Freitag N. September 1910
160» Jahrgang
Erstes Blatt
Eichener Anzeiger
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Nr. 211
Der -iehcner Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich KiehenerKamilienblätter; zwemial wöchentl.Areir- blatt für den Kreis Gietzen
(Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- _____
wirtschaftliche Zeitsrageii V 'V' ® M 'V VA V "V v w Chefredakteur:A.Goetz.
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für die Redaktion 112, politischen Teil: August
ZW. General-Anzeiger sur Oberheffen DM
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Deutscher Pfarrertag.
4 König sberg, 8. Sept. 1910.
Nachdem gestern die Abgeordneten der preußischen Pfarrer- Vereine getagt hatten, trat heute im Landeshause der Deutsche Pfarrertag zusammen. Der Vorsitzende Dekan Deißmann wies auf die Bewegung hin, die infolge der
Borromäus-Enzyklika
im deutschen Volke entstanden sei und nicht so bald zur Ruhe kommen werde. Es wurde hierzu einstimmig folgende Entschließung angenommen:
„Der deutsch-evangelische Pfarrcrtag zu Königsberg bedauert es tief, daß die Borromäus-Enzyklika den katholisck)eu Teil unseres Volkes in die römischen Geschichtsirrtümer immer tiefer verstricken und zu einer immer feindlicheren Haltung gegen den evangelischen Volksteil treiben will. Er macht c-3 daher seinen Mitgliedern zur heiligen Pflicht, an der Erhaltung nnb Förderung des evangelischen Gemeindelebens umso treuer zu arbeiten."
Darauf nahm der Psarrertag den
Jahresbericht zur Kenntnis.
Der Bericht teilt mit, daß der Bestand des Verbandes mt letzten Jahr gewachsen ist, so daß die Zahl der Mitglieder gegsw- wärtig 11600 beträgt. Das Verbandsorgan hat eine Auslage von 11838 ^otück. Der Verband ist beteiligt M der Zentral-
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
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Der französische Justizminister B o r t h o u bestätigte einem Berichterstatter, daß er angesichts des immer mehr um sich greifenden Ä p a ch e n u u w e s e n s , der immer häufigeren Revolver- und Messerattentate und der hierdurch bedenklich gefährdeten öffentlichen Sicherheit, der Staatsanwaltschaft die größte Strenge bei der strafrechtlichen Verfolgung der Apachen aufge- tragen habe. Ferner habe er beschlossen, dem Parlament einen Gesetzentwurf über das Tragen verbotener Waffen vorzulegen, durch den die bisherigen Bestimmungen ontsprccheiid verschärft werden sollen. Auch behufs Unterdrückung der gegenüber der Freiheit der Arbeit unternommenen Anschläge, dch in letzter Zeit einen immer bösartigeren Charakter angenommen haben, sei den Staatsanwälten besondere Wachsamkeit und Entschiedenheit empfohlen worden.
Die Verhaftung von zwölf Anarchisten in Moskau hat zu weiteren 30 Verhaftungen Anlaß gegeben, nachdem damit ein ganzer Verband Kommunisten aufgedeckt worden war. In Brjansk wurde eine Bombenfabrik entdeckt, die Geschosse von, ungeheurer Sprengkraft herstellte. Grobe Mißbräuche wurden neuerdings in der Kanalverwaltung in Jekaterinoslaw festgestellt.. Die Krone wurde systematisch bestohlen.
Den Blättern zufolge schloß des türkische Finanz- ministerium ein Vorschußgeschäft in Höhe von 500000 Pfund mit der unter englischem Einfluß stehenden türkischen National- bauk ab.
Die gestern gemeldete Mitteilung der Pforte an die: Kretamächte betrifft nicht die Offiziere, sondern die Unteroffiziere der Miliz und Gendarmerie auf Kreta, die der Beförderung wegen sich nach Athen begeben haben und als Offiziere nach Kreta zurückkehren sollen. Nach Auffassung der Pforte dürfen diese, wenn die Beförderung durch die griechische Regierung erfolgt, nicht mehr nach Kreta zurückkehren. Es verlautet, daß die Pforte von einigen Kretamächten diesbezüglich bereits eine befriedigende Antwort erhalten habe.
