Nr. 162 Erstes Blutt 160. Jahrgang Donnerstag 14. Juli 1910
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Tannenberg.
Zum fünfhundertsten Male jährt sich heute Wr Tag, an dem das Heer des Deutschen Ritterordens bei Tannenberg von der vereinigten Macht der Polen und Litauer geschlagen wurde. Und an diesem Tage ziehen tausende katholischer Polen, auch aus den Ostmarken des Deutschen Reiches, nach Krakau, dem Hauptmittelpunkt des Polen- tums, um die Erinnerung an den Sieg über das einstige Bollwerk des Christentums gegen heidnisches Slawentum festlich zu begehen. Zwei Gesichtspunkte können für die Polen nur in Betracht kommen die fünfhundertjährige Wiederkehr ihres Sieges zu feiern. Einmal legte dieser Sieg bei Tannenberg oen Grundstein zu einer Großmacht- ftellung des Polentums im europäischen Osten; denn er brachte dem gefährlichsten Nebenbuhler der polnischen Macht jene erste Wunde bei, die ihn zu dauerndem Siechtum verurteilte. Zweitens aber war der Besiegte von Tannenberg nicht nur eine beliebige Nachbarin acht, die sich dem polnischen Reiche gefährlich erwiesen hatte, sondern es war zugleich der Todfeind des Slawentums, das Deutschtum und seine Kultur. Schon aus diesen Gesichtspunkten heraus erwächst der Siegesfeier in Krakau und den Triumphfestlichkeiten, die schon seit Tagen allerorten stattfinden, der wahre Charakter einer polnischen Demonstration gegen das Deutschtum Und seine Anhänger. Man nimmt sich auf polnischer Seite auch nicht die Mühe, den Endzweck der Tannenbergveranstaltungen zu verschleiern. Am krassesten trat er bereits zutage bei einem kürzlich in Lemberg veranstalteten Feste. Die glänzende Ausschmückung der Stadt und der Festräume mit vielen Inschriften versinnbildlichten die einstige und die kommende Macht Polens. In den Reden und Ansprachen, auch in der Festpredigt des Weihbischofs, stand der große nationale Zukunftstraum der Polen, die Wiedergeburt eines selbständigen Polenreichs, im Vordergründe. Ueberall wurde das sklavische Joch, welches das Polentum „unter dem barbarischen Szepter der Teilungsmächte zu tragen habe", in den grellsten Farben geschildert und der festen Zuversicht Ausdruck gegeben, daß die Macht Polens, wie sie zur Zeit Jagiellos bestanden habe, wiederkehren werde und müsse. Natürlich fehlte es auch nicht an Verleumdungen und Verhöhnungen des „von polnischer Tapferkeit niedergemetzelten barbarischen Kreuzritterordens". Daß der Lemberger Erzbischof bei einem feierlichen Feldgottesdiensde selbst die Meise zelebrierte, daß überhaupt Geistliche an der Spitze der Tannenbergveranstaltungen stehen, gibt diesen ein besonders charakteristisches Gepräge. Der Tannenberger Sieg war nicht allein ein Sieg der Polen über das vordringende Deutschtum, er war auch ein Triumph des Heidentums über das Kreuz der christlichen Kirche. llnd/ttotzdem entblöden sich katholische Geistliche nicht, diesen Sieg, dec ihrem Glauben den schärfsten Schlag versetzte, mit verherrlichen zu helfen, um polnischen Fanatismus zu schüren!
