Erster Blatt
(60. Jahrgang
M. 285
m »ie-oer Ihnrigtt exidxmt uigud), oujjcr HomUagL. - Beilagen: viermal wöchentlich -letzenerZamillendlatter, (rprtmül roädtentLKrds»
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für die Taqesnulkru.er votaNonidruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vach- und Steindruckerei N. Lange. Redaktion, Expedition and D ruderet: 5chu!stratze 7. ttf oormitia«;^ 9 Uhr. Expedition für Büdingen: vahnhofftrahe lba. - Telephon Ur. 50.
I
Die heutige Nummer umsatzt 16 Seiten. ■ .............. ■ ii r
2 'ZV ) Notarielle Bescheinigung.
Vesch. Reg. Nr. 2255.
Auf Ersuchen der vrühsschen Universitäts-Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen habe ich heute vor Beginn der Druckes des hauplblattes des Gießener Rnzeigers Kummer 282 oom 1. Dezember 1910 den an der Rotations- niaschine angebrachten automatischen Nummernzähler, nachdem er in meiner Gegenwart auf Nummer 1 eingestellt worden war, versiegelt und daraufhin dem Druck des Blattes bis zum Ende beigewohnt.
Nach Beendigung des Druckes ergab sich bei Rbnahme des Siegels, daß im ganzen
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in Dorten siebzehntausendvierhundertsechsundsiebenzig Exemplare gedruckt worden waren.
Ruf Wunsch füge ich die weitere Bescheinigung bei, datz in dem mir vorgelegten Geschäftsbuche, in welchem seit dem 12. Dezember 1905 allwerktäglich die hohe der Ruflage und die Gesamtseüenzahl des Blattes, sowie der Papieroerbrauch für dasselbe eingetragen wird, die hohe der Ruflage am 1. November 1910 mit 16 580 in Worten sechzehntausendfünfhundertachtzig und am 30. November 1910 mit 17 360 in Worten siebzehntausenddreihundertsechzig angegeben ist.
Gießen, den 1. Dezember 1910.
L S. _ Sur Beglaubigung:
gez. Römheid, Gwßherzogl. Notar.
Vie neue hessische Gesetzesvorlage über öle Tilgung der Staatsschuld.
Die neueste Vorlage des Finauzmrnifters 'Staun, über bereit Inhalt man am besten durch die von uns aus der „Dannst. ßtg." abgebnufte Begründung unterrichtet tntib, ist nunmehr der hessischen Zweiten Kammer zugegangen. In dem Schreiben an die Kammer heißt es u. a.: „Das unterzeichnete Ministerium verbindet damit das Ersuchen, Über die nunmehrige Vorlage mit Rücksicht auf ihre zahlenmäßigen Folgen für den Hauptvoranschlag der Staats- Emnahrnen und -Ausgaben für 1911 sich gefälligst baldigst schlüssig machen zu wollen."
Die eingreifende Neuerung gegenüber den früheren Vorschlägen besteht bekanntlich in folgenden Festlegungen:
1. Beibehalten wird der leitende Gedanke des Entwurfs, Wonach grundsätzlich die Ueberschußanteile aus der Eisenbahn- gnncinschasl zur Tilgung bei bestehenden und künftig neu cmfzu- nehmenden Eisenbahnschulden und daneben, um die Steuerzahler zu schonen, auch der zurzeit vorhandenen sonstigen Staatsschuld 8U verwenden sind. f
2. Abweichend von dem Entwurf wird für die Tilgung der erstgenannten Schuld nur eine Rate von zwei Fünfteln statt van drei Fünfteln vom Hundert vorgesehen.
3. Auch das hierdurch um rund 700 000 Mark geminderte Tilgunassoll wird nicht ausschließlich aus den Eisenbahnüberfchüssen gedeckt. Vielmehr werden für den Tilgungsdienst noch andere Mittel herangezogen, baninter die Abträge aus dem Domänen-Akguisitionsfonds aus diejenigen Darlehen, die diesem Fonds zu Ablösungszwecken aus Anleihemitteln der Hauptstaatskasse in Höhe von rund einer Million Mark gewährt worden sind. Fenier sollen herangezogen werden die Abträge, die aus verfügbaren Ueberschüssen des Bades Nauheim an die Hauptstaatskasse auf deren Vorschüsse für die dortigen Bauten usw. tut Endbetrag von etwa 9,3 Millionen Mark zu leisten sind.
