s Offen vacy, 22. Augufl. (Pnoanelegramm). 2NN Samstag wurde hier der 27-jährige Peter Gerhardt aus Darmstadt wegen eines Sittlichkeitsverbrechens im Sinne des § 176, 3 verhaftet. G. ist ebenso wie der am Freitag verhaftete Zenger aus demselben Grunde schon mit iy2 Jahren Gefängnis vorbestraft.
-ü. Lützellinden, 21. Ang. Hier fand Vorsteher» wähl statt. An Stelle des kürzlich verstorbenen Orts- Oberhauptes Hölz wurde Landwirt Hösbach gewählt.
Sine Bluttat in Hanau.
X. Hanau, 21. Aug. Ein entsetzliches Liebesdrama setzte heute unsere Einwohnerschaft in Aufregung. Der bei der Kgl. Pulverfabrik Hanau dienende 28 Jahre alte Zcugfeldwebel Müller unterhielt mit der 20jährigen Ber- käuferin Anna Jffland, der Tochter eines Eisenbahn-Unter» beamten, ein Liebesverhältnis, das diese aber zu lösen beabsichtigte. Heute mittag erwartete der verschmähte Liebhaber das aus dem Geschäft kommende Mädchen in der Bruchköbler Landstraße und gab nach kurzem Wortwechsel vier Revolver, schüsse auf es ab. Einer der Schüsse ging dem Mädchen in den Hinterkopf und war tödlich. Nach der Tat ent- stoh der Feldwebel aus seinem Fahrrad, wurde aber in der Nähe von Mittelbuchen ergriffen und der Militärbehörde aus- geliefert. Bei seiner Einlieferung wurde der Täter von einer großen Menschenmenge verfolgt, die heftige Verwünschungen gegen ihn ausstieß.
Die Grummet
Bei der heutigen
a) die Zusatzprüfung in Kulturtechnik,
b) die Zusatzprüsung im landwirtschaftlichen Maschinenwesen,
c) die Zusatzprüfung in Forstwirtschaft,
d) die Zusatzprüfung in Pflanzenzucht.
Für die den Kandidaten ferner offen stehende Prüfung für Tierzuchtinspektoren gilt eine besondere Prüfungsordnung.
Liudpaintuers Rückkehr.
Frankfurt, 21. Aug. Heute nachmittag verbreitete sich bei dem trotz schlechter Witterung auf dem Griesheimer Exerzierplatz ausharrenden Publikum plötzlich die Nachricht, daß ein Flieger sich dem Flugplatz nähere. Und wirklich sah man vom Taunus her in rascher Fahrt einen Llpparat sich nähern. Es war Lindpa int n er, der von Oppenheim, wo er zu einer Landung gezwungen war, zurückkehrte. Er führte in einer Höhe von 200 Met Ur einige wohlgelungene Schleifen über dem Flugplatz aus und landete dann trotz heftiger Winde glatt unter dem Beifall des zahlreichen Publikums, unter dem sich Prinz Albert von Schleswig-Holstein, der Vorsitzende des deutschen Fliegerbnndes befand, der jhn besonders, beglückwünschte.
(-) Hungen, 21. August. Am Samstag vormittag ist aus dem hiesigen Gefängnis ein 19-jähriger Sträfling, ein Pole, der wegen Diebstahl eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten zu verbüßen hatte, ausgebrochen.
W. Bad-Nauheim, 21. Aug. Prinzessin Ida Reuß ält. Linie ist zur Kur hier eingetroffen.
L. Friedberg, 21. Aug. Polizeirat Krämer von Darmstadt, der gestern morgen die Leitung des gesamten Sicherheitsdienstes übernahm, hatte gleich nach seiner Ankunft eine Besprechung mit Kreisrat Schliephake. Das Militärkommando stellt das in Butzbach liegende 2. Bat. des Regiments 16 8. — Die hiesige Schutzmannschaft konnte heute wieder ihre frühere, durch das Bombenattentat verwüsteten und nun wieder hergestellten Räume beziehen. Da das hiesige Post- und Telegraphenamt durch die fürstlichen Herrschaften wohl stark in Anspruch genommen werden dürfte, sind ihm noch Beamte zugewiesen worden.