Dem deutschen Zentrum hat der Sie^esjubel seiner polnischen Freunde eine harte Nuß zu knacken aufgegeben. Zwar hat die „Köln. Volksztg." kürzlich aufatmend seftgestellt, der Tannen'berqfeier sei schon vor einiger Zeit von einem polnischen Schriftsteller eine Begründung gegeben worden, die den deutschen Polenfreunden noch über den letzten, schon recht kümmerlichen Rest nationaler Ge- wissens'bedenken hinweghelfe:: soll, indem sie feststellt, daß der König Jagiello nur als ein Prophet der Völkerverbrüderung und der religiösen Toleranz anzusehen sei. Auch jetzt wieder sucht sie die polnischen Siegesfeiern als harmlos und als ein fast kindliches Vergnügen hinzustellen, mit der Begründung, die Erinnerung an die Schlacht bei Tannenberg beanspruche nur noch historisches Interesse, da der deutsche Orden doch längst von der Schaubühne verschwunden sei und auch ein polnischer Staat nicht mehr existiere. Offen gegen diese Schmähung des Deutschtums aufzutreten, wagt sie jedoch nicht. Und die deutschen Polen lassen sich drum auch in reiner Weise stören, ihr reichlich Teil zu der Siegesfeier beizusteuern. Kürzlich erließ ein unter den Polen Deutschlands entstandenes eigenes Komitee einen hoch- trabenden, phrasenreichen Aufruf, in dem die Nationalgenossen aufgefordert wurden, das Tannenbergandenken durch Geldspenden für polnische Volksbibliotheken und Lesehallen zu ehren. Nationale Aufklärungsarbeit sei das würdigste Mittel, im Geiste der Tannenbergschlacht weiter zu wirken. Und in Westpreußen zirkuliert ein Aufruf, der die dortigen Polen auffordert, keine Tannenbergfeiern zu veranstalten, sondern statt dessen Geld für den polnischen Verein „Un- terrichtshilfe" zu fordern. Auch in deutschen Landen wird also überall die Erinnerung an den Sieg des Polentums über den deutschen Ritterorden gefeiert, um das polnische Nattonalbewußtsein zu stärken und es zum Widerstand gegen deutschen Geist und deutsche Kultur zu schüren. Damit ergibt sich für uns die Frage, wie wir der offenkundigen Verhöhnung unseres Volkes durch polnische, weltliche und kirchliche Siegesfeiern wirksam entgegentreten können. Der Gothaer Teutschbund richtete kürzlich an das preuß. Staatsministerium eine Eingabe, in der gebeten wird, 1. am Jahrestage der Schlacht das Enteignungsgesetz zu praktischer Anwendung zu bringen, 2. an demselben Tage den Entwurf eines Parzellierungsgesetzes für die östlichen Landesteile veröffentlichen und 3. an ordn en zu wollen, daß am 15. Juli in allen Schulen der östlichen Landesteile während des geschichtlichen Unterrichts die historische Wahrheit über die Schlacht bei Tannenberg gelehrt werde. So sympathisch der letzte Passus berührt, möchten wir doch nicht so weit gehen, die Anwendung des Enteignungsgesetzes gerade für den 15. Juli zu empfehlen. Wir möchten aber hier noch einmal zu bedenken geben, daß das Enteignungsgesetz als leerer Buchstabe, ohne Absicht der Realisierung nicht dazu angetan ist, polnischer Anmaßung einen Halt zu gebieten. Die Tannenbergseie-rn sollren dec preußischen Regierung eine dringende Mahnung jein, in ihrem Polenkurs reine
Aenderuna eintteten zu lassen, sondern auch unter Anwendung der bestehenden Gesetze alles dazu zu tun, dem Deutschtum in den Ostmarken den Rücken zu stärken.
Der „liebe und große Freund" des Kaisers.
