droht werde. Mtt den National-liberalen wollen wir gute Beziehungen unterhalten. Wir wollen kämpfen gegen die gottgewollten Abhängigkeiten, gegen Ritter und Heilige, een die verknöcherte Bureaukrarie, die eine Karikatur auf die deutsche Gründlichkeit bedeutet.
Ter erste Vorsitzende der neuen Partei, Reichs- tagsabg. Tr. Wien? er, rührt darauf aus: Wir wollen, das; Reich -nid 2taat so auSgcstaltet werden, daß die Bürger sich darin wohlsübleu können. Tarum wollen wir verhindern, daß der Staat seine Macht nur zum Wohle einzelner Klassen ver- wendet. Wir wollen ferner ,yu der äußeren Einheit auch die. innere. Tflnint fort mit dem Klasieuhaß und Raisenhaß. dcicht Sucht nach Herrschaft treibt den Liberalismus, smtdern ethische Mo- .mente. Bon unser» Gegnern können wir lernen, daß Einigkeit stark macht. Ruch bei entgegenstehendcr Meinung muß man sich bcm Mehrheitsbeschluß unterordnen, um den Erfolg zu verbürgen. Wenn die Zeiten auch trübe sind, so muß dem Regen doch der) Sonnenschein folgen. . .
Reichstagsabg. v. Payer weist darauf hin, daß die Einigung dazu dienen werde, die Scheidung zwischen norddeutschem und süddeutschem Liberalismus zu vermischen. Berechtigte Eigentümlichkeiten werden dabei immer bestehen bleiben können. Tie Wahl- rechtsfragc ist eine deutsche Frage, denn ganz Deutschland leidet unter dem gegenwärtigen preußischen Wahlrecht. Solange die Wahlrechtsfrage nicht gelöst ist, ist keine gcpeihlicbe Entwicklung Tür Teutschland möglich. Ter Wahlrechtskampf wird und mutz weitergeführt werden. Wir werden den Kampf jetzt gemeinsam führen, reich an Hoffnungen und mit zielbewußtcm Willen.
Es kamen noch eine ganze Reihe von Rednern aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands zu Wort, _bic sämtlich ihre Zustimmung und ihre Freude über das Zustandekommen der Einigung zum Ausdruck brachten.
Ter Vorsitzende Abg. Funck teilt noch mit, daß der ge- s ch ä f t s führende A u s s ch u ß der neuen Partei aus den Abgeordneten Easfel, Vlell, Fischbeck, Gvßling, Kämpf, Kopsch, Tr. Miller-Meiningen, Träger, Wienrer, Gothcin, Liszt, Mommsen, Naumann, Haußmann, Hummel und Pachnicke besteht.
Ter Vorsitzende schloß darauf den Parteitag mit einem Hoch auf die Fortschrittliche Volkspart ei.
Wie wir ergänzend einem Bericht der „Franks. Ztg." noch entnehmen, hat für die Gießener freisinnige Organisation Justizrat M e tz die Zustimmung zu dem Zusammenschluß ausgedrückt. Rach der Schließung des Parteitages sand am Sonntag noch ein Festmahl start, wobei u. a. die Abgg. Haußmann und N a n in a n n Trinksprüche ausbrachten. Auch in diesen Ansprachen spielte das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht eine Rolle.
Heer nnd Flotte.
— Ein anderer Kurs? Tie schon gemeldete Verfügung des Militärkabinetts, wonach jeder Truppenteil je einen dienstlich und moralisch besonders gut qualifizierten bürgerlichen Offizier zur Versetzung in die Garde Vorschlägen -ollte, ist noch weit umfassender gehalten gewesen als bisher bekannt. Nach einer besonderen Mitteilung von unterrichteter Seite — an die „Mil.-pol. Korrespondenz" — sind im Januar d. I. die Regiments- und selbständigen Bataillonskommandeure ausgesordert worden, bis zum 22. Februar alle bürgerlichen Offiziere ihres Befehlsbereiches, die den Voraussetzungen der Garde-Qualifikation entsprechen, dem Kabinett namhaft zu machen. Zum 22. März, dem Geburtstage des alten Kaisers, ist anscheinend eine Massen- versetzung von bürgerlichen Herren in das Gardekorps — vom Berliner .Armeewitz bereits „Pairsschub" getauft — geplant worden.
