Dienstag 10. URnt 1910
160. Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. 107
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universität? - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange. Gießen.
Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- strotze 7. Expedition und Verlag: e«6L Redaktion:«^ 112. TeU-AdruAnzeigerDletzen.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Siebener ZamilienblStter" werden dem „Anzeiger* Diermal wöchentlich beigelegt, das * Kreisblatt |6r den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Tie ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhejjen
Deutscher Reichstag.
Sl. Sitzung, Montag, bett S. Mal.'
Am Tische des DundeSratS: v. Bethmann Hollweg, d. Schoen, Wermuth, Dernburg, Araetke.
Vize-Präsident Dr. Spahn eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Minuten mit folgendem
Nachruf
auf den verstorbenen König Eduard. . .
Die unerwartete Nachricht von dem Ableben Sr. Majestät des Königs Eduard VII. hat Se. Majestät unseren Kaiser und das ganze kaiserliche Haus tief erschüttert. Die Trauer ist um so herber, als Bande des BluteS unseren Kaiser mit dem Tahin- geschiebenen eng verbanden. An dieser Trauer nimmt das ge. samt« deutsche Volk innigen wahren Anteil. Die aufrichtige Teil- nähme deS Reichstages an dem Ableben des Königs hat der Präsident Graf Schwerin, der verhindert ist, heute hier anwesend zu fein, bereits am SamStag dem Kaiser telegraphisch zum Ausdruck gebracht.
Vizepräsident Dr. Spahn verliest die Antwortdepesche deZ Kaisers und fährt fort: König Eduard hotte bei seiner Thron, besteigung vor neun Jahren gelobt, bis zum letzten Atemzuge als konstitutioneller Herrscher für das Wohl und die Fortentwicklung seines Volke« zu wirken. Mitten in seinem Wirken hat ihn der Tod jäh aus dem Leben gerissen, (sdjtoer lastet die Trauer auf dem linS stammverwandten englischen Volke, dessen Trauer bei dem plötzlichen Heimgange seines Königs tief und allgemein ist. Mit der Anteilnahme der ganzen Welt verbindet sich unsere Anteil- nähme an dem schweren Verluste, den mit seinem KönigShause das ganze britische Volk erlitten hat. Zum Zeichen der Anteilnahme haben Sie sich von Ihren Plätzen erhöbe« und damit bekundet, daß Sie meinen Worten zustimmen.
Vom Kronprinzen ist ein Dankschreiben auf den Geburtstagsglückwunsch des Reichstags eingegangen. Eine Reihe von Petitionen mit persönlichen Wünschen, die der Budget- Z o m m i f f i o n vorgelegen haben, wird nach ihren Anträgen erledigt, teils durch Ueberweisung at8 Material bezw. zur Erwägung oder zur Berücksichtigung, teils durch Uebergang zur Tagesordnung.
Eine Petition des Deutschen Luftschifferverbandes um För- derung der Luft, und Flugschiffahrt wird zur Erwägung überwiesen.
In dritter Lesung wird debatteloS erledigt die Vorlage auf Gewährung von Diäten au die beiden Sommcrkom» missionen.
Auch die NachtragSetatS werden ohne Aussprache in dritter Lesung angenommen, ebenso das Konsulats- gebührengeseh und das Kolonial beamtenge seh, letzteres mit folgender Resolution: Der Reichstag spricht die Erwartung aus, daß die verbündeten Regierungen noch in dieser Session einen Gesetzentwurf einbringen, durch welchen das Wiederaufnahmeverfahren im Disziplinarverfahren für alle Reichsbeamten geregelt wird.
Die Petition des Handelsvereins und des Pflanzervereins von Deutsch-Samoa um Einrichtung der Selbstver. waltung in Samoa wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt.
Eine Resolution Graf (Weimar, Wirtsch. Vg.), die von Vertretern aller Parteien unterzeichnet ist. fordert im nächsten Etat Mittel zur Unterstützung dcv .Deutschen S chillerbunveS zur Gründung und Erhaltung jährlicher Natwnalfestspiele für die deutsche Jugend am Weimarischcn Hofthcater."
