Ausgabe 
11.5.1910 Zweites Blatt
 
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Nr. 108 Zweites Blatt

160. Jahrgang

Mittwoch 11. Mai 1810

tr1d)tlnt tägNch mit Ausnahme des Sonntags.

DieOletzener Zamllienblätter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Stehen" jroetmal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit» fragen4' erscheinen monatlich zweimal.

Glehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnioersuätS - Buch- und Sleindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« siraße 7. Expedition und Verlag: ey® 51. Redaktion:^sSll2. Tel.-Adr.: Anzergervießen.

pohti|d)c Cagesiebau«

Tie Vertagung des Reichstags.

Aus Bertrn wird uns geschrieben:

Am Kvmgsplatz in Berlin ist es setzt still geworden: Der Reichstag hat seine Pforten geschlossen, imb Hccnb- werter sowie Scheuerfrauen werden nun halb in den Räumen des Wallotbaues ihrer nutzbringenden Tätißteü obliegen, wo bisher die Redeschlacht tobte und über Wohl und Wehe des deutschen Volkes entschieden wurde. Wir müssen gestehen, daß wir den Reichstag gern in die Sommersericn ziehen lassen, nicht etwa, weil er äußerlich keine fleißige Arbeit geleistet hätte, sondern weil der jetzt <;u Ende gegangene Dagungsabschnitt eigentlich im all­gemeinen aller großen politischen Perspektiven entbehrte imb namentlich noch Ostern dermaßen verflachte, daß die Leser der Reichslagsvcrichtc wohl nur selten auf ihre Recki- irung gekommen sein dürften. Tie Schuld daran lag nicht am Reichstag, sondern an der Tatsache, daß die großen und interessanten Vorlagen der Session, wie B. Reichs- versichcrungsordnung, Arbeitslammergesetz, Strafprozeß­ordnung und Gerichtsvcrfassungsgesetz, nachdem sic vor Ostern die erste Lesung passiert, nicht mehr aus den Aus­schüssen an die Vollversammlung zurückgelangcn konnten, ein Schicksal, das sie betonntfid) mit dem ebenso wichtigen Gesetz über die Reichswertzuwachssteuer und dann noch mit dem Hausarbeitsgcsctz, sowie mit dem Gesetz über die Abänderung der Telephongebnhren und über die Errichtung eines Konsulats- und Kolonialgcrichtshoscs in Berlin teilen.

Vor Ostern und namentlich vor Weihnachten, wo die durch die Reichsfinanzreform zwischen Rechter und Linker beraufgeschworenen Gegensätze aufeinander platzten, ging es im Reichstage heiß her, cs regnete förmlich Anfragen. Rach Weihnachten und nach Ostern mußte das Interesse abflauen, weil einmal das '.Schwergewicht der gesetzgebe­rischen Tätigkeit immerinehr in die Ausschüsse verlegt wurde, und dann auch, weil die preußische Wahlreform bei ihrer hervorragenden Bedeutung auch für das Reich das ganze politische Leben beherrschte. Rur zwei Momente standen vielleicht in den Tagen nach Ostern im Vordergrund, des Interesses, nämlich erstens die Verabschiedung des Reichs Kaligesetzes, das der Reichstag im Schnelltempo zu ja soll man sagen guter letzt erledigte, und zweitens das Duell Erzberger-Dernburg, wie es sich bei bqr Rach» sorderung für den letzten Rest der südwestafrikanischen Aus­standskosten entspann. Doch haben am Reichs-Kaligcsetz immer nur einigermaßen beschränkte Kreise ein praktisches Interesse, und die Frage der Erzbergerschen .Kriegssteuer hätte bei der Unübersichtlichkeit der ganzen afrikanischen Verhältnisse schwerlich so viel Staub aufgewirbelt, wenn man darin nicht einen Vorstoß .zur Beseitigung Dernburgs zu sehen geglaubt hätte, der aber weiter keine Folgen hatte.

