Ausgabe 
4.1.1910 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

bet Straßenbahn. Die fyccqucnj der Elektrischen Bahn stellt sich in der abgelausenen Woche wie folgt: Sonntag 5571, Montag 4483, Dienstag 3087, Mitt­woch 2780, Donnerstag 2812, Freitag 3009 und Samstag 3649 zahlende Personen. Im ganzen wurden in der Vor­woche befördert 25 393 Fahrgäste oder täglich im Durch­schnitt 3627. Die durchschnittliche Beförderung der Personen betrug seit der Betriebserüffnung der Bahn 3824 täglich. Die gesamte Betriebseinnahrne ergab bis 31. Dezember rund 16 000 Mk.

** Aus dem Stadttheater wird uns geschrieben: Es sei darauf hingewiesen, daß die morgige Vorstellung von .Aschenbrödel" die letzte des hübschen und effektvoll aus- gestatteten Märchens ist. Auf zahlreiche Anfragen sei mit- geteilt, daß am nächsten Sonntag nachmittag .Der sidelc 'Sauce* und Sonntag abend das LustspielDie Liebe wacht" gegeben wird und daß diese beiden Vorstellungen bei kleinen Preisen staltfinden.

" Die Eroberung der Luft, und zwar nicht nur Zeppelins Flug nach Berlin, sondern auch Aeroplan-Flüge von Wright, Latham, Voisin usiv. an verschiedenen Orten, auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin und gelegentlich der Flüge bei Reims in Frankreich werden gegenwärtig im Kaiserpanorama gezeigt. Dieser Zyklus hat überall das größte Interesse wachgerufen und dürfte auch bei uns durch reichen Besuch ausgezeichnet werden.

** Turnerisches. In der am 2. Januar in Darmstadt abgehaltenen Sitzung des gesä-äftssührenden Ausschusses des Mittel- rhcmlreises wurde für das Jahr 1910 folgender Arbeitsplan aus­gestellt : 30. .Jan.: 1. Kreisvorturnerslunde (Tgde. Frankfurt), 13. Febr.: Sitzung des geschaftsführcnden Ausschusses mit dem Ortsausschuß für das 29. dt reisturnfest in Kreuznach. 6. März: Kreisoorfechterstunde (Tv. Wiesbaden). 16. April: Sitzung des Kreisausschu^es, 17. April: Krelsturntag, beide voraussichtlich in Loerlahnstein. 25. Sept.: 2. Kreisvorturnerstunde (Tv. Lim­burg?. 30. Olt.: Fraueiworturnerstunde (Tgde. Hanau). Die schon lange geplante Kreiszeitung >oll von Mitte Januar ab erscheinen. An dem vom 3.16. Jan. in Darmstadt startsindenden Lurnlursus für Turnwartc und Vorturner nehmen 31 Personen

-- Daubringen, 3. Jan. Unter sehr starker Sc- terltgung fand gestern bei Gckst.iirt W.irner die Fa^ress tzuna ru6 r 1 e 9 e.r D c r e i n § ftatt. Ter langjährige Präsiden Erolz warf mit kurzen Zügen einen Rückblick auf das vergangene Jahr und ermahnte die Mitglieder, auch feiner - hin den Verein in der hergebrachten Weise zu unterstützen, länn mit großem, Beifall aufgenommenes Hoch aus Kaiser und Großherzog schloß die ?ln,prack)e. Der von dem Vereins- rechner, Wagnermeister L. Dort erstattete Recl)nunqs- abschluß ergab einen annehmbaren Ueberschuß, der dem Vereinskapital zugeschrieben werden konnte. Präsident Grolz dankte dem Rechner für seine Arbeit und betonte, daß er seine Geschäfte als Rechner während seiner 15jährigen ununterbrochenen Tätigkeit stets treu und gewissenhaft er- le.£)19? .habe. Ansprachen und patriotische Gesänge hielten die Teilnehmer bis zur späten Abendstunde zusammen.