Die Kommission beantragt Ueberweisung zur Erwägung.
Dr. Pfeiffer (Zentr.)
weist darauf hin, daß im vorigen Jahre schon 2000 Schüler höherer Lehranstalten an den Festspielen teilgcnommen haben. Es handelt sich nur um 17 500 Mark.
Die Resolution wird zur Erwägung überwiesen.
Petitionen.
Eine Reihe von Petitionen werden debatteloS erledigt. Eine Petition auf Ermächligung der ReichSstempelabgaben für Kraft, fabrzeuge der Acrzle wird zur Berücksichtigung über, wiesen.
Sechs Petitionen auS verschiedenen Gegenden fordern Ent- schädigung f ü r Zündwarenarbeiter, die durch daL Zündwarensteuergesetz geschädigt worden sind.
Die Kommission beantragt Ueberweisung zur Berück, s i ch t i g u n g.
Abg. Osann (Natt.)
weist auf die Notlage der Zündwarcnarbeiter hin. Die Bcvöllc. rung hat sich mit ausländischen Zündhölzern versorgt, infolgedessen haben die meisten Betriebe die Arbeitszeit erheblich vcr- ringert. WaL den Tabakarbeitern recht ist, muß den Zündwarenarbeitern billig sein. Auch sie müsien unterstützt werdem
Abg. Brey (Soz.)
schildert ebenfalls die Notlage dieser Arbeiterkategorie. Am traurigsten hat das Zentrum gehandelt, daS immer in der Toga der Arbeiterfreundlichkeit auftritt. Wenn cS aber für die Arbeiter tatsächlich etwas tun soll, dann hat eö keinen Pfennig übrig (Abg. Becker (Zentr.): Hörti Hört!) Verhöhnen. Sic nicht noch die Arbeiter! Ihre arbeiterfeindliche Politik wird Ihnen im Lande noch oft genug unter die Nase gerieben werden.
Abg. Lachse (Soz.)
spricht in gleichem Sinne. Die Mehrheit sollte ihre Sünden von der Reichefinanzreform jetzt gut machen.
Die Petitionen werden zur Berücksichtigung über- wiesen.
In einer Petition der kaufmännischen Vereine von Rust- ringen und Wilhelmshaven wird Beschwerde darüber geführt, daß der Wohlfahrtsausschuß der Kaiserlichen Werft eine Verkaufsstelle von Kolonialwaren und Lebensmitteln in einem der Werft gehörigen Gebäude eingerichtet hat.
Die Kommission beantragt Ueberweisung als Material.
Abg. Ahlhorn (93p.)
bedauert im Interesse des Mittelstandes, daß durch Reichebetriebe den steuerzahlenden Gewerbetreibenden Konlurrenz gemacht wird.
Abg. Scmler (Natt.)
unterstützt die Petition und bittet, daß die Beamten möglichste Zurückhaltung bet Gründung solcher Verkaufsstellen zeigen möchten.
Abg. Sachse (Soz.> wendet sich gegen die Pttition. Man könne den Beamten fl)r Vorgehen nicht verdenken.
Die Petition wird als Material überwiesen.
Eine Petition bc5 Wirklichen Geheimen KriegSratS Uhlenbrock-Friedenau fordert Prüfung der Verhältnisse der Militärverwaltung durch eine ad hoc zu bildende Kommission sowie Streichung der Militär.Intendanten im § 25 dcS ReichSbeamtengcsetzeS.
Die Kommission beantragt Ueberweisung zur Erwägung.
Abg. Sommer (93p.)
beantragt Ueberweisung zur Berücksichtigung. Die Inten- banturbeamten unterstehen jetzt der Diszipliliargeivalt des lovi- mandicrenden Generals, der unverantwortlich ist: und io sind diese Zivilbcamten der Willkür des Generals schutzlos auSgefetzt. DaS bedarf dringend der Aenderung.
