ß&r Fehler, der Vvnder Stadt, toemTirgenb möglich, jetzt noch rück- göngig gemacht werden sollte.
Ku'rz vor Abdruck des vorstehenden Artikels erhalten wir die hoch erfreuliche Nachricht, daß von einem sehr an -gesehenen Vertreter der chemischen Jndu st rie die Garantie für di e Aufbringung der Nestsnmme übernommen worden ist. Somit erscheint das Werk, falls nunmehr dieStadt Gießen entgegen- kommt, gesichert.
2lus Stadt und Land.
Gießen, 17. August 1910.
Aussterbende Vögel unserer Heimat.
Schon oft hat man die Wahrnehmung gemacht uno In Wort und Schrift darauf hingewiesen, daß die Vogelwelt unserer Gegend immer mehr abnnnmt. Landwirte und Forstleute klagen über die Zunahme Mr schädlichen Insekten, die namentlich der gedeihlichen Entwickelung unserer Forst- und Obstkulturen arg zusetzen. Man bemüht sich durch Anbringung von Nistkästen, durch Bepflanzung der Bahndämme mit Dornsträuchern und durch verschärfte Maßregeln gegen die Zerstörer von Brutstätten der immer mehr um sich greifenden Abwanderung unserer einheimischen Vogelwelt Einhalt zu tun. Wenn in dieser Weise Staat und Gemeinde Hand in Hand gehen, dann kann zum Schutze unserer lieben Sänger in Feld und Wald viel geschehen, ihnen das fernere Verbleiben in ihrer alten Heimat weiter zu ermöglichen.
Eine Abwanderung mancher Vogclarten hat bereits stattgefunden, so daß man von einem Älssterben in unserer Gegend wohl reden darf. Drei Vögel sind es namentlich, die bei uns auf dem Aussterbeetat stehen — der Wiedehopf, der Eisvogel und die Elster.
Der Wiedehopf, ein Höhlenbrüter, braucht zur Herstellung seines Nestes meist Kuhdünger. Durch das Eingehen des Weidebetriebes in unserer Gegend sind ihm zwei Lebensbedingungen genommen worden, der frische Kuhdünger und die dabei sich sammelnden Mistkäfer. Wo noch Viehherden auf die Weide gehen, da ist auch der Wiedehopf anzutresfen.
Der Eisvogel baut sein Nest an die Ufcrränder unserer Bäche, da, wo die Bodenart das Auswühlen einer höhlenartigen Vertiefung es zuläßt. Die Höhlung ist schräg am Uferrand cingegraben mit der Neigung nach dem Bache, so, daß bei Regen oder Hochflut das cingedrungene Wasser wieder leicht abfließen kann. Seitdeni man aber — um immer mehr Land zu gewinnen — die Bachläufe möglichst gerade gelegt und die Uferrändcr mit Stcinschichtung befestigt hat, ist der Eisvogel überall da verschwunden, wo ihn: seine Nistgclegenheit für immer genommen ist.
Die Elster, auch Ätzei genannt, war in früheren Jahren der Verfolgung durch Buben ganz besonders ausgesetzt. Man hielt sie nämlich für einen argen Dieb, der namentlich Gold- und Schmucksachen aus den Häusern hole und in seinem Nest aufbcwahrc. Mit der Zerstörung der Nester und der Ausforstung des Erlenbestandes an den Bächen und Flußläufeu ist auch der Elster ihre frühere Heimat verleidet worden. Sie hat sich dahin verzogen, wo der Wilde, nicht der Kulturmensch, ihr als der bessere Mensch erscheint. B.
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** Erledigte Leh rerstelle. Eine Lehrerstelle an der katbol. Schule zu Dieburg ist erledigt.
