*Qiapl)ic ici nur gti begrüben, ebenso Vie dec SchreiömaßKinc. Bei .ber 3tii(fpergütun<i der Stempelkosten solle man die langen Berichte unb Schreibereien uctittciben. Tas Gerichtsvollzreherwesen bc- 'dürfc einer Nachprüfung; am heften werde es verstaatlicht. Bei -den Äüsschreibnngeii könne man der Uebersicht halber eine Ordnung nach hmmmten hintericn einführen^ Bei den Strasver- >Handlungen foll- der dichter einen kleinen Strafaufschub nötigen- salls gewahren können. Nicht zweckmäßig sei, daß die Übertragung des Namens eines Mannes auf ben'en uneheliches .^inb 5 Mark -Stempel, in* ganzen 8 Mark Kosten, verursache. Dies liege .nickt im Interesse Ser Vermeidung von Alimentationsklagen. Die vielen Berufungen bei den Gerichten hält der Redner nicht für opportun wegen der Belastung der höheren Instanz und der Nichtbeachtung der Äutrritüt des ersten Richters. Auch wurden dadurch dem Staate erhebliche Kosten verursacht.
Abg. Dr. Osann Natl.- spricht sich dafür ans, daß mit den Zeugengebühren etwas sparsamer verfahren werde. Mit dem Vorschlag Ser Regierung, die Entwürfe dem deutschen Sprachverein vorzulegen, ;im Jie aus dem Deutschen in verständliches Deutsch zu übersetzen, stelle diese sich ein Armutszeugnis aus. Gespart könne werden bei dem Wegfall der Weiberstrafanstalt in Mainz durch Berkans be^ .Hauses und Aufhebung der Verwaltung. Auch bei den Haftl Skalen könne man sparen. Betreffs Einführung ber Stenographie schließe er sich den Vorrednern an; sie müsse obligatorisch gemacht werden. Auch durch die Zusammenlegung der Bibliotheken könne man Ersparnisse und bessere Verhältnisse schaffen. Der Redner geht dann ein auf die Sage der Richter und ^Assessoren. Durch Einstellung neuer Richterstellen würde ber Staatshaushalt nicht erfdyuert. Nach dem Stande vom 23. Januar 1910 seien in Hessen 152 Gerichtsassessoreu und 163 Gerichtsreferendare vorhanden, die nur zum geringen Teile dauernd verwendet seien. Die Leistungsfähigsten wendeten sich weg, die mittelmäßigen bleiben dem Staate. Die besten Juristen hätte Bayern, das bei den Examinas mit größter Rigorosität vorgehe. Es werden nur die mit ersten oder zweiten Noten zuge- lassen. Dies sei ein Fingerzeig für Hessen. Man solle auch den betreffenden Assessoren frühzeitig saZen, daß sie beim.Staatsdienste gar keine Verwendung finden können. Ob die geplante Hereinziehung des Laienelementes in den Richterdienst sich be- ,mähre, bleibe abzuwarten, er bezweifle es sehr. Tie Kurse in Psychiatrie seien für die Richter zu kostspielig; sie sollten auf Kosten des Staates gehalten iuerSen. 2er Redner hofft, daß die Ausführungen seiner Partei der Regierung manchen Fingerzeig geben werden und daß man namentlich dahin kommen werde nur die allertiichtigsten Kräfte für den Rich ter stand zu verwenden. (Beifall. - ~
Abg Stapler Natt.- bringt einige Wunsche betr. des Ortsgcrichtswesens, besonders Schätzung des Jmmobiliars, zum -Ausdruck. Tie Ortsgerichte seien so schwach beschäftigt, daß kaunr etwas zu tun sei.