Die „Morning Post" hat ihre Sommersensation. Der Korrespondent in Washington, der verpflichtet ist, täglich mindestens eine jAlarmnachricht zu kabeln, und wenn sie auf Kosten Deutschlands erfunden sein sollte, hat einen schrecklichen Brief des deutschen Kaisers an den neuen Präsi- denterr von Nicaragua, Herrn Madriz, entdeckt, der von dem englischen Journalisten nun weidlich ausgenutzt wird. Besonders fyait der Journalist seine Freude daran, daß er in dem Schreiben Kaiser Wilhelms eine Spitze gegen Amerika entdeckt haben will. Der Kaiser schrieb, wie bekannt, an den neuen Präsidenten Madriz, der ihm seinen Regierungsantritt mitteilte, daß er und seine Regierung fortfahren werde, die besten Beziehungen zu erhalten und zu pflegen, die glücklicherweise zwischen dem Deutschen Reiche und der Republik von Nicaragua bestehen. Nun bestehen aber zwischen den Vereinigten Staaten und Nicaragua einige geringe Mißverständnisse, da zwei amerikanische Bürger etwas zweifelhaften Charakters bei der letzten Revolutton die Rolle von Spionen gespielt haben sollen und deshalb hingerichtet worden sind. Natürlich hat der Korrespondent der „Morning Post" mit seltenem Scharfblick daraus den Schluß gezogen, daß der Brief des Kaisers sich gegen Amerika richte. Ja, er will sogar wissen, daß der Präsident Taft darüber ärgerlich sei und daß das Staatsdepartement des Auswärtigen, dessen Leiter Phi land er Knox ist, die Angelegenheit mit größter Wichtigkeit behandle. Demgegenüber sind folgende Richtigstellungen, die die Sachlage denn doch etwas anders beleuchten, am Platze:
Im Weißen Hause hat man sowohl von dem Schreiben des Präsidenten Madriz an den Kaiser — es ging selbstverständlich ein gleiches Schreiben an alle anderen Souveräne und Präsidenten von Republiken — wie von dem Inhalt der Antwort des Kaisers an den Präsidenten schon seit langer Zeit Kenntnis. Es kann schon aus dem Grunde nicht unbekannt sein, weil sämtliche Präsidenten von Republiken, die ihre Wahl anzeigen, kaiserliche Antworten des gleichen, stereotyp feststehenden Inhaltes be- lommen. Eine Ausnahme wird nur dann gemacht, wenn zwischen unserer Regierung und der Regierung eines neuen Präsident^ ganz besonders nahe und freundschaftliche Beziehungen bestehen. Der Leiter des Departements des Aus- wärttgen, Herr Knox, kennt nicht, wie es nach dem Telegramm der „Morning Post" den Anschein hat, den Inhalt des 'Schreibens erst feit gestern oder seit vorgestern. AN diesem Tage hat erst der Korrespondent der „Morning Post" seine Kenntnis aus irgendwelchen trüben Quellen geschöpft. Er ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, für sich und sein Blatt eine unglaubliche Reklame zu inszenieren, deren Wirkung er sicher war. Es mag noch hinzukommen, daß neben der Reklamesucht des Blattes auch deutschfeindliche Gesinnung seine Feder kettete. Was die Nachricht von der beabsichtigten Abtretung einer Insel Nicaraguas an eine europäische Macht — eine diskrete, aber aufdringliche Umschreibung für Deutschland — anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, daß Nicaraaua Inseln überhaupt nicht besitzt, die die Republik abtreten könnte und die als Kohlenstation für Deutschland in Betracht kämen. Es muß hier die Ansicht ausgesprochen werden, daß der englische Korrespondent einfach gelogen hat, nur um seiner an sich belanglosen Depesche ein größeres Ansehen zu verleihen. Er wußte, daß der Brief des Kaisers in Washington ganz unbeachtet blieb und keinerlei Einfluß auf die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten 'haben kann. Darum die Meldung von der beabsichtigten Abtretung einer Kohlenstation. Hierbei hat ihm nur seine Unkenntnis des Besitzstandes Nicaraguas einen üblen Streich gespielt, da dadurch sofort die ganze Meldung als das erscheint, was sie tatsächlich ist, eine Sensattonslüge allerersten Ranges. Tatsächlich hat die ganze Angelegenhett bei den maßgebenden Stellen nur ein Lächeln hervorgerufen. Selbstverständlich denkt auch in Amerika kein Verantwortlicher anders darüber.
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Washington, 13. Juli. Das Sta atsd chartern en t hielt die Mitteilung des deutschen Kaisers an den Präsidenten Madriz von Anfang an für einen reinen Formalitätsakt und sieht daher keine Basis dafür gegeben, irgend welche Aufklärungen in dieser Angelegenheit von der Madrizpartei zu verlangen.
Lin katholischer Pfarrer über den letzten Hirtenbrief.
