hessische Zweite Kammer.
Darmstadt, 8. März.
Am RegierungStische: Staatsminister Dr. Ewald, Finanz-- vtrnister Dr. B ra n n , Minister des Innern v. H om b cr g l, Wehtimräte B e st , Dr. Becker,Weber, Min.-Rat Süfsert
Vizepräsident Kor eil eröffnet die Sitzung um 9^4 Uhr bet schwach besetztem Hause. .
Zunächst steht der Regierungscntwurf, bte Brlletsteuer betr., zur Beratung. , c w .
Abg Molthan (Zentr. )macht zu dem Ausschußantragc einige Bemerkungen. Von der Regierung könne diese Steuer «als neue Einnahmequelle begrüßt werden. Die Veranstaltungen für gemeinnützige Zwecke können von der Steuer befreit werden.
Abg .Raab (Soz.): Die Steuer stellt eine neue Belastung des Gewerbetreibenden dar und bedeutet ein Suchen in den Krümeln. Die Idee der fakultativen Einführung des Gesetzes sei zu bekämpfen. Hätte man seinerzeit das Wertzuwachssteuergesetz obligatorisch eingeführt, so wäre es nicht zu dem vorliegenden Gesetz gekommen. Daß das Hoftheater in Darmstadt von der Steuer ausgenommen feilt soll, sei ungerecht. Seine Partei werde aus Prinzip gegen die Steuer stimmen.
Geheimrat B c st betont, daß der Staat in der letzten Zeit dazu genötigt war, in den Krümeln zu suchen, nachdem bereits im Aahre 1904 in einem Gesetzentwürfe, die Erhebung der Gemeinde- ab gab en betr., die orts statutarische Einführung einer Billettsteuer in Aussicht genommen war, habe sich die Regierung angesichts der schwierigen Finanzlage entschlossen, den Gedanken jetzt in die Lat umzusetzen. Die Steuer sei sehr gering, bringe aber den Gemeinden hübsche Beträge. Die Gewerbetreibenden werden nicht überlastet: Das Hoftheater sei kein Erwerbsinstitut: die Stadl Darmstadt leiste bereits einen ansehnlichen Zuschuß und könne nicht mehr belastet werden.
Ministerialrat Dr. Becker entgegnet dem Abg. Raab und bittet, der Vorlage zuzuftimmen. Es sei doch ein Widerspruch, wenn man prinzipiell die Steuer ablehnt, sie anderseits aber wieder obligatorisch fordert. Redner wirft den Sozialdemokraten vor, daß sie hier einen anderen Standpunkt über die Wertzuwachs- sleuer entwickelt haben, als seinerzeit in der Stadtverordnetenversammlung zu Offenbach. Es sei logisch inkonsequent, wenn sich die Herren einerseits gegen die Steuer wenden, wie die Abgg. Drb Und Adelung es getan und dann doch gleich zuerst in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung davon Gebrauch machen und im Stadtrat in Mainz dafür eintraten. Da zeige sich die Theorie im Landtag und die Praxis! in der Stadtverordnetenversammlung. (Heiterkeit.)
Abg. Ulrich (Soz.) bemerkt, seine Partei handle durchaus nicht unlogisch, wenn sie in Offenbach prinzipiell gegen die Steuer war, sie aber doch annahm. Die Steuern mußten geschaffen werden und da die progressive Erhöhung der Steuern nicht gebilligt wurde, so war man gesetzlich gezwungen, die Wertzuwachssteuer mit in Anspruch zu nehmen. Das sei doch etwas anderes, als wenn die Steuererhebung1 den Gemeinden freigestellt sei.
Abg. Orb: Er bekenne, daß 'er in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung gegen die Wertzuwachssteuer gewesen sei. Es sei aber doch was anderes, ob er hier in der Kammer sitze iigegen die Steuer stimme, oder ob er in der Stadtverordneten- ve^ammlung vor die Frage gestellt werde, ob das Gesetz für die Gemeinde angewendet werden solle oder nicht. Dort kämen doch ganz andere Gesichtspunkte in Betracht, als hier in der Stimmer. Wenn man die Progression der größeren Vermögen ein- gesührt hätte, so wäre das jetzige Gesetz unnötig gewesen.
