R. Spitzner & Cie., Frankfurt a. M., Opernplatz 2. ss2/3]
zur im des Er
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 14. Juni.
Betrufl zum Nachteil des Eifenbahnfiskus ist dem seitherigen Eisenbahinnaterinlienvermalter.Q. R. hier
Last gelegt. Ter in Saarbrücken geborene Angeklagte kam Ap^'l 1907 von Betzdorf hierher, wo ihm die Verwaltung Mayazins der Eisenbahnnebenwerkstätte übertragen wurde. _. war der Maschinen-Jnspektion unterstellt und hatte besonders die Materialieneingänge abznnehinen. Jur vorliegenden Fall handelt es sich um eine Holzlieierung, deren Quantität er zu prüfen hatte, während die Prüfung der Qualität durch einen Techniker
erfolgte. Er war für die richtigen Einträge verantwortlich und hatte die Richtigkeit der Eingänge aus den Rechnungen Ku bescheinigen. Bei der Abnahme von 50 Kubikmeter Eichenholz wurden von dem technischen Beamten etwa 7 Kubikmeter beanstandet, weil cs ni(fyt den Bedingungen entsprach. In solchen Fällen hat der Lieferant Interesse daran, daß das ganze Material abgenommcn wird, da ein Lagern an der Bahn das Holz durch das Lagergeld verteuert. Der Angeklagte wurde deshalb von der Firma ersucht, das Ausschußholz zu verwerten und er verkaufte es an einen hiesigen Kaufmann für 420 Mark Als später der Angeklagte infolge anderer Manipulationen von seinem Posten enthoben wurde, stellte sein Nachfolger fest, daß R. die .Holzlieferung, die zu vier verschiedenen Zeiten erfolgt ist, unrichtig gebucht;ulnd die Rechnungen unrichtig bescheinigt hat. Die erste Lieferung mit 9,608 Kubikmeter war richtig eingetragen: die zweite betrug 13,628, diese hatte der Angeklagte mit 15,628 Kubik meter eingetragen: die weitere Lieferung betrug 9,214 Kubikmeter, diese war mit 9,240 gebucht und bei der letzten Lieferung von 9,099 batte er den Vermerk „ - 5,380" gemacht. Durch diese Handlungsweise wurden der Firma etwa 800 Mark mehr ausbe- zahlt, als sie zu fordern hatte. Der Angeklagte bestreitet die betrügerische Absicht, indem er angibt, die Firma habe von einer früheren Lieferung her noch 5,38 Kubikmeter zugut gehabt, was er auf Grund von Nachmessungen scslgestellt habe. Diese Angaben konnte er aber nicht belegen: auch verwickelte er sich derart in Widersprüche, daß an deren Unrichtigkeit picht zu zweifeln, war.
Konferenz der Schutzmächte in London vorgeschlagen habe, die sich mit der kretischen Frckge befassen solle. Wahr sei lediglich, daß den Vertretern der Schntzmächte in London nahegclegt worden ist, die kretische Frage in vertraulichen Unterhaltungen, in Fühlung mit dem britischen Auswärtigen Amt zu erörtern, um dadurch Verzögerungen zu vermeiden. In Rußland sucht man die endgültige Lösung hinauszuschleppen, denn die amtliche „Rossija" führt aus, daß es noch nicht Zeit sei zur endgültigen Regelung der K'reta- frage. Die Frage erfordere eine neue provisorische Abmachung zwischen Griechenland und der Türkei, die ihren Ausdruck fände in der Verleihung weiterer politischer Autonomie seitens der Schutzmächte an die kretische Bevölkerung.
Inzwischen ist die Erregung in der Türkei und in Griechenland auf den Siedepunkt gestiegen. Wir erhalten folgende Meldungen:
Bukarest, 14. Juni. Als der rumänische Post- dam p f e r „Imperator Trajan" von Alexandrien kommend, gestern in dem Hafen von Piräns anlegte, bemächtigte sich eine Menge von 3000 Personen des Schiffes, plünderte c s und führte den Kapitän gewaltsam zum Hafenkommissariat. Auf dem Dampfer befanden sich Prinz Nikolaus und die Prinzessin Maria von Rumänien, die von Aegypten kamen.
