Ausgabe 
13.7.1910 Zweites Blatt
 
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Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

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Wetter

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Höchste Temperatur am 11.

bis 12. Juli

Niedrigste

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Wer moderne künstl. Möbel zu wohlfeil.

Juli

1910

22,9 ° 0.

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ftein wegen Beleidigung mit 2 Wochen Gefängnis belegte, wo­gegen er Berufung verfolgte. Der Angeklagte ist seit langen Jahren Gegner des Bürgermeisters und er läßt nichts unversucht, um ihn tu Ungelegenheiten xu bringen, was chm bereits eine Strafe wegen Beleidigung eintrug. Er hatte damals u. a. ge­äußert, der Bürgermeister tue alles, was Gott verboten habe. Als vor drei Jahren der Angeklagte wegen Lagerns von Holz auf einem Gemeindeplatz angezeigt war, wurde der Bürgermeister als Zeuge vernommen.. Dieser gab unter seinem Eid an. der An­geklagte habe trotz Aufforderung sein .Holz nicht beseitigt. Später stellte es sich heraus, daß es sich um .Holz gehandelt hat. das der Angeklagte für einen anderen bearbeitet l>at, weshalb Freispruch erging. Der Angeklagte hatte nun nichts eiligeres zu tun, als gccien den Bürgermeister eine Meineidsanzeige zu erheben: doch das Verfahren wurde eingestellt, da sich der Bürgermeister im Irrtum befunden hat und weder von einem wissentlichen Meineid, noch von einem fahrlässigen Falscheid die Rede sein konnte. Dieser Beschluß mit Begründung wurde dem Angeklagten zu­gestellt, und trotzdem kam er immer wieder auf die unwahre Aussage des Bürgermeisters zurück, als hätte er sich dabei straf­bar gemacht, wenn er auch nicht direkt sagte, er habe einen Mein- erd geleistet. Trotz des Bestreitens, daß er den Bürgermeister habe beleidigen wollen, versuchte er den Betoeis der Wahrheit zu erbringen. Der Beleidigte gab an, er werde seit seiner Wahl zum Bürgermeister von dem Angeklagten verfolgt. Für das Gericht bestand kein Zweifel, daß der Angettag^ den Bürger­meister beleidigen wollte, weshalb cs, unter Stattgebung der von der Staatsanwaltschaft eingelegten Berufung, die Strafe auf 4 Wochen Gefängnis erhöhte.

Um die Kindersterblichkeit energisch zu bekämpfen, ist es unbedingt erforderlich die wahrend der heißen Sommermonate ge- fahrbrmgende frische Kuhmilch fortzulassen und an deren Stelle eme leichter verdauliche, gleichbleibende, keine Berdauungsstörungen verursachende Nahrung zu geben. Diesen Anforderungen entspricht ain besten das altbewahrte Nestle sche Kindermehl, welches nur mit .gekocht eine vollkommene Nahrung ergibt, Brechdurchfall und Diarrhöen, verhütet und bereits bestehende Verdauungs­störungen beseitigt.

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Norddeutscher Lloyd, lieber Verkehr Intb Ge­schäftslage schreibt die Direktion dieser Gesellschaft folgendes: Die Zahl der überseeischen Passagiere hat im Juni d. I. 15 164 betragen gegen 11558 im Juni v. I. Wenn die Juniziffern niedriger gewesen sind als die der vorhergehenden Monate/ so ist das eine Erscheinung, die in jedem Jahr zu beobachten gewesen ist Die Erfahrung hat gezeigt, daß einem Anschn>ellen der Passagier­ziffern im Frühjahr in der Regel eine Verminderung des Passa­gierverkehrs in den Sommermonaten folgt, und daß gegen Ende des Sommers die Ziffern wieder steigen. Ob das auch in diesem Sommer der Fall sein wird, vermögen wir heute noch nicht be­stimmt zu sagen. Im ganzen sind in den ersten sechs Monaten: 1910 über Bremen 107 124 überseeische Passagiere befördert gegen 89 967 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Ziffern ent­halten den gesamten überseeischen Verkehr, Kajütspassagiere und Auswanderer, d. h. Zwischendeckreisende. Die geschäftlichen Ergebnisse des ersten Halbjahres 1910 können im allgemeineii als befriedigend bezeichnet werden, wenngleich nicht zu leugnen ist, daß die immer noch obwaltetrde Unsicherheit der wirtschaftlichen Verhältnisse in Amerika nicht ohne Einfluß auf das Eftschäft gewesen ist. Ueber die Aussichten für das zweite Semester be­dauern wir Ihnen zurzeit noch keine Angaben machen zu können.

