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L Bollmamt' Sude i. WcA.
Nr. 134 Drittes Blatt
160. Jahrgang
Samstag 11» Statt 1910
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.
Die „Otetzener Zamilienblätter" werden dem „Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, daS „Krdsblatt für den Kreit Liehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Cderhefsen
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversikälS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.:AnzeigerVießen.
»onjeren; der hessischen vergwerksbetriedsleiter.
* Gießen, 10. Juni.
Aus Einladung der Buderusschen Eisenwerke besichtigten die Betriebsleiter der hessischen Bergwerke am 8 . d M. die S o p h i e n- Hütte zu Wetzlar und die zugehörigen Anlagen. Unter Füh- rung des Direktors Haastcrs und der einzelnen Abteilungsäress wurde zunächst die neuerbaute Elektrohängebahn eingehend besichtigt und auf ihrem Wege durch die Erzsilos verfolgt, bis an den großen Schrägaufzug, der das Fördergut den Hochöfen zuführt. An den Hochöfen nnnben die Schlackenzerstäubungsanloge, die Gebläsegasmaschinen und Gasentstäübungseinrichtungen erläutert. Sodann wurde die Schlackensteinsabrik unb das Eisenportland Zementwerk gezeigt. Darauf folgte die Besichtigung der schönen elektrischen Zentrale, die besonderes Interesse bei den zahlreichen Besuchern fand. Das gleiche galt vvn der Strohspinnerei, .in der die Strohseile für die Kern- sormung tu der Röhrengießerei hergestellt werden. Mit einem längeren Aufenthalt in Ver besonders interessanten Röhrengießerei schloß die zweieinhalbstündige Besichtigung, welche dank der sachkundigen Führung und den bereitwilligen Erläuterungen für alle Beteiligten sehr lehrreich war.
Iw der anschließenden Konferenz int Hotel Kaltwasser brachte Bergassessor K o b b e zunächst den Nachtrag zum hessischen Bcrgwerksverzeichnis zur Kenntnis. Dieser Nachtraa enthält, außer Berichtigungen, die seit Herausgabe des Verzeichnisses (1908) erteilten neuen Verleihungen, Besitzwechsel von Bergwerken, neue Bergwerkseigentümer, den neuen Vilbeler Qrvellenschutzbezirk, Nachträge zur Frage des standesherrlichen Mutungsvorrechtes sowie ein Verzeichnis der Felder, die mit der sog. standesherrlichen Klausel 'bel)afte1 sind. Der Nachtrag ist für 40 Pfg. von der Registratur der Bergbehörden in Darmstadt zu beziehen, lieber die Formalitäten bei Anträgen auf Erteilung der Sprenge stoffbesitzerlaubnis berichtete Bergrat Kob r ich. Be- sondcrs erörtert wurde die Frage der Zuständigkeit beim Bergwerksbetriebe. Die Interessenten legen Wert darauf, daß die bergbehördliche Zustättdigkett auch bezüglich der Erteilung dieser Erlaubnis zweifelsfrei festgestellt werde. — Die Statistik der Bergarbeiterlöhne im 1. Vierteljahr 1910 lag vor. Sie länt eine durchschnittliche Lohnerhöhung für Mann und schicht non etwa 20 Pfg. gegen dos gleiche Vierteljahr des Vorjahres erkennen, bei allerdings z. T. etwas längerer Durchschnittsschicht' Dauer. Dies weist auf einen besseren Beschäftigungsgrad des Bergbaues hin. — Von den sonstigen Mitteilungen sand besonders das neue mit Erläuterungen versehene Mutungsformular Interesse, das von der Bergmeisterei herausgegeben und für 10 Pfg. erhältlich ist. Bei dieser Gelegenheit wurde auch von verschiedenen, Interessenten der Wunsch nach einer Neuauflage des hessischen Berggesetzes geäußert, dem allerdings zurzeit wegen der beab- sichligtcn Aenderungen nicht Folge gegeben werden dürste. — Dte nächste Konferenz soll am 19. August in WaldmicheIbach i. Odenw. stattfinden.