4. Die Mittel aus den vier in Ziffer 3 genannten Gruppen sollen zunächst und an erster Stelle zur Schuldentilgung dienen. Nur das nach ihrem Abzug noch verbleibende Erfordernis für das Tilgungssoll ist aus den Eisenbahnüberschüssen zu decken. Der verbleibende Rest kann dann für die allgemeine Verwaltung nutzbar gemacht werden.
Aus der im Druck vorliegenden Begründung der Vorlage in den Einzelheiten sind folgende stellen über Bad- Nauheim von besonderem Interesse für uns:
In den letzten Jahren hat sich nun Bad-Nauheim so günstig entwickelt, daß der Erncnerungssonds schon Ende 1908 aus über 1 372 000 Mark und Ende 1909 aus fast 1 570 000 Mark angewachsen war. Mit Abschluß des Rechnungsjahres 1910 wird der Fonds trotz der mit den Ständen vereinbarten Entnahme von ninb 675 000 Mark für den Bau der Trinkkur-Kolonnaden nicht unter 1 100 000 Mark enthalten. Gegenüber fast 500 000 Mark in 19?8 stieg der Betriebsüberschuß des Bades auf rund 585 000 Mark in 1909 und wird für 19 10 mindestens 650 000 Mark betragen. Nach Abzug der 100 000 Mark an die laufende Verwaltung und der Fehlbeträge von Bad Salzhausen. erhielt der Erneuerungsfonds 1908 rund 374 000 Mark, 1909 rund 455 000 Mark, für 1910 werden ihm rund 520 000 Mark zugehen. Die hieraus zu deckenden Rinfen betrugen rund 214 OOO Mark in 1908, 262 000 Mark in 1909 und werden rund 300 000 Mark für 1910 erfordern Danach stellen sich die Rücklagen im Erneuerungsfonds auf rund 160 000 Mark in 1908 und 193000 Mark in 1909. Für 1910 ergeben sich rund 220 000 Mark. Der Höchstbetrag an Zinsen ist auf rund 342 000 Mark zu veranschlagen, da für die letzte Baurate Anleihemittel nicht mehr verwendet, werden. lleberdieZ ist für die Zukunft auf Ersparnis«'., im Betrieb zu rechnen. Es darf daher über die Zinsen und den bisherigen Zusckmß an die lausende Verwaltung mit rund 125 000 Mark hinaus künftig ein jährlicher Reinüberschuß in Höhe von nicht unter 200 000 Mark erwartet werden.
Hider diesen Umständen, besteht fern Anlaß, den Erneuerungs^ fonds roeiter wachsen zu lassen. Es ist vielmehr gerechtfertigt, mit dem Abtrag der bei der Hauptstaatskasse, bestehenden Schuld von Bad-Nauheim nunmehr alsbald zu beginnen. Sie beträgt bei Deckung der Baukosten der Trinkrur-Kolonaden aus dem Fonds, wie erwähnt, demnächst 9,3 Millionen Mark. Die Erträgnisse eines Unternehmens wie Bad-Nauheim hängen von Umständen ab, die sich nicht voraussehen und nicht beeinflussen lassen. Als solche seien nur Wirtschaftskrisen, Kriege, Konkurrenz anderer gleichartiger Bäder, neue Behandlungsmethoden der in Betracht kommenden Krankheiten und selbst die Mode als Momente genannt, die für die Stärke des Besuchs und damit für die Einnahmen des Bades von Nachteil sein können. Aus diesem Grunde, foroie wegen der für den Betrieb notwendigen Bewegungsfreiheit lund im Interesse eines auch in ungünstigen Jahren unbedingt gesicherten Zinsendienstes kann ein genügend großer Reservefonds nicht entbehrt werden, der für Bad-Nauheim mit 400 000 bis 500 000 Mark nicht zu hoch bemessen, aber auch ausreichend Jein dürfte. Es ist daher ratlich, den Erneuerungsfonds in dieser Höhe sortbeslehen zu lassen und nur den Mehrbetrag mit rund 600 bis 700000 Mark zur Schuldentilgung zu verwenden.