-m. Friedberg, 21. Aug. Heute veranstalteten die drei hiesigen Militärvereine, Kavallerie- und Train-Verein, Krieger, und Veteranen-Verein, sowie Artillerie- und Pionier- Verein, eine Gedächtnisfeier an die Schlacht bei Gravelotte. An dem Denkmal der Gefallenen wurde eine
unu UU9 lujunirc uuuci in, tagt oer eine, uwent em ipottifHes Lächeln über sein sonnverbranntes Antlitz zieht, „das schönste ist, daß die Uhr täglich aufgezogen wird." !?! Ich höre, wie die Wanderer im Weitergehen noch so einige Bemerkungen austauschen. Zum Glück war keiner von unseren Stadtoberen in der Nähe. Ich glaube, daß sie von den Bemerkungen unserer Wanderer wenig erbaut gewesen wären. Aber ich glaube auch bestimmt, genützt hätte es doch nichts. Die Uhr wird doch nicht gemacht.
X Hartenrod, 20. Aug. Die Verhandlung gegen die hiesige Heilkünstler-Firma findet Anfang nächsten Monats statt.
[1 Marburg, 21. Aug. Heute mittag geriet hier ein junger Pferdeknecht, der zwei Pferde im Mühlgraben in die Schwemme ritt, in eine liefere Stelle und ertrank.
Gedächtnisfeier abgehalten. Professor Schöll hielt die Rede. )( Aus der Wetterau, 21. Aug.
ernte hat vielerorts begonnen und das Grummet ist recht ausgiebig und vorzüglich.
b Ober-Wöllstadt, 20. August.
Beigeordnetenwahl kamen Sieger wie Besiegte im Wirtshaus zusammen und es dauerte nicht lange, bis eine wüste Prügelei entstand. Mehrere wurden durch Messer- stiche schwer verletzt und mußten vom Kampfplatz hin- weggctragen werden. Auch diese Wahl wird, wie so viele ihrer Vorgängerinnen, ein gerichtliches Nachspiel haben.
Die Aeischteuerung in Oesterreich.
Wien, 20. Aug. Der Ministerrat befaßte sich in den letzten «Tagen mit der Frage der Vieh- und Fleisch- teuerung und beschloß, um eine Verstärkung des Angebots auf dem inländischen Markte herbeizuführen, unverzüglich eine vertragsmäßige Fleis ch einfuhr aus Rumänien in die Wege zu leiten, ferner mit der ungari-, s ch e n Regierung wegen Zulassung der Fleischeinfuhr aus Serbien schon vor Ratifizierung des Handelsvertrages zu verhandeln, sodann von Fall zu Fall die Erlaubnis zur Einfuhr lebender Rinder und Schweine unbedenklicher Herkunft aus -Italien, Holland und Frankreich zu erteilen, die Frage der Einfuhr argentinischen Fleisches erneut zu prüfen und schließlich eine Aeuderuug des E i s e n b a h n t a r i s e s ins Auge zu fassen, dagegen j den Erlaß eines Vieh aus fuhrv erb ots mit Rücksicht auf die L, ----- ----- u Bestimmungen der Handelsverträge nicht in Erwägung zu Vaterland schön verlaufenen Bezirkstag, ziehen. ' Die Kirch enuhr in Ulrich stein. Folgendes hübsches
ffieHnrhtriiPTT m.rh uns berichtet: „Papa, genau um dieselbe Zeit
Aus -fteiiett sind wir auch im vorigen Jahre hier angekommen," so hörte ich
v;„ k 1 o * Mutigen Sonntag vormittag einen jungen Mann zu seinem
Die Prüfungen in der Landwirtschaft anl Vater, mit dem er auf einer Sonntagswanderung begriffen, durch öerLandesuniversitätGießen. Das Großh. Hes- unseren Ort kam, sagen. „Ja, sieh mal an! Nach der Kirchenuhr fische Regierungsblatt Nr. 15, vom 19. Auaust, enthält S^nau dieselbe Zeit wie im vorigen Jahre." „Aber das kann eine Bekanntmachung die Vrüsunasordnuna für hie nic^t Umimen, wir sind doch zwei Stunden früher zu Hause
eine ^eiannimacpung, oie ^rulungvoronung für ore Av- weggegangen wie im vorigen Jahre." „Und es stimmt doch," Haltung von Prüfungen in der Landwirtschaft an der Groß- sagt da ein hinter den beiden dreinkommender Wanderer. „Und herzoglichen Landesuniversität Gießen betreffend. .An der H?enn Sie vielleicht nächstes Jahr wieder hierdurch kommen, so Landesuniversität können zwei verschiedene land- !^^ 9e.l“u ebensoviel Uhr." Da schlägt die Uhr auf dem Kirch- wirtf chaftlicke Prüfungen abaeleat werden- t5n?Är-^iecÄei9ey Minuten nach sieben; aber
i x avgetegr werden es schlagt fünfmal. Kopffchuttelnd gehen die Touristen weiter.
