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Die heutige Nummer ^imfatzt 10 Seiten.
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An Mehreinnahmen wurden im Haushalt weiter etn- ncftelft berm htapitcl Forst- und Kameraldornanen des Großh. Hauses als Beitrag der Gemeinden usw. zu den Besoldungen des Forstpersonals 235134 Mark «anstatt 185 134 Mark), beim Kapitel Oberrcchnungskarnmer wurden 150 000 Mark neu eingestellt an „Gebühren für bie Revision nichtstaatlicher Rechnungen", weiter beim Kapitel „Pro- vinHal-Sicchenanstaltcrn" 40 000 Mark aus dem Fonds sur öffentliche und gemeinnützige Zwecke.
Tic Kürzung der Ausgaben, die sich insgesamt auf ca. 160 000 Mart belief, ist bei einer Reihe der verschiedenartigsten Abschnitte erfolgt, die einzeln hier am zn geben nicht angängig erscheint. Grundsätzlich wurden von der Kammer alle Mehrforderungen sachlicher Art gegen
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ouf fern nicht ganz unschuldiges Haupt herab, lsie stellten ihm ein Mißtrauensvotum in aller Form aus, und bald daraus Legte er sein Mandat nieder, ouf die parlamentariswe Tätigtet, zu der sich seine sein organisierte Natur wenig eignete, für alle Zeiten E'Indessen ließ dieser Zusammenprall der Meinungen zwischen Strauß und seinen Ludwigsburger Landsleuten kerne dauernde Verstimmung zurück. Sonst hätte er schwerlich im Herbst lo/-, feine Geburtsstadt wieder zum dauernden Aufenthalt er mahlt, freilich war er damals bereite ein vom Tode gezeichneter Mann. Im folgenden Frütnahr stellte sich ein schweres ^armleiden cm. Eine Kur in Karlsbad hatte nicht den erhostten Erfolg. Rettungs- lcs siechte er dabin: aber eine Fülle ergreifender Verse entstanden in der Ludwigsburger Krankenstube. Am 8. iyebruor 1874 ist er bann verschißen. Drei Tage später bat man ihn aut dem Friedhof zu Ludwigsburg begraben.
Die Entscheidung des Zentrums inMdbcrg-Vüdingen.
Friedberg, 19. Mai. Die heute hier abgehaltene Bezirks Versammlung der Z c n t r u m s p a r t e i des Reichs - lagswahlkreises Friedberg-Büdingen faßte den Beschluß, von der Aufstellung eines eigenen Kandidaten Abstand zu nehmen und für den Kandidaten des Bundes der Landwirte Dr. v. Helmolt einzutreten.
— Elise v. Orzeszko, die Dichterin der Unterdrückten, ist am 18. d. M., 65 Fahre alt, auf ihrem Gute bei (Ärobno in Rußland gestorben. Sie war die bekannteste unter den v o l n i s ch e u Schriftstellerinnen der Gegenwart. Zuerst schrieb sie Romane im Stil der Sand. Seit 1875 wandte sie sich ia|t ausschließlich dem sozialen Zweckromau „ in dem sie sich zur Ucrtcibigerin aller Schwachen und Unterbniefhm, ber Frauen sowohl wie der Bauern unb Juden, mit besonderer Warme auf- juarf. Den Höhepunkt ihrer Arbeiten bcbeuiet ihr Roman „Tleir Ezofowiez-, der in einer polniich.jud,scheu Gesellschaft spielt. Die Lebensarbeit der Schristsiellerm umfaßt über 40 Bände.
— Ter Rheinische Goetheverein veranstaltet im Juni und Juli unter ber Leitung Max Grubes in T ü s s e l - dort Fe st spiele, beten Ehrenschutz ber Kronprinz übernommen bat. Auf dem Splelplan stehen: „König Ottokars Glück und Gnbe", „Tas Leben, ein Traum", „Ter Traum, ein Leben", .Penthesilea", „Tie Ahnfrau". Die Vorstellungen ftnben tm Stabttbcater zu Düsseldorf statt.