** Billige Briefe nach Amerika. Folgende Schiffe befördern Briese nach den Vereinigten Staaten von Amerika zum Preise von 10 Pfg. für je 20 Gramm: „Prinz Friedrich Wilhelm" ab Bremen 20. August, „Kaiser Wilhelm II." ab Bremen 23. August, „Cleveland" ab Hamburg 25. August, „Kaiser Wilhelm der Große" ab Bremen 30. August, „Amerika" ab Hamburg 1. September, „George Washington" ab Bremen 3. September, ,Kronprinzessin Cecilie" ab Bremen 6. September, „Cincinnati" ab Hamburg 8. September, „Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 13. September, „Kaiserin Auguste Victoria" ab Hamburg 17. September, „Kacker Wilhelm II." ab Bremen 20. September, „Deutschland" ab Hamburg 24. September, „Kaiser Wilhelm der Große" ab Bremen 27. September. Alle diese Schisse außer „Cincinnati" und „Clevcland" sind Schnelldampfer oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor dem Abgang die schnellste Besörderungsgclegenheit bieten. Es empfiehlt sich, die Briese mit einem Leitvermerk wie „direkter Weg" oder „über Bremen oder Hamburg" zu versehen. Die Portoermäßigung erstreckt sich nur auf Briefe, nicht auch auf Postkarten, Drucksachen usw. und gilt mir im Verkehr mit den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch mit anderen Gebieten Amerikas, z. B. Kanada.
** Der Gesangverein,Harmonie" (gegr. 1846) veranstaltet am Sonntag ein W a l d f e st im Hardtwäldchen.
ed. Bingen, 15. Aug. Da§ in Coblenz liegende 3. Telegraphenbataillon, sowie das Fernsprechkommando, das sich aus Angehörigen sämtlicher Truppengattungen zusammensetzt, wurde mit sämtlichen Kriegssa bezeug en nach Erfurt, Berlin, Köln und Frankfurt a. M. befördert. Es handelt sich um eine große Nachrichtenübung, bei der man feststellen will, welche Gliederung im Ernstfälle am verwendungsfähigsten sein wird. Auch die Kavall.-Telegr.-Abteil., sowie der kaiserliche Fernsprechtrupp, der in den Kaiser- manöoern zum erstenmal in Tätigkeit tritt, befindet sich bei den: Park. Sämtliche vier Telegraphenbataillone beteiligen sich an der Hebung. Auch die fahrbaren Stationen der Funken-Telegraphen-Abteilung werden zur Verwendung gelangen.
+ Wißmar, 15. Aug. Am. Sonntag beging unser Turnverein bei herrlichstem Wetter sein Fahnenweihfest verbunden mit Schauturnen. Vormittqgs um 7 Uhr traten die Turner zum Preisturnen an, das gegen 10 Uhr sein Ende erreichte. Um 2 Uhr wurden dann unter Musikklang der hiesigen Kapelle die einzelne-: Vereine ab- aeholt und um 3 Uhr bewegte sich ein großer und schöner Festzug durch die Straßen des Ortes. Aus dem Festplatze angekommen begrüßte Turner Euler die erschienenen Vereine und Festgäste, und dankte den vielen Spendern, die ihr Scherflein zum Fahnensonds beigetragen hatten; er feuerte dann die Turner zu weiterer turnerischer Arbeit an und schloß mit einem Gut Heil auf das Turnen. Fräulein Körber trug dann ein Festgedicht vor und überreichte dem Fahnenträger die enthüllte Fahne. Nun trat unter Leitung des 1. Turnwarts Drommershausen die Damenriege zu den Freiübungen an, die großen Beifall fanden. Um 6 Uhr fand die Preisverteilung statt. Der Abend wurde mit Tanz und geselliger Unterhaltung begangen, wobei die Turner Pyramiden stellten, die großen Beifall sanden.
ICtrcbc uttö Schule.
= Kirch-GönS, 15. Aug. Letzten Sonntag wurde hier das J a h r e S f e ft bc-3 Tetanols Gießen iür Innere Mission ge« ieierl. ,e zahlreich versammelte Festgemeinde lauschte aufmerksam der von piarrer Roll, aus Butzbach gehalteneu Predigt, sowie den^ Mitteilungen der Pfarrer Glock aus Nieder-Ramstadl, D. schlosser aus Gießen und Groth aus Rödgen über Ausgaben und Zwecke der genannten Mission. Durch Mitwirkung der
Posaunenchöre L a n g °G ö n s und G a m b a ch und des gemischten Chores jener Gemeinde, dirigiert von ihrem Leiter Boller, wurde das Fest verschönt. Die Kollekte ergab 83 Mk. 15 Pfg., die dem Krüppelheim bei Nieder-Ramstadt zugute kommen.
