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Viertes Blatt
160. Jahr^anq
Alr. 36
G^chetnt Kgllch mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Gberhesim
Di« „Wietzener Lamilienblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das '«reUblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- frsgen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Berlag: e^51. Redaktion:«-^ 112. Tel.-Adru AnzeigerGießen.
Samstag 12. Februar 1910
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R. Lange, Gießen.
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th. Das Standgericht tagte vorgestern in der Zeughaus- Kaserne. Verhandelt wurde gegen den Musketier Karl Zahrt von Ellingshausen wegen Bedrohung, begangen vor dem Dienstantritt. Das Gericht war zusammengesetzt: Major Doos, Vorsitzender: Hauptmann Poly und Oberleutnant Wolf, Beisitzer. Leutnant Möller vertrat die Anklage. Es handelte sich um einen
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» Der achtfache Mörder. Der Untersuchungsrichter am König!. Amtsgericht Bleichen teilt uns mit, daß der Mörder an der Familie W a s i e l e w s k i in B o g u s l a w i c e, der ruslische Deserteur Michael Koczinski, am 8. ds. Mts. tatsächlich vertatet ivoiden ist. Wir halten die Nachricht unter Vorbehalt wieder- gegeben. _________
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Rückkehr zu dem alten bewährten System der senkrechten, aber hier natürlich wesentlich verbesserten Federung, mit federnder Kante gegen obige Abbildung, u. statt der stets unsauber liegenden Matratzen-Schoner schöne, glatte, staubfreie Pcrpolsterung. Hier nimmt der Körper u. sei er der schwerste, eine natürliche kerzengerade Lage ein. Biele Hunderitausende im Gebrauch
Vorfall, bei )id) am Sonntag, 12. September, abends in tstungS* hausen zwischen dem Angeklagten und dem dortigen Nachtwächter ereignet hak. Der Wächter, ein alter Mann, hatte den Z. cmgezrigt, wenn dieser im betrunkenen Zustand im Dorfe Unfug trieb, waK häufiger vorgekommen zu sein scheint, nach dessen Meinung allerdings zu Unrecht. Z. war deshalb aus den alten Mann nicht gut zu sprechen. An dem fraglichen Tage war Z. mit andern! jungen Leuten in der Wirtschaft des Ph. Keil. Man führte Ring- kämpse aus, bei denen sich der schwer bezechte Angeklagte beteiligte. Plötzlich fiel aus dem Hose oder aus der Straße ein1 Schuß und der Nachtwächter betrat das Lokal mit der Frage, wer geschossen habe. Z., dem beim Anblick des Mannes der Zorn stieg, schrie: Schmeißt ihn doch 'raus und stecht ihn oben tut ihn ab. Der Sohn des Wächters hieb darauf dem Schreien ein paar tüchtige herunter und die Angelegenheit schien damit! erledigt. Der Wächter und dessen Sohn gingen zu dem Bürgermeister, teilten diesem den Vorfall mit und baten für die Nacht: um einen zweiten Mann zum Schutz. Eine Befürchtung, daß Z. im Sinne seiner Drohung handeln werde, war aber vollständig unnötig, denn er war so betrunken, daß er kaum auf den Beinen stehen konnte und der Wirt und einer seiner Kameraden waren vernünftig genug, den Z. nach Hause zu schaffen, untere wegs redete Z. zwar davon, daß er den Mann niedersteche uitti störte die nächtliche Ruhe, welches Vorkommnis bereits durch einen Strafbescheid geahndet worden ist. Damit wäre der Vorsall er- ledigt gewesen, denn wie die Zeugen in der Verhandlung aussagten, wollte man den angehenden Vaterlandsverteidiger wegen des Vorfalls keine Unannehmlichkeiten machen. Aber es kanr anders: Z. verlangte die Bestrafung des Wächters. So mußte der Fall untersucht werden. Der Ankläger und der Gerichtshof faßten die Sache mild aus, weil der Angeklagte schwer betrunken war. Andererseits wurde berücksichtigt, daß die Drohung gegen einen alten Mann gerichtet war, der sein Amt ausübte. Deshalb wurde auf eine Geldstrafe von 25 Mark evtl. 5 Tage GesangmS erkannt. Der Verurteilte bat sich Bedenkzeit aus, ob er da» Urteil anerkennen könne.
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empfiehlt sich zur Einziehung von Forderungen aller Ark.
Einholung von Auskünften im In- und Auslände, sowie zur Aujerliaung von Schriftsätzen, Gesuchen u. Zahlungsbefehlen^.
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Tie Amerikaner bei Hose.
