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16.6.1910 Erstes Blatt
 
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s. zuverlässiges ftinbtr für 2 Zinder im Sfe Ei 3 Jahren aus 1. Quh Liierten mit Bild uti tspr. an Frau Lange. !silla Bietsch. Ki

che em Dienstmädchen, jüngeres für Zinder inksurter Straße 30.

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liigc ftöd)in> Hausarbeit übernimm, oder 1. Juli gesucht.

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politnebe Tagesschau.

Für b:e Stichwahl in Friedberg-Büdingen.

Die ^Nationalllberale Korrewondenz" fordert ein ent­schiedenes Eintreten der Nationalliberalen für v. Helmolt in der Stichwahl:

Es wird nun für die Stichwahl darauf aukoinmen, alle Kräfte z u s a m m e n z n r e i ß e n , uni das Mandat wenig- si e n s nicht d e r S 0 z i a l d e >n 0 k r a t i e a >r h e i in f a l l e n ju lassen. Wenn die mehr als 4000 Stimmen der Nati 0 nalliberalen geschlossen für Dr. v. Helmolt abgegeben werden, so ist es sehr ivotil möglich, die Sozialdemokratie trotz ihres großen Vorsprungs ans dem freite zu schlagen.^ Es ill nicht zu verkennen, ein wie schweres Spier eine solche Ltimmabgabe für die nationalliberale Partei des Wahlkreises bedeutet, nachdem sie von dem Bund der Landwirte in einer Weise verleumdet und verdächtigt wurde, die zwischen nationalen Parteien bisher noch

Die Eröffnung Oes spanischen Parlament;.

M 0 dri d, 15. Juni. In der Thronrede, die der König Alfonso heute bei Eröffnung des Parlaments verlas, wird er- llärt, daß die Beziehungen Spaniens zu allen anderen Mächten an­dauernd freundscl-aftliche seien. Die hohe F ü r s 0 r g e d e s P a p- st e s und die Empfindungen kindlicher Hochachtung, welche man dem Papste schulde, ließen hoffen, daß unter voller Wahrung der wechselseitigen Achtung vor den beiderseitigen Prärogativen die glückliche Entente zwischen Spanien und dem »ethgen Stuhle keine Unterbrechung erleiden werbe.

Mit Frankreich durch em Band loyalen Zuiammenwirkens ver- bilnden, fahre Spanien fort, innerhalb der durch internationale Abkommen gezogenen Grenzen sich an der Reformarbeit zu be­teiligen. Die Regierung werde darauf hinwirken, dan die Kor­porationen dem bürgerlichen Beremsgesetz unterworfen werden, ohne daß damit ihre geistige Unabhängigkeit berührt würde. Tie Verhandlungen mit dem Ä e i l i g e n 1-0 t u h l e wegen Aushebung der nickt unbedingt notwendigen Klöster würden sortgefetzt. Das Vereinsgesetz vom 30. Juni 1887 solle einer Revision unter­zogen werden. Die Regierung werde ferner eintreten für bic al I» gemeine Wehrpflicht, für ein starkes, über alle modernen Errungensclwften verfügendes Seer. Auch die Marine solle reorganisiert werden. In der Thronrede wird dann eine Steuerreform angekündigt, nach der die Verteilung der Lasten in gerechterer Weise erfolgt. Ebenso soll die Erbschafts- ftener in dem Sinne abgeändert werden, daß sie eine mäßige, aber entschiedene Progression zeige. Ferner sollen Vorlagen emge- vraa.n werden, bctrefrcnb das Wahlrecht, Fünorge für tue Ar­dener, den öffentlichen Unterricht ufw.

Ausland.

Aus W i en wird gemeldet: In der Sitzung des Deutschen! Nationalverbandes am Mittwoch befürworteten der Mi­nisterpräsident, der Unterrichtsminister und der Justizminister ein­gehend den Einigungsvorschlag der Regierung bezüglich der Er­richtung einer italienischen Rechtsfakultät, welcher dar­aus oinausgehl, daß binnen 3 Jahren, spätestens zum Winter­semester 1914/15 eine selbständige italienische Rechtsfakultät in einem Orte innerhalb des Wohngebietes des italienischen Volks- stammes in Oesterreich errichtet wird. Spätestens im Jahre 1912 soll diese Angelegenheit verfassungsmäßig erledigt werden. In­zwischen wird die Regierung ermächtigt, für die Dauer des oben festgesetzten Zeitraumes eine selbständige italienische Rechtsfakultät provisorisch in Wien ins Leben zu rufen. Die Minister ver­wiesen auf die schweren Verwicklungen, welche eine Ablehnung des Vorschlages nach sich ziehen würde. Die Beratung wird fortgesetzt.