= Daubringen, 3. Jan. Am 1. Januar hielt der M a n n e r t u r n v e r e i n (dem Lahn-Dünsberg-Turnerdund an­gehörend) seinen Jahresabschluß ab, bei dem die Entlastung des Rechners vorgenommen wurde. Dann erfolgte die Neu- ivahl des Vorstandes. Wiedergewählt wurden Schneider­meister Joh. Reif zum 1. Vorsitzenden, Ludwig Schäfer IV. äuw 2. Vorsitzenden, Ludwig Hofmann III. zum Rechner und Ludwig Vogel III. zum Schriftführer. Neugewählt wurden Turnwart Wilh. Schwalb und Zeugwart Wilhelm Fuchs III. Obwohl der Verein kaum drei Jahre in Tätig­keit ist, hat er alle Turngeräte durch eigene Mittel käuflich erworben und verfügt außerdem über 50 Mk. in bar.

Lollar, 2. Jan. Heute wurde in dee Kirch« zu Kirchberg Pfarrassisient Gerig aus Altenschlirf von Dekan Sfrack in feierlichem Gottesdienste ordiniert und in sein Amt als Assistent des Kirchspiels eingewiesen. Da das Kirchspiel Kirchberg fast die Seelenzahl von 5000 erreicht hat, die auf 5 Gemeinden sich verteilen, war von der Kirchen- behördc die Anstellung als notivendig erachtet worden, maS von den Gemeinden auch als billig und gerecht genehmigt wurde.

r^ÄUuJenl>£L9' 3: 2an. Am Sonntag den 2. Januar hielt der Turn-Verein seine Generalversammlung, ?oe öahlrcnchZiesack,t war, ab. Der Vorsitzende erstattete

Berich, über die Tätigkeit des Vereins im verstossenen Jahr. (£r uaiilte den Preisturnern, bi: im vergangenen Jahre mit gutem Urchige hermgegangen waren und trat mit der Bitte an sic i^rau, lid) von neuem ans das ibmmende Jahr zu rüsten. Ter Turmvart er)tattete iüeridit über den Besuch in ben abgehaltenen Turnstunden £er Rechner fonnte m seinem Bericht über das Vermög.-n des Vereins trotz ben außergeivöhnlichen Ausgaben, einen s.hönen Ablchlntz be aiuttgeben. Ber brr Vorslanbsüxcht wurden einstimmig Wieoergewaliü als Rechner Lnbw. Dietz und neu als erster Tnrn- wart Hch. Zech«:, als zweiter Wilh. Grölz und als Zeugwart K. Muller, ^.er Vorsitzende dankte zuletzt ben Vorstandsmitgliedern ifr. ^ung und L. reibet, die ,10 Jahre ununtcrbrmj-.cn bem Tor- staild uiid dem Vercul treu zur Seite gestanden haben, und brachte ein Gut Heil aus die beiden Preisturner, den Verein und ixm Turnglnl Hessen aus.

Erlös der ihr zu überweisenden und zur Veräußerung zu bringenden Grundstücke zu decken.

/o ^ür die Erbauung einer Hauptwerkstätte (Lokomotwwerfftatte) in Darmstadt werden im neuen Etat ebenfalls 200000 Mk. mehr angefordert, nachdem in den vorhergegangenen Etats bereits die veranschlagte Gesamt­summe im Betrag von 4 687 000 ML bewilligt worden war Ms Ursache dieser NachforderunL wird eben die Steigerung der Bodenpreise angegeben. Für die Erbauung einer Fett ga sanstalt auf dem Bahnhof Darmstadt wurden im vorigen Jahre als erste Rate 50000 Mk. bewilligt. Für wird als zweite und letzte Rate noch der Betrag von

60 000 Mk. angefordert. Ferner soll eine Erweiterung des Bahn h o fs Kranickftein erfolgen, wofür von der 1269,000 Mk. veranschlagten Summe als erste Rate

50000 Mk. angefordert werden. Für die Erweiterungs­bauten des Bahnhofs Bensheim werden als dritte Rate 500000 ML, für Bahnhof Grünberq als letzte Rate 40 000 ML, für Bahnhof Friedberg als zweite Rate von dem auf 653000 ML berechneten hessischen Anteil 50000 Mk. und zur Auswechselung der eisernen Lieberbauten der Ersenbahnbrücke über den Rhein oberhalb Mainz (Gesamtkosten 2 980000 ML) als dritte Rate 1000 000 ML gefordert.