Der katholische Stadtpfarrer Dr. Feuerstein in Donaueschingen hat mit seinem vollen Namen bei einer Preßerörterung folgende Nottz veröffentlicht:
Die Enzyklika scheint mir tadelnswert. Nicht lvegen des geschichtlichen Urteils, das sie ausspricht, aber weil sie in der Form verletzt. Die Enzyklika ist mit unnötiger Schärfe geschrieben und redet die Sprache der religiösen Streitschriften, des 16. Jahrhunderts. Diese Sprache wird heute nicht mehr verstanden. Sie ist heute doppelt bedauerlich, weil die Gegenwart den Wahrheitsbeweis einer Religion, freilich einseitig, nicht im Dogma, sondern in dem Maße der Liebe sieht, die sie ihren Bekennern einftößt. Ich bedauere, daß der „Donaubote" dieser Seite der Sache mcht gerecht lvird. Gewiß ist das Rundschreiben gegen den Modernismus gerichtet. Aber die Reformation des 16. Jahrhundetts dient dabei als ständig festgehaltenes Vergleichsobjekt. Die Enzyklika hat einen Streit entfacht, der von der andern Seite vielfach maßlos geschürt wurde speziell von einer Seite, die kein Recht dazu hat, weil sie die Empfindungen der Katholiken seit Jahr und Tag verletzt. 'Der Streit wird dem gesamten kirchlich organisierten Christentum in gleicher Weise schaden. 'Den Gewinn der ganzen Aktion werden buchen die Sekten, die Freidenker, hie Freunde der Trennung von Kiyche und Staat, die Sozial
demokratie, soweit sie an der Trübung der kirchlichen Gewässer ihre stille Freude hat. Ob der Spanier Merry del Val die Enzyklika verfaßt hat oder nicht, er ist jedenfalls der formell und moralisch Verantwortliche. Diese spanischen Monsignori, die, wie mir gesagt wird, im Sportkoftüm Tennis spielen, und ihrem Heimatlande Generaldispens vom Fastengebot erwirken, täten besser, mit der Strenge b e i sich selbst zu beginnen. Vielleicht fordern endlich die deutschen Bischöfe einen deutschen Kurienkardinal, der der Kurie sagt, was die Zeit verlangt und was die deutsche Nation, die mit der angelsächsischen Rasse in England und Amerika zurzeit der alleinige Träger eines lebendigen Katholizismus ist, erträgt und was nicht.
Wir freuen uns, daß hier ein katholischer Geistlicher dieselbe Ansicht vertritt, die wir vor einiger Zeit hier ausgesprochen haben, daß nämlich die deutschen Katholiken endlich versuchen sollen, das Jock abzuschütteln, das ihnen von fremden, deutsch-feindlichen Kardinalen in so manchen Beziehungen auferlegt wird.______________________________
Englische Parlamentsmitglieder gegen übertriebene englische Flottenforderungen.
London, 14. Juli. Vierzig bis fünfzig liberale Mik» glieder des Unterhauses nahmen gestern abend einstimmig eine energische WiderspruchSentschließung gegen die Höhe der diesjährigen Flottenforderungen an. Die Entschließung wttd der Regierung übermittelt. Es herrschen jedoch Meinungsverschiedenheiten darüber, ob es in Anbettacht der schweren Verfassungskrise ratsam fei, gegen die Forderungen zu stimmen; auch ist es zweifelhaft, ob einer der Teilnehmer einen Anttag im Sinne der Entschließung einbringt. Einige Teilnehmer erklärten, sie würden sich zum Zeichen des Protestes der Sttmmabgabe enthalten.
Deutsches Nesch.
Die Kaiserin ist mit der Prinzessin Viktoria Luise am Mittwoch auf Wilhelms höhe eingetroffen.
Wie die „Nordd. Allg. Ztg." hött, ist für den Poften eines Gesandten in Sofia der bisherige Generalkonsul in Kalkutta v. Below-Saleske in Aussicht genommen.
Die Organisationen der deutschen Werftarbeiter bahnen eine Lohnbewegung süp 40 000 Werftarbeiter inHamburg, Bremen,Flensburg,Kiel,Lübeck,Rostock imd Stettin an. Sie fordern die Einsetzung von Arbeiterausschüssen, ferner eine 10 prozentige Lohnerhöhung bei verkürzter Arbeitszeit und Regelung der Akkordarbeit.