Die Agence .Havas meldet aus London: Das AuswärtigL Amt schlug den Schutzmächten vor, ihre Streitkräfte in den Gewässern von Kreta zu verstärken, um im­stande zu sein, eine Landung vorzunehmen, falls der Widerstand der Kreter dies notwendig machen sollte. Die Londoner BoN'chaAr ber Schutzmächte teilten den Vorschlag ihren Regierungen mit. Wir glauben zu wissen, daß die englische Regierung bereits den Befehl erlassen hat, diese Maßregel unverzüglich zur Ausführung zu bringen.

Aus Petersburg wird gemeldet: Die kaiserliche Familie begab sich am Mittwoch nachmittag auf her Jacht

niemals erreicht worden ist. Trotzdem darf für

liberalen Bübingen-Friedbergs kein en d u g en bl 1 a ein Zweifel be ft eben, wohin sie die Pflicht rüst. Sobald sich auch mir ein kleinerer Teil der Stichwahl fern hall, ilt der Lozial- demokratie der Sieg sicher. Tas aber ist aut irden ,;all zu ver­meiden'. Tas g e m e i n f a m e bürgerliche In t e re \ l e hat ui diesem Augenblicke allen anderen, noch so ver>landlichen Ruck- chleu und Gefühlen vor anzustehen.

Ob die Freisinnigen auch eine Stichwahlparole heraus«

Deutsches Hcidb

In Berlin fand am Mittwoch eine D e l e g i erte nv e r-t fammlung des Hansabundes statt, wobei der geschäfts-. führende Direktor Oberbürgermeister Knobloch ^Berlin) den Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr erstattete. Der Bum» zähle 35 Bezirksgruppen und 145 Ortsgruppen. In etwa 900 Orten seien Vertrauensmänner des Bundes vorhanden. Der Bund habe bereits unentgelttiche Buchführungskurse für Handwerken eingericktet, auch auf anderen Gebieten sei er tätig gewesen und habe namentlich eine rege Versammlungstätigkeit entfaltet. Die Reden wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Nach einem kurzen Schlußworte des Vorsitzenden Geheimrats Rießer wurde die Versammlung geschlossen.

Das Schiedsgericht int Baugewerbe fällte in Dresden den Spruch, welcher lautet: Die gegenwärtige« tariflichen Löhne werden während der Vertragsdauer im allge­meinen um 5 Pfennige erhöht. In den Orten, die nach der letzten Volkszählung wenigeralsdOOOEinwohner haben, wird der tarifliche Lohn um vierPfennige erhöht. Gehören solche Orte nach dem letzten Tarifvertrag zu dem Vertragsgebijetl eines größeren Ortes, so tritt anch hier eine Lohnerhöhung um 5 Pfennige ein. Die Anrechnung bisher gewährterLohnerhöhungar ist technisch schwer möglich, würde zu Ungerechtigkeiten führen unb den Abschluß der Bewegung stark verzögern und mußte daher a b g e l e h n t werden. Tic Lohnerhöhungen haben folgendermaßen stattzufinden: 1. Wo 5 Pfennige gewährt werden, sofort ein Pfennig, am 1. April zwei Pfennige und am 1. April 1912 zwei Pfennige. 2. Wo vier Pfennige gewährt werden sofort ein Pfennig, ab 1. April 1911 zwei Pfennige, am 1. April 1912 wieder ein Pfennig Vollzogen von den Urparteiischen: Ober­bürgermeister Dr. Beutler, Geh Regierungsrat Wiedfeld, Re­gierungsrat Prenner. Die Beschlüsse über die Abkürzung der Arbeitszeit werden den weiteren Verhandlungen überlassen, ebenso verschiedene andere Punkte, wie die Frage des Teuerungszu-t schul'ses usw.

Die bayerische Regierung über den päpstlichen . Hirtenbrief.

