Ausgabe 
9.9.1910 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Der Großherzog bat dem

** Landwirtfchafts 1 chrer. Der Großherzig hat

hervorgehen und lehrt die vorhandenen religiösen Kräfte richtig ein schätzen und verwenden. Sie macht die Kirche zum Mittelpunkt

Volksfreundcn überflügeln lassen, sondern sic müsse in der ersten Linie der Kämpfer bleiben."

Dr. ing. h. c. Rud. Dyckerhoff zu Amöneburg den Charakter als Professor erteilt.

Notouartiere. Die 49. Infanterie-Brigade ''115er, 116er, 168er ist gestern in der Rhön angelangt, nach dem heutigen Ruhetag beginnt morgen das Manöver. Gersfeld, hat 1100 Mann Ein- auartierung vom Regiment 116. Die 115er hatten gestern einen großen Marschtag von Fulda und Umgegend bis nach den Städt­chen Tann, Günrhevs und Lahrbach, die 168er liegen im Ulster- ral, die Maschinengewehr-Abteilung ist in Wendenhausen. Tie 25er Artillerie befindet sich in Tann, die Dragoner Nr. 24 sind in Simmershausen. Der Stab der 49. Brigade hat in Dieters- Hausen Quartier bezogen. Gestern ist auch eine Fernsprechabteilung in L.ann eingetroffen, die im Gefechtsgelände mehrere größere Leitungen Herstellen soll.

Die R e s e r v i st e n sind heute bei den einzelnen Regimentern eingestellt worden.

** Ein interessantes Bild. Das von uns bereits erwähnte Bild, das 'der Photograph August K o n r a d in Hungen gelegentlich des Ausfluges des Zaren- und Großherzogspaares nach Münzenberg ausgenommen hat, ist in unserer Geschäftsstelle ausgestellt'. Die Fürstliche leiten sitzen in einer zwanglosen Gruppe um den langen Gartentisch der Wirtschaft R. Klein, im Vordergrund das Zarenpaar, ihnen gegenüber das vergnügte Gesicht des Großherzogs, neben dem die Großherzogin schelmisch nach nach dem Beschauer blickt.

** Zentralisation des städtischen Kass en - wesens. Die durch das Ableben des Rendanten Wetter freigewordene Stelle eines Kassierers am Gaswerk wird nicht mehr besetzt werden. Die Kassengeschäfte des Gas- und Wasserwerks werden der Stadtkasse übertragen werden, womit das ganze Kassenw-esen der Stadt vereinigt ist.

** Die städtische Sandgrube am Nödgener Weg, die früher von der Stadt verpachtet war, wird jetzt von der letzteren in eigener Regie ausgebeutet. Der ge­wonnene Sand soll wie früher auch an Private verkauft werden. Man hat vorerst einen bequemeren Abfuhrwcg her­gestellt, der mit Schwellen belegt ist und beabsichtigt, dem­nächst ein weiteres Stück abzuholzen, um die Sandgewinnung stärker betreiben zu können.

** Besichtigung. Mehrere Franzosen, die sich auf einer Studienreise durch Deutschland, Oesterreich iuib Italien befinden, besuchten gestern nachmittag unter Füh­rung des Stadtbaumeistcrs Braubach unsere Kläranlage. Die Besucher, die eine ganze Anzahl solcher Anlagen ge­sehen haben, sprachen sich überaus anerkennend darüber aus, wie glücklich hier die Frage der Entwässerung gelöst worden ist. Besonders lobten sie die Sauberkeit, in denen sich die Klärbeckenwandungen befinden. Die Herren wollen heute das städtische Wasserwerk, besonders den Stollen bei Buseck besichtigen.

* * 36 Wohnhäuser wurden in unserer Stadt in diesem Jahr errichtet. Wenn man jedes Gebäude zu vier Wohnungen rechnet, würde das eine Vermehrung um rund 140 Wohnungen bedeuten.