__Tic Ausschußsitzungen im Germani schen Museum in Nürnberg finden Ende d. M. statt. Sie sind von der größten Wichtigkeit, da einmal über beit Blau eines großen Neubaues, an Steil' des im vorigen Jahr mit privaten beitragen gekauften Fabntgrundstucks neben dem Museum, ver- handelt werden soll, und da der Antrag des Münchener General, bireftor' non Tsckudi aus Austausch emer größeren Zahl von t der Sammlung, bi? Staatseigentum sind, gegen solche alten Pinakothek rx><iegt. In Nürnberg herrscht darob
Zentralstelle für Säuglingspflege und Mutterschutz. Bon Interesse sind noch die bei den höheren schulen vor- genommenen Streichungen Am Oster-Gpinuaiium zu
M a i n z wurde eine provisorische Lehrerstelle abgclcnnt unb dafür 1800 Mark gestrichen, am Realgyninasium zu D arm st a d t wurden 4200 Mark für zwei neue provisorische Lehrer- stellen gestrichen, dagegen aber 480 Mark für einen Gesangslehrer neu eingestellt. An der Ob er real schule zu Heppenheim wurde eine mehr geforderte Oberlehrer- steile (2800 Mark) gestrichen, dagegen zwei neue Neallehrer bewilligt (4200 Mark). Am Realgymnasium und an der Oberrealschule zu Gießen wurde von den angeforbetten 32 Oberlehrerstelleu eine Stelle abgelehnt (2800 Mark, dagegen die Zahl der Reallehrerstellen wieder auf fieocn erhöht. An der Lberrealschule zu Worms nmroen [tatt der vorgesehenen fünf provisorischen akademiichen Zehrer nur vier bewilligt und 2100 Mark abgesetzt, -tie (Gefault- -ahl der Oberlehrer in Hessen beläuft sich uach diesen Aende- rungen im Jahre 1910 auf 409, die Zahl der provisorischen akademischen Lehrer auf 60 und die Zahl der feminarlinschen Zehrer auf 79 Die Gesamtausgabe für die Lehrer an den höheren Schulen steNt sick) darnach anstatt 2 98.5 51^ Mark auf 2975 585 Mark. An den Bürger- und Volksschulen sind bei der Haushaltsberatung wesentliche Abänderungen nicht erfefgt
weilige Losung y
Finanzminister mit der Volksvertretung zu gcmciniamcr Arbeit zusammengetreten ist, mag doch noch einmal auf die ui parlamentarischen Kreisen allgemein ausgefallene Tatsache hiugewiesen werden, daß entgegen der sonstigen Gepilogenheit im neuen Voranschlag verschiedene der großen Einnahmeposten ganz außerordentlich niedrig eingestellt waren, so namentlich die Erträgnisse aus der prcußisch- hessischen Eisenbahngemeiuschast und die Einnahmen au_' den direkten Steuern. Während die Eisenbahn ein- nahmen von Fachleuten mit weit über 13 Millionen berechnet wurden, waren im Voranschlag nur 12 'J)ciUionen eingestellt worden, 950 000 Mark weniger als im Vorjahr. Diese Summe wurde bei der Haushaltsberatung auf 12 654 000 'Karf erhöht, und die Folge davon war, daß sich der Nettoüberschuß aus den Eisenbahnen auf 1304 2/9 Mark stellte. Von den als Anteil Hessens am Betriebsüberschuß angenommenen 12 654 000 Mark werden uamlich 10 869 021 Mark für die Verzinsung der Eiienbahnschulb' aufgewendet, und weiter sind davon 150 000 Mark für die durch die Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahu weg- gefallenen Sdaatästeuem, sowie 328 700 Mark für öffentliche Abgaben in Abzug zu bringen. Da der Nettouberfchutz, wie an gedeutet, den Betrag von emer Million übersteigt, so fami nach Art. 6 des Gesetzes vom 3. Oktober 1896 eine Tilgung der Staatsschuld aus Eifenbahnüberfchufsen tn Hohe von 304 279 Mark vorgesehen werden.
