Ausgabe 
9.2.1910 Zweites Blatt
 
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in /Trage fotninenücn Lehranstalken eil» Jahr lang besucht Ibaben, auf Antrag des Truppenteils von dein Vorgesetzten der Ober-Militär-PrüttiiiaskoniMtssion von der Fähnrichsprüfimq befreit werden. Neu tft and), da fr bei guten Leistungen in der schriftlichen Fähnrichsprüfnnq die Befreiung von der mündlichen zulässig ist. Ta die bebu' Ablegung des Examsns entstehenden Reise- usw Kosten unter Ihuftänbcn auf den fiskalischen Fonds übernommen tücrben, liegt in dem neuen Verfahren and) eine Kostenersparnis.

Deutsche Kolonien»

Wer nach den ocu Ischen Kolonien auszu- IVa nbe rtt beads ichtigt obm jidj überhaupt für irnfere über­seeischen Besitzungen interessiert, wird das liridjcintn eilten neuen Ratgebers begrüben : ,,T e r Ko lo n ia l i n tere s s e n t", Rat- sMagc für die Übersiedlung in das überseeische Deutschland und den douerndim Ans ent halt daselbst. Bon Hermann Rachow. Ber­lin W. 30 Deutscher Ko lioni alber lag G. Meinecke. Das kleine Buch ist seinem Zwecke entsprechend in gedrängter Kurze und leicht faßlicher Jo rin geschrieben und zwar ans Grund eigener Anschauung während einer langjährigen Praxis im überseeischen Deuiieickand Cs enthält anher allgemeinen Betrachtungen kurze .Schilderungen der einzelnen Kolonien mit AnsiedIungS.Aussick;ten und -BorsMügen und eine Erläuterung der Gebraiich-sgegenstände fürs täglidw bezw. gewcrblid;e Leben in den Kolonien.

pserdemartt in Lriedberg.

K. Fri«dbvrg,8. Febr. Anläsdichl des Pferdemarktes waren htmderte non Landivirten aus der Wetterau hierl-ergelockt. Reges Treiben herrsckste bis zum 9iachmittag auf den Strafen, in denen gehandelt und prämiiert würbe. Die Zahl der Pferde betrug etwa 300. Es wurden verhältnismässig viele Käufe ab geschlossen und das Pserdematerial war durchweg gut. Die Prä­miierung wurde geleitet von Oekonannerat Müll e r =- Nckirhof, Landtagsabg. Breidenbach und F e n ch c l -Oftiedel Ter Verein ehemaliger La n d W i r 11 cha s t s s ch ü l e r hielt im HotelDrei Schwerter" eine Versammlung ab, dir stark besucht war. Privatdozent Dr. Kl ober gcr sprach über neue Düngungs>- versuche mit Stickstoffdüngemitlein Seine Ausführungen behau- dslien die verschiiedenen Stickstoifverbinbungen, Stallmist Grün und Kstrnstdüngung, Chilisalp.ter, Kovldüngung und die rich­tigen Zeitpitnttr für die Düngung bei Getreide und .V>adfrüd>lciL Eine rege Ausivrackx schloss sich an. In dem Saale hatte die Landwirlscheifts laminar ihr Saatgut aus den Saatbaustellen ausgestellt, und an die Bersammlung schloß, sich ein Saatgut markt. Auch die Friedberger Hauptgenossenschaft hatte Sacken ausgestellt.

Tas Ergebnis der Prämiierung war:

A. Oldenburger Pferde, 1. Klasse: Stuten mit mehreren Nachkommen: Ehrenpreis 70 Mk.: Friedriche Schmidt- Echzell, 3. Preis: Br ückmann -Grvß^-Karben 35 Mk., Georg Wal- tev-Ofsenheim 20 Ml.

2. K lasse: Tragende Stuten: Ehrenpreis 60 Mk. Herrn Kvburger.Reichelsheim, 2. Preis: W. Wagner-Äiich-Göns mtb Otto Nies Äeckesheim, 3. Preis: Will). Göbel-Pohl-Göns und Lorenz Müller-Langenhain, 4. Preis: G. Becker-Äiuschenheim und Gg. Walter-Ossenheim.