** Die Landwirtscbattskammer für das Großherzogtum Hessen bittet uns um Aufnahme der folgenden Mitteilung: Die dieses Jahr z u m Teil sehr u n g ü n st i g e Ernte wird es manchem Landwirt schwer machen, das zur zeitigen Aussaat seines Herbst- getreides nölige Saatgut in der Güte zu geivumeii, wie es heute verlangt werden muß. Er wird daher gerne Gelegenheit nehmen, sich bestes Saatgut aus solchen Quellen zu beschaffen, die zur Gewinnung und Herstellung von Saatgut unserer ertragsreichsten Getreidesorlen berufen und auch eingerichtet sind. Die mehrjährige Tätigkeit der S a a t b a u st e l l e ii der Landivirtschastskanmier für das Großherzogtilm Hesseii hat diese diirch die vielfachen Ersahr- ungen, unter den verschiedcnsteli Boden-- iind Witterungsverhält- iiissen in den Stand gesetzt, den Aiibail derjenigen Sorten zu be° treiben, die heute für die gegebenen Verhältnisse die ertragsreichsten silid. Es trifft dies sowohl zii für den Roggen wie für den W i n t e r w e i z e n imb die Wintergerst e.
Sport.
— Leichtathletik. Der Gießener Sportverein von 190 • erzielte am vergangenen Sonntag auf dem Verbandssest in München- Gladbach , wo sämtliche Verbandsmeisterschaften im Lausen, Springen und Werseii zum Aiistrag gelangten, sehr gute Erfolge. Durch sein Mitglied Hrch. Noll geivann er das 100-Meter-Junior- Laufen m der vorzüglichen Zeit von 11,3 Sekunden. Im Hoch- svrung wurde Noll mit 1,60 Meter Zweiter und im Stabhochsprung mit 3 Meter Dritter. Im Dreikampf, der aus 100-Meter-Laufen, Weitsprung und Kugelstoßen bestand, belegte Noll den 2. Platz, obgleich er un Weitsprung infolge Uebertretens keinen Punkt erzielte. Noll wird voranssichlllch auch um die deutschen Meisterschaften in Frankfurt n. 9)L starten, wo auch der Gießener Sportverein von 1900 mit seinen Stafetten Mannschaften antreten wird.
LMchiMtt.
Neberlar.dflug Frankfurt—Mainz—Mannheim.
d. Mainz, 17. Ang. (Privattelegramm.) Der Flieger T h c c (€ n ift heute früh 554 Uhr in Begleitung v. Gorrissons als Fahrgast vom Griesheimer Sand aufgestiegen und kam um 6-6 Uhr hier in Sicht. Er flog den Rhein entlang, um unterhalb der Stadt nach dem Großen Sand abzubiegeu. Er fuhr eine schöne Schleife und flog um 63- Uhr nach Worms weiter. Am Hechts Heimer Berg wurde Theeleu durch einen Zylinderbrach gezwungen, niederzugehen. Der Zhlinder wird in Mainz ausgewechselt. Tic Flieger begaben sich nach Frankfurt zurück.
Frankfurt a. M., 17. Aug. Nach dem Abflug Robert Theelens unternahm P loch mann mit seinem Gradeapparat einen Probeflug auf dem Flugplätze. Plochmann hat die Fahrt nicht angetreten. Vermutlich wird vor heute nachmittag 5 Uhr nicht mehr gestartet, für diese Zeit hat sich von M n m m zum Aufstieg gemeldet. Die genaue Startzeit von Theeleu ist 5 Uhr 54 Min. Er hat somit 32 Minuten für die Fahrt nach Mainz gebraucht.
d. Mainz, 17. Llug. Thelen kehrte um 10 Uhr im Automobil von Frankfurt zurück und beauftragte die hiesige Automobil- fachschule, den Zylinder a u s z u w e ch s e l n. Im Laufe des Nachmittags wird Thelen die Weit er fahrt nach Mannheim antreten.
Die französischen Ueberlandflüge.
Paris, 16. Aug. Die offizielle Klassiftzierung der 5. Etappe des Circuit be L'Est: Douai-Amiens, 78 Kilometer, ist folgende: Erster: Leblanc: 1 Stunde 7 Min. 31 Sek.; Gesamtzeit: 10 Stunden 13 Min. 59 Sek. Zweiter: Alubrun: 1 Stunde 24 Min. 24 Sek.; Gesamtzeit: 11 Stunden 36 Mm. 14 Sek.
