Samstag 8. Oktober 1910
Drittes Blatt
100. Jahrgang
Akr. 5836
Erschein! täglich mtt LuLnahme de» Sonntag«.
war ist Portugal?
Jnb Treiben her Portugiesen nicht- Rühmliche- berichten, hören wir ihn selbst:
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„MAGGIs gute, sparsame Küche“
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Strassen- und Gesellschafts-
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in modernen, gut passenden Formen.
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*» über Land und Seilte in Portugal von einem Kenner des '-Landes, G. Proscrofs. Er kenn von dem Charakter
Die „Metzener Fa«NienblLtter*' werden dem Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, daS *Kreisblett für öti Kreit Hießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Leit' fragen" erscheine» monatlich zweimal»
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität-- Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion: e^SIIL. Teü-Adru AnzergerGießen.
ist jetzt auch zur ewigen Ruhe eingegangen--" — „Ah, hat er
den Posten im Ministerium also doch noch bekommen?"
dec Verwaltung emzureichen.
Zuschlagsfrist bis zum 29. Oktober 1910.
Gießen, den 6. Oktober 1910.
Großh. Verwaltungsdirektion der medizinischen und Frauenkliniken.
Voit.
für Herbst und Winter
sind eingetroCen.
-Schlaflosigkeit,
Mattigkeit und Appetitmangel infolge von lleberanstrengung laflen sich durch -Scotts Emulsion Wirksam bekämpfen. Schon nach turym Gebrauche wettien Männer und Frauen wahrnehmen können, daß ein gesundes Nahrungöbedürinis sich wieder einstellig ihr Körper zu Kräften kommt und mfolflcbefien die alte
Zu Fabrikpreisen zu haben bei: Benner L Krumm, Drogen- Großoandlung; Adolf Bieler Nachf., Biktorta-Drogerie; Carl Seibel, Germania-Drogerie, Frankfurter Straße 39; Karl Sier, Mehl- und Futterartikel, Dammstrahe 46; Georg WalleusclS, Marktplatz 2L gegenüber bev Engelapotheke; Emil Karn, Central-
Seltersweg 53 GrlCSSCt! Telephon 754 Ecke Goethestrasse.
Vergebung.
Für die Großh. medizinischen und Frauenkliniken soll im Wege deS öffentlichen Angebots vergeben werden die Lieferung von:
1) 25 Ztr. Aepfel, 2) 600 Ztr. gute Speifekartoffeln, 3) 15 Ztr. gelbe Salatkartoffeln, 4) 10 Ztr. untererdige Kohlrabi, 5) 15 Ztr. Zwiebel, 6) 2 Ztr. Meerrettich, 7) 10 Ztr. gelbe Rüben, 8) 35 Ztr. Weißkraut, 9) 150 St. Rotkraut, 10) 400 St. Wirsing, 11) 200 St. Lauch, 12) 350 St.Sellerie.
Die Bedingungen können nachmittags von 3—5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau eingesehen werden.
Verschloffene Angebote und Muster sind getrennt mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin
Montag den 24. Oktober 1910 nachmittags 4 Uhr
Verdingung.
Beim ITT. Bataillon Fnfanterie-Äegirnents Kaiser Wilhelm Nr. 116 soll die Lieferung der im Kllchenbetrieb erforderlichen Kartoffeln, Gemüse, Eier und sonstigen Lebensmittel für die Zeit vom 1 November 1910 bis 31. Oktober 1911 vergeben werden.
Ebenso wird die Abnahme des Spülichts für vorgenannte Zeit verdungen. Vertragsbedingungen pp. liegen auf dem Geschäfts-
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Steigt man an Land, so mehren sich die trostlosen Eindrücke schon bei den ersten Schritten. Ein kurzes Gäßchen führt nach dem gewaltigen „Platz des Handels". Aber nur die Haufen Bettler scheinen einem ehrenwerten Gewerbe nach^ugehen; die übrige Menschheit sieht man lungernd in den Kaffeehäusern Kuscrmmengeballt. Den Bettlern machen — im Betteln nämlich — höchstens noch die Mönche und Priester fleißige Konkurrenz oft mit herrschsüchtiger Gebärde, mehr fordernd als hittend. Dazwischen etwas hochfahrende Geldarrogcfltz der reichen LandelSbourgeaisie, )ie auch nicht viel mehr $it tun «n Haven scheint als die nichtStuende Armut und die vor dem Priesterrock in hün- bischer Demut kriechenden Kirchengänger — das ist Lissabon in seinen ersten Eindrücken.