3. Klasse: Dreijairrige Fohlen: 1. Preis 40 Mk.: O. G. Walter-Langd, 2. Preis: G. Walter-Ossenheim, 4. Preis: Phil. Schuch-Klein-Larben, W. Hensel-Okarben und Otto Wolf- Wckllernhaufen.

4. Klasse: Zweijährige Fohlen: 1. Preis 30 Mk.: Will) Göbel-Pohl-Göns, 2. Preis: Phil. Kl eeberger-Mo Ibach, 3. Preis : G. Walter-Ossenl)eim, 1. Preis: Joh. Peter Bell-Ilbenstadts Johann Alter Il.-Berstadl und Friedrich Schmidt-Echzell.

B. Belgier: 1. Klasse: Stuten mit mehreren Nach­kommen : Ehrenpreis 70 Ml.: Karl Better-Grund--L>khwalheim, 35 Mk.: Heinrich Grein I.-Reibertenrod.

2. Klasse: Tragende Stuten: Ehrenpreis 60 Mk.: Konrad Häuser-Nieder Weisel, I. Preis ,50 Mk.: Gg. Bill I.-Nieder Weisel, 2. Preis: Jakob Klivpel-Nieder-Weisel und Friedrich K. Sckstifer-Reichelsheiin, 3. Preis: O. Stoll-Heuchelheim, Kar, lBetter-Grund-Schnmlheim und Phil. Binding l. Eel;zell, 4. Preis: Fr. Gros-Reichelsheim, Wilh. Heller 11.-Echzc 11 -li eidielshein,, Kvnrad Bill-Nieder Weisel und Gg. Bill-Nieder Weisel.

3. Klasse: Dreijährige Fohlen: 1. Preis 40 Mk.: Wenzel Hasser-Nieder Weisel, 2. Preis: Heinrich Weil-Berstadt, 3. Preis: Karl Vetter-Grund-Schwalheim, 4. Preis: H. Trent-Griedel, H. .Waltcr'.Re id;elsheim und H. F. -Schulteiß-Echzell.

4. Klasse: Zweijährige Fiohlen: K. Better-Grund-Schwal- heim, Joh. Hinnr. Mcohr-Gambach und .Heinr. Gvein I.-Gambach.

Etwa 100 Pferde und Fohlen kamen zur Prämiierung. An- gekört wurden 13 Stuten

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 8. Febr. Diebstahl.

