Erstes Blatt
160* Jahrgang
Samstag 15. Oktober 1910
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Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten.
politische Wochenschau.
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m rbt. lieber die Festlegung dieser Richtung erwähnt jedoch
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jj Gießen, 15. Ott.
i8^| Der AugSbUrger Katholikentag hat doch so manches süchtige Kapitel im Katholizismus völlig uncrörtert ge- Niffcn. Da war alles eine große Einigkeit, ein orofter
den schwersten Erschütterunaen zu bewahren, ist eine hübsche Ironie in der Entwicklung der Sozialdemokratie In eiiiec Republik scheint doch nicht alles so ruhig, säuberlich und fortschrittlich zuzugehen, als viele Antimonarchisten sich träumen lassen mögen. . . .
Pols seine Ortsbestimmung um diese Entfernung von dem Pole falsch werden konnte. Er habe wahrscheinlich denPolselb st verfehlt und die Errichtung einer Eispyramide auf dem treibenden Eise sei auch im Falle der Erreichung des Pols sinnlos. Dagegen würden die Beobachtungen auf 89° 57' diesen Ort gut
' art und hitzig da die Geister aufeinander platzen. Auf der a nen Seite die Kölnische Richtung, die auf dem Arbeits- 53 Ibe der Sozialpolitik aus der konfessionellen Abgeschlossen- , ?it heraus möchte und deren klügster Wortführer, Sperr ulius Bachem, ebenso vorsichtig und taktvoll als klug lch ir seine Sache ficht — auf der anderen Seite die Berlin- reslauer Leute, die auch auf dem Gebiete weltlicher und taktischer Tätigkeit die konfessionellen Schranken nicht ! al ollen fallen lassen. Die aus dem Briefe des Kardinals ovp veröffentlichten Stellen bezogen sich in der Haupt- ; d ,me aus die katholischen Frauenorganisationen im Osten
'•w im Westen; der katholische Frauenbund im Westen
*tgt der interkonfessionellen Bewegung der christlichen Ge- tt \ erkschasten ui, im Osten dagegen tvill der Breslauer Kar- )üsj nal-Fürstbischof von dem „Verbände katholischer Vereine werbtätrger Frauen und Mädchen" jenen „wahrhaft häretischen Fanatismus", der im Westen bezüglich der sozialen S® rage herrsche, aufs äußerste sernziihalten suchen. Diese
den Eiferer gespannt daraus warten, was weiter erfolgt Die „Münchener Post" will von einem „namhaften katholischen Gelehrten" schon vernommen haben, daß ein „vernichtender Schlag" geführt werden solle:
# „Es wird an den katholischen Dolksverein die Aufforderung gerichtet werden, sich bedingungslos zu unterwerfen. Er hat sich lokal und diözesan zu konstituieren, statt wie bisher ganz Deutschland zu durchsetzen und den Weisungen des Plärrers rcsp. des Diözesanbisäwss unbedingt zu folgen. Die Windthorstbunde werden ausgefordert, sich nicht auf interkonfessionellen Boden zu stellen, das gleiche wird von den christlichen Gewerkschaften ver- langt werden. Die katholischen Redakteure haben den gleichen Eid wie die Professoren zu leisten. Jeder katholisck>en Zeitung wird ein Geistlick-er als Quasi-Zensor beigegeben werd'en."
Wir möchten vorläufig nicket an diesen „vernichtenden
küste von Norddevon. Besucht wurde die Hütte von Harry Withney, einem Sportsmann aus Newhaven, den Cook bei seiner Rückkehr nach dem Srnithsund in Etah vorfand und dem Peary die Mitnahme der von Cook zurückgelassenen Auszeichnungen usw. verweigerte. Von Papieren Cooks konnte bei Kap Sparbo allerdings nichts aufgefunden werden, da Cook hier nichts hinterlassen hatte. Whitney hat absichtlich auf den Besuch von Etah verzichtet, um in den Streit Peary—Cook nicht verwickelt zu werden. Dagegen scheint der amerikanische Millionär John Bradley, als dessen Begleiter Dr. Cook 1907 nach dem Smithsund gekommen war, auf der Suche nach den angeblichen Aufzeichnungen Cooks, die bei Etah zurückgetassen werden mußten, sich zu befinden; er ist im August auf seiner Jacht „Baltic" in Grönland gewesen, wo die Vermutung gehegt wurde, daß Dr. Cook sich an Bord dieses Schisses befände. Möglicherweise wird auch Kapitän Mikkelsen auf seiner Umwanderung Nordgrönlands nach Etah gelangen und über die Cookschen Schriftstücke Ausschluß betommen.