Wegen Vergehens gegen das Personenstandsgesetz wurde der Standesbeamte E. Sch. von H e r b st e i n' zu 5 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er ein Brautpaar aus Lauterbach ge- traut hat, ^ohne daß ihm die schriftliche Ermächtigung des zu­ständigen Standesbeamten Vorgelegen hat. Nach seiner Angabe hat er sich zu der Eheschließung für befugt erachtet: doch wenn er ben § 1321 des Bürgerlichen Gesetzbuches und den 8 69 Personenstandsgesetzes nachgesehen hätte, so hätte er seine zustandigkeit einsehen müssen.

* Die Kaiserin von Japan. Die Kaiserin von Japan hat neulich ihr sechzigstes Lebensjahr vollendet. Kaiserin Haruko wurde int Jahre 1850 als die dritte Tochter von Tadaka Jchijo, einem Mitglied der ersten Geschlechter des Hofadels, geboren und am 28. Dezember 1868, am Tage ihrer - Vermählung mit Kaiser Mutsuhito, zur Kaiserin von Japan ausgerusen. Der japanischen Hofsitte entsprechend hat sie niemals in die Politik des Staates eingegriffen, sich aber jederzeit der Fürsorge für die Armen und Kranken, namentlich die Invaliden aus den Kriegen, und der Förderung der Künste angenommen. Auch gilt sie als die erste Dichterin des japanischen Kaiserhauses. Da sie mit ihrem ein- undsechzigsten Geburtstag nach altchinesischer Auffassung in einen neuen Zyklus von sechzig Jahren eintritt, ist dieser Tag soeben durch größere Hoffestlichkeiten gefeiert worden, nachdem die Hof­trauer für König Eduard von England abgelaufen war.

* Einmenschlicher Salamander". Ein seltsames Phänomen von Unempfindlichkeit gegen Feuer erregt gegenwärtig in wissensckiaftttchen Kreisen Londons lebhaftes Aussehen. Es handelt sich um den Amerikaner Kapitän Spaltung aus Gales- burg in Illinois, der vor kurzem in der englischen Hauptstadt eingctroffen ist. Er ist nicht etwa einer jener Feuerfresser, die man biswetlen im Variete sehen kann, und die durch geschickte Manipulationen eine Unempfindlichkeit gegen Feuer vortäuschen K.cttntän Spalding vermag sich seine sonderbare Fähigkeit selbst nicht zu erklären, er weiß nur, daß er von Kindheit an eine be­sondere Vorliebe für Flammen und glühendheiße Dinge gehabt hat, die ihm nie etwas anhatten, wie oft er auch mit ihnen spielte).

"Daily Expreß", in dessen Geschäftsräumen dieser merkwürdige menschliche Salamander" erschien, werden einige verblüfendL. Einzelheiten über das Phänomen erzählt, das in Gegenwart von Zeugen beobachtet wurde.Ich möchte gern etwas glühendes