Geh. Rat Dr. Becker bemerkt: Es kann doch nur eines geben; entweder taugen die indirekten Steuern etwas, dann muß man sie ein rühren, oder sie 'taugen nichts, dann muß man ober davon Abstand nehmen. Weiter erklärt der Redner, er überlasse es dem Hause, den verschiedenartigen Standpunkt der Sozialdemokraten zu beurteilen.
Abg. Bähr (Wild) stimmt für das Gesetz, falls keine Ausnahmen gemacht werden wie beim Hoftheater.
Abg. Molthau (Zentr.l ist dagegen, sich die Möglichkeit dieser Einnahmen zu verschließen. Er ist für Freilassung des Hoftheaters.
Abg. Raab (Soz.) betont, daß seine Partei unbedingt gegen diese indirekte Abgabe stimmen werde.
Abg. 111 r i ch iSoz.) führt aus, die beiden genannten Gesetze könnten nicht verglichen werden, beim durch die Billetsteuer, die ein Bill et für 10 Pfg. mit 5 Pfg. Steuer belegen könne, werde der kleine Mann getroffen, jm Gegensatz zur Besitzsteuer.
Abg. B ä h r (Wild) ist gegen die Ausnahmestellung des Hof- Iheaters, wodurch andere Etablissements benachteiligt würden.
Ministe.rialrat B e st befürwortet die fakultative Einführung des Gesetzes. Man könne es ruhig dem Gemeindekollegium überlassen, ob es die Steuer einführen will. Er bittet, die Vorlage «nzunchmen.
In der folgenden Abstimmung wird Art. 1 gegen dis Stimme des Abg. Bähr angenommen, die übrigen Artikel gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und teilweise des Abg. Bähr.
Das Haus setzt darauf die
Hanshaltsberatung
beim Haushalt des M i nisteriums des Innern fort. Die Debatte darüber eröffnet Abg. Ulrich, der sich in umständlicher Weise zunächst zum Kapitel Gendarmerie äußert und verlangt, daß die für die Gendarmerie-Offiziere usw. angesetzten 24 000 Mk. Ausgaben gestrichen, resp. die Gehälter nur auf den Inhaber bewilligt werden. Tie Kommandeure, Ofsiziersburschen unb Zahlmeister seien vollständig überflüssig, weil sie mit dem Sicherheitsdienst gar nichts zu tun." haben: die ganze Gen- darrnerieorgontsation sei veraltet. Der Redner rügt dann verschiedene angebliche Mißstände im Kreis- und Amtsblatt-Wesen. Betreffs des Amtsblattes hatte die Stadt Bensheim mit der. Firma Berger einen Vertrag abgeschlossen, der vom Ehrengericht nicht als einwandfrei bezeichnet worden war. Es entschied, daß der Vertrag bis 1. Juni 1911 gekündigt werden muß. Tie Regierung möge das Amtsblattsverhältnis in gesunde Bahnen leiten. Was das Vereinsgefetz betreffe, so sei es ein alter Gebrauch, unter die Einberufungen nur zu schreiben „der Einberufer" und nicht dessen Namen. 9tbg. Berthold und auch ein Zentrumsmann seien deshalb gestrafr worben. Ob auch bei ben Nationalliberalen so scharf verfahren würde? Wenn auch der Minister Erklärungen abgebe, so richteten sich die Polizeigewaltigen doch nicht danach: es hieße entweder zahlen oder brummen. Bei dem Kundgebung^- umzuge in Offenbach wurde von der Schutzmannschast allzu scharf vorgegangen. Ter Herr Minister möge türberbin veranlassen, daß nicht durch polizeiliches Treinhauen der allgemeine Friede gebrochen werde. Durch die ungleiche Behandlung der Sozialdemokraten bei Bestätigungen zu Bürgermeistern usw. feiere die Gesinnungslumperri Orgien, wie der Fall Aftheim zeige. Ter Rckmce wendet füll sodann scharf gegen Abg. Dr. Winkler, der dafür ist, daß "die Regierung die Praxis toeiterübt, die Sozialdemokraten nicht zu bestättgen.