— Rudolf Lindau i. In Paris ist heute, wie uns telegraphisch gemeldet wird, der bekannte Schriftsteller und Diplomat, Legatwnsrat Rudolf Lindau, der ältere Bruder Paul Lindaus, im Alter von 81 Jahren gestorben. Rudolf Lindau war am 10. Oktober 1829 in Gardelegen geboren, ging 1860 in diplomatischer Mission der Schweiz nach Japan, um den Handelsvertrag zwischen beiden Ländern vorzubereiten und wurde nach Abschluß desselben zum Generalkonsul ernannt. Nach längerem Aufenthalt in China kehrte er kurz vor Ausbruch des deutsch-
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»ollen. Aber auch jetzt ist man noch eifrig bemüht, olle
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. ttholische Frauenfrage ist aber nur ein Stück aus der großen ™ treitsrage über die Arbeiterbewegung überhaupt, und es jj' klar, daß Herr Kopp mit der Verseuchung des Westens" - ehr als nur die Frauenbewegurrg des Westens gemeint ibe, daß er vielmehr den Geist hat treffen wollen, der im Lolksverein für das katholische Deutschland" umgeht und t Bachems Ruf „Heraus aus dem £urm" schon vor mehre- •n Jahren bekannt geworden ist. Wenn mm behauptet orden ist, von Breslau aus sei bereits eine Klage beim tinj atikan eingereicht worden, so ist das vorläufig noch un- 'wiesen; da aber Rom in Köln offenbar vermittelnd hat whl ngreifen wollen und Kardinal Fischer infolgedessen persön- d ch den heiligen Stuhl ausgesucht hat, so darf man bei der , erannten Unternehmungslust der in Rom am Ruder sitzen- .aro
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~ Der Streit um die Erreichung des Nordpols.
Die Erinnerung an den vor einem Jahre tobenden >treit zwisd/en Cook und Peary über die Erreichung des cordpvls wird wieder wachgerufen durch die Kritik, die er Potsdamer Astrvnom Prof. Dr. Andr. Galle in ' inem vor dem Internationalen Astronomentag in Breslau ehaltenen Vortrag „Geographische Ortsbestimmungen in er Nähe des Pols" an Pear ys Beobachtungen eübt hat. Da Peary sich bisher geweigert hat, seine Beobachtungen der Oeffentlichkeit zu übergeben und dadurch ine Prüfung ihrer Ergebnisse unmöglich macht, so unter* Jd)te Pros. Galle die von Peary angeoeutete Beobachtungs- lethode auf den Grad ihrer Zuverlässigkeit. Er kam, wie Petermanns Geogr. Mitteilungen" berichten, zu folgen- । en Schlüssen: „Peary gibt an, daß er, in der Richtung es 70. Längengrades von Kap Kolumbia ausgehend, auf en Pol zu gestrebt hätte und daß er, um Ortsbestimmungen u erhalten, Sonnenhöhe im Meridian oder ersten Vertikal nt einem Sextanten und einem Chronometer nach Kap älumbia-Zeit gemessen habe. Eine derartige Beobachtung enügt gerade, vorausgesetzt, haß man immer genau in — emselben Meridian wandert, dessen Ortszeit die Uhr an-
Der Eisenbahnausstand in Frankreich, auf den in den letzten Tagen das allgemeine Interesse gerichtet war. scheint mit einem Siege der Regierung enden zu wollen Aus der Nordbahn uni) einigen Strecken der staatlichen Westbahn, wo die Lage zuerst kritisch geworden war, sind beinahe wieder normale Verhältnisse eingetreten. Noch sind aber die Schwierigkeiten nicht beseitigt, da die Maurer Transport- und Elektrizitätsarbeiter in Paris unruhig geworden sind und zu Ausschreitungen neigen, die fdpn einen gesährlicl)en Umfang angenommen haben. Die Führer der ausständigen Bahnarbeiter haben sich zwar an den Ministerpräsidenten um Vermittlung gewendet, aber bis es zu wirklick)en Verhandlungen und einer Einigung kom men wird, werden wieder einige Tage vergehen. Der Ursprung der ganzen Bewegung ist in wirtschaftlichen Bedrängnissen der Eisenbahnangestellten zu suchen, abei sie konnte ihre für Staat und Gesellschaft so gefährliche plötzliche Ausdehnung nur infolge gewissenloser Hetzereien der revolutionär gesinnten