Ausgabe 
11.3.1910 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.

Em weiterer nationalliberafer Redner bemerkt, man

Tas Auswärtige Amt Labe bie Urkunde nicht als echt

zu bilden.

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Für das Verhältnis der Mächte untereinander sei es da kaum zu umgehen: aber für die Konzessionsfrage habe es keine Bedeutung. 'Das sei eine marokkanische Angelegenheit.

Das Auswärtige Amt freilich sei in einer bösen Lage.

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Eine Entschließung, ob günstig oder ungünstig, werde nach seiner Meinung die Verhandlungen der Zukunft erschweren. Tic Absicht, die Stellung der Gebrüder Mannesmann zu stärken, werde, fürchte

Vertreter von Tr. Rosen nicht genügend unterrichtet. Hätte er gewußt, daß Abdul Asis erledigt war, so würde er auf das Ab­kommen nicht hingearbeitet haben. Ties Abkommen habe aber der Sultan nicht annehmen können, es sei also für Marokko ungültig.

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er, dadurch nicht erreicht werden. Er habe b e st i m m t e Nach­richten, daß bei an deren Gruppen keine Neigung' zu weiteren Verhandlungen sei, besonders nicht unter Druck. Er fürchte, daß auch ein schlechter Eindruck bei anderen Regierungen gemacht werde. Kommt kein künftiges Berg­gesetz zustande, so tritt der Zustand des gesetzliche Wirrwarrs in Marokko ein, den die Algeciras-Akte verbessern sollt-» aller gegen alle tritt ein. Es sei nicht ausgeMossen, daß bte mächtigen Regierungen dann eingriifen. rE erkläre noch einmal, daß alles geschehen solle für die deutsche Inte- esse n.

Nach dieser Erklärung des Staatssekretärs zieht der freisinnige Antragsteller seine Entschließung zurück. Ter Vorsitzende stellt es als Auflassung des Ausschusses hin, daß tr wünsche, daß im Sinne der Erklärung gehandelt werde.

Ter Antragsteller der Wirtsch aftlichcnVereiNiguug erküirt, er wolle mit seiner Entschließung nicht die Gebrüder Mannesmann stärken, sondern die Karre müsse aus dem Su m p f, in dem sie stecke. In Frankreich sei man der Meinung, daß die Regierung die Gebrüder Mannesmann habe fallen lass n. Teshalb werde man nicht an einer Entschließung vorbtikommen. xenn es handle sich um deutsche Interessen. Tie Erklärung, man wolle wie bisher die deutschen Interessen vertreten, genüge nicht, denn bisher seien bie Resultate ungenügend. Tie deutschen Interessen sollte man nicht hinter verschlossenen Türen mbmibchi Umere Meinung müssen wir auss'rechen, gleichviel was. Er' ziehe seine Entschließung noch nicht zurück.

Ein Zentrumsabgeordneter verlangte, daß die Aussprache heute beendet würde. Tas wird aber abgelehnr Ein konservativer

sein, in dem von ihm angegebenen Sinne. Eine Erklärung des Auswärtigen Amtes wäre das Mittel, um die durck das Weißbuch erschütterte Stellung wieder zu bessern.

Unterstaatssekretär S t e m r i d. erklärt, den Eindruck einet Fälschung hervorzurufen, habe ihm serngelegen, gänzlich fernge­legen. Er habe nie an eine Fälschung gedacht.

Ter zweite freisinnige Redner bittet um eine Erklärung in Sachen des Mannesmannschen Entschließungsvorschlages.

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Existenzfrage. Um jeden Preis müsse hier festgehalten werden.