Mitte November v I. trafen sich die Taglöhner H. G. ans Gicßssn und O. K. aus Blankenfelde (Kr. Teltows zu Fried berg. Beide waren ohne Erwerb und nüttellos, weshalb K., der früher bei einem Pächter zu Wisselsheim beschäftigt war, den Vorschlag machte, in der Nacht in die fragliche Ho freite einzu­steigen. 'Rack, ihren 'Angaben hat sie der Hunger zu dieser Tal getrieben. Sie versuchten erst durch eine Hintcrtüre aus den Hof zu kommen, da sie aber merkten, daß, das Hoftor noch nicht ver- fdjUoffcn war, gingen sie nach der Sck-euer, wo sie sich eine Zeit- lang in das Heu legten. Der .Hofhund, der K. kannte, schlug wohl einmal ein, beruhigte sich aber alsbald wieder. Gegen drei Uhr morgens ging M'. in den Gesindebau und sah sich im Eß,zimmer und in der .Mche um. Nachdem er sich an einigen Butterbrotes gewltigt hatte, tarn auch G. nach, und sie packten in einem mit gebrachten Koffer, die für die einzelnen Personen bereits ver­teilte Butler und etwa 14 Laib Brot, sowie eine Butterdose und eine Anzahl Messer, mit dem sie wieder durch das Tor, das inzwischni wieder geöffnet worben war, entkamen, ohne baß ihre Anwesenheit von jenionb gemerkt worben war. Man hatte zuerst in der Nähe arbeitenbe Russen im Verdacht, doch als man erfuhr, daß, K. an dem fraglichen Morgen in Wisselsheim gesehen worden war, erfolgte feine Verhaftung und er gestand den Diebstahl ein. G. wurde bei einem Einbruch in Bad Nauheim verhaftet, den er mit einem anderen ausgeführt hat. Bei seiner Einlieferung in das Arresthaus bekam er einen Tobsuchtsanfall, weshalb er au, fernen Geisteszustand untersucht wurde. Nach seinen Angaben hat er in seiner fugend einen Schlag mit einem Hammer auf den Kopf bekommen und seither bekommt er epileptische Anfälle, die ipn manchmal mehrere Tage bewußtlos imidjen. Er schlagt dabei .um sich und verletzt sich selbst durch Beißen und dergleichen. Solche Verletzungen, sowie eigcntümlickre Redensarten m>dj mehrere Tage nach dem Anfall, hat auch der Sachverständige konstatiert. Bon den Borgängen weiß er nach dem Anfall nichts mehr, Bis nach 34 Tagen wieder der normale Zustand eintritt, in dem er sich DTiycntIid,i beträgt und and) fleißig arbeitet. Der Sachverständige hielt ihn, wie aud, alle Epileptiker, für geistig minderwertig: er läßt sich leicht verführen, wie er auch in den beiden Fällen der Verführte ist. Nach seinen eigenen Angaben, wie auch nad) dem Gutachten des Sachverständigen, ist er im vorliegenden Falle für seine Tat verantwortlich zu machen, was sich aus der Er­innerung an die Einzelheiten ergibt. Es wurde gegen ihn auf eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten erkannt. K. ist ein vielfach vorbestrafter Zuchthäusler, der unter Polizeiaufsicht steht; trotz­dem warben ihm mildernde Umstände zugebilligt, aber dod) auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monaten und sünfjährigavt Ehrverlust erfannt. Jedem der Angeklagten wurde ein Monat Untersnchnngshaft ans die Straft angerechncl.

Eine teure Laterne.

Der Taglöhner K. G. aus Fauerbach-Friedberg hatte die Ockstädter Mirdymeihc besudl und beim Verlassen einer Wirt- . schäft eine auf dem Hofe brfinblitiic Fahrradlaterne mitgenommen. Er sucht sich mit sinnloser Trunkenheit zu entschuldigen, doch dftse war nicht derart, baß, sie ihn vor Straft hätte schützen können. Den ersten int Rückfall begangenen Diebstahl hat er mit fünf . Monaten Gefängnis zu büßen Ein Monat Untersuchungshaft ist rn Auwchnuug zu bringen.

Ein Unverbeffcrltcher

ist der Taglohner P. Z. ans Neu salz, der einen großen Teil seines Lebens im Zuctsthaus zugebrackst hat. Kaum aus dem Zuchthaus entlassen, kam er aus die Herberge zu Hungen, wo er sah, wie ein Handwerksbnrsche seine Barschaft in Höhe von ickwa 4 Marl' in sein Tasä>enttich geknotet, in der Tasckst verbarg. Er mackste sich an denselben heran und nad) seinem Weggang fehlte auch dem Handwerksourschen das Tasck-entuch mit der Bar- schast. Seine Visitierung förderte das OKstohlenc zutage. Er wurde zu 1 Jahr und 6 Väonaten Zuchtl)aus und fünfjährige Ehrverlust verurtült: auf die Straft werden 4 Wochen Unter­suchungshaft angerechnet.

