil diese übernatürliche Art und hem W.enfchengeiste ent-
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
Marienbad (909 und 19p.
11 I 0 Uavisr 20. Dug.
Mcrr Yak noch keine Pariser Zeitung diese Uebev- schrift für ihre Betrachtungen gewählt, aber He drängt sich aus den Erwägungen über die Besprechungen des Grafen von Aehrenthal mit Haki Bey geradezu aus. Wie sehr ist da der Ton geändert, der in den eben verflossenem Tagen der Ueberland-Kreisfahrt Triumphe der „Flieger" auch in politischen Artikeln so zuversichtlich, ja übermütig geworden war! Man schachtelt die Erörterungen hierüber in die Würdigungen des österreichischen Kaiser-Fubü-
Berlin anwesend. , ,,
Der Genosse Orb erstattete einen Bericht, besonders über die Tätigkeit des Landesvorstandes; er stellte eine große Rührigkeit in der Agitation fest. Es wurden allein im Wahlkreise Gießen- Nidda, in welchem die Partei über 22 Organisationen mit 960 Mitgliedern verfügt, im abgelaufeuen Jahre 43 öffentliche und 160 Mitgliederversammlungen abgehalten. Die Stärke der gewerk- chaftlich organisierten Arbeiter im ersten oberhessischen Wahlkreise wird auf 2200 angeyeben.
Folgende Entschließung wurde angenommen:
Für den Fall der Nichtbestätigung eines zum Beigeordneten oder Bürgermeister gewählten Genossen empfiehlt die Landeskonferenz den Genossen des Landes, von jeder Berufung gegenderartigeUrteileAbstandzunehmen, weil nach der derzeitigen Rechtsprechung der obersten Instanz jede Berufung aussichtslos ist und dazu benutzt werden kann, die GenossenmitAversionalstrafenzubelegen. Die Landeskonferenz protestiert gegen diese Rechtsbeugung und materielle Schädigung der Sozialdemokraten seitens der in den Berufungsinstanzen dominierenden polittschen Gegner, die sich dabei entgegen Gesetz und Recht ihren Besitzstand wahren und damit ihre Parteien gegen den Willen der Wähler die erwähnten Posten sichern. . , . ,
Genosse Berthold berichtet darauf über die Tätigkeit der Larrdtagsfraktion. Es sei wünschenswert, daß der Parteitag in Magdeburg beschließe, daß alle Instanzen der Partei verpflichtet seien, Mittel und Redner zur Agitation auf dem Land zur Ber- ügung zu stellen. Zur Budgetbewllligung der badischen Genossen erllartc Busold, man solle alles tun, was sich jetzt schon erreichen läßt, um prakttsch etwas für die Arbeiter zu erreichen. Es gehe nicht an, daß man in Baden gegen den Parteibeschluß von Nürnberg hmrdelt, welcher besagt, daß man gegen das Budget zu stimmen habe. Handle man anders, und dies sei in Baden geschehn, so versündige man sich an der Einheit der Partei. Busold erkennt an, daß es Fälle geben könne, wo die Vertreter der Sozialdemokratie zu einer anderen Stellungnahme, als die Parteibeschlüsse vorschreiben, gelangen könnten, aber ein solcher Fall habe in Baden nicht vorgelegen. Busold, beantragt, die Konferenz möge in einer Entschließung den von ihm vertretenen Standpunkt zu dem ihrigen machen.
David als Revisionist
Auf Antrag Adelung -Mainz wird als Gegenberichterftatter Reichstagsabgeordneter Dr. David-Mainz bestellt.
