Ausgabe 
15.10.1910 Erstes Blatt
 
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21 ns Stafct

Ein Jubiläum an der

Mk.

aber erfreut sich die burschenschaft- besonderen aber ihr Alter-Herren-

umö (an-.

Gießen, 15. Okt. 1910.

Universitätsbibliothek.

vollenden sich 2 5 Jahre,

Herve verhaftet.

P a r i s, 14. Okt. Gegen den gegenwärtig als politischer Häftling im Santsgefängnis sitzenden antimilitaristi- schen Agitator Herve wurde von der Staatsan­waltschaft ein Haftbefehl erlassen. Herve, der bis­her eine gewisse Freiheit genoß, wurde infolgedessen In strengen Gewahrsam genommen.

Deutsches rterch.

Der Polizeipräsident von Berlin, der Dezernent der Verkehrspolizei und der Charlottenburger Polizeipräsident begeben sich auf zehn Tage nach Lan­ds n, um die dortigen Verkehrsverhältnisse zu studieren und unter anderem auch die Londoner Untergrundbahn zu besichtigen.

aufrecht erhalten. In Marseille haben die Ersenbahn- chediensteten heute abend beschlossen, um Mitternacht in den Ausstand zu treten.

Örn Mrnisterrate teilte der Minister der Oeffentlrchen Arbeiten ferner mit, daß sich der Verkehr aus der staatlichen Westbahn schnell erhole. Briand erhielt im Verlaufe der Sitzung ein Schreiben des Ausstandskomitees. Es wird darin mit 'Antwort auf ein Schreiben ersucht, das von dem Komitee an den .Minister des Innern gerichtet worden war, um ihm mitzuteilen, daß das Komitee ihm und den Eisenbahngesell- fftfya f t en zu einer allgemeinen Besprechung zur AZerfügung stände. Der Ministerrat entschied sich dafür, tn seiner Antwort den schon vor dem Aus stände gefaßten Beschlnß toi bestätigen, der dahin ging, den verschiedenen Eisenbahngesell- schasten die Beschwerden der Angestellten mitzuteilen, den Ange­stellten die Antwort zu übermitteln und die Einwendungen der 'Interessierten in Empfang zu nehmen, um zu einer Lösung zuj ge­langen.

.Luxemburg, 14. Okt. Wie dieLuxemburger Zeitung" treibet, hat die Direktion der Prince Henry-Bahn heule von der französischen Ostbahn die Mitteilung erhalten, keine Güter für ihre Bahn mehr anzunehmen. Die Gesellschaft Hal die Ordre der Generaldirektion nach Straßburg weiter gegeben. Heute morgen traf in Luxemburg, von Basel kommend, der sogen. Malles des Jndes-Zug ein, der wegen des Eisenbahnerstreiks in Frankreich über Luxemburg nach OstendeLondon geleitet wird. Ueberhaupt hat in letzter Zeit der Verkehr zwischen Lon don, der Schweiz und Italien und umgekehrt über Ost­ende-Luxemburg und Basel stark zugenommen.

Metz, 14. Okt. Bis jetzt wickelt sich der Personen­verkehr mit Frankreich wie zu normalen Zei­ten ab. Alle Züge sind fahrplanmäßig angenommen und abgegangen.

Straßenumzuge in Paris.

Paris, 14.Dkt. Streikende Maurer versammelten such! heute nachmittag auf dem Mont-Martre, um einen Kundgebungszug zu veranstalten, wurden aber auf dem Marsch nach dem Clichpplatz von Polizei und Gendarmerie zerstreut. Bei dem Zusammenstoß wurde ein Gendarm ourch einen Fla scheu wurf verletzt. Als etwa 1000 Umzügler sich wieder zu einem Zuge bereinigten und über die Rue de Faubourg nach dem Mont-Martre zurückmar- schierten, wurden sie abermals von der Polizei zerstreut, wobei der Polizeiinspektor erheblich verletzt wurde.

Heute nacht hielten die Angestellten der Omni­bus- und Straßenbahn-Gesellschaften in der Arbeitsbörse eine Versammlung ab, in der sie beschlossen, spätestens morgen in den Aus st and zu treten. Die |53erf ammhing war nur schwach besucht, und man hält es für wahrscheinlich, daß diesem Beschlüsse nicht Folge ge­leistet werden wird.

