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15.4.1910 Drittes Blatt
 
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160, Jahrgang

Drittes Blatt

Nr. 87

Gießener Anzeiger

erscheint »glich mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Cberhefjen

DieGietzener ZamlNenblStter" werden dem »Anzeiger* vrermal wöchentlich beigelegt, daS Xreisblott für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Freitag 15.Apr»l 1910

Rotationsdruck und Berlag der Vrühl'schen UnwersitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Sieben.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedltton und Verlag: «0 61. Redaklwn:e^l12. Tel.-AdruAnzeigerDreben.

Beobachtungen der Station Gietzen.

Höchste Temperatur am Siiedrigste , ,

Kapitän >fau auf Dem Atorteratgieticher bei Pontreiinaberiud)C, Die der Verankerung von Üuftfchissen im Eise dienen follen uns >ür die Polarexpedition bestimmt sind- Wegen des schlechten Spetters unterblieb diesmal die Teilnahme Zeppelins. In zwei oder drei Wochen werden die Versuche wiederholt.

Luftichistahrt.

Stuttgart, 13. April. Im Auftrage der Zeppelin- Lustschiffbaugesellschast unternahmen der Ingenieure Losch und der

ILirc^iiche Nachrichten.

Loangeilsche vjeiueinoe.

Jubilate, Sonntag den 17. April: Gottesbicnft.

In der Lladtkirche.

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer D Schlosser.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche <ür die Matthausgememde.

Pfarrer D. Schlosser.

In der Zohanneskirche.

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrassisteut Hanstein.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.

Pfarrer Bechtolsheimer.

Nächstkunftigen Sonntag Cantate, den 24. April, nehmen in beiden Kirchen die Fruhgotlesdiensle um 8 Uhr und in Verbindung damit die Christenlehren für die Neukonfirmierten wieder ihren Anfang, und zwar zum erstenmal für die Neukonfirmierten au3 der Matthäus- und Lukasgememde. Die Eltern iverden gebeten, ihre Kinder dazu anzuhallen. Ebenso ergeht an die Dienstherr­schaften und Lehrherren bie Bitte, dafür die Zeit freigeben zn wollen. , , c .

Die Heftchen mit unseren Gottesdienstordnungen find auf der Geschäftsstube Kircbfiraue 1, bei den Kirchendienern und bei allen Verkämern von Gesangbüchern für 5 Pfg. zu haben. Die Gc- meliideglieder werden gebeten, sich solche anschaffen zu wollen.

Uatholische weinemöe.

Gottesdienst.

SamStag den 16. April:

NachmUtagS um 6 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

Sonntag den 17. April, 3. Sonntag nach Oster«: Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

Vormittags um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.

um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

, um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.

MUitargollesdienst.

Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; sakramentalische Bruder- fchafts-Andacht.

13. bis 14. April = 4- 21,6 ° 0.

13. . 14. w = + 10,8 "0.

Deutsche Kolonien.

Die Lüderitzbuchter Denkschrift. Eine Denk­schrift der Lüderitzbuchter betreffend die Verhältnisse im Diamantgebiete ist soeben dem Reichstage zugestellt morden. In 12 verschiedenen Kapiteln nnd 9 Anlagen wendet sich das stattliche Heft gegen die Diamantenpolttik des Staats­sekretärs und widerlegt eine große Reihe bedeutsamer Argu­mente, welche der Staatssekretär im Budgetausschuß und im Reichstag angeführt hatte.

In der Einleitung wenden sich die Lüderitzbuchter gegen die Darstellung, als wollten sie an die Stelle der privile­gierten Gesellschaften treten, sondern betonen, daß die vier größten Gemeinden, da der Landcsrat bei der Beratung über die Tiamantenfrage noch nicht einberufen war, sich KU jenen Bittschriften entschlossen hatten und daß das ganze Schutzgebiet darüber einig sei, daß die Interessen des Staa­tes zu wenig gewahrt seien. Jrn zweiten Kapitel wird über die Geschichte der Entdeckung der Diamantenfelder imb deren Entwicklung berichtet. Die Behauptung, die An­siedler, Bäcker, Schuster und Schneider, verständen nichts von Diamantenbau, wird angefochten durch die Feststel­lung, daß Bürgermeister Kreplin, der erste Direktor der ^wlmcrnskop Ltd., mit ausgezeichnetem Ersolge gearbeitet hat, die Gesellschaft habe nach hohen Abschreibungen und nach Rücklage von 10 v. H. zu einem Reservefonds 55 v. H. Dividende im ersten Geschäftsjahre verteilt. Der Unter­nehmungsgeist der vielen kleinen Leute im Lande habe das ganze Sperrgebiet bis zum Oranje erschlossen und sich auch in die völlig unbekannten Gegenden nördlich davon gewagt. Weiterhin wird festgestellt, daß die Ansiedler für die Er­schließung der nördttchen Felder 1 Million bares Geld auf- gcvrachl hätten, eine Summe, welche keine der privilegierten Gesellfäsaften riskiert habe. Das Eindringen fremden Ka­pitals sei durch die ablehnende, geradezu feindliche Gesin­nung des deutschen Großkapitals sehr gegen den Willen der Einwohner vor sich gegangen, doch sei die Höhe frem­den Kapitells nicht nennenswert. Erst nachdem von den Ansiedlern der Beweis der Abbauwürdigkeit der Felder erbracht worden sei, habe der Staatssekretär, von seinen Machtbefugnissen Gebrauch gemacht, drei deutsche Gesell­schaften den Löwenanteil an dem Reichtum der Felder ge­sichert; die Gesellschaften hätten nicht das geringste Risiko gelaufen. Zum Schluß heißt es:

