Ausgabe 
13.9.1910 Erstes Blatt
 
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in Seslroretzk

ver-

Die Cholera.

Marburg (Hessen)

Hermann Spruch.

Seiler.

(EP3/o

Der Ministerialdirektor im sächsischen Finanzministe- rium, Geheimrat v. Se Y d ewitz wurde zum. Finanz- minister in Aussicht genommen.

Der geschäftsführende Ausschuß der Fortschritt­lichen Volkspa rtci hat am Samstag abend und Sonn­tag vormittag in Berlin getagt und über eine große Anzahl von Fragen, insbesondere der Agitation und Organisation, Beschluß gefaßt. In dem Ausschuß, zu dem auch mehrere süd- und westdeutsche Mitglieder erschienen waren, gab sich nach der F. Z. durchweg eine volle Uebereinstimmung in bezug auf die Beurteilung der innerpolitischen Lage und -auf die internen Angelegenheiten der Partei kund.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 13. Sept. 1910.

** Der Großherz og wird am Mittwoch, 14. d. Mts., vormittags im Residenzschloß zu Darmstadt Audienzen er­teilen, sowie Meldungen und Vorträge entgegennehmen.

-s- Lauterbach, 12. Sept. Heute nachmittag um 4 Uhr 10 Min. trafen der Groß Herzog und Zar Nikolaus II. von Rußland, sowie zwei Großfürstinnen und Gefolge in Automobilen von Friedberg zum Besuch bei dem

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Barth, sage ich im Namen der trauernden Hinterbliebenen meinen innigsten Dank.

Ausland.

Aus Prag wird gemeldet: Der Vorstand des Ver­bandes deutscher Landtagsabgeordneter hielt am Montag eine Sitzung ab. Abgeordneter Eppinger berichtete über seine Besprechung mit dem Ministerpräsidenten. Der Vor­stand beschloß die von Eppinger abgegebene Erklärung be­züglich der Teilnahme an den geplanten Vor­beratungen über eine eventuelle TagungdesLand- tages zu genehmigen. Am Tage vor dem Zusammentritt j der Vorkonferenz wird die Haltung der deutschen Teilnehmer endgültig festgelegt werden.

Der französische Finanzminister Cochery wird sm Budgetausschuß die Bewilligung von 45 Mill. Frs. beantragen, die zur Durchführung des Arbeit er - versorgungsgesetzes für die Hälfte des Jahres 1911 notwendig sind: die beantragte Summe soll durch eine progressive Absftlfung der Stempelsteuer, durch eine Er­höhung der Erbschaftssteuer für den Fall, daß nur ein Kind ^vorhanden ist, und durch Ersetzung des jetziger! Quittungs- sstempels durch einen progressiven Stempel aufgebracht !w erden.

im Burgschloß hier ein. Nachdem die Herrschaften den Tee eingenommen hatten, machten sie einen kurzen Gang durch die Stadt und besichtigten die aus der Mitte des 18. Jahr­hunderts stammende, innen stilvoll ausgebaute Stadtkirche. Hierauf verabschiedeten sich die Herrschaften von der Niedeselschen Familie und fuhren 5 Uhr 37 Min. unter lebhaften Hoch- und Hurra-Rufen der Bevölkerung in drei Automobilen nach Friedberg zurück

__ - Mainz, 12. Sept. Die Vorstände des Mainzer

Schwimmklubs 1905, der Mainzer Schwimmgesellschaft Undine" 1908 und des Mainz-Mommbacher Schwimm- ktubs ^Germania" 1910 hielten eine Sitzung ab, die sich um die Hallenschwimmbadfrage drehte. Es wurde be­schlossen, eine öffentliche Versammlung zu veranstalten, da es nicht gelang, die Bürgermeisterei Mainz für dieses Unter­nehmen zu interessieren. Vorher findet jedoch nochmals eine Versammlung der Gemeindevorstände statt.

