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Nr. 107 Erstes Blatt 160. Jahrgang Dienstag 10. Mai 1010
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
Die Königsproflamation in London.
London, 9. Mai. Die Proklamation des Königs G e o r g frum neuen Herrscher fand um 9 Uhr mit dem alten Zeremoniell in der City statt. An der Templebar, gegenüber den Gerichtshöfen, war quer über die Straße eine S e i d e n s ch n u r gespannt; sie ist das Sinnbild des Tores, das ehemals lster stand. Hier, an der Grenze der City, versammelten sich der Lordmayor, die Aldermen, die Sherifs und Würdenträger mit den Citytrompetern. Von Westen her kam die von Horseguards eskortierte Prozession der Herolde herangerrtten und bat um die Erlaubnis, in die City ziehen zu dürfen, um den neuen König zu proklamieren. Nach einem PJechselgespräch, das das mittelalterliche Zeremoniell vorschreibt, gab der Lordmayor die Erlaubnis, die Schranke zu postieren, die unmittelbar hinter der Prozession wieder geschlossen wurde. Der Lordmayor und die Würdenträger der City schlossen sich dem Zuge an, der nach der Börse und anderen Punkten innerhalb der City ^og. An jedem Punkte riefen die Herolde König Georg V. als den neuen Souverän aus.
Die Proklamation im historischen Hof des St.Ja* mespalast gestaltete sich äußerst malerisch. In den Straßen der Nachbarschaft bildeten die Truppen Spalier, hinter ihnen stand das Volk in dichten Reihen. Auch das Dach des Schlosses, alte Fenster und die verschiedenen Terrassen waren von Zuschauern besetzt. Auf der Mauer, die die Gärten des benachbarten Marlborough-Hauses abschließt, hielten sich alle .Kinder der Niazestäten und die Mitglieder des königlichen Haushaltes auf. Der König und die Königin waren auch Zeugen der Zeremonie, doch ohne von dem Publikum gesehen zu werden. Als der Herold zu der Stelle kam, wo die Proklamation den Tod König Eduards erwähnte, entblößte die Menge ehrerbietig das Haupt und blieb barhäuptig, bis die Proklamation beendet war. Zum Schluß bliesen die Trompeter die Fanfare, während die Batterie im St. James-Park den Thronbesteigungssalut feuerte.
Als die Vorlesung der Proklamation im Sankt James-Palast mit den Worten „Gott schütze den König!" schloß, nahm das Publikum diese Worte auf, sie pflanzten sich, an Stärke immer mehr zunehmend, durch die Mengen im Park und in den -angrenzenden Straßen fort. Die Kapelle der Ehrenwache begann die Nationalhymne zu spielen, eine Stentorstimme aus dem Publikum fiel ein und 'hold sang die »tzanzc Menge mit, so daß man es bis zum Buckingham-Palast hören konnte.
Eine Pfingstbotschaft des Königs Georg.
.König Georg hat eine Botschaft erlassen, ' in der er unter Berufung auf die Denkart seines Vaters, in dessen Sinne es sicher nicht gelegen haben würde, wenn durch seinen Tod der Bevölkerung das Pfingstfest verkümmert würde, die Hoffnung ausspricht, daß die kommenden Festtage wie immer zur Ausspannung und Erholung benutzt würden.
Nach der Feier der Thronbesteigung des neuen Königs wurden alle Schulen geschlossen. Alle Kriegsschiffe feuerten Salut. Seit der Proklamation des Königs wurden die Flaggen überall, außer dem Bückinghampalast hochgezogen, sie werden morgen aber wieder auf halbmast gesetzt.__
peary in Berlin.