Sodann sprach der Vertreter der Fortschrittlichen Volkspartei. Tic Unterstützung eines Deutschen im Aus­lände müsse ihre Grenzen haben: wenn schwere Zwistigkeiten ent­stehen könnten er denke luxh nicht einmal an KrieZ könne man nicht weiter gehen. Dabei sei die Lage der Gebrüder Mannesmann nicht unanfechtbar. Den alle d:ngs sehr be­deutenden Gutachtern ständen andere gegenüber. Also die Rechts­ansprüche seien nicht unzweifelhaft. Es komme ihm vor, als ob der Budgetausschuß sich als Gerichtshof betätigen solle: das könne er nicht. Er wolle das Auswärtige Amt nicht verteidigen, es habe ost genug zu Tadel Anlaß gegeben. Keiner der Vor­redner aber sei auf das eingegangen, was das Auswärtige Amt nun tun solle. Seine politischen Freunde, auch der Ver­treter des Remscheider Wahlkreises, seien Freunde der Schieds­gerichte. Teshalb begrüße er den in Aussicht genommenen Ge- richtshoi'unter der Leitung eines der höchsten Beamten der Schweiz.

Ter Wortführer der Sozialdemokraten erllärt, be­streiten zu müssen, daß die Gebrüder Mannesmann mit derHetze in der Presse" nichts zu tun batten. Es sei einfach der wirt- schastspolitstchc Stairdpunkt im Vordergründe, die Gebrüder Mannesmann müssen Recht bekommen, weil wir Erz brauchen. In der Sache selbst bleibe nur ein Schiedsgericht übrig.

Staatssekretär von Schoen.

Der erste freisinnige Redner habe in entgegenkommendem Tone gesprochen, aber gesagt, das Weißbuch habe die ^Gebrüder Mannesmann geschädigt. Er könne das nicht zugeben. Tas Aus­wärtige Amt müßte die Gründe seines Verhaltens darlegen. Es sei weniger auf eine Widerlegung der Gebrüder Mannesmann an- gekommeit als darauf, nachzuweisen, daß man mit Erfolg tätig gewesen sei, Tie Gegengründe seien ja längst bekannt gewesen.

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Tie fremden Regierungen wüßten iroch viel mehr, als im Werß- buch mitgeteilt sei: in Marokko sickere ja alles durch. Ter Ver-. tretet von Remscheid hatte vom Botschafter in Paris getagt, daß dieser die Spmpathien der beut'dien Regierung als aus feiten der Union des Mincs Marocaines stehend bezeichnet habe. Er ertlärc aus das Bestimmteste das als falsch. Es ftimme auch nicht, daß der Konsul in Fez die Berichte zu ungünstig für die Gebrüder Mannesmann gegeben habe. Er habe sehr anerkennende Worte über sic geschrieben. Daß in ihrer Angelegenheit auch Zweifel- haftes wäre, habe der Konsul berichten müssen, das sei einfach seine Pflicht gewesen. Sonst wäre vielleicht ein Einwand anderer Regierungen entstanden, man verteidige ein Gesetz, dessen Ent­stehung nnt> Mängel man nicht kenne und dann würde man der; deutschen Diplomatie im Reichstage schwere Vorwürfe haben machen können und mit Recht. Ter Konsul sei allerdings zeitweise schwer krank gewesen. Aber die Berichte stammten aus anderer Zett, in der ev gesund war. Herr v. Wangcnhcim habe sich vor An­tritt des Postens wochenlang hier in den Akten orientiert, er habe alles gekannt. Es sei ein Verdienst, aus die Gefahr der Proklamierung eines franzosenfreundlichen Gesetzes aufmerksam gemacht zu haben. Einen Truck auf Frankreich habe man wohl ausüben können, aber nicht mit Erfolg. Was das Moresckic Gut­achten anbelangt, so stehe im Weißbuch: Gr solle seine Meinung geändert haben. Man hätte nod) viel positiver sprechen können. Tic spanische Regierung habe bürd', Herrn Morct ihr Einverstänb- nis mit der Auffassung der deutschen Regierung offiziell ausge­sprochen. Tast das Auswärtige Amt wenn möglich noch mehr für die Gebrüder Mannesmann eintreten werde, könne er zusagen, auch daß man diese vertraulich zu den internen Verhandlungen heranziehen wolle, sobald sie ihre Stellung modifiziert hätten^