* * Sonntags-Ladenschluß um 1 11 br. Unter den Geschäftsleuten unserer Stadt'zirkulieren Listen, um auch hier an den Sonntagen den 1--Uhr-Ladenschluß all­gemein einzusühren. Die Listen sollen zahlreiche Untere schristen finden.

Besitz wechsel. Bäckermeister Katz erwarb von Karl Schmidt dessen Anwesen Neustadt 14 für 40 500 Mk.

* * Zuchtvieh-Versteigerung. Dieser Tage wurden hier die vom Landwirtschaftskammer-Ausschuß eingesührten Bullen Simmentaler Rasse versteigert. Sechs der Tiere, die

stelle für Volkswohlsahrt und bei den deutsch-evangelischen Vereinen zur Förderung der Sittlichkeit. Tie Tätigkeit des Vorstandes bat sich zunächst auf die Weilerbearbeitung der in Wiesbaden behandelten Fragen gerichtet. Hinsichtlich der in Wiesbaden an­geregten Reformen auf deni Gebiete, der inneren Mission und der Haus- und Kiräxukollekteu hat der Vorstand den Einzel vereinen, denen die Wiesbadener Versammlung die Frage zur Weiterbearbeituug überwiesen halte, dadurch vorzuarbeiten gesucht, daß er die Sache gründlich durächeraten hat. Bezüglich des Kol­lektenwesens empfiehlt bei Vorstand, daß da, wo noch keine Kollektenordnungsstelle vorhanden ist, die einzelnen Vereine bei Kirchenregierung und Synode darauf hinwirken, daß zur besseren Verteilung der Hauskollekten über das ganze Jahr und zum Schutze gegen Schwindelkollekten in jeder Provinz eine solche i Ordnungsstelle eingerichtet werde. Auch über die Austritts- bewegung hat der Vorstand weiter verhandelt. Ein neues Ar­beitsgebiet ist im letzten Frühjahr in Angriff genommen worden, die' planmäßige Beobachtung und Beeinflussung der Tagespresse. Als Ziel gilt, den gesamten Psarrerstand in unmittelbare Fühlung mit der Tagespreise zu bringen, indem möglichst viele einzelne ---,, ,------------v-.»

Pfarrer mit einzelnen Blättern in persönliche Verbindung treten, den zweiten Landwirtschastslehrer an der landw. Winter- Zur Frage der schule Dr. Karl Wogeley zu Alzey zum 2. Landwirt-

Festlegung des Osterfestes schaftsichrer an der landw. Wrnterschule zu Michelstadt

ist das einschlägige Material gesammelt und daraufhin dem I ernannt,.ferner den 2. Landwirtschaftslehrer an der Pfarrertage eine Vorlage gemacht worden. Ilandw. Wrnterschule Dr. Hch. May zu Pttchelstadi zum

Zu dem Jahresbericht mürben zwei Anträge angenommen. 2. Landwirtschastslehrer an der landw. Wrnterschule zu Der erste Antrag lautet:Der Verband deutsch-evangelischer Alzey ernannt.

Pfarrervereine tritt ein 1. für die Festlegung des O ster- ** £ e li r e r e r f n rr n r i ? n 1Mprtr«inen wurde dem ÄLSSÄL-LL S L'-LU L »» T'

einen bestimmten Wochentag fällt und daß dabei die Häufung I Kelle an der Gemerndeschule zu Stockstadt , dem ^ck)ub- üon Feiertagen vermieden wird. Er beauftragt seinen Vorstand,! devlvalter Hch. Ltn gelb ach zu Alsfeld die Lehrerstelle die Sache weiter zu verfolgen." In dem zwecken Antrag wird an der "kath. Schule zu Neu-Bamberg: dem Schulverwalter der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die auf eine Einigung der I Phil. Thierolf zu Butzbach die Lehrerstelle an der Ge- evangclischen Pressetätigkeit gerichteten Bestrebungen von Erfolg meindeschule zu Harpertshausen.