In der bayerischen Kammmer hat der Kultusminister i Wehner auf eine Anfrage über den Hirtenbrief mitgeteilt, daß die bayerische Regierung in Rom ähnliche Schritte getan habe wie die preußische. Auch der Erfolg sei derselbe ge­wesen:

Mu nchen, 15. Juni. In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten begründete Cassel­mann (lib.) die Anfrage über den Borromäns- Hirt end rief. In allen Kreisen der deutschen Prote­stanten und bis Tief in die Reihen der Katholiken hinein, hätten die Worte über die Reformation und die Fürsten Entrüstung hervorgerufen, denn deutsche Männer und deutsche Fürsten seien an der Reformation in erster Linie beteiligt gewesen. Auch wenn man über die Geschichte der Reformation verschieden urteile, habe die oberste katho­lische Stelle keinen Freibrief zur Beschimpfung der Refor­matoren, und die dogmatische Intoleranz dürfe zur Kritik, aber niemals zur Kränkung und Beschimpfung Andersgläu­biger führen. Wer die Rechte der Souveräne beanspruche, habe auch die Pflichten der Souveräne zu üben. Das gelte auch für den Papst. Man brauche in Deutschland dem konfessionellen Frieden. Die Liberalen woll­ten sich durch die Enzyklika nicht hindern lassen, mit ihren katholischen Mitbürgern in Frieden zu leben. Daß der Papst jetzt sein Bedauern ausgesprochen habe, sei zu be­grüßen, aber das Unheil, das die Enzyklika angerichtet habe, lasse sich dadurch nicht gutmachen.

Cassclmann forderte im weiteren Verlaufe seiner Rede eine amtliche Erklärung von der bayerischen Regierung, nrad sie zum Schutze der Protestanten getan habe, die einen Drittel der bayerischen Bevölkerung aus- mnd)teu. Tief bedauerlich sei, daß der Erzbischof von Bamberg den Hirtenbrief als erster veröffentlichte. Zur Förderung des Einvernehmens zwischen der tonfest'ionell gemischten Bevölkerung Frankens könne das nicht beitragen.

Kultusminister v. Wehner erklärte, die baye­rische Regierung fei, sobald sie von der Enzyklika Kenntnis erhalten 'habe, nicht im Zweifel gewesen über deren Wir­kung. Die Staatsregierung betrachte die Erhaltung des konfessionellen .Friedens als eine ihrer wichtigsten Aus­gaben. Die Enzyklika wurde wegen ihrer Art und Form, 111 der über die Reformation geurteilt wurde, in protestan­tischen Kreisen als eine schwere Kränkung empfunden. Es bestand Gefahr, daß das ungestörte Zusammenleben der Kon­fessionen beeinträchtigt werde. Andererseits dürste die Staatsregieruna auch nicht außer 9lcht lassen, daß die katho­lische Kirche in kirchlich en Dingen innerhalb der versafsungK- mäßigen Grenzen selbständig ist. Die Staatsregic- rung hielt hier und in Rom mit ihrer An­schauung nicht zurück, wie verletzend die En- zyklika auf die Protestanten getoir ft I) aj?e und wie die S r aa t s r eg i e r u n g dies vom Stand­punkte des konfessionellen Friedens be­dauere. Ter Kardinal-Staatssekretär erwi­derte, daß nicht im entferntesten die Absicht bestanden habe, die Protestanten zu beleidigen. Auch in dem in der vergangenen Nacht eingetroffenen Telegramm desbaveri - s ch e n G e s a n d t e n i n R 0 m sei ihm seitens der Kurie eine offizielle Antwort erteilt worden. Der Nuntius wies bereits die bayerischen Bischöfe an, dieEnzyklitaweder in den Kirchen, noch in den Amtsblättern zu veröffentlichen. Daß in Bamberg die Veröffent­lichung bereits erfolgt sei, seieine ihn unangenehm b e r ü h r e n d c T a t s a ch c. Auf eine Anfrage tn Bamberg teilte der Redakteur des dortigen Erzdiözesanblattes mit, daß die Veröffentlichung ohne Wissen des abwesenden Erzbischofs geschehen ist und daß er sein übereiltes Vorgehen lebhaft bedauere. Tic .StaatSregierung wird nach wie vor alles tun, um den konfessionellen Frieden zu wahren. Sie hoffe, daß die beteiligten Konfessionen alles fernhalten würden, was den Frieden stören könne.

Die ftemdenfeindliche Gefahr in Nanking.

£ London, 14. Juni.