Abg Erzberger (Zentr.1:
ES ist eine Rücksichtslosigkeit gegen den Reichstag, daß kein Vertreter dcS KriegSministeriumS hier ist. Man sollte die Vcr. banblunfl vertagen. Wir brauchen eine völlig unabhängige In. tenbantur. Leider ist jetzt der Intendant kaltgestellt, während die Kommandogewalt maßgebend ist. Die höheren Offiziere machen was sie wollen. Der Intendant muß gehorchen, wenn er nicht dienstliche Schwierigkeiten haben will. Unser Finanzwesen im Heere wird durch solche unerträgliche Zustände völlig unter- miniert. Der Intendant sollte dem fommanbterenben General dienstlich gleichgestellt werden.
Abg. Dr. Weber (Natt.):
Auch uns hat eS eigentümlich berührt, daß die Regierung es nicht für nötig gehalten Ijat, einen Vertreter hierher zu schicken. Die Jniendanturbeamten müssen endlich eine selbständige Stellung be- kommen, die sie von den höheren Offizieren unabhängig macht. Eine Kommission zur Prüfung der Dinge kann der Reichstag nicht ohne weiteres ernennen. Die Regierung wird den Reichstag nicht in alle Ecken gucken lasten.
Abg. Dr. Belzer (Zentr.)' beantragt, die Abstimmung bis »um Herbst zu vertagen, damit die Regierung Gelegenheit hat, sich zur Sache zu äußern.
Der Antrag wird angenommen, nachdem Abg. Sommer (93p.) seinen Antrag zurückgezogen hat.
Eine Petition der Handelskammer in Mühlhausen fordert die Herstellung einer dritten Vogesen-Bahn.
Die Kommission beantragt Berücksichtigung und lieber- Weisung bet einzelnen vorgeschlagenen Routen zur Erwägung.
Die Abgg. Wetterle (Elsästcr) und Emmel (Soz.) vertreten bezüglich ber Linienführung die entgegengesetzten Jnier- esten ihrer Wahlkreise.
Die Kommissionsanträge werben angenommen. Damit ist bie Tagesordnung erschöpft.
Dienstag 11 Uhr: Beratung des Antrags zur VerMung de- Reichstagö bis zum 8. November, Kaljgc setz.,
Schluß 5% Uhr.
lürebe rrnv Schule.
•• Religionsunterricht und Volksschule. Wenn von einem großen Teil der Lehrerschaft, die nach innerer Befreiung ringt, die Forderung erhoben wird, den Religionsunterricht in der ^ollsschule ganz den berufenen Geistlichen zuzuwesien, so hört man in mancherlei Kreisen das Klagelied von der Religionslosigkeit der Lehrer. (Blau vergleiche die höheren Schulen; ort erteilen Theologen den betr. Unterricht.) Daß der Vorwur, jeher Berechtigung embcDri, das zeigt schlagend der Verlaus einer Konferenz des Pezirks-Lehreroereins Llch. Prof. Jäger, Semmar- Icbrer zu Friedberg, hielt in dieser Versammlung einen Vortrag über die Behandlung der Propheten in der Volksschule. In der nun folgenden regen Diskussion offenbarten die Beteiligten so viel iteieS religiöses Empfinden, so viel Liebe und Interesse für den behandelten Gegenstand, daß man sich erstaunt fragt, wie kann mau der Lehrerschaft Religionslosigkeit vorwerfen? Bequem aber isl'Z, unbequeme Forderungen mit Anschuldigungen abzutun.
Gerichtssaal.