Der griechische Minister des Innern erhielt ein Telegramm, worin ihm Michelidakis, Kunduros und Papamastorakis mitteilen, sie könnten ihre Wahlen als Deputierte für Dtikor nicht annehmen. Es bleibt mithin nur die Regelung der Angelegenheit Veniscfios und Pologeorgis übrige
Nach einer Meldung aus Saloniki hat das dortige Boykottkomitee beschlossen, den Boykott auch auf aUe aus Kreta kommenden Waren auszudehnen.
Theodore Roosevelt stattete dem deutschen Klub in Milwaukee einen Besuch ab, bei dem er in deutscher Sprache begrüßt wurde. Roosevelt überbrachte dem Klub Grüße des deutschen Kaisers, dem er von dem Klub erzählt habe.
Der Papst gegen die Modernisten.
Rom, 8. Sept. Heute wurde ein Mvtupropriio des Papstes veröffentlicht, durch das praktische Maßnahmen gegen die fortdauernde Ausdehnung der modernistischen Bewegung ergriffen werden. Das päpstliche Schriftstück erinnert zuerst an alle Verordnungen, die bisher gegen den Modernismus ergangen sind und fügt ihnen solche über die Studien in den Seminaren,
Deutsches UeLch.
Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ließ der Staatssekretär v. K i d e r l e n - W ä ch t e r auf der hiesigen chilenischen Gesandtschaft das Beileid der deutschen Regierung an dem Hinscheiden des stellvertretenden Präsidenten von Chile, Albano, ausdrücken. Dasselbe tat im Auftrage der deutschen Regierung^ der Gesandte von Chile in Santiago.
Die Sperre des Berliner Viehhofes bleibt der „Allgemeinen Fleischer-Zeitung" zufolge auch für den Samstagmarkt bestehen^
In der Angelegenheit des ausgewiesenen Bankvorstehers Moeller aus Scherrebeck verwarf das Ober* landesgericht die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das freisprechende Urteil wegen der Rückkehr Moellers nach Nord- Schleswig, erklärte die Ausweisung für ungerechtfertigt und legte die Kosten des Verfahrens der Staatskasse auf. Dem Angeklagten wurde die Erstattung seiner baren Ausgaben zuerkannt.
Land zu regieren bestimmt ist, dessen spezifische Sonder- teftung zwischen dem übrigen Dentschland und der Donau- nonarchie gerade seinem Thronfolger in der Erörterung des wundesten Punktes der deutsch-österreichischen Beziehungen peinlich--sorgfältige Zurückhaltung gebietet. .
Prinz Ludwig hat durch seine rednerische Tätigkeit bei vielen einen Teil der Popularität eingebüßt, die ihm auf dem Thron zu statten gekommen wäre. Er hat vielfach so ge- prochen, daß er mißverstanden wurde und werden mußte. Die Vermeidung solcher Mißverständnisse aber ist es, die den guten Redner ausmacht.
hältlich sind.
Leutnant Helm wurde auf dem Fort, in dem er interniert war, von der Polizei übernommen, nachdem ihm :)er Haftbefehl des Polizeirichters vorgelesen worden war.
'...... hmen sich ihm gegen-
l filhr ihn nach der
Fürsten, die im Gefolge des Vertreters des Kaisers" erschienen. Darauf erhob sich Prirtz Ludwig von Bayern zu einem Trinkspruche, in dem er sagte: „Hier wurde ein Wort gebraucht, gegen das ich Verwahrung einlege. Wir 'find nicht Vasallen, sondern Verbündete des deutschen Kaisers. Als solche sind wir schon vor fünfundzwanzig Jahren dem damaligen Könige von Preußen treu zur Seite gestanden in jenem gewaltigen Kriege, aus dem dann das deutsche Kaisertum hervorging, wie dies auch Käiser Wilhelm I. jederzeit »anerkannt hat." Prinz Ludwig hatte recht und hatte es doch wieder nicht. .Herr Camesasea hatte seine Worte nicht auf die Goldwage gelegt; der Prinz, aber noch weniger. Er hatte aus der Mücke einen Elefanten gemacht und sah sich dann in die peinliche Lage versetzt, dem deutschen Kaiser selbst über den Vorfall Mitteilung zu machen, um seine Worte, wie die „Nordd. Allg. Ztg." es ausdrückte, vor „jeder Mißdeutung sicherzustellen". Auch mit der vor Jahresfrist zu Helmstadt in Unterfranken gehaltenen Rede hatte Prinz Ludwig Unglück. Dort war 1866 ein anderer Ludwig von Bayern verwundet worden; ein Ereignis, zu dessen dauerndem Gedächtnis ein Denkstein enthüllt wurde. Die „Natlib. Blätter" führen nun die markanteste Stelle der Ansprache an, welche der Prinz aus diesem Anlaß hielt, and bemerken dazu weiter: „Wer wollte behaupten, daß diese Worte nicht aus bester Absicht gesprochen waren'? Indessen haben auch sie dem fürstlichen Redner wenig Dank eingetragen. Denn diese Rede schien allerhand zu unterstellen, was in den verschiedensten Richtungen Aergernis erregen mußte; und sie vermied g/rade das, was nach Ansicht auch der Wohlmeinenden etwa hätte gesagt werden können; wenn schon überhaupt das delikate Gebiet der Behandlung der Deutsch- osterreicher durchaus aus j " " '
Die Portsmouther Spionage-Affäre.