So konnte es, abgesehen vom Reichs-Kaligesetz, in der Hauptsache nur gesetzgeberischer Meinkram sein, den der Reichstag nach Ostern erledigte, und der das Interesse an seinen Verhandlungen mcrtiich abflauen ließ: .Handels- vertrag mit Schweden, Abänderung des Handelsabkommens mit Acghpten, sowie Abänderung der Berner Uebereinkunft über Werke der Literatur und Kunst, und Abänderung der >konsulatsgebühreni Kolonialbeamtengcsctz, Beamtenhaf­tung: Reiclssbesteuerungsgesetz, Kriegsausgaben für Süd- westasrila, Rachtragsetat für 1910, Llbänderung des Reichs- schuldvuchs: Posttaxgesetz, Gesetz über Entlastung des Reichsgerichts und Äendcrung der Rechtsanwaltsordnung, sowie schließlich das Gesetz über die Stellenvermittelung und die Bewilligung von Diäten für die während der Ferien tagenden Ausschüsse, die sich mit der Strafprozeße reform und der Reichsversicherungsordnung zu beschäftigen haben werden. Nimmt man hinzu, daß der Reichstag vor Ostern neben dem Haushalt für 1910 und den verschiedenen Rachtragshaushalten für 1909 nur das Handclsprovisorium nut England, den Handelsvertrag mit Portugal, mit Bo­livien und der Union, sowie den Gotthard-Vertrag mit der Schweiz verabschiedet chat, und im übrigen nur die Verschiebung der Witwen und Waisenversicherung geneh­migte, so wird man zugeben müssen, daß der Deutsche Reichs­tag während der 82 Sitzungstage seines jetzigen Tagungs­abschnittes, zumal wenn man die zahlreichen Anfragen (Kieler Werft, Arbeitsnachweis im Ruhrrevier, Verfaffungs- fragc in Mecklenburg, Beamtenmaßregelungen in Katto- witz ufw., Versicherung der Privatbeamten, Lage der Tabak­arbeiter, Mansfelder Streik, Reichstagswahlrecht, Straßcn- kundgebungen, Mülheimer Eisenbahnunglück) und die beiden Initiativanträge < Toleranzantrag und Kriegsteilnehmer­beihilfen > hinzunimmt, zwar vielerlei, aber außer der Ver­abschiedung des Reichs hau sltaltsetats und des Reichskali­gesetzes nichts grundlegendes geleistet hat.

*

Vom Telegramm der Bremer Lehrer an Bebel.

Viel von sich reden macht in Bremen, so schreibt die .Köln. Zig.", die Entscheidung deS Senats, wonach er auf die Beschwerde wegen der ZengniszwangShaft des Buch­halters Erich Freuthal eine ablehnende Antwort erteilt hat.S)cr Genannte ist Sozialdemokrat und war zufällig zugegen, als etwa 30 sozialdemokratische Lehrer am Abend deS Tages der Dienstentlassung des Lehrers Holzmeper das vielbesprochene Telegramm an Bebel abzusendon beschlossen. Bekanntlich hat der Senat gegen die Lehrer, deren Flamen ihm zum Teil durch anonyme Zuschriften bekannt geworden sind, eine Untersuchung einlciten lassen. Diese wird nach dem bremischen Beamtengesetz nach den Vorschriften der Strafprozeßordnung geführt. Da Frenthal sich als Zeuge weigerte, mehr auszusagen, als schon über die vier Hauptangeklagten bekannt war, wurde er vom Unter» suchungsrichter in 200 Mk. Geldstrafe genommen, an deren Stelle er 20 Tage Haft verbüßte. Eine Beschwerde dagegen lehnte der Senat ab. Von heute an beginnt nun die eigent­liche ZeugniSzwangShast, die höchstens 6 Monate, aber über­haupt nicht länger als das Verfahren selbst dauern darf. Ta der Senat auch die hiergegen vom NechtSanwalt FreuthalS eingelegte Beschwerde abgelehnt hat, ist Freuthal heute nicht in Freiheit gesetzt worden.

Die burgecuchc Lotalpreste, die öffentliche 'Meinung nnö | vor einigen Tagen die Fortschrittliche Volkspartei haben gegen das Vorgehen deS Untersuchungsrichters Stellung genommen. Dieser ist formell im Recht, aber jeder anständige Mensch würde sich in einem Falle wie dem vorliegenden nicht zum Angeber machen. Die Sache wird in der Bürgerschaft zur Sprache kommen, man wird versuchen, das Bcamtengesetz ent­sprechend zu andern. ES ist daS erste Mal, daß die 93er- quufung deS Gesetzes mit der deutschen Strasprozeßordnung solche Folgen zeitigt. Wahrscheinlich nimmt man an, daß die Lehrer sich freiwillig melden werden, um einen Un­schuldigen nicht leiden zulasten; bislang liegt dafür aber kein Anzeichen vor. Die Angelegenheit wird noch viel Staub aufwirbeln, falls Freuthal von dem Geschäft, in dem er tätig ist, wegen zu langen Fernbleibens entlasten werden sollte.''