L ore Prüfung für das Lehramt der Landwirtschaft ,,Ja, und das schönste dabei ist," sagt der eine, indem ein spöttisches (Landwirtschastslehrer-Prüfung), r":~ r——-*■-------
2. die Abgangs-(Diplom-)Prüfung.
Zu beiden können außerdem als. Zusatzprüfungen vier Prüfungen treten:
Ausland.
Nach Blättermeldungen aus Athen sollen türkische Soldaten in das griechische Kloster Batopedi auf dem Berge Athos eingebrochen sein, zwei Mönche mißhandelt und nach Salonik mitgeführt haben. Unter den Mönchen des Athos herrscht große ^Erregung.
Am 21. Aug. fanden die Wählen zur Nationalversammlung statt. Sie verliefen überall ruhig. Der englische Handelsminister Winston Churchill, der sich gegenwärtig in Athen befindet, sprach den Wunsch aus, der Wahlhandlung beizuwohnen und sich nach mehreren Wahlbezirken zu begeben.
. Am 23. August in der Frühe erfolgt die Proklamation Montenegros zum Königreich, unmittelbar darauf wird sie den fremden Vertretern mitgeteilt. Es findet ein Tedeum und im Anschluß daran Gratulationscour statt. Ms Doyen des diplomatischen Korps wird der italienische Gesandte namens seiner Kollegen den neuen König beglückwünschen. Das Eintreffen des italienischen Königspaares! wird am 22. August erwartet.
Aus Bluesields wird gemeldet, daß Estrada Gra-! nada erobert habe.
Aus Portsmouth wird gemeldet: In Gegenwart oes spanischen Königspaares wurde der neue Dread- Pfizer //£ r i0dom Stapel gelassen. Das ^chrsf hat eine Wasserverdrängung von 22500 Donnen, eine von zehn 13,5 Zöllern und soll eine Ge- von 21 Knoten erreichen.
" w m a r e d i S t a di a fand am Samstag ^P^wart des Königs und der Königin der p ^?^danzerschiffes „Dante A l cg h i e r i" statt- Mxxi Stapellauf wohnten außerdem die Witglieder I
Ginntn mit juarbeitcn an ber Entwicklung und FörderungIder königlichen Familie die MinMer Varlamentarrer uno WeS schonen Landes. Wge Gott seinen Segen zu diesem Werke eine zahlreiche Menschenmenae bä ' äeten und möge die Provinz Posen grünen, blühen und sich ent-1 AusEbal DnfurSnnt gu
CIn Edelstein in meiner Krone. Darauf wollen wir unsere (^nweibnri^dpa. L n Crr^tr^ xTiqa7 der der
Maser erheben. Die Provinz Posen Hurra, Hurra, Hurra!" ^ren ^07 von fana-
Samstag abend fand im Posener Kaiserschloß eine E.ufelmanen rnl Marrakesch ermordeten Dr.Mäu- Berenade statt, an der 400 Sänger des Posener Pro- ?)amp hielt der Mrmster des Aeußern Prcho n eine Steije, Vrnzial-Sängerbundes teilnahmen. Bei der Tafel überwies ^ ?er er bie Pottttt der Radikalen pmes und sagte, die der Kaiser dem Generalsuperintendenten a. D. Dr. 5iesekiel ?^^ere Pottttk Frankreichs sei eine Politik des Frie- einen Betrag von 150000 Mk. aus seiner Privat- der nationalen Würde, und feine mili-
schatulle zu den Baukosten des Liakonissen- iaryche Macht solle das Pfand seiner friedlichen Politik sein, heims. L Telegramm der „Newyork Tribuna" aus New-
Ein Feldqotteßdienst, I^Vleans meldet: Präsident Madriz hat auf sein Amt
Posen 21 Auaust Der Kaiser die Kaiserin ?^^rchtet und K mit feiner Familie gefluchtet. Er C rJ eV . c[rTn' I)at Jose Estrada, den Bruder des Führers der Auf-
btesKronprinzessin sowie die anderen ständischen, zum Nachfolger ernannt. Estradas Armee anwesenden Prinzen und Prinzessinen des königlichen Hau- verfolgt ihn und steht jetzt vor Managua.