Das Komitee des Transportarbeiterver- bandes forderte wegen der von der Regierung gegetn die Eisenbahner ergriffenen Maßnahmen alle seine An­hänger auf, auf Solidarität die Arbeit niederzulegen. Der Aufruf wurde von den Vertretern der Syndikate der Straßenbahn - und Omnibusange st eilten sowie der Automobilführer unterzeichnet.

Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Es sind Anzeichen borbanben für eine lebhafte Agitation unter anarchi st i scheu,Elementen. Zahlreiche Revolver und Totschläger wurden gekauft; man spricht von einem neuen Fort Charbrol, in dem von der Polizei ge­suchte Elemente sich der behördlichen Verfolgung entziehen wollen. In diesem Fall würden die schärf st en Gegenmaßregeln : ergriffen. Tie in der Avenue Kleber heute morgen aufgeftmdene ' Kombe enthielt 300 Gramm Cheddit, eine dynamitähnliche Sub- Mnz. Heute vormittag wurden bei vier Redakteuren derGuerre Sociale" Haussuchungen vorgenommen.

Am morgigen Sonntage seitdem die hiesige Universitätsbibliothek der Lei­tung des Geh. Hofrates Dr. Haupt untersteht. Es sei gestattet, mit kurzen Worten zu zeigen, welche große Ent­wicklung die Anstalt unter ihm genommen hat.

Damals befand sich die Bibliothek in dem ür solche Zwecke gänzlich ungeeigneten Gebäude am Brandplatz, dessen Erdgeschoß zum größeren Teile noch das botanische Institut einnahm. Seit 1904 dagegen ist sie untergebracht in dem Gebäude in >er Stephansmark, dessen Einrichtungen auf der Biblio­thekarversammlung in Münster als mustergültig bezeichnet wurden. In jenem alten Gebäude gab es anfänglich keinen Lesesaal, der jetzige bietet für etwa 70 Personen Arbeits­gelegenheit, die fleißig benutzt wird. Geöffnet war das Zeitschriften-Zimmer damals von 91 und von 34 Uhr, also 5 Stunden täglich, jetzt wie der Lesesaal im Sommer von 81 und von 36 Uhr, im Winter von 91 und von 3 bis

Ausland.

In Belgrad ist am Freitag die S k u p s ch t i n a zusammen­getreten. Das bisherige Präsidium wurde wiedergewählt.

Ter serbische Kronprinz Alexander ist er­krankt. Die Aerzte haben nach mehrtägiger Beobachtung Symp­tome von Typhus festgestellt. Ein Wiener Spezialarzt wurde telegraphisch nach Belgrad berufen.

' DieMorning Post" meldet aus Schanghai' Drei­zehn Pekrnaer Banken fallierten nunmehr. Man erwartet, daß ihnen die Regierung 5 Millionen Täls vorstrecken wird. Im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Schang- barbank spielten sich bemerkenswerte ^enen ab. Zwei Tage lang fand ein Run auf die Banken statt. Die Mingpo-Kommer- »ialbank bezahlte langsam. Eine Anzahl fremder und einhei­mischer Polizisten ist zur Aufrechterhaltung der Ordnung nötig gewesen.

QS/ ?*, b,er* Hansabund: Samstag abend

8 /4 Uhr: Oeffentllche Versammlung im Eafs Ebel. 9

TasPromenadenkonzert fällt aus.

Stadttheater: Nachni. 3'/, Uhr:Das Konrert«- abends 7 /, Uhr: .Der Kaufmann von D e n e d i g". '

Kinematograph: Neuer Spielplan.

Biograph: Neuer Spielplan.

