Schlitz, Steinberg, ifonintyt, Sauterbctd), — Lauterbach, HovstnannS- feld, Herbiteiu; 7) Juli, 2. tHoherodskovffett): 9llteburq, Ernstberg, Hoherobskopf, Hartniannshain; 8) Juli, 30.: Nheinfahrt (Mainz - Bovvarb und gut ücf), Wanderung nach bem Vierseenvlatz; 9) August, "0.: 91 anstadt, Wippenbach, Wolf, Bübingen (Herbst- scluetzen); 10) (isertember, 17.: Nsingen, Bobenrob, Kleeberg, Butzbach: 11) Oktober, 1. ^Stidlmgslvanber.ing): Hartrnanns- hain, Tausslein, HoherobSkopf, Hochwalbhaufen; 12) November, 12: Bruchenbrücken, 9lieber-Rlorftabt, Ober-Mockstabt, Bingenheim, Echzell. 2lls auüerorbentliche Wanberungen fiiib noch vorgesehen: 1) Mai, 25. (Himmelfahrt): Hanau. Nonnebura, Langenselbold; 2) 'Mai, 28.: (Hauptverfammlimg in Laubach), Bad-Lalzhausen, Ulfa, Storn^eld, Laubach: 3) Juni, 23., abenbS: Besuch des JohanniSteuers in 6)rotz-Steinheirn; 4) September, 3. Herbstauöslug des Gefamtvereins): Ntbba. Reipperts, Schotten, ferner sind vier Fgunilienausflüge in die nähere Umgebung vor- gesehen.
Dermiicbtcs»
• „D i e schlimmsten T b e a t e r s e i n b c sind Theobore Roosevelt, die drahtlose Telegraphie, die Flugmaschinen und ber Kineniatograph". ^as wenigstens ist ber Tenor einer beweglichen Klage, bie ber Londoner Ihcaterbireflor Irving im Namen seiner notleibenben KoUeae n austunmt. Die Lonboner Bühnenleiter blicken ouf schlimme Blonate zurück: die Einnahmen waren so schlecht, wie nie zuvor, bie Sbänfer leer, und währenb bas Publikum den Nevuen unb grosten Pautomvmen weniastens noch Halbwegs treu geblieben ist, entschließt es sich' immer schwerer zu bem Besuch ber Kunst- ftntten, ivo Schausv'p'le aiifqeführt iverben. Viele Hunberltausenbe smb in den letzten Nionalen in Loudon verloren worben, unb mit banger Sorge sragenk sich die Direktoren: „Wie soll bas enden?' Der befannte Direttor Hicks, der eine Reihe von Theatern gebaut bat, in denen Werke von Shakesveare unb ernstere Drunien gespielt wurden, schüttelt traurig bas Hauvt unb erklärt: „Die drahtlose Telegravhie, die 9leroplane und Roosevelt haben bas ernste Drania a-mordet. In früheren Zeiten gingen die Leute ins Lyeeum-Tueater, um Henry Irving als Hamlet zu sehen, unb eine Woche lang bilbete 'dann bieses Ereignis ben Gegenstand ihrer Unterhalt.uig. Ter ei'ne lobte ben ersten Akt, ber zweite zog ben dritten vor, inan diskutierte bie?luffasiung, bie Gesten, bie Sprache, man hatte Zeit. Henle denkt niememb mehr an so etwas. Man geht am Abend vielleicht ins Theater unb benkt am Morgen noch einen Augenblick an bas Erlebte zlirück, aber bann kommen die Zeitungen mit ihren Sensationen. Das Ergebnis sind bann Unter- ha! ningen telqenben IGenres: „Was halten Sie von bem ersten 2tft ?" „Schön, — iiber hören Sie, weiß Gott, ber Grahama White ist über den )Kanal geflogen. Was diese Flugmaschinen machen, ist doch fabelhaft." „Der Monolog „Sein ober Nichtsein" war doch herrlich?fl „Ja, ich wein nicht recht, aber ich sand ihn doch auch ausgezeichnet. . . . Uehrigens schauen Sie Her, Johnson ist m ber zweiten Riuabe beinahe „knocket out* gewesen.' „Nur bei ber OpHehi . . „Herrgott noch mal, Roosevelt hat schon wieder eine Rede gehalten." Unb dieser amüsanten Klage fügt Laurence Irving eine vraktische Erklärung für den Niedergang des Dramas in England hei: bas moderne Theater erstickt an seinen erhöhten eigenen Ausgaben. Die Ausstattung verschlingt Unsummen unb die Gagen der nutzen Schausvieler wachsen ohne Absehen. Das Volk aber eilt in ben Kmematographen, hier kann es für em paar Groschen alle Sensationen des Tages erleben, und dieser Konkurrenz ist eine moderne Bühne nicht gewachsen.
