Ausgabe 
12.2.1910 Zweites Blatt
 
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Nr. 36

Zweites Blatt

160. Jahrgang

Samstag 12. Februar 1910

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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Bekanntgabe des Ergebnisses dieser und zwar in einer Weise, daß cs ohne Schwierigkeiten zur Kenntnis

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2. eine tunlichst schnelle Erhebungen zu bewirken allen beteiligten Kreisen kommt."

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Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversilätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

reite- Prozent, im Regierungsbezirk Merseburg 15 P r o - zent der Bevölkerung Polen. Wenn das so weiter geht, dann werden wir einfach expropriiert. Wir müssen untere f"

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. ) Tas Verjähren ist nüht überall geübt wvrden. In Aegypten 'e-IVnlsweise rilcte man sich nach einzelnen Sternen.

. *) Tee 21. der Monat- März, Juni, September und Dezember

nur i!t ^r Mehrzahl der Jahr.- der Tag, mt dem! bestimmte ^'-mdernngen im Stande der Sonne vor sich gehen.

Die große deutsche randwirtschaslswoche.

4 33 erlitt, 10. Febr.

Ter heutige zweite Verhandlungstag nahm die Jahresberichte dcr Landwirtschaftskamutern für 1908 entgegen. Dazwischen lag ein Vortrag des Rittergutsbesitzers Graf von der Schulenburg- Hrünthal über die Frage: Wie hat sich die jetzige landwirt­schaftliche Statistik bewährt und welche Vorschläge sind ui ihrer Verbesserung zu machen. Das Kollegium nahm folgende Vorschläge an:

Die jetzige amtliche landwirtschaftliche Statistik lägt eine genügende praktische Ausnutzung des umfangreichen Materials

2he$lmtfc.

Aus Maztt gan wird gemeldet: J'm Schaujagebiet begingen zwei Azemurleute und ein Angehöriger des Sch tu ) a stamm es einen Mord; ihre Auslieferung an die französischen Behörden wurde von dem Pascha Azemurs verweigert. Daraufhin überschritt eine Tirailleurab- teilung den Fluß Rebia und besetzte die Tore von Azernur. Der Pasck-a lieferte sodann die Schuldigen gleich aus.

In der Sitzung des norwegischen Storting mn Freitag verlas Staatsminister Konow im Namen der Re­gierung eine Erklärung, worin eS u. a. heißt: Die neue Regierung werde die Arbeit der früheren Regierungen i ort leben und darauf Hinwirten, das gute freundschaftliche Verhältnis Norwegens zu den fremden Mächten zu befestigen

Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckml- straße 7. Expedition und Verlag: ^Sbl. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

DieGiehener §amilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Giehen" zweiina' wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zwetntal.

ppe Eaiariö. ussjtellen w izert deS 71/, Uhr. t NW all

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Klett gegen das Duell, welches vom religiösen und' ebenso auch vom ethischen Standpunkte aus zu verwerfen sei. Wenn auch der Zweikampf iit der bayerischen Armee stark zurückgegangen sei, so sollte die.Heeresverwaltung doch keine Zweifel darüber lassen, daß sie das Duell als verwerflich be> trachte. Der Kri e g sm i n i ste r erwiderte: Die Duell­sitte bestehe nicht nur im Offizierkorps, sondern sie entspreche den Ansichten weiterer Kreise. Beim Offizierkorps werde durch die Ehrengerichte dem Duell entgegengewirkt; das Duell gehöre zu den größten Seltenheiten, es komme nur bei den allerschwersten Konflikten vor. Reichsrat Prinz Georg erklärte: Kein Reichsrat, der die Uniform trage, stehe auf dem Standpunkt Cramer-Kletts; das Duell gehöre nicht der Vergangenheit an. Da es nur in den schwersten Fällen vorkomme, sei eine größere Einschränkung kaum möglich.

Vom H a u p t a u s s ch u ß s ü r d i e ft a a t l i ch e P e n s i o n s - Versicheruu g der Privatangestellten wird uns mit dcr Bitte um. Aufnahme geschrieben: Bersch ebene Zeitungen bringen die litt» verständliche und irreführende Mitteilung:Der für den 20. Febr. in Berlin cm beraumte Privaibhamlentag wird nicht abgchalten. Voraussichtlich wird er zum Herbst einberusen." Dazu ist zu be­merken, dast ein Privatbeamtentag noch gar nicht anberaumt war, sondern dast ein solcher in Aussicht genommen ist. Wann er statt find, n wird, ob bald oder später, das wird durch die nächsten Er eignisse auf dem Miete der Bewegung bestimmt werden. Die Einberufung kann jeden Tag notwendig werden.

einkunft zum Schutze von Werken der Literatur und der Kunst vom 13. November 1908.