Hierauf nimmt ein weiterer Vertreter der fortschritt­lichen Volks Partei das Wort. Man sei hier, Um über das auswärtige Amt zu verhandeln und zu entschriden, ob das Auswärtige Amt in einer entscheidenden Frage glücklich gearbeitet habe. Ein großer Teil seiner politischen Freunde stehe auf dem! Standpunkt, den der zweite Redner der fortschrittlichen Volkspartei habe, also auf feiten des Auswärtigen Amtes, eilt kleiner Teil seiner -Fr-eunde nicht. Tie persönlichen Angriffe auf das Aus­wärtige Amt könne sich keiner zu eigen machen. Tie Entglei­sungen ieien zu bedauern. Gutachten von Herren wie Zorn, v. Bar, Kohler mit einem Honorar in irgend einer Weise In Zu­sammenhang zu bringen, dagegen müsse er aufs allerschärfste Ver­wahrung entlegen. Gutachten solcher Leute müßten als cinwands­frei gelten.

Inzwischen ist eine Entschließung der wi r t s ch a i t l i chenl Vereinigung eingegangen, in dem Antrag des,ersten freisin­nigen Redners den dritten Satz:in Anbetracht" usw. zu streichen und dafür zu setzen:

Nacksdem aber die Brüder Mannesmann sich bereit erklärt haben, die bindende Verpflichtung zu übernehmen, daß das Marokko-MinewShndikat unter deutlicher Führung bleibt und feine Lieferungen sowie seine Aufträge der deutschen Industrie zu­kommen läßt, spricht der Budgetausschuß die Erwartung aus, daß die Regierung auf das k r ä f t i g st e die Bestrebungen unterstützen wird, die Bergwerkskonzessivnew der Brüder Mannesmann zu sichern."

Ter nächste Redner ist ein Vertreter der Re ich spar tei. Ten Gebrüdern Mannesmann, für die er Hochachtung habe, sei es gelungen, die Presse zu gewannen. Ter größte Teil der ^rheinisch- westfälischen Industrie stehe hinter ihnen und sehe ihre Sache als eine nationale an. Er sei inkompetent für bie Entscheidung der Rechtmäßigkeit. Mit Recht se igemgt: es gebe eine Grenze: die liege auch im allgemeinen Interesse unserer Politik. Tie Ent­schließung der Wirtschaftlichen Vereinigung sei noch weitergehend, als ddic von freisinniger Seite gestellte Höchstens könnte man, eine solche für diedeutschen" Interessen allgemein, annehmen.

mit der Visitenkarte zum Objekt eines Leitartikels zu machen. Aber die Gebrüder Mannesmann ständen diesen Angriffen persön­lich fern, ihnen seien allerbings vielleicht die Zügel entglitten. Taß nach dem Erscheinen des Weißbiwes eine unerfreuliche Wen­dung eingetreten 'sei, habe der Staatssekretär selber zugegeben. In der französischen Deputiertenkammer habe ein Abgeordneter er­klärt, bnj die deutsche Regierung die Gebrüder Mannesmann im Stiche lassen werde, und Pichon habe dazu genickt. Die Deduk­tionen des Unterstaatssckretärs stützen sich auf das Kampfmeyersche Gutachten und die Ausführungen machten den Eindruck, als ob man eine Fälschung annehme. Das stehe aber im Widerspruch mit einer brieflichen Aeußerung des Auswärtigen Amtes an die Gebrüder Mannesmann. Die Urkunde sei also danach emt: und sie habe die Kraft eines Gesetzes. Das Auswärtige Amt sei ja jetzt schwer in der Lage, seinen Stand­punkt zu ändern: es müsse deshalb ein Weg gefunden werden, der zu einem guten Ende führt. Der Redner fchlägt folgende Ent­schließung vor:

Der Reichstag nimmt von den Darlegungen des Vertreters des Auswärtigen Amtes gebührend Kenntnis. Er verkennt nicht die großen 'Schwierigkeiten, die der Reichsregierung durch b:e Verhandlungen überbie deutschen Marokko-Interessen erwach:en sind. In Änbetracht der hohen Bedeutung der in Frage stehen­den wirtschaftlichen »Interessen spricht , der Reichstag gleichwohl die Erwartung 'raus, daß bei den weiteren 'Verhandlungen die deutschen I n t e r c s s?n , änsbesondere die Mannesmann­schen Bergwerkskonzessionen 'mit allem Nachdr uck ge­wahrt werden.