Peary hat nun au di in der deutschen Reicbshauptstadt seinen Besuch gemacht und zwar zunächst vor der Berliner Geographischen Gesellsä>afl. Wer nun von den vielen Besuchern des Vortrages gekommen wäre, um aus dem Munde des Reisenden die „B e - weise" für die Erreichung des Nordpols zu hören, unr die ein so heftiger Streit entbrannt, der für manche heute noch nicht entschieden ist, der wird enttäuscht von dannen gegangen sein. Peary hat in seinem Vortrag überhaupt nur eine Art von wissenschaftlichen Beobachtungen enuäbnt, nämlich die in dem Polarmeer von ihm ausgesübrren Lotungen, deren Ergebnisse freilich von er- heblidfer Wichtigkeit sind. In der Breite von 85 Grad und 23 Minuten fand er, nach dem B. Tg., eine Meerestiefe von nur 560 Metern, nur 10 englische Meilen weiter nördlich eine solche von rund 1250 Metern, in 87 Grad 15 Minuten 2270 Meter, endlich in einem Abstand von nur 5 Meilen vom Pol die erhebliche Tiefe von 2/00 Metern. Die drei letzten Zahlen haben aber nur die Bedeutung eines Mindestmaßes, weil der Meeresboden bei diesen Lotungen noch nicht erreicht wurde, so daß man nur sagen kann, das Meer müsse an diesen Stellen noch tiefer fein. Peary hat jedenfalls bewiesen, daß sich ein Meer von erhebliche Tiefe über den Nordpol erfftccft und damit die Vermutung bestätigt, die schon im 18. Jahrhundert die Walfänger im Nord- polargebict geäußert hatten. Pearn trennte sich von seinem letzten europäischen Begleiter, dem Kapitän Bartlett, in der Breite von 87 Grad und 48 Minuten. Tie Strecke von diesem Punkt bis zum Pol belief sich also auf rund 240 Kilometer, die von Peary in fünf Gewaltsmärschm überwunden wurde. Vielleickst seine glänzendste Leistung und eine der erstaunlichsten, die im Kamps um den Nordpol überhaupt verrichtet worden ist, war seine Heimreise im Jahre 1906, als er den „Roosevelt" durch das schwerste Eis und unter einer unermüdlichen Folge von Stürmen mit gebrochenem Steuerruder und Achtersteven, mit beschädigten Schrauben und unter fortwährender Tätigkeit der Pumpen glücklich bis in einen sicheren Hafen führte. Als das Schiff nach dieser Reise gedockt wurde, >var es eine Sehenswürdigkeit, die mit Recht von vielen mit der größten Verwunderung bestaunt wurde. Aus seinem Munde Hingt die Behauptung, daß seine Leistungsfähigkeit bei der letzten erfolgreichen Reise mit jedem Tage zunahm, nicht wie eine Renommage Ten letzten Teil der Strecke durch maß Pearv mit »einem schwarzen Tiener Henfon und drei Eskimos. Zur Beförderung hatte er 5 Schlitten und 40 seiner besten Hunde. Er rechnete darauf, den Pol in fünf Märschen von je 40 Kilometern zu erreichen. Am Ende des fünften Marsches verzog sich die Bewölkung des Himmels so weit, daß es Peary
Nach der Throvfeier.
Alle Richter leisteten heute früh im vollen Crnat in den Gerichtshöfen den H u l d i g u n g s e i d. Die Proklamation des Königs wird überall in England mit großem Enthusiasmus ausgenommen. — Das Oberhaus trat mittags unter bam Vorsitz des Lordkanzlers wieder zu einer Sitzung zusammen, tn der weitere Mitglieder dem neuen König den Eid leisteten.
Premierminister Asquith, der abends hier erwartet wird, wird morgen dem Unterhau.se die königliche Botschaft vom Tode flünig Eduards verlesen. Die Versammlung wird dann, unterstützt vom Führer der Opposition, Balfour, den Text einer Antwort Vorschlägen.
Das Unterhaus versammelte sich am nachmittag wieder. Der Sprecher, der zum Besuche seines Bruders, des Botschafters, in Konstantinopel geweilt hatte, konnte heute in E'ngland noch nicht eintreffen; an seine Stelle trat der stellvertretende Sprecher Emmott. Das Haus war sehr gut besucht; sämtliche Abgeordnete waren in Trauerkleidern erschienen und saßen entblößten Hauptes da. Emmott leistete zunächst dem Könige Georg und seinem Erben und Nachfolger den Eid; darauf taten dies die Mitglieder des Hauses; unter den ersten befanden sich die Minister Grey, Lloyd George, Churchill und Burns.
Bei fast allen Polizeigerichtshöfen wurde anläßlich der Thronbesteigung des Königs Georg das Verfahren gegen die Angeklagten e i n g e st e l l t.
