lichst auch Vorname, unter Umständen Ordnungsnummer), Dienstgrad und Truppenteil Regiment, Bataillon, Kompagnie, Eskadron, Abteilung, Batterie, Kolonne usw.) und der ftönbige Garnisonsort, eintretendenfalls mit dem Zusatz „oder nach- sendcn". Die Angabe eines Marschquartiers als Bestimmungsort empfiehlt sich in der Regel nicht.
** In der Erpressergeschichte des Schrciner- gehilfen Heck wird uns von seinem Bruder geschrieben:
„Mein Bruder ist kein Gauner, sondern ein geistig nicht normaler Mensch. Er ist nicht arbeitslos, sondern steht bei mir in Arbeit. Allerdings ließ ich ihm wegen seiner krankhaften Veranlagung ziemlich viel freie Zeit, die er aber zum größten Teil zum Lesen von Schundromanen benutzte. Mein Einfluß vermochte leider nicht, ihn von diesen Büchern zurückzuhalten. Im übrigen aber ist mein Bruder ein harmloser Mensch und sein „Bombenanschlag" sicherlich vielmehr ein unüberlegter Streich, als eine verbrecherische Absicht."
Diese Angaben werden uns von verschiedenen Seiten bestätigt, wie denn auch das ganze Vorgehen des jungen Mannes schon von vornherein den Schluß auf verminderte Zurechnungsfähigkeit zuließ.
** D i e s p a n i s ch e n S ch a tz s ch w i n d l e r sind wieder an der Arbeit. Herr Balthasar O p p c r in Mendorf a. Lahn hat uns einen an ihn gerichteten Bries dieser Spitzbuben tzur Verfügung gestellt, den wir im folgenden wiedergeben:
Madrid, den 2. August 1910. Sehr geehrter Herr!
In sehr unglücklicher Lage, im hiesigen Militärgefängniß, lasse ich Ihnen durch eine Vertrauensperson nachfolgende Zeilen schreibeit. War Zahlmeister in der spanischen Armee, vcr- wikelte mich in eine politische Verschwörung und mußte flüchten. War s. Zt. persönlich in Ihrent Wohnorte und habe in der dortigen Umgegend 240 000 Mark verborgen. Im Besitze meiner Tochter (ich bin Wittwer) befinden sich gewisse Papiere, ohne welche es unmöglich ist die genannte Summe wieder aufzufinden. Wenn Sie bereit sind mir die Reisekosten für meine Tochter und meinen früheren vertrauten Diener ( circa 500 Mark) bis nach der Nähe Ihres Wohnorten vorzustreken, so trete ich Ihnen als Belohnung den dritten Teil der obengenannten Summe ab. In diesem Falle senden Sic sofort beiliegendes Telegramm an die angegebene Adresse nach dessen Empfang ich Ihnen ohne Zeitverlust eigenhändig in einem ausführlichen Briefe meine ganze Angelegenheit eingehend schildern und Ihnen auch meinen vollen Namen bekannt geben werde! sprechen Sie bitte mit absolut Niemand über die Sache und bewahren Sie strengste Verschwiegenheit! Geben Sie das Telegramm nicht in Ihrem Wohnorte auf, sondern in einer nächstgelegenen größeren Stadt, wo man Sic nicht kent. Bitte keinen Brief, nur Telegramm senden. Ihrer geschätzten Rückantwort entgegensehcnd zeichne bis auf Weiteres ergebenst E. A.
Spanien Lorenzo Bernet
14 Trafolgar 14 piso cuarto derecha
Madri d.