— Tas A r mee vcror dnun g s blatt'veröffcntlicht eine lllübinetts-Ördre vom 23. Februar, welch' im Vertrauen auf die bewährte Zuverlässigkeit uiw Pflichttreue der Unteroffiziere bestimmt, daß die Vorschriften, nach denen alle Mannschaften zu einer bestimmten Abeudstnnbc in die Kaserne oder ins Quartier z n rückgekehrt sein müssen, auf Unteroffiziere mit Offizierscharakter nm> Sergeanten ferne Anwendung finden; alle übrigen Unteroffiziere dürfen ohne Urlaub bis Mitternacht außerhalb der Kaserne oder der Quartiere bleiben. Ferner werden die Untervffi ziere der Fusttruppen vom Tragen des Gepäcks befreit bei allen Friedensiwungen und Märschen mit Ausnahme solcher, die aus Rüchichten der Ilnterkimst die Mitnahme des Geväcks bedingen, oder bei chenen für Offiziere das Tragen der Tornister oorgcschrieben ist. Tas Armee-Verordnungsblatt veröffentlicht ferner Bestimmungen über die erbst- ubungen. Tie große Parade des 1. LlrmeelorpS findet bei Königsberg am 24. August, die des 17. Armeekorps bei Danzig am 27. August statt. Tie Ka i ser m a nö vc r finden vvm 8. bis 10. September statt.
Die Ausländer an den deutschen Universitäten.
Tie an den deutschen Universitäten studierenden Angehörigen sremder Nationen, die 1892 erst 1891 zählten, bis 1906/07 auf 1151 stiegen und dann bis Sommer 1908 infolge strengerer Anforderungen der Universitäten an die Vorbildung ivicber auf 3594 zurückgingen, sind diesen Winter auf 4409 äugenactzsen und damit absolut aus eine früher nie erreichte Höhe, relativ — d. h. im Verhältnis zur Gesmntstudeittenzahl der Universitäten des Reiches — mit 8,4 Prozent aber hinter dem Winterhalbjahr J 906/07 mit 9,2 Prozent zurückgeblieben. Tie neueste Steigerung ist ivieder zum größten Teil auf einen stärkeren Zufluß aus fliußlaud zurückzusühren, dessen Angehörige immer inelrr den deutschen Bildungsstätten zusttömeu. Verfolgt man die Entwickelung des Ausländersludiums während der beiden letzten Jahrzehnte, w findet inan ganz erheblich, einerseits in der kulturellen, wirb- ichaftlichen oder politischen Entwickelung der einzelnen Nation, anderseits in der Stellung einzelner Länder zu Dcunchland und seiner wissenschaftlichen Bedeutung überhaupt begründete Schwach kimgen im Zugang der einzelne» Nationen. Ganz enorm ist die Steigerung aus den östlichen Ländern unseres Erdteils und aus Japan; am stärkstes aus Rumänien, Rußland, Bulgarien,^Serbien und Oesterreich-Ungchrn, und ebenfalls ganz btt ächtlich aus Spanien, geringer aus Griechenland und der Türkei. Aus Zentralenropa ist die Zunahme am stärksten aus Luxemburg und aus Schwcben- Norwegen, kleiner aus Dänemark, der Schweiz und Frankreich, während der Besuch aus Belgien und Holland ziemlich gleich blieb und anderseits neben den Portugiesen, die z. Zt. aber wohl nur infolge der politischen Zustände ihres Landes, im Gegensatz zu den letzten Semestern, ganz unvertreten sind, allein die Italiener und Engländer zurückgingeit. VvN den in den fremden Erdteilen beheimateten Besuchern unserer Universitäten weisen sodann die AmprffFNer ebenfalls einen beträchtlichen, die Australier einem ^Fmelfcid.t —inzufälligen) geringen Rückgang aus, wogegen die "Afrikaner und Asiaten, di - fast alle aus Japan kommen und Medizin studieren, nickt unerheblich in die Höhe gingen. Wenn wir heute die Nationalitäten nuferer fremden Universitälsbesucher vergleichen, fällt i>er größte Prozentsatz, nämlich über 41 Prozent, auf Rußland mit einer absoluten Zahl von 1858 (gegenüber 1584 int Vorjahr>. Ihm am nächsten steht Cefterr?id)»Ungarn mit j7,5 Prozent und 792 (706 . Tie Schweizer zählen 302 (342), eie Bulgaren 186 (168), die Engländer 142 (165), die Runtänen ] 16 (108,, die Serben 74 (70), die Griechen 73 (59), die Luxem