Salonik, 13. Juni. Die vom Verein türkischer Damen zur Hebung des Vaterlandes angesagte Widerspruchsversammlung, welche bezweckte, alle ledigen Männer aufzusordern, freiwillig in den Krieg gegen Griechenland zu ziehen, wurde behördlich verboten.
Der Allenftemer Msr-prozetz.
4- Allenstein, 14. Juni.
Nach zweitägiger Pause wurden heute die Verhandlungen im Prozeß gegen Frau v. Schönebfck-Weber wieder ausgenommen. Frau v. Schönebeck-Weber hat die zwei Tage zu einem Ausflüge nach Rudezanny am Spirdingsee benutzt, wo sie unter der unauffälligen Bewachung eines Kriminalkommissars stand. Nach Eröffnung der Sitzung gelangt ein Schreiben der greisen Mutter des Hauptmanns v. Göben zur Verlesung, in dem sie bittet, mit Rücksicht auf die ihrer in Allenstein harrenden körperlichen und seelischen Aufregungen vorn Erscheinen an Gerichtsstelle entbunden zu werden.
Es wird sodann Oberst Doru- Königsberg als Zeuge vernommen, der den Major v. Schönebeck seit langem kannte. Er schildert ihn als tüchtigen Offizier und ausgezeichneten Menschen, als Kamerad war er liebenswürdig und bescheiden. Er war kein Verschwender und kein Trinker und dabei aufrichtig religiös. Major v. Schönebeck hat dem Zeugen gegenüber einmal die Absicht geäußert, sich von seiner Frau scheiden zu lassen, ist später aber wieder davon abgekommen. Ter nächste Zeuge Rittmeister v. Thacr war ein Freund des Hauptmanns v. Göben. Er schildert diesen als einen etwas scheuen und zurückhaltenden Menschen, der sich sehr für den Dienst, aber auch für andere Dinge, z. B. Nietzsche interessierte. Obwohl er nur eine geringe Zulage bekam, half er vielen Kameraden, da er sehr sparsam lebte. Später war er Stimmungen unterworfen unD reizbarer Natur. Es kommen hierauf zwei Briefe zur Verlesung, die Herr v. Göben aus der Untersuchungshaft an den Zeugen geschrieben hat. In den Briefen dankt Herr v. Göben für die Treue und Freundschaft und erklärt, Frau,v. Schönebeck habe ihn förmlich hypnotisiert, anders könne er sich seinen Zustand nicht erklären. Sie habe ihn durch andauerndes Klagen in einen Zustand versetzt, den er selbst nicht mehr als normal bezeichnen könne. Er habe sich fest in die Idee verbissen gehabt, er müsse die Frau von ihrem Manne befreien, den sie nicht aufhörte, in den widrigsten Farben zu schildern. Rittmeister Thaer gibt dann an, daß v. Göben ihm gegenüber von einem zeugenlosen Duell gesprochen. Herr v. Göben habe dabei gemeint, ein Fall könne so ernst liegen, daß die Beteiligten oen Wunsch haben könnten, auch den Unparteiisckwn von dem Duell auszuschließen. Es werden hierauf die Hausgenossen des Schönebeck'schcn Hauses vernommen, zunächst die Köchinnen und die beiden Bur schen. Sie bekunden im wesentlichen nur bekannte Tatsachen über die Auffindung der Leiche. Bei der Vernehmung des Fräuleins Eue, die seiner Zeit ebenfalls im Schönebeck'scheu. Hause beschäftigt war, stellt der Vorsitzende einen Widerspruch zwischen ihrer jetzigen und ihrer früheren Aussage fest. Früher hat sie behauptet, sie sei bei Frau v. Schönebeck die ganze Zeit über geblieben, während Herr v. Göben am Morgckn nach dem Morde bei ihr gewesen sei. Jetzt behauptet sie, sie sei bald nach dem Eintritt des Herrn v. Göben aus dem Zimmer gegangen. Zeuge Rittmeister Deetgen steht seit 24 Jahren beim 10. Dragoner-Regiment. Er und seine Frau haben mit dem Schönebeck'schen Paare