Bei Kap. 12, direkte Steuern ufto., konnten die natürlich anwachsenden Staatssteuern ebenfalls um 200 WO Mark höher angefetzt werden, und zwar, nachdem die Regierung selber .in der Kammer die höhere Schatzung gut- geheißen hatte. Bei diesem Kapitel hatte nun aber die Remerung unter Zugrundelegung einer 30 prozentigen Erhöhung der Staatseinkommensteuer eine Einnahme von 15 449 044 Mark, und eine Vemiögenssteuer von o 0/9 0/0 oi^ark 'bei Erhöhung des Satzes von 75 auf 110 Psg. für je 1000 Mark^ in Ansatz gebracht, wonach sich dann einschließlich der übrigen Steuerquellen eine Gesamteinnahme oon Q6 010 219 Mark ergeben haben würde. Da aber die Stänbetammern die hohen Steuermehrforderungen nicht bewilligten, so berechnet sich die Einnahme aus der Ltaats- cinfommenfteuer Cbei 15 Prozent Erhöhung) auf loSaz oOO Mark und dre Einnahme aus der Vermögenssteuer bei 95 Psfl. pro 1000 Mark Vermöget) auf 4 433 333 Mark. Die Gefamteimrahme aus dem Steuerkapital ist mit -23 772 938 Mark eingestellt worden, während sich die Ausgaben dieses Kapitels infolge der verminderten Steuererhöhung von 1 310 900 Mart auf 1 168575 Mark vermindern, und sich danach die Gesamtausgabe die)es Kapitel^ anstatt aus 2 682174 Mark nur auf 2 o39 849 Mark
Das endgültige hessische Staatsbudget für VW-
R. B. Darmstadt, 20. Mai
Der Staatsvoranschlag unseres Großherzogtums für das Fahr 1910 hat bekanntlich durch die Haushaltsberatung in den beiden Ständekammern eine sehr weientliche Veränderung erfahren. Die beiden .Kammern haben nicht nur bei einer ganzen Reihe von Abfchnitteii mehr oder minder erhebliche' Abstriche an den Ausgaben vorgenommen und die Einnahmen bei verschiedenen Abschnitten bedeutend erhöht namentlich da, wo allzugroße fiskalische Grau-in- qrau Malerei offen zutage trat —-, sondern sie haben auch durch ihre Aussprache und Beschlüsse zu ben einzelnen Der waltuugszweigen darauf hmzuwirken fick, bestrebt, daß die Aii-gabcn in Zukunft nicht mehr nach dem <Ddiema F bc meffen unb in ben Voranschlag eingestellt werden, ^urch die Bewilligung zahlreicher Beamtenstellen nur aus den Inhaber würde die Regierung, wenn sie nicht schon vorher selber ihre Bereitwilligkeit dazu erklärt hatte, veranlotzt morden sein, eine ernste Prüfung darüber eintreten zu las,en, tn weicher Weise die allgemein als zu umständlich erkannte Berwolningsorganisation vereinfacht und der kostspielige, schwers-illige ^eamtenapparal billiger und aktionssawgee qefiaftei werden kann Daß diese Reorganisation unserer ->aalsverwaltung nun wirklich in bie Wege geleitet werben ronh unb Regierung unb Volksvertretung gemeinsam an die Lösung nies er wichtigen Aufgabe herantreten — die erste Sitzung des Reorganisationsausschusses ist von der Regierung für den 31. Mai einberufen —, erscheiirt uns als die wichtigste und erfreulichste Folge unserer diesjährigen .Haushaltsberatungen l
Nach ber setzt auf Grund der Bcschlu,se der -Ltande- kaminern von der Regierung fertiggestellten Uebersicht über das Staatsbudget für 1910 stellt sich die Summe der Einnahmen und Ausgaben des ersten Teils „Für die Verwaltung" auf je 64 436 743 Mark, die Summe des zwecken Teils „Für da- Vermögen" auf 13 093974 Mark und somit die Hauptsumme acker'Einnahmen und Ausgaben auf je 77 330 7i6 Mark. Der Staatsvoranschlag der Regierung bc-ifjrvtc sich für den Berwa'tuugsteil auf 65 < 88038 Mark, die Gefamtsumiue aller Einnahmen und Ausgaben auf 78 7t£562 Mark; es ist also ur. ganzen durch die Kammer- beschlüsfe eine rechnerische Ersparnis von 1435 846 Mark unn beim Verwaltungshaushalt allein eine solche von 1 -; >i 29,5 Mark erzielt worden. 'Dabei ist tm allgemeinen bestimmt worden, daß die Kredite für die laufende Unter- hoiiimg von Gebäuden nur unter der Beschränkung bc- willig! ' sind, daß llebrtragungen in das Mchnunqs- wesen der nachfolgenden Fiuanzperwde nicht itattlindeu dürfen Tm Bewilligungen für Neubauten und größere He es, cliun gen bei eilten Bauwesen ist durch die Kammer Die Befchrantting heigeiügt worden, daß Ersparnisse, welche bei der Vergebuiig der Arbeiten durch Angebote an den Vor- ansch'.ägen erzielt werden, nur insoweit zur Verwendung kommen dürfen, als sic zur Deckung von Aufgeboten über Nc Voranschläge oder zu Fundamentterungsarbeiten oder sons' ndi al notwendig erweisenden Verlies)crungsar.tecken bezüglich der baulichen Anordnung des Rohbaues und de^ inneren Ausbaues innerhalb des Rahmens des genehmigteii Projekts erforderlich find. Der verhältnismäßig günstige Abschluß der Haushaltsberatung, durch welche die vom Finanzminister verlangte S t c u e r e r h ö h u n g von 30^nif i Prozent herabgedrückk wurde, ist zum großen -teil nicht -- wie vielfach angenommen wird - durch eme Der- kürzung der Ausgaben, die sich nur auf ca. 160 000 Man
Ströuft unb Ludwigsburg.