Zu den Unruhen in China wird demStandard" aus Schanghai geschrieben: Aus Nanling wird noch über ein gut Teil fremdenfeindlicher Gefühle berichtet, aber da )ie Regierung in Peking von den Mächten offen gewarnt worden ist vor den Konsequenzen, die eintreten wurden, wenn ein fremdenfeindlicher Ausbruch ftattfrnben wurde, bat man keine Zeit verloren, Truppen aus Schantung dorthin zu entsenden und den lokalen Truppen die Munition abzunehmen Um aber nichts dem Zufalle zu überlassen, entsendete England zwei Kriegsschiffe und Deutschland eins nach Nanking, und es verlautet, daß einer der beiden englischen Kreuzer während der ganzen Dauer ter Ausstel­lung im Flusse bleiten wird, der nur drei Meilen von der Ausstellung entfernt ist. Nanling eignet sich nicht für Straßenkrawalle, da die Straßen breit und gerate trug sind und gut disziplinierte Truppen in kurzer Zeit die Strapen räumen könnten. Ater die Zerstörung der Ausstellungs­gebäude wäre eine ganz andere Sache, und die fremden Marinetruppen würden drei Meilen wert zu markieren haben, bevor sie den Schauplatz erreichen würden. Gegen­wärtig ist die Stadt mit Plakaten gegen die Un­ruhen ausgestattet. Für den Augenblick ist Die An­kunft einer großen Menge Reis aus Saigon und dre Be­setzung der Stadt durch neue Truppen wirksam genug, aber die Bevölkerung betrachtet jeden Ausländer mit großem Argwohn. , .

Was die Ausstellung selbst angeht, so ist sie (wie ge­wöhnlich) noch nicht annähernd fertig, aber die Art, in der die Chinesen einen absolut wüsten Strich Lautes in so kurzer Zeit mit großartigen Bauwerken, meistens fremder Art, bedeckt haben, ist geradezu wunderbar. Gute Wege führen zu der Ausstellung. Ein imposantes Gebäude wird für den Vertreter ter chinesischen Regierung aufgefichrt, und unmittelbar außerhalb ter Ausstellung geht die Stelle für die neue Provinzversammlung ihrer Vollendung ent­gegen. Der Steubteingang ist ebenfalls sehr imposant, und die Türme und hauptsächlichsten Gebäude sind für China in der Tat sehr schön. Tie Ausstellung wird durch elek­trisches Licht beleuchtet, das von englischen, deutschen und amerikanischen Firmen installiert worden ist. Vor­läufig aber ist noch nicht ein einziger Ausstellungsstand fertig, und die Wege find noch aufgeschottert."

Nachdem gegen die Stimmen des Zentrums die Besprechunqder Anfragebeschlosfen worden war, erklärte Abg. Dr. D all er (Zentr.), daß feine Partei die gleiche Siellung einnechme, wie das Zentrum im preußi­schen Abgeordnelenhause und die Beteiligung an der Be- jprechung ablehne. Aus die Förderung des lonfessionellen Friedens nehme das Zenrruui stets bedacht. Abg. B e ck h (freie Vereinigung, beteuerte die Beschimpfung der Refor­mation durch die En-Yklika. man müsse aber den konfessio­nellen Frieden wahren. Müller (Soz.) folgerte aus der Enzyklika die Notwendigkeit einer Trennung von Kirche und ^taat. Günther (liberal) erklärte sim mit der Er­klärung des Ministers im allgemeinen einverstanden, nur hätte sich der Minister nicht au den Redakteur, sondern an das Domkapitel menten sollen. Kultusminister 0. Weh­ner erwiderte, er habe, da ter Erzbischof abwesend ist, sich an das Ordinariat Bamberg gewendet, das seinerseits auch die Antwort gegeben habe. Gleick-zeitig habe das mit der Redakrion des Erzdiözesanblattes beauftragte Domkapitel Die mitgeteitte Auskunft erteilt. Damit schloß die Be­sprechung. *

Dresden, 15. Juni. Der aposwlifche Vikarbischos Dr. Schäfer ist heute mittag vom König in Audienz emp­fangen worden. . . , , ,

Berlin, 15 Juni. Der hiesige K i rch c nr c ck ts t c tzr er Geheimrat Kahl, der die Versammlung im Zirkus Busch leitete, nimmt in der ,, Täglichen Rundschau" zur Antwort Roms Stellung. Die Untecbrückunq der amtlichen Publikation der er .'jfiita fei zweifellos cm großer Erfolg dec preußischen Ltaats- regierung, ja ein einzigartiges Ereignis, ein. voller Ruckzug, eine glatte Niederlage Roms. Daß die preußische Regierung du weitergehenden Mitteln nicht gegriffen hat, jei zu billigen. Indem sic ihren Einspruch mit einer geschichtlich u n e r h o r - ten Schnelligkeit durchgesetzt hat und im Bewußtsein ihrer

Kraft auf das Aeußerstc maßvoll verzichtete, habe sie lub um ba» Vaterland und den konfessionellen Frieden verdient gemacht.