Kolosseum: Spezialiläten-Borstetlung. *

fdjaftl. Genossenschaften tagt heute und morgen unter dem Vorsrtz des Generalanwalts Geheimrat Laas in den Staunten des Reichsverbandes zu Darmstadt «u der Vertreter aus Oesterreich, Ungarn, Italien, der Schweiz, Holland, Serbien und Japan erschienen sind. Dem Bunde gehören außerdem die genossenschaftlichen Organisationen m Frankreich, Bulgarien und Finnland mit etwa 35000 Ge­nossenschaften mr. |

berte es sich in zwei Abteilungen, bereu untere einen einjährigen Fähnrichskursus umfaßte, roäorenb der obere dreijährige Kursus erst bas barftellte, was heute unter ber Kriegsakademie im eigent­lichen Sinne verstanden wirb Unter den Männern, die in jenen Jahren auf die militärische Jugend wirkten, nahmen vor allem Scharnhorst und Clausewitz die erste Stelle ein. Am 18. Januar 1813 wurde die Kriegsschule in Berlin aufgelöst, die Offiziere wurden bei der Truppe verwendet und bis zum Herbst 1814 blieb die Schule geschlossen. Auch der erneute Aus­bruch des Krieges im Frühjahr 1815 führte eine teilweise Auf­lösung der Anstalt herbei. Aber das waren kurze Unterbrechungen, im ganzen hat die Kriegsakademie, die im Jahre 1883 das schöne neue Haus in ber Tvrotheenstraße beziehen konnte, das noch heute ihr Heim bildet, das verflossene Jahrhundert lpndurch un­unterbrochen in dem Sinne gearbeitet, daß sie den Geist einer echt wissenschaftlichen und vielseitigen Bildung zuerst im preu­ßischen, dann des weiteren auch im deutschen Heere erhielt und Pflegte.

Stuttgart, 14. Okt. In der heutigen Hauptver­sammlung desDeutschenSchulschiff-Vereins wies Professor Dr. Sck)illing-Bremen in seinem Rückblick auf die zehnjährige Entwickelung des Deutschen Schulschiff- Vereins die in einem Artikel desMärz" gegen die Be­strebungen des Vereins gerichteten unwahren Behaup­tungen ziffernmäßig zurück und verbreitete sich eingehend über das bedeutungsvolle Erziehunasproblcm in der Aus­bildung der Zöglinge des Schulschiff-Vereins. Der bis­herige Vorstand wurde wiedergewählt und dem Großherzog von Oldenburg der besondere Dank für ftüne hingebende, hervorragende Tätigkeit ausgesprochen. Heute nachmittag begaben sich die Teilnehmer an der Tagung mittels Sonder- zuges nach Friedrichshafen zum mehrtägigen Aufenthalte.

liche Bewegung, im l........

seiner eifrigsten Förderung, wie er wuch Vorsitzender deren neuerdings gegründeter historischen Kommission ist Am politischen Leben beteiligt er sich als 2. Vorsitzender des hses'gen Vereins der fortschrittlichen Volkspartei. Neben diesem allen und noch einzelnen anderen aber findet Haupt auch noch Zeit für wissenschaftliche Arbeit.

Möge es ihm vergönnt sein, noch manches Jahr an der Spitze seiner Bibliothek zu stehen. Air sind gewiß, daß seine Beamten diesen Wunsch aus Herzensgrund teilen.

- , S?OnJ8^t,Ul9 neue Allgemeine Kriegs- dr-m-' den die Kriegsakademie fülniei, ine atm 15. Oktober 1810 gegründet wurde und ihre Wirk- nax &runlcr Scharnhorsts Leitung stehende h?/°bemre str iunge Ostiziei-'^d.k für die Schöpfungen von 1810 vorbildlich geworden ist. Ms ihre Ausgabe wurde beieich- der Armer den Geist der Pflichttreue und Bildun^ch unb dieSchüler bei der Erfüllung Schuldigkeit gegen König und Vaterland mit den Grund- jQBen zu erfüllen, durch die Mäimer von Kenneniffprr nnh

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ulDiflteit gegen König und Vaterland mit den Grund- emnen, burrf) die Männer von Kenntnissen und Edel- Ebringen und aufzuopfern geneigt sind, als nach DienstÄÄ^Erstellungen von einem bloßen mechanischen ^lenft geleistet werden kann. Jy faruer damaliges Form glitr

Heer und Flotte.

Ein Unfall bei der Marine.