Finanzminister Dr. Braun: Vor Inkrafttreten des Reichsvereins g esc peS sei die Unterichrift „der Einberufer" nicht nötig gewesen, hier habe Abg. Ulrich recht. s2Iber er befindet sich im J-rrtum, wenn er meint, nur bas Reichsvereinsgesetz bestimme die Unterschrift bes Cinberufers einer Versammlung. Unverkennbar sei aber boch mit bem Reichsvereinsgesetz eine Aenderung der in Hessen bestehenden Gesetzesvorscktriftcn eingetreten, Im Irrtum sei Abg. Ulrich auch, wenn er meint, die örtlichen Polizei- geroalten könnten sagen, Minister hin, Minister her, bas mache ich, wie ich will. Für hie Polizei sei allein maßgebend das Gesetz. Selbstredend würde dafür gesorgt werden, daß stets mit gleichem Maß gemessen wird. Was von den sozialdemokratischen Ein- berufern verlangt werde, werde auch von denjenigen anderer Parteien gefordert.
Abg. Winkler (natl.) verteidigt seinen Standpunkt und wendet sich gegen die Sozialdemokraten, für deren Nichtbestatigung er eintritt. Ein Mann, der den Klassenkampf predige, könne nicht an einer Stelle stehen, wo er Frieden zu predigen hat. Für ihn gebe es kein Paktieren mit der Sozialdemokratie; sein Programm sei, sie energisch zu bekämpfen.
Abg. Tr. Fulda (Soz. wendet sich gegen den Vorwurf des Abg. Winkler, fein Parteigenosse Ulrich halte unnütze Reden
und polemisiert gegen die nativnaUiberale Partei und einen Journalisten wegen seiner Krittk über die zu langen, kostspieligen Landtagsreden. Vom Minister v. Hombergk erroarte er angesichts feines Wirkens als Kreisrat in Offenbach nicht viel. Wenn Abg. Dr. Winkler die Regierung aufsordere, die geschworene Verfassung nicht zu halten, so soll doch er bas Gesetz ändern'. Ter Standpunkt des Kollegen Winkler sei politflche Heuchelei unb zeitige Falle wie den in Offenbach, wo bei einer Typhusepidemie der Kreisarzt nur dem nationalliberalen Organ Verhaltungsmaßregeln zustellte. Betreffend des Absatzes über die Bekanntmachung von Versammlungen bittet der Redner den Minister, eine Aenderung einzuführen, daß der Name des Veranstalters megbleibi. Mei den Kundgelningszügen möge der neue Minister dieselbe Praxis beibehalten wie der frühere. Es habe sich ergeben, daß die sozialdemokratischen Ordner mehr vermögen wie die Polizei, so z. B. in Darmstadt bei einem Zuge an den Weihnachtstagen. Ter Redner spricht sich sodann gegen die Diätenmacherei aus, besonders bei ben Reisen mancher höherer Beamten. Bei der Fürsorgeerziehung möge mit weniger Härte verfahren, werben. Ter Arzt in Winterkasten besitze nicht die Fähigkeit zur Leitung ber Anstalt. Ter Redner erwähnt^einige Vorkommnis^. Tie Verbote ber Militärbehörde in Mainz an die Soldaten, sozialbemokratische Wirtschaften unb Geschäfte zu besuchen, sei Terrorismus. Tie Regierung möge hier Abhilfe schaffen.
Finanzminister Tr. Braun: Tas Verhalten der Polizei bei -dem letzten Kundgebungszuge sprickst von einem sehr loyalen Verhütten (Zuruf bei ben Sozialbemokraten: Anerkannt). A-te Bestimmung, ben Namen bes Cinberufers anzugeben, sei wohl erwogen. Es verschlage bem Einberufer auch nichts, wenn er seinen Namen unterzeichne. . .
Ministerialrat B e st tritt ber Auffassung von sozialdemokratischer Seite entgegen, als ob Bürgermeister Tr. Tullo ben Umzug in Offenbach habe verhindern wollen. Eine polizeiliche Genehmigung war nicht eingeholt worden, infolgedessen hätte die Polizei den Umzug verhindern können. Trotzdem geschah es nicht. _ .
Geheim erat Weber stellt fest, baß ber Kreisarzt in Offenbach seinerzeit bie Maßnahmen zur Verhaltung bei ber Epidemie an bas Amtsverkündigungsblatt gab. Ta die nächste Nummer erst wieder in einigen Tagen erschien, wurden ohne Wissen des Arztes die Verhaltungsmaßregeln in ber Offenbacher Zeitung veröffentlicht. Beschwerden betr. ber Anstatt Winterkasten bittet er an ben Vorstand ber Jnvalibenversicherungsanstatt zu richten.