5rm .®>,en haben", ^äußerte der seltsame Besucher Man «uhrte ihn in die Schriftgießerei, wo das Blei in großen Kesseln zu 600 Grad F erhitzt wird, um ans ihm die stereotypierten' EJchriftplatten zu gießen. Kapitän Spalding schlenderte zwischen den Linotype-Maschinen umher und probierte das glühmde flüssige Blei, aber das schien ihm noch nicht heiß genug zu seinGeben. Sie mir einen Schöpflöffel des allerheißesten." Man reicht ihm einen Lössel voll zischenden, brodelnden heißen Bleis. Spal ing 9°B ftch ejnen mächtigen Schluck Blei auf die Zunge, das Metall zischte und erstarrte dann. Dann zog er aus der Tasche ein großes eturf Siegellack, zündete es an und ließ sich die herabfallenden brennenden Tropfen auf die Zunge rieseln. Er begann dann be­haglich zu kauen.Es schmeckt wie Meerrettich", meinte er zu­frieden, als ob er eine kostbare Delikatesse äße. Aber sein Menu P?r noch nicht zu Ende. Zwischen den einzelnen Blei- uni)1 Siegellackgangen zündete er sich eine Zigarre an, nahm das brennende Streichholz in den Mund und löschte es gemächlich mit der Zunge aus. Dabei schaute er behaglich auf die glühenden Kohlenstangen der großen 1600 Kerzen starten BogenlichterIch konnte so eine Kohle ganz gut in den Ntnnd nehmen", bemerkte er nachlaftig, während er eine Handvoll Pulver auf seinen Handteller sckmttete. Dann nahm er ein Streichholz und führte es zu dem Pulver Es gab cm Zischen und Rauschen, und die Flamme schoß hoch auf, das Pulver erlosch dann, aber auf der Hand Spaldings w^c nicht eine Spur einer Verletzung zu erblicken.Ich kann meine wunderlicheFeuersicherheit" selbst nicht erklären", erzählte er dann.Die Aerzte haben mich chloroformiert und mir rott« glühende Kohlen auf die Zunge gelegt, dann Eis und darauf wieder Kohle, aber auch sie wissen nur mit dem Kopfe zu schütteln und keine Erklärung zu geben. Als ich noch ein kleines Kind war fanden mich meine Eltern eines Tages, wie ich mit rotglühendent Kohlen Itnelte und sie mir in den Mund steckte. Dabei ver­brannten meine Kleider. Das war auch der Grund, warum ich nie Augenbrauen bekommen habe. Später würde ich schärfer über­wacht, aber wo immer ich Gelegenheit fand, schlich ich zum Feuer, und es machte mir großes Vergnügen, an glühenden Kohlen zu ldcken. Einmal hak mir meine Feuersicherheit auch das Leben gerettet. Ich war in den -Händen der Jndianertruppe, die den; General Enster ermordet hatte. Ich sollte skalpiert werden Da begann ich ans dem Feuer glühende Kohlen zu essen: die Rot­häute sanken entsetzt auf ihre Knie nieder, und ich war gerettet,, denn man hielt mich für einen großen Zauberer." .

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LlMschiffahtt.

Parsebals Fahrt von Bitterfeld nach Dresden.

Der BallonP. 6" ist am Dienstag bei schwachem Regen und mäßigem Winde um 3y4 Uhr in Bitterfeld zur Fahrt nach Dresden auf gestiegen. Führer ist Oberleutnant Stel­ling; außer ihm nehmen sechs Herren an der Fahrt teil.

on Dresden, 12 Juli. Das LuftschiffP. 6" wurde 5 Uhr ??, bcn Lößnitzer Bergen gesichtet. Es erreichte um

o3/4 Uhr Dresden, schwebte eine Zeitlang über der Stadt, um­kreiste in einem weiten Bogen den Turm des neuen Rathauses und schlug dann in ruhiger schöner Fahrt die Richtung nach dem Landungsplätze ein, wo es in /Anwesenheit des königlichen Hofes unter begeisterten Jubelrufen einer großen Menschen­menge kurz nach 6 Uhr glatt landete.

. Dresden, 12. Juli. Um 7 Uhr machte der Parsevalbällon einen Aufftteg zu einer Schleifenfahrt über den Heller an der Prinz und Prinzessin Johann Georg, sowie bet beiden Prinzen von Caserta teitnalymcn. Die Fahrt ging über den Heller in der Richtung auf Dresden, wo das Luftschiff abermals eine Schleifenfahrt machte und alsdann auf dem Landungsplatz glatt landete.

T o d e s s l u g.

Bournemouth, 12. Juli. Der Flieger Rolls stürzte bei einer Wendung ab und blieb tot liegen.

. Bournemouth, 12. Juli. Ueber den Absturz Rolls wird ferner berichtet: Rolls war zu beträchtlicher Höhe aufgestiegen, um an der Fallkonkurrenz teilzunehmen. Als er sich an- ichickte, mederzuschleßen, knickte plötzlich das Schwanzstück der Maschine, sie schwebte zunächst hin und her, knickte dann ein und fiel, immerfort sich überschlagend, unter dem Geschrei der Menge herab. Rotts wurde furchtbar verletzt und starb unmittelbar darauf.