begleitet sein möchten ** Erledigte Lehrerstellen. Eine Lehrerstelle

snirQC5r? V'C lirit Oraanistendienst an der kath. Schule zu Wal d-

n bliche <25 ohlf ahrtspflege Der Jiebner ging davon I < h a n fa ii-» Qnfirnrtinii > -> ec « s

aus, baß das ländliche Pfarreramt notwendig zur Wohlfahrts- / . !La $' Qt ~J

und Heimatspflege führen müsse. Bei der Not des Landes handelt ü r m, Kreis Alzey. Mit der stelle ist ^rganistendienst es sich um eine große sittlich-religiöse Gefahr, und die Arbeit verbunden; zwei Lehrerstellen an der kath. Schule zu in dieser Beziehung kann dem Pfarrer auf dem Lande von keinem iH e r b st e i u.

anderen abgenommen werden. Gerade im Heimatlichen liegen aberI "* Erledigt ist die Stelle eines SteueraufseherS in elementare Quellen sittlicher Gemeinschaft und religiöse (SmM ® ie § en.

findung. Ein jeder muß entscheiden, was sich für ihn daraus als Pflicht an seinem Orte ergibt. Die ländliche Wohlfahrts- und Heimatspflege führt zu einer heimatlichen Gestaltung des Pfarr­amtes selber, denn sie zeigt die große religiöse Bedeutung der Geschichte des Ortes und der Sitte, aus der die Einzelleben

des Gemeinbelebens und öffnet dem Pfarrer neue Quellen der Berufsfreudigkeit: sie läßt selbst die toten Steine als Zeugen göttlicher Wahrheit reden. Solche heimatliche Gestaltung dcs,_. ,rc. - - , . ,, . - - - _ - - .

ländlichen Pfarramts muß von jedem Pfarrer verlangt werden. I Grafl. Kammcrdireltor m Zaubach; Viktor Alb. Holl, Pri- Jn der Aussprache wurde gefordert, daß auch der theologische votier tn Rodhetm v. d. Höhe; Eduard Kretschmann, Rentner Nachwuchs mit der Heimatspslcge vertraut gemacht werden soll, in Lich; Hch. Schmalbach, Landw. in Hartmannshain; Wilh. cocntl. durch ein Kolleg über heimatliche Kirchenpflege. Weiter Schmidt VIII., Rechner in Großcm-Buscck; Will). Rabenaul., wurde empfohlen, daß auch die Kircheuregimcnter der Frage ihre Kaufm. in Alten-Buseck; Hch. Metz VII., Kaufmann in Ober- Aufmerksamkeit schenkten Ein Redner meinte, daß ohne ländliche Osteiden; Herrn. Bausch i., Rentner in Nieder-Wöllstadt; Genonewchattcii Wohlfahrts-und Heimatspflege kaum möglich sein <-osef Weibt Kaufmann in (Snnrhrrn n h Phm- Niiib werde, da ohne Genossenschaften kein Geld vorhanden sei. ^e^^^^) n 99n? ix V '

empfehle sich eine Unterstützung der Genossenschaften, zumal biefe ^ll^cr H / , Engelbert Schneider,

auch der Landflucht steuerten. Es wurde schließlich folgende Ent-! Bürgermeister in e.Hrbstein; Gg. Allmendinger, Fabrikant m fchließuug angenommen:Der Pfarrertag empfiehlt allen Pfarrern G^uuberg; Karl Schmidt II., Fabrikant in Grünberg; Johs. die Förderung der öffentlichen Wohlfahrts- und Heimatspflege Kurl Fölzing, Landwirt in Billertshausen; Christian Hos- und hält besonders die Pflege des religiösen Lebens in heimatlicher mann II., Rentner In Dorheim; Wilh. Aug. Schaub, Bei- und volkstümlicher Gcstolt für eine Atlftiabe jedes Pfarrers und geordneter in Büdesheim t Jak. Aua. Wieaand, Land- und eine Aufnahme des Stoffes in die Universitäten, Predigersemmare Gastwirt in Bönstadt: Storl Diehl, Landwirt in Münch, und ideologischen »nr,e jur dringend wnnschenswert. Leusel; Wilh. Kitz, Rentner in Gießen; Ludw. Bernhardt,