Rk. Stuttgart, im Mai.
Am 22 Mai soll das im Ludwigsburger Sckloßaarten er- richtete Denkmal für David Friedrich trauß^enthüllt und b'-r Staot Ludwigsburg übergeben werden Das ^^kmol, ein ''-'-rrl bei beiten Stuttgarter Künstler H a b ick unb Bonatz , stellt einen inmitten alter Tannen in voenwoller Weltverloreii- beit gelegenen Ternvel dar, ber zur Ausnahme emer Büste Strautzen ' dient. Sein 100. Geburtstag 27. Januar 1908 Y.v, bert nun rasch in Erstickung gegangetm Wuwch nack einem Dnckmal gezeitigt Seine Vateritadt Ludwigsburg, wo mit den C| nfängen seines Lebens das Ende icuier ^age Dertnuint cridicuit, hatte ohne Frage das erste Anrecht aus dieses Zeichen der Er-
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‘ . u u u .*.. g der Ein das Vorjahr gestrichen: auch mehrere von ber Regierung reicht worben. Jetzt, nachdem die einst- beantragte neue Stellen gestrichen, »ne . -te *« - n der Finanzkrisis erfolgt ist und der neue neuen Hilfsarbeiters im Miinsterium deS Jnnttu f
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Straußens Urgroßvater, ein Dreckslcrmeister, ist au& rourt = temb? guck Franken in Lubwiqsburg Ciiigewanoert Großvater unb Vater Gehörten bem KaufmannsUgnte. an und ivohnten im eiaenen stattlichen siauic in ter Marltallstratze, das heute [ich durch eine Gebenktasel ats die (Seburtdftättc eines Großen ausweilt.
O Lindendust, o Lintenbauin, Ihr mahnt mich wie ein Kindheitstraum, Wo ick euch immer finde.
Die Linden lieb ich überaus: Es staiid ia meines Vaters Haus Im Schatten einer Linde.
So hat Strauß int Jahre 1849 gelimgcn Sie: 14 enten Kinder- unb Mnabeniahrc hat er in 'einer Vaterstadt verlebt, bis er in bas Seminar ein trat. Aber auch^ann noch verbrachte er rcgclninmq die Ferien im Elternhawe oeme 'Mitbürger lohnten ihm feine Anhänglichkeit daburch, daß sie ihm bie Manbibatur ahl- deutschen ''<auona(Der»ainmluiig anbolen, die er trotz ichmercr Bedenken an nahm. ES war nicht schuld ber Ludwigsburger, baß statt seiner einer ter ärgsten, Pietisten m das ,rranfmrte. Parlament entianbi würbe: aber die mit ter ^tabt m einem Wahlkreis AitiammcngetoDDcltcn ländlichen Beerte gaben gegen den „Gattesleugner" den Ausschlag. Die Ludwigsburger bereiteten ihm bald darauf eine glänzende Genugtuung, intern nc mn am 20. Mai 1849 iait einstimmig in den Württembergiscken Landtag wählten. Sie konnten sich gor nicht bann genug tun, i^" lingspuvve", wie Strauß iidi f et bst aiisgedrückt hat, -u 1 und zu feiern Dock raick folgte au- das „Hanannah äfilß^mÄtten „Kreuziget iijn!" Durch 'eine tomeroative Haltung in cg ^malten geordnetenkammer beschwor er den Zorn inner liberalen Wähler I
Hr. 115 Erstes Blatt 160. Jahrgang Freitag ÄO.Mai lOlO
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erscheint täglick», außer \ - <■ ▲ jährlich Äck. 2.20: durch
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Fernsprech-Anschlnße. politischen Teil: August
-Sä General-Anzeiger für Oberhesfen MW
ttotfltfowsbfiid miö Derlaa bervrübl'schen Univ.-Buch, und Steiwöruderei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Anzeigeninckd'^Beck.
bi4 vormittags 9 Uhr. ___———
Kaifer Wilhelm in London.