David stihrte aus, was die Genossen getan haben, sei lediglich zu verstehen, wenn man die Verhältnisse in Baden genau kennt, und er müsse bestreiten, daß dies die norddeutschen Genossen wüßten. Er verwies darauf, daß keine einzige Norddeutsche Parteizeitung Berichte über die süddeutschen Parlaments- verhandlungen bringe. Und was wäre denn, so fragt David, geworden, wenn das Budget abgelehnt worden wäre? Dann hätte sich die Regierung nach einer neuen Mehrheit um- gesehn, ohne eine solche im Parlament könne heute auf die Dauer keine Regierung fertig werden. An die Niederringung des Junkertums und seiner Verbündeten müsse man alles setzen, und wenn man sich dazu selbst Mit dem Teufel seiner Großmutter verbinden sollte. Die Beurteilung der Taktik der Landespolitik solle man ruhig den Parteigenossen des betreffenden Landes überlassen. Die Entschließung Busolds sei widerspruchsvoll in sich. David empfiehlt nachstehende, von 3 7 Genossen e.tnge« brachte Entschließung zur Annahme:
Die Frage der Budgetbewilligung kann nur eine Frage der Taktik fein. Da sich die Taktik aber nach den jeweilig gegebenen polittschen Verhältnissen der verschiedenen Bundesstaaten zu richten hat, so ist eine Regelung durch Parteitags- beschlüsse unzweckmäßig und muß immer wieder zu schweren Differenzen innerhalb der Gesamtpartei führen
Die Hessische Landeskonferenz hält darum den Beschluß des Nürnberger Parteitags für verfehlt und erachtet es im Interesse der Einheit der Partei für erforderlich, daß der Nürnberger Beschluß aufgehoben werde und die Entscheidung den Landesorganisattonen überlassen bleibt.
‘ Frau Zietz tritt sehr energisch dafür ein, daß man überhaupt beide eingebrachte Entschließungen ablehnen soll, um es dem Magdeburger Parteitag zu überlassen, hie Angelegenheit zu ordnen.
Krumm gegen David.
Genosse Krumm stellt sich gleichfalls auf den Standpunkt des Berliner Parteivorstandes und erklärt betreffs der lluter- stützung von NattonaNiberalen, wie sie David für richttg hält, i daß man dann ja besser tue, lieber gleich National- liberal zu werden; er sei ebenfalls dafür zu haben, von Fall zu Fall bei Sttchwahlen, wo es sich nm wirklich liberale ; Minner handelt, für diese einzutreten.
Die Entschließung Busold findet bei der .Abstimmung keine
rückt sind.
lämns ein, unr Ml "dem wehmütigen Schlüsse zu gelangen,! 'Zl2' ^kalkomitee . .
^ßsich. seinem ^hre^Achs e deren ropäis che n _ ^et, in dem auf die kirchliche Hergängen-
t l<nl 8M Ungunften der Entente Cordsülle trotz Augsburgs Bezug genommen wird: „Herrlich wölbt sich ein
ihrer Wirkung tmrch Japan gedreht Habe. 1909 brl- pZchmtes Heiligtum über der Asche der heiligen Afra
dete noch Eduard VII. in Manenbad den Mittelpunkt; m ^e mit anderen Opfern der Verfolgungen Diocletias auf einer Insel seiner Person wurde das Gegen-, ja das Uebergewicht der ^s Lesch um ihres Glaubens willen verbrannt wurde. Dieselbe sranzösisch-englisch^russischen Freundschaft über die mittel- Kirche birgt auch die Gebeine des Heiligen Ulrich, der durch seine europäischen Kaisermächte erblickt und hochachtungsvoll be- Tugenden und durch seine Hilfe im Jahre 955 die Hunnengefahr grüßt. Und jetzt ist der österreichische Minister des Aeuße- abwandte, infolgedessen die Ungarn den christl^m Glauben an- ren an seine Stelle getreten und die deutsch-österreichische nahm em Weiter erahnt ^^^olben^n Besuch des^Papstes Uebermmcht offenbart sich gewaltig. Das IusamMenfallen z^mm^^strömtenMenge den hohen priesterlichen Segen spen- dieser Begegnung des Grafen von Aehrenthal und des Schreiben erwähnt weiter, daß Augsburg jetzt eine
türkischen Ministers mit dem Kaffer-Jubilaum gibt diesem Fabrikstadt geworden sei, deren Arbeiter treu und gläubig eine besondere Bedeutung und Weihe. So erscheine der I t>cr Generalversammlung entgegensehen.