Zur hessischen Bauordnung.

Aus Fachkreisen erhalten wir folgende Zuschrift:

Der gestrige Artikel des Herrn Landtagsabgcordnctcn ft öhl er soll wohl nach der vermutlichen Absicht des Verfassers eine Prüfnnjg der Frage, ob in dem geschilderten Falle eine gesetzliche Brandmauer Erfordernis ist, durch Fachleute bezwecken. Dies ist aber auf Grund der beigefügten Zeichnung, die den ein­geschriebenen Gebäudeteilen nach zu urteilen äußerlt verzerrt wieder gegeben zu sein scheint, nicht möglich. Man wird doch wohl kaum ein Wohnhaus, das mehr wie viermal so lang als breit ist, mit einer derartigen Anordnung von Küche und Hausflur, wie gezeichnet, ansführen. Ackmlich verhält cs sich mit dem Scheuerbau. Die eingezeichneten Säulen lassen weüer schließen, daß sic zur Aus­nahme eines Ueberbaues bestimmt sind und sich über Schweine stall und Gerätehalle noch Räume befinden sollen. Es wäre daher noch eine Grundrißzeichnung des oberen Geschosses mit den Raum bezeichnungen beizubringen. Gleichfalls müßte ein Querschnitt durch den fraglichen Bau gezeichnet und die in Frage kommenden Raumabmessungen mitgeteilt werden.

Rur wenn diese Erfordernisse noch beigebracht werden, ver­mögen Sachkundige über die angeregte Frage ein Urteil abzugeben.

24. veutscher Bcrufsgeiioffcnfdiaftstag.

v$. Berlin, 10. Mai.

Unter zahlreicher Beteiligung von berufsgenossenschaftlichen Vertretern aus dem ganzen Reiche trat heute hier im Landwehr- Ossizierkasino der 24. Deutsche Berussgenossenschaststag zusammen. Der Vorsitzende der Deutschen Berufsgenossenschaften Direktor Dr. S P i c ck e r «Berlin) eröffnete die Verhandlungen und hieß die Erschienenen willkommen. Der Präsident des Rcichsvc» sicheruiigsamtcs Dr. Kaufmann begrüßte die Versammlung mit einer Ansprache.

Daraus erstattete Dr. Spiecker den Jahresbericht. Er machte dabei die Mitteilung, daß in letzter Zeit die mächtigste und die kleinste Bernfsgeuolsenschaft dem Verbände beigetrcten seien, nämlich die Knappschastsbcrufsgcnofsenschalt und die Berufs gencssenschaft der Schornsteinfeger. Es fehle jetzt nur noch die Bäuerische Holzindustrie-Bcrussgcnofsenschaft Die gegenwärtige Zeit sei für die Berufsgenossenschasten deshalb so entscheidungs­voll, weil der Entwurs der Reichsversicherungsordnung noch in diesem Jahre verabschiedet werden solle. Wenn die Berussgenossen- schasten wünschen, ^daß die in 25 jähriger Arbeit bewährte Un­abhängigkeit, die Selbstverwaltung und das Recht der Renten- sestsetzung erhalten bleiben möge, so glauben sie damit nicht ein­seitig die Interessen der Arbeitgeber-, sondern auch gleichermaßen; die Interessen der Arbeiter zu wahren.

Professor Garh behandelte hierauf dieStellung zu dem Bestreben der Landesregierungen und Polizeibehörden, neben den Unfallverhütungsvorschriften der Berussgenossenschaften besondere Vorschriften zu erlassen". Als Oiegenberichterstatter sprach hierzu Rechtsanwalt Dr. Bitter (Hamburg). Es wurde nach längerer Aussprache folgende Entschließung angenommen:

Der Verband Deutscher Bcrufsaenosscnschasten weist daraus hin, daß durch das Bestehen zahlreicher Verordnungen und An­ordnungen der Landes-Zentral- und Polizei-Behörden zur Sicherheit der Betriebe neben den Unsallverhütungsvorschristen der Berufsgenossenschaften, insbesondere wenn diese nickt über­einstimmen, erhebliche Schwierigkeiten entstehen. Der Verband hält es deshalb für notwendig, daß die Berussgeiiossenschasten

Am Anfang und Ende der Kabine, deren Außenseite mit Segeltuch! versvaiutt ist, münden Türen in den Laufsteg.