Abg. Ulrich (Soz.) ist ber Meinung, baß man ein Recht habe, Mißstände hier im Hause zur Sprache zu bringen.
Es sprechen noch Finanzminister Tr. Braun, Ministerialrat Tr. Weber und bie Aogg. Ulrich und Fulba. Darauf wird das Kap. 23 genehmigt. _ ,
Schluß der Sitzung IV2 Uhr. Nächste Sitzung nachm. 3 Uhr. (Fortsetzung im 2. Blatt.)
Getreide-Wochenbericht
ber Preisbericht stelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 1.—7. März 1910.
In Nordamerika ist bie durch Witterungsbesorgnisse hervorgerufene Festigkeit in ber BerichtSwoche ins Gegenteil nmgc- Magen und die übrigen Exportgebiete haben ihre Forderungen weiter herabgesetzt, ohne dadurch bie Unternehmungslust ber westeuropäischen Märkte sonderlich anregen zu können. Ganz besonders schleppend gestaltet sich der Getreidehandel in Tcutsch- land, woran einerseits der iinbefriedigende Mehlabfatz, emberer- seils mangelndes Vertrauen zu den bestehenden Preisverhältnissen die Schuld trägt. Dabei ist das inländische Weizenangebot nach wie vor als mäßig zu bezeichnen, angesichts der allgemein herr- schenden Abneigung gegen Erwerbungen indes genügend, um die Preise zu drücken. Wie im In lande, so fehlt auch an der Küste Nachfrage: die Folge davon ist, daß die in Erwartung lohnenden Exportgeschäftes nach den Häfen dirigierten Weizenladungen verhältnismäßig billig nach dem Jnllmde offeriert werden. Im Lieserungögsschäste hat Weizen seit acht Tagen ca. 5 Mk. eingebüßt, wodurch sich die Disparität gegenüber bem Anstande wieder erweitert hat, unb auch vom .Fnllrnde läßt.sich auf .Basis ber Mar-
Sa» Nauheim vor JO Zähren.
Eine Erinnerung an den 7. März 1900.
Bad Nauheim, ben 7. März 1910.
Mit Hangen und Bangen sah bie Einwohnerschaft Bad Nauheims seit Herbst 1899 ben Bohr versuchen zur Gewinnung eines 3. Sprubels entgegen. Der damalige Berichterstatter im Ministerium, Geh. Obergrat Prvf. Tr. Lepsius, hatte es gegen ben Willen des damaligen Vorstandes der Bade- direttion, Geh. Rat Weiß, burchgesetzt, eine Bohrung an einer Stelle vornehmen zu lassen, die von letzterem unb anderen Autoritäten als gefährlich für die vorhandenen Quellen bezeiclmet wurde. Bergrat Weiß, der sich entschieden gegen bie Neubohrung aus- sprach, bekam den blauen Brief und sah mit Kummer ben kommenden Ereignissen entgegen.
Tie Bohrung wurde stm Oktober 1899 in Angriff genommen. Ten ganzen Winter hindurch waren die „Bohrer" die gesuchtesten Persönlichkeiten in Nauheim: man wollte erfahren, wie weil der neue Sprudel sei. „Jeden Tag muß er kommen," sagte der Schachttneister jedem, der es hören wollte. Der Januar, ber Februar unb schließlich auch ber März kam herbei, ohne daß man ein nennenswertes Ergebnis erzielt hatte. Da entschloß man sich endlich, zum letzten Mittel zu greifen unb stellte eine Mammuth- pumpe auf unb es gelang.
Am Nachmittag des 7. März tarn bann der „neue" Sprubcl und, damit ein Freudentaumel ber Bevölkerung sondergleick-en: bie (Äliocken läuteten unb Champagnerflaschen knallten in allen Ecken und Enden, ber „Finder" ber neuen Quelle, Geh. Rat Lepsius, war ber gefeiertste Mann des Tages. Tie paar Nörgler standen beschämt in ber Ecke. Rasch entbrannte eine förmliche Wut nach Gewinn: die Gebäubepreise fliegen von Tag zu Tag: gebaut würbe in unsinnigster Weise — bis bann anfangs April der Rückschlag kam, ber nicht ausbleiben konnte.
