Ausgabe 
9.7.1910 Viertes Blatt
 
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Nr. 158

Viertes Matt

Erscheint mit Ausnahme des Sonntags.

160. Jahrgang

Die ^Siebener Zamrlienblatter" werden dem ^Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Krdsblatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zeit­sragen" erschemen monatlich zweimal.

Mehr Lebensfreude"

Hoher Nährwert und Leichtoerdaulichkeit sind die anerkannten Vorzüge von Scotts Emulsion, die es leicht erklärlich machen, wes­halb sie den Körper so rasch unb nachhaltend kräftigt. Scotts Emulsion kann zu jeder Jahres­zeit, im Sommer wie im Winter, mit Erfolg genommen werden.

Nachahmungen, die dem Publikmn vielfach alsebenso gut" wie Scotts Emulsion auf- gedrängt werden, weise man zurück und bestehe darauf, die echte Scotts Emulsion zu erhalten.

Samstag N. Juli 1910

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Scott» Emulsion wird von un« ausschließlich im großen verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht ober Maß, sondern nur in versiegelten Original flaschen in Karton mit unserer Schutzmarke (Fischer mit dem Dorsch), i&cott & Bownc, G m b &., Frankfurt a. M-

Bestandtelle: Feinster Medizinal-Lebertran 150/), prtma Glyzerin 50 0 untcrpho«vl>origsaurer Kalk 4,3. unterphaSphorig aureS Natron 2,0, pulv. Xraqaut 8,0, feinster arab Gummi pulv. 2,0, destill. Wasser 129,0, Alkolwl 11,0 fiicnu aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel- und Guultheriaöl je 2 Tropfen °

Redaktion, Expedilwn und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion: 12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.

Nahezu 2/3 aller Angehörigen stehen im Kindesalter (64,3 v. H.). Von den Angehörigen im Alter von 14 Jahren und darüber, die, 10,79 Millionen betragen, sind 10,25 Millionen weiblichen Geschlechts, weitaus die überwiegende Mehrheit also; unter diesen weiblichen Angehörigen sind 8,3 Millionen verheiratet oder ver­witwet. Die berufslosen Selbständigen sind naturgemäß über­wiegend höheren Alters; die halbe Million Jugendlicher unter ihnen erklärt sich daraus, daß die in fremdem Haushalt lebenden Schüler, Pfleglinge und dergl. in diese Abteilung des Berufs­systems eingestellt werden. Die bei der Herrschaft wohnenden Dienenden für häusliche Dienste sind vorzugsweise jüngeren Lebens­alters, bis 25-, 30 jährig. Unter den Erwerbstätigen nun finden sich bereits 300 000 vom Schulunterricht freie, hauptberuflich im Erwerbsleben stehende Kinder (unter 14 Jahren). Die Haupt­zahl dieser gehört der Land- und Forstwirtschaft an, nämlich 218 261; in der Industrie sind 62 004 und im Handel 11 067 Kinder beschäftigt. Die Erwerbstätigen überhaupt bieten in ihrer Gruppierung nach Berufsabteilungen und Altersklassen folgendes Bild:

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Beruszstatiftik.

Jtt dem 1. Heft des Bandes 203 der Statistik des Deutschen Reichs wird die Bevölkerung des Reichs nach Alter, Familienstand und Beruf auf Grund der Berufszählung vom 12. Juni 1907 dargestellt. Eine weitere Tabelle behandelt die nach dem Hauptberufe gegliederte Reichsbevölkerung in ihrer Verteilung nach dem Religionsbekenntnis. Das Heft be­schließen zwei Tabellen über die im Reiche gezählten Witwen und Waisen, die nicht nur nach ihren eigenen Erwerbsver­hältnissen unterschieden, sondern auch nach dem Beruf ihres verstorbenen Ehemannes bzw. Vaters dargestellt werden. In dem 2. in Vorbereitung befindlichen Hefte dieses Bandes des Quellenwerkes der Berufsstatistik wird noch eine lieber» sicht über Altersverhältnisse und Familienstand in einigen besonderen Berufen wie dem der Architekten, Ingenieure, Chemiker, Prokuristen, Verkäufer, Lageristen, Buchhalter usw. veröffentlicht werden. Mit Ausnahme der beiden zuerst ge­nannten Tabellen sind die in diesem Bande enthaltenen Uebersichten allein für das Reich im ganzen aufgestellt. Die Tabellen über Alter und Familienstand wie über das Religionsbekenntnis sind für die Bevölkerung der Bundes­staaten und ihrer Landesteile wie für die einzelnen Groß­städte aufbereitet und in den Bänden 206 und 207 ab ge­druckt. Diesen vor kurzem erschienenen Tabellen gegen­über erscheinen die beiden entsprechenden Uebersichten in diesem Bande 203 in erweiterter Form.