9 Monaten Gefängnis verurteilt. Seine geistige Minderwertigkeit wurde strafmildernd in Betracht gezogen.
Wegen Urkundenfälschung und Betrugs
stand der vielfach bestrafte Reisende B. Pf. aus Wieden unter Anklage. Er fertigte einen Wechsel über 350 Mark an und ließ ftd) unter der Behauptung, der Wechsel sei ihm von der Firma, bei der er tätig ist und von der er noch etwa 600 Mark Provision zu bekommen habe, ausgestellt worden, von einem- Altbändler in Frankfurt ein Darlehen von 20 Mark verabfolgen. Bei einem Bürstenwarenhändler in Vilbel, der von der Firma Bürsten bezogen hatte und bte ihm ein halbes Dutzend mehr geschickt hatte, als er bei dem Angeklagten bestellt hatte, versuchte er einen Betrag von 22,50 Mark einzukassieren, muh nahm er die zu viel gelieferten Bürsten mit und verwertete sie, so daß der Kaufmann den Schoden zu Kragen hat. Einer Mitteilung seiner Firma fügte er bei, daß er berechtigt sei, Beträge bis zu 20 DLark ein- znkassieren. Bezüglich dieses Falles gab er an, er habe nur Schreibübungen gemacht, imb da die eingefügten Worte gerade paßten, habe er sie stehen gelassen; eine Absicht, Gebrauch davon zu machen, habe bei ihm nicht bestanden. Da ihm das Gegenteil nicht nachzuweisen war, erging Freisprechung. Wegen der übrigen Fälle wurde, unter Einbeziehung der am 8. Llpril vom gleiöxn Gericht wegen Wechselsäljckpmg erkannten Zuchthausstrafe von 1 Jahr 6 Monaten, auf 2 Jahre 2 Monate Zuchthaus und 150 Mark Geldstrafe erkannt.
Spott.
•• Die Gießener R u d e r - G e s e l l f ch a l t 18 7 7 hält ihre 15. Regatta (zugleich die 4. Regatta des Lahn-Regatta- Verbandes) am Sonntag, 17. Juli nachmittags ab. Folgende Rennen sind ausgeschrieben: Jean Kirch-Gedächtnis- Rennen. Vierer. .Perausforderungspreis", gestiftet von der Familie Kirch zum Andenken an Herrn Jean Kirch. Offen für die dem Lahn - Regatta - Verband angehörigen Vereine. Junior- Achter. Ehrenpreis. Einer. „Lahn - Pokal", gestiftet vom Deutschen Ruder-Verband. „Herausforderungspreis". Ter Preis muß dreimal in ununterbrochener Reihenfolge gewonnen werden. Vierer. Wanderpreis, gestiftet von dem Prinzen Eitel Friedrich von Preußen für die Regatten des Lahn - Regatta - Verbandes. Fweier ohne Steuermann. „HerausforderungSpreis." Zweiter Vierer. Ehrenpreis. I u n i o r - V i e r e r. Ehrenpreis. I u n i o r - E i n er. Ehrenpreis. Akademischer Vierer. „Herausforderungspreis". Gestiftet von der Alma water Ludoviciana. zweimal (auch ohne Reihenfolge) zu gewinnen. Offen für immatrikulierte oder vor dem Staatsexamen stehende Studierende deutscher Hochschulen. Doppel-Zweier ohne ©teuer- m a n n. Ehrenpreis. I u n i o r - D i e r e r. Ehrenpreis. Offen für die dem Lahn-Regatta-Verband angehörigen Vereine. Vierer. Wanderpreis, gestiftet von der Stadt Gießen. E r m u n t e r u u ^s- Viere v. Ehrenpreis. Großer Achte r. Wanderpreis, gestiftet vom Großherzog von Hessen.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 10. Juni.
Unter Ausschluß der Oeffeutlichkeit
wurde gegen den 15jährigen Hüttenarbeiter zu Lollar L. Ehr. Sch. aus Ufingen, wegenS ittlichkeitsverbrechens verhandelt. Der Angeklagte hat sich mehrfach mit einem 7 jährigen Mädchen eingelassen. Wegen eines Falles erfolgte mangels Beweises Freisprechung, wälfrend er in zwei anderen Fällen zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt wurde.
Sittlichkeitsverbrechen und Unterschlagung
ist dem 22 jäbrigen Dienstknecht K. G. aus Berns bürg zur Last gelegt. Er hatte das fünfjährige Töchterchen fernes Dienst- Herrn mindestens fünfmal an verschiedenen Stellen der Hosreite benutzt. Nach dem Urteil hat er mit dem Kinde geradezu trernch verfahren. Ferner hat er von seinem Diensthcrrn 30 Mark bekommen, die er in Kirtorf an einen Agenten abltefern soll he. Statt dessen hielt er Kameraden zehrfrei und legte nach Rückkunft die noch übrigen 20 Mark auf einen Tisch im Wohn Hause seines Dienstherrn. Bezüglich der Unterschlagung gab er an, er habe geglaubt, sein Dienstherr würde nichts gegen die Verausgabung des Geldes haben. Er habe nur eine Mark bei |ich gehabt und sei in die Lage gekommen, mehr Geld ausgeben zu müssen, und da er den Namen des Agenten vergessen habe, so sei er doch nicht zur Ablieferung des Geldes gekommen: übrigens sei sein Dienstherr icdcrzeit in der Lage gewesen, sich an seinem Lohn schadlos zu halten. In letzterer Hinsicht erfolgte Freisprechung: dagegen wurde er wegen Sittttchkcttsverbrechcns zu 1 a h r
Bvrfen-Wochenbericht.
— Frankfurt a. M., 10. Juni.