Leutnant H e lm ist nun doch wegen Spionage unter Anklage gestellt worden, nachdem' der Kriegsminister die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben hat, wie in mehreren englischen Blättern ausgeführt wird, „um der ewigen Spionage einmal ein Ende zu machen". Ob man damit gerade einen glücklichen Griff getan hat, wird die kommende Gerichtsverhandlung zeigen müssen. Vorläufig ist es nicht klar, was es gerade dort, wo Leutnant Helm, angetrofsen wurde, auszuspionieren geben sollte, da die Forts, wie bereits mitgeteilt wurde, vollständig veraltet ind und Photographien und Pläne von ihnen überall er-
Der Korrespondent der „Daily News" in Portsmouth telegraphiert, daß die Leute dort trotz der Verhaftung des jungen Leutnants die Sache durchaus nicht ernst nehmen, weil eben jedermann wisse, daß die Forts, in deren Nähe der Offizier angetrofsen wurde, absolut keinen militärischen Wert mehr haben.
Sobald das .Kriegsministerium beschlossen hatte, die gerichtliche Verfolgung des Verhafteten aufzunehmen, wurde die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben, die sofort einen Rechtsanwalt 'beauftragte, von dem Polizeirichter von Fareham einen Haftbefehl zu verlangen, der auch gestern gleich erlassen wurde. Ein Polizeioffizier verhaftete darauf den im Gewahrsam des Fortkommandanten Befindlichen, der damit der Zivilgewalt übergeben wurde. Findet der Polizeirichter ihn für schuldig, dann wird er entweder der High Court oder der Central Criminal Court, beide in London, zur Aburteilung überwiesen.
fDie Verfolgung geschieht auf Grund des Offieial Secrets Act, dem Spionagegesetz vom Jahre 1889, ein Gesetz, auf Grund dessen gerichtliche Verfolgungen nur mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Atterney-Generals unternommen werden dürfen. Dieses Gesetz bestimmt, daß eine Person, die dabei angettoffen wird, außerhalb einer Festung, eines Arsenals, einer Fabrik oder einer Werst Seiner Majestät Zeichnungen oder Pläne anzufertigen, ohne ausdrückliche Erlaubnis dazu zu haben, zu einer Geldstrafe ober mit Gefängnis bis zu einem Jahr, mit ober ohne Zwangsarbeit verurteilt werden soll. Kann nachgewiesen werden, daß der Angeklagte die von ihm aufgenommenen Pläne oder Zeichnungen einer fremden Macht oder deren Agenten auslieferte oder nur die Msicht hatte, das zu tun, dann tritt Zuchthausstrafe von mindestens fünf Jahren bis auf Lebens-» zeit ein. Das gilt sowohl für britische Untertanen wie auch für Ausländer.
vom Kaifermanöoer.