Von der gesamten Reichsbevölkerung sind nahezu ein Drittel Kinder (unter 14 Jahre alt), nämlich 20,17 Millionen. Im Alter von 60 Jahren und darüber stehen 4,69 Millionen, das sind etwa Vis (7,6 v. H.). Im Alter der eigentlichen Erwerbs­fähigkeit befanden sich 3/s der Gesamtbevölkernng, und zwar sind davon 17,376 Millionen oder 28 v. H. 14- bis 30 jährig, wäh­rend 19,48 Millionen (oder 31,6 v. H.) im reiferen Alter (30 bis 60) stehen.

Nach ihrer Beziehung zum Hauptberuf verteilen sich die Personen der entsprechenden Altersklassen in folgender Weise:

Auszug a. ö. ZtandesamtsreMern der Stadt Siegen.

Aufgebote.

Juli. 4. Karl Gersteuberg, Tapezier, mit Emma Schmidt, beide in Gießen. 4. Wilhelm Zander, Buchhändler in Gießen, mit Dorothea Funk in Marburg. 5. Johann Georg Seiferth, Installateur in Gießen, mit Martha Maria Frieda Ernsbach in Dorlar. 7. Martin Läufer, Schreiner, mit Emma Schmidt, beide in Gießen. 7. Johann Grünenwald, Küfer, mit Marie Schaub, beide m Gießen. 8. Karl Löffler, Glanzplätter, mit Henriette Henning, beide in Nordhausen.

Eheschließungen.

Juli. 2. Johannes Heller, Schlosser in Gießen, mit Katharine Triebert in Oppershofen. Dr. Wilhelm Michel, Oberlehrer in Bückeburg, mit Gertrude Wirnrnenauer in Gießen. 5. Georg Knapp, Großh.Kreisgeometer, mit Elise Mendorf, beide in Gießen.

Geborene.

Juni. 28. Dem Kutscher August Aßmann eine Tochter, Katha­rine Marie. 28. Dem Lackierer August Wilhelm Horn ein Sohn, Heinrich Hermann. 29. Dem Finanzamtsgehilsen Wilhelm Stork ein Sohn, Emil Wilhelm. 29. Dem Weißbindermeister Konrad Dürr eine Tochter, Margarete. 29. Dem Kernmacher Maximilian Pohl ein Sohn, Wilhelm. 29. Dem Laternenwärter Friedrich Schupp eine Tochter, Anna. Juli. 1. Dem Privatdozenten Dr. Wilhelm Kleberger eine Tochter, Anna Marie Eva Elisabeth, 1. Dem Taglöhner Philipp Balser eine Tochter, Elisabethc Marie. 2. Dem Fuhrmann Adam Horny ein Sohn, Hans. 3. Dem Wagenführer Christoph Steih eine Tochter, Anna Auguste. 3. Dem Elektriker Heinz Ims ein Sohn, Kurt. 5. Dem Kauf - mann Hesekiel Rothschild ein Sohn. Joseph. 5. Dem Unter­zahlmeister Joseph Kipfer ein Sohn, Karl Franz Joseph. 8. Den Bergwerksbeamten August Ludwig Bourgeois eine Tochter.

Gestorbene.

Juli. 2. Georg Geilfus, 1 Jahr alt, West-Anlage 51. - 2. Philippine Frey, geb. König, 66 Jahre alt, Neuenweg 48. 3. Jean Erb, Schuhmachermeister, 73 Jahre alt, Wetzsteinstraße 42 5. Karol ine Haas, geb. Ladner, 45 Jahre alt, Tiezstraße 7. 5. Katharine Möhl, 63 Jahre alt, Bahnhofstraße 10. 7. Julie Bücking, geb. Groos, (81 Jahre alt, Süd-Anlage 14. 8. Ferdi­nand Markert, 1 Jahr alt, Neuenweg 10.