.. = lieber b. Rod heim, 12. Sept. Unsere Kirchweihe ist am Sonntag befi gutem Besuch zu allgemeiner Zufriedenheit verlaufen. Nur machte sich beim Backen des Kirmeskuchens toi eher J5'e^,Lcn eines zweiten Backofens unangenehm be­merkbar. Schon am Donnerstag begann das Kuchenbacken und die Glocken läuteten schon fast am Sonntag morgen zur Kirche, als die letzte Hausfrau die Backstube verließ. Schon lange genügt die alte Backstätte itid)i mehr für unser aufblühendes Dorf und der Wunfch ist allgemein, einen zweiten Backofen zu erhalten, ober upch Le))er ein neues Backhaus mit zwei Oefeu. Die Frage tväre wohl am schnellsten gelöst, wenn wieder, wie seinerzeü bei der Beschaffung der Straßenlaternen, von jedem Bürger eine kleine Spende gegeben würde.

Bürgermeister Balser.

Oppenrod, 13. Sept. 1910. 4971

LuMchiffahtt.

Pans, 10. Sept. Aus Granvilliers (Dep. Oise) wird gemeldet, daß der an den großen Manövern teilnehmende Leut­nant de C a n c o n t gestern früh von B o u r g bei L a o n mit einer Flugmaschine ausgestiegen ist und seither vermißt wird.

P e t e r s b u r g , 11. Sept. Ein Ballon der Osfiziers-Luft-

** Die Maul- und Klauenseuche ist aus- Cholera in Hamburg.

gebrochen in Marien selbe, Kreis Schlochau, Regierungs- Hamburg, 12. Sept. (W. B.) Die in Hamburg bezirk Marienwerder, am 9. Sept.; erloschen im Zentral- bezüglich des Eholerafalles in Freiburg an der Viehhof zu Berlin am 10. September. Elbe angestellten Nachforschungen ergaben bisher nichts

= Allertshausen, 12. Sept. Unsere Gemeinde ^^bachtrges. Grund zu einer Besorgnis liegt daher nicht vor.

hatte am Samstag Gemeinderatswahl, die sehr ruhig Die Cholera in Oesterreich und Ungarn.

verlief. Gewählt wurden Landwirt Heinrich Schomber mit Wien, 12. Sept. Bei den zwei Kindern des an 41, Landwirt Heinrich Schneider mit 39 und Steinhauer- Cholera gestorbenen Gärtners Gassclhuber, die inter­meister Heinrich Müller mit 35 Stimmen, Zimmermeister waren, ist durch die mikroskopische Untersuchung das Balth. Nachtigall II., der lange Jahre dem Gemeinderat Vorhandensein von Cholera bazill en fest gestellt wor­angehörte, erhielt nur 29 Stimmen. Der Kriegeroereinlhl Chol^aspttal gebracht. Slt°fiSakei'\SPrebSf£He60C"s ab ®En L her hier eing-'^fenen

Q Ä 2 -udwtg Hormann, den m den verflossenen 14 Tagen im ganzen Lande vorgekom-

3. Karl -ich, den 4. Heinrich Schomber. Im ganzen wurden menen choleraverdächtigen Fällen, die bakteriologisch unter- 11 Preise heraiisgeschosien. > sucht worden sind, tn elf Fällen Cholera festgestellt wor­

den. Ob zwar in den letzten Tagen ein bis zwei Fälle choleraverdächtiHer Ertranlungen gemeldet worden sind, so ist doch mit Sicherheit kein Cholerasall konstatiert wor­den; in einem Falle^ist eine Besserung eingetreten.

tianöcL

~ ll cBer das Steigen der Lederpreise. Die Braunschweiger Schuhmacherinnung versendet nachstehenden Be­richt:Wie schon seit einem Jahrzehnt, sind auch in diesem v;ahre bie Leder preise wiederum nicht unerheblich gestiegen. Der deutsche Zolltarif hat nicht nur die eingeführten fertigen Leder belastet, sondern auch die Rohhäute und .Gerbstoffe. Seitdem haben wir in Deutschland ein stetiges und rasches Steigen der ^ederpreue zu verzeichnen. Die gegenwärtigen Lederpreise sind Wohl Die höchsten, die die Schuh- und Ledererzeugung je gesehen hat. Nchch der Aufstellung einer ersten deutschen Fachzeitschrift find die Preise vom Jahre 1905 bis zum Jahre 1910 um bis oO Prozent gestiegen, und zwar tofteten in Eichenlohe gegerbte Wachshäute 1905 1,50 Mk., 1910 kosten sie 2,25 Mk