nicht verkehrt, und zwar weil ihnen die Art und Weise nicht paßte, wie Frau v. Schönebeck mit Herren verkehrte. Er hat das auch einmal dem Major gegenüber zum Ausdruck gebracht. Von v. Göben hatte der Zeuge den Eindruck, daß er die Frau maßlos liebte und den Mann maßlos haßte. Der Zeuge schildert bann die Vorgänge bei der Untersuchung der Leiche. Während er diese betrachtete, saß v. Göben im Saal und aß Kuchen. Zu seiner Entschuldigung sagte er, er habe noch nichts gegessen. Als Rittmeister Gratz feststelhe, daß der Revolver des Majors noch geladen sei, hatten er und der Untersuchungsrichter Konradi a tempo gerufen: Göben! Er habe sich allerdings dann gegen die Annahme gesträubt, daß ein Offizier einen Kameraden wie einen tollen Hund niederschießen könnte und sei auch jetzt noch der Meinung, daß vielleicht ein Rekontre vorhergegangen sei. Früher habe er angenommen, daß der Major nichts von den Liebesverhältnissen seiner Frau wußte, jetzt müsse er crnnehmcn, daß 'er .mehr gewußt habe, als er dulden durste.
Darauf wurde die weitere Verhandlung auf morgen vormittag 9'/4 Uhr vertagt.
Gegen ihn sprachen auch die Einträge, die von einem Vorarbeiter bei der Abnahme des Holzes in ein Notizbuch gemacht wurden und die von dem Angeklagten unzweifelhaft geändert worden sind. Bei einer späteren Lieferung ließ sich die Firma ohne Widerspruch von der Eisenbahnverwaltung 800 Mark in Abzug bringen. Es erweckte den Anschein — wenn dies auch nicht als erwiesen angenommen wurde — als habe zwischen dem Angeklagten und der Firma eine Verabredung stattgefunden, nach denen die Handlungsweise des Angeklagten von der Firma gebilligt wurde, wofür auch eine Zusammenkunft zwischen dem einen Firmeninhaber u. dem Angeklagten zu Saarbrücken sprach. Bei dieser Gelegenheit sind dem Angeklagten Quittungen über 240 und 180 Mark für das.Ausschußholz ausgestellt worden. Während R. angibt, er habe bei dieser Gelegenheit dem Firmeninhaber 240 Mk. bezahlt und die 180 Mk. seien ihm als Vergütung für seine Mühewaltung geschenkt worden, behauptet der Lieferant, der Angeklagte habe die Quittungen von ihm verlangt unter der Angabe, der Käufer des Ausschußholzes zahle nur gegen Quittung der Firma, weshalb ihm solche ausgestellt wurden, ohne Geld erhalten zu haben. Der Lieferant, der als Zeuge vernommen, aber wegen Verdachts der Mittäter- schäft nicht beeidigt wurde, gab in bezug auf den stillschweigenden Abzug von 800 Mark an, er habe sich den Anordnungen der Bahn um deswillen gefügt, weil er sich von einem Prozeß mit der Eisenbahn nichts versvrach. Nach der Annahme des Gerichts hat R. für das Ausschußholz 240 Mark eingenommen und der Firma nichts abgeliefert. Des Eindrucks konnte man sich nicht cntroeljren, als habe der Angeklagte der Firma für die Bezahlung des ganzen Holzes sorgen wollen, und er habe das Ausschußholz in seinem Interesse verwerten wollen. Wegen der andern Manipulationen — es handelte sich um den Verkauf von Altmaterial an Beamte und Arbeiter — die bei der Verhandlung nur gestreift wurden, ist der Angeklagte mangels Beweises außer Verfolgung gesetzt worden. Das Gericht erkannte wegen Betrugs auf 6 Monate Gefängnis und sprach dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre ab. Von der Untersuchungshaft — die vom 7. Januar bis 28. Februar dauerte— wurden dem Angeklagten sieben Wochen in Anrechnung gebracht.