Kaiser Wilhelms Reise nach London.
Berlin, 9. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Kaiser begibt sich zu den Beisetzungsfeierlichkeiten nach London und swird auf Einladung des Königs im Buckingham-Palast wohnen.
Wien, 9. Mai. Der Kaiser wird bei den Beisetzungsfeierlichkeiten in London durch den Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand vertreten sein. Es ist eine vierwöchige Hoftrauer angeordnet worden.
Kopenhagen, 9. Mai. Der König von Dänemark reist heute von Nizza nach London ab; die Königliche Familie kehrt Ms Nizza nach Kopenhagen zurück.
London, 9. Mai. Der König und die Königin von Norwegen mit dem Kronprinzen Olaf sind heute abend eingetroffen; sie wurden vom König und der Königin am Bahnhof empfangen.
Madrid, 9. Mai. Der König reift Ende dieser Woche nach Lindon ab.
Bukarest, 9. Mai. Prinz Ferdinand wird sich in Vertretung des Königs zu den .Beisetzungsfeierlichkeiten nach London begeben.
Konstantinopel, 9. Mai. Nach einem Beschluß des Ministerrates werden sich der Thronfolger und der Minister des Aeußern zu den Trauerfeierlichkeiten nach London begeben. Auch eine Abordnung des Parlaments dürfte entsandt werden.
Einer amtlichen Bekanntgabe zufolge wird die Leiche d e s K ö n i g s am 17. Mai nach der Weskminsterhall gebracht und dort drei iTage öffentlich aufgebahrt bleiben. Alsdann wird die Leiche zur Ansetzung «am 20. Mai nach Windsor übergeführt.
Englische Preffestimwen über Deutschland.
London, 9. Mai. 'Die „Dimes" schreibt:
Mit besonderer Genugtuung erkennen wir die Angemessenheit, die Wärme und den vollkommen guten Geschmack an, mit der die führenden deutschen Zeitungen von unserem verstorbenen König gesprochen haben. Der König hat dazu beigetragen, unserer auswärtigen Politik eine Richtung zu geben, b': nicht
möglich wurde, ungefähr zur örtlichen Mittagsstunde die Breite von 89 Grad 57 Minuten zu bestimmen. Nach einigen Stunden brach er von neuem mit einem ganz leichten Schlitten, der nur Instrumente trug und von einem doppelten Hundegespann gezogen wurde, wieder auf, drang noch weitere 16 Kilometer vor und konnte, da sich der Himmel glücklicherweise wieder aufklärte, neue Beobachtungen aufnehmen, die ihm zeigten, daß er bereits etwas über den Pol hinausgegangen war. Nach seiner Rückkehr zum Lager machte er noch eine Reise von 13 Klm. ostwärts und führte noch mehrere Beobachtungen aus, die seine Ueberzeugung befestigten, daß er den Pol erreicht und überschritten habe.
Wenn etwas an dem Verlauf dieser Expedition zu bedauern bliebe, so ist es der Umstand, daß die letzten Lotungen in den höchsten Breiten nicht ganz zum Ziel geführt haben, da bei der letzten Lotung von 1500 Faden der Draht riß und verloren ging. Wie tief das Meer am Nordpol ist, bleibt also noch genauer festzustellen.