* Die Frauen unb ber Farbensinn. Schon mehrfach ist m der Wissenschaft die Hypothese ausgestellt worben, baß die Frau über einen ausgeprägteren Farbensinn verfügt als der Manu und daß sie Farben schärfer und deutlicher unterscheidet. In Amerika sind nun umfassende Experimente veranstaltet worden, deren interessante Ergetmisfe V. G. C. Hermon in den University of Colorado-Siudies veröffentlicht. Die Beobachtungen zeigen, daß die alte Annahme einer Revision bedürftig ist, denn die von Prof.
RicholS vorgenommenen Versuche beweisen, daß der Mann Rot, Gelb unb Grün schärfer wahrnimmt rote die Frau, die ihrerseits roieberum Blau genauer averzivierl als der Mann. Aber diese Resultate stimmen nicht völlig überein mit anderen, die Miß H. B. Thompson gewonnen hat; nach ihren Versuchen ergab sich, daß ber Mann auf weißem Grunde Blau imb Gelb besser wahrnimmt, die Frau bagegen Rot und Grün. Aber auch Miß Thompson komnit zu bem Schlüße, baß im allgemeinen ber Farbensinn bes Mannes stärker enüvidelt ist als ber den Frau.
* Aberglaube in Irland. In den westlichen Grafschaften von Irland herrscht no chimmer ein furchtbarer Aberglaube, so wie man es in unserem Zeitalter gar nicht mehr für möglich halten sollte. Nichtdestoweniger glauben die Leute dort alle fest daran, und etwaige Zweiter werden von der ganzen Gesellschaft mit dem größten Haß verfolgt. Die bekannte medizinische Zeitschrift „Laueet" führt in ihrer letzten Nummer einige krasse Beispiele für den in der Grafschaft Roseommon herrschenden Aberglauben an. Wenn zum Beispiel jemand seinen ersten Anfall von Epilepsie hat und dabei auf einen gepflasterten Hof fällt, so muß man einen der Steine, auf die der Kranke gefallen ist, herausheben und dann ein Huhn schlachten Und pin Stück des noch warmen Fleisches zusammen mit einer Silbermünze tn das Loch legen, welchem der Stein genommen ist urrd diesen dann wieder darauf tun. Der Korrespondent des „Lances b-erichtet, wie er einmal gesehen habe, wie ein Kind, das sich auf dem Wege zur Schule befand, in einem epileptischen Anfall auf die Straße fiel. Mehrere Leute liefen herbei, aber eine alte Frau kam aus dem Hause heraus und rief den Leuten zu, das Kind nicht zu berühren. Sie zog ihm dann das Hemd aus und verbrannte es, dann zog sie dem Kind ein anderes Hemd an und kleidete es wieder vollständig an, sie erklärte darauf, daß sich der Anfall sicherlich nicht wiederholen würde. In der Grafschaft Mayo glaubt man an das folgende Mittel zur Beseitigung von Warzen. Man nimmt zwölf Strohhalme und schneidet sie so, daß die Glieder in die Mitte kommen. Dann steckt man die zwölf zusammen in- den Erdboden und wenn sie dann von unten wegzufaulen beginnen, gehen auch die Warzen langsam weg.
* Unter Kameraden. „Kamerad sind verlobt; Braut wohl kolossal reich?" — „Ach, reich gerade nicht — aber blödstnnig begütert!"
* Aha! „Woher haben Sie denn das zerkratzte Gesicht?" -- „Oh, ein Famitienereignis; vor einigen Tagen überraschte mich meine liebe Frau mit einem gesunden Mädchen." — „Ja, aber das M doch damit nichts zu tun?" — „Oh doch — es war unsere Köchin!"
Kleine Tnqesckronir.
Bei Essen entstand in der Nacht zum Dienstag zwischen ausländischen und einheimischen Arbeitern ein Streit, bei dem ein Rumäne namens Bora durch Messerstiche getötet und ein Oesterreicher schwer verwundet wurde. Zwei weitere Personen wurden leicht verletzt. Die Polizei verhaftete sieben Teilnehmer an der Ausschreitung.
