irr. 266
vierter Blatt
B*1d)ctHi mit Hutnabme bei Rann^i.
General-Anzeiger für Gberhesjen
Zahn-Creme
Mundwasser
R
öleften, den 12. IIoDember 1910
Mecum ObeMrflenn«yigr
Dr. Ufinger Propinztilbirektor
Dr. Biermann
Unlperfltatsrektor
Güngeridj
CanbgerUhupraßbcnt
Somstag, (2. NovMber fW
SUtttiwnabrucf <n* 'Beriag bet vrLbNch« Unmerfudtl • ©udh «ob 6<ttnbni4e«i.
8t. Lange, (Mtcfeau
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Redaktion, Exvedttton und Tnirferet: 6<b*
7. Expedition und Berief: egvbL 9U6ehu>n;eWiiä. teL-2U>uStnieteediwNile
Wagenmangel nnb Schiffahrt.
Das Gespenst des Wagenmangels, das jahrelang unsichtbar war — nämlich während der Zeit der duruiederlie- aenden industriellen Konjunktur — tritt, so lesen wir in 5er ,Fbln. Ztg", mit fernem ganzen unangenehmen Charakter seit einigen Wochen wieder in die Erscheinung, doppelt fühlbar wegen der unmittelbaren Folge hinter den schlechten Seiten. Jetzt, wo Vorräte aufgestapelt und kost- spieliae Einrichtungen für erhöhte Leistungen aller Fabri.eri getroffen srnd, fehlt es häufig an der Gelegenheit zur Beförderung der Produkte, nämlich an Güterwagen. Wir wollen, so schreibt das Blatt, die Frage nicht untersuchen, ob etwa der Vorwurf gegen die Eijenbaynverwaltung verdient ist, daß sie in Seiten, da die Industrie schwach lag, nicht genügend Wage» und Lokomotiven beschafft hätte, sonder» wallen von vornherein voraussetzen, daß im Herbst mit einer gewissen Wagenknappheit stets zu rechnen sein wird; denn es wäre unwirtschaftlich für die rasch vorübergehende Periode der gleich, zeitigen Getreide-, Rüben- und Brennstofftransporte eine genügende Anzahl Wagen zu beschaffen, die den größten Teil des Jahres müßig umherstehen würden. (Es wird also zu untersuchen sein, ob nicht dte erforderliche Beförderung auf andern Wegen zu erreichen ist, und du bieten sich bis zum Eintritt des Frostes die Wasserstraßen als leistungsfähige Helser dar — vorausgesetzt, daß jie von den Eisenbahnen genügend bedient werden und nicht wie üblich, ebenfalls am Wagenmangel beteiligt werben. Angesichts des letzt im Vordergründe des Interesses stehenden Gesetzes über die Schijsahrtsabgaben müssen für die dem Wasserverkehr auszuerlegenden Pflichten und Lasten ihm auch die nöligen Rechte Vorbehalten werden, $u diesen
Einlnblinn 3ur rgfgr bgs Sgt?artsfagsfgftgs Seiner königlichen fjoheft bes Oroßhgrzogs wird Freitag, ViUlUUUliJJ. den 25. November b. )s. nachmittag; !'/, Ul)r Im Saale bes öefellfcbaftsperelns baijierein
Spielplan bes Gießener Stabtthraterr.
Direktion: Hermann Stnngoeuer.
Sonntag, 13. November, nachmittags 3»/, Uhr, bei kleinen Prellen, unter Mttioittunq der Kapelle des hiesigen Jntamerie- RegimenlS: »Der Verschwender.- Ende 61/, Uhr. Abends 7l/t Uhr, bei kleinen Preisen: ,Der große Name.- Ende nach 9V. Uhr. Dienstag, 15. November, abends 8 Uhr: 7. Dienstags-Abonne- menls-Vorsteüung : .iaifun/ Schauspiel in vier Akten von Melchior Lengyel. Ende 11 Uhr. Mittwoch, 16. Nov., nachmittags 8^/, Uhr, bei kleinen Preisen: ,Das Cpfeilamm/ Ende 5*/, Uhr. Abends 71/, Uhr, bei gewöhnlichen Preisen, unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen In'anterie-Regiments: .Die Förster-Christel." Ende 10'/, Uhr. Donnersiag, 17. November, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (Studierende, sowie Schüler und Schülerinnen zahlen kleine Preise: Gastspiel der französischen Gesellschaft A. Roubeaud: ,Le Bourgeois Qentilhomme“ und .Les Pr6ciea»e8 Ridicules“ Ende nach io Uhr. Freuag, 18. Nov., abends 8 Uhr: 6. Frettags- AbonnemenkS-Borsiellung: ,Ut de Franzosentid/ Lustspiel w vier Auizügen. Nach Friy Reuter bearbeitet von William Schrrmer. Ende gegen 10'/, Uhr.