-j- Alsfeld, 10. Aug. In unserem Kreise herrscht auf allen Gebieten der Tierzucht eine rege Tätigkeit. Der Bestand der eingetragenen Zuchttiere wird von keinem anderen Kreise erreicht. Insbesondere nimmt die Rindviehzucht eine hervorragende Stelle ein. Die Zahl der im Kreis gehaltenen Rinder beträgt etwa 37 000, also die höchste Zahl in den sechs oberhZ'sischen Kreisen. 670 Landwirte gehören mit rund 1700 eingetragenen Tieren Zuchtvereincn an. Die Pferdezucht ist die umfangreichste in Oberhesscn, gegen 600 Stuten werden alljährlich gedeckt, eine Zahl, die andere Kreise mehrfach übertrifft. Der Kreis Alsfeld übt die Ziegenzucht von den drei Vogelsberger Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten am stärksten; der Kreisziegenzuchtverein setzte 1909 für rund 5000 Alk. Zuchttiere ab. Die Tiere blieben meist in Obcrhessen, doch sind seit den letzten Jahren auch zahlreiche Tiere nach den preußischen Kreisen Fulda, Hcrsfeld, Kassel, Ziegenhain, Hünfeld und nach Thüringen verkauft worden.
? Mainz, 11. Aug. Auf Ersuchen der österreichischen Behörde wurde in einem hiesigen Gasthof ein Kellner festgenommen, der als Offizier in einem österreichischen Regiment gestanden hatte und fahnenflüchtig geworden war. Durch einen Bries wurde sein Aufenthalt in Mainz entdeckt und seine Verhaftung veranlaßt. — Ein mit fünf Personen besetzter Nachen kam unterhalb der Eisenbahnbrücke durch die Ankerkette eines Schiffes zum Sinken. Die Leute hielten sich an der Kette fest und konnten durch Matrosen gerettet werden. — Dec baufällige Helm des Finther Kirchturmes mußte abgetragen werden, da er sich bedenklich zur Seite neigte. Das alte morsche Holz- und Steinwerk ist beseitigt und man beginnt den neuen, schöner gestalteten Helm aufzuschlagen.
—g. Gladenbach, 9. August. Die Herbbuch - g e s e l 1 s ch a f t des Kreises Biedenkopf für das Vogelsberger Rind hält am Montag, 15. August, in dem „Vallbrachtscheu
wodurch sich für Frankreich ein höherer Prozentsatz Akademiker ergibt.
— Das Londoner Stadtsiegel. Der Gemeinderat von London geht ernstlich mit der Absicht um, für seine amtlichen Urkunden ein neues Siegel anzuschaffen. Man wird diese Anschaffung nicht als Verschwendung bezeichnen können, wenn man hört, daß das jetzige Siegel bereits feit dem Jahre 1381 im Gebrauch ist. Es wird gegenwärtig unter etwa 1400 Urkunden alljährlich gedrückt und dient speziell dazu, die Unterschrift des Lord-Mayors zu beglaubigen, was der Stadt jedesmal eine Stempelgebühr von zehn Schilling einbringt.
— Die Ara pacis. Als im Jahre 1904 die letzten Neste der berühmten Ara pacis (Altar des Friedens) in ber V i a in Lucina zu Rom ans Licht kamen, erkannte die ganze wissenschaftliche und künstlerische Welt die Notwendigkeit, das geschichtlich wie künstlerisch hochbedeutsame Denkmal wieder herznstellen, aber auch die Schwierigkeiten, die sich angesichts der großen Menge der schon irüher gefundenen Bestandteile der Ara dem Unternehmen entgegenstellten. Viele der im Lause der letzten Jahrhunderte ans- gefundenen Bruchstücke sind seit langem im Besitz üoit Museen, die bedeutendsten und schönsten aber sind in die Rückseite der Villa Medici auf dem Pineio eingelassen, die, Eigentum der französischen Akademie ist. Diese den Besuchern der schönsten aller römischen Paläste wohlbekannten Basrelieis und dekorativen Fragmente wurden nun zur Ergänzung der Ara von der italienischen Regierung erbeten und von der französischen Akademie großherzigerweise be- willigt; sie iverden also binnen kurzem herausgebrochen und zusammen mit anderen von den vatikanischen und anderen Museen herausgegebenen zur Ergänzung der ara pacis dienen. Im nächsten Jahre wird man das großartigeDenkmal des Augilstus im Thermen- museum bewundern können.