x Nid da, 3. Jan. Gestern abend wurde uns rin lZbsigen Kasino ein seltener Kunstgenuß geboten buidj musikalische Vorträge instrumetitalcr und vokaler Art von feiten des Fräulein Stammler (Gesang ',d der Herren Gernhardt (Violine und Cello) und y a h n (Klavier), sämtlich von Gießen, in Gemeinschaft mit Gewerve- letjrer Endres. Der bis zum letzten Platz gefüllte Konzert- raum lauschte init Spannung den herrlichen Liedern, welche Frl. Stammler mit ihrem Mezzosopran seelenvoll und form­vollendet vorlrug, von dem ernsten Pieta Signore von Stra- della, der Zigeunerin üon Doiiizetti bis zu dem heiteren Dort in den Weiden" von Brahms undVom lustigen Grasmücklein" von Tauber!. Die Begleitung des Gesangs durch Herrn Hahn war den Liedern durchaus angepaßt unb sehr fein und dezent. Die Vorträge des Herrn Gernhardt: Brise de mer von Leoncavallo und die Elegie von Holzhaus für Cello unb Norwegische Rhapsodie von Venzoni sowie Anoso von Hummel, für Violine, begleitet von Herrn Endres, gaben ein treffliches Zeugnis von der künstlerischen Auffassung, und Wiedergabe der Kompositionen. Den schönen Abschluß des Ganzen machte ein Trio für Gesang, Violine und Klavier: Lustiges Vöglein im Walde von Sieber Reicher, immer sich wiederholender Beifall lohnte die Dar­bietungen, und der Direktor des Kasinos, Herr Oberst Weimer, sprach den herzlichen Daiik der Anwesenden aus mit dem Wunsch auf Wiedersehen.

F. C. Meerholz , 3. Jan. Nachdem gestern nach- mittag im Schlosse zu Gettenbach eine Trauerfeier für bie am 29. Dezenter dort verstorbene Prinzessin Marie verwitwete Erbgräsin zu Isenburg unb Vübingen- Meerholz abgehalten worden war, wurde die Leiche in die Schloßkirche zu Meerholz überführt. Der Uebcrfübrunq vohnten Graf Gustav zu Isenburg und Bübingen-Meei> )olz, die gräflichen Forftbeamlen und Bürger von Gelten- rach bei. Pfarrer Kohlenbusch-Meerholz, die Kirckenalte- ten und die Mitglieder des Gemeinderats von Meerholz und Hailer empfingen den Trauerzug am hiesigen Schloß- garten, worauf die Aufbahrung bei Leiche in der Schloß- itefie erfolgte. Heute nachmittag leitete in der Schloß, irche ein Gollesdienst die Beisetzungsfeier ein. Pfarrer Kohlenbusch hielt die Trauerrede. Unter Glockengelüute etzte sich sodann der Trauerzug in folgender Ordnung nach dem Friedhöfe m Bewegung. Die Lehrer und die Schuld fügend von Meerholz und Hailer, die Meerholzer und Hailerer Vereine, die Geistlichen der Standesherrschaft, ber Leichenwagen, zu beiden Seiten bie männliche Dienerschaft des Schlosses Gettenbach unb das Forstpersonal Ihm olglen Graf Gustav zu Jsenbura unb Büdingen-Meerholz, Prcnz Albert zu ^ch.eswig.Holftein-Sonderburg-Grüä^burg der Graf zu Isenburg und Büdingen^Phi-ippseich, die Fürsten zu Isenburg und Bübingen-Büdingen, Isenburg und Vudingen-Wachtersbach und Isenburg-Bilstein, Prinz Al- red zu Isenburg unb Bübingen-Büdingen, die Verlreter des Großherzogs von Hes,en unb der Fürsten Reuß, sowie die verschiedener fiaiibcv .c. rii.bcr Hän,ei aus Prens>en und Hessen. Beamte uns Päa)rer, bic 5^urgccmei|tcr, d.e Kirchen- ältesten una .Grme.nderaiS-M.tgl.eb/r aus den Or.schasten

nommen.

** Studentische Unterrichtskurse für Ar­beiter und Unterb camte. Im Anschluß an die Kurse werden ans Wunsch der Hörer im Januar und Februar wieder leichtverständliche Einzelvorträge aus den verschie­densten Gebieten des Wissens gehalten. Den ersten Vor­trag hat Professor M i t r e r m a i e r übernommen. Er wird überStrafrechtsfragen" sprechen. Der Vortrag findet (Zreitag, 7. Januar, abends, im Hörsaal 13 des Uni- versitätsgebäudes statt. Eingeladen sind: Arbeiter, Arbeite- rinnen und Unterbeamte, einerlei ob sie an den Kursen teilnehmen ober nicht unb ihre Familienangehörigen Auf Beschluß des Vertrauensleuteausschusses der Kurse wird von jedem Besucher eine Gebühr von 10 Psg. erhoben.