begründete Plaruer ff ri h sch iBerl.n) folgenden An- Landwirt in Elpenrod; Friedr. Fenchel II., Landwirt in trag:Der deut,che Ptnrrertag erklärt angesichts derSchadrgungen, Mjss, : Onnhmirf in Anaerätn.»

welche der M i ß b r a u ch des Al k o h o l S in gesundheitlicher, sitt- ^andwirt in -Nigersbach

lichcr und religiöser Beziehung herbeisührt, es für nnabweisbare W^H. Struth II Fabrikant N' L«uterbach- Leonhard Hoos, Pflicht aller Geistlichen, im Interesse unseres Volkes, unsererI^?vvtkant in ^auterbach, Hch. kalter III., Laiidwrrt in Gemeinden, unserer Kirche, uub unseres Amtsgewissens gegen diese Maar.

Alloholgefahr aufzutretcn. Das Gewissen hat zu cntscheibeu, ob ** V o n d e r I a g d. Die Hühnerjagd ist Heuer mittel- sie dies it, der?lr>antgarde der^^ Abstinenten den christlichen Blau- mäßig, aber besser ausgefallen als im Borjahre. Die Mittel zur Rcltuug ber Gesährbctcn gebrauchen, oder ob sie im gut au_ gewachsen. Die Fajanen sind eben-

Gros her wamhasl Mäßigen mit allen zusammen, amtlich in p.al^ ourchgekommen; sie kamen noch vor 10 Jahren Prebigt, Unterricht, Seelsorge, persönlichem Vorbilb, außeramtlich pst unserer Gegend sehr selten vor, während sie jetzt recht in einer Orgniasatiou der Kämpfer gegen die,Alkoholgefahr kämp- l)äufig anzutreffen sind. An Hasen ist kein Mangel zu fen. Die Geistlichkeit und die evangelische Kirche darf fiä) in der spüren. Es bewahrheitet sich also wieder die alte Bauern- crsrculich zunehmenden Antialkoholbewegung nicht von anderen j regel,Mäusejahr, Hasenjahr".

** Schwurge richt. Behufs Bildung der Spruch- lista für die am 26. September 1910 beginnende Sitzungs­periode des Schwurgerichts wurden die Namen nachstehen­der Hauptgeschworencn aus der Jahresliste für 1910 ge­zogen : Justus Formhals, Fabrikänt in Großen-Linden; Jak. Bauer, Landwirt in Schwalheim; Phil. Spahn, Land­wirt in Selters; Joh. Georg Windisch, Hofbäcker in Fried­berg; Gust. .Hamann, Architekt in Gießen; Friedr. Birnbaum,

Zum nächsten Piiiikt:Welche Stelluiig nehmen die Pfarrer zu der Konserenz für evaugelischc Gemeindearbeit'?" führte P. Droß (Berlin) u. a. aus: Von der Konferenz für evangelische Gc- meindearbeit ist zu erhoffen: die Gewiniiuiig einer größeren Zahl von Laien zur Mitarbeit am Gcmeiudeleben, eine wesentliche Entlastung der Pfarrer, 5 um al in den großen Städten, um die geistlichen Kräfte für deii eigentlichen Beruf frei zu machen; Ver­hinderung des AiischUifses lebendiger Gemcindcgliedcr an neben- kirchliche oder gar außerkirchliche Gemeiuschaft. Die Beteiligung der Pfarrer an den Bestrebnngen der Konferenz für evangelische Gemeindearbeit ist dringend erlvünscht, damit im besonderen er­reicht werde: Schaffung übersehbarer Gemeinden in den großen Städten, friedliches Zusammenarbeiten der den verschiedenen Rich- Mngeii angehörigen lebendigen Christen, Bccinflussnng der Kon­ferenz in dem Sinne, daß sic nicht mit anderen kirchlichen Orga nisationen in einen Wettbewerb cintrctcn, sondern mit diesen gemeinsam auf Erhaltung, Belebung und Vertiefung des Ge- meindebewnßtseinS hinarbciten. Die Versammlung erllärte sich mit diesen Ausführungen einverstanden. Zum Ort der nächsten Tagung wurde Eisenach gewählt und hierauf die Versammlung geschlossen.

