Ausgabe 
9.4.1910 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

MD^ DZWA MOKM

?Watteuuijqe[ aj»m

ADEZ

SäB SjOÄ

ttuenb, fota®* pJiSLtobtWty^ k Wti

lÜJ^nnifl flefotjren, wr. iahlia, zu verkamen. r2i. i|.Ä,hti«ty Jfcrere gut gelegene Bauplätze r günstigen Bedingungen Qufen.

tbriitl. Anfragen unt Ml c Lietzener Anzeiger erb.

mn RdWlch S- !, i. 'M Gebäude ausreidjer. »erkaufen. Der Platz kam i: bebaut werden.

diviftl. Anfragen unt. IW c Gießener Anzeiger erb.

<i Gebe. Waichbotte, itbirr rbett, reine Wcinffaichl 'it Älieeftraße 27, GuleLvrisekartoAVvr Hauback, <v.b.WeM nti

sehe, Stahle ichenschräake [eiderschränke aschschränke ommoden, Solas etten und etragene Kiew

Nr. 8« Drittes Blatt

160. Jahrgang

Erscheint ti-lich mit Ausnahme des SanntagL

DieOfttzttier ZamiNenblStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das KrelsNatl für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zwermal.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Samstag ».April 1910

RöhfltonSbrud und Verlag der Brühl'schen UnüwfUätS - Buch- und Steindruckerei.

B. Lange, Gießen.

Redaktton, Expedition und Druckerei: Schul« ftraße 7. Expedition und Verlag: e^5L Ätbfi!tion:eäg®113. TeU-AdruAnzeigerGießen.

Rings um Öen Aetna >

Bon der Stunde an, da du zum erstenmal die gewaltige Mvamide erblickst, deren Fuß die Meeroswoge bespült, deren Paupt, von einer leichten Rauchwolke beschattet, ewiges Eis bc- fränzt, wirst du das Empfinden einer persönlichen Gegenwart liabcn, einer lebendigen Individualität, welche dir da entgeacw- lritt. Unter ihren Bann stellst du dich mit dem ersten Schritt auf siziliscken Boden: schwügrnd gibt sie dir das Geleite rings um die zauberhafte Insel, über welche alle Kulturvoller der Erde hingegangcn, ihre Fußstapsen daselbst hinterlassend.

Du magst von ben Felsen des SOtonte Vellegrino den ent­zückten Blick schweifen lassen über die Conca d'oro die goldene Muschel, drin die Perle Palermo schimmert; oder von den Zinnen des alten Agrigent die verfallenen Griechcntenipel überschauen und weithin das afrikanische Meer einst der Tummelplatz berberischer1 Seeräuber, mit magischer Gewalt wird, fern am .Horizont verschwimmeud, die lichte Wolke dein Auge anziehen, darunter es hämmert und loht von heißpulsiercndem Leben, das pochende Herz Siziliens, seine treibende Kraft, segnend zugleich und zerstörend, befruchtend und zermalinend, Siziliens Schutz- geift zugleich und sein böser Dämon, der mächtigste Vulkan Europas, der Aetna. Mongibello nennen ihn die Eingeborenen Mn nwnte und dem arabischen dschebek, beides Berg bedeutend.

Bor diesem Gegcmten erging es dem Meufchou nxie mit dem schneebedeckten Könige der Alpen; sie, die so häufig einen Berg ivnennat nach seiner charakteristischen Form, nach einem Gegen- ibrnd, dessen Gestalt ins Tausendfache vergrößert er zeigt, finden, überwältigt, feinen würdigen Namen, keinen Vergleich, lein Symbol; vor dem grüßten versagt die Phantasie; schweigend beugen sie in stummer Ehrfurcht ihr Haupt vor demBerg". Itnb dieser Berg ist lebendig', furchtbar lebendig. Einem Riesen gleich aus uralter Göttersage zieht und bockt er die Menschen an sich, Schutz ihnen vermißend und Segen, ihre Saat beschirmend, ilren Stamm befruchtend, um Plötzlich in einem Ausbruch über- schäumender Kraft, blind elementarer Wut, fein eigenes Werk zu vernichten. Und doch, kaum daß die Lava erstarrt, der Flammern slv>m verglüht, kommen sie wieder, vertrauensselig, hoffnungs­reich, nisten sich ein zwischen dem kaum erkalteten Gestein, besäen unb bebauen die noch heiß atmende Schlackenkruste, die, v.\v berührt noch und jungfräulich, eben erst dem Mutterschoße der Erde entquollen, doppelten Erntereichtum verspricht für zerstörtes fcoffen. Das lohende Feuer, das den Boden durchwühlt, steigt 3'tnt Licht empor im feurigsten Wein. Die köstlichstert Sorten Agrumen, Getreide, Oel zeitigt der tätige vulkanische Boden, imterstützt von der Sonne des Südens.