Darüber thronend das über und über verschuldete | von Kreisen gekommen, vor^ denen sie am sorgfältigsten^geheiV- Königsschloß einer in dem wunderbaren Schatz kästlein von Cintra gewinnt man ''qe7ttümliche Eindrücke. Neben Zimmereinrichtungen von schäbiger Abgerissenheit hin und wieder em halbleerer Prunkraum, mit reichen Schaustücken — Geschenken der europäischen Höfe, von Petersburg ,bis Madrid. Dann wieder der ärmlichste Hausrat. . . Und dieses Königtum diente all der Mißwirtschaft ,als Deckmantel! Aus der Teuselsküche der Parteipolitik fielen ihm auch willkommene Brocken ab. . . .
* Die Entziehungskur. Mein Freund Alois trrnfif ein wenig. Da quälten ihn die Tanten so, daß er sich zu einer Entziehungskur bequemte. „Wieviel Wein konsumieren Sie täglich?" fragte der Anstaltsarzt. Freund Alois pflegt fünf Flaschen zu trinken, sagte aber vorsichtshalber: zehn. Hierauf gab man ihm eine Woche lang acht Flaschen, dann sieben und sechs. Als er wieder bei fünf anaelangt war, wurde er „gebessert entlassen".
* Kleines M ißverständniS. „Unser Freund Kröbel
nend das über und über verschuldete von Ären en gekommen, vor denen sie am l orysalttgsten geyrum- nichts teiftenben Dynastie. Und erst recht sebattra werden iollt-n Sehr bemerkenswert w d'-«uNnert,am-- 1 ~ • 1 -• - kett, die der Ausschuß der Prtvarkorrespondenz hervorragenoep
', • Schriftsteller, wie Gorki, des verstorbenen Tschechow, Leonid Andrem jews, Tolstois und anderer widme:, von deren Briefen nicht selten in der Geheimzeitung Abschriften zu finden sind.
Dcriniicbtes.
* Die Geheimzeitung des Zaren. Der lange Aufenthalt Kaiser Nikolaus II. auf deutschem Boden macht die Frage aktuell, wie der Selbstherrscher aller Reußen über Angelegenheiten, die nicht zum Jmmediatvortrag gelangen, namentlich dann informiert wird, wenn er nicht in Petersburg oder auf einem seiner in der Nähe der Hauptstadt gelegenen Schlösser weilt. Fast alle Monarchen Europas lassen sich von besonders dazu bestimmten Bureaus Hefte mit eingeklebten Zeitungsausschnitten^ vorlegen, die der Tagespresse und anderen Publikationen entnommen sind und von denen die redigierenden Beamten annehmen können, daß sie an höchster Stelle Interesse finhen. Weniger bekannt ist, daß in Berlin eine besondere Zeitung, gewöhnlich „Das Fürstenblatt" genannt, erscheint, die swar auch anderen Personen gegen das außerordentlich teure Abonnement zugänglich ist, aber unter Weglassung jedweder Art von Annoncen und Leit- und Feuilletonartikeln den Lesern die wichtigsten Tagesnachrichten weit eher bringt, als es die an eine bestimmte Stunde des Erscheinens gebundenen Tagesblätter tun können. Anders erfährt die Ereignisse der Zar. Für seinen ausschließlichen Gebrauch tnnrb eine Zeitung geschrieben, die in zwei- bis dreiwöchentlichen Zwischenräumen herauskommt, dafür aber auch gleich einen Umfang von mehreren Hundert Seiten hat. Chefredakteur ist der jeweilige russische Minister des Innern, der aus den vom Ausschuß der Auslandszensur vorgelegten Nachrichten der ausländischen und inländischen Geheimagenten das in den Text Auf- zunehmende auswählt. Durch diese subjektive Brille nimmt her Kaiser Ansicht in den Kampf, den seine Beamten gegen die im Ausland befindlichen Mitglieder der