2lns Stadt und Land.

Gießen, 9. Sept. 1910.

Boni Manöver.

Die Brigadeexerzieren sind zu Ende und am Freitag beginnen die eigentlichen Manöver mit den B ri g a demanö ver n, die bis zum 12. September dauern. Die Besiehtigung der 41. Infanterie- Brigade (87er und 88er) spielte sich zwischen Birllar, Kloster Arnsburg, Muschenheint und Lich ab. Danach marschierten die Truppen in neue Quartiere, die 88er nach Bellersheim, Södel, Berstadt, die 87er in die östliche Umgebung Gießens. Heute ist auch die 4 2. Infanterie-Brigade eingettoffen. Der Stab fain nach Schotten, der Reeimentsstab der 81er nnd zwei Kom­pagnien nach Ulrichstein, die übrigen nach Rebgcshain, Wohnfeld, Bobenhausen, Helpershain, Ober- und Unter-Seibertenrod. Die^ Quartiere des Füsilier Regiments Nr. 80 sind um Schotten, Wingershausen, Ulfa7 Rainrvd, Eschenrod. Die znr 42. Brigade gehörende 63er Artillerie liegt in Sellnrod und Ober-Schmitten, die 6er Dragoner in Kölzenhain-Feldkrücken, die Trainabteilung in Ulfa. Die nächsten Gefechte werden sich zwisck>en den Höhen bei Feldkrücken abspielen. Die 41. Jnfanteriebrigade wird zwischen Grünberg, Lich, Londorf, Hungen kämpfen. Grünberg erhält am Samstag etwa 1000 Mann. Die hessische Division hatte am Doimerstag Rnhetag, morgen beginnt das Brigademanöver. Die 50. Brigade hat ifyrcn Kriegssckwuplatz von Msfeld nach der Umgebung Lauterback>s verlegt. Der Brigadestab ist in Alten­schlirf, der Stab der 25. Kavallerie-Brigade in Lauterbach: Lauter­bach war gestern mit 1100 Mann 117er belegt, sie. wurden durch etwa 1400 Mann, meist 118er, abgelöst. Herbstein hat etwa 550 Niann 117er und 23er Dragoner. Die 61er Artillerie bezog in Ilbeshausen Hochwaldhausen Quartier, die 25er Pioniere in I *210^11(1)111^. Alsfeld, das seither etwa 1200 M<mn, ja bis zu I 150Q MüM MnMartitwüng Halle,, cwhält letzt höchstens n.cch

für die Gemeinden Mün;enberg, Trais-Münzenberg, Eberstadt, BillertShaiisen, Rieder-Breidenbach und WeckeSheim bestimmt ivaren, brachten bei der Versteigerung einen Mehrerlös von 20 Prozent über Ankaufspreis. Der Durchschnittspreis, für den die Gemeinden die Tiere unter Vlb^ng des Zuschusses der Landwirtschaftskaminer erhielten, betrug für spruugsähige Bullen etwa 1000 Ml. und für jüngere Tiere etwa 800 Mk. Der Rest der angekauften Bullen wird auf die Stationen Echzell, Nieder-Weifel und Leusel verteilt, während ein Tier zur Reserve auf die Weide geschickt wird. Das eingeführte Material ist nach dem Urteil der Sachverständigen von außerordentlich guter Qualität.