Der Bundes rat genehmigte den am 10. Februar zwi 1

über die Entwickelung der Marktlage und der Preise für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse vermissen. Eine möglichst genaue und schnelle Erkennung aller wichtigeren Vor­gänge auf diesen Gebieten liegt gleichmäßig im Interesse der Produzenten, des Handels und der Konsumenten, die aber zur­zeit hierfür zumeist auf private Informationen angewiesen sind. Es ist Aufgabe der amtlichen Statistik, in erster Linie der Einzelstaaten, 1. für ausreichende amtliche Erhebungen über die Preise int Großhandel und im Kleinhandel, sowie, soweit möglich, über die für den Verbrauch zur Verfügung stehenden Mengen und den Umfang ihres Angebotes bei den für die Volksernährung wichtigsten Lebensmitteln Sorge zu tragen;

Verfasser des Plagiates beschuldigt. Stets sind es minder glück­liche und auch an irdischen Schätzen nicht allzu reiche Dichter»--- linge, die den Anspruch auf die Originalidee erheben, doch bei RostandsChantecler" ist es ganz, anders da meldet sich ein nirklich-er Millionär. Wie aus Ncwhork berichtet wird, hat der Chicagoer Millionär Samuel Eberlep Groß an eine Anzahl Zei-- nmgsn dal timten einen Brief verschickt, in dem er Roß and, benf Schöpfer ins Chantecler, des Plagiates beschuldigt. Groß be­hauptet, daß die ganze Anlage Chanteclers, die Charakterzeichnung Der Hauptrollen, ja sogar einige Szenen des Stückes fast wörtlich seinemThe Merchant Prince of Cornville"Ter Kaufmanns­prinz von Cornville" - entnommen sei. Groß geht sogar so weit, daß er erklärt, die ständige Verschiebung der Generalprobe! von Chantecler habe deshalb stattgesunden, 'weil Rostand fürchtet^ daß er, Groß, ihm Schwierigkeiten bereiten könne, da stio stand- sein Autorenrecht verletzt habe. Tie Beschuldigung des Millionärs Groß, daß Rostand ein Plagiator sei, ist übrigens nicht neu. Schon vor Jahren, als Coquelin in Paris und Mansfield iit Newyork im Cmano de Bergerac Triumphe feierten, belxiuytrtä Groß, das; einzelne Szenen dieses Stückes, das Rostand Weltruhm einbrachte, seinemThe Merchant Prince of Cornville" entnommen! seien. Groß richtete damals gegen Rostand und die Direktoren, die diesen Cyrano de Bergerac in Amerika aufführteu, gerichtliche Klage. Aus kurze Zeit wurde .auch die Aufführung dcs Stückes wirklich gerichtlich untersagt, doch mußte dieser Gerichtsbeschluß wieder rückgängig gemacht werden. Der Anterikaner ist der An­sicht, daß Rostandmit seinen Ideen gesättigt war", als er seine Werke schuf. Man beabsichtigt jetzt in Newhort', das Drama des Stenn Groß noch vor Chantecler- aufzujühren, um zu seheir, ob du- Belmuptungeu dcs Millionärs zu Recht bestehen.

* Der Parlamentarier in der Kirche. Ein etwas peinliches Erlebnis hatte jüngst, mit derDaily News" beridytet wird, ein angesehener englischer Politiker. Bei einem Besuche iit seinem Wahlireis ging er eines Sonntags auch zur Kirch7, nx> er in einem Armftuyle Platz nahm und - alsbald süß ein* schlummerte. Wahrscheinlich träumte er von einer Debatte int Unter Hause, das für ihn mehr Interesse, bieten mochte als sein tatsächlicher Aufenthalt int gegebenen Augenblicke, und >0 fuhr er denn plötzlich stock) und rief mit Stentorstimme in die an­dächtig den Worten ihres Seelenhirten lauschende Gemeinde:Ich bezweifle die Beschlußfähigkeit und beantrage Feststellung der Zahl- der Anwesenden." Wahrscheinlich wurde indes diesem Antrag nickck stattgegeben.