Die Hauptaufmerksamkeit der Börse war auf A merika gerichtet. Der Kompromiß zwischen den Ei'scnbahninagnaten und dem Präsidenten Tast, wonach jene die Tariferhöhung zurück- ziehen und dieser von der Verfolgung der Bahnen auf Grund des Antitrustgefctzes absieht, wurde lebhast besprochen. Das Abkommen ist nur eine Vertagung bis zur Entscheidung durch das neue Eisenbahngesetz und dieser Umstand veranlaßte die deutjchcn flJlärfte, den exaltierten Rückkäufen der Newyorker Spekulation; und den sprungweisen Kurserhöhungen mit Gelassenheit zu begegnen. Angesichts der Unsicherheit der Newyorker Börse hält man weitere heftige Schwankungen drüben nicht für ausgeschlossen, zumal im Wirtschaftsleben der Union viel zu wünschen übrig bleibt. So lauten bte Nachrichten auS der Ei sen - industrie wenig ermutigend und in andern Industrien wird über die Stagnation im Geschäft geklagt. Hier sieht man sich zur Zurückhaltung veranlaßt, da die Papiere vielfach recht hoch stehen und die Bezugsverpflichtungen bedeutend find. Verschiedentlich ist das Bedürfnis ^ur Entlastung hervorgetreten, was ein Abbröckelii der Kurse zur Folge hatte. Die vorgelegenen Anregungen vermochten keinen nennenswerten Einfluß auf das Ge- fdjäft auszuüben, weil die Eindrücke sich gegenseitig die Wage hielten. Sv wurde die Nachricht von der Einigung im Baugewerbe und von der Unterzeichnung des neuen Kalisyndikatsvertrags aufgehoben durch das Scheitern der auf Errichtung eines westdeutschen Roheisen-Syndikats abzielenden Bestrebungen.
Tie angestrebte Preiserhöhung für Koks wart besonderü Schatten auf Hüttcnakticn, so daß auch Moblenmcrtc von dem: im Kohlenbergbau vorwärtsschr eit enden Er ho I ungspi ozcß mchtS profitiert. Tic Erwartungen in Bezug auf die Ernte erhielten, insofern einen Tärnpfer, als mau befurchtet, daß die Hitze und Trockenheit das Ergebnis beeinträchtigt. Taß man zum Eingehen neuer Engagements wenig Neigung verfpürtc.^zetgtc auch! die Tatsache, daß die überrasck>eud gelommene xiSlont* er Mäßigung der Bank von England auf 3 Proz., kaum Anregung bot. Hierbei dürfte in Betracht gekommen sein, daß bei uns eine gleiche Maßnahme zurzeit nicht in Frage kommen: kann. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Devise London^ ge- ftaltet, zumal Goldexporte nicht ausgeschlossen erscheinen.
kommt, daß wir uns dem HalbjahreSschlussc nähern, der immer erhöhte Anforderungen mit sich bringt. '.'Nan vergegenwärtig? sich ferner, daß Mexiko, Marokko, Rußland und Amerika anj unseren Geldmarkt appellieren unb für amerikanische Differenzen Gelder zu zahlen siiid. Nach alledem ersckfeinen die Aussickstrns am heimischen Geldmarkt nicht allzu rosig, unb Vorsicht ist wohl am Platze. Stärker gedrückt waren M v n t a n p a p i er c, bic 2—3i,j Proz. verloren. Westeregeln Alkali haben 2Vs Proz. eingebüßt, während Asck>crsleben sich etwas befestigten. Ko Ionia Iva Piere batten unter dem Rücktritt TernburgS cttuaS zu leiden, konnten sich aber schließlich erholen. Von anderen! In du striepa Pieren lagen Elektrizitätswerte und Aktien chcmisckfer F-abriken schwächer, während Rtaschinenfabrik-Aktien ihre Kurse teilweise erhöhten. Banken anregungslos und kaum verändert. Am B a h n e n m a r k t konnten sich Amerikaner, auch skkowyork, befestigen, auch Lombarden waren aus Wien und Paris begünstigt, während Anatolier und Schantuiigbahn zur ^ckpvächr neigten. SchiffahrtS werte nicht ganz einheitlich. Heimische Fonds teilweise etwas gebessert, sremde Renten gut behauptet, nur Mexikaner und Chinesen abgeschwächt. PrivatdiSk. 33/if,o/o.
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Bei meinem Sohne habe ich ebenfalls mit Hme von Scotts Emulsion die geivünschte Kräftigung erzielt. Beide Kinder haben, Scotts Emulsion sehr gern genommen."
flgej.) I. Weber.
Während das Zahnen den Kleinen häufig Beschwerden verursacht, hilft Scotts Emulsion ihnen mühelos darüber hinweg und trägt auch sonst zur allgemeinen Kräftigung des hingen Organismus bei. Bedenkt man noch, daß in Scotts Emulsion nur der allerbeste Norweger (Lofoten) Medizinaltran zur Verwendung gelangt, und daß atlch die übrigen Bestandteile edit mü bitte nur bester Qualität sind, so wird man ver- - b-m (trenne stehen, warum Scotts Emulsion so hervorragend stärkend wirkt.
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