* * Die Maul- und Klauenseuche ist au§- gebrochen in Strzebin, Regierungsbezirk Oppeln.

( ?) Langd, 8. Sept. Nächste Woche findet hier Ge­meinderatswahl statt, bei welcher vier Mitglieder zu wählen sind. Schon jetzt sind hierzu acht Kandidaten aus­gestellt und wie man hört, werden sich noch mehr um diese Aemtcr bewerben. Die bisherige Zusammensetzung des Gemeinderats hat sich gut bewährt und man w>ar mit dessen Beschlüssen allgemein Zufrieden.

X Eichel ha in, 8. Sept. Hier wurde der Bürger­meister Schaaf zum dritten Male einstimmig wieder- gewählt. Ein schönes Zeichen für die Einigkeit einer Gemeinde.

§§ Sichenhausen, 7. Septbr. Heute wurde unser früherer langjähriger Bürgermeister Appel auf dem neu angelegten Friedhose, der damit seiner Beslunmung übergeben ivurde, bestattet. Der Verstorbene erreichte das Sliter von 84 Jahren. Im Jahre 1872 ernannte ihn das Großh. Ministerium zum Bürgermeister unserer Gemeinde, welches Slmt er bis 1874 versah. Von 1883 bis 1908 bekleidete er dieses Ehrenamt ununterbrochen mit »großer Treue und Pflicht­eifer und wegen Krankheit mußte er es dann niederlegen. Der Großherzog ehrte die geleisteten Dienste durch Verleihung des Allgemeinen Ehrenzeichens. Der Verstorbene gehörte 47 Jahre lang dem Kirchenvorstand in Herchenhain an. Geh. Regiernngsrat Schönfeld-Schotten gab dem Entschlafenen das letzte Geleit.

n. Schlitz, 8. Septbr. Am Mittwoch wurde in Uetzhausen Bürgermeister Dickert im 77. Lebensjahre unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Zahlreiche Kranze wurden unter Slnsprachen iiiebcrgclcgt, so von Bürger­meister Zinßer-Schlltz im Namen der Schlitzerlander Bürger­meister, vom Vorsitzenden des Knegervereins, vom Beigeord­neten im Spanien der Gemeinde u. a. tn.

X Büdingen, 8. Sept. Unser neues Volksschul- gebäube wirb am 20. September eingeweiht. Nachdem sich bic Bürgerschaft und der Gemeinderat drei Jahre über die Platz­frage zum Schulhaus gestritten, wurde mit Hilfe des Provinzial- aussckniffes und des Ministeriums die Frage endgültig erledigt! und 1908 mit dem Bau begonnen. Die Pläne find von Prof. Dr. Vetterleiii-Darmstadt^ entworfen. Das Gebäude enthält 12 Lehr- fäle, Zeichen- und Singsaal, Lehrer- und Konferenzzimmer und eine Dieiiciwohnung. Es ist mit Zentralheizung und Gasbe- leiichtuiig versehen. Die Baukosten belaufen sich auf runb 160000 Mark. An die nördliche Seite des stattlichen Gebäudes schließt sich noch die Turnhalle an. Ein geräumiger Spielplatz und Schmuck- anpflanzungen umsäumen das Gebäude.

-g. Aus Ober Hessen, 8. Sept. Die Gewerkschaft Buderus, Wetzlar, die in den Gemarkungen Langd iuib Villingen Ei sonst ein berg werke besitzt und in ihnen eine größere Anzahl S(rbeiter beschäftigt, hat vom 1. Sep­tember 1910 ab für ihre Arbeiter eine segensreiche Einrichtung geschaffen, die auck^von anderen derartigen Betrieben Srachahmung verdient, eie läßt nämlich schwäch­liche und erholungsbedürftige Kinder ihrer Arbeiter zu einer Knr in der Kinderheilanstalt Bad Orb unterbringen und trägt sämtliche entstehenden Kosten. Die Dauer dieser Knr ist bis Ende September vorgesehen.