Christ bürg, 8. Sept. Die blaue Armee gedachte auf der ganzen Linie gegen Osten vorzugehen und Rot überall da .anzugreifen, wo sie auf Rot stoßen würde. Das 17. Armeekorps ging zwischen Ewing und Drausensee und die ihm unterstellte Kavalleriedivision gegen den Elbingfluß vor. Die Kavallerie erzwang sich den Uebergang über den Elbingfluß bei Elbing gegen schwache rote Truppen. In der Gegend nördlich von Christburg entwickelte sich ein größeres Gefecht, indem das blaue 17. Korps hier gegen die westliche Sorge vorging und iie auch gewann. Rot ist nordöstlich zurückgegangen und hat Stellungen etwa in der Linie von Hirschfeld und Grünhagen eingenommen. „M. 3" operierte nachmittags über Rot und auch „P. 2" war den ganzen Vormittag über in Tätigkeit.
Das Wetter .ist regnerisch. Die Wege sind aufgeweicht. Der Kaiser hatte morgens Pröckelwitz verlassen und war bei Pachollen zu Pferde geftiegen. Graf Häseler und die anderen Manövergäste beobachteten die Kavalleriebivisionen.
Die Offiziere des brittschen Forts benahmen sich ihm gegenüber sehr nett unb einer von ihnen fuhr ihn nach der Polizeistatton, damit er nicht mit bent Polizeioffizier in dem Gefangenenwagen zu fahren brauchte; ein anderer Offizier nahm neben ihm auf der Anklagebank Platz und erklärte ihm, was der Magistrat fagte, da Leutnant H ' nur sehr mangelhaft englisch versteht. Leutnant erklärte, daß er kein Spion sei unb daß er die Zeichnungen nur für sich selbst gemacht habe. Die Verhandlung wurde dann auf eine Woche vertagt. Einer der englischen Offiziere begleitete dann den deutschen Leutnant noch nach dem Gefängnis von Winchester, wo er in Haft bleiben toirb, bis der Fall toteber vor den Polizeirichter kommt.
Ludwig von Bayern als Redner.
Die Altöttinger Rede des Prinzen Ludwig oon Bayern gibt den „Mltlib. Blättern" Anlaß, auf frühere öffentliche Ansprachen des bayerischen Thronfolgers ^urückzukommen und im Zusammenhmig mit ihnen die rednerische Tättgkeit dieses Wrsten überhaupt zu beleuchten:
Des Königreichs Bayern künftiger König hat zu Altötting, als er den Grundstein für die neue St. Anna- Kirche legte, nach der klerikalen Presse „goldene Worte" gesprochen; Worte, die andererseits in nichtkatholischen Kreisen hier und da Anffehen erregt und die rednerische Tättgkeit des bayerischen Thronfolgers wieder einmal in den Vordergrund des Interesses gerückt haben. Prinz Lud- wig soll, Inas neuerdings offiziös abgestritten wurde, dem lieben Gott seinen Dank dafür ausgesprochen haben, daß er von katholischen Eltern abstaimne. Es besteht kein Grund, dem Prinzen ein solches Bekenntnis zu verargen. Nur berührt eine derartige Betonung katholischer Abstammung bei einem Fürsten seltsam, dessen weibliche Vorfahren wiederholt evangelisch waren. Der Prinz, der in einer nach menschlichem Ermessen nahen Zeit auch über etwa zwei Millionen Protestanten regieren toirb, kann es doch nicht vergessen haben, baß seines Vaters sOfcutter, Therese von Hildburghausen, Protestantin war, wie auch die beiden Gemahlinnen seines weiteren Vorfahren, des ersten Bayern- iönigs, die Prinzessinnen Auguste von Hessen-Darmstadt und Caroline von Baden. Auch König Ma^ II. hat eine Protestantin, Prinzessin Marie von Preußen geheiratet, die später allerdings ihren Glauben wechselte. Prinz Ludwig, der Dhron folger, scheint aber auch, worauf die „L. N. N." aufmerksam machen, vergessen zu haben, daß die Kur- psälzer Vorfahren der heute regierenden Wittelsbacher Führer und Vorkämpfer des Protestantismus waren in Deutschland, bis bereit verarmte Birken selb er Vettern — denen mit dem Erlöschen der Sulzbacher Linie die Kurwürde und die Herrschaft in Bayern winkte, das „Glück" hatten, durch Karl Theodors Jesuiten zum Katholizismus bekehrt pi werden. Der Prinz soll weiter, was nachträglich eben» falls als in „dieser Fassung" nicht zutreffend bezeichnet wurde, die katholische „Religion" als die „einzig wahre und echte" gepriesen haben. Äuch das sieht angesichts der konstitutionellen Verpflichtung des Priitzen, seinen künftigen tzerrscherberus konfessionell-paritätisch auszuüben, einigermaßen deplaziert aus. Und man wird auch diese tfür die Oeffentlichkeit schwerlich besttmmte, von der Zentrumspresse aber zu durchsichtigen Zwecken ans Licht gezerrte) Rede zu denjenigen rechnen dürfen, die besser nicht gehalten worden wären.