** Vom hessischen Staatsverlag. Die G Io n g h ans'sche Hofbuchhandlung, Verlag ist nach 112 Jahre langem Bestehen am 1. Jan. in Liquidation getreten. Der Verlag, dem feit Jahrzehnten vom Großh Ministerium b. I. bie Geschäftsleitung bei Buchhandlung, des Großh. Staatsveilags unb ber Darmstädter Zeitunc übertragen war, ging zum größten Teil an ben vom 1. Jan. ab vom Staate in eigene Regie übernommenen Großh Staatsverlag über. Zugleich trat der langjährige Geschäfts­leiter und Prokurist Jean Fischer in den Dienst der Großh Regierung.

Verbindung en itmnmen konnten. Daraus ziehen die Chemiker bat Schluß, daß die in jenen Verbinduirgen enthaltenen Elemente der. Kohlenitoffreil-e (Silizium, Titan, Zirkonium, Thorium, Blei) ohne Ausnahme uiUcr Einwirkung der Radiumemanation Kohlen- swffverbindungen liefern, d. h. also, sich teilweise in Kohlenstoff verürandeln. Am geringsten i)t diese Tendenz der Verwandlung beim Blei.

Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Ter dänische Eskimosorscher Knud Rasmussen, der erst kürzlich von einem fast zweijährigen Aufenthalt in Nord-Grönland zurückgekehrt ist, rüstet sich zu einer neuen Expedition, die das Studium ber zentralen Eskimos im nördlichen Amerika zum Ziel nimmt. DemGeogr. Anzeiger" zufolge will auch der ame­rikanische Meteorologe E. Baldwin Nansens Drift auf dem Fram" nachahmen, aber bebeuteni» östlich von Nansens Route: für die Reise sind fünf Jahre in Aussicht genommen. Marcella eembridj hat ihre amerikanische Konzertreise nie gen einer schweren Erkrankung ihres Gatten abgebrochen. Sie brachte den an einer Lungenentzündung Erkrankten sofort mittels Sonder- zuges nach Los Angeles, wo durch bas südliche Klima Hoff­nung aus rasche Genesung vorhanden ist. I s a d o r a D u n c a n ist von Amerika nach London zurückgekehrt und wird sich nach Aegypten begeben, um dort die Tänze der alten Aegypter zu sturer en. Ihr erstes Auftreten als altägyptische -l a n ä er t n wird in Deutschland flattfinben. TerVer - banb deutscher Bühnenschriftsteller hat unter seinen Mitgliedern em neues Betriebskapital von 110 000 Mark zur Erweiterung seiner Geschäfte aufgebracht. Außerdem wurde ihm von erften Autoren ber Vertrieb der neuen Stücke zugesagt, u a auch vonSudermannZur Erhaltung und Förderung ber hermis che n Bauweise wird im Sicgerlande ein Wett­bewerb ausgeschrieben. Es handelt sich um Entwürfe für Kleinwohnungen int Kreise Siegen, bie Architekten im Re- gierungsbezirk Arnsberg bis zum 15. Februar 1910 beim Krcis- Us'Huß etnhefem können. Drei Preise von 600, 400 und 250 Mark gelangen zur Verteilung, weitere Ankäufe sind Vorbehalten Das Grab Max Schenkendorfs auf dem Coblenzer ötieöbotc ist von der dortigen Freimaurerloge in Pflege ge­nommen worden. Der Grundstein, der sich stark gesenkt hatte, wurde aufgenchtet, die Inschrift erneuert und das falsche Geburts' datum durch das richtige ersetzt. Das 50 rührige Jubiläum als ordentlicher Professor begeht am 4. ds. der bekannte Frauenarzt, Wirklicher Geheimer Rat Exzellenz Dr. Bernhard S m u l tz e in Jena, wo er seit Herbst 1858 als Dozent tätig ist Schultze -sicht tm 83 Lebensjahre. Cornelius Gur litt, der aus gezetchnete Vertreter der Stillehre an der Dresdener Tech­nischen Hochschule, beging gestern seinen sechzigsten Ge burtstag. Otto Julius Bierbaum ist, wie aus Dresden gemeldet wird, an einer Hals- und Ohrenentzündung er- hraitft. Eine Operation ist günstig verlausen, jo dag Luic Ge- fahr für das Leben des Kranken nicht destel)t.

q n ba/- f d. Kr eisturnfest in Kreuznach sind der 3 0. ^Julibrs 3. Aug uft vorgesehen.