— Eier von Saugwürmcrn in ägyptischen Mumien. Eine interessante Entdeckung gelang dem Forscher -PJarc Armand Ruffcr. Schon früher konnte man in ägyp- ttfa/n Mumien Lungenentzündungen, Nicrenabszessc und Ent- Aünbungen der Leber nachweisen. Jetzt teilt ber oben erwähnte Forscher in dem British mebieal Journal mit, baß es ihm gelungen ist, verkalkte Eier der Bilharzia, einem endoparasitischen Egelwurm, in zwei Nieren nachzuweisen. Die Eier maren leicht itnb sicher zu erkennen Außer ihnen sanden sich in Nieren- anszeisen auch noch färbbare Bakterien. Die Mumien flammten, flUÖ bn *roa”*l?’ten Dynastie, haben also ein Alter von etwa 3000 Jahren.
Garten" eine Bezirksschau ab. (Zs werden nur reinrassige Vogelsberger Tiere .zugelassen. 400 Mark sind für die Preisverteilung vorgesehen.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Tic Wahl des Stadtrats und Baumeisters zu Höchst a. M. Ernst Hermann Jochrcns und des Stadt- rats und Domänenrentmeisters Adolf M o o ck daselbst als unbesoldete Beigeordnete der Stadt Höchst wurden bestätigt. — In Mannheim versuchte gestern morgen der 23 Jahre alte Schlosser Roman Grupp der 25 jährigen ledigen Schneiderin Hör ne ff in seiner Wohnung den Hals zu durchsetz n e i ö c n , aber er brachte ihr nur unbedeutende Verletzungen bei, dann schoß sich Grupp eine Kugel in die rechte Schläfe. Er war sofort tot.
Zuchtvichmarkt Butzbach.
Auf Veranlassung des La n d wi r't s ch a f t s kämm er- Ausschnsses fand in Gemeinschaft mit Vertretern der Stadt Butzbach und der Zuchtvereine aus den Kreisen Friedberg, Gießen und Büdingen eine Besprechung wegen Abhaltung des Butzbacher Zuchtviehmarktes statt. Den Vorsitz führte in Verhinderung des Vorsitzenden des Landwirt- schastslammer-Ausschusses Friedrich Fenchel-Griedel, als Vertreter der Geschäftsstelle war Sekretär Schwarz, anwesend.
Es wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Der im März stattfindende Prämi'iernngs- und Fa'selmarkt bleibt in der seitherigen Form bestehen, und wird als städtische Veranstaltung ohne finanzielle Unterstützung des Landwirtschafts- lämMer-Ausschusses abgehalten. Dessen Zuchtoiehmarkt soll nach vorausgegangener Verständigung mit den Interessenten des Alsfelder Marktes in Zukunft int Monat Juli statt- sinden, während die Verlegung des Alsfelder Marktes im Monat Mai beantragt wird.
Für die Veranstaltung wird die Form der Versteigerung gewählt, zu deren Geschäftsordnung einige Abänderungsvorschläge gemacht werden.
Mit Rücksicht auf die in den Monaten September und Oktober stattfindenden Fasel- und Prämiierungsmärkte zu Hungen, Friedberg und Nidda, die in diesem Jahre erstmalig mit Unterstützung des Landwirtschaftskammer-Ausschusses durchgeführt werden, wird von der Veranstaltung einer Auktion für Simmentaler Bullen in diesem Herbste abgesehen, dagegen soll am 15. September eine Versteigerung von Edelschweinebern und Ziegenböcken, für welche um diese Zeit eine besonders starke Nachfrage vorhanden ist, stattfinden. Beschickt wird diese Versteigerung von den Mitgliedern der Schweinczuchtvereine Lang-Göns, Nieder-Weisel, Ostheim und Ober-Hörgern und von den Kreisziegenzuchtvereinen Friedberg, Gießen und Büdingen, sowie von der Auszuchtsstelle Bad-Nauheim. Es wird mit einem Auftrieb von 30 Ebern und 50 Ziegenböcken gerechnet werden können. Nähere Mitteilungen werden noch gemacht werden.
Landwirtschaft.