Krumhermersdorf i. Erzgeb., 17. Sept. 1909.

Ich habe meinen drei Kindern, der vierjährigen Karola, der zweijährigen Ella und dem kleinen ein Jahr alten Helmut, etwa 3/4 Jahr hindurch Scotts Emulsion zur allgemeinen Stärkung und Kräftigung gegeben, und ich muß gestehen, daß ich mit den erzielten Erfolgen überaus zufrieden bin. . Dem ältesten Mädchen mundet das Essen jetzt bedeutend besser, und es ist mehr Lebensfreude in das Kind hineingekommen. Die kleine Ella hat sich vorzüglich entwickelt und verhältnismäßig früh lausen gelernt. Am über­raschendsten -aber war die Wirkung von Scotts Emulsion bei dem kleinen Helmut sichtbar, der heute ganz allein umherläuft, eine ausgezeichnete Eßlust zeigt und eine ganze Reihe von Zähnchen leicht bekommen hat. Ich kann Scotts Emulsion als em vortreff liches Stärkungsmittel für zarte Kinder nur bestens empfehlen, und sie sollte wirklich in keiner Kinderstube fehlen/ (gez.) M. Schreiter.

DcramKbfre».

* Tierschutz in d er Küche. Mil der zunehmenden Ver­breitung der Kultur sind auch die früher in der Küche vor'" kommenden Tierquälereien fast vollständig ausgerottet. So be­merkt die Allgemeine Hotel-Rundschau:Ein guter Koch wird heute stets dafür Sortze tragen, daß Küchentiere, die in lebendem Zustande zur Verarbeitung eingeliefert werden müssen, wie Fische und Schaltiere, durch einen plötzlichen und schmerzlosen Tod ihrer kulinarischen Bestimmung zugeführt werden. Ein guter Koch wird die lebenden Krebse oder Seemuscheln z. B. nur in geringer An­zahl in direkt siedendes Wasser werfen, damit eben der augen­blickliche Tod dieser Tiere herbeigeführt werde." Und wenn es in einem von den Tierschutzvereinen rügend erwähnten Kochrezept überHummer auf amerikanische Art" heißt:Der Hummer ist lebend in Scheiben zu schneiden. Die Scheren aufklopfen, inn das Fleisch herausziehen zu können, die Körper halbieren stsw.", so bemertt das führetche Organ der Gastronomie hierzu:Bei uns dankt nicht nur per raffinierteste Feinschmecker für einen Gaumenkitzel, der ihm nur durch eine grauenvolle Tierquälerei ermöglicht werden kann, sondern auch der ehrgeizigste Kochkünstler bedankt sich dafür, den Folterknecht an fühlenden Wesen zu spielen, um sein Repertoire um eine leckere Nummer durch unnütze kuli­narische Vivisektionen zu bereichern. Gott sei Dank wandelt die zeitgenössische abendlärchische Gastronomie in gesündern Bahnen als z. B. diejenige der uralten asiattschen einstigenKultur- känd^", bei der noch heute die grausamsten Tierquälereien in der Küche, so z. B. in China, vorkommen. Die humanen Grund­sätze, die der deutsche Tierschutz predigt, werden innerhalb der ^rropäischen Gastronomie schon dem jugendlichen Lehrling der Kochkunst als Richtschnur bei dem unabwendbaren Schlachten und Töten der Tiere eingeprägt. Vielleicht läßt sich etwas von diesen Grundsätzen, die einem hochstehenden Volk zur Ehre ge­reichen, auch als dankbare Disziplin in den Lehrplan der Fach­schulen für Köche allmählich einflechten."