Die österreichisch-ungarische Bant
In Wien wird halbamtlich folgende Veröffentlichung herausgegeben:
Der Gesetzentwurf über die sVerlängeruug de9 P r i v i l e g i u der österreichisch-ungarischen Bank, sowie der Münz- und Währungsvertrag wurde den Abgeordnetenhäusern in Wien und Ofenpest vorgelegt. Danach soll das Bankprivilegium bis Ende 1917 erstreckt werden. Bezüglich der Aufnahme von Barzahlungen ist man von der Erwägung ausbegangen, daß die österrerchisch-ungcr' rische Bank an der richtigen Entscheidung selbst hervorragend interessiert sei und über die jeweilige Gestaltung der wirtschaftlichen Lage und der Verhältnisse des internationalen Geldmarktes eingehende und verläßliche Informationen b&- sitzt. Es wird ihr deshalb die Berechtigung ein geräumt, zu einem nach ihrer Ansicht Geeigneten Zeitpunkt, auf Grund des Beschlusses des Generalrates, bei beiben Regierungen die Aufnahme von Barzahlungen zu beantragen. Ist ein Einvernehmen über einen solchen Antrag hergestellt, so haben herbe Regierungen in beiden legislativen Versammlungen gleichlautende Vorlagen betreffend die Aufnahme von Barzahlungen einzubringen. Ein ablehnender Beschluß auch nur eines der beiden Häuser hat die Verweigerung der Genehmigung zur Folge, wenn jedoch innerhalb vier Wochen von dem Zeitpunkte der Einbringung an von einer der gesetzgebenden Körperschaften kein Beschluß gefaßt wird, fn gilt der Antrag als von dem betr. Hause bezw von herben Häusern als genehmigt Nach erfolgter Genehmigung hat innerhalb breter Tage die Kundmachung der Inkraftsetzung der obligatorischen Barzahlung zu erfolgen.
Deutsches Reich.
Der preußische Gesandte in Hamburg Graf Gößen ist am Donnerstag abend gegen 7 Uhr in der Klmck der Frau Dr. Stock-, mann gestorben.
Das „Dresdener Journal" meldet: Der König übertrug dem Staatsminister Tr. Otto den Vorsitz im Gesamtministerium sowie bei,den in evangelicis beauftragten Staatsministern.
Die Blätter melden: Die neuesten Forderungen bet Ruhrbergarbeiter erstrecken sich in erster Linie auf eine Lohnerhöhung von 15 Prozent vom 1. Januar nächsten Jahres ab. Unter anderem wird dann eine Erhöhung der knappschaft- lichen Leistungen verlangt und schließlich die Umwandlung des bestehenden Ärbcftsnachweises in einen paritätischen.
Der Arbeitgeberverband der Bijonteriefabrikeu, der am Mittwoch in Pforzheim zu einer Versammlung zusammen- trat beschloß einstimmig die Stillegung sämtlicher Fabriken bis zum 2. Januar 1911. Arbeitswillige erhalten Unterstützung.
2lnsland.
Im österreichischen Abgeordneteuhause kam es am Donnerstag zum Schluß der Weiterberatung über die „Fleischnot" zu heftigen Zusammenstößen zwischen den Sozialdemokraten und den deutschnationalen agrarischen Abgeordneten: hervorgerufen wurden fte durch die Behauptung des Abgeordneten Weidenhofer, daß die sozialdemokraüsche Brotbäckerei mit Erhöhung des Brotgewichts erst dem Beispiele der privaten Konkurrenz gefolgt sei.
In der italienischen Kammer begründete bei der Weiterberatung des Budgets des Ministeriums des Aeußem. B i s s o l a t i (Soz.) die Tagesordnung, durch welche die Regio- rung ersucht wird, sich mit Oesterreich-Ungarn über die Einberufung einer internationalen Abrüstungskonferenz in5 Einvernehmen zu setzen. 2luf jeden Fall würde Italien durch
vor 40 Zähren an der Loire, in.
(Gefecht bei Dillepion am 1. und Schlacht bei Loigny-Poupry am 2. Dezember.)