österreichisch^ungarische Herrscher an der Grenze des den Auch an den katholischen Episkopal sind Einladungs- Menschen gesteckten Erdenwallens nach vielen traurigen schreiben ergangen, auf die zum Teil interessante Antwotten em- Prüsungen und Enttäuschungen im Strahlenkränze des ge- gelaufen sind. Neu ist, daß diesmal auch die walttasten Erfolges. Der Doppelmonarchie öffnen sich die katholischen Esperantisten
qifrrhp Huer arv Ken Ankunft im fernen O st e n <rus der Generalversammlung vertreten lein werden. Sie sind Äe her Türfei in den Rannkreis der Internationalen katholischen Esperantiften-Union zusammen-
durch der Türker den Bann^eiS ^ geschlossen, die bereits 18 000 Mitglieder in 22 Ländern zahlt,
beiden verbündeten Karsermachte. ^zetzt erst offenbare srch ^er ju dieser Veranstaltung wird betont, daß
in ihrer ganzen Gewalt dre Umwälzung rn der Weltpolitrk, I gegenüber der internationalen Organisation des Unglaubens auch die durch den Widerstand des Ballplatzes gegen die For- Verteidiger des Glaubens international vrganisiett sein müßten, derungen Rußlands und der Entente Cordiale bei der Den Phllatelisten unter den Besuchern des Katholikentages ist Annektterung Bosniens und der Herzegowina vor sich ge- man mit einem eigenen Poststempel entgegengekommen, der die gangen sei. Jetzt erst erkenne man die ganze Tragweite Aufschrift trägt: Augsburger Katholikentag 1910.
der Einbuß e an Ansehen und Weltbedeutung, Den heutigen Haupffesttag leitete ein feierliches Pontifikalamt im die der Gegenbund gegen das g erm ani sch e Hohen Dome zur Anrufung des Heiligen Geistes mit vorausaehen- Ueberaewicht erlitten habe. Alle Hoffnungen, die der Predigt ein* Dann trat im Festsaal des Hotels Drei Mohren man auf eine Verbrüderung der Balkanslawen der
bei dem Kongresse bei Sofia gesetzt habe, würden nun „AugUstinUsve'reilt &nr Pflegtz bet kathvlrlchen wertlos angesichts der Anschmiegung der Türkei an Oester- r e - [*''
erweiterung ferner natürlichen Widersacher. Denn es baut 3entrnm§ mit Rücksicht auf die in greifbare Nahe gerückten sich immer mehr ein zur Wut anschwellender Verdruß Reichstagswahlen erörtert. Die von Verlegern, Chef- über die Machthaber in Konstarrttnopel zusammen, die man reboTteuren und Redakteuren aller großen Zentrumsblätter des in den Bannkreis Frankreichs zu feffeln hoffte. Und so Reiches sowie von katholischen Journalisten besuchte Versamwckung werden die Betrachtungen nach dem Beispiele des „Temps" wurde so geheim gehalten, daß man nicht ermnal dre Nanmn der mit heftiaen Kommentaren über die Schaf-1 Redner KU erfahren vermochte. «—■ Zu glercher Zeit tagte eine mtt Äjmmeniam uoer wjt । Versammlung des Zentralkomitees für den Latholrkeittag,
g etner turkrsch" gemacht M an der außer den gestern genannten Personen <mch der Bir^
verzückt, dre glvuhzeittg Rußland bedrohe, Gm^yenlaM) I Preußischen Abgeordnetenhauses, Justrzrat Dr
im Zaume halte und England und Frankreich m der Aus- Pirsch (Breslau) teilnahm. — Ferner tagte im Katholischen Kasino Übung ihrer Rechte an diesen Gestaden be«ntrachtige. Alle zweite Hauptversammlung des
Dispofttionen, die bisher von der Entente Cordiale und Ersten katholischen Akademikertages.- ihren Freunden im Hinblicke auf einen möglichen Welt- unter dem Vorsitz von Professor Dr. Linde besprach und beriet konflikt getroffen seien, werden dadurch für das Mittel- man die verschiedenen Fragen des katholischen studentischen Lebens, meer wie für den Balkan über den Haufen geworfen. E s Bisher waren nur farbentragende und nichtfarbenttagende katho- müsse also etwas g eschehen, lauten die Schluß- lische Verbindungen auf den Kathulikcntngen n du Ersch-mun-