Paris, 16. Aug. Bei schönem Wetter trat heute früh um 51/2 Uhr der Flugtechniker L a t h a m vom Flugfelde Jssy-les-Mou- lineaux eine Lla streife nach England tnt und hofft ohne Zwischenlandung London zu erreichen.
Paris, 17. Aug. Die letzte Strecke der großen Flugfahrt, der 120 Kilometer lange Wege Amiens —Paris, wurde heute ausgefahren. Unter dem Jubel der Bevölkerung traf Leblanc um 62/4 Uhr in Paris ein, nachdem er um 5,03 Uhr aufgestiegen war. Leblanc hat mit diesem Fluge den Preis des „Matin", der 100000 Franks Petra gt, gewonnen.
Der Lisenbahnunfall bei Saujon.
O Paris, 16. August.
Ein furchtbarer Eisenbahnunfall hat die Freude des schönen Sommersonntags gestört, der, da er unmittelbar dem Feste Mariä-Himmelfahrt vorausging, eine ivochre Auswanderung von Erholungsbedürftigen ans den großen Städten veranlaßt hatte. Das Unglück will, daß wieder, einmal das Staatsbahnnetz diesen traurigen Zwischenfall zu verzeichnen hat, wodurch die Angriffe gegen die Verstaatlichung, die jetzt auch von Anhängern dieser Reform mehrfach ausgehen, noch verschärft werden müssen. Tatsächlich läßt die Darstellung der Katastrophe auf eine große Unordnung im Dienste und einen Mangel an Disziplin schließen, wie sie bei den anderen Eisenbahngesellschaften in diesem Maße wohl kaum Vorkommen dürften.
Bei der Station Saujon, der Linie von Bordeaux nach Pons, wo die Linie nach Royan abzweigt, war gegen H Uhr vormittags des Sonntags ein Güterzug cingetrossen und auf ein Nebengeleise geleitet worden. Nur die Lokomotive manövrierte, was völlig unverständlich ist, auf dem einzigen Geleise der Strecke Saujon—Royan. Plötzlich kam der überbeladene Extra zu g von Bordeaux nach Royan, der wegen der Feste abgelassen worden war, herangerast, und obgleich der Zugführer beim Anblicke der manövrierenden Lokomotive sofort Gegendampf gab, ließ sich ein furchtbarer Zusammenprall nicht vermeiden. Tie Lokomotive des Personenzuges und die ersten Wauen wurden fast aus bem Geleise gehoben, zertrümmert und niedergeworfen. Dabei waren die Wagen übereinander geschoben worden, so daß ein großer Teil der Passagiere buchstäblich platt gedrückt wurde. Trotz der Verwirrung wurden die Hilfeleistungen recht schnell organisiert, so daß die Bergungsarbeiten sofort beginnen konnten. Mit unendlicher Mühe wurden die Körper aus den zerspitterten Eisen- und Holzstücken herausgezogen, die meisten furchtbar verstümmelt. D r e i u n d d r e i ß i g Personen hatten ihr Leben bereits ausgehaucht und vier andere starben noch während der Bergungsarbeiten. Unter den Opfern befinden sich besonders zahlreiche junge Mädchen eines Lehrerinnen Seminars von Barsac, die einen Bergnügungsausflug nach Royan unternehmen wollten. Außerdem sind acht- undfiinfzig Personen größtenteils schwer verletzt worden.
Nach den letzten ^Ermittelungen wird der Weichensteller zur Verantwortung gezogen werden, der allen Vorschriften zuwider die Bahn für den heranbrausenden Persvuenzug aus Bordeaux freiließ, während das eine Ende des Gütcrzugs, Lokomotive, Tender und Gepäckwogen, das Hauptgleise noch nicht verlassen hatte. Der Weichensteller Desasit versucht auch gar nicht, seine furchtbare
Faffrlässrg'keit zu leugnen und ist unter der Wucht der entsetzlichen >Veranttvvrtung, die er auf sich genommen hat, buchstäblich zusammen gebrochen. Was den Zugführer betrifft, der von dem Güterzuge abgestiegen war und dessen Führung dem' .heiHer zeitweise anü er traut hatte, p wird gegen ihn nichts unternommen werden können, da sein Absteigen während des an sich unbedeutenden Manövrierens zum Zwecke des Wassereinholens durchaus nicht gegen die Reglements verstieß. Won den Verwundeten sind inzwischen noch zwei ihren entsetzlichen Verletzungen erlegen.