Paris, 15. Juni Die Presse beicbärtigt sich ein­gehend mit der Antwort des Heiligen Stuhles auf bie preußische Einspruchnote. DerTemps" schreibt:

Aus die vom preußischen Gesandten überreichte h o s - liche . aber tr 0 ckene und strenge N 0 te hat der Vatikan mit einer Mäßigung erwidert, welche seiner Antwort den Cha- ratter einer Entschuldigung verleiht, -^iklt! Ant­wort komme einem Widerruf der Enzyklika gleich. Ter iöeuigc Stuhl hat sich der deutschen Regierung gegenüber geschmei­diger und versöhnlicher benommen, als dies sonst seine Art war. Tie Nützliclsteitspolitik, beten er sich diesmal fähig gezeigt hat, wäre ihm auch bei anberen Gelegenheiten von Das^^ou^n al desDebats" schreibt: Wenn man sieht, daß ein Zwist von solchem Umfange auf diese Wem geregelt werden konnte, so kann man nur auf das tiefste bedauern, dasi die Unfähigkeit und unverständige Leidenschaft unserer Politiker Frankreich eines solchen Mittels zur Verteidigung seiner Inter essen und seines Einflusses beraubt hat.

geben werden? _______

Aus Hessen.

R.B. Darmstadt, 15. Juni Der So überaus- chuß für bic Verwaltungsgesctzrcvision be­handelte in seiner heutigen Sitzung die Borschristen Der Artikel 51102. Diese Artikel beschäftigen sich mit der Einleitung und Durchführung der Wahl zum ^meinberat, der Besetzung der Bürgermeistereien, der Wahl, den Dienst- bc-ügen und tem Ausscheiden des Bürgermeisters und Der Beioeorbneten aus dem Amt, der Tätigkeit des Gcmeinde- rats und der Genehmigungspflicht der Geschäfte und Be- chlüsse des Gemeinderats. Die Vorschriften über bas Wahl­verfahren sind neu gefaßt und einheitlich in der ©tarne* und Landgemeinteorbnung bem Verfahren über das Reichs­lagswahlrecht entsprechend gestaltet worben. Die Abstim­mung erfolgt mit Stimmzetteln, die der Abltimmendc selbst dem Wahlvorsteher in einem atm 1 ich gestempelten Umschlag überreicht. Tic Stimmzettel müssen von weißem Papier ohne Kennzeichen sein, die Umschläge von bunkelfarbigem, undurchsichtigem Papier, auch muß ein her Beobachtung- unzugänglicher Raum oder eine Vorrich.ung mit ^isch vor- lanben sein, damit der Wähler unbeobachtet seinen Zettel in den Umschlag stecken kann. Bei Art. 85, der die Ster* fchriften über die Bestätigung der gew-ihlten Bürgermeister und Beigeordneten enthält, wurde die Bestätigung oer Bürgermeister und Beigeordneten durch den Kreis- und Pro- vinztalausschuß beibehalten. Tic Vorschriften über bie Dienstbezüge der Bürgermeister in der Landgemeinbeordnung l aben in der Regieriingsvorlage eine neue Fassung erhalten. Der Ausschuß hat jedoch die Entscheidung in dieser wich­tigen Frage vorläusig ausgesetzt und will die Frage ter Besoldung'ter Landbürger meister durch besondere Vorschrif­ten festgelegt wissen. Tie Bure au kosten sollen lediglich bem tatsächlichen Bedürfnis angepaßt werden, und die Ver- gütuna, welche ter Bürgermeister für die Verrichtung von Privatbefchäftigung erhebt, sollen in die Gemeintekasse fließen. Der Ausschuß will über diese Bestimmungen zu­nächst die Ansichten der Regierung hören. Die Fortsetzung der Beratung erfolgt Donnerstag vormittag.

Nr 138 Erstes Blatt 1«O. Jahrgang Donnerstag 16. Juni 1910

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