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für Kaiser Franz Joseph ein unwirscher^/^9N, MSI Deutschland nicht inkorporiett seien und daß das rege Leben, diesem Grunde werden zornig und annagen» Parallelen das in der freien Studentenschaft herrsche, zu einer Organisation zwischen Marienbad 1909 und 1910 gezogen. auch der katholischen Freistudenten führen müsse, um bte Nrcht-
' ----- ....... .....l1“u —b inkorporietten für die katholischen Ideale zu getomnen und zu
Tkntftfw Kofhölifentod erhalten. — Ueber „Digfteistudentische Bewegung ihre Gru^>lagen
vvuijujvr I .^c sprach Dr. Gottron (Macr^), der ausführttch
Augsburg^ 21, AUS- die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der katholischen Frei-
Mit einem feierlichen Geläut sämtlicher Glocken der katho- studenten zu einer beförderen Organisation bebründett. — In lischen Kirchen Augsburgs begann gestern hier die 57. Haupt-- einer dritten Versammlung der „Freien Verelmgung katholischer Versammlrmg der Katholiken Deutschlands. Zunächst tagte cm Studenten soll em Vortrag von Abb:tz (strerburg) über „Dm Festsaale des historischen Hotels „Drei Mohren" eme nichtöffent- Organisation der katholischen Nlchttnkorpometten .gehalten und llche von Vertreten: der Zentrumspartei, der gewerkschaftlichen ebenfalls der Zusammenschluß der katholischen FreistudeMen ge- uM>'charikativen Organisationen der deutschen Katholiken besuchte fordett worden seim — Auch die akademischen Bomfaemvverei.ng Versammlung, an der u. a. teilnahmen die Reichs- und Landtags- haben für die nächsten Tage eme große ftui>entifd)e Verscnnmlllnc abgeordneten Domkapitular SchMer (Bamberg), Landgerichtsrat anberaumt, in der - Reichs- und Landtagsabgeordneter Graf Marx lDüsseldors), Verleger Bachem (Köln), Laiidgerichtsdirettor Praschma und^ Sennnattnrettor Klog (Wurzburg) sprechen Grocder (Heilbronn), Generalsekretär Dr. Pieper (M.-Gladbach), werden. - Die katholischen far^trage^en Verbindungen ver- Fabrikbesitzer Brands (M.-Gladbach) und Generalsekretär Dr. anftalten wieder ihre besonderen Aifffahtten und Kommerse, .trilr Dondorf als Vertreter des Volksvereins für das katholische Deutsch- die festliche Wagenauffahrt' am Montag vonmttag smd den 68 land ferner Dtonsignore Wertmann als Vertteter des Deutschem: Chargietten Wagen der „titl. Herrschaften Augsburgs , wie es Cbaritas-Verbandes, Graf Freysing, Amtsgerichtsdirektor Grßler in den offiziellen Mitteilungen Heißt, zur Verfügung gestellt wor- Mannheim), der in den Kämpfen um die Reichssinanzreform als den, banmter dem Vmorts Präsident en, einem cand. jur. aus Vettreter des Zentrums in Hofkreisen vielgenannte schlesische Mag- München, sogar der „Viererzug des erlauchten, hochgeborenen not Graf Oppersdorff und als Vettreter des Zenttalausschusses Herrn Grafen Fischler-Treuderg'
der Deutschen Katholikenversammlungen Fürst Alois Lowenstern u1It 2 Uhr sammelten sich in den Straßen der Stadt die und Graf Drofte-Bischering. — Außerdem tagte rur „Katholischen Teilnehmer zu dem
Kasino" zum erstenmal ein allgemeiner katholischer Wademilertag, großen Festzltgtz-
der über studentifche Zeitftagen verhandelte.. bet alljährlich, aus Arbeiter-, Gesellen-, Jünglings- Männer-
Rednerliste und anderen Vereinen gebildet, d:e eigentlichen Beratungen dev
7 • iv r • t.»r Katholikentage einzuleiten pflegt. Angemeldet waren 493 Vereine,
für den Katholikentag brmgt diesmal eme beion^e lieberraschung ^t 417 Fahnen, 45 Musik- und Taumbourkorps und 18 000
Zum ersten Male wird ein leibb«ftlgeI.Minister - ' Teilnehmern. Die Beteiligung blieb hinter diesen Zahlen auch der Haupt-Versammlung sprechen, ^erdrngs kern teutfäcr' 1 nicht zurück, beim der Zug brauchte zum Vorbeimarsch gegen vier dem cm östemeichlscher, der . k Ackerbaummisttt Wittl. Geh^ Die meisten Teilnehmer l-atten das Ulttchskreuz au-