ses nahmen heute vormittag 11»/, Uhr an einem — — - ■ —
go11esdienst teil, der auf der Esplanade des Forts „M- Ans StaOt und Land,
mary" abgehalten wurde. Neben dem Feldaltar waren r M 99 9rnA1,rz 1Q1n
die Fahnen der Garnison aufgcftellt; zur Seite des Altars ber A<rn61, L 221 * "Ut
s'ch das Kaiserzelt. Die Truppen waren in selb-1sandenEndederlchtenbi"^bg^ng^spVüsung^en ft,. mXz... Xi« ~ * - -1... I . i. . ihren slhtup. Anoden
In der Nahe des Altars standen die evangelischen und katho- Prüfungen nahmen 23 Schüler der Hochbau- und 32 Schüler loschen Divisionspfarrer, die Generalität und die höheren der Tiefbau-Abteilung aus dem ganzen Großherzogtum Stäbe. Nach dem Gesänge des Liedes „Großer Gott wir Hessen teil, denen allen das Zeugnis der Reife zuerkannt loben Dich" hielt der evangelische Militäroberpfarrer des werden konnte. 5 Schüler bestanden die Prüfung mit.Aus- 5. Korps, Konsistorialrat Schaumann, eine Ansprache. Zeichnung.
Das Niederländische Dankgebet schloß die Feier. Der Kaiser ~ „!ni Ka iser-Wilhelm-Regim ent wurden am
nahm eine Reihe militärischer Meldungen entgegen unt) ^a”l§ta9 über 100 Reservisten für 5 Wochen eingestellt und
nahm den Vorbeimarsch der Zugkolonnen ab. In der ,n blc Cln3e(nen Kompagnien verteilt.
Nähe der Kaiserpfalz bildeten Krieqervereine des .^ ** Der Hassiabezirk Gießen hielt gestern nachmittag
Provini al-Sl rieaerbundes mit ihren ? \ahnenI k.<> qn cu.an dem
0 / -n. t -r? bie Vertreter von 37 Bezirksvereinen teilnahmen Der Bezirks-
Spalier. er Reichskanzler ist abgereist. Vorsteher Lehrer Daab-Lollar eröffnete den Bezirkäta/ mit
Der Kaiser verblieb nachmittags im Schloß. Um 4 Uhr einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Aus ber Jahresrechnung war Damcnempfang bet der Kaiserin. Es tour« daß im Frühjahr 1910 sür bie Vereine
den empfangen die Damen der höheren Militärs, die Damen Ak 20000 Patronen von
der höheren Beamten und die Damen des landesansässischen daß meite« Gewehre und Wow»“fütVOftober'ÄTIÄ >»tAoels. Zugegen waren auch die anwesenden Prinzessinnen, können. Nachdem die Kameraden Grünig und Schwarz- Um 9 Uhr begann der Zapfenstreich des MÜrsikkorps Gießen die Rechnung geprüft hatten, wurde dem Rechner Vo l'k- der Garnison. Die Musikkorps rückten dabei auf den Ehren-I und dem Bezirksvorsteher Da ab Ent-
hof des Schlosses. Die Stadt ist glänzend beleuchtet. k von der Providentia, ber
* Dassialotterie, der Gesellschaft Zürich und für Bezug von Hassia-
Berlin, 20. August. Laut dew „Reichsaureiger" ver- « wurden insgesamt 825,22 Mk. an die Vereine des lieh der König der Stadt Posen aus Autaß^ der^inweihung bwTaiff „ CfaÄ Bericht über
des Schlosses den Titel Resideuzstadt. Ans Anlaß der Ein- die Ünterstüsung ber Kameraden, die bei dem f"äbUr
toechung des Königlichen >L>chlo>ies in Po>en hat der Kaiser Bankkrach schwer geschädigt wurden. Aus dem Bezirk Gießen
eine grvsze Anzahl von Orden verliehen. Men 25 Vereine Gaben an die Sammelstelle gelangen lassen.