Moliöre hat das Prädikat eines guten Redners mir demjenigen zuerkennen wollen, der immer so redet, daß er verstanden wird. Dann ist Bayerns künftiger König kein guter Redner. Er hat unzweifelhaft weder die protestantischen Bayern noch das Gedächtttts derjenigen Fürsttnnen verletzen wollen, denen eine ganze Reihe Wittelsbacher die Hand zum Bunde fürs Leben reichte. Und hat es doch getan. Hat auch aus den Erfahrungen früherer Jahre nicht die Erkenntnis gezogen, daß jede Silbe derer, die auf den Höhen des Daseins wandeln, auf die Goldwage gefegt, gedeutelt und, wenn irgend möglich, gegen den Redner selbst ausgebeutet wird; daß es somit gerade weithin sichtbarer Persönlichkeiten unabweisbare Pflicht ist, jede nicht gewollte Auslegung durch sorgsamste Wahl der Worte un- inöglich zu machen. Es ist, wie wir gerade in den letzten Tagen erneut sahen, jede Rede vom liebet, die der Sprecher hinterher selbst gegen Mißverständnisse schützen muß.
So war es Ludwig von Bayern schon 1896 nach dem Moskauer Intermezzo gegangen. Beim Festmahle, daß die dortige deutsche Kolonie den zu den Krönnngsseierlichleiten erschienenen Deutschen gab, brachte der Präsident dieser Kolonie, Herr Camcsasca, einen Trinfipruch auf den anwesenden Prinzen Heinrich von Preußen und auf „die
wachung und Zensur, die gegen die modernistischen Schriften? I zu beobachten sind, über die Priester ko ngr esse, über den alte drei Jahre zu erstattenden Bericht der Bischöfe und Ordensoberen bezüglich der Innehaltung der oben erwähnten Vorschriften. Nach Zitierung Der Enzyklika „Pascendi"' empfiehlt der Papst den Bischöfen und Ordensoberen an^ gelegentlichst, die Ausbildung des jungen Klerus aufmerksam zu überwachen, damit dieser sich gut zum Kampf gegen die Irrlehre vorbereite und damit die jungen Schüler nicht durch andere Studien abgelenkt werden. Die Lektüre modernistischer Zeitungen und Zeit-- schriften wird ihnen verboten und ein Eid, den lauteren Lehre und der katholischenDisziplin treu an zu hängen, soll geleistet werden: von jebeitt Professor vor Beginn der Vorlesungen, von den Geistlichen, bevor sie zu höheren Weihen aufrücken, von den neuen! Beichtvätern, Pfarrern, Chorherren unb Benefizianten/ bevor sie in den Besitz ihrer Benefizien treten, von beii Beamten der bischöflichen Verwaltungen, der kirchlichen Gerichtshöfe, eingerechnet Generalvikare und Richter, von den Fastenpredigern, den Mitgliedern der Kongregationen und Gerichtshöfe des Heiligen Stuhles. Das Motuproprio enthält ferner die Eidesformel hierfür, gibt schließlich beirt - Klerus Anweisungen über die nutzbringendste Art zu pre
digen und zitiert eine Stelle aus dem entsprechenden Erlaß . des Papstes Leo XIII.
über die Wahl der Rektoren und Lehrer in den Seminaren und katholischen Universität en hinzu, ferner über die toter oer Deyanoiung Der Leuljcy-. Bedingungen der Beförderung der Geistlichen zu hötiercn jurstlichem Munde behandelt wer- Weihen, zum theologischen Doktor-Diplom unb bezüglich, : den mußte. Zumal von dem wittelsbacher Prinzen, der ein • der Schulen, die sie besuchen müssen, weiter über die lieber^