Nach der Schlacht bei Beaune erwartete man deutscherseits eine Wiederholung des Angriffes für den nächsten Tag; Prinz Friedrich Karl ordnete daher eine engere Zusammenziehimg seiner o Korps an und forderte auch die Armee-Abteilung zu einem näheren Anschluß an den rechten Flügel auf. Infolgedessen geriet diese Abteilung am 29. November auf ihrem Marsch von Chateau- dun auf Orgeres zu mit dem linken Flügel der französischen Stellung zusammen: das 1. bayerische Armeekorps bei Varize mit dem Freischar en korps Lipowski und die 6. Kavgllerie-'Division bei Tournoisis mit Teilen der ftanzösischen Reiterei. Da jedoch ntfol^ einer Weisung aus Tours ahif die Meldung von dem Ausgang des Kampfes bei Beaunie der Vormarsch unterblieb und die Truppen des 18. Korps aus den noch besetzten Stellungen bei Les Cotelles am 29. zurückgezogen wurden, rückten die deutschen Truppen in diese Stellungen nach. Der 29. und 30. verging vor der 2. Armee im übrigen unter einigen Truppenverschiebungen Und umfassenden Rekognoszierungen: die letzteren führten am 30. zu verschiedenen Gefechten: bei Montbarrois, Maizieres, Vois- fommunc und Nancray. Am 30. erhielt Prinz Friedrich Karl auch die Nachricht von dem Ausfall der Pariser Besatzung gegen Dilliers' da et deshalb einen erneuten Vormarsch des rechten französischen Flügels, wenn nicht gar der ganzen Loire-Armoo erwartete, beschloß er, Mnächst nicht selbst vorzugehen, sondern in ferner Stellung von Orgeres bis zur Eisenbahn Paris—Nevers einem etwaigen Angriff entgegenyitreten. Der Angriff aus den rechten Flügel erfolgte aber nicht, vielmehr ergab sich am 1. De- Jflnber, daß ein Teil der dortigen Truppen unter Räumung von Bois kommun und Maizieres südwestlich abgezogen war. Gleich» -eilig meldete die Armee-Abteilung lebhafte Bewegungen starker Truppenmassen vor ihrer Front, die auf em bevorstehriides Vorgehen des linken Flügels hindeuteten. In der Tat hatte General dAurelle beschlossen, mit dem linken Flügel eine Rechtsschwenkung auszuführen, welche die Einleitung zu einem allgemeinen Vormarsch der ganzen Armee sein sollte. In Tours war nämlich am 30. die (anderweitig erwähnte) Mitteilung von dem Durch- bnichsversuche Ducrots etngegangcu: Gambetta hatte daraufhin einen Abgesandten, Frevcinet, an d'Äurelle geschickt, mit der Auf- hnbenrm) zu einem sofortigen Vormarsch in der Richtung der Ausiallsseite: Freycinet hatte sogar für den Fall einer Weigerung die schriftliche Anweisung zur Absetzung d'Aurelles bei sich, kam aber infolge des obenerwähnten Beschlusses nicht dazu, Gebrauch davon zu machen.
Am 1. Dezember trat das 16. französische KorpS den Vor- tlarjch' an; das 17. folgte als Rejerve. Die bis GoouuierS vor
geschobene 1. bayrische Brigade mußte vor der 1. franz. Division bis Villepion zurückweichen, als ihr rechter Flügel durch die Kavallerie-Division Michel umgangen zu werden drohte. Links von Villepion hatte bei Normeoille ine 2., rechts bei Favorelles die 4. bahrifdK Brigade Stellung genommen. In dieser Verteidigungslinie hielten sich die Bayern gegen wiederholte Angriffe der Üebermacht: schließlich gelang es einem Teile der französischen Dtvision, an der Ostseite in Villepion einzudringen. Da nun] auch die Dunkelheit hereinbrach und Munitionsmangel crntraU wurde die Brigade aus Villepion närdlich nach Loigny zurückgezogen, während sich die 2. bei Nonneville bis zum Abbruch des Gefechts um 5 Uhr hielt, ebenso die 4. Brigade bei Favorelles. Dann wurde die letztere gleichfalls bis Loigny, die 2. bis Orgeres zurückgenommen. Das Gefecht kostete den Bayern 936, den Franzosen über 1100 Mann.
Dieser Erfolg veranlaßte Gambetta, zugleich mit der Nachricht von dem angeblichen Erfolge der Pariser Ausfall-Armee bei Eptnay (bei Longjumeau), für den folgenden Tag eine verstärkte Fortsetzung des Vorgehens des linken franz. Flügels zu besehlen. General d Aurelle ordnete daher an, daß das 16. Korps am 2. Dezember aus seinen Stellungen bei Villepion, Terminiers und Sougn auf Allaines, Janville und Toury vorrücken,' das 17. Korps als Reserve bis Patay und Sou^y folgen, das 15. Korps aber rechts vom 16. Korps von seinen Standorten bei Clftlleurs aus Bois und Neuville aut Bois über Artenay Santilly erreichon sollte. Diesem Angriff wollte der Großherzog mit der ganzen Armee-Abteilung entgegentreten und Mar sollte das 1. bayerische