R. B, 'S A r m ft a b t, 14. Juni. Tie Strafkammer verurteilte heute den früheren Tirektor der Hevvenheimer Tonwerke, den 36 Jahre alten verh. Kaufmann Jojef Seide n d i n d e r aus Mannheim wegen fortgesetzter Unterschlagung und Wcchiclfälschung zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis, abzügl. 2 Monat Untersuchungshaft. Er stand seit 1^04 in Diensten der Aktiengesellschaft Sveyerer Ziegelwerke und leitete das Heppenheimer Werk seit 1908. Er eignete sich insgesamt 16 000 Mk aus Gc- fchäftsgelbern an und deckle den Schaden spater durch fortgesetzte Wechselfälschungen, so daß die Firma nur um etwa 4000 Mk. geschädigt ist. den übrigen Schaden tragen zwei Banken, eine in Ludwigshafen und eine hier.
Landwirtschaft.
— Aus der Wetterau, 14. Juni. Einige Wochen früher als sonst hat dieses Jahr die Heuernte begonnen. Die letzten Gewitterregen waren für den Graswuchs noch sehr förderlich, so daß die Ernte außerordentlich reich und die Güte des Futters vorzüglich ist. 'Der Zentner neues Heu wurde mit 2,20—2,50 Mark bezahlt, während im Vorjahre der Zentner auf das Doppelte gestiegen war, ein Beweis für die diesjährige reiche Ernte. In den letzten Tagen war man eifrig mit dem Setzen der Dickwurz- pfanzen beschäftigt und sind dieselben durch den nachfolgenden Regen in ihrem Wachstum nicht gehindert worden. — Auch die Reife der Erdbeere hat seit einigen Tagen begonnen. Tie Früchte sind in diesem Jahr besonders schön und in Menge vorhanden. Diese Frucht bietet- für die geringere Bevölkerung! einen guten Verdienst.
Sport.
Der französische Eintonnerpokal.
Kiel, 14. Juni. Die heutige dritte Scgelwettfahrt um den Eintouuerpokal wurde bei flauem Winde crusge- segelt. Es siegte die schwedische Jacht „Agnes II" unter Protest; zweite wurde „Albatros" (Dänemark), dritte „Windspiel 13" (Deutschland), vierte „Ola" (Norwegen), fünfte „Eorrenzia" (England), sechste „Arc-en-Liel" (Frankreichs siebente „Neerlandia III" (Holland). ■.
D. Süddeutscher Ruder verband. Einen guten Erfolg erzielte der hiesige Ruderklub „H assi a" auf der 1 3. Regatta obigen Verbandes am Sonntag in Offenba ch. Die Mannschaft W. Rupp, H. Rohrbach, L. Nenzel, H. Kaiser, E. Sommerkorn (Steuer) siegte im 3. Senior-Vierer leicht über Offenbacher „Germania". Die Anfänger-Mannschaft P. Plage, S. Meuser, E. Weber, C. Wenzel, H. Kaiser (Steuer« mußte im Anfänger-Vierer, den Offenbach gegen Mainzer Klub 1903 gewann, wegen Versagen des Steuer abstoppen, kam im Tro st vierer mit einer Länge vor Limburger Klub 1907, der im Anfänger-Vierer wegen Krebsens gleichfalls aufgab, ein: Mainzer Klub wurde hier 3. Boot. Der vielversprechende Skuller L. Schmalz mußte im Junior-Einer nach anfänglicher Führung sich dem Offenbacher Fr. Brack beugen, I. Pfeifer < Frankfurter „Borussia"- "gab auf. Den 1. und 2. Senior-Vierer holte sich Frankfurter „Amieitia" gegen Offenbach und die bei 1600 Meter aufgebende Frankfurter „Alemannia" resp. Frankfurter „Borussia", welche beide letzteren anfänglich in der Führung lagen, heim. Im Senior-Einer blieb der auf den Regatten des Deutschen Ruder- Verbandes vor 2 Jahren so siegreich gewesene M. Meier (Alemannia") gegen den zuerst "führenden, in allen 1909 gestarteten Rennen als Erster hervorgegangenen „Amicitia"-Skuller E. Bech- tolf sicherer Sieger. Der bis jetzt unbesiegt gebliebene Borusse