Auch die 'Gegner der Gebrüder Mannesmann in Deutschland, z. B. Thyssen, haben den Wunsch ausgesprochen, daß die Mannes­mannschen Interessen iunterstützt werden sollen.

Sodann nahm der Vertretender N a t i o n a l libe­ralen das Wort: Der Staatssekretär habe gestern das Weiß­buch als die Verteidigung des Auswärtigen Amts gegen Angriffe bezeichnet. Der Staatssekretär nehme doch wohl nicht an, daß die Gebrüder Mannesmann Angriffe gegen das Auswärtige Amt gerichtet hätten. Daß zum Teil gewagte Aeußerungen ihren Weg in die Presse gefunden haben, gehe aus dem in weiten Kreisen des Volkes vorhandenen Gefühl hervor, daß nicht nur in der .Mannesmann-Angelegenheit etwas nicht in Ordnung sei. Er müsse die Frage stellen, ob bei dem Weißbuch mit tauglichen Mitteln gearbeitet sei. Wenn es den Zweck hatte, Angriffe abzuwehren, fo sei dieser Zweck jedenfalls nicht erreicht, denn die Angriffe seien nachher noch stärker geworden: genützt habe das Weißbuch also dem Auswärtigen Amt nicht. Tcr Redner erklärt, er habe sich selbst früher mit Arabisch beschäftigt (er ist ein alter Ostafrikaner> und er wisse aus seinen Gesprächen mit Arabern über religiöse Themata, daß das WortKanun" das Zwingendste bedeute, was es überhaupt gäbe. Auch Professor Fischer, der allererste Kenner des Arabischen teile diese Ansicht und sic stehe doch zum mindesten der des Herrn Stemrich gegenüber. Er habe das Ge­fühl gehabt, daß bei den Darlegungen des Unterstaatssekretärs die Frage gefteUt werden müßte:bann halten Sie das wohl für eine Fälschung?" Die Gebrüder Mannesmann hatten etwa ein Dutzend der besten Namen für sich, und diese haben nach Er­scheinen des Weißbuches ihre Gutachten erst recht bestätigt. Auf der Gegenseite stehen drei, und dazu Herr Geheimrat Kahl mit einerethischen" Bewertung. Daß die Publikation des Berg­gesetzes erforderlich gewesemsei, müsse bestritten werden. Die Ver­treter des Auswärtigen Mutes haben behauptet: zwischen dem Tage des Zustandekommens der Algecirasakte und dem 20. Aug. 1908 hätte keine Konzession erteilt werden dürfen. Davon stehe in der Algecirasakte gar nichts. Tie Gebrüder Mannesmann hätten bas Vertrauen bes Sultan Abdul Asis natürlich benutzt, um etwas herauszuholen. Unsere Regierung habe ja ein Berggesetz ausar­beiten lassen, bas fast wörtlich mit dem ber Gcbrüber Mannesmann

Die neueste französische Sensation.

Frankreich hat wieder einmal mit einer ungeheuerlichen Be­trugs geschichtc sich zu unterhalten, die noch mancherlei Nachspiele haben wirb. Ter ?!otar Duez, einer bet Haupt- liquidcitorcn der gesetzlich aufgelösten Kongregationen, hat, offen bar unter ber Aufsicht unbefähigter Gerichtsorgane, Riesensummen unterschlagen. Wir erhalten barüber von unserem Pariser Mitarbeiter folgenbc Mitteilungen:

O P ar is, 10. März.