Die b a o i s ch e 1. K a m m e r beschäftigte sich gestern nachmittag mit dem Gesetzentwurf ibetrefsend dic.Abänderung der Gemeind e-- und Städteordnung. Es wurde ein Antrag angenommen mit 16 gegen 15 Stimmen, nach dem bet § 35 in seiner bisherigen Fassung (Zwölftelung bei der Klasseneinteilung) belassen werden soll. Der ganze Entwurf fand sodann mit allen gegen fünf Stimmen Annahme. Das Gesetz muß nochmals an die Zweite Kammer gehen; es erscheint durch erwähnten Antrag gefährdet.
Aus Se^en.
Großherzog und Evang. Bund. Vom Großherzog ging beim Evang. Bund am Montag folgendes Antworttelegramm ein: „Für den treuen Gruß danke ich Herz- lichst, wissend, wie der Verein die Evangelische Sache im Hessenland stets richtig vertritt. Ernst Ludwig."
Die vom Gesetzgebungsausschuß der Zweiten Kammer angenommene Mahlkreiseinteilung für Rheinhessen hat unter den National- liberalen dec Provinz lebhaften Widerspruch gefunden, der sich zu folgender Entschließung der nationalliberalen Organisationen des Reichstagswahlkreis es Mainz-Oppenheim verdichtet hat: „Die am Dienstag abend in Mainz vereinigten Vorstände und Vertrauensmänner der zur nattonalliberalen Parteiorganisation Mainz-Oppenheim gehörigen Vereine und Orte dec Umgegend von Mainz protestieren energisch gegen die von der nattonalliberalen Fraktion des Landtags angenommene Wahllreiseinteilung für Rheinhessen, in der sie eine Vergewaltigung der nattonalliberalen Parteiorganisation und Wähler des Wahlkreises erblicken. Sie sprechen der Fraktion ihr tiefstes Bedauern aus und hoffen besttmmt, daß die Fraktion bei der Beratung im Plenum der Wahlkreiseinteilung Bach zustimmt. In der Einteilung Bach erblicken die Versammelten die zurzett gerechteste und beste Einteilung, die in erster Linie den Interessen der nattonalliberalen Partei dient, allen historisch gewordenen wirtschaftlichen Zusamtnenhängen Rechnung trägt und die. nationalliberale Partei vom Zenttum unabhängig macht. In der sogenannten Wählkreiseinteilung Winkler dagegen sehen sie den Versuch, die nattonalliberale Partei dem Ultra* montanismus dienstbar und die Nattonalliberalen Rheinhessens und speziell in Mainz-Oppenheim mundtot zu machen. Die Versammelten mißbilligen das Vorgehen des Herrn Dr. Winkler gegen die Parteiorganisation Mainz- Oppenheim, deren Mitglied Herr Dr. Winkler selbst ist. Die Versammelten bitten Herrn Abg. Bach, weiter in der bisherigen tatkräftigen Weise die Interessen der nationalliberalen Parteiorganisation Mainz-Oppenheim bei Beratung der Wahllreiseinteilung zu vertreten und danken allen, die dies bisher energisch getan habens
Aus Ofenpeft meldet man: Auf die Anfrage Thuroczi)s (Res gierungspartei) über die Veröffentlichung der Borromäus- Enzyklika durch den Erzbischof Varosy erklärte der Mürister- präsident imAbgeordnetenhaus, die Regierung werde sieb zunächst eine amtliche Keimtnis der tatsächlichen Vorgänge verschaffen; er glaubt aber, schon jetzt sagen zu können^ daß Vorsätzlichkeit ausgeschlossen sei. In jedem Fall werde die Regierung für ihre Pflicht erachten, eine Störung des konfessionellen Friedens h i u t a u z u h a l t en und im Falle des Zuwiderhandelns den Frieden w i ed er h e r z u st el l§ u. Die Antwort wurde, zur Kenntnis gemunmen.