* Zu einer Fußwanderung, deren Dauer sid) ans eine knappe Sttinde beläuft, wird in einem auswärtigen Blättchen in fol­genden, despoetisckwn Sck)I-vunges" nicht entbehrenden hoch- tonenden Worten ausgesorderl: Bon neuem ertönt der Ruf an alle X. Y. 2.-Schwestern und Brüder. Frisch auf, zu neuen, gemein)amen Wanderungen! Beinahe ein viertel Jahr ist mit dem in jeder Beziehung wohlgelungenen Ausflug, dessen Ziel der Los Zwiefalten war, dahingeeilt. Aber sicherlich ist der Wanderstab ist in dieser Zeit nicht verrostet; labet doch die Ijerrlidn- Umgebung Schottens zu verlockend ein, die Stube zu verlassen und die Freuden des Winters zu genießen. Folgt darum ohne Zögern dem stummen, aber doch eindringlichen Ruse der Natur und versammelt Euch am Sonntag, den 13. b. M., zn einer Klubwanderung nad) Rudingshain. Abmarsch vorn Schul- Haus um 1,30 zunächst nad) Götzen. Tann geht es mit dem Blick auf die besckmeiten Täler und Höhen unseres Bogelsberges im Rücken guiib Scludde", das Niddatal und die Höhenzüge des Tchinus, burd> den Nitzenbügel, wo wir unsere tycrülidyc Okbirgs» strafte verlassen, um an der Schott euer Wasserleitungsauelle, dem Mntzbvrn, vorbei hinab nad) Rudingshain zu woiidern. Dort iwrbim uns die gastfreien Psollen derPost" ausnehmen, und cd wird gemütlich, wie immer. Die Vor fr enden auf diese Wande­rung genießen wir bei dem nächsten Klubabend, am Mittwoch den 0. d. M., im Bereinslokal, wo and) die Wcuiderpläne für 1910 zur Verteilung kommen werden.

Anstel l ung vo n Krankenschwestern. Unbe­scholtene gesunde Frauen und Jungftauen im Alter von 20 bis .35 Jahren ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses, die sich im Dienste des Alice-Fr au envereins der Krankenpflege widmen wollen, sei es als lebensberuf, sei es zu zeitweiser Aushilft bei Not- und Kriegs stillen, können jederzeit aus 5t osten des Vereins in der Krankenpflege ausgebildet ivcrben. dlach vierteljähriger zu- iriebenstellender Probezeit, während der freie Wohnung und Ver­köstigung gewährt wird, erfolgt die Annahme als Lehrpflegerin. Die Lehrzeit dauert mindestens ein Jahr; nach Abschluß ist eine Prüfung abzulegen. Während der Lehrzeit wird gewährt: freie Wohnung und Verköstigung im Mioe-Hospital, eine Wäschever­gütung von jährlick) 60 Mark; außerdem bei Beginn derTLehr- 3eit ein Ausstattungsgeld von 45 Mark, sowie eine Wäsche- iwrgütung von 15 Mark für die abgelauftne Probezeit; ferner: am Schlüsse des 1. Vierteljahres der Lehrzeit 55 Mark, des 2. Vierteljahres 65 Mark, des 3. und der folgenden Vierteljahre 75 Mari. Nach bestandener Prüfung erfolgt durch das Zentral- Eo.mitec die Anstellung der Schwester. Die angestellten Schwestern erhalten außer freier Wohnung und Verköstigung: im 1.3 Fahre jährlich 340 Mark Gehalt, im 4.-r-6. Jahre jährlich 440 Mark Gehalt, vom 7. Jahre ab jährlich 540 Marl Gehalt und stets 60 Mark Wäschevergütung. Gehalt und Wäschevergütung wird am SckÄussc jeden Vierteljahr es gezahlt. Jede Schwestcr erhält, Wenn cs die Verhältniise irgend gestatten, jährlich einen Urlaub von vier Wochen. Bon Beginn der Lehrzeit ab werden die Schwestern aus BereinsDsten bei der Invalidenversicherung versickert und zwar in der höchsten Lohnklasse. Jede im Besitze des Schwesterndiploms befindliche Sd)wester criüirbt nad) fünf Dienstjahren, vom Tage der Anstellung ab, im Falle der Er- werbÄmfähigkeit einen Pensiysts an sprach. Neben der 5fZensioU lvird die reichsgefttzliche Invalidenrente, lmverkürzt ausgezahlt.