, Abg. Dr. Z ir ck m c' h c r (Zentr.' ist einverstanden mit der deftnttiven Anstellung der Assessoren, die Richterstellen versehen Die Qualität des Examens'dürfe nicht allein ausschlaggebend sein Zehr richtig. sondern auch das Ergebnis der praktischen Täsig- vteit. Ein 9öachexame'u solle gestattet sein zur Verbesserung Ser Note, wie in Bah er n. Die Amtsgerichte werden infolge der neuen Gesetzgebung eine erhebliche Mehrbelastung erfahren. Nur eine -andere Organisation der Respiziate kann hier einen Ausgleich schaffen. Auch die Gerichtsschreiberei werde erheblich mehr belastet. Eine Vermehrung der Gerichtsvollzieher sei, entgegen früheren Ausführungen, in Zukunft nicht angebracht. Die Mehrzahl ist nicht sehr gut gestellt. Die Stenographie sei für die Zeugenproto- kolle außerordentlich zu begrüßen, jedoch nicht für den sonstigen Dienst. Der Redner glaubt nicht, daß diese .Idee _sick in die Wirklichkeit umsetzen werde.
Abg. Dr. Schmitt iZenkr. > macht längere Ausführungen zu ber Stellung ber Assessoren, bei bereit Anstellung gegenüber anderst Beamten stets große Sparsamkeit geherrscht habe. Durch das Privatklageverfahren könne keine Entlastung ber Gerichte kommen. Die Heranziehung des Laienelementes verursache un Gegenteil eine große Belastung. Durch die Denkschrift seien die Juristen sehr enttäuscht und mißgestimmt worden. Wenn man im gegenwärtigen Augenblick an eine Revision ber Besoldungsordnung getreten wäre, hätte man sehr unklug verfahren; dieser-Ansicht seien fast alle Beamtenkategoriert. Jedenfalls hätte man da außerordentlich geknausert, und es wäre nichts Erfreuliches zustanSe gekommen. Der Redner will dafür eintreten, daß ber Beamten- ’itanb zufriöden gestellt wird. Beim Mainzer Justizpalast seien 50 000 Ätt. gestrichen worden. An der Gesamtsumme hätte man das doppelte, irreichen können, wenn die Streichung zu einer Zeit vor genommen worden wäre, in der noch nicht die kostbarsten Ein richtungen fertiggestellt waren. Jetzt werde in den Palast ein ttremvelmartt hinein gebracht von unbrauchbaren Möbeln, die des Staates nicht würdig feien. Hoffentlich komme man Sazu, im Lauf, des Sommers das neue Gebäude zu beziehen.
Just,-Minister Dr. Ewald erklärt, daß man am 1. Juli mit dem llmzug beginnen werde.
Schluß 1 Uhr. Nächste Sitzung um 3 Uhr.
Fortsetzung im 2. Blatt.)
Organisations-Versammlung fflt eine nationale Zugenobcwegung.
A Berlin, 9. Marz
Um der schulentlassenen Jugend das Gefühl für die nationalen Güter und Pflichten cinzupslanzen und frei von Sonderbestrebungen irgend welcher Art ein starkes unö opfermuuges (tzescknechl heran' zuziehen, Halle eine Reibe nationaler Vereine, u. a. d,e Teiiischblind- Gemeinde, der Vaterländische Schriiten*Verband, der Bund der Gewerbetreibenden, der Deutsche Turnerbund, der Teutsch-naliouale Hanolnngsgebil'en-Verban'd, der Verband nationaler Vereine und der Konservative Wahlverband Berlin eine Einladlmg an Rational- gesinnte aller Stände zu einer Versammlung nach den „Germania- Sälen" ergehen lassen, in der man sich über die Wege und ein- zuschlagenden Richtungen dieses wichtigen Prinzips schlüssig werden sollte. — Ein sehr zahlreicher Besuch'zeigte das lebhafte Interesse, das man dieser nationalen Pflicht entgegenbrachte. — Ter Vorsitzende, Lehrer Holt; (Berlin), begrüßte die Versammlung, bedauerte aber dabei, daß die Schulen Berlins so wenig vertreten feien. Der Aufruf, beit auch u. a. Pro'. '?! dolf Wagner unterzeichnel hatte, könne vielleicht auf den erst m Blick als einseitig für die rechtsstehenden Gruppen gelten. Das liege aber daran, daß die liberalen Vereine ihre Unterschriften ueiiue gert h itten. Er weite aber ausdrücklich jede Unterstellung aniiiem tinner Bestrebungen von vornherein zurück. Die Versammlung solle erst Beschlüsse fassen .für die Organisation einer nationalen Jugendbewegung.