Aus Schloß Holte (Westfalen) wird amtlich gemeldet: Am Dienstag morgen e n t g l e i st e n auf Weiche 2 des Bahnhofes Schloß Holte die letzten vier Wagen des Personenzuges Nr. 653. Ein Personenwagen wurde umgeworfen. Sechs Personen erlitten Kopfverletzungen, fünf leichte Abschürfungen. Ein.Gerätewagen ist angefordert worden. Der Verkehr wird auf Gleis 3 aufrecht erhalten.
Ter frühere Armeernusikinspizient Gustav Roßberg ist nrt Alter von 73 Jahren gestorben.
Ta der Ballon „Saar" bis Montag abend nicht gefunden wurde, werden die Nachforschungen als vergeblich angesehen. Es ist (nur mit der Hoffnung zu rechnen, daß entweder der Ballon in wenig bewohnten Gegenden gelandet, ober von einem Schiff ausgenommen worben ist. — In der Nordsee herrschte erneut ^schw eres Unwetter, wodurch die Schiffahrt sehr beemträchtigt war., Auf Helgoland konnten die Schiffe die Reede nrcbt verlassen. Tie Arbeiten bei dem Hafenneubau mußten zeit- wcilrg eingestellt werden.
Tie Rettungsstation Amrumsüd der Deutschen GeselI- schast zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 14. November wurden von dem auf Seesand gesunkenen deutschen Besanewer „John Georg", Kapitän Benedixen, mit einer Zementladung .von Itzehoe nach Whk bestimmt, zwei Personen durch das Rettungsboot „Picher" der Station gerettet.
Tie Seine ht, so wird aus Paris vom 15. d. M. ge- xneldet,. in den letzten 24 ©tunbfn 12 Zentimeter gestiegen.
Ans London wird gemeldet: In ber Nacht zum Dienstag fuhr bei Darlington im Bahnhof ein Expreßz u g auf einen still st ehenben Güterzug. Die Trümmer, bes Erpreßzuges, dessen Maschine nmfchlua, wurden weit herum- qefchleudert. Die Wagen des stillttehenben Zuges würben eine englische Meile weit fortgetrieben. Ter Führer imb ber Heizer be§ ExvreßumeS wurden sofort getötet. Auf bem stillstehenben Zuge mürbe kein Personal verletzt.
In Kathlow, Kreis Kottbus, stieß der Eigentümer Krüger seinem erwachsenen Sohne aus Unmut darüber, daß ihm dieser Geld zu Schnaps verweigerte, ein Messer ins Herz. Der Sohn war sofort tot.
Im Schwarzer Meer herrscht starker Sturm. In der Nöbe von Tuapse wurde ein Fahrzeug an den Strand geworfen; drei Personen ertranken.
Die Blätter melden ans Schanohai: In der Patronen- fabrik zu Paetmasu hat eine furcht bare Explosion statt- gefunden. 23 Personen wurden getötet, 12 schwer verletzt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.
Verlauf ber Witterung feit gestern früh: TaS über England laaernbe Tief ist weiter gezogen Es liegt über Osibeutschtonb. Bet feinem Vorbeiziehen sinb strichweise geringe Regen gefallen, ^c'fen liegt jetzt auf ber Rückseite ber Depression unb bainit im Bereich kühler nördlicher Winbe. Von Nordwesien nähert sich eine neue Depression, bie aber noch feinen Einfluß hat.
Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag bem 17.Novbr. 1910: Trocken, nördliche Winbe, kälter.
Niederlagen: Jean Weisel Fernspr. 235 und
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Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittag D/s Uhr, auf dem
neuen Friedhof statt.
6290
Gießen, ben 16. November 1910.
109578
8-pferdige
Giessen (Bismarckstr. 28), Mühlhausen i. Th. und Leipzig, den 15. November 1910.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Georg SchmalL
im 84. Lebensjahre.
Danksagung.
Für bie vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei bem uns so schwer betroffenen Verluste meiner lieben Frau, unserer guten Tochter, Schwester, Schwägerin unb Tante Arav ArollN Gßnthek ueb. SAcider sowie für die hilfreiche Pflege ber Schul- und Kranken« fdjroeitern sagt innigsten Dank
Im Namen ber trauemben Hinterbliebenen: Franz Günther, Schaffner.
Statt besonderer Anzeige.
Heute morgen entschlief sanft unsere liebe Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter
Frau Gerhard Adami Ww.
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