:r" D i e verschleierte Dame. Eine geheiinnisoolle ver­schleierte Dame bereitet seit einigen, Tagen per Newhvrker Kriminal­polizei unangenehme Stunden. Es ist eine ausserordentlich, ge­wandte und gesdstckte Diebin, die die großen Hotels zum Schau­platz ihrer Tätigkeit erkoren hat und die sich jeder Berfolgung bisher auf rätsellwste Weise zu ent zielen wußte. In allen größeren Hotöls schlendern jetzt Del.ektiins umher, w-anbcln durch die Gänge, sitzen im £-='lenmmcr; aber auf die verschleierte Dame scheint die Nähe bet' Berfolger nur aufreizend zu wirken, denn merkwürdigev- luriie versd^vinden immer gerade in den fliäumcn auf geheimnis­volle Weife Wertgegenstände, in denen kurz vorher nvch der Detektiv auf der Lauer lag. Die letzte Leistung der kühnen Diebin ist die Entwendung einer kostbaren Uhr im Stile Louis des XV., die sie aus dem Speisefaal des Hotels Buckinghain stahl, ohne be­merkt zu werden. Zwei Tage später saß. eine Dame im Schreib­zimmer eines großen Hotels, als eine tief verschleierte Frau ihr gegenüber aus einem Sessel Platz nahm. Wenige Augenblicke ipäter vermißte die Tarne ihre Brieftasche mit 400 Mark, die )ic beim Schreiben neben sich auf den Tisch gelegt hatte. Mil Der Brieftasche war natürlich auch, die versdsteierte Dame un­sichtbar geworden. Immerhin scheint die kühne Diebin das Be­dürfnis zu fühlen, ihre Mißachituirg fremben Eigentums vor ber Mitwelt zu rechtfertigen. Denn am Mittwoch empfing der Be­sitzer des bctreffeitben Hotels ein Paket, in dem die entwendete Brieftäsche leider der Banknoten entledigt lag, uub dabei ein Zettel:Ich habe eine Vorliebe für schöne Kleider und Juwelen. Ich stahl diese Srieftafdyc, da ein Vergleich zwischen der kostbar gekleideten Besitzerin und mir, die ich in Sorge lebe, mich nicht befriedigen konnte. Ich muß um alles kämpfen, während sie alles hat. Die Tasche aber gebe ich gern zurück." Jeder Tag bringt neue Meldungen von Hoteldiebstählen, die mit der ver id/Leicrten Dame von Newhvrk in Zusammenhang gebracht werden.

* Die Politik im am e r) kan i s ckren Karneval. Der bekannte Gridiron-Klüb in Washington veranstaltete Sonn­abend wieder eines seiner berühmten Feste, zu dem, wie heutige Telegramme melden, alles, was in der Bundeshauptstadt An­spruch auf Distinktion erbeben kann, und natürlich Präsident Taft, Staatssekretär Knox und andere Minister, sowie die aus­wärtigen Diplomaten geloben waren. Staatsminister Knox wurde diesmal am ärgsten verulkt. Als alle bei Tiscl)«e saßen, wurde plötzlich Staatsminister Knoz «oder Vielmehr sein Doppelgänger) als Besuch gemeldet. Er cTftitelt ohne Rock, in der Haitd eine Drob mb aussehende Donnerbüchse, womit bte in Amerika als' Hembsärmeldiplomatie bezeichnete Art seiner Amtsführung an- gebcutet werben sollte. Zunächst biftierfe der fälsche Knox seiner Piasck)inenfchreiberin einen Brief an den amerikanischen Gesandten in London, in dem er fragte, was ihm einfalle, die Engländer au5 den Segen des Hochschutzzolles auftnerksam zu machen, wie er es in einem Briefe an einen konservativen Parteiführer während, der Kampagne getan hatte.Noch einmal, und Sie Werben ab­berufen," schloß der Brief. Dann wurde dem falsckien Knox eine Botschaft von einem' gewissen R-oot (seinem Vorgänger als Staats­sekretär) überbracht, der ihn aufforberte, dock) etwas leiser auf­zutreten. Knox konnte sity kaum erinnern, von einem Staats- manne dieses Bamens gehört zu haben; außerdem habe er keine Zeit, er müsse Ultimatums diktieren. Und nun ging ein Ulti­matum auf das andere in die angstbebende Welt hinaus, und jebesmal schluy Knox mit dem Flintenkolben auf den Tisch, daß es krackte. Eines ging nach China, dessen Vertreter anwesend war.Wie, zum Teufel," lautete das Telegramm an den Wai- wupu,sollen wir eine Hypothek auf Ihre Bahnen geben, wenn Ihr Gesandter nur chinesisch spricht, wenn er uns nicht verstehen will." Den höchsten Beifall erregte ein Ultimatum an Dänemark: Es solle sich ja nicht unterstehen, inod) mehr Amerikaner, die vom Rmrdpol kämen, zu feiern Als der Staatssekretär dieses intimntum mit den üblichen .Wlbensckstägen bekräftigte, explodierte plötzlick) ein unter seinen Papieren verborgener Feuerwerkskörper und die ganze Knoxsclx .Herrlichkeit hatte ein Ende.