— Landes-O bst- und Gartenbau-Ausstellung zu Frankfurt a. M. Tie Vorarbeiten für die Landes-Obst- unb Gartenbau-Ausstellung zu Frankfurt a. M. vom 7.—16. Oktober bs. Js. schreiten schnell vorwärts. Es liegen in allen Abteilungen zahlreiche Anmeldungen vor. Vom M i n i st e r für Landwirtschaft, Domäne und Forsten wurden bereitwilligst 13 Staatsmcdaillen zur Verfügung gestellt. Ebenso wurde der Ausstellungsleitung in entgegenkommender Weise durch die Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden eine größere Anzahl Medaillen in Aussicht gestellt. Der Landesvercin wird eine Anzahl goldener, silberner nnd bronzener Medaillen zur Verfügung stellen. Es sind auch bereits eine Anzahl recht wertvoller Ehrenpreise, sowie ansehnlicher Geldpreise von Behörden und Privatpersonen gestiftet worden, so daß den Ausstellern die Zusicherung gegeben werden kann, daß gute Leistungen auch durch Preise gebührend, gewürdigt werden. Sämtlichen Ausstellern ist von der königl. Eisenbahndirektion freie Rückbeförderung der Ausstellungsgüter gewährt worden.
Gericht-saal.
Leipzig, 11. Aug. Das Reichsgericht verwarf die Revision der Arbeiterin Agnes Tenzer. Diese war von den Geschworenen des Landgerichts 2 Berlin am 30. Juni zum Tode verurteilt worden, weil sie am 16. März 1907 in Schöneberg ihre einige Wochen alte uneheliche Tochter ermordete. Ebenso verwarf das Reichsgericht die R e v i s i o n der Näherin Valeska Bunzel. Diese war am 20. Juni wegen einfachen Mordes zum Tode und lvegen Diebstahls im Rückfall zu drei Jahren Zuchthaus vom Schwurgericht in Breslau verurteilt worden.
Tar-es-Salaam, 11. Aug. Der verantwortliche Redakt e n r der „Deutsch-Ostafrikanischen Zeitung", v. Roy, wurde vom hiesigen Bezirksgericht wegen Beleidigung durch die Presse zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten verurteilt.
Loftschisfahtt.
Schießübungen auf Luftschiffe.
Stolp i. Pommern, 11. Aug. Unter der Leitung des Majors Groß finden am Rügenwalder Strande Schießübungen auf Ballons statt; hierbei wurden glänzende Ergebnisse erzielt. Ein vom Kreuzer „Udine" weit ins Meer hinausgeschleppter Ballon wurde bald durch einige Schüsse heruntcr- geholt; ein anderer großer Ballon ist durch ein im Ballon explodiertes Geschoß auf dem Meere verbrannt.
Die Flüge in Ostfrankreich.
Nancy, 11. Aug. Für die dritte Etappe der Flicgcr- inndfahrt durch Ostfrankreich sind Leblanc um 5,32 Uhr, Aubrnn um 5,45 Uhr und Lindpaintncr um 5,50 Uhr abgebrochen. Leblanc ist als Erster um 7,30 Uhr in Mezc- jeres cingetroffen.
Lindpaintncr ging sechs Kilometer von Nancy entfernt auf einer Wiese bei Ehampignuelles nieder, fuhr dann wieder einen Kilometer weiter, aber das schlechte Funktionieren des Motors zwang ihn, aufs neue zum Landen. Lindpaintner will noch einen Versuch machen und dann eventuell die Fahrt aufgeben.
Paris, 11. Aug. Die dritte Etappe des Eircuit-de l'cst, Nancy-Mczieres (1 60 Kilometer), wurde von Leblanc nach der offiziellen Klassifizierung in 2 stunden 5 Minuten 20Vö Sekunden, von A u b r ii n in 3 Stunden 42 Minuten SS4/.-, Sekunden zurückgelegt. Tic Gesamtzeit dieser beiden Aviatiker für die drei ersten Etappen ist folgende: Leblanc 5 Stunden 57 Minuten 29 Sekunden, Audrun 7 Stunden 47 Minuten 45 Sekunden.
Dcrmifcbtcs.