Der Berliner Berichterstatter eines Netvyorker Blattes schreibt, die ungewöhnlich große Zahl von Amerikanern und Amerikanerinnen, die dem Steifer und der Kaiserin diesmal bei Hofe vorgestellt wurden, sei dem Botschafter der Vereinigten Staaten, Mr. David Zryne Hill, verübelt worden und habe ernsthafte Verdrießlichkeiten für ihn im Gefolge gehabt. Oberhofmarschall Graf Eulenburg habe dem Botschafter bedeutet, daß die Zahl das Maß des Erwünschten überstiegen habe. Der Botschafter aber habe geaniwortet, daß ihn keine Schuld treffe, da er in dieser Hinsicht nur den Befehlen entsprochen habe, die ihm im Auftrage des Präfidenten Taft übermittelt worden seien, worauf der Ober- hofmarsck-all erwidert habe, die Zahl der amerikanischen Herren und Damen, denen durch ihren Botschafter der Zutritt Mm preußischen Hofe vermittelt werde, wachse von'Jahr zu Jahr, und sei diesmal größer gewesen, als die Gesamtheit aller übrigen ausländischen Herren und Damen.
Diese Meldung scheint, wie eine Korrespondenz hierzu bemerkt, insofern zutreffend, als man am Berliner Hofe einige Besorgnis vor einer „amerikanischen Invasion" hege. Diese Amerikaner „von Distinktion", die fast ohne Ausnahme zur Großindustrie oder Hochfinanz zählen, würden, wenn sie Deutsche wären, keine Hoffähigkeit haben, wenigstens soweit ihre Frauen und Töchter in Frage kommen, und daher betrachtet man ihre Zulassung nur als eine Art von Ausnahme von Fall zu Fall, die man offenbar nicht gern zur Regel werden laisen möchte. Bei der Defi- lier-Cour im Königlichen Schloß hat Mr. Hill am 20 Jan. dem Kaiser und der Kaiserin mehr Schutzbefohlene prchen- tiert als einer feiner Kollegen, so allein 13 Damen. Und in der Tat scheint „man" ihm einen Wink erteilt zu haben, daß dies ein wenig zu viel des Guten sei.
Die Ehe des Khedive ton Aegypten.
Die Tatsache, daß der Khedive von Aegypten sich mit einer österreichischen Gräfin verheiratet hat, soll unter den Frauen der Hosbearnten des Khedive große Bestürzung hervorgerufen haben, weil die Frauen fürchten, daß auch ihre Männer nunmehr die Monogamie aufgeben und sich wieder mehrere Frauen nehmen werden.
Nach einer anderen Meldung auZ Kairo hat die Gräfin bei ihrem Eintritt in den Harem den Namen und Titel Prinzessin Zobeida Hanem erhalten. Es heißt weiter, daß sie schon seit längerer Zeit eine Villa in der Nähe des Khe- divenpalastes Koubbeh bewohnt habe, und daß ihre Beziehungen zu dem Khedive wohlbekannt waren. Der Khedive soll zuerst nicht daran gedacht haben, sie M heiraten, beziehentlich sie in feinem Harem aufzunehmen, aber die Gelübde, die er jüngst in Mekka machen mußte, zwangen ihn, entweder die Beziehungen aufzugeben, ober aber die Gräfin als seine rechtmäßige Gattin anzuerkennen. Diese trat während der Abwesenheit des Khedive zum Mohamme- danismus über. Es ist natürlich unrichtig, von einer Hochzeitsfeier zu sprechen, da eine solche Feier nach mohammedanischem Gesetz unnötig ist; aber es P ein Vertrag zwischen den beiden Parteien abgeschlossen worden, auf Grund dessen die Gräfin in den Harem des Khedive ausgenommen wurde. Die Gräfin wird als eine feingebildete Dame bezeichnet, sie soll die geschiedene Frau eines Grafen Török de Szenbrö fein.
Es wird hinzugefügt, daß die Angelegenheit in Kairo sehr geheimnisvoll behandelt wurde, daß aber schon seit einiger Zeit bittere Feindschaft zwischen der Gräfin und der ersten Gemahlin des Khedive bestanden habe.
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Die französischen Luftflottenpläne.