ä. Mainz, 7. Mai. Am Abend des ersten Öfterseiertags ging der Znianzaintsgehilie Herrn. König aus Oppenheim von der .fahre bei Guntersblum auf dem Rhemdamm. Unterwegs begegnete ihm em unbekannter junger Bursche mit einem Umhang um die Schulter Saum war König einige Meter weiter gegangen, als er hinter sich eilige Schritte Hörle. Er drehte sich herum und in demselben Augenblick hielt ihm der vorher vorübergegangene Bursche einTerzerol entgegen mit dem Ausruf: ^Entweder das Geld oder's Leben'. lex LlebcriaUene zog fern Portemonnaie und gab dem Räuber 1 'Dir. M5 Psg. König benachrichtigte die Gendarmerie, der Räuber narbe aber nicht erwischt. Am nächsten Abend fuhr der Guts- v rwalter Armbruster nut seinem Fahrrad auf der Chaussee nach Hemsyeim. Plötzlich sah er auf der Straße eine Person stehen, )ie ihm Einhalt gebot. Der Verwalter sprang vom Rade, stellte k an einen Baum und ging auf den Unbekannten zu. Dieser zog ein Terzerol und verlangte Geld. Der Verwalter sprang auf den Hauber los, der zuerst rückwärts ging und einen Schuß ab’eucrte. ite wurde in die eine Hand getrosten, trotzdem sprang er dem Burschen .nach und versetzte ihm noch einen Fußtritt. Infolge der Schmerzen au seiner Hand konnte er dem Räuber nicht weiter nachfolgen, llm anderen Tage gelang es, einen jungen Menschen auf dem iabnbof Gernsheim als den mutmaßlichen Räuber zu oerbaften. tc war im Besitze eines Terzerols, gestand auch gleich em, der besuchte zu sein. Er wurde hierher in das Untersuchungsgefängnis ^bracht. Tie Ermittelungen ergaben, daß der Räuber der bisher uibefiraile 18jährige Kellner Hermann A n n e r aus Reutlingen nar. Am Samstag halte sich der jugendliche Räuber, ber bei Begehung ber UeberidUe noch keine 18 Jahre alt war, vor ber ©trai- (.immer zu verantworten. Das Gericht verurteilte den Angeklagten j4 10 Monaten Gefängnis.
Technische Nachrichten.
eine neue Erfindung Edisons?
„Eine Revolution jeder Art von Selbstfahrern", das sind Lc Worte, mit denen ein amerikanischer Fachmann im Tech- rischen Weltmagazin die Folgen der Einführung der neuen Edison- schcn Akkumulatoren-Batterie kennzeichnet, und an deren Schluß er den jetzigen Motorwagen und namentlich den Straßenbahnen mit elektrischen Leitungen irgend welcher Art ein Lebewohl ju- rilft. Die Entwicklung des Edisonschen Akkumulators hat so lange fccit in Anspruch genommen und die Menschheit ist so lange mit falschen Versprechungen getäuscht worden, daß es auch jetzt roch einigermaßen schwer fällt, an die endliche Erfüllung dieser bo'fnungen zu glauben. Jedenfalls tritt die Behauptung, daß l>:|on mm das lang erstrebte Ziel erreicht habe, mit größerer
Nmmtheit auf als zuvor. Nach den ausführlichen Mitteilungen, bie: jetzt darüber veröffentlicht worden sind, soll der, mit einer reuen Edisonschen Batterie ausgestattete Wagen imstande sein, 2.56 Kilometer mit einmaliger Ladung zu durchlaufen und auch Steigung zu überwinden. Die Kosten betragen dabei an
geblich nicht mehr als 2—3 Pfennig auf den Kilometer. Der Bau einer Straßenbahn werde sich künftig um ein Viertel verbilligen, da die ganze Oberleitung, die Zuführungsmasten und Kabel sortsallen. Noch weitere Ersparnisse würden bei der Stromerzeugung gemacht werden, da die Elektrizitätswerke für die jetzigen Straßenbahnen immer groß genug angelegt werden müssen, um den Höchstbetrag des Verkehrs bewältigen zu können, der doch nur für eine verhältnismäßig kurze Zeit eintritt, während sie häufig für die übrige Zeit nicht voll ausgenutzt werden. Die Kraststation für die Ladung von Akkumulatoren kann viel wirtschaftlicher eingerichtet und betrieben werden. Ueber die Eigenschaften des neuen Akkumulatoren-Wagens