M Den Bericht über „Die Notwendigkeit einer nationalen Er
ziehung unserer schulentlassenen Jugend" erstattete Graf Ernst &. z ü Reventlow. Er führte u. a. folgenbis aus : Gerade in t nationaler Sinn, der Hunderltansenden verloren geg^chen ist, n-plw endig. Ein iDiangel mag es fein, daß das
Deutsche Reich nur eine allerdings sehr kurze nationale Geschichte hat. Da muffen sich nun Verbände bilden, um den daraus eiu- ftehenden Mängeln abzuhelien. Bor allem aber soll das Menschen material in ber Jugeod bereits auf den nationalen Weg gebracht werden. Daran läßt es besonders die Familie an sich fehlen. Tas praktische Wie soll jetzt nicht erörtert werden, sondern nur über die Wege und die Mittel der Zukunft soll man sich schlüssig werden. Stein neuer Verein soll gegründet werde», sondern gemeinsame Arbeit soll die nationalen Vereine zusammenschließen und womöglich organisieren. Drei Leitsätze müsse man als grundsätzlich bestehend verlangen : Erstens die Anerkennung der Monarchie als durchaus notwendig; zweitens das Vorhandensein nationaler Gesinnung; drittens die Hebung des Pflichtgefühls der Jugend. Nicht ivie die Sozialdemotrmie den Hinweis auf den Genuß, sondern auf unsere nationalen Güter. Edle Geselligkeit soll dabei nicht ausgeschlossen fein. Keine K a m p f o r g a n i f a t i o n wollen wir schaffe», sondern eine Organisation, die auf die Jugend m erzieherifeber Weise, so wie man sie m einem guten Elternhanse ausübt, einwirkt. Keine schulmäßige Methode, fein Hurrapatriotismus, der nur Heuchler züchtet und viele fönst national denkende Elemente abwendig macht, sondern Erziehung zum Nationalen sei bic allgemeine Grundlage. „Lassen Sie uns heute feine Resolutwnen fasse», fon-
bern sehen Tre in dieser Versammlung nur ein Zusammenstnden ber nationalgesinnten Männer, die alles andere bann in die Wege leiten."
In ber Aussprache wurde mehrsach vor Rassenverhehiing und patriotischem Ehailvinismus gewarnt. — Nach kurzen Schlußworten Sos Grafen zu Reventlow ivurde befchloffen, aus ber Versammlung heraus eine Gruppe zu bilden, die die einzufchlagenden Wege und die von ber Organisation zu verfolgenden Ziele genauer präzisieren soll.
(ßericbtsfaaL
§ Marburg, 9. März. Im Wiederaufnahme- Verfahren beschäftigte sich heute das Schwurgericht mit einer Anklage gegen den früheren Fuhrmann Karl Leicht aus Gladenbach, einem 72 Jahre alten Greis, wegen Meineids. Der Mann hatte wegen einer Honorarforderung ein Zerwürfnis und schließlich einen Prozeß mit dem praktischen Arzt Dr. Göhring in Gladenbach, dem er eine Urkunde unterschrieben haben soll, daß er die geforderte Summe zahlen wolle. Bei dein Gerichtstermin beschwor er nun, daß er die Unterschrift nicht geleistet habe. Die Geschworenen hatten ihn im vorigen Jahre für schuldig befunden und das Gericht verurteilte ihn zu 1 Jahr Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Heule war ein umfangreicher Zeugenapparat sowie zwei Sachverständige aufgeboten. Tie letzten stimmten darin überein, daß die Unterschrift echt sei. Auch heute wurde die Schuldfrage bejaht und der Greis zu derselben Sttafe verurteilt.
cuMiffahrt.