Rat und Neichstagsabgeordneter Erzellen- ®geheftet, das dem Eisernen Kreuze nachgebildet ist, mit Schleifen das Thema: Katholische Weltanschauung ^s^n Vest^- in dm Fuggerschen Farben weiß-grün-rot. Zum erstenmal sah gebildeten Katholiken behaiidcln unrd^ — Graf von Pest I im Zuge auch Die n e u g e gründe t en katholischen l o z z a (Nürnberg) wird „Das moderne Fteidenkerttmiero ^.'^ ^^ndv er eine, das Gegensttlck zu den sozialdeniokratischen Dr. Karl Beck^F^idurg i B.) die Innere Miss on , Jug?ndorganisationem Etwa 1000 Knaben im Alter von 13 bis Pater Norbert Weber (St.^ (ÄeXra) 15 3^ten marschierten mit eigener Kapelle im Züge einher,
samkett der äußeren Mission , Professor Meyer 0]hjor^bern Dome hatte der Bischof von Augsburg, umgeben von
die „Aufgaben oer Kirche für bic äußere Misswn , M. B r oberen Bischöfen, Erzäbten, Aebten, Domherren und anhart (München) die ,,Biwungsausgaben der deutsche b beren hohen geistlichen Würdenttägern sowie den Mitgliedern des
liken". — Professor Dr. M ausbach ^A^nster) wird sprech Zenttalkomitees Platz genommen und ließ den Zug an sich vorbei
über „Frauenbildung und Frauenstudium ' ^eichstagsabge ^ marschieren. Hierbei kam es zu mehrfachen Kundgebungen. Gr o eber über „Soziale Entftemdung und Annäherung i Anschluß an den Festzug, der sich bei ungeheurer Hitze
einzelnen Volkskreise', Lrofessor Wagner (JuBburg) r burd)5bie Stadt wälzte, traten im großen Saale der Festl-alle und „Schulfragen" und Lehrer B or nm ec stex (Köln) über „ zehn anderen Sälen der Stadt sowie in der Heilig-Kreu^-Kirche öurforge für bte schulentlassene Jugend m 80 Versammlungen
In der soeben veröffentlichten I zusammen, und fttoar vier der katholischen Arbeitervereine, zwei
„Feftzeitung" ber Männer- und eine der Gesellen- und Burschen-Vereine sowie
für den diesjährigen Katholikentag heitzt es: eine der Kongregationen In den Arbeiterversammlnngen erschien,
5Ä. ftta Hat fcJibrtu SWern tu und M Mt durch -egn-rriche EM«
nrungen irre machen zu lassen, den bischöflichen dkL diü Versammelten krtteend entgegennahmm.
Die hiesigen '
Theater
tragen dem Katholikentage ebenfalls Rechnung. 3m StaütBeater geht ein religiöses Schauspiel „Die heilige Afra" in Szene, im zweiten Theater der Stadt dagegen spielt man abwechsettid den „Herrgvttsschnitzer von Oberammergau" und „Die geschiedene sft:au . — Im „Kientopp" ist die Erweckung des Lazarus und das eilige Grab in vielen schönen Bildern zu sehen. Auffällig ist, daß sich ebenso wie auf den letzten Katholikentagen in Dusft^tt und Breslau eine starke Gegenbewegung bemerkbar macht. Man verteilt Flugblätter mit Darstellungen des Falles des PfarrmÄ von Kolbermoor und des katholischen Rektors Bock in Berlin. Die Freidenker kündigen eine Proteswerjammlurig an,, zu der bespziderA die Arbeiterschaft eingeladen wird, „ . ; l
Um 8. Uhr abends fand im großen Festsaale die Begrüßungsversammlung
latt, die mit Chor- und Orcheftervotträgen und dem JiwestiLur^ marsd- der Johanniter von Richard Sttauß eingeleitet wurde. — Es folgten Begrüßungsansprachen des Vorsitzenden des Augsburger Lokalkomitees Justizrats Reifert (Augsburg), des Oberbürgermeisters der Stadt Augsburg und einer großen Zahl in- und uus- ländischer Ehrengäste. <
Canöesfonferenj öer Sozialdemokraten Hessens.
Gießen, 21. AuMst.
Gestern abend sand im Saale des Gewerffchaftshauses die Eröffnung ber diesjährigen Landeskonferenz der sozialdemokratischen Pratei für Hessen durch den Abgeordneten Ulrich statt. Ms Ver- treterin des Zentral - Vorstandes, der Pattei war Frau Zietz-