, . Tclb Das Froschwerfen in ber Neujabrs-- si ° Dt ist einem Ujabrigen Jungen schlecht bekommen. Der Knabe hatte die Frosche m der Hosentasck)e und steckte in Gedanken einen bereits angezündelen dazu. Die Frösche erplodierten in der Lasche und der ^migc wurde am Unterleib schwer v -- r i - fi t gr mußte in bie Klinik ausgenommen werden und liegt noch schwer ttank öarnicber.

):( Annerod, 3. Jan. Am Abend de§ Neujahrstacses hielt der Gesangverein ,Heiterkeit im Saale des Gastwirts Will sein Winteroergnügen ab. Ter Saal war gut besetzt und die Vereinsinitglieder ernteten mit ihren Tar- bietungert vielen Beifall. Die von Musiklehrer Kasten- Gießen, dem Dirigenten des Vereins, einaeübten Lieder ae- ftelen besonders gut. 9

R. B. Da.rmst<rbt, 3. Jan.

Der Btthnhofsneubciu in Darmftabt wird, bas ist eine ber wenig erfreulichen Ueberraschungen, bie ber neue Sttmtsvoranschlag für 1910 bringt, über 17 Mill. Mark erfordern, also rund 21/2 Mi l l i o n e n m e h r, <ils dafür veranschlagt waren. Die Stabt Darmstadt hat sich verpflichtet, neben einem einmaligen Beitrag von 500 000 Mark für Grunderwerbskosten 2 700 000 ML zu übernehmen, im ganzen also 3 200 000 Mk. Weiter wurden durch einen Pauschbertrag des Baufonds für die Herstellung des zweiten Geleises auf der Strecke Tarmftadt-Goddelau-Erfelden 200 500 ML unb durch ben Erlös aus der Veräußerung von Grundstücken, die nach ben bisherigen Vereinbarungen auch nach Ausführung des Bahnhofsumbaus der Eisenbahnver- waltitng verbleiben sollten, nun aber von dieser der Regie­rung f. Z. zur freien Verfügung überwiesen werden, 250 000 Mark gedeckt, so daß vom Staat noch 10 999500 ML aufzu- bringen gewesen wären. Bei dem umfassenden, in große Teile der Gemarkung Darmstadt eingreifenden Grunderwerb ist es, wie die Regierung betont, nach dem Ergebnis der durchgefuhrten Enteignungen jedoch nicht möglich, mit den für die Bauausführung vorgesehenen Mitteln auszukommen. Beim Grunderwerb wird sich der Mehrbedarf auf 1500000 Mark belaufen. Weitere Mehrkosten entstehen besonders dadurch, daß es nottvendig geworden ist, die Erdarbeiten in größerem Umfange auszuführen, als bisher angeiiom- men worden war. Ferner sind in dem neuen Haup'tkoften- voranschlag bie gesamten Kosten für die Herstellung des zweiten Gleises Darmstadt-HauptbahnhofDarmsladt-Ost rücksichtigt. Die eingleisige Odenwaldbahn DarmstadtWie­belsbachHeübach vermittelt zwischen bem Hauptbahnhos Darmstadt und bam Bahnhof Darmstadt-Ost auch den Ver­steht der Lime DarmstadtGroß-Zimmern. Bei der dichteii -Zugfolge aus dieser Teilstrecke lassen sich Zugverspätungen incht vermeiden, so daß die Personenzüge öfters auf dem Hauptbahnhof verspätet eintreffen. Um den im Interesse des durchgehenden Verkehrs notwendigen rechlzeitigen An­schluß dieser Züge an die Schnellzüge der Main-Neckar-Bahn und der Linie Mainz-Aschaffenburg zu sichern, ist die Her­stellung des zweiten Gleises auf der Strecke Hauptbahnhof- Tarmstabt-Ost bringendes Bedürfnis, unb zwar erscheint es 'geboten, ben zweigleisigen Betrieb mit ber Fertigstellung des neuen Hauptbahnhofs einzurichten. Weiterhin hat sich im Verlauf ber Sauarbeiten bei ber Umgestaltung der Bahn- lwssanlagen bie Errichtung eines Ei se n b a h n v er- waltungsgebäubes (Jnspeltionsgebäudes) auf ber Sübseite bes neuen Hauptbahuhofs als erforderlich erwiesen. Die Kosten für die Errichtung dieses Gebäudes sind auf 250000 Mk. veranschlagt. Um jedoch eine Erhöhung des <ms Anleihemitteln zu beschaffenden Baufonds zu vermeiden, sollen die Mittel zur Bestreitung dieser Kosten in der Weise ausgebracht werden, daß die Eisenbahngemeinschaft aus dem ihr nach Ausführung des ^ZahnhofSiunbaus verbleibenden Gelände Grundstücke in gleichem Werte der Regierung zur freien Verfügung überläßt. Der Erlös aus der alsdann vorzunehmenden Veräußerung dieser Grundstücke soll zur Deckung ber Kosten für die Errichtung des Jnspektionsge- bäubes verwendet werden. Nachdem bisher von ber Kam­mer für den Bahnhofsneubau im ganzen 10500 000 Mk bewilligt worden sind, werden int Etat für 1910 als weiter« Rate zwei Millionen Mark angefordert. Die Re­gierung verlangt tociter die Ermächtigung, die durch den Bau des Jnspektionsgebäudes entstehenden Kosten von 250 000 Aöark vorlagsweise zu verausgaben unb später aus dem