Am 29. März starb Geh. Ser grat Weiß, am 1. April wurde er beerdigt unter strömendem Regen — das"bedeutet nichts Gutes, tagten unsere biederen Bewohner —, am 2. April teuren tatsächlich sämtliche drei Sprudel weg!
„Kreuziget ihn!", nämlich den Bohrer Lepsius. „Verzeiht ihm!", sagten die Nörgler, „denn er hat im besten Glauben gc- hairdelt: er wollte Nauheim nur Gutes erweisen." So standen die Aktien, äls Lepsius am Abend des,4. April sich hier einfand. Unbarmherzig rief ihm die aufgeregte Menge zu: „Du hast uns an ben Bettelstab gebrackst!" Andere Ausdrücke der urwüchsigen Nauheimer können wir hier nicht miebergeben, es ließe sich mit der Bildung und der Welterfahrenheit einer internationalen Bevölkerung Bad Nauheims nicht gut vereinbaren.
In der Tat war die damalige Lage Nauheims nicht rosig zu nennen. Alle Bautätigkeit stockte, die Banken verweigerten zum Tell bie bereits zugesagten Hypotheken unb was begleichen Tinge mehr waren. Unb dazu dse Saison vor der Türe! Tie Außenstehenden ahnten nicht. Wie vcrzweiffungSvoll und gedruckt bie Stimmung der Nauheimer war. Endlich nach 12 Tagen zeigten sich an der Quelle VII wieder bie ersten Spuren von Wasser, dann kam Quelle XII und zum Schlüsse die neuer bohrte Quelle XVI. Ter Jubel darüber war aber mit Recht sehr gedämpft. Nach einigen Sagen wairen dick Quellen wieder verschwunden. Den stanzen Sommer würde mit wechsettrdem Erfolg an ben Sprudeln Mrumgearbeitet: nach Schluß der Saison wurde bann eine teilweise Neuverrvhrung ber Sprudel norgenommen unb Nauheims Perlen zeigten sich n laber in schönstem! Glanze, Seit bie) er 'Zeit ist eine merkliche Unterbriechsmlg der drei Sprudel nicht mehr fein getreten.
mttiz schwer Weizen heranzielMi. "Noch unerfreulicher lagen die Verhältnisse im Roggmrgeschäst, indem für die jetzt zahlreich an- gebotenen Winterlabungen weder bei den Mühlen noch im Export Aufnahmefähigkeit besteht. -Angesichts des Umstandes, daß Roggen nur mit einem Mindern,ert von ungefähr 10 Mk. gegenüber der
Mainotiz zu verkaufen ist, ziehen e-o die Eigner vor, die Ware auf Lager zu nehmen unb dagegen Lieferung zu verkaufen, deren Preis infolgedessen ca. 4 M t. nach geben mußte. Stellcstweisg wird allerdings gemeldet, daß sich das landwirtschaftliche Angebot bei ben gedrückten Preisen zurück zieht, aber angesichts mangelnder Nachfrage macht sich dieser Umstand bisher in keiner Weise bemerkbar. Ebensowenig vermochte die Zurückhaltung der
Provinz an ber unerfreulichen Lage des Hafermarktes etwas zu ändern, da die Sckstvierigkeiten des Konsurngeschästes ber Kauflust
des Handels enge Grenzen ziehen: die geringen Preiszugeständnisse der Provinz führten nur zu mäßigen Umsätzen. Lieferung war dementsprechend matt und im Verlaufe ca. 2 Mk. .nichtiger. Gerste ist mit Ausnahme von feinen Qualitäten, wofür sich hier und da noch einige Nachfrage .zeigt, kaum verkäuflich. Auch russische Gerste hatte bei leicht ermäßigten Forderungen sehr stilles Gc-
(—) gegenüber bet Vorwoche in
Klammern ()
Haier
(-
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Weizen : Berlin Mai 219.00 (■
Weltmarktpreise:
(- (-
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5)
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1)
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160
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167*/„
- 4.75), Paris Chicago
Juli 218.00 (— 5.50) Ratz 199.70 (— 1.60). 'Uiai 173.10 (- 3.45). (Ulli 169.25 (— 4.2a).