Lainilien-Nachrichten.

Geburten: Herrn Dekan Wagner in Gl ünberg ein Sohn.

-r Herrn Hugo Puikel in Sondershausen ein Sohn.

Verlobte ^raiileui Wad)arina Jakovic in Ober-Gleen Herrn Peter Heß in Büßfeld.

Gestorbene: Frau Minna Stern, geb. Laos, Frau Riargarelhc Schniiede,. beide in FrieDberg. 'Jen iiüTs-'i

. in Nieder-Florstadt. He vid.i Ba.cr >u Lterzlmu- Frau Anna Alarie «ohnann Witwe, geb. Schmalbach, in (irc'i feit». Frau Johann Georg Hahn Witwe in Bellersheim. Slunigmibc Reinwald, geb. Gopvel, in ennölow. st rau Mal bar:

Eurid), geb. Eigenbrodt. - Herr Karl Schmalbach in Brau: icbmenbl. Herr Friedrich Gtcucrnaqcl m Kestrich. Herr Georg in ülltenburg. Fran Charlotte Elisabeth Walz, geb/sV in Darmstadt. Herr Johannes Welter m Bingen. strau Ma; . lute Weber m Wetzlar. Herr Ludwig Neuhaus m Edingen.

Märkte.

[J Kirchhain, 8. Febr. Ter heule htcv abgehnltenc B i, markt zeigte einen guten Besuch. Zum Berkaui mären auiqeüeill etwa 160 Stück Großvieh und 50 Rinder und halber. Latz i- schält gestaltete sich lebhaft. Alan bezahlte für gute Milchkühe i;(i bis 220 Mk., iür Rinder 13ö 200 Mk. unb uir Kälber 50 1 < 80 Mk. Sd)lad)tvieh ging im Preise etwas zurück. Der Schweiz i markt war nut etwa 400 Ferkeln und Läutern beiabren. 48 Wochn alle Ferkel kosteten 1060 Nik., Käufer 70SO Mk. das Baar. kette Lchmetiie wurden 7073 Pfg. das Pfund Schlachtgeu-i^n gerechnet.

Meteorologische veobacht>mg»n der Station

Febr.

1910

Barometer ; auf 0° reduziert

Temperatur der Lukt

Absolute I Feuchtigkeit !

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Fetichligkeit 1

Wind­richtung

Windstärke |

(firtb t»n Beiiölbung > in gehn -ei btr iichld vtiniielsfl.

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1,3

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82

N

2

5

Höchste Temperatur am 7. bis 8. Februar -s- 8,3 eC.

Niedrigste , ,7. ,8. -ft 3,8 *C.

Nieoerid)lag: 6,7 mm.'

Te8ef©näsche

des Glesseuer Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für, Hantt und IndnstTI»V,,fii<»ssen.

Fran klar ter Börse, 8. Febraax, l.lo Uhr.