bie Steigerung 50 Prozent; Bache-Croupon .1905 2,10 Mk., 1910 2,90 Mk. (Steigerung 28 Prozent); Sohlleder - Croupon 1905 2 Mk., 1910 2,50 Mk. (25 Prozent); chemisch gegerbtes Sohlleder 1905 1,60 Mk., 1910 2,15 Mk. (30 Prozent)- chemisch gegerbtes Vache-Croupon 1905 1,75 Mk., 1910 2,35 Ml (30 Prozent); Boxkalfleder 1905 1,15 Mk., 1910 1,45 Mk ^Prozent). Die Rohhäutepreise betrugen 1894 0,32 Mk., 1910 0,6472 Mk., sie sind also um 100 Prozent gestiegen. Hand m Hand mit diesem außerordentlichen Anziehen der Leder- prene sind auch die Aufwendungen für Lebenshaltung sehr start gestiegen, so daß im Vorjahre die Gehilfenlöhne eine bedeutende Ausbesserung erfahren mußten. Albe diese Tatsachen bedingen eine ungeheure Belastung des kleinen Handwerkers, und wo das Publikum heute nochbillig" bedient wird, kann das nur au, Kosten des Materials oder der Ausführung geschehen. Das ein­ichtige Publikum wird es verstehen, daß es für die hiesigen Schuhmachermeifter zur zwingenden Notwendigkeit wird, für ihre Arbeit einen bescheidenen Preisauffchlag emtreten zu lassen."

Wetteraussiehten in Hessen am Mittwoch dem 14.'Septbr. 191(1: Wolkig und zunächst noch vielfach geringer Regen, kühl.

** Militärische Ausz e ich nun g en. Der Groß-

herzvg hat zum 12. d. Mts (Geburtstag von Großherzog _vpu_ÖVtilll ^uvu vuu ^rn, vlc ^uaLobotLÄOin

Ludwig IV.) vergehen: das Kommrkreuz 1. Klasse des Ver- Marie Adelheid von Lurembura mit ihren fünf Schwestern

<1. Hess.); das Komturkreuz 2. Klasse desselben Ordens: Puvatpersonen. Bürgermeister Jacobs erwähnte tn

dem Oberst v. Randow, Kommandanten von Darmstadt, Breiherede, daß Kömgitem der einzige Ort im ehe- und dem Oberst v. Müller, Kommandeur des Infanterie- lnaltgen Herzogtum Nassau sei, das Großherzog Adolf nach ^Regiments Kaiser Wilhelm (2. Hess.) M. 116; das Ehren- den Ereignissen des Jahres. 1866 noch besucht habe, streuz desselben Ordens: dem Oberst v. Li n b.e q u j ft I ==. __.

Kommandeur des 1. Hannoverschen Infanterie-Regiments (5crid)tsfaaL

ptr. 74, seither Oberstleutnant beim Stabe des Infanterie- ^Vilbel, 12. Sept. Wegen fortgesetzter Milch- Megiments Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116, und dem fälsch u n g wurde ein Landwirt und Milchhändler Winter aus Oberstleutnant Heuer beim Stabe des letztgenannten Re- Büdesheim und dessen Schwiegermutter bestraft. Sie hatten in giments; das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens: dem I Frankfurt wiederholt Achgermilch für Vollmilch verkauft. Vom Hauptmann Busse, Kompagniechef ,im Jnfanterie-Reai- ^ofsengericht wurde Winter zu f ü n s W o ch e n G e f ä n g n i s, ment Kaiser Wllhelm (2. Hess.) Nr. 116, dem HonMrnnnn Schwiegermulter zu /0 Dtk. Geldstrafe verurteilt.

Tauscher, Kompagniechef im Jnfanterie-Leibregiment ;(3. Hess.) Nr. 117, dem OberKahlmeister Praetorius in demselben Regiment, dem Hauptmunn Baither, Kom- pagmechef im Infanterie-Regiment Prinz Carl (4. Hess.) Nr. 118, und dem Oberstabsarzt Dr. Ohlsen, Regiments- arzt des Leib-Dragoner-Regiments (2. Hess.) Nr. 24; das, Klasse desselben Ordens: dem Oberleutnant schifferschule explodierte beim Landen iu ^e|n, [ö. Wrenskowski im 2. Hessischen Feldartillerie-Regi- miolge der Unvorsichtigkeit rauchender Dorfjungen und 'ment Nr. 61 und dem Zahlmeister Becker im Infanterie- brannte.