Fr. Bucher konnte in seinen vorgerückten Jahren der jungen Kon kurrenz keinen Stand halten. Den Junior-Vierer konnte sich Offenbach gegen Mainz und die anfangs führende, dann aber aufgebende „Borussia" erringen. Im Achter passierte „Amieitia" nach hartnäckigem Kampf mit „Borussia" als Erste das Ziel, Offenbach gutes 3. Boot. — Zu der Sonntag, 10. Juli in M ainz stattfindenden 1 4. R e g a tt a d e s S ü d d. Ruderverbandes sind von der Mainzer „Fortuna" und des Mainzer Klub 1903 12 Rennen ausgeschrieben worden und zwar: Begrüßungs-, !., 2. und 3. Senior-Vierer, Junior-, Erniunterungs-, Anfängcr- uird Trost-Vierer, Junior- und Senior-Einer, sowie Großherzogs- Achter und 2. Achter.
custschiffahrt.
Jndianopolis, 14. Juni. Der Flieger Walter Brockins stieg gestern mit einem Wrightschen Zweidecker auf, erreichte eine Höhe von 43841? Fuß und stellte damit eine neue Höhenleistung auf.
NewYork, 14. Juni. Der Flieger Hamilton stieg gestern abend um. 6 Uhr 10 Min. von Perthamooy wieder auf und landete um 6 Uhr 41 Min. au.f Govc r n ors Island. Er gewann damit den Preis von 10000 "Dollars, der von der „Public Ledger" in Philadelphia uno von der „Newyorker Times" ausgesetzt ist.
Hochwasser.
Bei dem Unglück im Ahrtale sind eine große Anzahl Menschen ums Leben gekommen. Eine Kantine mit italienischen Arbeitern wurde, wie bereits mitgeteilt, von den Fluten fortgerissen. Etwa 15 der Arbeiter sind als Leichen gelandet worden. Die angelriebenen Leichen weisen große Wunden auf; das Wasser war bis gestern um zwei Meter gefallen. Die Gewalt des Waffers war so stark, daß im Tunnel von Altenahr, durch den das Wasser sich einen Weg bahnt, eine Schlucht von etwa- *30 Meter Tiefe in den Boden gerissen wurde, in der eine Dampswalze und die Kippwagen wirr durcheinander liegen. Pioniere find bereits tätig, um dst eingestürzten Brücken durch
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Meteorologische Beobachtungen der Station Eiehen
Juni
Wetter
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14.1'2“
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NNW 4
Regen
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14.
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Notbrücken zu ersetzen. Mit einiger Gefahr ist der Wagen' verkehr bis Rech möglich. ' Der Eisenbahnverkehr ist in der Nacht bis Walportzheim wieder ausgenommen worden. Nachdem das Hochwasser langsam zurückzugehen begonnen hak, läßt sich erst erkennen, welch nnermeßlirl>es Unglück die .Hochflut über das blühende Ahrtal gebracht hat. Einzelne Dörfer sind völlig vernichtet. Die Zahl der vermißten Personen wird jetzt mit 200 angegeben.
Altenahr, 14. Juni. Bis jetzt sind 34 Leichen geländct.
Das Wasser fällt. . <
Ahrweiler, 14. Juni. Die Aufräumungsarbeiten am Bahnbau schreiten rasch vor sich. _ Außer den bereits gekündeten Leichen werden noch 7 0 vermißt.
Adenau, 14. Juni. Durch die Wetterkatastrophe im Ahr- tal sind, wie von bestunterrichteter Seite versichert wird, im Kreise Adenau allein mindestens 5 0 Personen ums Leben g e - kommen. Der mittlere Ortsteil von Adenau stand ganz unter Wasser, und zwar teilweise bis zum ersten Stockwerk. Die Arbeiten an dem Bahnbau Remagen—Lissendorf find fast vollständig zerstört und damit eine Arbeit von sechs Monaten vernichtet. Der Materialschaden ist nicht zu über sehen.