Voranzeige: Sonntag, 80. November, abends TL Uhr: -Die Räuber/
fest-ssssen LLLLLLLLLLLLLLLL
ftattflnben. Die Unterzeichneten beehren sich, ble Börgerfdjaft Oleßens hierzu ergeben^ dnzulaben.
£l[ten, In welche Clnzeidjnungen bis zum 20.1. IH. erbeten werben, liegen bei ben Herren ernst Balfer, IHäusburg 11, Crnft Challier, Heuenroeg 9, Couis £inb, Kirdjenplat? 10, Im Cafd fjettler, Frankfurter Str. 1, sowie Im 6efellschasts° oerein aus. Der Preis für bas trockene öebeck elnfchl. ber für Musik etc. erwachsenden Unkosten betrügt 3,50 Mk Rbfagen bestellter öebecke können nur bis zum 23. I. Mts. einschließlich angenommen werben und haben bei Herrn Hausverwalter tobt im öefellfchaftsoerein zu erfolgen.
Kuverts mit Firma SSastt
L)erbcaa)weiSderBefahigungzurlleber- no^me eines Kirchenamts ist nachgewiesen wor- den von den Kandidaten der evang. Theologie Ernst Bönning aus Darmstadt, Ferd. B ü r st l e i n aus ReiSkttck-en, Adalbert Eck aus Gießen, Karl Frohn aus Engelstadt, Ludw. F u ch s aus Darmstadt, Jak. H o f m a n n aus Singen, Otto Kappesser aus Worms, Wllh. Koch aus Leihgestern, Gg. Reith aus Wörrstadt und Friedr. Weik aus Eberstadt.
** Don der Freidenker-Vereinigung wird und geschrieben : lieber „D i e Ueberwindung des TodeS" wirb am kommenden Sonntag abend auf Veranlassung der hiesigen Freidenker-Vereinigung der Prediger der freireligiösen Gemeinde rzranksun a. M., tzerr W. Klaute, in Hotel „Einhorn" sprechen. (Siehe Jnseratenteü.)
** Eine totale Mondfinsternis, bie in fast gnnz Asien, in Europa, Afrika und Amerika gesehen werden kann, findet in der Nacht vom 16. zum 17. Novern« ber statt. Sie beginnt abends 11.44 Uhr und endigt 2.58 Uhr morgens. Von 12.55 Uhr bis 1.47 Uhr ist der M o n d t o t a l v e r s i n st e r t. Für den Anblick mit bloßem Auge oder in einem Opernglase wird der Schatten der Erde von links nach rechts in die Monldscheibe eindringen, so daß man den Eindruck erhält, der. Schatten überhole in seinem Lauf den Mond. Tatsächlich ist aber das Unn gekehrte der Fall; der Erdschatten flieht gewissermaßen vor dem Mond, letzterer überhott chn und taucht mehr und mehr in chn ein bis zum völligen Verschwinden. Der Erdschatten ist am Rande nid)t scharf begrenzt, sondern: verwaschen, bisloeilen wie rauchartig. So lange der Schatten nur einen Teil der Mondscheibe bedeckt, ist er dunkelgrau, während der totalen Finsternis zeigt er dagegen einen rötlichen Schimmer. Am besten beobachtet man eine Mondfinsternis mit einem guten Opernglaje, Ist die Totalttät vorüber, so sieht man gewöhnlich am Ost- rande des Mondes, wo sich sehr hohe Berggipfel befuvi den, ein blaues Licht und einige Minuten später erst den vollen Sonnenschein. Die letzte, in Deutschland sichtbarer totale Mondfinsternis war am 4. Juni 1900.
tm »euer ttelsuiolgesttz.