Führung annehmen. So er klären sich die heute gemeldeten Straßenumzüge, die mannig fachen verbrecherischen Ausschreitungen, von denen wahrscheinlich aud) die nächsten Tage noch gemeldet werden muß Die französisch. Gewerkschaften, die im radikalsten Fahrwasser segeln, haben auch die Organisation der Eisenbahnangestell- ten zum wesentlichsten Telle an sich gezogen, und die Regierung steht vor der schon lange erörterten Frage, wie solche Gefahren für Staat und Gesellschaft künftig beseiftgt werden können. Entweder müssen die Bahnen verstaatlicht werden oder es muß durch Gesetz klip^ und klar festgelegt werden daß den Eisenbahnarboitern ein Recht des wirtschaftlicher. Ausstandes nidjt zu st ehe. Zweifellos hat die französische Regierung in diesen Dingen bei der längst in die Erscheinung getretenen Unzufriedenheit der Eisenbahnarbeiter nicht dac Erforderliche getan. Daß die aus der sozialistischen Bewegung hervorgegangenen Minister jetzt zu den schärfsten Maßregeln greifen müssen, um Staat und Gesellschaft vor
. . v festlegen,
vorausgesetzt, daß sie untereinander stimmen und die Rech- nung richtig sei. Nach diesen, in durchaus sachlicher Weise geäußerten Zweifeln wird der von der Washingtoner National Geogr. Society init der Prüfung von Pearys Beobachtungen betraute Ausschuß nicht umhin können, die Beweise für deren Zuverlässigkeit im einzelnen zu veröffentlichen. Auch dieCookscheExpedition wird wieder zur Sprocks gebracht durch Auffindung seines Winterlagers 1908/09 bei Kap Sparbo an der Nord-
Der Eisenbahn-Ausstand In Zranlreich.
Wie die Verhaftung der Führer vor sich ging.
-O Paris, 14. Oft. Bei der Verhaftung der fünf Haupt st reikführer in dem Redaktionslokale der „Humanits" ging es einfach P o s s e n h a f^ zu. Man hatte besonders die Antworten vorbereitet, die den Minister- oräsidenten zu treffen bestimmt waren. Aber auch für den Polizeipräfekten Lspine, auf dessen persönliches Erscheinen man rechnete, waren einige Pfeile gespitzt worden. Allerdings gab der P o l i z e i p r ä s e k t selbst der versammelten revolutionären Truppe Gelegenheit zu bissigen Ausfällen, ndem er vielleicht unnötig dem Abg. Vaillant gegen-, über anzüglich wurde. Er unterbrach nämlich diesen, der mit einem Proteste die eintretenden Polizeibeamten empfangen wollte, mit den barschen Worten: „Na ja, Sie wollen Ihre Rede vom Päre-Lachaise fortsetzen." „Und Sie fahren fort, ein Flegel zu sein", erfolgte die Antwort aus deiy Kreise der versammelten sozialrstischen Redakteure, Advokaten, Abgeordneten und der Streikführer. Dann ging das Schimpfen auf Briand los, wobei der ehe- inalige Abg. Varenne, allerdings in etwas gesetzterer Form das Signal gab, indem er au § lief: „Ich b in doch hier oon Briand selbst als Redaktions-Sekretär eingefuhrt worden." Der Chef der Geheimpolizei, Herr Hamard, dem die Revolutionäre übrigens viel ruhiger entgegentraten, begann dann die Namen der zu Verhaftenden aufzurufen. Alle fünf, Lemoine, Le Guennic, Brandouy, Renault und Tofsin, brachten ihr „m o t" unter dem wohlvorbereiteten Beifall der Erschienenen an. Die sechste Verhaftung, die ungeordnet worden war, nämlich die des Nordbahndele-. gierten CH al lex, mußte aus einem eigenartigen Grunde- unterbleiben. Als man dem Delegierten nämlich den Haftbefehl vorzeigte, dem zu folgen er bereit war, rief ec plötzlich aus: „Da sistabernichtdierichtigeOrtho- gravhie meines Namens, ich schreibe mich nicht ähalleix." Die Polizeibeamten wollten darüber hinweggehen, aber der Advokat fiaffont widersetzte sich mit den Worten: „Wir halten auf die Rechtschreibung. Das ist die einzige Bürgschaft, die uns bleibt." Damit war die Komödie jU Ende uno die Polizisten konnten mit ihren 'Gefangenen unter den Klängen der Internationale" ab* ziehen.