Reichsanleihe .2-...; y4rl0

3°/0 do. . ... »5.20

3'/»0/o Konsols . ^4.25

3% do. p .L. . . 85.20 3?/,"/» Hessen . 93-25

3,/,ul0 Oberhessen . . 93-00

4°/n Oesterr. Goldrente 100 05 4'/t°/n Oesterr. .Silberrente. 99.10 4"/0 Ungar. Goldrente .... 95.80 4Italien. Rente . . .. 3°/0 Portugiesen Serie I . 64.40 3°/0 Portugiesen III . 66.20 4*/2n/o russ. Staatsanl. 1905 99.95 4'/,°/0 japan. Staatsanleihe 98.00 4°/n Conv.Türken von 1903 94.40 Türkenlose 7 178.60 4U'O Griech. Monopol-Aul. . 46.80 4fi/0 äussere Argentinier . 91.50 3°/0 Mexikaner . ..... ... 68.70 4/2% Chinesen . .. ' ; 100.10

Aktien:

Bochum Gass . ..... 244.25

Buderus E. W 114.00

Tendenz schwach.

Berliner Börse« 8.

Elektriz. Lahmeyer . . . H>7.00 Elektriz. Sohuckert . . - . lät. Eschweiier Bergwerk . .

Gelsenkirchen Bergwerk . -15-'i Jlambarg- Amerik. Pakctf 134.5 Harpener Bergwerk.». . -06W Lanrahütte . ,.. 190.00 5'ordd. Lloyd . . . . . 103.00 Oberschles. Eisen-Industrie 108.i)(i Berliner Handelsges. , . . 1M2.30 Darmstädter Bank . . . 187.® Deutsche Hauk ... -5730 Deutsch - Asiat. Bank . . 157.00 Diskouto - Kommandit . . 11'5.26 Dresdner Bank . . . - 163 9» Kreditaktien . . ... -11.75 Baltimore- und. Ohio-

Eisenbahn . . . ... 112.50 Gotthardbahn . .

Lombard. Eisenbahn -2.Ä Oesterr. Staatsbahn . '. -. 161.40 Prince-Henri-Eisenbahn '. 13450

Februar. Aafaa<avirs».

Canada E. B. Darmstädter Bank . . . 137.10 Deutsche Bank .... 256.80 Dortmunder-Union C. . . 89.00 Dresdner Bank . .... 163.60

Tendenz: schwach.

Harpener Bergwerk . -r,6.

Laurahütte ... . 190. i

Lombarden E. B. . . .. 22.^ Nordd. Lloyd . .. .st. 101.9 Titrkeulvbc . .. . . . . 178-9

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21/, Jahre alt war, keine rechte Freude mehr haben, denn )c; Kind wollte nicht recht vorangehen. Ohne daß ihm etwas cigsii* tiches fehlte, war der Junge doch verdrießlich und schien nicht bi< geringste Widerstandskähigkeit zu besitzen. Nach verschiedenen rei- geblicbeit Versuchen mit anderen Mitteln griffen wir auf Anraten unseres Arztes zu ScottS Gmulfion, die das Kind sofort und qe:i nahm. Obgleich wir ihm nur eine geringe Menge, nämlich tägit drei Kaffeelöffel voll gaben, zeigte sich bie Wirkung doch bald, bc der Junge sich zusehends kräftigte und eine blühende Gcsichtsiov bekam/ (gez.) Frau Otto Schranur.

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Die Sorpe um die Gesundheit ist im Herbst und Wink am dringendsten. Schützen Sie sich daher bei Zeiten un^a achten Sie ein Mittel, dessen heiwoiTagende Eigenschaften n derttausende von Personen vor allen schädigenden i: auf die Stimmorgane bewahren. Husten, Heiserkeit, hatarrn, * Vorboten oft ernster Erkrankung werden durch \\ yhert- lanie» mit Erfola bekämpft. Es wird in den nächsten W °chon Geie» heit geboten sein, dem seit 60 Jahren hochgeschätzten 1 ein Heer neuer, begeisterter Anhänger zu werben vng schachteln ä Mk. 1. sind in den Apotheken erhältlich, yc in Gieüen: Pelikan-Apotheke, Kreuz 2. )

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