burger 58 (5-1, die 'Türken 48 (50), die Franzosen 46 (61), die Niederländer 47 (54), die Italiener 31 (49), die Schweden und Norweger 28 (28), die Spanier 29 (16), die Belgier 19 (22; und die Tänen 10 (6). Aus Europa stammen danach zusammen 3862 (3552) von denen etwa 200 dem weiblichen EKschlecht angehören: aus Amerika sind 335 (333), davon sind etwa ein Dritttt Tarnen, aus Asien 184 (172), (worunter nur wenige Frauen;. aus Aftikä 22 (15) und aus Australien 6 (5). Ter größte Teil der Ausländer konzentriert sich naturgemäß in unseren größten Universitätsstädten. In Berlin find cs eben 1349, in München 749, in Leipzig 618, in Halle 277, in Heidelberg 211, in Königsberg 166, in Göttingen 151, in Jrna 118, m Freiburg 116, in G icßen 6 9 , in Tübingen 24. Am wenigsten hat Kiel, nämlich nnr 7. Wie absolut so steht Berlin jetzt auch mit seiner relatwen Aus- länderzahl an der Spitze der .Hochschulen, cs hat 14,1 Prozent seiner Gcsamtstudentcnzahl, Leipzig 12,9, Königsberg 12,1, München 11,4, Leidelberg, das mit 16,1 Prozent vor drei Jahren an der ersten Stelle stand, 10,9, Jena 7,8, Freiburg 5,4, Tübingen 1,4, Greifswald und Münster je nur 0,6 Prozent.
Auf die einzelnen akademischen Berufe verteilen sich die Ausländer derzeft folgendermaßen: Medizin studieren 1491 (im Vorjahr 1174), Philosophie, Sprächet: oder Geschichte 1065 (985), Mathematik und Naturwissenschaften 565 632), Rechtswissenschaft 539 (4611, Staatswissenschaften 489 (583), ev. Theologie 176 (163), kcrth. Theologie 20 (21). Beachtenswert ist auch, daß von der Steigerung der Ausländer innerhalb der beiden letzten Tczen- nien alle Fakultäten, bezw. Studienfächer, ausgenommen allein die beiden theologischen, größeren oder geringeren Anteil haben und daß sich die 9Aediziner am meisten (um gegen 200 Prozent) vermehrt haben.
Vermischter.
* Eine neue Schwimmerschine ^ist erfunden worden. Tas Bureau für Patentverwemung I Bett schreibt uns darüber: Um es auch Nichtschwimmern möglich zu machen, sich über Wasser zu halten, hat man bereits verschiedenerlei Vorrichtungen erfunden, wie Retrungs- gürtel, Schwimmlorke, Schwimmwesten, Schwjmmbla,en usw. Bestallen diesen Apparaten ist der Träger jedoch den Wellen preisgegeben und kann sich selbst famn im Wasser ortbewegen. ' Anders ist es der Fall mit der boft einem Pariser Ingenieur namens Pimoule erfundenen 'Schwimm- maschine, um den Nichtschwimmer über Wasser zu halten, ist diese Maschine ebenfalls mit einem Luftsack ausgestattet, der indes auch durch jede andere Tragvorrichtung ersetzt werden kann. Dieser Luftsack liegt auf dem Rücken des Trägers auf. Born auf der Brust des Trägers ist ein Schutzschild festgeschnallt, der Nase itnb Mund gegen die aus- pülenden Wellen schützt. Zwischen diesem und edient weiter rnterhalb befestigten Brustschild ist die eigentliche Fort- uwegungsvorrichtung angebracht. Diese besteht aus einem Rahmenwerk, indem eine Propellerschraube auf einer Schncckenwellc hin und her bewegt roeroen kann. Die Bewegung des Propellers geschieht durch ein Hebelwerk, welches mit beiden Händen ergriffen und betätigt wird. Auf diese Weise ist es auch dem Nichtschwimmer möglich gemacht, ich nicht nur über Wasser zu halten, sondern sich auch in demselben fortzubewegen. Ter Apparat kann außer zu Rettungszwecken auch zum Wettschwimmen benutzt worden.