Der Ducz-Skandal ist in allen seinen Folgen und Verzwei­gungen noch gar nicht abzusehen. Halten wir uns also nur an die hauptsächlichsten und sichersten Tatsachen. Zunächst hat Senator Perrier, wie bereits vorausgesehen wurde, sofort seine Ergebnisse aus dem Studium der Akten Duez bem Senats- ausfchussc mitgeteilt. Er enthält sich jeder Schlußfolgerung, weist aber nach, daß die Passiva sich nicht auf fünf, sondern sogar auf zehn Millionen belaufen. Er bemerkt fast ironisch, daß das Zivilgericht des Seine-Departements Herrn Duez nicht für einen Schuldigen, sondern für einen Unfähigen hielt. An dieser Auffassung kann nun niemand mehr sesthalten, nachdem bie unglaublichsten Verschwenbungen unb Gefälligkeiten fürBekannte, Freunde u n d M a i - treffen seitens dieses betrügerischen Liquidators konstatiert wor­ben sind. Es muß babei bemerkt werben, daß Duez überhaupt nur durch fast unglaubliche Protektion diese sehr einträgliche Vertrauensstellung eines gerichtlichen Liquidators erhielt, nach­dem er zuvor einfacher Angestellter in einem Waren­hause gewesen war. Seine Kollegen suchen auch Entschulbigungs- grünbe Tür ihn, indem sie von Ueberlastungen sprechen, die die Liquidationen der Kongregationen im Gefolge haben und bie bie klarsten Köpfe verwirren könnten. Der Enqueteausschnß b?5 Senats hat aber verlangt, die Umstände zu erfahren, unter denen bie Ernennung unb Beibehaltung Duez' als Liquidator der Kon­gregationen erfolgt ist, und ferner die Protektionen, die bei dieser Ernennung sich geltend gemacht haben könnten. Das zielt augen­scheinlich auf gewisse Mitglieder des Pariser Zivilgerichts ab, die man, wenn auch nicht der Mitschuld, so dock) der allzu großen und vielleicht nicht uninteressierten Nachsicht dem ungetreuen Liqui­dator gegenüber bezichtigt Indessen muß mit solchen Verdäch­tigungen möglichst vorsichtig zu Werke gegangen werden, da viel­leicht. wenn man den Dingen auf ben _6kunb geht, die be­gangenen Mißgriffe nicht _SS'- V-, f-ttt-e auf böswillige Absichten, sondern auf Unkenntnis mit den ein­schlägigen Fragen zurückzuführen sind.

Alle die Fragen unb Punkte werden inderKammerzur Sprache gebracht werden da eine umfassende Erörte­rung trotz der bereits getroffenen sehr energischen Abstellungs- Maßregeln unumgänglich erscheint.

Was nun schließlich Duez' Ausflüchte betrifft, er habe in unglücklichen Spekulationen an der Börse die ver­untreuten Summen verloren, so glaubt fast niemand daran. Er hat nicht nur unsinnig vergeudet und Freunde und Bekannte schamlos von denGelegenheiten" bei ben Liquidationen profi­lieren lassen, sondern auch sicherlich große Summen beiseite ge- schafft.

Sie entschiedene Haltung der Gürtet

Tie Verhandlungen über die türkisch-bulgarischen Grenz- konflikte sind trotz der schönen Petersburger Feststellungen noch im Gange, und die Türkei scheint fest darauf zu bestehen, daß die bulgarischen Soldaten an den Vorfällen die Schuld trügen unb zu bestrafen seien. Taß das Ansehen der türki­schen Regierung bei den Balkanstaaten wächst, geht auch daraus hervor, daß auch die Könige von Serbien und Bul­garien in Konstantinopel demnächst Besuche abstatien sollen, obgleich der neue Sultan im Auslande noch keine An­trittsvisiten geplant hat. Wir erhalten aus Köln folgendes Privaktelcgramm über Meldungen, die in der Frei­tag-Nummer derKöln. Ztg." erscheinen:

:: KöIn, 11. März. 9Lach Depeschen aus Konstan­tinopel soll die Lage keineswegs so harmlos s e i n , als sie von der russischen Regierung dargestellt wurde. Die Stimmung sei gegen Bulgarien; die Rüstungen wurden fortgesetzt. In Wilajet Adrianopel seien 3000 Mann zusammenge-ogen. Rumänien weigere sich, dem Balkan­bund beizÄreten.