Einen Blick in das Leben dieses Berges und seiner Menschen - denn sein^sind sie, die da wohnen seine Kinder, seine Schütz- lmge, feine eflößen, gewährt die Fahrt auf der Bahn, welche ben Aetna rings umzieht, vom Meeresspiegel bis zu taufend Meter, dem dritten Teile seiner Höhe, ansteigend. Das Erklimmen eisumstarrten Gipfels Mühsam und lucnig lohnend mag Sports- und Fachmännern überlassen bleiben; denn der Aetnö ist so recht der Berg für Spezi altspin^ sei es - auf botanischem, es.'logischem oder auch cthiwgraphi schein! Gebiet. Aber wahrlich beim Anblick der Gelehrten ringö um mich von depeit der eine aui dem unendlichen Bergesriesen nichts gewahrt als ein Hein winziges Moos oder Geflecht, der andere nur das verschwindende Geäder eines seltenen Minerals, ein dritter und vierter grübelnd geologischen Messungen, nretcreologischen Forschungen nachfinnt, ober dem ethymologftchen Ursprung eines seltenen Namens nach- spiirt, möchte mich, den Laien, eine frevelnde Freude fassen, daß nicht ein armseliges Pflänzchen nur, oder ein seltenes Gestein he>n, daß die Oianze unermeßliche Schönheit als ungeteilte Ein­heit ich fassen kann und genießen nrit -offenem Aug und Herzen

Die Eigenart der pflanzlichen Erscheinung drängt sich übrigens fliM' dem Uneingeweihten auf das ent'chicdenste auf. Bei Giarre verlassen wir die blühende Küste. Noch geben uns Orangen, und Zitronenhaine das Geleite. Weite, sorglich berieselte Ge beide- und Niaisselver dehnen sich aus, Wein- und Oelgärtcn. soweit das Auge reicht; und überall die lebende Umzäunung

*) Wir entnehmen diesen Aufsatz über den Aetna, dessen Ausbruch seit einiger Zeit alle Welt in Spannung hält, im Ein­verständnis mit der C. £>. Beck'schen Verlagsbuchhandlung Oskar keck-München dem SkizzenbuchAus warmen bunten Ländern", van Cattina von Scybold. Das Büchlein enthält Skizzen und Stimmungen aus Italien, Griechenland und Klein-Asien, Aegypten, 3nbien und Ceylon und ist als eine unterhaltsame Schrift be- scnders zu bewerten.

des gelb blühenden Feigentaktus, der taufend Lände gegen uns auszustrecken scheint wie alle Hände aufgehoben sind in Italien.

votier steigt die Bahn und folgt anfangs dem Tale des Al Eantara, wie schon der Name fagt, Stätte einstig fpanifd.-er Nieder­lassungen. Allmählich schwindel die kultivierte Feldregion, um ausaedckmten Waldungen Platz zu mackwn. Nach dem ausgeprägt südlichen Landschastsbildc deutscher Wald. Knospende Daselsträucher, Dinge Eichen, die noch des Herbstes vergilbte Blätter tragen; die herben, stolzen Gesellen wollens dem lockenden Südlandslenze iwch nicht glauben, daß es ihm ernst ist Mit seiner trügerischstir Sonnenflut; hier und dort breitet sich über den knorrigen Stäm­men eine Pinien kröne. Die Dörfer an der nörblidjen ölbdachung leben von Zitronenaussuhr. An allen Halteplätzen siehst du hvch aufgestapelt Kisten mit Limonen; Zitronemvasser steht bereit in lveitbauchigen Amphoren, Kinder spielen Boggia mit der goldenen Frucht, die hier auch häufig voh gegessen wird; mit Zucker eine köstliche Erfrischung.