Ein Luftschiff mit „fliegender Gondel". Die Ingenieure Brackelsburg und v. S e i g n e u x aus Ohligs im Rheinlande haben, wie dem B. B. E. mitgeteilt wird, ein Luftschiff gebaut, das eine Vereinigung der Bauarten „leichter als Sie Lust" und „schwerer als die Luft" darstellt. Das Prinzip dieses Luftschiffes besteht darin, daß ein starres Mo torluftschiff mit einer Gondel versehen ist, die ein vollendeter Flugapparat ist und ohne Mcksicht auf den Gasballon gefahren werden kann. Tas Luftschiff, das vop den Erfindern den Namen „Flugmaschinen-Zellenluftschifs" erhalten hat, hat eine Länge von 60 Meter und einen Durchmesser von 10 Mir. Ter Ballon- körper ist aus 8 Zellen gebildet, die unabhängig sind und nonj denen jede durch Pneumatikreifen starr gemacht worden ist. Alle 8 Zellen hängen in einem Stahlger,ippe. TaSurch ist das Luftschiff zerlegbar und leicht beweglich, wenn die Gondel als Flugkörper gebraucht wird. Einen völlig selbständigen Teil bildet die als Gondel zu gebrauchende Flugmaschine, die die Form eines Eindeckers hat, denen Fläche der größeren Feuersicherheit halber aus dünnen Asbestplatten besteht, die durch ein Drahtnetz zusammengehalten werden.
Vermischter.
* Der erste Zusammenstoß in den Lüften hat stattgefunden. Aus dem Flugplatz von Monrmeton-le- Grand stießen die Flieger Frey und Hauptmann Moreau zusammen. Die Maschinen erlitten schwere Beschädigungen, da sie aber sehr niedrig flogen ist keiner der Flieger verletzt. Ter 7. März, an dem dieser Zusammenstoß stattfand, war aber auch sonst ein Unglückstag für die Eroberer der Lüste. Am vormittag war schon Erockon aus einer Höhe von 20 Metern gestürzt. Der Apparat wurde völlig zerstört, aber der Flieger ist, wie durch ein Wunder, unverletzt geblieben. Ein weniger günstiges Geschick traf den jungen Graham White, der am selben Tage in Pan Flugversuche unternommen hatte. Der junge Mann, der erst kürzlich geprüft wurde, versuchte die StaSt zu überfliegen, wurde dabei von einem starken Windstoß erfaßt, verlor auf einen Augenblick das Steuer und fiel aus ziemlicher Höhe zu Boden. Er hat sehr schwere Verletzungen erlitten und wird wohl monatelang den Flugplätzen fernbleiben müssen.
* 'W ie m a n w i d er s p e n st i g e E h a u f f en r c b ä nd i g t. Die Pariser führen bittere Klagen über die Unliebenswnrdigkeit km- Äutomöbittutscher, die ihre Fahrgäste mit einer etwas allzu selbstbewußten Selbstherrlichkeit tyrannisieren. Oft werden Fahrten m abadcgenerc Quartiere kurz und grob abgelehnt. Ein wirksames Mwehrmittel gegen diesen Notstand, über Sen nicht nur französische Großstädte zu Hagen Haden, verrät ber F igarv seinen Lesern. Es war noch zur Zeit ber Alleinherrschaft der Pf-erdedroschken, als die Not Mr. de Villemessant, den Begründer des Figaros, erfinderisch machte. Er wohnte damckls in Auteuil und wenn er nm Mitternacht das Theater verließ, mußte -er pst erleben, daß widerspenstige Rosselenler durch keine Drohungen und durch kein Flehen zur Fahrt nach dem damals noch abgelegenen Vorort zu bewegen waren. Da entschloß, er sich zu einer anderen Taktik. Fortan trat er rasch auf den Kutscher zu und mit kurzem, besehls- haber sichern Tone gebot er: „Zum Polizeirevier Auteuil, aber etwas lebhaft." Der Kutscher ahnte einen hohen, Polizeibeamten und ohne Widerrede fetzte er eilig sein Roß in Trab. Erstaunt sah er dann, wie sein Fahrgast am Polizeirevier vorbeiging und gemstchlich ,’u Fuß nachhause schlenderte; aber Herr von Villemesiaul kam so wenigstens glücklich nach Auteuil.