2)
2)
3)
Budapest Avril 225.95 ( - 5.50).
Liverpool März 176.20 (— 4.85).
160
159
156
152
153
156
157
160
159
158
158
162
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163
166
170
177',.,
175
160
Roggen: Berlm Mai 165.00 (— 4.50), Hafer: Berlm Mai 160.00 (- 2.00), Juli
226 225
223
218
219
221
218
211
216
210
220 2221 ~ 230 227'/, 2371;
240
Königsberg Danzig Stenin
Polen Breslau Berlin 'JJlagöeburg Leipzig Dresden Braunschweig Roiiock Hamburg Hannover Dusseldori FraUk'urt a.M. Mannheim Straßburg Stuttgart München
4)
2)
schäft. Den gleichfalls billiger lautenden Maisofferten wird bei geringer ^nsumnachfrage nur wenig Jnt-eresse entgegengebracht. Es stellten lieh die Preise 'ür inländisches Getreide am
beigeiügt ist, wre Weizen
(- 8) (- 1) (- ) (-21/,) (-2'1.,) (+ 5)
(-2%)
(- 5)
folgt: Roggen
letzten Marktlage m Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Bteyr ( + )' bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in
(- )
(- 3)
162.50 (- 1.75; M.
Märkte.
— KartoNelmarkt - Beri ch 1 vom 7. Mär^ 1910. Friedberg <Hessen): Rote Sorte Mk. 1.80—1.90, Magnum bonuni 2.20—2.30, weiße runde 1.90—2.00, Gell) fleischige, blaue, 2.00—2.10, rote 0.00—0.00, weiße 0.00—0.00. D 0 rl - Ui und: Rote Daher 0.00-0.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Magnum bonutn 2.65—0.00, weiße runde 2.35—0.00, (Selbfletichige blaue 0 00—0.00, rote 2.95-0.00, weiße 0.00-0.00. Wagen 1. W.: Role Daher k. 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00-0.00, Biagliunl bonum 2.60—0.00, weiße runde 2.20—0 00, Gelhfleischige blaue 0.00-0.00, rote 2.85—O.uO, weiße 3.70-0.00. Kempe n: Role Daher 0.00-000, andere rote Sorten 0.00—0.00, Magnum bonum 2.20 b,s 0.00, weiße runde 3.00- 0.00, Gelhfleischige blaue 0.00.—0.00, rote 0.00—0.00, weiße 0.00—0.00. Krefeld: Rote Daher 0.00-0.00, Blaguum bonum Mk. 2.30—2.50, weiße runde Alk. 0.00—0.00, Gelbfleiichige rote Mk. 2.30—2.50, weiße 2.30—2.50. Köln: Rote Sorten 2.20—0.00, Magnum bonum 2.50 - 0.00, weiße runde 2.20-0.00, Gelbfleischige blaue 0.00—0 00, rote 2.45 bis 0.00, weiße 2.40-0.00. Plaidt: Rote Daher 0.00—0.00, andere rote Sorten 2.10-0.00, Magnum bonum 2.40—0.00, weiße runde 2.20- 0.00, Gelhfleischige, blaue 0.00—0.00, rote 0.00 bis 00, weiße O.UO—0.00. Saarlouis: Role Daher 0.00—0.00, andere rote Sorten 2.30—0 00, Magnum bonum 0.00—0.00, weiße runde 2.30 bis 0.00. Gelhfleischige, blaue 0.00—0.00, rote 0.00 bis 0.00, weiße 0.00—0.00. M a n n h eim: 9)lagnum bonum All. 2.70—2.80, weiße runde 0.00—0.00, Gelbfleischi e blaue 3.50 bis o.OO, rote 0.00-0.00, weiße 0.00-0.00. Frank enthalt Rote Sorten 1.75—0.00, Magnum bonum 2.20—0.00, weiße runde 2.00 bis 0.00, Gelbfleiichige blaue 2.75—0.00, rote 2.75-0.00, weiße 2.75—0.00. M li nchen: Blaguum bonum 2.70, weiße runde 0.00 Gelbfleiichige weiße Alk. 0.00. Regensburg: Role Sorten 2.00 bis 0.00, Magnum bonum O.uO -0.00, weiße runde 0.00—0.00, Gelbfleiichige blaue O.uO. (Alles zu 50 Kilo.)
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