Kleine Chronik aus Kunst und Wilsen schaff Dem Direklor der Sternwarte in Bonn, Professor F. K ü ft n e r, wurde geleaentlich der Fahresversammlnng der Königlichen ai'tro- noinischen Gesellschaft in London, die goldene Medaille der Gejellfchast verliehen.

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4 Berlin, 11. Febr.

Der heutige dritte Sitzungstag wurde wieder vom Grasen Schwerin-Löwiy eröffnet. An erster Stelle referierte Professor Dr. S e r i n g (Berlin) über Grundbesitzverteilung und Abwanderung vom Lande.

Der Referent legte folgende Entschließung vor:

In Anerkennung der hohen Bedeutung, welche die Grund- besitzvertcilung für die Schaffung und Erhaltung einer dichten Bevölkerung aus dem Lande erheischt, halte es das Landes- Oekonomie Kollegium für geboten, daß wenigstens dort, wo sich die Bevölkerungszisfer auf dem Lande im Stillstand oder in der Abnahme befindet, eine energische Initiative zur Ver­mehrung des kleinen und mittleren Besitzes ergriffen wird, und bittet die Königliche Staatsregierung, das Notwendige zu ver­anlassen."

Gebiete, in denen sich die Bevölkerung vermindere, seien der Hunsrück, die Eifel, der Westerwald und zwei Bergische Kreise. In der Eifel geht aber mit Hilfe von Gefangenen ein interessanter Kolonisationsprozeß vor sich. Ein zweites Abwandernngsgebiet umfaßt das Quellgebiet der Weser und ferner einige Kreise im Thüringer Walde und im Harz, aber nur mit geringer Ab­nahme der Bevölkerung. In der Marsch sind zwei Kreise, in denen die Bevölkerung abnimmt. Dort kann man Huirderte von verlassenen Bauerngchöften finden. Da bringt die Fcttweide- wirtschaft vor, ein Unglück für das Land. Die Abwanderungen im Westen sind also durch natürliche Abwanderungen bedingt.

Anders liegen die allgemeinen Verhältnisse im Osten. In Ostpreußen hat das masurische Land eine kräftige Zunahme. Nörd­lich daran liegt ein Gebiet des Großgrundbesitzes.

Der Redner geht weiter die Abwanderungsverhältnisse in den übrigen östlichen, Provinzen du'.ch und konstatiert, daß hier die größte Bevölkerungsbewegung, die es überhaupt gibt, in beit polnischen Sprachgebieten herrscht. 75 000 Hektar Laub sind mehr aus deutscher Sjanb in polnische übergegangen, als umgekehrt. Dcr Gewinn für das Deutschtum besteht nur in der Umwandlung der Gutsb.ezirke in deutsche Dörfer. Das Ergebnisder Unter suchung h a t etwas direkt erschreckendes. Im all gemeinen kann man .sagen, dichtbesiedelt und in kräftiger Zu nähme begriffen sind nur die Bezirke, wo die Familienwirtschaft überwiegend herrscht. Im Regierungsbezirk Magdeburg sind be*

DerLaufdes Haileyschen Kometen ist jetzt aufs genaueste Tag für Tag bestimmt wurden. Dadurch ist es noch ge­wisser geworden, daß die Annäherung des Kometen an die Erde am 18. Mai so groß sein, wird, daß die Erde wahrscheinlich m i t de m Kometen s ch weis in Berührung kommen wird. Es ist aber wohl überflüssig, immer aufs neue zu wiederholen,, daß alle Fabeln vom Weltuntergang, die daran geknüpft worden sind, keine tatsächliche Unterlage haben. Ter Komet wird an dem genannten Tage fast genau, zwischen der Erde und der Sonne stehen. Der Astronom C-owell bezeichnet in der Nature die zu erwartenden Umstände als außerordentlich günstig für die Beobachtung, und spricht daher die ff innig aus, daß sich die Menschheit auf ein herrliches N a t u r s cha u s p i c l gefaßt' machen kann. Tie Länge dcs Kometenschweifs wird freilich 20 oder 30 Grad nickst überschreiten. Die beste Sickstbarleit wird voraussichtlich Ende Mai eintreten, freilich für Mittel-Europa geringer sein als für südliche Breiten. Ein Astronom lyat die Hoffnung ausgesproclMi, es werde möglich sein, bei der Antt näberung des Kvnieten an die Erde, ihn zuwägen"; aber von anderer fachmännischer Seite wird dagegen hervvrgeliobett, daß diese Masse noch ums Tausendfache zu gering sein wird, um die Ausführung eines solchen Unternehmens zu gestatten.