Aus Stafct und Laud.

Gießen, 4. Januar 1910.

** Tageskalender für Dienstag, 4. Jam: Stadt- tyeater:.ter selige Toupinel/ Anfang 8 Uhr.

,.. ?-^brecht-Feier der Hess. Vereinigung für Volkskunde unb des Oberhess. Geschichtsvereins. Abends 8'/, Uhr im Cafs Ebel

*

" Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Hofmarschall Frei herrn v. Ungern-Stern berg das Komthurkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps de§ Großmütigen verliehen.

"Vom Ministerium. Der Minister des Innern, Braun, hat sich zur Teilnahme an der zweiten Lesung des Entwurfs der Reichsversicherungsordnung in den Bundesrats- Ausschüffen nach Berlin begeben.

**Lehramtspersonalien. Uebertragen wurde bem Lehramtsassessor Dr. Emil Henninger an der höheren Mädchenschule zu Gießen die Verwaltung einer Lehrerstelle an ber Eleonoren-Schule zu Worms a. Rh. mit Wirkung vom 6. Januar 1910.

" Zehrerpersonalien. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Pscnburg und Büdingen in Büdingen auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Calbach präsentierte Lrhrer Karl Kreutz zu Glauberg.

" Von der russischen Gesandtschaft. Der russ Minüter-Rcftdcnt Baron v. Knorring ist am 30. Dezember ncblt Familie nach Darmstadt übergesiedelt und hat vorerst, bis zur endgültigen Einrichtung des von ihni gemieteten Hauses Wilhelminenstraße Nr. 28, im HotelZur Traube * Wohnung genommen.

P r 0 v i n z i a l d i r e kt i 0 n. Prooinzialdirektor Geheim­rat Dr. Breidert hat einen mehrwöchigen Urlaub an- getceten. Die Leitung der Geschäfte der Provinzialdirektion und des KreiSamts Gießen hat Regierungsrat Welck er über»

in Barcelona am 3. d. Mts. proklamiert würde. Dom Gou- nc nmr von Barcelona liegen dagegen Nachrichten vor, daß ganz Eatalonicn ruhe.

Aus Blueficlds wird gemeldet: Estrada läßt die ganzen Armeeoorrätc nach der Stadt Ehile schassen; er scheint demnach den Feldzug nach dem weltlichen Nicaragua verlegen zu wollen.

Der König der Bulgaren hütet infolge einer starken Erkältung, die er sich bei der Besichtigung der schwimmenden Ausltellung in Burgas-zugezogen hatte, das Bett. Die Absicht, zu der Belsetzungsfeier des Großfürsten Michael von Rußland nach Petersburg zu reifen, ist daher aufgegeben worden

Wie Reuter erfährt, hat die ch i n e s i s ch e R e g i e r u n g dem portugiesischen Gesandten eine Note überreicht, in in aller Form abgelehnt wird, die Frage der Abgrenzung Macaos einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Diese Frage könne nur von China und Portugal entschieden werden.

Aufwendungen für die Sahnen im Staairvoranschiag.