Widernatürliche Unzucht

hat der 17 jährige Dienstknecht K. M. aus Darmstadt an ver­schiedenen Rindern seines Dienstherrn zu Berstadt verübt und dieses trotz Verwarnung seiner Herrschaft wiederholt. Seine Jugend, wie seine mangelhafte Erziehung wirkten strafmindernd, so daß er mit 3 Wochen Gefängnis durchkam.

Seinen Dienstherrn beschwindelt

hat der Weißbinder E. W. aus Gräfenau. Nachdem er etwa sechs Wochen in Crainfeld in Arbeit gestanden hatte, ließ er sich unter der Angabe, er wolle seine Mutter besuchen, 13 Mark, sowie Kleider und Wäsche geben, um dann zu verschwinden. Dem Gericht erschien es zweifelhaft, ob nicht der Angeklagte im Glauben war, er habe das Geld noch zu beanspruchen, weshalb in diesem Fall Freisprechung erfolgte. Wegen des übrigen Betrugs wurde auf 3 Monate Gefängnis erkannt, worauf 4 Wochen Unter­suchungshaft angerechnet werden.

Betrug im Ruckfall

verübte der in Wölfersheim wohnhafte Gärtner L. Z. aus Steinfurth. Im vorigen Monat sprach er bei einem Kutscher in Bad-Nauheim vor, indem er angab, er sei mit seiner Frau uneinig geworden, weshalb er alles verkaufen wolle Er bot dem Kutscher außer seinem Vieh und Inventar Heu an: das letztere erstand der Kutscher und händigte ihm abschläglich 20 Mk ein. Den Kutscher, der das Heu gleich holen lassen wollte, wußte er davon abzuhalten, indem er angab, die Scheuer liege voll Holz und müsse erft ausgeräumt werden. Am andern Tag hielt er ihn durch die Angabe, er dürfe ohne die Genehmigung der Ortspolizei nichts verkaufen, von dem Abholen ab. Schließlich stellte es sich heraus, daß, außer daß er mit seiner Frau uneinig geworden ist, alles erlogen war. Er wurde wegen Betrugs im Rückfall zu 8 Monaten Gefängnis, abzüglich eines Monats Untersuchungshaft, verurteilt und ihm die bürgerlichen ^Ehrenrechte auf fünf Jahre abgesprochen.

vermischtes.

* Ein eigenartiges Attentat. Der Gutsbesitzer Otto K r a a tz aus L i ch t e n r a d e bei Berlin wurde das Opfer eines seltsamen Verbrechens. Kraatz hatte in letzter Zeit wieder­holt Drohbriefe erhalten, in denen er aufgefordert wurde, an einer bestimmten Stelle 3000 Mark niederznlegen In dem letzten Bries dieser Art vom 5. Juli hieß es, die Summe müsse bis zum Abend des 10. Juli niedergelgt werden, sonst würde das Gehöft von Kraatz m die Luft gesprengt und der Besitzer mit seinen Angehörigen getötet werden. Auf den Rat der Kriminal­polizei legte Kraatz m die Konservenbüchse einen Brief, in dem er um einige Tage Aufschub bat. Die Kriminalbeamten warteten die ganze Nacht vergeblich auf den Erpresser. Die Konserven­büchse lag anscheinend noch ebenso da, wie vor einigen Tagen als der Brief hineingesteckt wurde. Als Kraatz gestern vormittag nach* eben wollte, ob der Brief abgeholt sei und dabei die Konserven­büchse berührte, erfolgte eine furchtbare Explosion durch die Kraatz schwere Verletzungen, insbesondere an den Augen, erlitt. Das Haupt der Bande, die in letzter Zeit mehrere wohlhabende Lichtenrader Grundbesitzer iu ähnlichen. Schreiben bedroht hatte, wie den Grundbesitzer .Kraatz, soll ein Verwandter des Verletzten sein. Die bisherigen Feststellungen ? rme ~irt und den Mechanismus der Höllenmaschine ergaben, daß ähnlich wie vor Jahreii bei dem Attentat auf den verstorbenen Polizeiobersten Krause die Entflammung des Sprengstoffes durch einen zur .Entladung gebrachten Revolver bewirkt wurde

Kirche rrnd Schule.