Einige hübsche Anekdoten von König Eduard erzählte bi»? englische Zeitschrift „Peoples Friend" bi/i seiner Krönung. Eduard war früher ein sehr schneller Fußgänger, mit den seine Begleiter nur schwer Schritt halten konnten. Ein stummer Gefährte hielt sich aber stets an seiner Seite; das war die französische Bulldogge Peter, die viele Jahre hindurch stets neben neben ihm herlief. Während einer Seereise mit seinem Herrn hatte der arme Peter so unter der Seekrankheit gelitten, daß seine Augenmuskeln schwer geschädigt wurden und er erblindete. Ein rührender Anblick war es nun, den armen blinden Peter in Sandringham seinem königlichen Herrn ebenso treulich folgen zu sehen, wie er es früher getan hatte. Auch der König trennte sich nur ungern von ihm, wenn er auf seinem Schloß weilte. Als Eduard einmal Gast auf einem Landsitz war, besuchte er eines Morgens unerwartet die Dorfschule und stellte in seiner gewinnenden Freundlichkeit allerlei Fragen an die Kinder. „Nun liebe Kinder," fragte er, „könnt ihr mir die Namen von einigen unterer größten Könige und Königinnen nennen?" „König Alfred und Königin Viktoria," erschallte es einstimmig aus den hellen Kehlen. Dann aber stand noch ein kleines Kerlchen auf, dem der Lehrer etwas zugeflüstert hatte, und meldete sich. „Kennst du noch einen anderen, mein Junge," meinte der König. „Ja, Eure Majestät, König Eduard VII." Der König lachte und fragte weiter: „Was für eine große Tat hat denn Eduard VII. vollbracht?" Nun wurde der Knabe schrecklich verlegen, senkte den den Kopf und stammelte: „Ich weiß nicht." „Gräme dich nicht, mein Kind," tröstete Eduard lächelnd. ,Lch weiß eS auch nicht."
in jeder Hinsicht der deutschen Ausfassung annehmbar sein konnte. Seine Bemühungen, diese Politik durchzusühren, gaben natürlich Anlaß zur Erbitterung in Deutschland. Aber die Presse keines Landes huldigte seinem Andenken offener, mit deutlicheren Zeichen wahrer Empfindung und mit wahrhafterer Wertschätzung. Sie betrauert in unserem verstorbenen König einen nahen Verwandten des Kaisers, aber sie betrauert ihn noch mehr. Deutschland lote England lieben einen Mann. Das ist nicht die^geringste oder eine unbedeutende Aehnlichkeit zwischen ihnen; die Deutschen teilen unseren Kummer um König Eduard, weil sie wissen und fühlen, daß er wirklich ein Mann war. Sie haben oft über das Schattenkönigtum der englischen Monarchie gespottet, aber sie erkennen heute den ungeheuren Einfluß an, den unser verstorbener Souverän im Rate Europas ausgeübt hat.
„Daily Telegraph" schreibt:
Wir nehmen in diesen: Augenblick mit besonderer Freude vvn den freundlichen Worten Kenntnis, die die füljrcnben Zeitungen Deutschlands über König Eduard schreiben und über ihre gerechte Anerkennung der Motive, die seine Politik geleitet haben. Sie werden in dankbarer Erinnerung bleiben, und ihre Bedeutung wird unermeßlich durch die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß der Kaiser in seiner Person kommen wird, sein Reich bei der Beisetzung König Eduards zu vertreten. Das brttische Volk hat nicht vergessen, wie der Kaiser im Anfang des Jahres 1901 nach England kam, es weiß, wie stark sein Familiensinn ist und wird seinen kommenden Besuch sehr hoch würdigen, auch wenn er im Augenblick tiefster Trauer stattfindet.
Ein Zwischenfall in der russischen Kammer.
Petersburg, 9. Mai. Bei der Eröffnung der heutigen Sitzung der Duma gedachte Präsident Gutsch-« kow des "schweren Verlustes, den England durch den Tod König Edwards erlitten habe. Den Schmerz Englands teile Rußland, das in König Edward einen seinem Kaiserhaus nahestehenden Monarchen verloren, der viel für die Annäherung derbeiden großen Völker gewirkt habe. Alsdann schlug der Präsident vor, dem König von Enaland- die Teilnahme des Hauses anszusprechen (Beifall) und ihn zu ermächtigen, auch dem englischen Unter häufle das Beileid des Hauses auszudrücken. (Zustimmung.) Nach der Rede Gutschkows erhob das Mitglied der extremen Rechten, Pnrischkewitsch, Widerspruch gegen die Absendung eines Beileidstelegramms an das englische Parlament, well eine solche die Befugnisse der Duma überschreite. Purischke- witsch wurde auf Antrag von drei Sitzungen aus« geschlossen.