Berlin, 14. Okt. Beim Kentern eines Bootes des KanonenbootesPanther" sind in Kamerun ertrunken die Obermaschinistenmaate Ehrenberg und Renner, die Maschinistenmaate Müller und Franke, Wacht- preistermaat Zimmermann und Matrose Wilde.

Berlin, 14. Okt. Die Hundertjahrfeier der Kriegsakademie wurde heute abend durch ein kame­radschaftliches Zusammensein in den Räumen der Akademie eingeleitet Das Gebäude ist reich geschmückt. Ehrenposten in historischen Uniformen von 1807 hielten Wache Es versammelten sich neben Offizieren, Lehrern und Beamten der Akademie zahlreiche frühere Angehörige. Eine Reihe von Aufführungen, daraestellt und verfaßt von Offizieren der Akademie, zeigten Ernstes und Heiteres aus der Ge­schichte der Akademie.

7 Uhr, also 8 Stunden. Da der Dienst um 4 Uhr endete, befand sich im ganzen Gebäude eine Petroleumlampe, und jetzt? Die Oefen wurden mit Braunkohlen geheizt,- die Bücherräume waren unheizbar, jetzt ist das ganze Gebäude mit einer Zentralheizung versehen. Ausgeliehen wurden in 1885/86: 11556 Bände, in 1886/87 sogar nur 10 053, in 1909/10 dagegen 38 574 Stück, vom 1. April 1910 bis 1. Okt. 1910 (also in einem halben Jahre) 23 333 Bände. Benutzt wurde sie im Sommer 1888 von 408 Personen, worunter 221 Studenten, im Wintersemester 1909/10 von 1108 (unter ihnen 601 Studenten). Der Etat war damals 14 000 (worunter für Bücheranschaffungen 11433 Mk.), im laufen­den Jahre dagegen 39 810 Mk. (worunter für Bücherankauf 22000 Mark). An Beamten gab es im Wintersemester 1885/86 außer dem Vorstand noch 2 wissenschaftliche, nicht angestellte Beamte (von denen sich der zweite des fürstlichen Einkommens von 500 Mk. i. I. erfreute) und einen Diener, ne zusammen in 96 Stunden in der Woche ihren dienstlichen Verpflichtungen nachkamen: jetzt dagegen gibt es aitßer dem Jubilar noch 4 angestellte und 2 nichtangestellte wissen­schaftliche, ferner zwei Kanzleibeamte und 3 Diener mit ins­gesamt 444 wöchentlichen Dienststunden. Vermehrt hat sich die Anstalt unter Haupts Leitung bis zum 1. April d. I. auf 239 038 Bücher und 120163 Doktorarbeiten und Schulpro­bramme. Diese Bücher wurden natürlich nicht alle gekauft, andern es befinden sich darunter erhebliche Schenkungen; so seien besonders erwähnt die großen Stiftungen, die sowohl von Buchhändlern in natura, als von Privaten in Geld anläßlich des Universitätsjubiläums in 1907 erfolgten, aus welch letzteren j. B. Reste einer Handschrift erworben wurden, die das älteste deutsche Literaturdenkmal enthalten.

Außer des verehrten Jubilars Tätigkeit an der Uni­versitätsbibliothek aber sei noch auf verschiedene andere Betätigungen hingewiesen. Zwar die Volksbibliothek am Selterstor verdankt ihre Entstehung nicht ihm, sondern einer Anregung des kürzlich in Freiburg L B. verstorbenen Prof. Wetz uno der Bibliothekare Fritzsche und Ebel, aber es war nur natürlich, daß man ihn alsbald in den Vorstand des Vereins wählte und ihn später mit dem Vorsitz betraute. Dagegen ist die Gründung der vormaligen Sektion des Oberhessischen Geschichts-Vereins für Vottskunde auf ihn zurückzuführen, wie er sich auch an der aus ihr hervorgegan­genen so blühenden Vereinigung für Volkskunde als ihr zweiter Vorsitzender lebhaft betätigt. Auch der Geschichts- Verein selbst, sowie die Oberhessisch'e Gesellschaft für Natur- lui) Heilkunde wissen seine Beteiligung aufs beste zu chatzen. Nicht minder aber erfreut sich die burschenschaft-

** Die elektrische Straßenbahn hat in bei f ersten zehn Monaten Ihres Bestehens, bis zum 20. Sept., ji 100 000 Mk. eingenommen, also 4000 Mk. mehr als her e> Voranschlag für das ganze Jahr vorgesehen hat. Dar. s nach ist zu hoffen, daß schon das erste Betriebsjahr hüt V einem wenn auch kleinen Ueberschuß abschließt.