** Kath. Vorträge. Man schreibt uns:Die Rechts­stellung der Kirche Jesu Christi" war das Thema, das Montag abend in der katholischen Kirche Professor Dr. Schwarz behandelte. Eine Offenbarung Gottes an die Menschheit, so führte der Redner aus, ist ergangen. Aber wo ftnden mir diese Offen­barung ? Wir antworten: In unserer Kirche. Ist nun die katho­lische Kirche wirklich die Kirche Jesu Christi? Entspricht die heutige katholische Kirche dem Plane Jesu Christi, und wenn ja, reicht unsere heutige katholische Kirche hinauf bis zu Jesus Christus, dem Sohne Gottes? Es wurde dargelegt, daß die katholische Kirche eine religiöse, übernatürliche, vollkommene Gesellschaft ist, und daß gerade eine solche vollkommene Gesellschaft von Jesus Christus ge­wollt ist. Eine Gesellschaft ist eine dauernde Vereinigung mehrerer, die unter einer'Autorität stehend, in gemeinschaftlicher Tätigkeit ein gemeinschaftliches Ziel zu erreichen verpflichtet sind. Vollkommen ist jene Gesellschaft, die das ganze Gut des Menschen ganz erstrebt und dazu aus sich die genügenden Mittel hat. In der natürlichen Ordnung gibt es eine vollkommene Gesellschaft, das ist der Staat. In der übernatürlichen Ordnung gibt es ebenfalls eine vollkommene Gesellschaft: die Kirche. Sie umfaßt das ganze übernatürliche Ziel des Menschen und hat dafür die genügenden Mittel und Rechte. Lag nun im Vlane Jesu Christi gerade eme solche vollkommene Gesellschaft? Ja. Die Evangelien zeigen uns, daß Jesus Christus überhaupt eine gesellschaftliche Einrichtung zur Erhaltung und Ver­breitung der Offenbarung und Erlösimgsgnade wollte. Die in Be­tracht kommende Stelle lautet: Wie mich der Vater gesandt hat so sende ich euch. Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum lehret alle Völker und lehret sie alles halten was ich euch gesagt habe. Denn ich bin bei euch alle Tage bis an's Ende der Welt. Und wer nicht glaubt, der wird verdammt werden. Christus wollte, daß alle sich zusammenschließen müßten. Wer nicht glaubt der von ihm gesetzten Autorität, der wird nicht selig. Die Evangelien geben uns nun klaren Aufschluß über den Aufbau der Gesellschait, die Jesus sein Reich, seinen Acker, seinen Weinberg und schließlich ferne Kirche nannte. Bestimmt ist die monarchische Ordnung gezeichnet. Die Autorität hat das Kolle­gium von 12 Aposteln im Lehr-, Priester- und Hirtenamt. Und an der Spitze ist einer, in dessen Hand die ganze direkte Leitung mit allen Vollmachten und Rechten liegt: Petrus und sein jeweiliger Nachfolger. So sind die Elemente einer vollkommenen Gesellschaft gegeben. Die Menschen, die Autorität, der Zweck, die Drittel. So entspricht die heutige katholische Kirche in ihrem organischen hierar- chisch-monarchischen Aufbau genau dem Plane Jesu Christi

Seinen Kameraden bestohlen

hat der hier beschäftigte Steinhauer K. B. aus Nassau, der s^ner Jugend schon eine erhebliche Strafliste besitzt. Er vei> schwand heimlich unter Mitnahme eines Arbeitskittels und einer "rWe mit Tabak, ohne sich wieder sehen zu lassen, wie er dieses in früheren Fällen auch getan hat. Bezüglich der Wegnahme der Pfeife erfolgte Freisprechung, da ein Diebstahl nicht nachweisbar war, weil er sie nur vorübergehend benutzt hatte, dagegeii wurde er für den anderen Fall zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.

11. 12.

Märkte.

X Kirchhain, 12. Juli. Der heute hier abgehaltene Rinder- markt war mit 125 Stück Groß- und Kleinvieh beschickt. In­folge der in Aussicht stehenden guten Futterernte zogen die Preise für Zuchtvieh an. Das Geschäft ging flott. Dem Schweine­markt waren etwa 600 Ferkel und Läufer zugefahren. Erstere kosteten 3540 Mk., letztere 6090 Mk. das Paar, je nach Größe und Qualität. Auch hier herrschte ftottes Geschäft.

Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: 91. Sange.