* Wie soll man Luftballons färben? In der „Technique aeroitautique" macht der französische Oberstleutnant Espitallier üiterenante Mitteilungen über die Gründe, die die gelbe Faibe in der Lustschiffahrt zum Gesetz -erhoben haben. Tie Stoffe, die die Hülle des Ballons bilden, sind von einem iKautschuküberzug vedeckt, hier die Undurchdringlichkeit steigern sott. Ter Kautsckuk- überzug aber kann nur dann seinen Zweck erfüllen, wen» der Kantschuk sich nicht verändert. Nun verschlechtert sich jeder Kautichuk, auch der vulkanisierte, außerordeittlich rasch unter der Einwirkung der d io letten und ultravioletten Strahlen des Sonnenlichtes. Darum wird es notwendig, die Kautschukhülle durch eine gt-lbe Farbschicht zu schützen, die die verderblichen Strahlen auf* laugt. In Deutschland begnügt man sich dabei mit Anilmfarb- stoffen; in Frankreich dagegen pflegt inan gewöhnlich chromsaures Bleioxyd anzuwenden, das an feiner helleren leuchtenderen Farbe leicht zu erkennen ist. Das chromsaure Bleioxyd ist in "seiner Wirkung viel dauerhafter wie Sie Anilinfarbstoffe, bietet aber dagegen eine andere außerordentlich große. Gefahr. Es inuß angebracht werden, bevor die äußere Kautschuthü'lle übergezogen ist: nun tarnt die Kautfchuihültt nicht mehr vullaatisiert werden, weil durch die Hitze die gelbe Farbe des EhvomatS verschwinden würde. Allerdings handelt es sich hierbei mir um die schwache Kautschuk- hülle der Außenseite: die innere Ballonhülle enthält eine Kontschuk- lage, die stets sorgsam vulkanisiert wird. Aber auch die Ver- ändeiungen der,äußeren Kautschukhulle wirken nachteilig auf die innere ein. Daß die Ballons gelb sein müssen, ist eine unumstößliche Notwendigkeit, aber die Lustschifser suchen rtodj vergebens nach einem wirklich befriedigenden Farbstoff und erhoffen von der Eh-emis baldige Hilfe.
‘ Die Töchter des Himmels im Ehesttci k. Das Eindringen moberner Ideen in chas Reich der Mitte hat dem chinesischen Volke einen eigenartigen Konflikt gebracht: den Ehestreik. Ein geheimer Bund der Jungfrauen hat sich gebildet, dem zahlreiche Töchter altangesehener Familien angchören, die „Gesellschaft der Schwestern". Die in Kanton erscheinende „Neue Aera" gibt interessante Mitteilungen über den Zweck dieses Bundes und die Mittel, mit denen man den ersehnten Zielen entgegen* strebt. Alle Teilnehmerinnen des Bundes verpflichten sich durch Eid, die Grausamkeiten der chinesischen Ehegesetze zu verhindern, die die Frau zuerst zur Sklavin ihres Vaters machen, dann nachher Heirat zur Sklavin des Mannes und in der Wittvenschaft zur Sklavin des Sohnes. Die Kampstveise ber sreiheitsdurstigew Chinesinnen ist verhältti smäßig einfach. Ungehorsam gegen die Eltern wird nach dem Gesetze mit dem Tode bestraft: Sie junge Teilnehmerin des Bundes widerstrebt allo nickt, wenn der Vater sie verheiratet. Aber im Hause des Gatten verweigert sie die Annahme jeder Nahrung, und roerat der Neuvermählte fielt der jungen Frau nähert, so weiß sie sich ihn mit Hilfe der Nägel und der Zähne sehr gründlich vorn Leibe zu l-atten. Wenn die ersten drei Tage dieser wenig idyllischen Flitterwochen vorüber sind, muß die junge Frau nach altern Brauche ihre Eltern 'besuchen. Sie genügt dieser Tradition: aber einmal im Hause
der Evern, verläßt sie -es nicht mehr. Niemand lattit sie Mkngen, zum Gatten zurückzukehren, denn daS Gesetz betrachtet das Elftrn- haus als ein heiliges Asyl, das keinem Kinde verweigert werdoi darf. Der Gatte mag sehen, wie er ohne seine Frau fertig wird. Gewöhnlich erwerben sich die auf diese radikale Art geschiedenen Mikgtteder der „Gesellschaft der Schwestern" durch eigene Arbeil ihren bescheidenen Lebensunterhalt, und bisweilen sind sic sogar so großmütig, von ihren Ersparnissen dem Manne etwas zn kommen zu lassen, damit,er eine andere gefügigere Lebensgefährtin erwählen möge.