Regiment Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr, 116; die Krone zum London, 11. Cevt. Te^ Flieger Lo reine stieg heute in .Silbernen Kreuz desselben Ordens: dem Waffenmeister " l v h e a d aus, überflog die irische See und landete in I r l an d. Ärüger im Jnfanterie-Leibregiment Großherzogin (3.

Hess.) Nr. 117 und dem Wachtmeister Kressel im Garde- QOu}(I||CL

Dragoner-R^iment (1. Hess.) Nr. 23; das Allgemeine Ehren- Breslau, 13. Sept. Die Gebiete der linken Neben- fc^ennttt der ^nschrrftFür Verdieirste": dem Vizefeld- slüsse der Oder sind wieder durch anhaltende starke Reqen- webel Bamb er rm Leibgarde-Infanterieregiment (1. Hess.) fälle teilweise überschwemmt. Namentlich neue Wasser- Nr. 115, dem Unter.zahlmerster Kipfer im Jnfanterre- Zuflüsse aus der Bober und der Katzbach geben zu Be- Regrment Kaiser Wilhelm (2^ Hess.) Nr. 116, den Unterzahl- fürchtungen Anlaß. Der Regen hält an. Dagegen scheint kmerstern Traetow und Mühlhausen im Infanterie- vom oberen Lauf der Oder [eine neue Gefahr zu droben iLeübregrment Grotzherz>ogrn (3. Hess.) Nr. 117, dem Vizefeld- da die Dammbrüche bereits viel Wasser abgelertet haben N?el Fey rm Infanterie-Regiment Prinz Carl (4. Hess.) Neurobe, 12. Sept. (Amtlich.) Die Dammsen- p-tr. 118, dem unterzahlmerster iLch ulz e im Leib-Dragoner- kun g in Kilometer 367,2 der Strecke DittersbachGlatz Regiment (2. Hess.)^M. 24, dein Wachtmeister Schw endt- ist beseitigt. Der durchgehende Betrieb ist seit heute uer im 2. Hess. ^eldartrckerie-Megiment Nr. 61 und dem I nachmittag 6 Uhr lvieder ausgenommen.

stlnterz^ihlmeister Sprenger im Hess. Train-BataiUon Aus Po la wird gemeldet, daß ein Wolkenbruch am . Samstag vier Stunden anhielt und einen Schaden von

Schlägerei. In einer Wirtschaft in der Brand- rund V2 Million Kronen anrichtete. 38 Kinder, die aus gasie gerieten gestern abend zwei Soldaten der hier ein- Pcn Schulen nicht herauskonnten, wurden von Matrosen 'guartierten 88er mit Zivilisten m Streit, wobei ein ©olbatlultb bcr Feuerwehr gerettet.

blank zog und einem Zivilisten einen Säbelhieb an den Kopf versetzte.

Griginal-Vkahtmeldungen.

Paris, 13. Sept. Die deutsche Kolonie gab gestern dem von hier scheidenden Botschafter Fürst Radolin ein Abschiedsbankett, an dem 200 Per- onen teilnahmen.

Paris, 13. Sept. In dem Befinden des seit einiger Zeit erkrankten Botschafters Nelidow ist eine Ver- chlimmerung cingctrcteu, so daß sein Ableben befürchtet wird.

N e w y 0 r k, 13. <Sc£t. Bei den gestrigen Staatswahlen des Staates Maine, der seither stets republikanisch wählte, wurde der demokratische G 0 u v e r u eur ka nd id at mit einer Mehrheit von 5000 Stimmen gewählt. Auch in bie Staatslegislatnr wurden 3 Demokraten gewählt. " Die demokratischen Stimmen nahmen um 12 Prozent zu, wäh­rend die republikanischen sich um 6 Proz. verminderten.

Santiago deChile, 13. Sept. DiczurHunderv j a,h r feier der U n a b h än g i g kei t s e r klärun§ Chiles hier eingeborenen fremden Gesandtschaften wur­den gestern amtlich empfangen. Sie werden sich heute nach Valparaiso begeben, um an der morgigen Flottenparade teilzunehmen.

Ganz glücklich über den Erfolg!