Stemmklnb Kassel, mit 365/12, 3. Chr. Spohr, Viktoria Kassel-Wehl­heiden, mit 327/12, 4. A. Stoker, Athleten- und Sport-Verein Kassel, mit 312/,, 5. I. Fritsch mit 29, 6. Ludw. Dttiller, Stemm- und Ringklub Friedberg, mit 27*7,5, 7- K. Hoiz, Adler Kassel, mit 274/6, 8. Alb. Lemmer, Stemm- und Riugklub Marburg, mit 277/1?, 9. I. Schädler, Stemm- und Ringklub Kassel, mit 27*/v 10. Fr. Asien mach, Adler Kassel, mit 26s/4, 11. Hch. Oberjörg, Herakles Kassel, mit 26'7,, 12. K. Hormel, Stemm- und Ringklub Marburg, mit 26*/74, 13. K. Boeion, Stemm- und Rmgklub Friedberg, mit 257,7, 14. Otto Habnit, Ring- und Stemmklub Kassel, mit 248/40, 15. Fr. Schneider, Stemm- und Ringklub Friedberg, mit 277,,, 16. R. Niemes, Stemm- und Riugklub Marburg, mit 1919/24, 17. H. Roth, Einigkeit Wetter, mit 19*/8, 18. P. Zehner, Einigkeit Gießen, mit 19*7, 19. H. Spohr, Viktoria Kassel-Wehlheiden, nut 18*/e0, 20. H. Krug, Viktoria Kassel, mit 1818/30, 21. G. Weitz, Viktoria Kassel-Wehlheiden, mit 17*/3, 22. W. Heim, Viktoria Kassel- Wehlheiden, mit ll1/if 23. Hch. Staubach, Einigkeit Gießen, mit 16'/,, 24. H. Lorenz, Stemm- und Ringklub Gießen, mit 158/-, 25. P. Wolf, Adler Kassel, mit 15, 26. P. Schneider und H. Dußler, beide Stemm- und Riugklub Friedberg, mit je 14&/6, 27, K. Steitz, Stemm- und Ringklub Friedberg, mit 143'3, 29. Otto Schoch, Viktoria Kassel, mit 14*4, 30. I. Schweiger, Stemm- und Rmg- klub Friedberg, mit 14*4, 31. I. Rmn, Stemm- und Ringklub Gießen, mit 145/?4, 32. Otto Koch, Kraftsport-Klub Kasiel, mit 13"/,«, 33. H. Orth, Athleten- und Sportverein Kasiel, mit 13*9/80, 34. H. Heny, Stemm- und Riugklub Friedberg, mit 13z/6, 35. A. Zinke, Viktoria Kassel-Wehlheiden, und G. 'Staubach, Einigkeit Gießen, mit je 12*/,, 36. F. Lang, Ring- und Stemmklub Mar- bürg, mit 12*/ 37. Alb. Berg, Stemm- und Ringklub Friedberg, mit 37n/.8 Punkten.

Für Ringen (SchwergewichO: 1. Preis Meinke, Athleten- und Sport-Verein Kassel, 2. Chr. Spohr, Viktoria Kassel, 3. Fr. Schmalz, Athleten- und Sport-Verein Kassel. Im Ringen für Leichtgewicht: 1. Preis K. Hormel, Stemm- und Riugklub Mar­burg, 2. Th. Stübing, Einigkeit Hersfeld, 3. K. Roga'tt, Herakles Kassel, 4. Fr. Henze, Einigkeit Hersfeld, 5. W. Humburg, Stemm- und Ringklub Kasiel, 6. W. Leke, Herakles Kasiel, 7. H. Maus, Viktoria Kassel, 8. Ferd. Lang, Stemm- und Ringklub Marburg, 9. K. Göbel, Einigkeit Hersfeld, 10. P. Zehner, Einigkeit Gießen, 11. K. Schmidt, Stemm- und Ringklub Friedberg, 12. H. Roth, Einigkeit Wetter, 13. M. Stöcker, Ring- und Stemmklub Marburg, 14. G. Mörtel, Einigkeit Gießen, 15. H. Kalbreier, Adler Kassel. Im Ringen für Mittelgewicht: 1. Preis I. Röth, Viktoria Kassel, 2. M. Blumenstein, Adler Kasiel, 3. Fr. Schneider, Einigkeit Wetter, 4. Ad. Ikasemann, Adler Kasiel, 5. Andr. Rüppel, Herakles Kassel, 6. R. Schendt, Athleten- und Sport-Verein Kassel, 7. Ludiv. Müller, Stemm- und Ringklub Friedberg, 8. R. Groß, Athleteu- unb Sport-Verein Kasiel.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 12. Juli.