= KirchgönS, 8. Sept. Nächsten Sonntag hält unser Turnverein sein Slbturnen ab. Es wird von ver­schiedenen Riegen an Reck, Barren und Pferd geturnt werden, Freiübungen und Neigen werden sich anschließen. Ferner findet Tanz statt.

= Bntzb a ch, 8.Sept. Die am.Sept. hier stattfindende Zuchtviehversteigerung wird mit 32 Ebern, 26 Stuten der Edelschweinrasse und mit 32 Ziegenböcken beschickt werden. Für die Gemeinden und Zuchtvereine, die den Sttikauf nicht durch eigene Beaufttagte vornehmen lassen wollen, können geeignete Tiere durch bic Ankaufs kommt ssion bes Lanbwirt- schaftskainnlcr - Ausschusses kostenlos vermittelt werben. Lieserungsaufträge nimmt ber Lanbwjrtschaststammer-'Aus- schuß in Gießen entgegen, ber auch auf Verlangen beul Katalog tut Interessenten verschickt.

L. B a b - N a u h e i in, 8. Sept. Russische Kirche! Die hiesige russische Kirche ist bic frühere Reinbarbskirche bet resorm. Gemeinbc bei? ehemaligen turhessischen Fleckens Nauheim. Hinter ber Kirche staub bas kleine Schulhaus, in bessen unterem Teile sich bas Schulzimmer und im oberen Teile die Wohnung des Lehrers befand; heute ist es bas russische Pfarrhaus. Später wurde aller cvang. Gottesbienst in ber Wilhelmslirche abgehalten iuib bic Reinharbskirche, gegen eine geringe Pachtsumme an bie kath. Gemeinbc vermietet. Nauheim vermehrte sich unb auch bie kath. Gemeinbc sah jich genötigt, an ben Bau eines eigenen Gotteshauses zu beuten. In bic Zenber- straße kam bic neue kath. Kirche zu stehen. Unb nun, nachbem bic englische Kolonie bic englische Kirche an dem Fuße bes Johannisberges erbaute, wurde bic Reinharbs- ttrchc ber sich gebilbeten rufsischen Gemeinbc überlassen. Die häßlichen Emporbühnen verschwanben, ebenso bic alten unschönen Bänke bes Schiffes, der steinerne Fußboben würbe entfernt unb burch Parkettboden ersetzt, auf bem eine Anzahl Stühle stehen. Prächtige .Hciligenbilber schmücken den Eingang zum Allethciligsten. Ueberall reicher Goldschmuck unb kostbare Spitzen, alles Hand­arbeiten.

B. Friebberg, 8. Sept. Der Zar, bic Zarin, bas Großherzogspaar nebst Gefolge sowie Prinz unb Prinzessin Lnbwig von Battenberg fuhren heute nachmittag um 3 Uhr über Bab-Nauheim, Ober-*Mörlen, Gransberg über Wehr- heim aus ben Felbberg unb kehrten um 8 Uhr 20 Min. über Bad Homburg, Friedberg, Friedrichsdorf, Obcr-Rosbach nach Schloß Friedberg zurück. Die Fahrt wurde mit sieben Auko-< mobilen angetreten. Heute vormittag war der Zar mit seiner ältesten Tochter Olga in Bad-Mauhcim zum Baden, in Begleitung feines Leibarztes, sowie des Fürsten Orlvff. Von V2II bis 12 Uhr mad)te bann ber Zar eine Runbfahrt im Automobil in bic Umgebung von Friebberg.

-m Friedberg, 8. Sept. Slin hiesigen Schöffengericht wurde der Hofgiitspächter Wilhelm Reß unb dessen Ehefrau pon Nieder - Wöllstadt wegen SNilchverfälschmig im Wiederholungsfälle beide schuldig befunden und mit je 300 Mk. bestraft.