Ministerpräsident Briand empfing heute die Deputierten des Seinedepartements und erttärte, daß er das Streikkomitee nicht anerkenne und nur den hierzu berufenen Vertretern des Eisenbahnpersonals eine Unterredung gewähren würde.
Tas Abflauen des Ausstandes.
Paris, 14. Oft Eine Bekanntmachung der Ost- bahngesellschaft besagt, daß die Ausstandsbewegung luf ihren Linien als beendet angesehen werde. In einer Veröffentlichung des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten wird eine merkliche Besserung bei den Linien der Nord - und der West bahn festgestellt. Bei der Paris» äyon-Mittelmeer-Bahn ist ein normaler Dienst gesichert. Bei der Orleans-Bahn haben von 781 Ausständigen 574 )ie Arbeit wieder ausgenommen. Bei der Südbahn sind Die Arbeitseinstellungen zahlreich, doch wird der Dienst französischen Krieges nach Europa zurück, machte den Krieg als Sekretär des Prinzen August von Wütttemberg und Berichterstatter des „Staatsanzeigers" mit und wurde nach dem Frieden der deutschen Botschaft in Paris attachiett. 1878 wurde er in die politische Abteilung des auswärtigen Amtes berufen, 1880 zum Wirkt. Legationsrat und 1885 zum Geheimen Legationsrat befördett. Im Jahre 1891 wurde er als Vertreter des Deutsck)en Reichs bei der Verwaltung der türkischen Staatsschuld nach Konstantinopel versetzt. Zuletzt lebte er meist in Helgoland. Als Schriftsteller ist Rudolf Lindau sehr pro-, duktw gelvesen. Neben Reiseerinnerungen gab er eine große Reihe von Romanen und Novellen heraus, in denen er sich besonders als feiner Gesellschaftsschildcrer zeigte.
— Die „Kaiser-Wil Helm-Gesellschaft zur F ö i> berung der Wissenschaft". Die vom Kaiser angekündigte Gesellschaft zur Errichtung von Instituten füp freie Forschung wird erst in einiger Zeit ins Leben treten^ da noch Erwägungen darüber schweben, fbi welcher Weise die Leitung der Gesellschaft zusammengesetzt sein soll. Die Gesellschaft wird offiziell den Titel führen: „Ka i ser-W i l he l m-Ge se l li schäft zur Förderung der Wissenschaft". Durch diese Bezeiclmung sollen folgende Merkmale ausgedrückt werden: die Wirksamkeit der Gesellschaft kann sch über das ganze Deutsche Rech erstrecken. Wahrend vorläufig als ihr Tätigkeitsgebiet nur Preußen ausersehen ist, hat man es doch unterlassen, sie zu einer „königlrch-preußlschen" von vornherein gewissermaßen zu bescknänken. Dadurch ferner, daß die Gesellschaft in gewissem; Sinn auf die Person des Kaisers gestellt ist, Hal man die Schulhoheit der übrigen Bundesstaaten anerkannt. Es ist keineslvegS beabfidytigt, alle Institute in Berlin zu zentralisieren, sondern num will auch, angeregt durch die großen Erfolge des kolonialen Instituts in Frankfutt a. M., einige in der Provinz erricht en. Zum Teil ist dafür auch der Umstund maßgebend, daß, wie der „Lok.- Anz." meldet, die preußischen Provinzen sehr lebhaft an der Sammlung des Kapitals sich beteiligt haben. Ve—2/s des ganzen Kapitals sind in der Provinz aufgebrackft worden, lieber die neu zu begründenden Institute für freie Forsckmug schreibt noch nachträglich der B. Z. Pros. Ehrlich folgendes: Meine private Ansicht geht dahin, daß alle, denen der Fortschritt der Wissensck-aft ernst!ich am Herzen liegt, und die ein Urteil haben über die Wege, bifi hierzu führen, mit größter Freude und Dankbarkeit die Anregima begrüßen müssen und nur den Wunsch hegen können, daß düielbe den weitesten Widerhall finben mögen.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft Das goldene Dozenten jubiläum begeht am 18 Oktub« dlttteste der Göttinger Juriftenfakultät, Professor für deut- sches Recht Geh. Justtzrat Dr. jur. et Phil. Ferdinand Freust dorss. Gehermrat Frensdorfs steht üu .78. Lebensjahre.
