Nr. 151 Viertes Blatt 160. Jahrgang
Erscheint IS-llch mit Ausnahme deS Sonntags. A A Ä aa a Ak a a
Die „Siebener ZamilienblLtter" werden dem fi SmB W ®Ä 4r H | Ä< JF H gjH g .Anzerger* viermal wöchentlich beigelegt, das BLlL^ 8 H 9 H M, H H M 8. WM & H
„Kreisblatt für den Kreis Sietzen" zweimal m ▼ W Bä V | V
wöchentlich. Die „LandwirtschastUchen Zeit- » f
fragen" erscheinen monatlich zweimal. General-Anzeiger für Gberheffen
Freitag l.Juli 1910
Rotationsdruck und Verlag der Br ühuschen Universitäts - Buch- und Stcmbrucfecet R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e=^5L Redaktion:e-^l 12. Tel.-Adru AnzeigerGießen.
Aus dem Strasprozetzcusschutz.
' Berlin, 30. Juni.
Der Ausschuß für die Strafprozeßordnung setzte am Montag die Beratung der Bestimmungen über die Hauptv er Handlung bei den §§ 244 und 245 fort. Es handelt sich dabei inn die Vorhaltung früherer Aussagen. Ein Zentrumsmitglied und ein Sozialdemokrat forderten ausdrücklich, daß diese Vorhaltung nur zulässig sein soll, wenn die Vernehmung zu gerichtlichem Protokoll erfolgt ist. Polizeiliche Protokolle sollten aus- aeschieden werden. Ferner wurde von d-erseldeu Seite verlangt, daß dem Angeklagten und dem Verteidiger eine Abschrift der Protokolle gegeben werde. Diese Abänderungsvorschläge fanden aber keine Mehrheit, so daß die beiden §§ 244 und 245 in der Fassung der Regierungsvorlage erhalten bl'Nben.
Auch die §§ 246 bis 249, in denen die Verlesung von Männtgen und die Reihenfolge der Schlußanträge geregelt wird, blieben unverändert. Die §§ 250 und 251 über die Aussetzung der Verhandlung, wenn sich weitere Aufklärung notwendig macht, wurden nur wenig verändert.
Bei § 252 wurde auf Antrag der Nationallibe- ralen hinzugefügt: „Das Landgericht oder das höhere Gericht kann, wenn die Sache nicht genügend aufgeklärt ist, anordnen, daß weitere Ermittlungen angestellt und Beweise erhoben werden; diese können dem Untersuchungsrichter übertragen werden. Die Anwesenheit bei den Beweiserhebungen darf den Prozeßbeteiligten und dem Verteidiger nicht versagt werden." — § 253, wonach das mit Schöffen verhandelnde Amtsgericht sich für unzuständig zu erklären und die Sache an das Landgericht zu verweisen hat, wenn es Zuchthausstrafe für verwirkt erachtet, wurde angenommen. §254 bestimmt, daß int Urteil nur auf Verurteilung, Freisprechung oder Einstellung des Verfahrens erkannt werdet! kann. Auf Einstellung ist zu erkennen, wenn die Tat nicht verfolgbar ist, insbesondere wenn der zur Verfolgung erforderliche Antrag fehlt.
Dazu beantragte das Zentrum folgenden zweiten Absatz: „Wird in einem Strafverfahren wegen Beleidigung, welches auf Grund des von einem Beamten oder von dessen Vorgesetzten gestellten Antrags auf Strafverfolgung ein- aeleitet ist, die Ermittlung des Sachverhalts durch Versagung der Genehmigung zur Ablegung des Zeugnisses des Beamten gehindert, so ist, falls das Gericht nicht zu einem sc eisprechenden Urteil gelangt, die Einstellung des Verfahrens auszusprechen."
Die Konservativen beantragten folgenden weiteren Zusatz: „Dasselbe gilt, wenn in einem sonstigen Strafverfahren wegen Beleidigung der Verletzte oder derjenige, der den Strafantrag gestellt hat, seine Aussage als Zeuge verweigert."
Mit diesen beiden Zusätzen gelangte § 254 zur Annahme. Die §§ 255 bis 258 blieben unverändert.
Nächste Sitzung: Freitag.
Landwirtschaft.
r. Hungen, 30. Juni. In den Wiesengründen liegt der hauptsächlichste Teil der Heuernte und dazu regnet es nun schon acht Tage, regnet und schattet mit und ohne Gewitter. Was gemäht ist, ist so gut wie verloren, wenn es nicht schon weggeschwemmt in. Tie anfänglich auf 2 Mk. gesunkenen Heupreise iverden wieder in die Höhe gehen, dazu dursten die Vuchpreise auch sinken. Ter Bauer sitzt zu Hause ohne Arbeit, höchstens daß er seine verschlammten Kartoffel- und Tickwurzselder aufräumt. Wo fettes Getreide steht, lagert es seist und die anfänglichen günstigen Aussichten für die Landwirtschaft sind infolge des anhaltenden Regenwetters bedeutend verringert.