Bald erreichst der Zug die bedeutendsten Ansiedlungen jenes Gebietes, die größten und zugleich traurigsten Ortschaften. Ganz in Lavaströme eingebettet liegen Randazzo, Bronte, Aderno an der Westseite des Aetna; ein erschütternd düsterer Anblick, zumal Bronte: schwarz, aus Lava gebaut die armseligen Däuser; dunkles Schilackcngc.ötl deckt den Boden; hier und dort ragen gespenstisch drohende Aschenkegel. Noch glauben wir den feurigen Strom zu sehen, der sich niederwülzt auf die wehrlose Stadt; fast dünkt uns, wir hören die Gebete, die Flüche der fliehenden Bewohner in ihrer Todesangst. Und das Wunder geschieht. Wenige Meter vor den ersten fcäuiern teilt sich die verderbenbringende Flut, sendet den einen Arm nach Norden, nach Süden den anderen, um sie, nachdem die Stadt im weiten Bogen umflossen, wieder zu ver­einen, so daß Bvonte nun liegt wie ans einer Insel, oder in weltabgeschlossenen Buchst, rings vom Tode ümtzingelt. Ein melancho­lischer Kratersee tut hier sein sckMrr^es Auge ans; alles kalt, not, keine Farbe, kein Leben, kein Baum; du begreif]! nicht, daß Menschen hier atmen können. Der Zug beschreibt eine Kurve und ein Garten blühender Mandclbäume breitet sich endlos hin. Erlöst vom drückenden Alp atmest du auf; die blühende Mandel ringsum weiß wie Schnee, la neue della mandorla, la neve della Sicrlia, wie ein eingeborener Reisegefährte voll Stolz bemerkt, denn anberen Schnee kennt ja die gesegnete Insel kaum. Stunden­lang durcheilst du das duftende Gartenland, immer zu Häupten dir der Sck/nee des Aetna, dir zur Seite der Schnee der Mandel- ulüte. Misterbianco beißt hier ein armseliges Nest, verträumt gebettet in wogenden Blütensegen. Für die Ansiedelung in diesem !chimMernden Wunderwalde fürwahr ein gefundener Name, der letzte Nachklang vielleicht einer längst verhallten Sage: Weißes Geheimnis.

Mit der Annäherung an Catania wirds immer lebendiger um uns Der Frühlingssonntag' hatte Ausflügler hinausgelockt, meist Studcknteu aus Catania, welche ihre Aetna fahrt unternehmen wie der Münchener seine Rundfahrt um den Starnberger See und aie nun da sie in uns die Deutschen erkennen -. fröhlich eine Acelodie anstimmen, einen vertrauten Ton aus der Heimat' es ist fein geringerer Gassenhauer alsEi, du lieber Augustin", der dort unten weit hinter dem Aetna fangesfteudigen Kehlen mtgüillt.

Wenn Goethe sagt:Italien ohne Sizilien macht gar fein Bild in der Seele; hier ist! der Schlüssel zu allem," so dürfte' hinwiederum der Aetna es sein, welcher uns das Verständnis Trinakriens, > fry Dreispitz-Eilandes, vermittelt.

Dünkt mir doch der mächtige Vulkan, dessen Volumen das- ienige des Vesuv um das Zwanzigfache übertrifft, wie die typische Verkörperung seiner Insel selber, des unendlichen Zaubers, der sie beseelt, all des Fluches, welcher auf ihr lastet; beide, Segen unb Fluch in engster Wechselwirkung, int Leben des Aetna, dem aus zerstörender Lava die herrlichsten Früchte sprossen, wie in der Geschichte des Landes, das um feiner Schönheit, feines einst fruchtbaren Reichtums willen, der Spielball feindlicher Völker, Der Kampfpreis blutiger Kriege war von altersher, geplündert und geknechtet, verschenkt und verschachert von Freund und Feind, ausgesogen bis >aufs Mark, zu Tode gehetzt durchs empörenda iMitzwirtfchaft seit Römertagen. Verödet liegen heut endlose Strecken, der Grundbedingung .aller Fruchtbarkeit, des Waldes, beraubt, so daß im Innern der Insel, das einst die 'Kornkammev der Römer gerne fen, kaum ein Getreidefeld mehr wogt, während der Ficberbaum, der Eukalyptus, längst den versiegenden Flüssen angepflanzt, Zeugnis ablegt von der heimtückisch schleichenden Schlange, welche die Gesundheit der Bevölkerung untergräbt. Wohl strahlt dir noch hier und dort ein Auge in klassischer Schönheit, mit Ent-ücken ocn.ahrff du hellenistisch vollendetes Gleichmaß der

Glieder, aoer bleich und müde schauen die Gesichter unter der dunkeln Kapuze hervor: e la malaria.