Im „Tag” freut sich der ewg Arzberger darüber, daß eine reiner früheren Anregungen im jtvlunuilanu fetzt aus fruchtbaren Bvoen gejadtn |et Ec schreibt u. a.:
primären Lagerstätten der südn-estasrikaniia-en Diamanten sind immer mxy unbetaiuu; die Ansichien der ipeologen darüber gehen auseinanoer. Aber ein ro bedeutender Fachmann tote der Berliner Professor Dr. Scherbe verirttl mit gnrer Begründung die Ansicht, datz die Urlageiltatten sich un Meere befinden, und die gcianncn südiveslafrllaniichen Felder vom Meere ange- fchwemrnt worden seien. Eine träfiige Unterstützung erhalt dreier Geologe durch die Tatsachen, daß die größten und schwersten Steine am nächsten der Küste lagern, und daß das Meer immer mehr znrücktrllt; auch die anderen Beweisgründe von Dr. Scheibe lauen stch hören. Da entstand nun die Frage: wer hat das Recht, imMeere nach den primären Lager st alten i u suchen? Wem gehören diese etivaigen Diamanten? Im Fnichahr drang ich auf den Erlatz einer entiprechenden Kaiserlichen Verordnung, bie heute schon über alle Zweifel kl ar stell en )oll, daü hier nur der Fiskus „idjurien" und Abbau treiuen darf. Damals fand Ilch bei Tarn bürg wenig Gegenliebe. £>eute ist es aber anders. Die neueste Nummer des Reichsgefetzblattet (Nr. 25) enthält eine Kaiserliche Verordnung, deren grundlegeiide Bestimmung lautet:
n den Schutzgebieten Afrikas und der Südsee stehl die ausschließliche Berechtigung, Mineralien im Sinne der Berg» Verordnungen im Meeresboden auszusuchen und zu gewinnen, dem Landesjiskus des Schutzgebiets zu."
Das Reichskolonralamt Hal die erforderlichen Ausführungsbestimmungen zu erlafjen. Ein kluges, wettvorausschauendes Kolonialgesetz, das die Rechte des Fiskus beizeiten wahrt. Sehr anzuerlemien ist, daß diese Verordnung sich auf alle Mineralien erstreckt (Edelsteine sind im Sinne der Bergverordnung and) Mineralien), und daß sie alle Schutzgebiete umfaßt. Diese Voraussicht wird eine spätere Zeit doppelt dankbar begrüßen. Ter RerckfSiag wird heute einmütig Himer dem Reichskolonialamre stehen, wenn es auf diesen Bahnen weiterwandelt.
Tie nächste Aufgabe würde sein, .ein besonderes Berggesetz für die Gewinnung und Verwertung von Edelsteinen zu erlassen Tie Eingliederung dieser Materie in das allgemeine Berggesetz bat sich als im höchsten Grade unzweckmäßig erwiesen und führte schon zu vielen Mißhelligkeilen. Man farm auch nicht in einem Gesetze den Abbau von Eisenerzen und Diamanten nach derselben Schablone regeln. Es solches Edelstein-Berggesctz wäre für alle Kolonien ein Gewinn und könnte manchen Schaden, der in Süd- lvest erstand, nod) reparieren.