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für die Redaktion 112, IVJF Ä < politischen Teil: August

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DonmnagTsTih^ Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulftratze 7. Anzeigenteil: H. Beck.

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übereinftimme. Nun zum Abkommen vom 20. August 1908. Lui iwutwi nuiiun.un.iuciut^.i. ovcuuki utmuu, muu Ta liege ber Hase im Pfeffer. Herr von Wangenheim war als wolle nicht Schiedsgericht sein, sei aber gezwungen, jich ein Urteil

Ferner meldet das Wolffsche Bureau:

Sofia, 10. März. Der Gesandte der Türkei, Ass im Bei, hatte gestern zwei Unterredungen mit dem Minister des Aeußcrn, Paprilow. Wie in amtlichen Kreisen verlautet, forderte der Gesandte die Bestrafung der bulgarischen Offiziere und Mannschaf­ten, die "nach Feststellung der türkischen Kommissionen den letzten Grenzkonflikt bei Tamrasch provoziert hätten. Paprilow soll ausweichend geantwortet haben.

Konstantinopel, 10. März. Nach authentischen Nachrichten wird der Besuch des Königs von Serbien während der Anwesenheit des Ministers des Aenßern Dr. Milanowitsch in Konstantinopel erfolgen. Ter K n g wird .sich direkt von Rußland nach Kvnstantinopel begeben. Tie türkische Regierung stellt dem König ein Schiff zur Ver­fügung. Es ist bereits ein Jrade zur Vorbereitung des Empfanges des Königs erlassen. Wie auf der Pforte verlautet, gewinne ein B esuch d es Königs von Bul­garien in Konstantinopel an Wahrscheinlichkeit. Von serbischer Seite wird erklärt, daß der im nächsten Jahre ablaufende Handelsvertrag zwischen der Türkei und Ser- bienum ein" Jahr verlängert werde. _________________

Die Mannermann-Angelegenheit im Sudgeiaurschuh.

:: Berlin, 10. März.

Auf bie gestrigen Darlegungen des Staatssekretärs v. Schoen hnb des Unterstaatssekretärs Stcmrich antwortetc heute als enter Redner von den Parteien ein Mitglied ber f o , tsch ritt! iche n Dolkspartei, der Vertreter dcs 23a.'iL .cifes Remscheid, er­klärte aber, daß er für seine Person spreche i i_ber Fraktion stchc man nicht ganz auf demselben Boden. Te Staatssekretär habe fich über'die Angriffe auf seine Person besch.v . Er, ber Rebner, habe nie 'einen Zweifel baran gelassen, daß er diese Art ber An­griffe mißbillige; ' es sei auch nicht richtig gewesen, die Geschichte

anerkannt. Für seine Freunde sei die Hauptsache, ob bie Urkunde echt sei. Tas sei zugegeben worden. Was feile nun der Reichstag tun? Er habe eine ichwere Verantwortung. Solle er sich mit einer Erklärung des Auswärtigen Amtes begnügen, so müsse sie genauer sein. Eine solche würde ihm lieber sein als eine Ent- ich'ließung. Wenn aber -eine solche, dann müsse sie spezialisiert

habe Fehler gemacht und müsse sehen, wie es sich aus dieser für deutsche Interessen mißlichen Lage herausziehe. Und um deutsche Interessen handle es sich, wie bei der Wahl des Herrn Mannes­mann zunr Vorsitzenden einer Großindustrie-Vereinigung und der sehr scharfen Aeußerung des Herrn Kirdorf zugunsten der Webrüder M<mn-sm<m>r hervoigche. D°s tetoättige Amt müsse Stoat^sektetär ». Sch-en: Er lönim nur versönlich, über bie Sache Hinwegkommen. Es handle stch um ungeheure I nicht für ben Reichskanzler sprechen. Er erkenne an, daß man m IWertc. Wichtige Interessen unserer Eisenindustrie stehen auf i ben Entschließungen b:e Stellung des Auswärtigen Amtes stärken dem Spiel. Es handle sich um Millionen von Arbeitern, um eine \ ^lc, daß man einen Ausweg zwischen Scylla unb Eharibbis suche.