iearh nur, daß tags zuvor, ehe er ausbrcuh, eine Pionier- bteilung diese RickMng bestimmt hätte. Ueber die Art nd Werse äußerte er sich nicht. Nimmt man an, daß iese Festlegung durch Absteckung erfolgt sei und diese auf e 100 Meter eine mittlere MiKveisung von einer Bvgen- linute gehabt hätte, so würde er bei einem Marsche von und 700 Kilometer etwa 10 Kilometer vom Pol abgewichen ein. Er sagt aber, daß er den Kompaß angewandt hätte, dessen Mißweisung öfter durch Azimutbestimmungen feft- elegt wurde". Dies ist völlig unverständlich und teilweise auch unmöglich. Als Peary eine Breite von naeblich 89° 57’ errercht hatte, schlug er dort ein Lager J uf, sicherte dessen Ortsbestimmung durch drei im Azimut e etwa 90° auseinander liegende Höhenbeobachtungen der ' ‘ i der bisherigen Marschrichtung 5 ine geschätzte Entfernung, von 18 Kilometer zurück, wodurch t über den Pol hinausram, wofür er durch zwei Sonnen- whenbesttmmungen um Mitternacht eine Bestätigung zu uiben glaubte. Der Redner zeigte, daß bei Verfehlung deS
Schlag" glauben, umsoweniger, da in der Streitfrage von beiden Parteien viel weltliche Dinge mit der Religion verquickt werden. Kardinal Kopp sagte: „Wir wollen weder die Arbeiter noch die Arbeiterinnen mit Klassenhaß nähren zum Klassen- und Machtkämpfe erziehen und sie der Sozialdemokratie ziuführen." Kardinal Fischer aber mit feinen Kölnern scheint der Ansicht zu sein, daß die christlichen Gewerkschaften gerade die besondere Aufgabe hätten, der Sozialdemokratie entgegenzuwiiken. Ein Kampf auf Welt sichern Gebiete, der deutlich zeigt, daß die katholischen Ober Hirten mit der rein religiösen Tätigkeit und Fürfora« nicht begnügen wollen und der die Aussicht heraufoesch' daß der Papst tatsächlich and) in rein deutschen politischen Fragen ein Machtwort sprechen wird.
)treitigfeitcn hinter verschlossenen Türen auszufechten. So t.3, arf man es denn heute mit aller Bestimmtheit aussprechen, W aß die großen alliährlichen Katholikenversammlungen wirk-
ch nur Paradeversammlungen sind, eine Dekoration, die i um sich anlegt, um sich selbst über mancherlei Dinge hinweg- $ itauschen und die Gegner des Zentrums einzuschüchtem ^.'nderwärts pflegt man auf Hauptversammlungen ober
,arteitagen die Fragen aufzurollen, die auf dem nächsten 3eae liegen und deren Lösung die praktische Arbeit fördern elf;n soll. Das artige Sck)>achspiel zwischen den Kardialen Kopp und Fischer hat uns gezeigt, daß es innerhalb es polittsch organisierten Katholizismus nidjt minder ntscheidunasvollen Streitfragen gibt als etwa in der sozial- emokratischen oder nationalliberalen Partei. Schon der *1 usdruck „Verseuchung" des Westens, der, auch wenn Kardinal Kopp ihn nicht auf die allgemeine katholische (Ne
nnung seiner Widersacher anwenden wollte, zeigt, wie
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, Gießener Anzeiger s MU General-Anzeiger für Oberhessen MW iü- öte Taaesnununer *441 k «e V • I i u.Land- und.GerlchtS-
7^ bis vonnlttags 9 Uhr. Rotatlonsoma ttito Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch. und 5telndnickerei R. Lange. Redattlon, Expedition und Vruckerei: Lchulstratze 7. 61 ^e6:Jür«bT
u ztiijeigeiueu: p. Deck.
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öpn Hlgernig auf einer ebenen Heerstraße. Heute, nachdem W er bekannte Bries des Kardinals Kopp über die „23er- uni mdiung des SBeftenS" in aller Leute Munde ist, gibt P wn in Berlin schon zu, daß es hwei große Haufen im taktischen Katholizismus gibt, bie, unter der Führung )rer Bischöfe, getrennt marschieren und vereint schlagen


