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9.3.1910 Erstes Blatt
 
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Nr. 57

Erstes Blatt

160. Jahrgang

Mittwoch L>. März 1910

Gietzener AMiger

General-Anzeiger für Oberheffen

für oic Tanesnummer voiationrdruS und Verlag öct vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruüerei R. Lange.

Di£> Dormutags u teyr.

BezugSvreiS: monatlich 7SP?., viertel- jährlich Mk. 2.20. durch Abholc- tu Zweigstellen monatlich 65 'Bf.; durch die Post 'Hit.3. viertel- jährt. ausjchl. Beüellg.

Zeilenpreis: total 15 auswärts 20 Pfennig. Eheirebakleur: A Goetz. Verantwortlich für den polnischen Teil: August Goetz. fürFeuille­ton" undVermischtes" K. Neurath; fürStadt u.8(tnb" imbGerichts-

Der Gietzener Anzeige, erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: vierinal ivöchentlich -iehenerZamilienblöttkr, iroetmnl roöcbetitl.Kielis blatt für den Ureis Stehen (Dienstag und Freiia.0; zweimal monatl. Land: wirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redatlion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen

Anzeiger Sieben.

Annahme von Anzeige«

liedaition, Expedition und vruckerel: Schnlstratze 7.

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Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.

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fjaufcv wurden solo ende Vereinbarungen getroffen: Die Der Wahlrechtsvorlage beginnt

beginnen und bi-3 zum 7. April dauern. Die verfassungs­mäßige zweite Aostiininnng über die Wahlrechtsvorlage soll am Dienstag, dem 1'.. April, stattsinden. Der Donnerstag dieser Woche bleibt für die Beratungen der Fraktionen über die Wahlrechtsvorlage sitzungsfrei.

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der Geschäftsstelle, Berlin NW. 21, Lübecker Straße 6, kostew zur Verfügung gestellt.

Bildende Kunst bei den Kongonegern. Ein

"bat die Gesellschaft nahezu eine Million Bücher verbreitet (993 646 Bände» und damit Tausende von Bibliotheken in ollen Teilen des Reichs begründet oder ihre Erweiterung ermöglicht. Neben den Wander- und ständigen Bibliotheken, die die Gesell­schaft bisher zur Verfügung stellt, richtet sie seit Anfang 1910 auch Eigen büchereien ein, di« int Zeitraum von 24

Jahren in das freie Eigentum der Bibliotheken übergehen. Tie Harte Inanspruchnahme der Gesellschaft erforderte die Bereit- stellui'.g erhebli'ch größerer Mittel für das laufende Jahr, für alle Gebiete der Gesel'lschaftstatigkeit 421 OOO Marl. Drucksachen, über die Wirlsamteit der Gesellschaft unterrichten, werden.

Aus den AeichrtagLauLschüssen.

:: Berlin, 8. März.

Der Reichstagsausschuß für das Hausarbeitsgesetz ver­handelte heute bei ß 3 a zunächst über einen Antrag des Zentrums auf Eitlführung von Lohnbüchern. Tie Beschlußfassung wurde bis zur nächsten Sitzung verschoben: man will versuchen, bis dahin einen Vermittelungsantrag fertig zu stellen. Tic Sozial­demokraten beantragen zu 8 4 einen Zusatzvaragraphen mit Vor-