§ Aus dem Ohmtal, 29. Juni. Die Heuernte, die einen so guten Anfang nahm, hat durch den Wettersturz, der nun schon eine Woche lang jeden Tag Regen gebracht, eine recht schädliche Unterbrechung erfahren. Da niemand diesen Wetterwechsel voraussah — auch das Barometer zeigte ihn nicht an —, wurde von den Landleuten flott weiter gemäht. Nun lagert das gemähte Gras schon acht Tage auf den Wiesen. Darunter leidet Farbe und Qualität des Heues. Tritt nicht bald besseres Wetter ein, so geht dieser Teil der Heuernte verloren. Noch schlimmer ist es um die Ernte des Rapses bestellt. Der ist reif geworden und auch schon geschnitten. Bei längerem Regenwetter springen die Schoten auf und der
. Samen geht verloren.
n. Schlitz, 30. Juni. Unter den seit über acht Tagen fast täglich einsetzenden starken Regengüssen bat die Heuernte im Schlitzerland arg Not gelitten. Nur ein kleiner Teil der Heuernte ist vor Begmn der ungünstigen Witterung glücklich unter Dach und Fach gebracht worden.
# Biedenkopf, 30. Juni. Tie Heuer n t e wird in dieser Woche beendet fein. Ter Ertrag, ist so groß, wie kaum einmal in öen letzten Jahren. Leider hat die Qualität durch den anhaltenden Regen sehr gelitten. Auch die Halm frucht steht sehr gut, hoffentlich wird das Wetter zur Ernte besser. Die Obstbäume haben nur strichweise gut angeietzt; die B e e r e n st r ä u ch e r zeigen ziemlich guten Behang, besonders auch die Waldbeeren. So" wird die Heidelbeer-Ernte dieses Jahr große Erträge bringen.
Sport.
— Der Mainzer Ruderverein wird am 2. Juli seine groffe Bierer-Mannichast, die Herren Falk, Mmthe, Cordes und EiSmayer, sowie seinen Skuller, den Meister Lucas, nach Hentey entsenden, behuis Teilnahme an der großen Royal Henley Regatta auf der Themse.
Luftschiffahtt.
Wien, 30. Juni. Der Freiballon „Ungaria" vom Wiener Arsenal 'war gestern zu einer militärischen Uebungsfahrt auf- gestiegen. Der Ballon landete glatt bei Neutera, explodiert« aber beim Zusammenlegen. Ein Oberleutnant erlitt lebensgefähr- "'He. Verletzungen: 15 Personen, die aus der Landbevölkerung zur vmfeleistung herbeige strömt waren, erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen.
Briefkasten der Bednktron.
(Anonyme Anfrage» bleiben unberücksichtigt.)
Sekretär F. Offenbach. Angenommen; mit dem Abdruck müssen Sie sich aber noch gedulden.
Airchtictze Nnchrrctzten.
6. Sonntag nach Trinitatis, den 3. Juli: Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten au5 der Matthausgemeinde.
Vormittags 97, Uhr: Prof. D. Eck.
Vormittags 117* Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.
3n der Iohanneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukas« gemeinde.
Vormittags 9’/2 Uhr: Pfarrer Ausfeld.
Vormittags 117< Uhr: Kinderkirche für die Johann e sgem em de. _ Pfarrer Ausfeld.
Abends 8 Uhr im Johannessaal: Versammlung und Bibelbesprechung.
katholische Gemeinde.
Gottesdienst.
Samstag den 2. Juli:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit Aiir heil. Beicht.
Sonntag den 3. Juli, 7. Sonntag nach Pfingsten- Fest Petri und Paul.
Vormittags von 67? Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.
n um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
r um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
„ um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf Fest-Andacht mit Segen.
Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: R. Lange.
Meteorologische beobachtungen der Station Stehen.
Juni Juli laiu
_
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Grad der Bewölkung in Zehniel der stchtb. HimmeU-sl,
Wetter
30.
2"
<37,2
16,2
12.0
87
WSW
4
-)
Bew. Himmel
30.
9“
740,5
12 1
9,6
93
SW
4
0
1.
7-
741,4
13,1
9,3
83
SW
4
0
Sprühregen
H 91 Nie
ochste 5 tebrigft derschlc
ämperatur a
ig: = 12,7
m 29.
, 29.
nm.
bis 30
, 30
. Jt
mt —
4- 18,0 °C.
ch 10,3 °C.
En gros: Tribus & Sandheim, Giessen.
. _ Auf-enha
4X Lanolin-Seife
Marke „Fanstring"
3 engotertjgi nach
-d.m ufsprüngl. ReteQl »o<n Iwjjahz. ke«ae«x>e7 e, Naumann. Offenbach s. M