Unser Pariser Mitarbeiter schreibt uns:
Die Kammererörteruutzen über die Luftflotte dienen als Vorwand zu zahlreichen Besprechungen mit stark polemischem Charakter, bei denen besonders der Kriegsmiuister und das gesamte Kriegsministerium scharfe Rügen hinnehmen müssen. <i{U5 dem Chor der Kritiken verdienen die Bemerkungen des bekannten Lustschiffers Cap azz a, des Anregers der ganzen Kampagne, hervorgehoben zu werden. Nach seinen Berech- rungen sind 18 bis 20 Millionen erforderlich, nm ein ernsthaftes Programm durchchuführen. Er setzt eine Million für die Schuppen in den befeftigten Lagern, eine ^veite Million für die von Chalons, eine dritte für die Zentralstelle in Paris, 2i/2 Millionen für Wasserstoff-Aust üewahrungsbehälter, Kraitlastwagen usw, fünf Millionen für zehn Lenkballons, 100000 Frank für zehn vollständige Drachen und 300 000 Frank für Scheinwerfer an. Für die Kanonen, die Luft-Artillerie im allgemeinen, die Behälter-Ballons, die funkentelegraphischen und telephonischen Apparate, die topographische Photographie, die Versuche, die kleinen Lenibailons und die freien Ballons für die Ausbildung der militärischen Luftschisser erlaubt er sich keine festen Schätzungen. Dann fügt er hin^u:
„Tiefe Ausgaben werden natürlich bei weitem nicht aus- rächen, wenn man sich so ungeschickt anstellt, wie in Verdun, wo prr winzige Schuppen ohne Tor und ohne Fußbodcnbekleidung, per nur 80000 Franks hätte kosten dürfen, aus 300 000 Franks tu stehen gekommen ist. Ich führe diesen wahrhaft skandalösen Zall zur Erbauung des Budgetausschusses besonders an. Es liegt ius der Hand, daß bei der uns charakterisierenden Langsamkeit sie Kriegsverwaltung unfähig sein würde, die zwanzig Millionen „och im lausenden Jahre nutzbringend zu verwerten. Ich erinnere hingegen daran, daß in D e u t s ch l a n d der prächtige Kölner Schuppen, der sechs Lustkreuzer von 8000 Raummetern asszunehmen vermag, in Eisen und Backstein innerhalb sechs Kochen aufgeführt worden ist. Aber die Bewilligung der zwanzig Millionen ist erforderlich, nicht nur um einen Eindruck auf die öffentliche Meinung hervorzurufen und ihr Genugtuung zu gewähren, sondern auch um die verschiedenen Finanzgruppen an- iufeuern, die sich mit dem Bau von Flugapparaten und Lenk- ; allons verschiedener Systeme und von Schuppen auf weiten Ebenen befassen wollen, da diese Gruppierungen icn der Bewilligung der zwanzig Millionen durch das Parlament die Bürgschaft dafür erblicken würden, daß im Falle des Gelingens ihre Lenk- ballons und Flugapparate von dem Kriegsministerium angetauft Verden würden. Man wird sich veranlaßt fühlen, ein R e g i m e n t joh 1800 Luftschiffern zu schassen, um allen Bedürfnissen gerecht werden zu können. Man wird Offiziere, künftige Führer von Lenkballons und Flugapparaten, und Mechaniken liefern müssen, die fähig sind, den gesamten Mechanismus der neuen Lustmaschinerien zu besorgen."
Auch von enberen Seiten werden energische Anstrengungen gem-acht, um ben Widerstand des Kriegsministers ;vgen die Lenkballons Ku brechen. So hat y.e Ligue Nationale Aerienne oder richtiger deren militärisches Komitee erneu sehr heftigen Protest gegen diese dgm Parlamente verbreitete Vorlage erhoben, derzufolge bte Flugapparate der Artillerie und die Lenkballons dem Genie-Korps anvertraut werden soll. Das Komitee verlangt, daß Flugapparate und Lenkballons weder dem G^nie noch der Artillerie anvertraut werden, sondern einem besonderen Bureau, das den: Generalstabe der Artptee beigegeben und aus Offizieren aller Wafsengattungen gebildet würde. General Bon nal hat ferner in dem Komitee den Vorschlag entwickelt, eine Zentral-Luftschiffahrts-Ar^lage auf der Hochfläche von Villaeomblay zu errichten, .Jo es an Raum nicht mangelt; die Einrichtungen in Meudosn sollten als Neben- organifierung beibehalten werden.
Jedenfalls wird somit eine bedeutende Bewegung für bie militärische Luftschiffahrt im ganze Laude wachgerufen, über deren Folgen und Erfolge man / allerdings im voraus sich kein Urteil erlauben darf.
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So und nicht anders läßt es sich auf einer Langfeder- Matratze liegen! Ist eine solche Körperlage gesund? Klarheit ist erbracht, daß eine solche Lagerstätte auf dre Dauer gesundheitsschädlich wirken muß, da der Körper in das Netzwerk hineinsinkt, um dabei eine gesundheitswidrige, gekrümmte Lage eiiuunebmen.
(Sin Professor der Chirurgie schreibt u. a : Die ganze Bettenfrage liegt noch im Argen- das Meiste ist durchweg unbrauchbar. Ich selbst habe eine volle schlaflose Nacht zugebracht, weil die Hotels auch schon die „miserablen" Drabt-Netz-Matratzen eingesührtz statt der aus dem altbewährten System der vertikalen Federung (mit federnder Kante) aufgebauten Matratzen, die allein brauchbar sind für Gesunde und Lrranke. Wir wollen nicht billig und schlecht, sondern billig und gut schlafen.(CW«
Wenn man die Sache recht überdenkt, bann ergibt sich auch ohne weiteres, warum Fays ächte TÄd Sodener Mineral-Pastillen bei allen Erkältungen so aus- gezeichnete Dienste leisten: Die Pastillen enthalten eben in WAA vollkommenster Form alle wirksamen Bestandteile der 6e= WMZ rühmten Sodener Heilauellen, und eS ist klar, daß fie ähnlich, mir uni vieles prompter a.s die Quellen selbst wirken müssen. Daß diePastillensalze auch dem Magen vortrefflich bekommen,, ist eine angenehme Nebenwirkung. Man kauft Fays Sodener ^©52 in einschlägigen Geschäften für 85 Pfg. per Schachtel. IssVi,
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