Korps hinter Loigny von Orgeres bis Chateau Goury, die 17. Division anschließend bei Lumeau und die 22. Division rechts davon bei BaigneauL Stellung nehmen: die Sicherung des rechten Flügels wurde der 4., des linken Flügels der 2. Kavallerie^Division übertragen. — Während das bayerische Korps noch im Kusma rsch begriffen war, erschien schon die 2. ftanz. Division vor Loigny zum Angriff gegen die Gehöfte Morale und Beauvilliers und das Schloß Gouri). Trotz des heftigen Feuers der Bayern drang sie bis Beauvilliers vor, mußte bann aber einem Gegenstoß weichen, den die Bayern bis vor Loigny ausübten. Nun aber rückte das ganze ftanz. Korps in breiter Front (von Nonneville bis Neuvillers) vor, und die Bayern mußten sich in ihre Ausnahmestellung zurückziehen, wo ein hinhaltektdes Feuergesecht die Men an weiterem Vordringen hinderte, dis gegen Vs 12 Uhr n rechten Flügel die 4. Kavallerie -Mviston und die 2. Infanterie-Brigade vordrangen und die Ferme Morale end- gültig besetzten. Daraufhin brachen auch die Truppen bei Beauvilliers und Chateau Goury wieder vor, trieben den Feind zurück und setzten sich nördlich von Loigny fest. Ein Teil mußte sich später zwar wieder nach Cdateau Goury zurückziehen, doch mißlang ein Nachstoß des Feindes geaen diesen Platz infolge des Etngreiseos der 17. Dwil'iou. Diese erreichte ihr Ziel Lumeau
gerade, als die 3. franj. Division von Süden her in das Dorf eindringen wollte: durch Schnellfeuer wurde der Feind zurück aewiesen, und auch ein später unternommener, durch eine heftige Kanonade eingeleiteter Vorstoß blutig abgewiesen. Bei der nun ein setzenden Verfolgung gelangten die Preußen bis Anneux und nötigten durch wirksames Gewehr- und Geschützfeuer die Franzosen zu einem ungeordneten Rückzug bis Domainvllle. An dieser Verfolgung beteiligte sich auch die inzwischen auf dem Gefechts- selbe eingetroffene 22. Division. Nach einem vergeblich unternommenen erneuten Vorstoß wich die 3. ftanz. Dwision in voller Auflösung bis Terminieres zurück. Inzwischen hatte die 17. Di Vision dem linken bayerischen Flügel die oben erwähnte Unterstützung gegen die Flanke der auf Chateau Goury vorstoßenden Massen der 1. ftanz. Division gebracht, wodurch diese auf Lotgny verdrängt wurde. Dieses Dors wurde dann von den Bayern und Preußen — bis auf den Kirchhof — gemeinschaftlich erstürmt, und der Abzug des Gegners durch die Artillerie beschleunigt und in Unordnung gebracht. Ein Angriff der gesamten Streitkräfte aut diesem Teile gegen Villepion mißlang aber; auch ein Gegenstoß der durch Teile des 17. (ftanz.) Korps verstärkten 1. Division des 16. Korps scheiterte und führte zu einer völligen Auflösung der Division. Nun bemächttgten sich die Deutschen auch des Kirchhofs von Loigny. Die eintretende Dunkelheit machte hier dem Geseckr ein Ende. — Inzwischen war es aber auf dem linken Flügel noch zu einem Kampfe gegen das 15. frani. Korps gekommen, das sich, wie befohlen, gegen Artenay gewendet hatte. Die 3. Divisiotk desselben war gegen Mittag bei Dambron auf die 3. (deutsche Kavallerie-Brigade gestoßen, zu deren Unterstützung die 22. Dr Vision von Anneut' nach Poupry abrückte. Dieser Ort wurde noch vor dem Fernde erreicht. Nördlich und südlich (bis Morale> davon entwickelte sich die Division zur Verteidigung. Die Franzosen gingen gegenüber auf der Lmie Dambron-Autroches zum Angriff vor, der aber abgeschlagen wurde. Erft mit Unterstützung! der 2. Division gelang cs bei einem wiederholten Angriff, den linken deutschen Flügel zurückzicdrangen, wälwend sonst auf der ganzen Linie auch diesesmal der Erfolg auSblieb. Auch hier wurde mit Einbruch der Dunkelheit der Kamps eingestellt Um 11 Uhr ging die 22. Division nach Dummr zurück: die 17. stand bei Lumeau, das 1. bayerische Korps bis Ärgeres. Französischer- scits ging daS 15. Korps nach Artenay zurück: das 16. stand bet Villepion bis Terminiers, das 17. (welches auffallenderweise bat* 16. nicht unterstützt hatte) dahinter bis Patay Der Verlust der Franzosen belief ftch auf mehr als 4000 Mann: außerdem batten die Deutschen noch 2500 Gefangene gemacht und acht Ge schütze, eine Mitrailleuse und eine Fahne erbeutet Der geplante Vormarsch war gleich bei Beginn ins Stocken aeraten, ein Erfolg, der deutscherseits allerdings mit einem Verlust von 4139 Toten und Verwundeten erkauft worden war.