Plagiat. Es ist schon fast historisch, daß bei jedem er- svlgreichen dramatischen Werke irgend lemand auftritt urid den

In der Sitzung-der bayerischen Kammer der Hand-le; auf der anderen Seite aber um Millionen, die ver> = c .r r k <n , - k " lrubbelt werden können, wenn man nicht ausgcluchte Beamte habe.

R e 1 ch v r a t e am Freitag wendete sich b-ei der Beratung des . .,01l national beraler Sette stimmt man dem Staatssekretär zu. Militärhaushalts der Reichsrat Freiherr von Cramer -3.Jer solle man nickst sparen.

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Aur Öen Kdd)stagsau$fd)fiffen.

:: Berlin, 11. "Feb r.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Vie Lahrerz iten.

Eine Verlegun g der Jahr es zei ten regt A. Hecken 'n dem neuesten Heft der Monatsschrift für Witterungskunde, Wetter, mit guten Gründen an und unterstützt seine Vorschläge durch die folgenden Hinweise:

Tie vierfache Einteilung des Jahres wär in den ältesten Seiten unbekannt. Vor Herodot unterschied man nur 2 Perioden M Jahre, den Winter und den Sommer. Später kam dei^Früh- iing hinzu, zuletzt der Herbst. Bei der Begrenzung der Jahres- kitey legte man den Stand der Sonne zugrunde und führte damit ic astrvnomiscke (Sintcilunq des Jahres ein.*) Nach dieser be- iitmt der Frühling bekanntlich am 21. März ober an bem Tage, m dem die Sonne, auf ihrer scheinbaren Bahn den Aequator überschreitet. Der Sommer nimmt seinen Anfang, wenn das riagesgesiirn seinen nördlichsten Punkt erreicht hat. Ter Herbst M der Winter heben am 21. September bezw. am 21. Dezember m, das sind die Zeitpunkte, an denen die Sonne abermals den lequatror kreuzt, bezw. am meisten nach Süden vorgedrungen st.**) Die astrononnschen Jahreszeiten sind in das bürgerliche Heben übernommen und bis heute beibchalten worden. Sb es üs zweckmäßig zu bezeichnen ist, die alte wisscuschaftttche Einrich­tung in der Praxis bestehen zu lassen, darf wohl bezweifelt werden. $iit den versck ebenen jährlichen Perioden verbindet man weniger »ie Borßetlung von niebrigen und hohen^ Sonnenständen, kurzen litt) langen Tagen, als die von niedrigen und hohen Tempera- hrren. Pcim Winter denkt man an Eis und Schnee, beim Sommer Mick-en in der Erinnerung heiße Tage mit den Attributen Blitz, tonnet, Platzregen usw. auf. Doch weit mehr als dies kommt st Betrvckst, daß das Leben in der Tier- und Pflanzenwalt 'Ä ganz vorwiegend nach der periodischen Zu- und Abnahme \n Wärme regelt; daß der Mensch mit der kalten und warmen ,>cchr.'szcit rein. Lebensgeivohnl)eiten ändert und seine Tätigkeit denn jährlichen Temperaturwechsel anpaßt. Tiefe und aubcrc_llnt- vänbe lassen es m. C. .nnpfehlenswert erscheinen, an die Stelle tej, astronomiscken Jahr es ein teilung die meteorologische treten zu lMen, da diese auf den Wärmeverhältnissen basiert. Den Me- iroroloqen gelten Dezember, Januar und Februar als Wittter- ij 'muatc, weil in ihnen die Temperaturen im Mittel vieler Jahre H "wbriget sind wie vorher und nackstwr. Juni, Juli und Augujt ^Mtden nrtterlundlich als Sommermonate angesehen, weil sie, Me langjährige Beobachtungen gezeigt haben, mehr Wärme bringen