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einzigartiger Fund ist int Gebiet des Kongo- oder Kassaistroms in Westafrika gemacht worden und hat ein begreifliches Aufsehen bei den Vertretern der Völkerkunde erregt. Bisher hat es als eine unumstößliche Tatsache gegolten, daß die Anwendung der bildenden Kunst zur Tarstellung von Porträts m Afrika für nüßere Zeiten auf das alte Aegypten beschränkt gewesen ist. Ter Satz wird berichtigt durch eine Holzstatuc, die der Engländer Torday bei dem Volksstamm dec Buschongo in dem bezeichneten Gebiet des Kongostaats aufgefünden hat. Nach der Beschreibung, die ihr ui der Monats i hri tMan" gewidmet wird, beweist sie, daß eine l,orträtLun)t fcl^m zu alten Zeiten bis £ief hinab ins Innere des afrikanischen Kontinents gereicht haben muß. Tie Statue stellt nach der Uebcrlieferung einen Nationalhelden dar, der unter dem schwungvollen Namen ^chamba Bolongonga verehrt wird. Tas Alter scheint nicht genau feststellbar zu fein. Aber die dortigen Eingeborenen nennen diesen Helden den 93. in her Tvuastie ihrer Häuptlinge, während der jetzt regierende König der 121. in dieser Folge sein soll. Es würden also zwischen jenem und diesem Herrscher 28 Regierungswechsel geschehen fein. Nun müßte freilich (Genaueres darüber ermittelt wciben, wie lange bei jenem NegerHamm die Könige im Turchschuitt an der Herrschaft zu bleiben pflegen. Jedenfalls ist die Statue deshalb von hohem Wert, weil sie sichtlich als Porträt gearbeitet ist und eine im Verhältnis erstaunlick-e Kunst zeigt. Namentlich die Gesichts bilbung und die schwellenden Formen des Rumpfes sind mit einem Versuch von Realismus ausgeführt, für die es ein Beispiel in Der afrikanischen Kunst bisher gar nicht gegeben hat. Es ist Torday gelungen, dies wertvolle Ltück nach Europa zu bringen.

1 angeblich ohne das Zartgefühl der bisherigen Be­isitzer zu verletzen. Dieser letzte Satz der Meldung scheint

Die Vorrechte derKulturträger im preuh. Wahlrecht.

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Die unverbindlichen Verhandlungen der Fraktionen im Abgeordnetenhanse über die Ausfüllung der Lücken im Wahl­gesetz (§§ 810) können, wie wir hören, als gescheitert gelten. Es wird nicht möglich sein, für die Vorschläge, die gemacht worden sind, eine Mehrheit zu sinden. Von der Regierung wird betont, daß es nicht angängig sei, in die Kulturträgerparagraphen" zu allgemeine Gesichtspunkte hineinzubringen. Im Ausschuß sei befürwortet worden, Be­amte in Ehrenstellungen, selbständige Geschäftsleute, die 12 Jahre selbständig sind, treue langjährige Arbeiter zu heben". Die Kontrolle würde hier bei der Aufstellung der Listen viel zu schwierig sein. Den Hauptwert müsse man daraus legen, feste, bestimmte, keinem Zweifel untcrlicgeiibe Vorschriften zu treffen, die nachher in der Praxis zu keinem Bedenken mehr Anlaß geben könnten.

Tie Regierung ist übrigens nicht abgeneigt, auch den Handwerkern und den gewerblichen und kaufmännischen Ge­werben Vorrechte zuzuerkennen, wenn es gelänge, geeignete Ausfteige.nsmerkmale zu formulieren. Schließlich käme man aber mit den Voiwechten ins Uferlose, auch Lehrer, Haus­besitzer, treue Arbeiter wurden solche beanspruchen. Tie Bestimmungen über Vorrechte werden daher im Gesetz wohl gänzlich aussallen.

Hebei1 das Schicksal der Wahlrechtsvorlage sind die Meinungen in Abgeordnetenkreisen recht geteilte. Die gesamte Linke will sick) jetzt auf Verhandlungen über­haupt nicht mehr einlasfen und wird die Ausschußbeschlüsse ablehnen, auch gegen Die Beseitigung kleiner Schünhcits- sehler stimmen, wenn die VoUversammlung, d. h. Konser­vative und Zentrum, au der indirekten halb geheimen halb öffentlichen Wahl festhalten. Tie Einigungsmehryeit ver­fügt über 240 Stimmen. Die Stellung der Freilonser- vativen ist zweifelhaft, die Linke hat rund 180 Stimmen. Inzwischen ist der Bericht über die Verhandlungen des Wahlrechtsausschnsses des Abgeordnetenhauses ausgegeben worden.

Kleines Feuilleton»

Der Historiker Professor D a e n e ll von der Universität Kiel wurde für 1910 als Aus tausch Professor an die Columbia-Universität in Newyork berufen.

Forschungsreise. Tie Himalaya-Forschungen, die Dr. T. G. Longftaff 1909 ausgeführt hat, haben neben Glelscheraufnahmen die Entdeckung eines Gebirgs­massivs und eine wesentliche Verschiebung der Hauptwasser- scheide des Kontinents zum Ergebnis gemacht.

* Eine F o l ge der Z e p p el i n f ah r t nach Berlin. Als Graf'Zeppelin in Berlin seinen Besuch ab- slattere, waren die Berliner von ihm geblendet, im über­trageilen Sinne des Wortes und leider auch im buchstäb­lichen. Der 29. August, der Tag der Ankunft des Zeppelin- Luftschiffs in Berlin, war wunderschön: bei hellem Sonnen­scheine und wollensreiem Himmel wurde der Lenlballon von aller Welt stundenlang, zumeist auf hohen Dächern stehend, erwartet, und ungefähr zwei Stunden lang beobachteten die Berliner bei grellem Sonnenschein die Bewegungen des Luftschiffes. Tas hat nun namentlich bei Frauen und Kin­dern zu Blendungscrscheinungen geführt/ Namentlich scheint daran, wie die Berliner flii:. Wochenschrift aussührt, die grelle Lichtquelle idnifb zu sein, die der vom Sonnenlicht bestrahlte mächtige Schiffs.örper bildete. Bei Kindern traten noch mehrere Tage nach dem Ereignis anfatlsweise Schmerzen in den Augen aus, andere sahen längere Zeit alle Gegenstände rot. Und so mutzte, wie die M. N. N. schreiben, mancher infolge zu vielen Ausschauens nach dem Zeppelin ins Dunkle gebracht werden, um den überangestrengten Augen Ruhe zu gewähren.

Tie &. cfelliri- art für Verbreitung von Volks- bitb inr g ha! in- /nhrc 1909 an 8919 Volks- und Bereins- bibltetit. 181887 Bänd? abgegeben, davon 122 110 Bände wenig. Luid. Ain jt i elfte u, Ivar hie Inanspruchnahme der Ge- ftllschaü im testen Zähre in Brandenburg (24 850 Bänd« . int Rheinbmd <14 570 Bde., in Hannover * 11 905 Bde.tz Westfalen (9748 Bd^5, 't immern 9529 Bde.), -Schlesien (9045 Bde.st Hessen- Nasfau (8822 Bde., der B'win' Sackten (8545 Bde.1, in Bayern (8059 Bde.) und Ostpreußen (80,6 Bde.). Tas Großh rzogtum Hessen folgt mit 6085 Bvc. an 14. Stelle. Seit dem Jahre 1897

zweite Lesung am jFreitag und so dritte Lesung der Wahlrechtsvorlage beginnt am Mittwoch nächster Woche unb soll am Tonnerstag zu Ende geführt werden. Am Donnerstag sollen dann auch die Osterferien

Die Geschäftsübersicht des Rcichsmilitärge- richts für das Jahr 1909 ist dem Reichstage zugcganaen. Es wurden anhängig gemacht 300 Sachen (1908:331, erledigt würben 279, davon durch Urteil 193, in 83 Fällen wurde die Revision verworfen. Tie Zahl der preußischen Sachen betrug 218, die der Marine 49. Anträge aus B >. deraufnahme des Ver­fahrens wurden 209 beraten, in 12 Fällen wurde die Wieder­aufnahme nngcrobnet, 37 Anträge blieben unerledigt, die übrigen wurden abgelehnt. Tie Zahl d.r R e cht s b e s ch w e r d e n be­trug 74, erledigt wurden 68, davon waren 7 begründet. An sonstigen Sachen wurden 3313 bearbeitet, darunter 2876 durch­gesehene Urteile der Oberkriegsgerichte.

Die Reichsversicherungsordnung wird, tote uns aus Berlin geschrieben wird, dem Reistage nach erfolgter Drucklegung des sehr umfangreichen Entwurfes in 810 Tagen zugehen. Tie erste Losung des Entwurfes findet im Reichstage nach Ostern statt. Man glaubt nicht, daß der mit der Vor beratung betraute Reichstagsaussämß den Sommer über tagen wird, sondern nimmt an, daß der Ausschuß im Herbst ieme Arbeiten srüher als das Plenum ausnehmcn wird.

Aus Köln wird gemeldet: Die Verhandlungen des Lohnausschuu'es mit dem Schutzoerbande der Brauereien sind gescheitert, obwohl die Arbiilervertreter mit ihren Forderun­gen weiter zurückgingen. In der Adterbrauerci legten die s2Ir- beiter bic Arbeit uieoec.

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König Eduard Hottete am DienSAg vormittag in Paris bem Präsibentcn Falliöres (inen halbstündigen Besuch ab. Ter Präsident Falliörcs Hattet? später dem König einen halbstün­digen Besuch ab. Hieraus empfing dec König den Prinzen Gcvrg von Griechniland.

Einer Pari er Blatt".rmeldung zufolge hat der Go u v e r n e u r von Französisch - Mestafrika wegen der durck die auf- ständige Bewegung unter d n Ein.eberenen der El.enbeinküste geschaffenen ernsten Lage beim Kol.uiialamt die Entsendung von Truppen l-. antragt. Tas Ministerium beschloß diesem Antrag Folge zu geben.

Auf dem Wege über Paris ro-irb aus Ceuta über Gi­braltar gemeldet: Im Mai vorigen Jahres begannen Genie- truppen b-cn Bau zweier Straß en, bte Ceuta mit Tetuan einerseits unb mit Tanger anderteits verbinden sollen. Als es zu den Käm.pfen bei Melilla kam, wurden biete Arbeiten ein- gesleltt. Seither ist die Bcsatznng beträchtlich ver- nr e h r t worden und zählt jetzt 12000 '.LRann. Auch Btunition und Material jum Bau ven Baracken tour Den andauernd nach Ceicka gebracht unb Lebensmittelbepots errichtet. Es geht das Gerücht, das- die Zitad.chr a n 100 Geschütze besitze, abgewli-en von denjenigen, über bi' Ceuta bereits früher verfügte. Die Hebungen unb Märsche, bte sich über die Grenze des span schen Lagers hinaus erfttftctteit, machten auf die benachbarten. Stämme großen Ein- druck. Wie versichert wird, soll der Bau her Straße nach Tetuan unb Tanger im April ober im Mai wieder ufgenommen werden und man fürchtet, daß die Arbeiten zu Zwiichensällen Anlaß geben werden.

Der König von Schweden trat Dienstag! eine Reise nach bem Süden an.

AuS Philadelphia wird gemeldet: Der Chef des Sicher­heitsdienstes macht bekannt, daß der Aufsorberung des Verbandes der i'öiibuterten Arbeiter zum Generalstreik weniger a s 20 000 Arbeiter F-lge leisteten. Die Arbeiterfühter geben die Zahl der sich jetzt im Ausstand Befindlichen auf 125 000 an. Ter Bürger­meister von Philadelphia erklärte, daß her Shmpath estreik der im Dienste der Stadtverwaltung stehenden Leute beendigt sei. Tie öffentli-ckie Ruhe wurde gestern nirgends gestört.

Deutsches Reich.

2er Kaiser unternahm, wie aus Wilhelmshaven gemeldet wird, am Tienstag von 10 Uhr ab Besichtigungen der Kaiserlichen Werft unter Führung des Oberwerstdirektors, Kontreadmirals Tick, in Begleitung des Prinzen Heinrich von Preußen und des Großherzoas von Oldenburg, der gegen 10 Uhr hier cin- getrofsen ist. Besichtigt wurden die neuen Schiffsbauten, einige neue technische Einrichtungen, sowie die FortichAtte der neuen Hafenanlagen Ter Kaiser begab sich nach der Besichtigung der Werft, mit dem Prinzen Heinrich von Preußen unb bem Großherzog von Oldenburg gcucit 1 Uhr zum Admiral von Baudisfin pm Frühstück: die Besichligungen werden am Nachmittag fortgesetzt.

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schriften für den Luftraum unb bas Licht für bic Räume her Hausarbeiter. Ta die Turchführung dieses Antrages gleich­bedeutend wäre mit der Beseitigung der Hausarbeit, wurde der Antrag von allen bürgerlichen Parteien abgelehnt.

Der Budgetausschuß des Reichstages verhandelte und erledigte heute den Haushalt der Reich sei send ah neu. Ein Abstrid: wird nur gemacht bei den Unterhaltungskosten in Höhe von 135000 Mk. Aus dem neuen Neichsbesteuerungs-- g'esetz, das dem Reichstag vorgelegt ist, werden die Reichseisen­bahnen nur 67 000 Mk. zu zahlen haben. Tie Aenderung des Planes des Umbaues des Hauptbahnhoss Straßburg gibt wegen der Verteuerung des Projektes unt 1,9 Millionen Mark zu längerer Aussprache Anlaß. Ter Titel wird genehmigt. Jrn Airschluß au den Haushalt der Reichseisenbahnen findet eine Er­örterung der Arbeiterverhältnisse statt. Ter fozialdemo- kratische Vertreter von Straßburg hält eine 15 prozentige Lohn- erhöbuiig fiir notwendig. Minister v. Breitenbach führt aus, daß die Löhne seit 1906 erheblich gestiegen sind, seit 20 Jahren um 39,8 Pro;., seit 10 Jahren um 18,5 Proz., seit 5 Jahren um 15,5 Proz., seit 1908 um etwa 3,7 Proz. Trotz des Mckgangs des Vertebrs habe leine Arbeiterenllassuug unb keine Lobnherab- setzung i'tiittgefunbcn. Ter Frage soll jedenfalls die größte Auf­merksamkeit geschenkt werden.

Tie Erklärung des Ministers wird zu Protokoll gegeben. Von badisc! r Seite wird gewünscht, daß auf die badischen Verhältnisse Rücksicht genommen werde.

Beim Haushalt des R ei ch s s ch a tz am ts fmbet eine Er­örterung statt über bic Beliebtheit der Treünarkstücke und die Uiv beliebtb'eit der Fünfundzwanzigpsemügstücke.

Auf Anfrage über die Unterstützung der Tabak- arbeiter erklärt Schatzsekretär Wermuth, im Februar seien die Unterstützungen stark gestiegen. Tie für dieses Jahr zur Ver­fügung stehenden 2>/a Millionen werden noch um 400 000 Mk. überschritten werden. Die Erledigung dieser Frage wird zurück- gestellt. Mittwoch: Fortsetzung und Auswärtiges Amt.

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Der Justiz auö schuß des Reichstages begann heute die Beratung der S t r a f p r o z e ß n o v e l l e. Tas Gerichtsvcr- sassungsgefetz wird erst nach ihrer Erledigung zur Verhandlung gestellt werden. Ter Ausschuß nahm die ersten beiden Paragraphen der Strafprvzeßordnung (Gerichtsstand des Tatortes unb Wohn­sitzes, nach bem Rcgicrungsciilwurs an. In §§ 3 unb 4 will der Regieruii isentwurf die Gerichtsstände dahin erweitern,, daß der Gerichtsstand der Ergreifung allgemein, der Gerichtsstand deS vorübergehenden Aufenthaltes, falls der Angeschuldigto nicht wider- sprickt, eingeführt wird. ES lagen Aiürägc des Zentrums unb der Sozialdemokraten vor, die den Gerichtsstand der Ergreifung einschräulen wollten auf den Fall, daß der Angeschuldigte nicht widersvreche ober sein Einverständnis erklärte. Anträge der Nationalliberalen forderten, daß für den Gerichtsstand des vor- übergebenden Aufenthalts die Zustimmung des Angeklagten er­forderlich sei. Zu einer Abstimmung kam es nod) nicht.

Der ReichStagSausschuß für die Haftung des Reichs für die Beamten erledigte den Gesetzeickwurf heute in beiden Lesungen. $ 5 wurde nach einem Anträge der Nationalliberalen in der Fassung angenommen, daß die Vorschriften dieses Gesetzes keine Anwendung finden sollen, soweit es sich um daS Verhaltens solcher Beamten handelt, die abgesehen von der Entschädigung für Dienstaufwand auf den Bezug von Gebühren angewiesen sind, und soweit es 'ich um das Verhalten eines mit Angelegenheiten des auswärtigen Dienstes befaßten Beamten handelt unb dieses Verhalten nach einer amtlichen Erklärung des Reichs­kanzlers politischen ober internationalen Rücksichten entsprochen hat. Einstimmig würbe weiter ein § 5a angenommen, wonach bic Vorschriften anberer Reichsgesetze unberührt bleiben, soweit sie für bestimmte Fälle der Haftung des Reiches über einen) gewissen Umfang hinaus ausschließen. Weiter wurde eine Ente ichließung angenommen, die beit Reichskanzler ersucht, in denjenigen Einzclstaaten, in denen die Haftung des ÄaateS für seine Beamten noch nicht geregelt ist, eine Regelung dieser Frage in Anregung zu bringen. Tie Annahme des Gesetzentwurfs erfolgte mit allen gegen zwei Stimmen.

uns dafür zu sprechen, daß eS mit derVerehrung" des Bildes nützt so weit her gewesen ist.

Vom bevorstehend en W cttuntergang. Es wird geschrieben: Von beirr Zusammenstoß der Erde nut .dem Hcülchschen Kometen ist jetzt viel die Rehe. Ta sei 'daran erinnert, haß man zur Beruhigung ängstlicher Gemüter mit größter Be- stimmtheit ankündigen kann, die Welt werbe keinessalls unter­gehen. S.) tat nämlich in ähnlichen Zeitläuften ein berühmter Astronom: und als ein Freund ihn fragte, woher er denn biete unbedingte Zuversicht nehme, schließlich sei doch auch ein böser Ausgang immerhin nicht so ganz undenkbar, da antwortete der kluge Mann solgendermaßen:Ich glaube wirklich, die Erde wird keinen Schaden nehmen, meine Provhezeiung wird eintreffen und mein Ruhm fester begründet sein als je. Sollte aber wider Er­warten die Welt doch untergehen ja, lieber Freund, Danin wird am Ende nicht mehr viel darauf anEominen, wer recht ge­habt hat."

Schottischer Geschmack und Sekl Zu dxn Anek­doten, mit denen die Engländer ftmiildnachbarlicki^S^T^^ - zu bedenken pflegen, liefert dieTailn News''/sgend!M neuen Mittag: Ein Schotte ist zu einem Tiner eingeladen und spricht bei Dieter Gelegenheit schon zu Beginn brr Mahlzeit bem dav- getcteilen Champagner sehr eifrig zu Je weiter aber bic Zeit urticf]reitet, desto stiller unb offenbar unzufriebener wirb bet seltene Gast, und ein Nachbar hört ibn endlich vor sich hin murren:Hoffentlich kommt dock schließlich etwas Whisky auf ben Tisch! TicfeS dünne Mineralwasser ist mir wirklich schon über!"

Das Fr ühkingsfest in der Mainzer Stabt!) all c. Tie Vorbereitungen zn deut Fest sind in vollem Gange und schreiten rüstig vorwärts. Eine Reihe nmnhafter auswärtiger Künstler und Künstlerinnen haben ihre Mitwirkung zngesagt. Für das Gelingen des Kon­zertes wie für das des Kabaretts sind die besten Vor­bedingungen gegeben, zu der Tonibola werden Mainzer Schriftsteller Exemplare ihrer Werte, mit entsprechenden Widmungen versehen, geben, Damen der Bühne werden Handarbeiten stiften, und andere originelle und wertvolle Beiträge stehen in Mssicht. Tie gute Besetzung der ver­schiedenen Zelte für Kaffee, Liköre, Wein, Sekt nsw. ist gesichert, und besondere Anziehungskraft dürfte das Zelt Zum sidelen Bauer" und das Bier- unb Wurststübl auSüben.