Der Minister des Aeußern schloß sich namens der Regierung der Erklärung des Präsidenten in vollem! Umfange an und betonte, der schwere Kummer, der das. englische Königshaus und die befreundete englische Nation betroffen habe, rufe die besondere Teilnahme Rußlands' hervor. Rußland werde stets dessen eingedenk bleiben, daß der entschlafene König mit der ganzen Kraft seiner hervorragenden Persönlichkeit zur Beseitigung langjähriger Mißverständnisse und zur Herftef- lung vertrauensvoller und freundschaftlicher Beziehungen zwischen den beiden Ländern beigetragen, die gegenwärtig eine feste Grundlage des Weltfriedens bildeten. Es sei überzeugt, daß die vom Präsidenten ausgcdrückten und von der Duma einstimmig gebilligten Gefühle als Ausdruck der Gefühle des gesamten russischen Volkes in den Augen der englischen Regierung und der englischen Bevölkerung besonderen Wert hätten. (Beifall und Bravorufe.)
Die neue französische Kammer.
Paris, 9. Mai. Nach einer vom „Temps" veröffentlichten Zusammenstellung wird sich die neue K a m m c r aus 256 Radikalen und Sozialistisch-Radikalen, 24 Unabhängigen Sozialisten, 74 Links-Republikanern, 74 Geeinigten Sozialisten, 68 Gemäßig-
Zahllose Geschichtchen illustrieren die joviale Art des englischen Herrschers, der so gar keinen „Sinn für Feierlichkeit" hatte. Als Mensch unter Menschen, so erschien er am liebsten, so konnte man ihn z. B. fast alljährlich auf der Kurpromenade von Marien- bab beobachten, wenn er, den Strohhut auf dem Kopf, die Zigarre im Mund, die Vorbeigehenden betrachtete. Mechanisch stößt der alte Herr mit der Spitze seines Stocks ein paar Papierfetzen bei* feite, die auf dem Boden liegen. Ein Promenadenwächter tritt auf ihn zu und fragt ihn im strengen Tone: „Haben Sie diese Papiere da auf die Erbe geworfen?" „Nein, mein Herr," erroibert ber König fanft. „Das ist Ihr Glück!" erklärt ber grimmige Hüter ber Ordnung und fährt bann ungläubig fort: „Aber nehmen Sie sich in acht! Das könnte Sie teuer zu stehen kommen, wenn es noch einmal vorkäme." Und im Gefühle seiner Würbe entfernt er sich majestätischen Schritts, währenb ihm ber König mit einem gutmütigen Lächeln freundlich nachblickt.
— Der erste weibliche Universitätsprofessor in Preußen. Tie Zoologin Gräfin Dr. Maria von Linden, die lange Jahre hindurch als Assistenttn am Anatomischen Institut der Bonner Universität tätig und zuletzt Ab- teilungsvorsteherin einer dem dortigen hygienischen Institut an- gegliederten parasitologischen Anstalt war, ist zum Professor ernannt worden. 'Die Gräfin promovierte im Jahre 1896 in Tübingen.
— Die Eröffnung der Wiener Jagbausstellung wurde gestern mit einem Festessen gefeiert. Wir erhalten darüber folgenden Trahtbericht: Wien, 9. Mai. Das Präsidium der Jagdausstellung gab heute den fremdländischen Abgeordneten ein Festesten, an dem der Finanzminister, Baron B u r i a n, als Vertreter der gemeinsamen Regierung teilnahm, ferner der Ministerpräsident mit zahlreichen Mitgliedern des Kabinetts, das diplomatische Korps, die Vertreter der an ber Ausstellung beteiligten Staaten, sowie anbere Würdenträger. Infolge der Trauer um das Ableben des Königs Eduard unterblieben offizielle Trinksprüche. Beim Champagner brachte der Doyen des diplomatischen Korps, Herzog von Avema, einen Trinkspruch auf Kaiser Franz Joseph aus, zu dem bas Ausland mit höchster Verehrung und Hochachtung emporblicke ^Lebhafte Hochrufei. .Ter Präsident, Fürst von Fürstenberg, erhob sein Glas auf das Wohl der Herrscher, die Vertteter zu der Ausstellung entsandten, unh auf die Vertreter der fremden Staaten. Der Trinkspruch wurd^ mit großer Begeisterung aufgenommen. Der Vorsitzende ber deutschen Abteilung, Herzog zu Ratibor, trank auf den Vorstand der Ausstellung.