» In Orten, wo sich schon Hassiavereine l^siirden, muß ein neu ge
gründeter Verein bei Aufnahme in den Hassiaverband erhöhten Eintritt b^ahlen. Zu dem Bezirksfest in Londorf teilt .der Vorsitzen^ mit, daß auf die Huldigungstelegramme an Kaiser und Großherzog Antworttelegramme an den Bezirk eingetroffen sind Auf Vorschlag des Kameraden Kern-Mainzlar würbe der bisherige Vorstand durch Zuruf einstimmig wieder- gewählt: Vorsteher Daab-Lollar, Stellvertteter Leun- Grotzenliiiden, Rechner Volkmann-Heuchelheim, Schriftführer S ch i f f n i e - Gießen und K e i l - Klein-Linden. Zum Vertrauensmann für das Sammelwesen im Se^irf wurde Wagner- Gießen bestimmt. An Mitglieder, die 25 Jahre ununterbrochen einem Hassiaverern angehören, sollen besondere Abzeichen ausgegeben werden. Hauptmann Gabriel-Gießen dankt dem Bezirksvorsteher und dem Gesamtvorstand für die eifrige Tätigkeit. Der Bezirksvorsteher gedenkt noch des Feldzuges 1870/71, besonders beö Anteils ber Hessen in den Kämpfen um Metz, und dies! Veteranenappells zu Darmstadt. Sein Hoch galt den Veteranen. Bürgermeister Leun schloß mit einem Hoch auf das geeinte
Landwirtschaft.
— Ob st markt in Gießen. Bei hinreichendem Angebote soll Aniang Oktober d. Js. wieder in Gießen ein Obstinarkt abgehalten werden, der von Obstzüchtern, Vereinen, Gemeinden und Straßenverwaltungen der ganzen Provinz beschickt werden kann. Zu dem Obstmarkte wird zugelassen: a) sortiertes Taielobst 1. und 2. Auswahl und b) gevflücktes, sortiertes Wirtschastsobst. Tafelobst darf nur in einheitlichen Behältern in Mengen von 50,25 und 10 Pfund verpackt zum Markte gebracht werden. Die Verpackungsbehälter und Materialien können' zum Selbstkostenpreise vom Land- wirtschaftskammer-Ausschuß in Gießen bezogen werden, der auch aui Wunsch Marktordnung und Anmeldeschein an Interessenten abgibt. Der Obstmarkt, auf dem eine große Nachfrage nach geeignetem Obste zu erwarten ist, wird nur abgehalten, wenn hinreichend große Mengen Obstes garantiert sind. Die Obstzüchter werden deshalb aufgesordert, ihre ungefähren Angebote sobald wie niöglich dem Landivirtschaftskammer-Ansschuß in Gießen, spätestens bis zuni 15. September mitzuteilen, der über das weitere Verhalten dann Aufschluß erteilt.
Der Ueberlandflug Frankfurt-Mainz-Mannheim.
Schauflüge am Samstag.