In drückender Armut, in fast sklavischer Abhängigkeit von dem großen Latifundienbesitzer, der in RoM ober 9teatel ein fürsd» lickes Leden führt, baut der Landbewohner sein dürftiges Riais^ seid, nährt sich von Käse und Milch der mitilopenartigen Ziege, der Freundin seines Elends und seine größten Feindin zugleich], denn sie ist es, welche jeden Versuch einer Aufforstung zuschanden Macht. Ihr ist Tein Zaun zu hoch, fein Wall zu steil, sie über­klettert ilyn, um erbarmungslos jede junge Pflanzung, die Hoff- mmg eines herzlichen Landes, auszurotten und zu zerstören.

Das Beste ist stets das Billigste.

Wie für jedes bekannte und eingeführte Prä­parat, so wird auch für Scotts Emulsion eine Reihe von mehr oder weniger minderwertigen Nachahmungen geboten. Hierüber lausen täglich Klagen bei uns ein, zumal nach Gebrauch dieser Nachahmungen der gewünschte Erfolg ausgeblieben ist. Deshalb sollten alle Eltern, die es gut mit ihren Kleinen meinen, wohl überlegen, ob es nicht vorteilhafter ist, das in allen Fällen be­währte Originalpräparat

Scotös Emulsion

zu nehmen, und ob sich nicht auch hier der Spruch bestätigt:

lYmf das Beste ist stets das Billigste.

4 Elfe verlange daher ausdrücklich: Scotts Emulsion mit unserer bekannten nebenstehenden Fijcher-

D erfahnuLt* schUpMarkt. £)/

<---------------------------------------1

Sänger und Redner.

Das Gute bricht sich Bahn. Dieses alte Wort bewährte sich in den letzten Wochen ganz besonders bei den Anstrengrungen, welche die Fabrikanten von Wybert-Tabletten gemacht haben, um für ihre seit 60 Jahren hochgeschätzten Produkte neue Freunde zu erwerben. Die Nachfrage nach Wybert-Tabletten ist so groß, dass die Fabrikanten Mühe haben, in diesen Wochen, in welchen Tausende von Gratisproben die glänzendsten Beweise ihresWertes erbracht haben, genug Tabletten zu produzieren. Die Stimme wird durch regelmäßigen Gebrauch von Wybert - Tabletten so wohlklingend und ausdauernd, daß Sänger und Redner nur noch Wybert-Tabletten verwenden, die in allen Apotheken in Schachteln ä Mk. 1. erhältlich sind. Depot in Gießen: Pelikan - Apo­theke, Kreuz 2. (ss*/liy

B3

Alle neun!

Carl Sfückrafh

Möbelfabrik Löwengasse 35

Seifersweg 38

Hllerbilligsfe Preise

1343

lMeyV" Uiy uv

MAGGIS gute, sparsame Küche.

MAGGI S SUPPEN

Schutzmarke Kreuzstern

Grösste Auswahl :: Sparte ITlodelle u Beste Ausführung

= Franko Lieferung -. . =

1. Unschädlichkeit

2. Wohlgeschmack

3. Billigkeit

4. Bekömmlichkeit

5. Bequemlichkeit

6. Haltbarkeit

7. Ausgiebigkeit

8. Reinheit

9. Bewährtheit

Alle diese Vorzüge vereinigt in sich Kathreiners Malzkaffee! Keine Nachahmung und erst recht keinlose ausgewogener Malzkaffee kommt ihm deshalb auch nur annähernd gleich.

Sardinen Teppiche Dekorationen

16 W

t ie l 3''n"'!L ii, mit n

SM w HM E SS'

M | | g in der täglichen Suppe! gehrten Sorten von

A bweclisiuiur $«supPen

' rx_Z V V X-z -* 'M. "\_z -M- wie Reis, Tavioka-Julienne, Grünkern, Riebele, Erbs gibt

( j es noch eine Reihe anderer, ebenso vorzüglicher Supven, z. B. ---/ Kartoffel, Reis-Julienne, Erbs mit Reis, Tapioka, Sternchen, C° Gersten (Graupen» usw. Bitte machen Sie auch damit einen Versuch!

fürlÖPfc