wird folgendes gesagt: Er wiegt nur die Hälfte bis zwei Drittel von einem gewöhnlichen Straßenbahnwagen berfeiben Geräumigkeit, leistet dafür aber mehr. Wenn heute der Betrieb eines Straßenbahnwagens auf 400 Mark per Tonne und Jahr berechnet wird, so ergibt sich bei der Verminderung des Gewichts von 10 Tonnen auf 7 Tonnen dafür eine Ersparnis von 1200 Mark für den Wagen und bei hundert Wagen eine solche von 120000 Mark. Allerdings tritt bei der Batterie ein Verlust von ungefähr einem Viertel an Kraft ein, bis sie zur Benutzung in den Wagen gelangt. Dieser Verlust ist aber nicht größer als bei der Ueber- tragung des Stromes durch eine Oberleitung. Der neue Wagen wird namentlich für alle Zwecke geeignet fein, wo der Verkehr nicht sehr stark ist, aber auch dort wichtige Dienste leisten, wo eine Oberleitung nicht gestattet und eine unterirdische.Stromzuführung aus irgend einem Grunde nicht ausführbar ist. Die Batterie, wie sie für die neue Art von Straßenbahnwagen her- gestellt wird, besteht aus Zellen von zwei Größen. Die größere Form wird aus nickelplattiertem runzeligem Stahl gearbeitet und wiegt nicht ganz 20 Pfund; die kleineren Elemente haben ein Gewicht von 13*/a Pfund. Die positive Elektrode besteht aus sechs Platten zu je dreißig 10 Zentimeter langen Röhren vorn Querschnitt eines Bleistifts. Diese Röhren werden aus durchstochenem Stahl gemacht und mit Nickeloxyd gefüllt, das mit Flocken von reinem Nickel vermischt ist, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Die negativen Elektroden sind eiserne Rostplatten, die je 24 flache rechteckige mit Eisenoxyd gefüllte Taschen aus durchlochtem Stahl enthalten. Die positiven und negativen Platten werden in der Zelle abwechselnd durch Stäbe verbunden, die äußern Platten durch Blätter von Hartgummi, nach außen abgeschlossen. Die elektrolytische Flüssigkest ist eine 21 prozentige Lösung von Kaliumhydrat mit einem kleinen Gehalt von Lithiumhydrat in destilliertem Wasser. Die Ladung einer Batterie dauert gewöhnlich 7 Stunden. Jede Zelle faßt 4 Pfund der Lösung, die je 32 Pfennige kosten. — Wie allen Edisonschen Erfindungen, wird man auch dieser gegenüber sehr vorsichtig, selbst mißttautsch sein müssen. Es ist zu oft hinterher anders gekommen.
—vüchertisch.
— Nr. 3488 der bei I. I. Weber-Leipzig erscheinenden Illustrierten Zeitung bringt wiederum eine reiche Fülle von Beitragen, namenllich künstlerischer und aktueller Art, eine Anzahl vorzüglicher großer Wiedergaben von Bildern. Besonderes Interesse werden die in feiner Tönung wiedergegebenen zwölf neuen Bilder aus dem Pariser Salon erregen. Von der großen Berliner Ausstellung ist der Achilles für Korfu abgebildet und von der Darmstädter Ausstellung die Jury des Deutschen Künstlerbundes. Theaterfreunde werden die charakteristischen Rollenbilder von Ludwig Barnan zu seinem 50. Künstler jubiläum fesseln. Sportfreunden werden besonders die Bilder vom ersten Münchner Okwbersesl vor 100 Jahren willkommen sein, Naturfreunden die Bilder vom Eibenwald bei Weilheim, der Damenwelt aber die neuen auch bunt ausgeführten Reise- und Sommerkleider. Ein Roman und verschiedene Erzählungen sorgen für guten Unterhaltungsstosf.
Spieipian öer Gereinigten $rantfurter $taötti)eater. (Opernhaus.
DienStag'): „Oberon.* Mittwoch, abends 7'/, Uhr: „Violetta.* („La Traviata.*) (Violetta Valery: Yvonne oe TrSville a. G.).
Donnerstag: „Mcmon." Freitag, abends 7V, Uhr: „Der Barbier von Sevilla." (Rosine: Yvonne bc Trövelle a. 0.). Samstag: „Das Rheingolb." Sonntag: „Die Fledermaus." Montag, abends 6 Uhi: „Die Walküre." Dienstag: „Fra Diavolo." Mittwoch, abends 6 Uhr: „Siegfried."
Schauspielhaus.