* Die abessinischeButterfly". In einem an die rönrtfchcTribuna" gerichteten Briefe aus Addis Abeba erzählt Gino Lagana von den sog.Madamen", den abessinischen Lieb­chen dm- Weißen in Italiens afrikanischen Kolonien: er vergleicht ste hinsichtlich ihrer Treue, Unterwürfigkeit und Opferwilligkeit mtt der japanischen Butterfly und beschuldigt die Weißen der Undankbarkeit, weil sie die armen Mädchen, die ihnen alles opfern, so rasch und ungerührt wieder verlassen.Ich sah eine," erzählt er,deren Heroismus mich mtt aufrichtiger Bewunderung erfüllte. Sie war in einem der bedeutendsten Handelsorte des abessinischen Reiches dieMadatna" des Vertreters einer euro­päischen Nation gewesen. Vor vielen Jahren nun sic war damals beinahe noch ein Kind mußte sich der Konsul eines Tages für mehrere Monate von seiner Residenz entfernen. Die Schlüssel des Hauses und die Sorge für das Konsulat überlies; er der treuenMadama", indem er ihr besonders die Bewachung des Archivs ans Herz legte. Während feiner Abwesenheit kam es in der Stadt zu Ruhestörungen. Das Konsulat wurde von einer wütenden Volksmenge umzingelt: alle Europäer flohen alls der Stadt. Auf ihrem Posten blieb nur dieMadama", eine obskure und vergessene Heroine, ine, treu der Weisung, alle Papiere des Archivs gut versteckte, die Herausgabe der Schlüssel verweigerte und mit Gefahr ihres eigenen Lebens die Schwelle des Konsulats verteidigte. Aber nicht einmal diese heroische Tat und diese vorbildliche Treue konnten sie vor dem Verlassenwerden bewahren . . . Die Gesetze des Landes verpflichten den Europäer, für die Kinder, die aus seiner Verbindung mit einerMadama" hervorgegangen sind, bis zu ihrem achten Lebensjahre zu sorgen oder ihnen eine bestimmte Summe zu überweisen: aber die ver­langte Summe ist so klein, daß der Weiße sich mit wenigen Lire von allen Gewissensbissen befreien kann . . . Wie oft traf ich nicht auf den Straßen blasse junge Mädchen, die, um ihr Leben fristen zu können, die Reize ihres Körpers an Europäer und an Abessinier verkaufen, und die doch mit vollem Rechte sich leibliche Töchter irgendeines europäischen Gesandten nennen könnten!"

Von den 2,42 Mttttonen Witwen im Jahre 1907 entstammen über eine Million durch den Beruf ihres verstorbenen Ehemannes der Industrie (1007 155), über 4/5 Million der Land- und Forst­wirtschaft, 350000 dem Handel und Verkehr, 139 000 dem öfsent- lichen Dienst und den freien Berufen, 54 000 den berufslosen Selbständigen und 45 000 der Lohnarbeit wechselnder Art (bzw. den persönlichen Dienstleistungen). Nahezu 1/3 der Witwen, die der Industrie entstammen, leben vom eigenen Vermögen (318 670), ähnlich ist das bei den Witwen aus lunwirtschaftlichen Berufen, von denen 242 842 vom eigenen Kapital leben. Die als Rent­nerinnen lebenden Witwen, deren Ehemänner dem Handel oder Verkehr angehörten, haben mtt ihrer Zahl von 159 916 einen im Verhältnis höheren Anteil an der Gesamtzahl der dieser Abteilung entftanunenhen Witwen: sie betragen fast die Hälfte. Der Ziffer nach geringer, aber höher noch im Anteil an der Gesamtzahl sind die Witwen, die in der Lage sind, vom eigenen Vermögen zu leben, sofern sie nach! der beruftichen Äberfunft zur Abteilung Öffentlicher Dienst und freie Berufe" zu stellen waren, und sofern ihre Ehemänner bereits als berufslose Selbständige lebten ; die ^Zahlen für diese verwitweten Rentieren betragen 98 100 bezw. 38 150.

Waisen unter 18 Jahren gab es 1907 1,12 Millionen. Davon sind natürlich die meisten wegen ihres Alters weder Haupt- noch nebenberuflich tätig (721000). Erwerbstätig in den Berufs­abteilungen A b\S E sind 278 256 und als Dienende bei der Herrschaft kommen noch 14 022 hinzu. 108 619 sind ferner als berufslose Selbständige bezeichnet. Bezüglich der Herkunft auf Grund des Berufs des verstorbenen Vaters steht auch hier wie bei den Witwen die Abtettung Industrie im Vordergrund.