Schwerer Diebstahl

ist dem Schmied N. G. und dessen Schivägerin M G aus Ock­stadt zur Last gelegt. Nach ihrem Geständnis sind sie im letzten Monat nachts über die ihre Hofreite von dem Schulhof trennende Mairer gestiegen und haben aus dem an Landwirte vermieteten Keller des Schulhauses zwei Säcke Kartoffeln gefüllt, um sie nach Hause zu schaffen, nachdem G. mit falsck>en Schlüsseln zwei Türen geöffnet hatte. Als ein Passant, der Geräusch vernommen hatte, auf den Keller zuging, warf G. mehrmals mit Holz stücken nach ihm imi) schließlich flüchteten beide unter Zurücklassung ihrer Beute. G. will die Schlussel in seiner Werkstatt gefunden haben, doch mußte, angenommen werden, daß er sich diese selbst zu diesem Zweck^angefertigt hat. Der AngeklagteG. wurde wegen Diebstahls­versuchs zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt; wegen des Werfens wurde auf eine Geldstrafe von 20 Mark erkannt, während die Angeklagte M. G. mit einem Monat Gefängnis bedacht wurde.

Die Parteileideuschast

hat in Köddingen eine Beleidigungsklage gezeitigt Der Zimmermann K. Sch. hat dem Bürgermeister Hi.' den Vorivurf oes Meineids gemacht, weshchh ihn das Schchiangericht Ulrich-

Den Ebrenpi^is, gesttftet von Adolf Meyer-FriLtckerg, für den besten Schleuderballwurf erhielt Richard Flieger, RErg- und Stemmklub Kassel, mit 42 m 75 cm Wette.

Jnr Drei-Kampf erhielten Preise: 1. Preis Jitt. Göbel, Kraftsportklnb Großalmerode, nut 42T/?O Punkten, 2. F. Schmelz, Athleten- und Sport-Verein Kasiel, mit 42*/4, 3. K. Diehm, Herakles Kasiel, mit 42*/c, 4. A. Köhler, Athleten- und Sport-Verein Kassel, mit 41740, 5. F. Blek, Stemm- und Ringklub Gießen, mit 373/2W 6. 21. Adams, Athleten- und Sport-Verein Kasiel, mit 36*/4, 7. W. Gerstung, Herakles Kassel, mit 347S, 8. K. Schafftet, Roland Hers- feld, mit 34*/5, 9. A. Rafemann, Adler Kasiel, und W. Kahn, Stemm- und Ringklub Friedberg, mit je 323/s, 10. V. Gerber, Herakles Kassel, mit 313/s, 11. O. Reimann, Adler Kassel, mit 317/?o< 12. W. Weber, Athleten- und Sport-Verein Kassel, mit 31*/4, 13. L. Reß, Stemm- und Riugklub Friedberg, und I. Röth, Viktoria Kassel-Wehlheiden, mit je 31*/l0, 14. Th. Stübing, Einigkeit Hers- selb, mit 31, 15. K. Huth, Herakles Kasiel, mit 2916. L. Her­bold, Herakles Kasiel, 297/30, 17. E. Kretsch, Athleten- und Sport- Verein Kasiel, mit 28*7/jn, 18. Andr. Rüppel, Herakles Kassel, mit 28*3/?0, 19. Ph. Tipp, Ring- und Stemmklub Kassel, mit 28* 6, 20. P. Meinke, Athleten- und Sport-Verein Kassel, mit 27s/v 21. E. Kaufholz, Adler Kasiel, mit 27*/,, 22. K. Hermann, Ring- und Stemmklub Kassel, mit 26%, 23. 21. Orth, Einigkeit Hersfeld, mit 267g, 24. K. Kalbreier, Adler Kassel, mit 24 Punkten.

Im Vier-Kampf ivurden Sieger: 1. R. Flieger, Ring- und Stemmklub Kassel, in. 377« Punkten, 2. E. Stärklen, Ring- unds

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