Dienstag *): „Tie Rampe." Mittwoch: „Ein Fallissement.* Donnerstag, abends 71/, Uhr: „Ein Somnieriiachtstranm." Frei-' lag, abends 71/, Uhr: „Der buuklo Punkt." Samstag: Zum ersten 'Dlale: „Ter Herr Verteidiger." Sonntag, nachmittags 37, Uhr: „Der dunkle Punkt." Abends 7 Uhr: „Im weißen Rößl." Montag, nachmittags 37, Uhr: „Tas Konzert." Abeubs 7 Uhr: „Ter Herr Verteibiger." Dienstag: „Ter Herr Vertcibiger." Mitt- woch: „Der Herr Verteidiger.*
*) Ansang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
lUartte.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
ic. Frankfurt a. M., 9. Mai. (Oria.-Telegr. deS „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen ber heutigen Fruchtniarktpreis e: Weizen Alk. 22.00—22.25, Kurhejsischer Alk. 22.25—22.50, La Plata Kansas Alk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 16.00 bis Mk. 16.25, Gerste (Wetterauer» Akt. 16,60—17.00, Gerste Frauken Pfälzer Rieb Alk. 16.60—17.00, Kleie 'Mk. OO.GO-00.00, pafer 16.76—16.26, Mais Alk. 16.00—16.50, Weizenmehl 0 Mk. 31.00 bis 00.00, 2. Qualität Alk. 23.75—00.00, 3. Qualität Alk. 22.25 bis Alk. 00.60, 4. Qualität Alk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0 Alk. 23.75—00.00, 1. QualitätMk. 22.75—00.00, 2. Qual. Alk. 20.75 bis 00.00, Weizenkleie Alk. 10.00 bis Alk. 00.00, Weizenschale Alk. 00.00—00.00, Roggenkleie Alk. 10.00 bis Alk. 10.50, Malzkeime Alk. 00.00—00.^0, Biertreber 13.00—13.60 Alles per 100 Kg. ab hier
fc. Frankfurt a.M. Vieh Hof-Marktbericht vom 9. Mai. Auftrieb: Riuber 1588, bäumtet Ochsen 436, Bullen 41, Kühe 1111, Kälber 600, Schafe 279, Schweine 1999, Ziegen 0.
Tenbenz: Riuber Geschäft rege, bleibt Ueberstanb, Kälber und Schafe glatt geräumt, Schweine ruhig, ziemlich ausverkaust.
Preis Dutch-
prolOOPfd. schnittspreis tiefcato» Schlacht- pro 100 Pfb.
5»"^' ... Redend-Schlacht.
Ochsen. von-diS voa-biS geroßt
Vollfleischige, ausgemästete, höchsten
Schlachtivertes, höchstens 6 Hayre alt 44—47 80—82 00 00
Junge fleischige, nicht ausgemästete und
ältere ausgemäftete 39—41 71—76 00 00
Mäßig genährte junge und gut ge
nährte ältere 36 — 87 67—70 00 00
Bullen.
Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten
Schlachtivertes 40—42 67—70 00 00
oollfleischtge, jüngere 35—39 60—65 00 00
Färsen, Kühe.
Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.
Schlachtwertes 40—42 72—76 00 00
Vollfleijchige ausgemästete Kühe höchst.
Schlachtwettes bis zu 7 Jahren . . 38—41 70—73 00 00
Aeltere ausgemästete Kühe unb wenig
gutentwickeltejüngereKüheunbFärsen 31—36 60—65 00 00
Kalber.
Feinste Mast- (Dollmilchmast) und beste
Saugkälber 58—61 96-100 00 00
Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 62—67 88— 86 00 00 Geringere Saugkälber 48—50 81—84 GO 00
Schafe.
Mastlämmer unb jüngere Masthammel 39—43 84—86 00 00
Schweine.
Vollfleischige Schweine über 27, Zentner
Lebeubgewichll 53.50-55 68.00-70 00 00
Fettschweme über 3 Ztr.Lebenbgew. 63.50-55.00 68— 70 00 00
Fleischige Schweine . . , . . 58.00-54.00 67.00-69 00 00