Revolutionspartei führen, in das Tun und Treiben anderer vornehmer und angesehener Russen in den europäischen Großstädten, gelegentlich auch in den Inhalt ihrer Privatkorrespondenz und in das, was die zahlreichen Geheimdruckereien innerhalb und außerhalb Rußlands Verbretten. Das mtt Bemerkungen des Kaisers versehene Manuskript aeht dann an den Minister zurück, der es, nachdem Auszüge über das vom Zaren Gelesene gemacht sind, dem Geheimarchiv einverleibt. Trotz der erdenklichsten Schutzmaßregeln finh auf diesem Wege schon mehrmals einzelne Nummern verschwunden und zur Kenntnis
Fürwahr, wenn dort nun die Republik erklärt würde, so hätte niemanh mehr Anlaß, darüber Genugtuung zu empfinden als gerade der überzeugte Monarchist: Mag sich die landesübliche Anarchie lieber als Republik gemein machen, als unter falschem Schein den monarchischen Gedanken schänden. Denn kaum jemals hat eine Dynastie eine so klägliche und hilflose Rolle gespielt als die jetzigen Braganzu: sie war schon lauge zum Aushängeschild herabgesunken, das dem Geschäft des Meistbietenden willenlos zur Verfügung stand."
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„Paradiesische Pracht umfangt dir Seele, wenn man j )en Tajo hincmsonach Lissabon einfährt. Stotz klettert vor | )en entzückten Au sien die Stadt die Abhänge empor, mtt r mittenden Denkmälern des hinterlassenen Prunkes einer t früheren Kultur: und dicht am Turm von Belem und dem herrlichen ehemaligen Kloster im köstlichen maurisch-gotischen Nijchstil vorbei gleitet der Dampfer . . . Nur eines ist ,schon nicht mehr schön": hie Menschen! — Auch sie ein Rischstil, eine Mischrasse; aber von der mißratensten 59 Sorte. Ein Gemisch von Keltiberiern mit semitischem Karthagerblut und überwiegend minderwertigen römischen lj Ablegern diente als Unterlage .für die maurische Befruchtung; und auf diesen Mesttzenherd schwemmte Dann unter Libern weltumspannenden Handäsreich die Schiffahrt und Kolonisation von allen Küsten unerwünschte Einschläge selbst indische und Negerbastarde), bis die Masse $u völliger Achassensohmnacht -erknetet ward. Dies ist das heutige fr Portugieseirvotk, das, zu positiver Kulturarbeit unfähig, U Otn Rest seines manchmal noch aufflackernden Willens in ZerstörungSwutanfällen betätigt Darob ist denn der Staat langst zu einer Institution des „Raubens und Plünderns in zivilisierten Formen" geworden.
Schon an Bord wird man dessen gewahr. Zollwächter intb Hafenpoltzisten, die an Bord kommen, geben nicht, ^sondern nehmen mit offener Hand dem Staate, was des «Staates ist. Und wie die niedersten Organe, so die höheren. ^Die wüsteste Korruption überall; die ernzige Gleichheit, an JJbet alle Parteien teilhaftig sind! Bei jeder Anleihe, jedem Monopol verschwinden namhafte Summen durch geheim- W nisvolle ,'Unterbeteiligungen", und die vorübergehende Fülle deS Schatzes nach der Erneuerung des Tabakmono- pols diente dem ermordeten Dom Carlos als verstohlener Reservefonds für sich und die schwindelhaft ausgelaufenen Rechnungen der Lieferanten seiner Mutter und seiner Ge-
i Mn Verlange ausdrücklich $ WM
Spannkraft zurückkehrt.
Scotts Emulsion ist angembm zu nehmen und vollkommen lendt verdaulich gemacht.
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