Zeugnis. Ihre vorzügliche St. Georgsauelle Biskirchen a. d. Lahn hat nur sehr gute Dienste geleistet. Wenn ich so begütert wäre wie nicht, so würde ich das Wasser ständig trinken, mein Arzt und ich sind ganz glücklich über den Erfolg, da, ime Sie wissen, trf) seit 13 Jahren an Gicht gelitten habe, btn tch nachit Ihnen meinem Hausärzte großen Dank schuldig, daß er mir diese Quelle empfohlen hat. G. St., Königl. Lokomotivführer m B. hv6/«

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O Br 0 nzell, 12. Sept. Hier soll ein Denkmal zur Erinnerung an dieSchlacht bei Bronzell" er­richtet lverden. Der Ausschuß veranstaltete zum Besten des Denkmalfonds am Sonntag ein Konzert.

w. Königstein, 12. Sept. In der Mittagsstunde wurde heute für den letzten Herzog von Nassau, den Großherzog Adolf von Luxemburg, ein Denkmal enthüllt, ba§ von dec Bildgießerei-Aktiengesellschaft, vormals Gladen- beck in Friedrichshagen in Bronzeguß nach einem Entwurf von Prof. Eberlein ausgesührt worden ist. Anwesend waren die Großherzogin-Mutter von Luxemburg mit ihrer Tochter, der Frau Großherzogin Hilda von Baden, die Er'bgroßherzoin

Symptomen erkrankte Personen in das .Epidemie-Hospital übergeführt.

Neue Cholerafälle in Nom.

Rom, 12. Sept. In den letzten 24 Stunden sind' in Apulien drei Personen an der Cholera erkrankt und vier gestorben.

Kleine Tagecchronik.

Kainz erwachte gestern morgen nach einer durch starke Schmerzen gestörten Nacht in verhältnismäßig guter Stim^ mung. Nach Tisch stellten sich wieder heftige Schmerzen ein. Der Kranke sträubt sich gegen Morphiumeinspritzungen. Es wurde ihm gestern auch wiederholt Veronal gegeben. Lindau und v. Mutzenbecher mußten abreisen, ohne ihn ge­sprochen zu haben; er lag im tiefen Schlafe, als sie ihn besuchten.

Gestern nacht kenterte eine Feluke mit 41 Schmugglern«, von denen 23 ertranken.

In London brach am Sonntag in der frühen Morgen­stunde in dem großen Tuchwarenladen von Wallach Hughes Feuer aus. In den oberen Stockwerken schliefen fünf Ver- laufermnen. Diese drängten sich, von den Flammen aufgeschreckt, an die v'cnster und schrien verzweifelt um Hilfe, da ihnen der Ausweg abgeschnitten war. Mehrere handfeste Männer spannten ein lernence -Luch aus. Zwei Mädchen sprangen her- a b. Das eilte verfehlte das Tuch unb blieb mit z e r-i f ch in e t t e r t e n G l i e de r n tot liegen, das zweite wurde auf- gesangen, erlitt aber leichte Verletzungen.

w 1 .,be-r Staatsstraße Vilshofen Passau ist ein Uutoniobll in den »Ltraßengraben gestürzt. Der Lenker wurde getötet und der Besitzer schwer verletzt; eine junge Dame tarn mit leichten Verletzungen davon.

Einer Feuersbrunst, die seit 3 Uhr nachmittags in der etabt Kawkas wütet, sind bis zum Abend bereits 300 Hauser zum Opfer gefallen. Viertausend Einwohner sind obdachlos. Die Holzstapel am Ufer der Wolga sind bedroht.

In Bremen fuhr gestern ein Automobil in eine ^ajar spielender Kinder. Ein neunjähriger Knabe wurde schwer verletzt und starb während der Nacht. Der Fahrer wurde heute morgen verhaftet.

Der russische DampferHo", mit achtzig chinesischen Passa­llseren wurde dreißig Werst von Cl)arbin von Tschuugusen, die sich unter den Passagieren befanden, üb er fall en. Die bewen Eigeiitürner des Dampfers wurden getötet, bie Besatzung und die Pafsagiere geknebelt und ausgeraubt; viele wurden ver- wundet. Die Maschinen wurden verdorben. Die Gefesselten er- hielten Hilfe von dem Kreuzer der Grenzwache.

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Der Fürstliche Baurat: