160> Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 185
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Wetter
9.
8.
Niedrigste
-Kinderrnehl
Beobachtungen öer Station Gießen.
Meteor
4- 11.0
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Jetzt ist die rechte Zeit für frisches gekochtes Obst und
In der fortgesetzten Besprechung des zweiten Hauptthemas „Deutsche Theologie und deutsche Kirche"
mehr am Markt und begehrt, Jungvieh in großer Zahl wurde glatt abgenommen. Sehr früh wurde schon am Bahnhof eingeladen, so daß die ersten Ladungen und die großen Händler schon um i/28 Uhr abfuhren. Bis zum späten Vormittag war alles verladen; es gingen 71 Waggons in mehreren Sonderzügen ab. So leer am Montag mittag hat man Schotten am Sommcrmarkt noch nicht gesehen; weil kein Ueberstand blieb und auch die Bauern heimeilten. Früher war Dienstag noch hauptsächlicher Rindviehmarkt, jetzt werden nur noch Schweine angetrieben und zwar diesmal 1154 (Vorjahr 1047) Stück. Schwere Tiere in reicher Anzahl wurden zu 54 Pfg. Schlachtgewicht angeboten und genommen, besonders von Händlern aus Mainz und Frankfurt; die hiesigen Händler bezahlten z. T. diesen Preis nicht und konnten nichts kaufen. In Einlegern blieb Ueberstand, dagegen wurden Ferkel zu annehmbaren Preisen gut gehandelt. Der Verkehr am Bahnhof wickelte sich zwar glatt ab, die Raumverhältnisse sind aber dennoch zu eng. Morgen ist Krämermarkt.
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 8. August 1910. __________
einem Vortrage über „Aufgabe und Bedeutung der Religionspsychologie". Tie Religionspsychologie kann und soll nicht direkt zur Wahrheitsfrage Stellung nehmen. Aber sie muß methodisch die Wahrheitsfrage in der Bedeutung berücksichtigen, welche diese für das religiöse Leben hat. Sie muß vom Gesichtspunkte des religiösen Wahrheitsinteresses aus die religiös entscheidenden Motive und Tendenzen der verschiedenartigsten Ausdrucksformen des religiösen Lebens unb' also den eigentlichen Sinn dieser letzteren zu bestimmen suchen. Tas muß durch eine wechselseitige Förderung des Verständnisses zwischen der Deutung des eigentlichen Sinnes der religiösen Phänomene-und der hypothetischen Ersw,ung des Wahrheitszieles, dem sie zustreben, geschehen.
Professor Baumgarten (Kiel) behandelte
Bestbewährte gesunde und magendarmkranke
Die „Siehener Zaw.jlienblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal.
Der Velttongreh für freier Christentum.
4 Berlin, 9. August.
Nahrung für:
sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene
Kinder.
Mittwoch 10. August 1S10
1 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen
l&'eV Unioersitäts - Blich- und Steindruckerei.
'Q R. Lange, Gießen.
Zchottener Zommermarkt.
r. Schotten, 9. Ang.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schu> straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktionell 12. Tel.-Ad ruAazeigerGießen.
„Die religiöse Erziehung in Deutschland".
Soll die religiöse Erziehung in Deutschland wirksamer und wahrhaftiger werden, so muß 1. die Begrenztheit dessen, was der religiöse Unterricht für die Erziehung leisten kann, schärfer erkannt werden: 2. das Ziel des Religionsunterrichts auf Mitteilung der zur Volksbildung unentbehrlichen Kenntnisse in der Religionsgesch'ichte und auf Erregung des Interesses für die reü- giösen Helden und Kräfte beschränkt werden; 3. der Zwang aller Eltern, ihre Kinder einer bestimmten Konfession zu^uführen, und der Zwang aller Elementarlehrer, Religionsunterricht zu erteilen, beseitigt werden; 4. die grundlegende Bedeutung des Hausgeistes und des Mutterunterrichts für die Erweckung religiösen Lebens erkannt und darum 5. das Hauptabsehen aller Freunde der Religion und des Volkes darauf gerichtet werden, daß das Vertrauen weitester Volkskreise, der Höchgebildeten rote der auf- trebenden Arbeiterklasse zu der rourzelechten Kraft der Religion und zu ihrer Vereinbarkeit mit allen Idealen des .Kulturlebens wie mit allen Fortschritten der Natur- und Gefchichtserkenntnis und endlich zu ihrer Unabhängigkeit von staatlichen oder priesterlichen Nebenabsichten wieder gewonnen werde.
Professor Liz. Niebergall (Heidelberg) sprach über die „Prcdigtkunst in Teutschland". *
Der letzte Vortrag des Abends von Prof. Heinrich W e i n e l (Jena) betraf
„Theologie st udium und Kirch e".
Tas hauptsächlichste Problem liegt nach dem Redner hier bei den Menschen, den Studenten. Sie verlangen nach der Wissenschaft mit allen Kämpfen, nicht nach toter Gelehrsamkeit. So ergeben sich als Forderungen an die Universitäten: 1. Reform des Lehrplans: Verlängerung der Studienzeit, Verkürzung des historischen Studiums zu Gunsten der Gegenwartswissenschasten, der systematischen und praktischen Theologie, Beschränkung der alt- und neutestamentlichen Vorlesungen, Hinzunahmc von Religionsgeschichte und -Psychologie, Geschichte, Nationalökonomie und Philosophie. 2. Reform des Unterrichtsbetricbes, in dem viel mehr Nachdruck den wissenschaftlichen Seminaren und Hebungen gegeben werden muß. Tie praktische Hebung bleibt dem Predigerseminar Vorbehalten. Tie Professoren sollen den persönlichen Umgang ihrer Hörer suchen und in den Vorlesungen auch als Menschen und Glieder der Kirche zu reden den Mut haben.
Die heutige Vormittagssitzung brachte den Schluß der Rednerliste über das Hauptthema: .„Deutsche Theologie und deutsche Kirche". Professor B o u s s e t (Göttingen) behandelte die „B e - deutuilg der Person Jesu für den Glauben der Gegenwart". Tie gegenwärtige historische Forschung am Leben Jesu belastet die systematische Theologie, soweit sie geneigt ist, in der Historie das Fundament unserer Religion zu sehen, mit starken Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten. Nicht insofern, als besonnene Historie jemals zur Leugnung der Geschichtlichkeit Jesu von Nazareth führen tonnte, aber doch, weil die Geschichtsforschung in ihrem Fortschritt die Erkennbarkeit des Lebens Jesu mehr und mehr einzuengen und zu beschränken droht. Von diesen Schwierigkeiten werden die verschiedenartigen Versuche, die christliche Religion auf die in der Person Jesu von Nazareth gegebene Offenbarung zu fundamentieren, in fast gleicher Weise getroffen. Von hier aus ergibt sich die Notwendigkeit der Rückkehr von allem einseitigen Historismus zum Rationalismus Lessings und Kant s. Religiöse Ideen bilden für die Erkenntnis den letzten ehernen Bestand in aller Religion, aber sie sind zu abftraft, als daß.der Glaube von ihnen leben könnte. Sie bedürfen der umhüllenden Symbolisierung. Der Glaube lebt vom Bild und Symbol. Jesus ist für seine Gemeinde nicht nur der Schöpfer der wesentlichen Symbole, sondern auch in feinem' Personenbild, wie es in den Evangelien als Tichtung und Wahrheit vorliegt, selbst das .wirkungskräftigste Symbol des Glaubens.
Pfarrer Tr. Erich Förster (Frankfurt a. M.) erörterte die „Verfassung der evangelischen Kirche in Deutschland". Direktor Tr. Ferdinand Jakob Schmidt.(Berlin) sprach über die „Weltgeschichtliche Mission des Protestantismus". Geheimer Kirchenrat Professor Tr. Troeltsch (Heidelberg) behandelte an letzter Stelle
„d i c Möglichkeit eines freien Christentums". Er ging in seinen Ausführungen von der Parole eines freien Christentums aus. Unter freiem Christentum versteht er eine vom kirchlichen Dogma und von den kirchlichen Institutionen freie Umbildung der christlichen Idee im Zusammenhänge mit der allgemeinen Lebensbewegung der Gegenwart. Die Frage, ob freies Christentum möglich sei, zerlegt der Redner in vier Einzel- fragen, zu deren Bejahung er kommt. Er schließt: Wir stehen an der Schwelle großer religiöser und kirchlicher Umbildiingenl und tun gut, uns innerlich darauf vorzubereiten. Im übrigen können wir gewiß sein, daß die europäische Kultur ohne Grundlage in den religiösen Kräften des Christentums auf die Tauer schwerlich wird bestehen können. Auch jede kommende Kultur wird in dem Maße, als,sie religiöse Tiefe und Reife besitzt, dasjenige in sich enthalten, was die innerste Lebenskraft des Christentums bildet: die .Wiedergehutt .und Heiligung der Persönlichkeit durch Gott,
politische Lagesschau.
Der Gießener „Genosse" Krumm gegen den Revisionismus in feiner Partei.
Unseren Gießener Wahlkreis wird es interessieren, welche Stellung der sozialdemokratische Reichstags- kandidat Krumm zur „revisionistischen" Bewegung in der Sozialdemokratie einnimmt. Man hat ihn wohl bisher vielfach für einen Mann gehalten, der zum Revisionismus neigt, aber nun hat er im Streit um die badische tzofgängerei midBudgetbewilligung sich etwas tiefer ins Herz, sehen lassen. In einer Presseauseinandersetzung mit dem Genossen Dr. Quessel-Darmstadt liefert Herr Krumm der sozialdemokratischen „Franks. Volksstimme" eine Art Bekenntnis, wonach er dem Revisionismus eine derbe Absage erteilt und sich ganz auf die Seite der radißalen „Borwärts"-Leute stellt. Krumm schreibt:
„In Nr. 180 der „Volksstimme" beschäftigt sich Genosse Tr. Quessel-Darmstadt mit meiner Person. Wie Sie in Ihrem redaktionellen Zusatz richtig vermuten, galt meine Kritik auf der Gießener Kreiskonferenz der Gesamthaltuug der hessischen Vatteipresse; in dem Zusammenhänge erwähnte ich Genossen Quessel als Musterbeispiel, wie weit wir in Hessen, soweit die Presse in Frage kommt, durch die ewige „Revidiererest' der Parteigrundsätze gekommen sind. Aehnliche Ausführungen machte ich schon in Mainz auf der Landeskonferenz. Mich bedrückt es, daß wir uns schon seit Jahren (aus Parteidisziplin) eine Presse gefallen lassen, die in ihrem Heberrevisio- nismus allmählich anfängt, die Genossen zu schulen, daß Grundsätze nur da sind, um an ihnen fortwährend herumzudoktern, anstatt den Gegnern aufs '.Dach zu steigen. Gewiß ist Kritik nützlich wie Arznei für einen kranken Körper. Aber dieses ewige Geschreibsel, welches an dem Parteiprogramm kein gutes Haar läßt, immer neue Wege sucht, .um uns von der alten bewährten Bahn abzubringen, dieses an den „Halswerfen" dem großen Unbekannten — „liberale Linke" genannt —, all dieses zusammengenommen wächst einem schließlich zum Halse heraus. Will man an Patteiprogramm und Taktik revidieren — schön, dann komme man dem Parteitag mit konkreten Vorschlägen, dann reden wir darüber: .bann wird sich d i e „U e b e r l e g c n -1 beit" des Revisionismus zeigen. So lange man aber auf diesen einzig möglichen Weg, zur Klärung und zur Verständigung zu kommen, verzichtet, sollten sich die Partei- genossen die Nörgelei einiger Vielschreiber und A l l e s - b e s s e r - W i s s e r entschieden verbitten. Genosse Quessel tut mir unrecht, wenn er mir in diesem Zusammenhänge attestiert, daß ich von dem Rechte der freien Meinungsäußerung selbst ausgiebigen Gebrauch mache. Jawohl, gegen die Gegner aller Schattierungen sogar sehr ausgiebig; das halte ich die nächsten zwanzig Jahre.noch für notwendiger und dringlicher, als wie die permanente Schulmeisterei in der Partei: in meinem ganzen Leben habe ich noch keine drei Artikel verbrochen, um innerhalb der Partei zu .kritisieren. Das besorgen Genosse Quessel und seine Freunde so reichlich und ausgiebig, daß wir armen Provinzler jahraus, jahrein nur inod) unsere Last haben, die von den Superklugen innerhalb {ber Partei in den Weg geworfenen Hindernisse bei der.Agitation hinwegzuräumen. Würden die Mitarbeiter der Sozialistischen Monatshefte die Energie und den Fleiß, den sie gegen die „radikalen" Genossen^ anwenden, mir halb an die Gegner hängen, wir wären ein gutes Stück weiter. „Wo der Mut in der Brust eine Spannkraft übt," wie beim Genossen Quessel, da empfehle ich ihm den Wahlkreis Msfeld- Lauterbach-Schotten zur Bearbeitung zu übertragen, bann wird ihm die „Großblockidee" in kürzester Frist ausgetrieben sein. Es ist lächerlich, daß.ich verlangt haben soll, Genosse Quessel solle nie und nimmer den „Vorwärts" kritisieren. Das ist mir im Traum nicht eingefallen. Ein so zerbrechlich Ding ist der „Vor- wätts" nicht, daß ihm Quessels Angriffe viel schaden könnten und außerdem sind die , „Vorwärts"-Geiwssen ja nicht so zimperliche Leute, daß ich mich ihrer annehmen müßte. Ich mache niemand das Recht streitig, zu schreiben, so viel und wo er will, — nur dagegen glgube ich mich wenden zu müssen, daß man die Patteipresse in .einseitigster Weise in den Dienst eines unklaren, verschwommenen Re vis io ui smus stellt. Die ewigen Provokationen von dieser Seite dürfen nicht mehr stillschweigend hingenommen werden, da fönst die Gefahr besteht, daß eine große Anzahl hessischer Genossen ihre literarischen Bedürfnisse anderweitig befriedigt. Tas.wünsche ich nicht und eben darum kritisiere ich des Friedens halber. Was bedeutet übrigens ein vielleicht etwas scharf geratener „Vorwärts"-Artikel gegen bie Disziplinlosigkeit in Bad en? Mer gegen den „Vorwärts" die ganze Entrüstung feinfühliger Genossen und für Baden mildes Verstehen, Begreifen und — Verzeihen. Tas ist es, was mir an der L a n d e s v r e s s e mißfallt, daß sie für die gröbsten Verstöße gewisser Parteikreise gegen die Erregung von Streit und Unfrieden nur beschönigende Worte findet. Unb das in einem Lande, wo wir durch fortwährende Zurücksetzung einer reaktionären Regierung alle Hrsache Hätten, auf den Reaktionsschelmen andert ha lb e sozialdemokratische zu setzen. Möge der „Revisionismus" ierft bei den Gegnern ein* setzen, bann ist es für uns noch immer Seit, Verbeugungen nach rechts zu machen."
Herr Krumm toarnt also davor, sich der liberalen Linken an den Hals zu merfen. Ob er dennoch auf deren Hilfe bei einer Stichwahl wird rechnen können? Auf alle Fälle steht es fest, daß Herr Krumm in strammer Parteidisziplin alles mitmachen würde, was die orthodoxen Obergenossen in Berlin für aut halten, und daß er nicht der Mann wäre, eine Mauserung in seiner Partei anstreben zu helfen. Er will sogar der freien Meinungsäußerung in der eigenen Parteipresse Schranken ziehen und er spricht sich so aus, als ob brauchbare Fortschrittsgedankeu nur in den Rede- sttömen eines Parteitages reifen könnten! Die ganze Auseinandersetzung zeigt wieder einmal, wie es um die freie, ungehinderte Meinungsäußerung in der sozialdemokratischen ,Partei bestellt ist!
Em Parlament der Durchgefallenen
©etreibepreife in Mannheim
Weizen 100 Kg. 20.30-21.00 Mk.
Roggen 100 Kg. 15.50-00.00 fDif.
beabsichtigt, wie uns aus Paris geschrieben wird, ein Herr Albert Wolff zu gründen und ist ganz entrüstet darüber, daß seine Idee nicht ernst genommen wird. Er betitelt sich „Sekretär des Kändidaten-Verbandes" und hat in dem bekannten Annoncenblatte „Petttes Afsiches" folgende Anzeige erscheinen lassen:
„Die bei den letzten Wahlen nicht gewählten Kandidaten werden hierdurch aufgefordert, dem Kandidaten- Verbande beizutreten. Die Beiträge sind auf 0,01 Centime für jede erhaltene Stimme festgesetzt. Eine spätere Anzeige wird das Dalum und den Ort der ersten Hauptversammlung für die Ratifizierung der Statuten mit- teilen."
Herr Albert Wolff hat also offenbar keine Zeit, die
Durchführung des Proporz-Systems abzuwarten und ver- ickt die Meinung, daß die Durchgefallenen, die doch schließ ich auch einen Anteil an der Volkssouveränität haben, nicht mehr als „quantite negligeable" behandelt werden )ürfen. Er will sie also in "eine Art „Nebenparlament" vereinigen, in dem, wie in der Kammer, politische Parteien bestehen sollen. Ihre Arbeiten sollen denen in der Tagesordnung der beiden Häuser des Parlaments vorgesehenen parallel laufen. Hnd es ist sogar die Gründung einer Zeitung zur Berichterstattung über diese Arbeiten vorgesehen. Viele Anhänger hat Herr Wolfs mit dieser Idee noch nicht gefunden. Er hat übrigens für die Aufnahme in seinen Verband eine Minimalzisfer der Stimmen vorgesehen, die auf die aufnahmelustigen Kandidaten entfallen sein müssen. Hlk-Kandidaten werden überhaupt nicht zugelassen. Herr Wolff nimmt eben seine Sache sehr ernst. Er ist wohl der einzige, der das tut.
Brotpreise in Gießen
Weißbrot 2 Kg. 62 Pig.
Schwarzbrot 2 Kg. 54 Plg.
Lange Jahre war der Besuch durch Handelsleute nicht so start wie dieses Jahr. Die Großkäufer für Fohlen und Rindvieh hatten sich schon am Samstag oder Sonntag früh eingesunden, der Zusttom am Mittag war außerordentlich stark und abends traf die letzte große Schar ein. Trotz Verbot konnte es nicht verhindert werden, daß namhafte Verkäufe schon am Sonntag in den Ställen abgeschlossen wurden. Die Fohlenaufkäufer rissen sich um die Tiere; was mittags am Bahnhof ausgeladen wurde, war noch ehe man den Stall erreichte verkauft zu namhaften Preisen; es fehlte nicht viel und es hätte unter den Händlern eine Keilerei gegeben. Ein Münchener Fohlenkäufer hatte sich einen Wagen gemietet und fuhr den Zutreibern über den Landweg entgegen, wobei er alles an Fohlen aufnahm. Die Verkäuser hatten also bald ihr Geld in der Tasche und konnten mit dem nächsten Zug zurückfahren. Der Auftrieb an Pferden und Fohlen am Markt betrug noch 150 Stück. Der Handel mit Fohlen war bald zu Ende, Pferde wurden auch später noch verkauft. Der Aus- „ju cul । ujt. LZ u u l u U i u «uv vuuhujv trieb an Rindvieh betrug 1054 Stück (etwas mehr als!
tarn zunächst Professor SBobbermin (Breslau) zum Wort mit origes Jahr), schwere Gangochsen wurden gut gehandelt, «rt»™ ginrtmno ithpr ysirwabt» und .led^ntuna der Reliarons- mittleren Gang ochsen ebenfalls rege Nachfrage (zwei Waggons waren von Berlin bestellt und wurden kom- missionsweife gekauft), in Bullen geringer Auftrieb, Kühe
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 9. Ang. H e u- und S t r o b m a r f t. Anaefcchren waren 22 Wagen Heu und 4 Wagen Stroh. Man notierte: Heu (neues) 3,20—3,70 Mk., Stroh (Korntangstroh) 2,50 bis 0,00 Mk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschäft gut. Tie Zufuhren waren aus Oberhessen, der Wetterau und dem Kreise Dieburg.
X Kirchhain, 9. Aug. Der heutige Rin dvleh markt war mit Kühen und Rindern nur schwach beschickt. — Auf dem S ch iv e i n e m a r k t standen etwa 550 Ferkel und Lauser zum Verkauf. Atan bezahlte für das Paar Ferkel kleinster Sorte 40 bis 50 Mk., für mittlere 55—65 Alk. und für größere 70—80 Mk. Läufer stellten sich pro Paar auf 90—120 Mark. Der Handel ging flott.
Veräntroortlich für „Aus Stadt unb Sanb" und „Gerichtssaal" i. V.: Karl Neurath.
-Krankenkost
Höchste Schlachtviehpreife in F r a n k f u r t a. M.
Fleischprcise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 87—92 Alk.
'/,Kg. Schlachtgew. 97—104Vf.
■/, , . 68-71 ,
Kg. 80-88 Pfg.
, 86—88 , V, , 80-96 ,
Aug.
1910
Barometer auf Oe rebuzierl
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke |
®rib b« Dcirölkung in Zehntel der flchrb. Himmeisfl. \
9? 2«
743,0
21,5
10,8 1
57
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16,8
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