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Linz, 10. Mai. Der oberösterreichische Verein für Luft- schifsahrt ersuchte den Grasen Zeppelin, bei der Fahrt nack Wien eine Zwischenlandung in Linz vorzunehmen. O'itaf Zeppelin antwortete telegraphisch, er bedauere, dem Wunsche mckt entsprechen zu können, da Zwischenlandungen aus flugtechnischen Pfründen vermieden ^verden sollen.

Handel.

Konkurse in Hessen. Ucbcc daS Vermögen des cpinnereiarbeiterv Heinrich Griefe zu Büdingen wurde am 23. April daS Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt ft 0 ch in Büdingen wurde zum Konkursverwalter ernannt, ftonkursforder- ungen sind bis zum 14. Mai bei dem Amtsgericht Büdingen an zumelden. lieber das Vermögen deS Georg Stanislaus Arthur Galette, Kaufmann in Offenbach a. M., wurde am 25. April das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. ft a tz zu Offen­bach iDiirbc zum Konkursverwalter ernannt, Koukurssorderuugen sind Ins zum 20. Mai bei dem Amtsgericht Offenbach anzumelden. lieber das Vermögen des Bäckermeisters Wilhelm Weber zu G r i e S h e i m bei Darmstadt wurde am 80. April das Konkurs­verfahren eröffnet. AmtSgerichtStaxator Ernst Wolff in Darm­stadt wurde zum Koitkursvenvaller ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 20. Riat bei dem Amtsgericht Darmstadt II auzu- melden. Uebcr das Vermögen des ©aftiuirtS Heinrich Pfarrer, Ersten, von Vi Hin gen, z. Zt. unbekannten Auf­enthalts, luitrbe am 2. Mai das Konkursverfahren eröffnet. Wilhelm Schmidt III. in Laubach wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind biö zum 27. Mai bei dem Amtsgericht Laubach anzumelden.

Märkte.

Schotten, 10. Mai. Ter vom Landwirtfchaftskammer- AuSickuu im Anschluß an den städtischen PrämiierungS- markt am 3. Psingstieiertag hier abzuhaltende Zuchtvieh- m a r f t wird mit 20 in daS Herdbuch eingetragenen Vogelsberger Bullen und 30 Vogelsberger Kühen und Kalbinnen beschickt werden und bietet demnach den Züchtern Auswahl unter einer größeren Anzahl in Bezug auf Abstammung und Form bestimmten An­forderungen genügender Zuchttiere, llubeeinstußt von dem Zucht­viehmarkt ist der städtische PrämiierungSmarkt, der Tiere jeder Rasse zuläßt und die besten Tiere deS Marktes durch Prämien an$- zetchnet. Verlosung und Tanzbelustigung geben der Veranstaltung leit alterSher den Charakter eines Volksfestes, sodaß auch in diesem Jahre wieder ein großer Zuzug von kauss- und oergnügungS- luftigen Leuten zu er warten ist.

X Kirchhain, 10. Mai. Auf dem heutigen Rindvieh- m a r f t standen etwa 250 Kühe, Rinder und Kalber zum Verkauf. Der Handel ging flott. Auf dem öd) meine in ar ft kosteten 46 Wochen alte Ferkel 4550 Mk., 34 Monate alte Läufer 801N0 Mk. und größere Einlegschweine 120150 Mk. per Paar je nach Große und Qualität. Die Zufuhr belief sich auf über 900 Stück.

fe. Frankfurt a. M.» 10. Mai. Heu- unb Str0hmarkt. Angefahren waren 14 Wagen Heu und 3 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 4,505,00 Alk., Stroh (Kornlangstroh) 2,50 bis 3,uu Alk. Geschäft langsam. Die Zufuhren waren aus Oberhessen und KretS Dieburg.

Geburten: Herrn Dr. Münch in Lauterbach ein Sohn. Herrn Willi) Ulrich in Friedberg eine Tochter. Herrn Dr. Fried­rich Bne in Marburg cm Sohn.

Verlobte: Fraulein Johanna Türck in Büdingen mit Herrn Heinrich Roth in Büches. Fräulein Berta Wolf in Dttzcnbach nut Herrn David May in Büdingen. Fräulein Lina Graulich' mit Herrn Johannes Schloffer, beide in Zell. Fräulein Else Beyth in Bleicherode (Harz) mit Herrn Rathau Rosenthal II. in Wetzlar.