* Zu den Untaten des Berliner Rektors Bock. Das Berl. Tgbl. hat auf seine Anfrage bei dem Vertreter des für die katholischen Schulen Groß-Berlins zuständigen, zurzeit beurlaubten fürstbischöslichen Delegaten Prälaten Kleineidam, Erzpriester Dr. Alcch folgende Mitteilnngen bekommen:
„Ich brauche wohl kaum besonders zu betonen, wie peinlich wir Geistlichen durch die ganzen Vorgänge bei der 40. katholischen Gemeindcschule berührt find, uni) ich sann nur kent Wunsche
Ausdruck geben, daß, nachdem diese traurigen Zustände glücklicherweise ans Tageslicht gekommen sind, mit eiserner Faust in diesen Sumpf hineingegriffcn werde, damit alles liebel mit Stumpf Und Stiel ausgcrodet wird, bevor noch größeres Aergernis? entsteht. Wenn Sie mich fragen, ob nicht im Wege .ber Beichte bie Kugel s ch o n längst hätte ins Rollen kommen müssen, so kann ich dazu nur wenig sagen; eben wegen des mit ihr unzertrennlich verbundenen Beichtgeheimnisses. Selbst wir kirchlichen Vorgesetzten können und dürfen von dem Beichtiger niemals erfahren, ob und was das Beichtkind ihm über etwaige Fehltritte, die es begangen, mitgcteilt hat. Selbst vor Gericht hält bekanntlich der Beichtiger bestimmungsgemäß das Beichtgeheimnis aufrecht, und wer unsere Kirchcn- gesctzc kennt, der weiß auch, daß auf dieser strengen Aufrechterhaltung des Beichtgeheimnisses um jeden Preis, selbst wenn eigene Verurteilung zu schwerer Strafe droht, das unbedingte, blinde Vertrauen unserer Pfarrkindcr und Seelsorgebefohlenen beruht. Ich betone also, daß ich gar nicht wissen kann, ob dem für die 40. Gcmcindcschulc speziell zuständigen Pfarrer im Wege der Beichte Mitteilungen über sittliche Verfehlungen von seinen Beichtkindern gemacht worden sind. Wäre dies vielleicht hier und da geschehen, was ich leider nicht glaube, so hätte er vielleicht den Weg wählen können, dem Beichtkindc, bei Verweigerung der Absolution, aufzugeben, daß es sich seinen Eltern offenbare und die Ungehörigkeiten, die ihm widerfahren, zur Meldung bringe. Leider, leider scheint aber alles geschwiegen oder doch niemand von den Eltern oder sonst Verpflichteten den moralischen Mut besessen zu haben, aufzutreten und diesen Untaten ein Ende zu machen. Ich möchte zum Schluß betonen, daß der zuständige Geistliche nur das Recht hat, den Religionsunterricht; hier und da zu tontrollieren; eine Kontrolle des Schulbetriebes und cin^ Recht zur Uebcrwachung in anderer Richtung hat er nickst. Im übrigen muß zur Erklärung dessen, wie das alles möglich war, noch erwähnt werden, daß keiner von uns und' von allen, die den Rektor Bock als scheinbar durchaus glücklichen Ehemann und Familienvater gekannt haben, ihm so Unerhörtes zugetraut hätte."
* Ter Prozeß Tichborne. Der Tod des Sir Douglas Tichbornc, der aus England gemeldet wurde, ruft die Erinnerung an einen ber längsten Sensationsprozesse wach, ber vor vierzig Jahren ganz England in Atem hielt. Tichborne, ber einem ber ältesten englischen Adelsgefchlechter angehörte, sah 'sich damals durch eine Verkettung romantischer Umstände gezwungen, seinen Namen und sein Erbteil gegen bie Ansprüche eines Abenteurers ^namens Arthur Orton zu verteidigen. Ter Prozeß in diesem Streit dauerte acht Jahrc und erforderte 291 Verhandlungstage. Tie Zahl der vernommenen Zeugen betrug 262; ber Anwalt Ortons sprach Insgesamt 53 Tage lang, ber Lord- Oberrichter brauchte 28 Tage, um das Ergebnis ber Verhandlungen zusammenzufassen. Ter Verhandlungsbericht nahm im ganzen 1500 Riescnspaltcn der „Times" ein, und die Kosten des Prozesses beliefen sich auf S1/* Millionen Mark. Er endigte im Jahrc 1874 mit der Verurteilung Ortons wegen Betruges zu 14 Jahren Zwangsarbeit.