Dcrinitcbre».
* Anch ein Gedenktag! In frischer Erinnerung steht wohl noch die Feier, die das deutsche Volk int letzten Herbste am Armindentmal bei Detmold veranstaltete, um die Wiederkehr jener Tage festlich zu begehen, an denen vor 1900 Jahren unsere germanischen Vorfahren das Joch der römischen Erobercs: abschüttelten. Aber jetzt, da man allenthalben die Erinnerung an die kriegerischen Taten vor 40 Jahren wachruft, durfte der 16. August eigentlich nicht vorübergehen, ohne daß man auch cme§ andern, friedlichen Ereignisses gedächte, das sowohl mit der Varusschlacht als auch dem letzten glorreichen Kriege und seinen Folgen in innigstem Zusammenhänge steht: am 16. August 1875, also vor 35 Jahren, wurde das Armindenkuial in Gegenwart des deutschen Kaisers, des Kronprinzen und vieler deutschen. Fürsten und fürstlichen Vertreter unter Teilnahme von Abordnungen des ganzen deutschen Volkes und aller Deutschen auf Erden feierlich enthüllt. „Ernst von Bandel", der Schöpfer des Denkmals fertigte im 19. Lebensjahre die ersten Skizzen an, im ^ahre 1838 erließ er den ersten Aufruf an das deutsche Volk mit der Bitte um Spenden und um Gründungen von Denünals- vereinen zur Unterstützung seines Unternehmens. Am 9. Juli 1838 wurden die Vorarbeiten für den Unterbau begonnen, aber ^0 ungünstigen politischen Verhältnisse, die Gleühgültigkeit der großen Mehrheit des Volkes, persönliche Anfeindungen und böswillige Schikanen verschiedener Denlmalsvereine zogen die Ausführung und Vollendung des Werkes immer weiter in die Länge, bis es endlich im Juli 1875 infolge tatkräftigen Eingreifens bc» Reiches und des Kaisers fertiggeftellt werden fonntc. — Am 8. September 1841 hatte eine feierliche Grundsteinlegung ftatt- gefunden, wobei eine große Anzahl von Widmungen (Votivtafeln und dergl.) in das Grundsteingewölbe eingemauert worden waren. Dazu enthält Schmidts Schrift über E. v. Bandel folgende für Hessen bemerkenswerte Mitteilung: „Der Darmstädter Llrmin- verein hatte außer ansehnlichen Geldspenden zum Denkmalslmu — darunter eine vom Großherzog bewilligte bedeutende £5imune — Zum Einschluß bei der Grundsteinlegung in sinniger Weise il a. auch eine Flasche Rheinwasser und eine Flasche Rheinwein geschickt, um damit symbolisch anzudeuten, daß der Rhein und das Rheinland mit der Gesamtfülle seiner materiellen und geistigen Segnungen und in Hinsicht auf die patriotische Idee seines germanischen Besitzes den Manen Armins gewecht und dem Schutze seines Genius empfohlen werde. Darauf zielte auch die beigegebene, vom Oberstudienrat D. Dilthey berfaßte Inschrift:
Ueber den Rhein hast Du einst Roms Legionen getrieben, Und Germanien dankt Dir, daß es heute noch ist.
Schwinge auch ferner Dein Schwert, wenn Frankreichs plündernde Horden
Gierig lechzend des Rheines heimische Gauen bedrohn! — Derselbe Dilthey (fährt Schmidt fort) machte — was aus dem Munde eines Veteranen der Befreiungskriege gut klang — in bezug auf das Armindenkmal einen weiteren Vorschlag, der am ganzen Rheine, vorzüglich aber bei E. M. Arendt in Bonn großen Anklang fand, nämlich: Die Anwohner des Rheins, also die Bewohner von Baden, Rheinbayem, Hessen, Nassau, Rheinpreußen und Luxemburg, sollten das von der Rechten Armins getragen« Sck)»vert, das die Rheinlande nicht durch (Eroberungen er wettern, sondern gegen ungerechte Angriffe schützen solle, an'sertigen lassen — ein wahrhaft patriotischer Vorschlag, der aber leider nicht zur Ausführung gekommen ist."