** Eine Belohnung von 500 Mark ist auf die l Ermittelung der Person gesetzt, die am 12. Oktober früh in s der Wohnung deS Oekonomierates Backhaus zu Lauter, buch einen Naubversuch verübte und den Oekonomierat sowohl als auch seine Gattin verletzte. Die Ausschreibung f erfolgt heute. Es kommt in ber Hauptsache darauf an, V den Menschen zu ermitteln, der aus Fulda das Tele. granrm an den Oekonomierat geschickt hat. Das 23 ef in. den des Verletzten hat sich soweit aebessert, daß et gestern von Kriminalkommissar Müller, der in Lautet- bach weilte, vernommen werden konnte. Gerichtschemiler Popp aus Frankfurt hat gestern eine Untersuchung vor. genommen. Da die Bevölkerung sehr erregt ist, gcht die Untersuchung nur schwer von statten.«

**DieUntersuchungwegendes.Friedberget Bombenattentats führte gestern den Untersuchungs. richter, Geheimrat W e h n e r in Begleitung eines Vertreters der Staatsanwaltschaft in St. Ingbert zur Augenschein, nähme. Es stand schon früher fest, daß die beiden Ver­brecher Win g und Werner in die dortige P ulver. f a b r i T eingedrungen waren. Sie haben dabei eine schwere, eiserne Türe zu einem kasemattenartig unter der Erde ge­legenen Dynamitlager erbrochen. Sie mußten dann etwa 20 Treppen hinabsteigen und zwei schwere, wohlver- wahrte Türen erbrechen, um an den Sprengstoff zu gelangen Die schweren Einbruchswerkzeuge, die sie oab-ei be­nutzten, wurden im Walde dicht bei der Stadt gefunden. Geheimrat Wehner erklärte, daß er einen unter so schweren Umständen ausgeführten und dabei gefährlichen Diebstahl in seiner langen Praxis noch nicht erlebt habe.

** Stadttheater. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß die morgige Nachmittagsaufführung vonKonzert" die letzte des reizenden Lustspieles ist. AuchDer Kaufmann, von Venedig", ber abends gegeben wird, dürfte voraussichtlich in einer Abeiä» Vorstellung nickst mehr wiederholt werden.

v ** Die Interessenten des Gießener Vieh, m a r k t e s werden am Dienstag abend eine öffentliche Ver. sammlung abhalten, um gegen dieSperrungderVieh. Märkte Stellung zu nehmen.

Für die Kreise Schotten und Friedberg ist daS Abhalten von Viehmärkten sowie der Handel im Umherziehen mit Klauenvieh wegen der Gefahr der Ein- schleppung der Maul- und Klauenseuche verboten worden.

M. Friedberg, 14. Okt. Heute vormittag von 11 bis 12 Uhr machte der Zar seit seiner sechswöchentlichen Anwesenheit seinen ersten Svaziergang durch die Stadt Zur Mittagstafel war heute der Ooerstallmeister Freiherr von Riedesel zu Eisenbach geladen.