Handel nnd verkehr, Volkswirtschaft.
— Passagierfahrten rings um Afrika. Die Union Castle Company eröffnet, wie ans London gemeldet wird, am 14. Oktober einen monatlichen Passagier- und F r a ch t d i e n st r i n g s um Afrika durch den Suezkanal. Die Passagiere können in London ober Marseille an Bord gehen und erreichen Mombassa in 17 Tagen. Tie Fahrt um Afrika wird weniger als zwei Monate in Anspruch nehmen. Tie Dampfer sollen alle bedeutenden Häfeii ber Ostküste anlaufen.
Köln, 11. Aug. Tie Versammlung der Siegerländer Hochofenwerke hat den Beitritt zum Roheisensyndikat beschlossen ohne bie drei abseits stehenden Hütten, der Bremerhütte, ber Charlottenhütte und der Gciswcrder Eisenwerke. Man hofft besttmmt, daß jetzt der Anschluß ohne diese drei möglich wird.
Märkte.
X Marburg, 11. Aug. Dem heutigen Schweinemarkt waren rund lütO Ferkel und Läufer zugefahren. Die Preise gingen, besonders für kleine Ware, etwas zurück. Man bezahlte für 4 — 6 Wochen alte Ferkel 38 bis 42 Mk., für kleinere Läufer 60—80 Mk. und für 3—4 Monate alte Lauser 90—120 Mk. pro Paar. Das Geschäft ging flott.
fc. Wiesbaden, 11. Aug. Heu- u n d Strohmarkt. Angesahren waren 34 Wagen Heu und Stroh. Man notierte: Heu, neues, 4.80-6.00 Mk., altes 0.00-0.00 Alk., Stroh (Richt- stroh), neues, 5.00—6.00 Alk. — Fruch 1 markt. Hafer 16.60 bis 16.80 Alk. 'Alles für 100 Kilo.
^kirchliche Nachrichten.
Lvanaejljche wenieiiiöe.
i2. Sonntag n a ch Trinitatis, den 14. August: Kollekte zum Besten ber kirchlichen Versorgung ber evangelischen Deutschen im Auslanb unb in ben überseeischen Ländern.
Gottesdienst.
3n der Ztadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Zugleich Christenlehre für bie Neukonfirmierten aus der Alatthäusgemeinbe.
Vormittags 9l/2 Uhr: Prof. D. E ck.
Jn der Iohannerkirche.
Vormittags 8 Uhr: Psarrassistent Haustein.
Zugleich Christenlehre für bie Neukonfirmierten aus ber Lukas- gemeinde.
Vormittags 9'/r Uhr: Pfarrer A u § s e l d.
Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- unb Johannes« gemeinde gemeinsam. Anmeldung für beide Gemeinden bei Parrer Ausfeld, Süd-Anlage 8, erbeten.
Vormittags ll'/. Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde.
Pfarrer A u s f e l b.
Abends 8 Uhr im Konfirmandensaal der Johanneskirche: Ver- ammluug und Bibelbesprechung.
UathoUsche Gemeinde.
Gottesdienst.
Samstag den 13. August:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag den 14. Aug., 13. Sonntag nach Pfingsten: Vormittags von 61/? Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.
„ um 8 Uhr: Aiisteilimg der hl. Kommunion.
, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
„ um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Andacht.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Montag den 15. August:
Fest Mariä Himmelfahrt.
Vormittags von 6'/., Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Alesse.
„ nm 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
„ um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt. Militargottesdienst.
Nachmittags um 2 Uhr: Fest-Andacht mit Segen.
Verantwortlich für „Aus Stadt unb Land" unb „Gerichtssaal" i. V.: Karl Neurath.
I-UNgSNlLI-SnI<S.
H SCHÖMBERG bei Wildbad württbg. Schwarzwald. ■ Leit. Arzt: Dr. med. Bandelier-, Spezinlarzt f. Lungeukr. H Sommer- u.Wiuterkuren.— Mäßige Preise. Prospekte frei ss80/»