Bei den Jugendlichen (bis 16jährigen) und den 50 und mehr Jahre alten Tätigen steht die landwirtschaftliche Beschäftigung an erster Stelle, in dem Alter 16 bis 50 überwiegen die gewerb­lichen Berufe (Abteilung B, Industrie und Bergbau). Dabei sind sowohl in der Industrie als auch !im öffentlichen Dienst und den freien Berufen mehr 16- bis 30jährige Kräfte als in der älteren Stufe (30 bis 50) zu zählen, während in der Land- und Forstwirtschaft, im Handels- und Verkehrsgewerbe, wie auch in der Kernen Berufsabteilung D, Lohnarbeit wechselnder Art (bzw. persönliche Dienstleistung), die ältere Klasse der 30- bis 50jährigen stärker besetzt ist als die jüngere (16 bis 30).

Verheiratet sind von der gesamten Bevölkerung des Reichs 21,789 Millionen Personen, dazu treten noch 3,37 Millionen Verwitwete oder Geschiedene. Von 100 der dem Kindesalter entwachsenen Bevölkerung sind demnach die Hälfte verehelicht, genauer 52,44 v.H. der Gesamtbevölkerung im Alter von 14Jahren Hub darüber. Werden auch die Verwitweten und Geschiedenen ein­geschlossen, so sind über 3/:> nicht ledigen Standes. Von den 30 Millionen Männern im Reiche sind nahezu 5 Millionen über 20 Jahre alte unverehelicht, und zwar sttrd 4,6 Mttlionen davon Erwerbstätige. Unter den 31 Mttlionen Personen weiblichen Geschlechts finden fick 6,6 Millionen über 16 Jahre alte Mädchen unverheiratet. Von diesen Ledigen sind 3,8 Millionen erwerbs­tätig : mit Einschluß der häuslich Dienenden stehen 4,8 Millionen unter ihnen im Erwerbsleben.

.Im Quellenwerke werden 11 Altersgruppen unterschieden und für jede dieser der Familienstand berücksichtigt. Die Erwerbstätigen werden dabei nicht allein nach Berufsabteilungen aufgeführt, sondern, auch nach Berufsgruppen, wichtigeren Berufsarien und der sozialen Stellung im Beruf nachgewiesen. Das Gleiche gilt für die Dar­stellung der Beziehungen zwischen Beruf und Religionsbekenntnis. Entsprechend wird auch die berufliche <0 er fünft der Witwen und Waisen auf Grund des Berufs des verstorbenen Versorgers für Berufsabteilungen, -gruppen und wichtigere Berufsarten unter Scheidung auch der Stellung im Berufe dabei geboten.

Börsen-Wochenbericht.

= Frankfurt a. M., 8. Juli.

Die deutschen Börsen stehen stark unter dem Einfluß der Vor­gänge in Amerika. Die Ausschreitungen der Spekulation drüben rächen sich unausgesetzt, indem sie stärkere Erschütterungen an der Newyorker Börse Hervorrufen und auf das ganze wirt­schaftliche Leben nachteilig wirken. Verstärkt wurde die Wirkung dadurch, daß die Regierung gegen die Ausbeutung der Magnaten emschreitet. Wenn dieses Vorgehen nur gebilligt werden kann, so unterlaufen bei der Bekämpfung der Auswüchse doch auch lieber» treibungen, dazu kann die Verhinderung der Erhöhung der Eisen­bahntarife gezählt werden. Denn daß die Eisenbahnen, wenn sie ihre Rentabilität aufrecht erhalten wollen, für die gewährten Lohnerhöhungen eine Kompensation suchen müssen, liegt auf der Hand. Nun erllärte allerdings die Regierung, daß den berechtigten Forderungen entsprochen werden sott, aber das, was bisher geschehen ist, läßt Zweifel darüber anfkornnten, ob die Bahnen mit ihren Forderungen durchdringen roerben. Unter dem Eindruck dieser Unsicherheit sind in Wallstreet Hausse-Engagements gelöst worden und die Baissepartel ließ es sich nicht nehmen, die Situation für sich auszunützen. Da die deutsche Spekulation in amerikanischen Werten gleichfalls stark operierte, hat auch das deutsche Kapital stärkere Verluste erlitten und dies wirkte abschwächend auf die heimischen Märkte. Dazu kam, daß durch die vielfachen Ernte­schäden die Spekulation gleichfalls herabgestimmt wurde. Tas Vertrauen, das vordem herrschte, ist in Unbehagen umgeschlagen. Weiter bestchen über die Entwicklung der G e l d v e r h ä l t n i's s e