London, 19. Mai. In Begleitung des deutschen Kaisers auf der Fahrt von Port Victoria nach London befanden sich Feldmarschall Roberts, General ^tr Leopold Sweinc, Oberst Segge, Botschaiter Graf Wolsf-Melternuh und der deutsche Marineattache bei der Botschaft in London Eapirain Widenmann. Kurz vor der Antunst des Zuges erschien der König und die übrigen bereits gemeldeten Fürstlichkeiten ; außer ihnen die G r o ß h e r % ö g c von H essen und von Mecklenburg-Stre sitz. Sobald der Zug hielt, verließ der Kaiser mit entblößtem Haupt den Wagen, trat schnell auf König Georg zu, ergriff dessen rechte Hand mit seinen beiden Händen und küßte ihn auf beide Wangen. Sobann begrüßte der Kaiser, immer noch entblößten Hauptes, bie Herzöge von Cornwall und E o n n a u g h t. sowie die anderen fürstlichen Herrschaften. Nach Vorstellung der beiderseitigen Gefolge begaben sich bte Fürstlichkeiten tn die Wartezimmer und fuhren nach einigen Minuten nach bem Buckingham-Palast. Infolge des traurigen Anlasses des Besuchs enthielt sich die Voltsmenge aus den Straßen jeder Nhinogebung. Kaiser Wilhelm und König Georg fuhren kurz nach 3 Uhr in Begleitung der beiderseitigen Gefolge in abgeschlossenem Wagen nach der Westminsterhall.
Vor der Fahrt nach der Westminsterhall stattete Kaiser Wilhelm dem Könige und der Königin einen Besuch im Marlborough-House ab. Im Begleitung des Kaisers und des Königs auf der Fahrt nach der West- minsterhall befand sich der König der Belgier. Die Majc-
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qroße Erregung. Der Fränkische Kurier, ter fast täglich Berichte darüber bringt, bezeichnet den „Tausch" mehr oder weniger als Raub" und sieht das Germanische Museum schon znm bai)rrschen Provinzialmuseum hcrabgewürdigt. Daß diese künltckche Erregung stark übertrieben ist, weiß man schon lange, denn der Tau]ch tarai doch nur mit 3uftimiraing des Nürnberger Direktors von Bezold und ber bayrischen Regierung vorgenonnnen wertem, imb auch diese hat doch bie Interessen des Germamschcn Muieums stets wann vertreten. Wir sind mit tem B. L. A. davon überzeugt, daß sowohl von Reichswegen als auch von leiten des Ausschußes einem Tausch nur zugestimmt wird, wenn es den Jntereifen des Germanischen Museums förderlich ist. Da die Bilder im übrigen Staatseigentum sind und nur verliehen irrtb, kann man die cfjcnfuiibigen Feindseligkeiten eines gekränkten Lokalvatriotismus kaum begreifen. Zudem werten die Bilder nicht gegen imnber- wertige vertauscht, sondern gegen gleich wertvolle. Die ganze Veränderung wird ja nur deshalb vorgenommen, um in den einzelnen Galerien eine genaue lückenlose Uebcrsicht über alle Kunstperioden zu geben.
— Zu der Jubelfeier der Berliner Universität wird von der Akadennschen Auskunstsstelle der Universität ein Ausklinstsbuch über das akademische Vertin erscheinen. Es wird zum erstemnale eine Uebersicht über sämtliche Bildiingscmstalten in Berlin enthalten mit kurzen geschichtlichen Uebersickten, sodann die Prüfungsordnungen über die euizelneil Bertise, Slubienanleitungeii usw. Den Anhang werden die privaten Anstalten zur Pflege von Wisienschaft und Kunst bilben unb eine Zusammenstellung ber wissenschaftlichen Vereine in Berlin« -as Buch wirb ben gelabenen Gästen überreicht werben.
- T a n n h ä u s e r e i n E h i e m g a u e r? Im .Traunsteiner Wochenblatt" lesen mir, baß eine Broschüre von Max u r ft zu dem Schlüsse kommt, daß die gesuchte Heimat Sann siauscr§ in Siegsdorf bei Traunstein zu ftnben sei. ryur|t scheint au’ jeden Fall Beweise bafür erbracht zu haben, baß btc Tannhäuser. Sage bei Traunstein lebenbig war.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Ter Romanist Pros. Tr. Abolf 2o b I er tnBerlt n vollenbet am 23. Mai bas 75. Lebensjahr. — In Zürich ist am 15. bs. ber Pros, für Philosophie am eibgen. Polytechnikum Tr. ohil. August ■ Stäbler gestorben. — Die Universität Glasgow hat beschlossen, Pros. Rubolf Eucken in Jena zum Ehrenboktor ber Rechte zu ernennen. — Ter Maler Heinrich Laiienstein, Professor an ber Königlichen ’ Kunstakademie in Tüsselbors, ist dort tmAlter von 74 Jahren gestorben.