Frankfurt a. M., 20. Aug. (Priv.-Tel.) Den Wetter-, Prognosen zum Trotz, die für drei Tage stürmisches Wetter an» gekündigt hatten, flaitte um 7 Uhr der Wind fast vollständig ab, fo daß die Flieger Lindpaintner, Lochner, Plochmann und Wien-^ eziers zu sehr schön gelungenen Schauflügen aufsteigen konnten. Plochmann erreichte dabei die größte Höhe von 70 Meterw Lochner hat die feste Absicht, morgen ftüh 5 Uhr zum Ueberlandflug, zu starten, da nunmehr sein Motor tadellos arbeitet. Auch die übrigen Flieger beabsichtigen, wenn irgend möglich, morgen M aller Frühe zum Ueberlandflug auf&ufteigen, |
Der große Tag. f
I) .Mainz, 22. Aüg, 1 I
Auf dem großen Sande hatte sich am Sonittag früh eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden. Lochner war auf dem Griesheimer Sand um 5,8 Uhr aufgestiegen. Um 5^ Uhr ging durch die Menge ein freudiges Jauchzen, in der Nähe ber Christus-« nrche sichtete man den ersten Flieger, doch infolge starken Nebels verschwand er wieder, um später aus der Richtung Biebrich kommend um 5,48 Uhr auf dem großen Sande zu landen. Es war Lochner; er streifte mit seinem Apparat dicht über den Bäumen, landete aber dann glatt. Der Flieger war ziemlich erschöpft, er wartete auf sein ihn begleitendes Automobil, in dem sich außer seiner Frau die Monteure mit dem Benzfth und Werkzeug befanden. Nach 25 Minuten kam das Automobisi die Veiffpätung hatte seinen Grund in einem unterwegs erfolgtes Motorschaden, der erst behoben werden mußte.
Lochner erklärte, baß es sehr schwer gewesen sei, sich bet dem herrschenden Nebel zurechtzufinden. Die Fahrt berat Main entlang fei ziemlich gut verlaufen, aber je mehr er sich dem Rheine genährt, desto mehr Nebel und Wind habe geherrscht^ Sein Apparat sei manchmal bedenklich ins Schwanken geraten. Infolge des Nebels habe er sich verirrt uitb sei bis Wiesbaden gelangt, erst als er dort die glitzernde Kup* pel der griechischen Kapelle wahrgenommen, habe er ge« wendet, fei über Biebrich nach dem großen Sande gesteuert^ Unterwegs habe sein M ot or plö tz l i ch v er f ag t; er fei aber wieder in Tätigkeit getreten, dadurch sei er tiefer hinab und nun mit größter Mühe über die Bäume gekommen.
Während Lochner seine Maschine nachfüllte, kam die Nach^ richt, daß Jeannin um 5,59 Uhr in Frankfurt aufgestiegen: und bald zu erwarten sei. Um das Flugfeld frei zu machen, stieg Lochner um 6,25 Uhr auf und fuhr dem Rheine zu, machte dort die Wendung rheinaufwärts und verschwand bald den Blicken! der Zuschauer. Wie man später hörte, landete Lochner mrt 9'Ubr 27 Min. 41 Sek. auf dem Flugfeld in Mann beim. Unterwegs war Lochner mit seiner Maschine über die Bäume geraten, bie er stark streifte, auf einer Wald,' chweise mußte er niedergehen. Landleute halfen ihm feinen Apparat auf freies Feld zu tierbringen, von dort konnte er dann; nach Mannheim weiterfahren.
Kaum war Lochner vom großen Sand in Mainz verschwunden» als Jeannin in Sicht kam. Er überflog 6,34 Ubr in einer Höbe von 150—200 Meter das Flugfeld und fuhr bann, nachdem; er eine schöne Schleife gemacht hatte, nach Weisenau zu wckter.
Er war kaum fort, als auch schon die Nachricht eintraf, daß, Lindpaintner in Frankfurt 6,14 aufge stiegen und bald zu erwarten sei. Zehn Minuten vor 7 Uhr konnte man ihn in weiter Ferne sichten. Er fuhr in langsamer Fahrt in einer Höhe, von 3—400 Meter. 7,2 Ubr überflog er das Flugfeld, machte zweimal eine großartige Schleife und dankte dem Publikum für die lebhafte Begrüßung mit der rechten Hand, dann wendete et\ id) dem Rheine zu. Kurz nach 8 Uhr kam die Nachricht, dast Lindpaintner um 8,10 Ubr in Geinsheim bei Groß-Gerau, infolge Motorschadens landen mußte. Auf Benachrichtigung kamen von Frankfurt im Automobil Monteure dorthin und besserteni den Schaden aus. Lindpaintner fuhr nach 11 Uhr nach Frankfurt zurück, um von dort aus erneut zu starken^
In Mannheim landete I e a n n i jt jint i7j Uhr 45 Min«. 20 Sek. glatt auf dem Flugfeld.
Montag früh werden bei günstiger Witterung acht Fliegeü! auffteigeu und ihren Flug nach Mainz—Mannheim unternehme^’