* N a ch der Fen e r S b r n n st. Pantoftelheld -resigniert : „Ta habe ich mir nun beim 'Ausbruch des FeuerS rasch den Hausschlüssel angeeignet. . . jetzt ist das ganze Hans abgebrannt!"
Handel.
* Die Gründung einer deutschen Kommunal- ba nk ist geplant, um die auf dein Gebiete der Geldbeschaffung für bi-? Gemeinden, namentlich für die kleinen Landgemeinden, bestehenden Schwierigkeiten durch die Schaffung eines Zentralinstitttts zn In fettigen. Tie deutsche Komninualbank soll' als gemeinnützige An statt in Form einer Aktien-Gesellschast mit einem Grundkapital von 25 Mill. Mark gebildet werden und in der Hauptsache Geld beschassung für alle deutschen Kommunen und Kommunalverbändc durck Ausgabe einheitlicher Obligationen pflegen. Es ist an eine rein kaufmännische Einrichtung in engster Fühlung mit einer Großbank oder einer Vereinigung von Großbanken gedacht. In bei deutschen Kommunalbank soll auch eine Zentralstelle für die Sparkassen geschaffen werden, bei der sie überflüssige Gelder hinter legen. Tie Vorberatungen für die Gründung Ser Bank sind in einem Ausschuß beraten worden, dem 5 Städtevertreter und vier Vertreter von Landkreisen angehören. Der Kreistag des Land kreises Düsseldorf hat beschlossen, sich an der zu gründenden Seutscken Kommunalbank zur Uebernahme von 66 000 Mark Aktien zu beteiligen.
Märtte.
[] Marburg, 10. März. Auch auf dem heutigen Schweinern a r f t hielten Sie hoben Preise atu Ferkel kosteten 50—60 Mk., Läisier 80—120 Mk. das Paar, je nach Größe und Qualität. Tie Zuinyr beließ sich auf 960 Stuck, die auch zum großen Teil verkauft wurden.
fc. Wiesbaden, 10. März. Heu- und Strohmarkt. Angetahren waren 21 Wagen mit Heu und Stroh. Man notierte: Heu 10.00 bis 11.20 Mk., Stroh (Rrchtttroh) 6.00—7.00 Mx, F r u d) t m a r f t. Haler 16.40—17.00 Mk. Alles kür 100 Kilo.
Spielplan des Neuen Siebener Stadttheaters.
Direktion: Hermann Steingoetter.
Freitag den 11. März, abends 8 Uhr: 19. Freftags-Abonne- ments-Vorstellung: „Der dunkle Punkt." Ende gegen 101/, Uhi. Samstag den 12. März, abends 8 Uhr, bei erhöhten Preisen (Abonnenten gemeßen Ermäßigung): Einmaliges Gastspiel von Frau Irene Triesch: „Die rote Robe." Ende gegen 11 Uhr. Sonntag den 13. März, iiadpnittagS 3lL Uhr, bei kleinen Preise»: „Ter fidele Bauer." Ende gegen 6 Uhr. Abends 7l/2 Uhr, bc: kleinen Preisen: „Strandkinder." Ende gegen 10'/, Uhr. Montag Den 14. März, abends 8 Uhr: Volksvorstellung: „Preziosa." Ende gegen 10'/, Uhr. Dienstag Sen 15. März, abends 8 Uhr (19. Diens- lags-Aboimements°Vorstellung): Benefiz sürRegisseilr Gurt Gühne: „Narziß." Drama in 5 Auszügen von A. E. Brachvogel. Ende gegen 11 Uhr. Mittwoch den 16. März, abends 7 Uhr: 19. Mitl- wochs-Abonnements-Vorstellung: „Tanlris der Narr." Freitag de» 18. März, abe»ds 8 Uhr: 20. Freitags-Abonnements-Vorstellung: „Tas Konzert." Lustspiel in 3 Akten von Hermann Bahr. Ende gegen 103/4 Uhr.
Schluß der Spielzeit 3. April 1910.
rLirchtiche Nacyrichten.
lLvMige-lsche wenieinoe.
Samstag den 12. März:
3n der Ztadtkirche.
Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer D. Schlosser.
Sonntag den 13. März, I u d i e a :
Vormittags 9'/, Uhr: Konfirinatlou der Kinder aus der Matthäusgemeinde. Feier des hell. Abendniahls.