gegün vor allem £>a» xemi, von der E.sendahn prompt bedient zu werden, denn die zu beladenden und zu löschenden Schiffe müssen mit regelmäßiger Wagen- Üellung rechnen, um keine unnötige Liegedauer zu haben, anderseits werden die Eijenbahnwaaen bei den kurzen Ab- und Zufuhnoeaen zu den Umschlaghäfen und bei den verhältnismäßig langen Wasserwegen der Schiffe mit ihren großen Fassungsräumen nur wenig beaniprucht, dagegen die Bahn von den billigen Massentransporten stark entlastet. Es ist ja bekannt, wie gut z. B die in regelmäßigen Transporten zu den Klppvorrrchtungen der Häfen gehenden Kohlenwagen ausgenutzt werden, weit besser als die auf langen Wegen, Rangierbahnhösen, Nebenbahnen und Anschlüsien sich verzettelnden Wagen. Als erste Regel auch bei Wagenmangel muß daher ausgestellt werden: Volle Wagengestellung für den Schifssumschlagverkehr. Einer ernsten Prüfung seitens der Bahnverwaltungen — wegen der deutschen Güterwagen-Gemeinschaft auch der Bundesstaaten — wird es bedürfen, ob die gegenwärtige BeschafsungSquote dem steigenden Berlehr genügt, oder ob die rege.mäßigc Vermehrung des Wa^eiiparls cm ttbhusttrev Tempo anneymen sollte. Die euoas notleideiiden Waggonfabriken waren zu erheblich größerer Leitung wohl imitande. Die augenblicklichen Wagenaestellungen gehen weit über das Maß der frul-eren Jahre hinaus, ttotzdem jetzt von einer Hochkoniunttur nicht eigentlich gesprochen werden kann.
Für Bismarck ben heiligen Nepomuk.
Die Ehre von Horstmar in Westfalen ist gerettet Fast hätte das fast ganz katholische Sladtchen ein Bismarck- Denkmal erhalten, aber in letzter Stunde ist das glücklich verhindert wurden und durch die Weisheit der Stadtväter ward daraus ein Standbild des heiligen Nepomut Der klerikale „Münstenjche Anzeiger^ beuchtet darüber vom 3. d Mts.:
„Wie bereits mitgeteilt, beabsichtigt man auf dem bisherigen Terrain des „StiNleitteiches" euien Goldiischttich aujulegen unb in dessen Mute ein Bismarck-Trulmal zu errichten. Die,es Projekt gab in ber heutigen Studtoerordnttcnjitzung zu euur lebhaften Debatte Veranlassung. Nach mehrfacheui Für und Wider tarn man zu dem Entschlüsse, an Stecke des BiSmarck-Denkmals das Denkmal des heiligen Johannes von Nepomuk zu errichten. Dieses Denkmal wird ebenfalls aus weißem Sanbstein gefertigt werden. An dem unteren Telle des Denkmals wird nach der Straße hin das Bild eined Murrsterlander Bauern nach Ao des Münsterer „jhcpenfuU", nach der Seite des angrenzenden BurgmannShofes das Blld der AtuttergoUes in der betannten Ausführung der ,,ilüma Hlls" angebrackst, lvahrend die beiben andereii Seiten Jn- schristen tragen werden, die auf die einjhge Zweckbestimrnung des bisherigen „Strnkenleiches", seine Beovendung als Festung^- grabai, Bezug haben Am Fuße des Denkmals soll, wie jchom berichtet, em hübscher Brunnen angelegt werden"
Der UUranwntaniamua yaue ja sein Haupt verhüllen müssen, wenn in [einem getreuen Horsttnar statt des Watw- nalheiligen der Tschechen der Begründer des Deutschen Reiches ein Denkmal erhalten hätte.
2Ut> Staöt und Land.
Gießen, 12. November 1910.
** Doktor-Ingenieure. An der Technischen Hochschule in Darmstadt haben im Studienjahre 1900—10 folgende Oberhessen auf Grund der von chuen abgelegten Diplom-Hauptprüsung den Grad eines Diplom-Ingenieurs erhalten: Hch. List mann aus Frischbom (Architektur), Hch. Diehl aus Münzenberg (Bau-Jngenieurwesen), Karl Krämer aus Gießen (Majchinen-Jngeriieurwesen) und Ludwig Backes aus Ober-Eschdach Mettrotechnik).
** Zulassungen zur Rechtsanwaltschaft. Der Gerichtsasseisor Aug. N u ß zu Gernsheim wurde zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Seligenstadt, der Notar Friedr. Karl Bohn zu Oppenheim, nack)dem er dre Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Alzey aufgegeben hatte, zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Oppenheim zugelassen.
**Das Patentals Geometerll. Klasse wurde dem Geometergehllsen Gust. Sckmidt aus Eichelsdorf für den Kreis Darmstadt, und dem Leonhard Pauly aus Lim-