Gerolstein, 14. Juni. In dem Eifeldorfe Pelm find gestern infolge eines Wolkenbruches, durch den die Straßen über einen Meter' unter Wasser gesetzt wurden, zwei Arbeiter ertrunken.
Altenahr, 14. Juni. Bisher find' 58 Leichen g el än- b e t. Der Schaden wird auf 3 Millionen Mark geschätzt.
Schuld, 14. Juni. Bis nachmittags waren 49 Tote ans Land gespielt. Nach den Listen der Arbeitunternehmer befürchtet man, daß 70 Arbeiter umgekommen sind.
Garmisch, 14. Juni. In vergangener Nacht ging über Garmisch und Partenkirchen ein schweres Unwetter mit wolkenbruchartigem Regen nieder. Die Loisach und Partach sind über ihre Ufer getreten. Die niedrig gelegenen Teile der beiden Orte sind überschwemmt. Der Bahnhof steht unter W a sser. Der Gesamtverkehr auf der Strecke Mur na u und Garmisch mußte heute früh eingestellt werden: die Strecke ist auch bei Oberau unterbrochen.
Innsbruck, 14. Juni. Nach Meldungen aus Schwaz herrscht dort große Hochwassergefahr. Im Zillertal von Uderns bis Kaltenbach ist alles überschwemmt. Militär und Feuerwehr sind ausgerückt, um die bedrohte Bevölkerung in Sicherheit zu bringen und die Wildbäche abzudämmen.
München, 14. Juni. Die Hochwasserflut aus dem Gebirge ist mittags hier cingetroffen und füllte in wenigen Stunden die ganze Flutmulde der Isar bis zum äußersten Uferrand. Infolge erneuter Regengüsse im Gebirge steigt das Wasser n o ch. In Farchant beträgt die Wassertiefe teilweise zwei Meter. Dort sind mehrere Muren niedergegangen.
Füssen, 14. Juni. Infolge des anhaltenden wolkenbruch- artigen Regens ist die Peellat über ihre Ufer getreten. Die Gegend südlich von Hohenschwangau gleicht etncni ungeheuren See. Die Feuerwehren von Schwangau und von Füssen sind zur Hilfeleistung ausgerückt. Der Lech ist gleichfalls außerordentlich gestiegen.
München, 14. Juni. Auch Obe,?- A m-W ergau wurde heule nacht von einem Unwetter betroffen. Große Wasser- maffen durchfluteten den Ort, doch ist das Wasser infolge des Aufhörens des Regens rasch abgeflossen.
Innsbruck, 14. Juni. Aus vielen Teilen Nordtirols laufen Hiobsposten über Hochwasser ein. Alle Flüsse sind in raschem Steigen begriffen. Die Stubaitalbahn hat wegen Erdrutsches beim Innsbrucker Elektrizitätswerk den Verkehr eingestellt. Der Regen dauert unverändert an.
Oberammergau, 14. Juni. Der Bahnverkehr ist laut Mitteilung der Lokalbahnstation infolge Hochwassers unter- brock-en.
Höchste Temperatur am 13. bis 14. Juni — 4- 22,9 °C.
Niedrigste , , 13. „ 14. „ = + 14,7 °C.
Niederschlag: — 0,3 nun.
geht nur allein!
Nein mein Lieber
Ich bin schon ein wenig erkältet und wen nich nun auch noch eine Bergtour mache, bann bin ich übermorgen ei mach krank. — Unsinn! Gegen deine Erkältung nimmst du jetzt gleich ein paar Fans ächte Sodener Mineral Pastillen, morgen nehmen wir eine Schachtel mit nnb du wirst sehet«, wie brillant dir die Partie bekommt, wenn du die Sodener nach Vorschrift anwendest. Die Schachtel kostet nur 85 Psg. Ueberall erhältlich. (ss‘/i
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