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.INgewandelt werden. Staatssekretär v. Tirpitz gibt Erklöß ungen über die Gliederung des Konstruktionsdepartements. Tie r, . - , -x,.-,. . k k -7- r. ~ I Schaimng dieser Stelle sei erforderlich, um eine bestimmte Persöw--

^eitT ^eu^c)en ^otch, stallen unb bet ©^^£13 gc mit großen Erfahrungen halten zu können. - Ter Wort- ichlossenen Vertrag betre,fend btc Gottharbbahn vom stch^r des Zentrums kann bas Bedürfnis nicht anerkennen. Ter 13. Oktober 1909. I StaaiSfekretär betont, daß es sich nur um 580 Mark Differenzen!

als die früheren und späteren Zeiten im Jahre. Gelegentlich wird man auch ohne exakte Untersuckmngscesultate darauf aufmerk­sam, daß es richtiger ist, die Jahreszeiten am 1. »als am 21. der Monate März, Juni, September und Tezeniber beginnen zu lassen, weim nämlich die Witterung sich früh in ausgesprochener Weise den Jahreszeiten entsprechend gestaltet, wie z. B. im Frühjahr 1906. In diesem nah.n das Wetter schon im ersten Drittel dos März einen porgesckrittenen frühlings.nüßigen Charakter an. In Bonn wurden vom 5. bis einschließlich 8. März nach Öen Auf­zeichnungen der Wetterwarte der Landwirtschaftlichen Akademie 16 bis 190 beobachtet. Im Dezember kommen in den beiden ersten Dritteln, die der Astwnom noch zum Herbste rechnet, nickt selten schon Fvostperioden mit strenger Kälte vor. 1899 und 1902 fielen nach den Beobachttmgsergebnissen in Bonn die nie­drigsten Temperattiren dcs ganzen Jahres (13.6 °) in die beiden ersten Dezemberdekaden. Es wäre erwünscht, die Einführung der meteorologischen Jahreszeiten und ihre Uebemahme in die Kalender, besonders die landwirtfcha ft lickten, einmal an geeig­neter Stelle, in Vorschlag zu bringen. Vielleicht nimmt sich die Deutsche Meteorologische Gesellschaft der Sache an. Ein Interesse an ihr ist wohl auch von dem Sonderausschuß für Wetterkundö und Klimalehre der Teutsck>en Landwirtsck-afls-Gesellsck-aft zu er- ivarten.

Der Lniwnrs eines Ztellenverinittlungsgesetzes.

Berlin, 11. F-ebr.

Ter CnNvurf eines Stellenvermiltlergesctzes ist dem Reichs­tage zugegangen.

Der Entwurf erklärt als gewerbsmäßigeir Stelle nVer­mittler den, der die Vermittlung eines Vertrages über eine 6t.Tie betreibt oder Gelegenl-cit zur Erlangung einer Stelle nad^ »reift und sich zu diesem Zwecke mit Arbeitgebern und Arbeit- >.ttnncrn in besondere Beziehungen setzt. Ter Stcllenveniiittlcr I-ctarf zur Ausübung seines Gewerbes einer Erlaubnis der Be­hörde. Tie Erlaubnis ist zu Uerfagen, wenn Tatsachen vorliegen, --.eiche die Unzuverlässigkeit des Nachsuchenden inbezug aus den teabiid. tigten Geiverbebetrieb dar tun, oder ein Bedürchs »rach Stttiettvermittlem nicht vorliegt. Ein-Bedürfnis ist insbesondere iickt anzuerkennen, soweit für den Ort oder den ivirtschaftlicien Bezirk ein öfsentlichcr gemeinnütziger AAvitsnackMeis in aus­reichendem Umfang besteht. Eilt Stellenvermittler darf weder 1 iastwirtschast, Schonkivirtschaft, noch gewerbsmäßige Vermietung von 'Kein und Schlafstellen, Handel mit Klcidungs, Gebrauchs- aher Verzehrungsgegenständen oder mit Lotterielosen, das Geschäft eines Geldwechselcrs, Pfandleil)crs oder Pfandvermittlers be- - reiben oder mit derartigen Geirvrbetreibenden so in Verbindung treten, daß er sich für die Ausübung seiner Tätigkeit von ihnen Vergütungen gewähren läßt. Für die den Stellerttrermittlciii ! u f_> IN M ende n G e b ü h r e n stellen die Behörden nach Aii höruug der Interessenten Taxen aus. Tie Gebühr ist im Zweifel oon dem Arbeitgeber und bem Arbeitnehmer je zur Hälfte zu - Men, wenn der Vertrag infolge der Vermittlung zustande Bemnit; eine enigegenstehende Vereinbarung zu Ungunsten des Arbeitnehmers ist nichtig. Ter Anspruch ans die vom Arbeitgeber ui-zahlende -Hälfte erlischt, wenn der Arbeinsihmer seinen Dienst nicht zur -festgesetzten Zeit antritt; die bereits gezahlte Gebühr tarnt zurückgezordert werden. Tie Taxen sind öffentlich auszu Mg n oder vor dem Gescl.äftsabschluß bekannt zu geben. Tie Er leubu s zum GrwLrl-.chietrieve des Stellenvermittlers ist znrückzitt- t Ijmcn, wenn 11 . ans Handlungen -oder Unterlassungen des Mcklenvermittlers dessen Unzuverlässigkeit inbezug auf feen Gck- ! o:rbebcttieb ergibt. Unter der gleichen Voraussetzung ist der Ättverbohetricb Stellenvermittlern zu untersagen,-die ibn vor bem 1. -Oktober 1900 begonnen ha u Die Unzuverlässigkeic ist stets crtzunchmcn, wenn der Stetlcnvermittler wiederholt bestraft ist, v'.tl er die Gebührentaxe überschritten oder Vergütungen son f'ger Art angenommen ober e'vert der verbotenen Betriebe ge- l?itet hat.