Gestorbene: Fran Frank in Forsthaus Winterstein. Herr Adam Moller in Butzbach. Fräulein Louise Mulch in Friedberg. Herr Rudolf Weitzel in Babenhausen II. Fran Gertraut Waldeck in Alsfeld. Frau Magdalena Schaub in Altenburg. Herr Konrad Glitsch, Herr Friedrich Scheer II. beide- in Lauterbach. Herr Johann Tbot in Schlitz. Herr Ludtoig Gombel in Berghausen. Frau Gertrud Biehuseu, geb. Löffler, in Marburg. Herr Johannes Bender in Brauerschwend.

alsbald zu einer Vereinheitlichung ihrer Unfallverhütungs-Vor- schristen in ihrem allgemeinen Teile schreiten und dafür sorgen, daß bei Erlaß dieser Vorschriften und ebenso bei Erlaß von Verordnungen des Landes-Zentral- und Polizei-Behörden durch Vermittlung des Reichsverfichernngsamtes Unstimmigkeiten oor gebeugt werde."

Zum nächsten Punkt der TagesordnungZusammenwirken der Bernfsgenossenschaften mit den Vereinen vomRoten Kreuz", berichtete Präsident Dr. K'anfmann über die Schritte, .welche bisher in dieser Angelegenheit getan worden sind. . In der Aussprache empfahl Herzog (Danzig), für die Angelegenheit einen Ausschuß einzusetzen. Dr. Segnitz (Sachsen) befürwortete, den Berufsgenossenschaften freie Hand zu lassen, was sie tun wollten. _ Präsident Dr. Kaufmann betonte, daß es jetzt nötig sei, die Sache in einer Hand zu lassen und Versuche zu machen. Rach kurzer weiterer Aussprache erklärte sich die Versammlung mit den Ausführungen Dr. Kaufmanns einverstanden.

Bei den Wahlen wurde Direktor Dr. Spiecker izum Vorsitzenden wiedergewählt, zum Stellvertreter Instizrat Wan d c l (Essen) unb zum Schriftführer Geheimrat Emil Jacoby (Berlin).

Lustschiffahrt.

I n n e n a u s st a 11 u n g im L. Z. VII.

Angenehm wie auf einem Ozeandampfer wird es sich künftig im Luftmeer wohnen lassen. Der Aufenthaltsraum für die Fahr aaste des L. Z. VII, des ersten Passagierluftschiffes der Deutschen Lustschiffahrts-Aktiengesellschaft, ist in den Werkstätten der Ver einigten foofmöbclfabrtfcn Brauer u. Wirth in Stuttgart fertig- gestellt und kürzlich nach Friedrichshafen abgegangen, wo sofort nach Ankunft der Einbau in das Luftschiff erfolgte. Die Kabine zeigt eine Holzverkleidung in Raturmahagoni mit Roseiiholz und Perlmuttereinlagen. Die ganze Kabine, die 10 Meter lang und 2 bis 2Vs Meter breit ist, zerfällt in fünf Einzelkabinen zu je vier Sitzplätzen: diese Sitzplätze bestehen in Rohrsesseln, die mit einem Fuß am Boden festgeschraubt sind, derart, daß der Stuhl nach allen Seiten bewegt werden kann. Außer diesen fünf Einzel kabinen, deren jede 1,60 Meter lang ist, ist noch ein Vorraum zum Eintreten in die Kabine und eine Toilette angefügt. Tie Fensteröffnungen sind außerordentlich breit angelegt, so daß der Blick offne Behinderung nach allen Richtungen schweifen kann Die Fensteröffnungen bleiben offne Glas, nur in der erste» Teil- kabine ist probeweise eine Fenstervorrichtung mit auf- und abklapp­barem Glasfenster angebracht. Die Holzwände sind zusammen­gesetzt aus einem nur vier Millimeter starken verleimten Maha- gonisurnier, der Boden, der mit Teppichen belegt ist, weist ein Wchs Millimeter, die Decke ein drei Millimeter starkes Mahagoni­furnier auf. Diese geringe Ticke der Holzverkleidung mußte im Hinblick auf die Einhaltung des auf das geringste berechneten Gewichts der Kabine, das nur 750 ftilogramm ist, gewählt werden

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

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9. bis 10. Mai - -j- 8,8 6 C.

9. 10. = 4- 1,8 °C.

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Der Qualitätsunter­schied ist aber auf­fallend. Man beachte, wieviel schmackhafter und wieviel ergiebiger Quaker Oats ist.

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