niärfte.
th. Gießen, 16. Aug. Der heutige Rindviehmarkt hatte einen Vorrat von etwa 1300 Stück Großvieh und 450 Imitiere und Kälber. Das drohende Ausftchrverbot für Schlachtvieh in Oesterreich-Ungarn hatte eine außergewöhnlich starke Nachfrage und damit höhere Preise als am Markt vor 14 Tagen für alle Viehgattungen gebracht. Schon gestern war eine zahlreiche Kundschaft aus Bayern, Württemberg und Baden, aus Thüringen, vom Main und Rhein, von der Mosel und Nahe am Platz, welche in den Stallungen bereits mehr wie den halben Vorrat ankaufte, so daß sich nm den Rest des Bestandes heute eine förmliche Hatz am Markt abspielte, wodurch das Geschäft sehr abgekürzt und schon gleich nach 9 Uhr zu Ende war. Die Verkäufer klagen, daß der Nutzen beim1 Viehhandel, trotz der enormen Preise, nur klein ist, weil die Viehproduzenten mit ihren Forderungen für die Tiere der Konftinktur vorauseilen, wobei die vielen Speesen und Lasten einen erheblichen Teil des Verdienstes ab- orbteren. Bezahlt wurden für das Stück Kühe frischmelkend und tragend 1. Qual. 575 bis 625 Alk. (einzelne extraschwere Stücke bis 675 Nlk.), 2. Qual. 475 bis 550 Mk., 3. Qual. 380 bis 450 Mk. Jungtiere fiir Mast und Zuchtzwecke je nach Alter, Form und Qualität 140 bis 240 Mk. Gehandelt wurde der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder 1. Qual. 84 bis 86 Mk., 2. Qual. 80 bis 82 All., fette Bullen 76 bis 78 Mk., fette Kühe 1. Qual. 68 bis 73 Mk., 2. Qual. 63—66 Mk., 3. Qual. 59 bis 62 Mk. K a [ b e r 1. Qual. 88-92 Mk., 2. Qual. 79 bis 84 Mk., 3. Qual. 70 bis 75 Mk. Fette Ochsen, die sehr schwer aufzutreiben sind, werden in der Gegend m 1. Ware mit 88 bis 89 Alk., in 2. Ware mit 84 bis 86 Mk. der Zentner Schlachtgewicht gehandelt.
Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" und „Gerichtssaal" i. V.: Karl Neurath.
Meteorologische Beobachtungen der Station Siehen.
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17.
7«
752,5
11,5
9,0
89
Windrichtung
Windstärke
»1-5 1
COjs
Wetter
W
2
5
Sonnenschein
W
2
6
Bew. Himmel
SW
2
8
Sonnenschein
I I I
Höchste Temperatur am 15. bis 16. August — -p 21,8 • 3.
Niedrigste , , 15. , 16. „ = + 13,8 °0.
Niederschlag: — 0,0 mm.
Brechdurchfälle und Sommerdiarrböeu verhüte! man am leichtesten durch die Ernübrung der Kinder mit „Kufeke", welches leicht verdaulich ist, den Magen und Darm schont und den Darmbak' tenen einen schlechten Nährboden darbietet._________________ (hv14/w
iErkSärct mir, <*rat ©erindur d'esen Zwiespalt der Natur: Hochsommer,- herrliches Weiter: ,,llb bm doch erkältet wie int tiefsten Winter. Was tut man da? — Einfach genug! Sommerkatarrhe sind doch (P-dM nnr, u'chts Seltenes. Hat man sie aber, dann kauft man sich ,'W einfach eine Schachtel Fays ächte Sodener Mmeral War'. Pastillen und jagt dainit den Katarrh zum Kuckuck. Fans ächte Sodener wirken sicher und angenehm, sie machen n/Vr Schwitzkuren und andere Unbegliemlichieilen unnötig, und S,n , öc billig: 85 Pfg die Schachtel, die man in jeder Apotheke, Drogerie oder Mlneralwasserhandlung bekömmt.
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Kuverts mit Firma
liefert billigst die Bröhl’sche Universitäts-Buch- und Stein- druckerei, Gießen, Schulstr.7