Für das Land, das wir lieb gewonnen haben, bitten wir, der Reichstag wolle dahin wirken, daß erstens das seinerzeit be- stehendc Sonderrecht der Kolonialgesellschaft über den 1. April 1911 hinaus nur unter solchen Bedingungen verlängert wird, die eine angemessene Gegenleistung zu Gunsten des Fiskus des Schutz­gebietes vorsehcn, 2. neue Sonderrechte nicht mehr verliehen werden, es sei denn zu Gunsten des Fiskus, 3. daß Landkonzessionen nicht mehr verliehen ober im Wege des Vertrages bestätigt werden, daß vielmehr die von Land-Gesellschaften zu Unrecht erhobenen Ansprüche auf dem Prozeßweg zurückgewiesen werden, 5. daß den Förderern die Möglichkeit gegeben wird, eine wirksame Kontrolle über btc Verwertung ihres Eigentums durch die Regiegesellschast auszuüben. 6. Der Pachtvertrag über den fiskalischen Diamant­felderbesitz aufgehoben und durch ein die Interessen des Staates

Wandern und Helfen.

Friedberg, 14. April. Der Taunusklub Wetterau" (Sektionen Friedberg und Bad-Nauheim), der seit vorigem Jahr auch dem Vogelsberger Höhenklub angehort, hat für die Zeit vom 1. April 1910 bis 31. März 1911 den folgenden Wanderplan festgesetzt: 17. April: Bad-Nauheim Hos Lasse! Heck Marienkapelle Cransberg Kapersburg Ober-Rosbach (Marschzeit 5Vs Stunden, Führer Direktor Dörr- Friedberg): 8. Mai: Assenheim Wickstädter Hof Sternbacher Kirckx Engeltal Höchst a. d. Nidder Ostheim (Mzt. 6Vz Stunden, Führer Finanzrat Hoos-Friedberg); 12 Juni: Hof- heim Eppstein Niedernhausen Platte Wiesbaden BiebrichMainz (Mzt 5 Stunden, Führer Geometer Ritzett- Friedberg); 3. Juli (außer Programm): SchottenBilstein Hoherodskopf Gackerstein Sckwtlen (Hoherodskopfsest) (Mzi 4»/- Stunden, Führer Finanzrat Hoos): 17^Zuli: Büdingen Tier­gatten Haingründau Gelnhausen (Mzt. 3 Stunden, Führer 'Finanzrat Hoos): 6. und 7. August (Odenwald): Zotzenbach Tromm Tromtürm Schimmelbcrg Waldmickielbach (lieber» nachten!) Hardberg Heiligkreuzsteinach Neckargemünd Nachensahtt nach Heidelberg (Mzt. 3 und 6V- Stunden, Führer Geometer Ritzett): 11. Sept.; GelnhansenBad OrbWächters­bach (Mzt. 4 Stunden, Führer Schriftsteller Wichmann-Bad- Nauheim): 9. Okt.: Butzbach Kleeberg Braunfels (Mzt. öV2 Stunden, Führer Lehrer Oßwald-Bad-Nauheim); 6. Nov. - Fried­berg Ockstadt 'Dicke Eiche Saukops Forsthaus Winter - stein Bad-Nauheim (Mzt. 4 Vs Stunden, Führer Direktor Dorr und Major Stamm-Bad-Nauheim); 4. Dezember: Wölfersheim Münzenberg Kloster Arnsburg Lich (Mzt. 4 Stunden, Führer Lehrer Oßwald): 8. Jan. 1911 (Schneetour): Friedrickisdorf Lochmühle Saalburg Feldberg Sandplacken Homburg v. d H (W. 7 Stunden, Führer Professor Kramer-Friedberg): 1'4 März 1911 (außer Programm): Friedrichsdorf Bimstein Lochmühle Saalburg Homburg v. d. H. (Mzt. 5 Stunden, Führer Postsekretär Hotz-Fttedberg). Die Wanderungen am 3 und 17. Juli werden an denselben Tagen auch vom Zweigverein Gießen des V. H.-C. ausgeführt.

* Marburg, 14. April. Um die Aufmerftamkelt der wan­dernden Schüler auf das an der Lahn, Eder und Ohm gelegene Oberhesfischc und Hinterländer Bergland", das durch seine Schön­heit und Mannigfaltigkeit keiner der aepriesenen Gegenden Mittel­deutschlands nachsteht, zu lenken, hat die Ottsgruppe Marburg des Oberhessischen Tonttstenvereins ht ihrem Gebiete Schüler­herbergen eingerichtet. Eine größere Anzahl Gastwitte in Marburg wie in Biedenkopf, Hatzfeld, Homberg a. d. Ohm, Nordeck, Lendorf, Holzhausen und Steinperf haben sich erboten, den wan­dernden Schülern Nachtlager und Morgenkafiee zum Preise von 0,60 bis 1 Mark zu gewähren.

besser berücksichtigendes Abkommen ersetzt wird. 7. Jede Stellung­nahme des Reichskolonialamts in privatrechtlichen Angelegenheiten zugunsten einer bestimmten Partei und jeder Eingriff in Privat- rechte künftig vermieden wird. 8. Daß f amtliche Vertrage, durch welche das Schutzgebiet finanziell belastet wird, tonne Vertrage und Abkommen mit verschiedenen Gesellschaften, welche in Berlin abgeschlossen werden sollen, dem Kaiserlichen Gouvernement und dem Landesrat vorgelegt werden, um beide Instanzen vorher wenigstens gutachtlich zu hören."

April

1910

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