Ter Entwurf fetzt zum Schluß eine Reiho von Geld- scafen für Uebertretungen des Gesetzes fest. Sie be=- ttusen sich auf 600 Mark für den, der ohne Konzession Stellen vermittelt, verbotene Nebenbetriebe leitet oder die Taxen über» fofreitet, auf 150 Mark bei Hebertretungen der übrigen Gesetzes Vorschriften.

Das Gesetz soll am 1. Oktober 1910 in Kraft treten.

In der Begründung wird audgefüljrt, daß lebhafte Klagen über den Gewerbebetrieb der Stellenvermittler und feie damit ^rknüpften Mißstände ttotz früherer gesetzgeberischer Maßnahmen Sf Einbringung des Entwurfs notwendig gemacht haben. Der baute, die Stellenvermittlung gegen Entschädigung der bis k eigen Stelleuvennittler in staatliche oder kommunale Regie 511 Ler ne hm eit, ist ventiliert worden, ihm Ü anbei 1 unülcnvindliel v Mchernisse nicht im Wege. Ter gemeinnützige öffentliche ArbcilS Wh>r:is ist aber gegenwärtig noch nicht derart entwickelt, daß c. jWände wäre, die gewerbs uäs-igou Stellenvermittler ganz zu Mtzen. Auck^ die obligaborische Errichtuirg öffentlicher gemein ttitziger Arbeitsnack weise erfdpeint zurzeit nicht notwendig und niß-t zweckmäs q. Für die Fördenmg dieser Arbeitsnachweise wer. ten aber erhebliche Reichsmittel in Aussicht genommen werden.

lonisation mit aller Energie treiben.

Die Entschließung Gering wird hierauf genommen.

und zu entwickeln, sowie das schiedsgerichtliche Verfahren in größlntöglicher Ausdehnung auzuwendcn. Ta die Stel­lung 9torwegens als sellistänbiger Staat leine loohlgeordnete Verteidigung zu Wasser und zu Lande verlange, so werbe oic Ausgabe ber Regierung sein, im Zusammenarbeiten mit dem Storting bie von letzterem angenommene Heeresorgani- v falion planmäßig bursl)zuführen, sowie die Marine auf die j Höhe der Forderungen zu bringen, die an sie mit Rücksicht Q n aus eine genügende Verteidigung gestellt werden müssen.

Ter BudgctauSschuß verhandelte am Freitag über den Ma

DerReichsanzeiger" veröffentlicht den Gesetzentwurf r ine Haus h a 11. Auch von ihm sind nur einzelne Ktrpitel und zur Aussühr/tng ber revidierten Berner Heber Titel feem Budgetausschuß überwiesen worden. Im Kapitel der ~ ' höheren Beamten soll eine Stelle in die eines Vortragenden Rates-

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