-m. Ockstadt, 14. Okt. Die Einweihung unserer neuerbauten Kirche findet Dienstag vormittag statt. Der Bischof von M a i n z, der Samstag und Sdnntag tu Fried­berg die Firmung vornimmt, wird am Vorabend der Ein- Weihung durch Radfahrer und Reiter in Friedberg abgeholt

X. Hanau, 14. Okt. Gutem Vernehmen nach, sind bie Ver Handlungen über den Bahnbau Hanau Büdingen von der Unternehmerfirma, der Aktiengesellschaft für Bahnbau und -Betrieb, wieder aufgenommen worden. Vom preußischen Minister war als Bedingung für die Beteiligung des Staates an den Bai^. kosten ein Abstrich von 226 000 Mark von der anschlagsmäßiM Bausumme geforbert worden. Ta sich die betreffende Firma n.n( zu einem Abstrich von 121000 Mk. verstehen wollte, legte ihrs der Minister nahe, die weiter geforderte Herabminderung bet Aus­führungskosten durch erhöhte Zuschußleistungen der beteiligten Ge­meinden auszugleichen. Tie jetzigen Verhandlungen fußen auj einem neuen Kostenanschlag und bezwecken die Erhöhung de. Gemeindebeittäge.

Ein Grohfeuer in Berlin.

Berlin, 14. Okt. In einem Hause der Neue« Friedrichstraße, gegenüber ber Markthalle, entstand heute nachmitatg infolge einer Gasexplosion in einem Wäsche­geschäft Großfeuer. Durch das plötzliche Umsichgreifa des Brandes wurde einer bei der Firma angestellten Person bei Weg abgeschnitten: sie ist durch Neuer ober Erstickung ver« unglü ck t. Ein Zuschneider der Firma ist schwer ver« letzt; eine weibliche Angestellte sprang neben das Sprung« tuch, hat aber nur leichten Schaden genommen. Der Brand erstreckte sich auf das dritte und viette Stockwerk, sowie aus den Dachstuhl, der nach der Straße hin beinahe ganz abge­brannt ist. Gegen 1/45 Uhr schien bie Feuerwehr des Brandes Herr zu werden. Nach einer späteren Meldung handelt es sich um das Wäsche- und Schürzengeschäft von Arndt Es sind zwei verkohlte Leichen, anscheinend ein Mann und eine Frau, aufgefunben worden. Durch die Feuerwehr wur­den acht Personen, denen der Ausweg durch das Feua abgeschnitten war, mittels Rettungsleiter und Sprinatuch gerettet. Hierbei schlug ein Mädchen auf ein Firmenschild auf und erlitt einen Oberschenkelbruch und eint Kopfwunde. Gegen 5 Uhr war ber Brand gelöscht. Bei de« Brande waren die Notausgänae nicht zu benutzen Die Schlüssel zu diesen hingen vorschriftsmäßig in den Schränken neben den Nottüren. Die Zugänge zu diesen Schränken aber waren durch Kisten und Säcke verbarrikadiert. Die beiden auf« gefundenen Leichen sind weiblich Man befürchtet, daß im 2. und 3. Stock unter dem Schutte noch meh« rereTote liegen werden. Genauere Feststellungen ließen sich gestern abend wegen Einbruches ber Dunkelheit nicht mehr machen.

Orkane.

5:

Li­te io l'j So

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III

Amtlicher Wetterbericht.

Öffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Sonntag dem 16. Oktober 1910 Heiter, trocken, vielfach Nochtstost.

Havana, 14. Okt. Ein Orkan hat bie Städte Kasilda und Santa Clara rerstört. Viele Men- schen sollen dabei umgekommen sein.

Petersburg, 14. Okt. Längs ber baltischen Küste R wütete in der vergangenen Nacht unb heute vormittag ein fr he stiger Sturm, der zeitweise zum Orkan ausartett ,cr und große Verwü st ungen anrichtete. In ber Nähe von Riga würben drei Segelschiffe ans Ufer geworfene ein Teil der Mannschaften ist umaekommen. Nachts waren aus dem MeereNotsignale sichtbar. Die Zahl der havarierten Schiffe ist anscheinend groß. In Mi tau,

L i b a u und Tro ki herrschte ebenfalls ein heftiger <5tumt, der Dächer abbeckte, Bäume entwurzelte, Gerüste im Bau f befindlicher Häuser niederlegte und die TelephonverbM' düngen zerstörte.

Griglnal-VrahtmeLdungen.

Die Stadtverordnetenwahleu in Offenbach. in

... f- ?. f te.nbach. 16. Okt. In bet gestrigen Sitzung L dessozraldemokratrschenVererns wurde mit 70? Segen L Stimmen das mit dem Verein der .sortschrittlichev