gewisse Unllarheiten. Nach dem Semesterwechsel ist zwar eine Erleichterung eingetreten, so daß der Privatdiskont auf 27/sox> zurückging, aber bei den vielen fremden Emissionen wird diese Erleichterung kaum stärker um sich greifen können. Die haute banque trägt diesen Verhältnissen insofern Rechnung, als sie die festen Engagements zu beschränken sucht. So hat sie die 4> Mexikanische Eon Versions-Anleihe nur zur Hälfte fest übernommen und für die andere Hälfte eine einjährige Option sich gesichert. Infolgedessen wird eine Kündigung der 50/0 Gold- mexikaner vorerst nicht stattfinden, vielmehr dürfte man sich auf eine entsprechende stärkere Auslosung zum Ende d. I. beschränken. Die Neigung zum Kaufen von Jndustriepapieren hat sich stark ab­gekühlt und dies kommt den festverzinslichen Werten zustatten, wovon auch bi'e deutschen Fonds etwas profitierten konnten. In besonderer Gunst bleiben alle russischen Werte, weil Rußland eine große Ernte hat, die auf die Wirtschaftslage des Reiches vorteilhaft ist. Erholt haben sich auch die 5°/oigen Silber- mexikaner, nachdem die Besorgnisse, daß eine Konversion in die Wege geleitet werden könnte, zurückgetreten sind. Am Bahnen- markt waren Lombarden befestigt, weil verlautete, daß eine Verständigung über eine Sanierung der Bahn erzielt werden dürfte, Schantungbahn gedrückt auf den Rückgang der Einnahmen durch die verfrühte Regenzeit. Schiffahrtsaktien be­hauptet. Bankaktien lagen schwerfällig, weil man Verluste befürchtet, Montanpapiere haben nach Schwankungen ihr vorwöchiges Niveau behauptet. Die Aussichten für die Errichtung eines Roheisen-Syndikats sollen günstig liegen. Die Auflösung des Röhrensyndikats veranlaßte einen Rückgang der Aktien von Röhrenwerken, von denen Wittener (160/0, Mannesmann 100/0 verloren. Von anderen Jndustriepapieren haben Mönus- maschinen 10°/o eingebüßt, Brown Boveri 110/0, Höchster Farb­werke stiegen 100/0 auf Gerüchte, daß das Unternehmen Professor Ehrlichs neues Heilmittel bearbeitete. Anilin gewannen 6o/o, Lederwerke Spicharz 8%, Kunstseide matter, weil das Unter­nehmen zurzeit auf Lager arbeiten mutz.

Oie nach- A sin(^ am Sonntag dem 10. Juli

stehenden £avl tilü von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts nur für dringende Fälle sicher anzutreffen: [D 9/7

Dr. Geyer, Seltersweg 64. Dr. Dichter, Frankfurter Strasse 4

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Vderhejfen

Nur ccht mit Kiefer MarkedemAscher dem Garantie» zeichen des Scott« schcn DersahreaSt

Alter

Unter

14 Jahre alt

Von

14 bis 30 Jahre alt

Von

30 bis 60 Jahre alt

60 Jahre alt und darüber

Unbe­kann­ten

Alters

Erwerbstätige .

Dienende bei der

296 786

12 051 327

12 567 272

1 909 191

2 786

Herrschaft . . Berufsioie

29 273

1 036 846

176 037

22 558

41

Selbständige. Angehörige ohne

406 430

380 822

1 002 537

1 613 707

1487

Hauptbertls. .

19 436 147

3 906 945

5 733 719

1 145 928

690

Gesarntbevölkerung

20 168 636

17 375 94019 479 565

4 691 384

5 004

Abteilung

A l t e r

Unter 16

Jahre alt

Don 16 bis 30 Jahre alt

Von 30 bis 50 Jahre alt

Von 50 bis 70 Jahre alt

70 Jahre alt und darüeer

Unbekannt. AlkerS |

Land- und Forst­wirtschaft . .

884 934

3 278 428

3 325 057

2 136 234

257 854

750

Jndllstrie u. Berg­bau ....

700 281

4 911446

4 201 998

1 349 991

91 713

825

Handel u. Verkehr

128 602

1 277 270

1 477 259

550 871

42 729

895

Lohilarbeit wech­selnder Art. .

28 506

163 103

165 562

104 841

9 642

41

Oeffentl. Dienst u. freie Berufe. .

23 445

952 098

545 186

199 951

17 575

275