Pfarrer D. Schlosser.
Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirdze für die Markusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Montag beit 14. März, abends 8 Uhr: Verfammlung ber konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde.
Allttwoch den 16. März, abends 6 Uhr:
6. P a s s i o ns - A n d a ch l.
Pfarrer D. Schlosser.
3n der Iohauneskirche.
Vormittags 9'/2 Uhr: Pfarrer Ausfc 1 d.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirdw <ür die Johaniiesgemeindc.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheims r.
Abends 8 Uhr: Vortrag des Judenmissionars Pastor Klose aus Fraukfurt n. M. über: Israel und das Evangeluim, im Johannessaal.
Nächstkünstigen Sonntag, den 20. Alärz, Palmarum: Buß- und Bettag. An demselben tvird nad) allen Gottesdiensten eine Kollekte zur Unterstützung hilfsbedürftiger eoangelisd)er Gemeinden unseres Landes an Orten mit überwiegend katholischer Bevölkerung erhoben werden.
Uatholische Gemeinde.
Sotterdienft.
Samstag den 12. März:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Von 5—10 Uhr wird ein fremder Priester Beicht hören.
Sonntag den 13. März, P a s s i o n s - S o n n t a g
Feier des „Großen Gebets".
Vormittags von 6H, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Vormittags um 7 Uhr: Die erste heil, öieffe. Aussetzung des Allerheiligsten' Beginn der Betstunden.
„ um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
, um 9 Uhr: Heil. Blesse mit Predigt.
„ um 11 Uhr: veil. Blesse mit Predigt.
Tie Betstunden roerbeit ununterbrochen von vormittags 7 bis nachmittags 6 Uhr gehalten.
Nachmittags um 5 Uhr ist die letzte Betstunde, darauf Schluß mit Te Deum.
Dienstag und Freitag abend um 6'/, Uhr ist Fasten-Andacht.
Meteorologische Beobachtungen der Station Siehen.
März
1910
Barometer aut 0° reduziert
Tempel atiir der Luit
Absoliite Feuchtigkeit
Relative Feuck'ttgkerl
Windrichtung
Windstärke
©rib der Dei,öNmng >" grhn'ki der fichlb. Himmrlssi.
Wetter
10. 2,fc
<46,0
13,8 5.3
46
SSW
4
9
Sero. Himmel
10.
<45 4
8,3 6.6
31
S
2
8
11. 7“
< 45,5
7.3 5,8
76
s
2
10
Bed. Himmel
1 il
Höchste 9
1 1
Temperatur am 9.
bis 10.
Ma
E5 = -
- 14,0 ° 0.
Niedrigste ,
, 9.
u 10.
b
- 1,8 "0.
MESSMER’5
AUSGEWÄHLTE FEINE
THEE=
SORTEN 100g Pakete Q55Mk-X40Mk
2/ Trilli z' d°- rH 3 d- j Sabil ?' do.
3' do. 3 do.
j Loyr ;i bo i'!. do. 3 ’ do % bc. 3 do. i Homd Slf b j d l hrssis I bo. 3 bo. y" bo. j' bo. ■, ßächs j ffiurt $>l, dc «/ bc 0/, 3>/, 3 d>
p/,BoSm 4 bo b Snlgo l'lu ®nft 1‘/, bo.
4 Italic
4 bo.
4 bo. 1
4 bo.
4 Dell.
61
b'j.Ocsl. F
3 Och b'/, bi
6
3 Pari vO ot
4 M
b bi
4 b:
4 bo
4 bo.
4','M
4 bo.
4 bo.
4 bo.
4 bo.
3*/lf bo.
4 bo.
d'/> bo.
5 bo.
i‘k ZlhWÜ yj, bo. 3 bo.
31/, Srtnoei- 4 Errd. c
4 Span,
4 bo.
4 bo. c
4 bo. 3
4 linganli
4 bo.
5'/. bo.
4 io.
II ! krzrnt t 6o' . bo. ।
; u' • bo. '
simile So !' । do.
I
I i
UCfantt • do. ! ai
! co'
w coi
Ei
r-' bo.
I i ' »n to-
J1 ßW