" Billige Telegraphie. Unter dem Namen „Tele- postgesellschaft von Amerika" hat sich in Boston mit einem Kapital von rund 50 Millionen Mark eine Gesellschaft gebildet, die mit Hilfe eines neuerfundenen Systems den Telegrammvertehr in ganz Amerika anß-erordenttich verbilligen wird. Ter" Staat hat per neuen Gesellschaft bereits die Genehmigung zur Aufnahme des Wettkampfes mit den alten Telegraphengeseilsckasien erteilt. Tic „Telcpostgesellschaft" stützt sich aus eine neue Erfindung des .Ingenieurs Patrick B. Telaney, dessen Patente bereits erworben sind. Tas System benntzt nur einen Traht und ist imstande, in der Minute tausend Worte zn telegraphieren, womit sie die Leistungsfähigleit der anderen Telegraphengesellsckafteu bei weitem über» trifft, die mit 65 Drahten nicht mehr leisten können, als der eine Traht des Telaneyschen Sustems. Die Telegramme werden dadurch sehr verbilligt: für 50 Worte will die Gesellschaft nur 25 Eent berechnen.
Handel.
— Dar msta dterBan f. Auch die Darmstädter Bank bietet den Aktionären gegen das Vorjahr eine um ein halbes Prozent höhere Dividende. Der Abschluß macht einen guten Eindruck, und es ist hier die auffalleftde Erscheinung zutage getreten, daß trotz Rückgang des Zinsfußes die Bank in der Lage ist, auf Zinfinkonto annähernd ein gleich hohes Erträgnis wie im Vorjahre zu liefern. Ter Geschästsauf- manb ist recht bedeutend gewesen und die Ausgaben betragen hier 1 Mill. Mark mehr als im Vorjahre. Nachdeni nun noch die Gratifikationen für das Personal von auf li/2 Mill. Mark aufgcbessert werden und die besondere Reserve i/2 Mill. Mart mehr als 1908 erhalten soll, verringert sich der Zuwachs im Nettoerträgnis auf einen mäßigen Betrag. Es werden in den Ausstellungen 10,72 Mill. Mark als solche ausgcwiesen, gegen 9,89 Mill. Mark im Jahre vorher. Aus bent Bilanzstand ergibt sich, baß der Debitorenstand eine wesentliche Aeuderung nicht erfahren hat, 277 gegen 263 Mill. Mark. Der Kcebitorenstanb ist bedeutend angewachsen, und zwar von 392 ans 462,8 Mill. Mark. Fast gleich groß sind die Report- und Lornbarbkonteii angewachsen und zwar von 65 auf 122 Mill. Mark. Demnach sind dem Institut viele fremde Gelder zugegangen und haben auch allem Anschein nach eine große Verwendung gefunden. Im ganzen befriedigt bas Ergebnis.
** Hess. Laudcshypothekcubank. Tcm Gcschästs- bciicht der Hessischen Landes-Hypothekeirbank in Darmstadt für 1909 entnehmen wir: Ter Gesamtbc.staud an unkündbaren Tilgnngs- darlchen ist auf 8612 Darlehen im Betrage von etwas über 119 021500 Mcttk gestiegen. Die Vermehrung der Tarlehen beträgt hiernajch, irund 13133 300 Mark. Sic entfällt, nur 1257 einzelne Posten verteilt, mit über 9 626 300 Mark auf Hypothek- parlehen und mit rnnd 3 507 000 Mark auf Komurunal-Tarlehen. Ter Umlauf an Pfandbriefen und Kommunal-Obligationen hat sich von 103 959 600 Mark auf 116 728 700 Riark erhöht. Aus Dem Reingewinn des abgetanscnen Geschäftsjahres soll nach ausreichender Tvtierung der Reserven eine Div-ibendc von SVs Proz. ccuf das Aktienkapital von 9 Millionen Mark verteilt werden. Wie in den Vorjahren roareit die Tarlehcnsbedingungeu auf die Ausgabe 4 prozentiger Obligationen basiert. Der Tarlehenszinsfuß betrug für Hypotheken 4f4 Proz., für Kämmunal-Tarlehcn nach Wahl der Anleiher entweder 4,20 Proz. dauernd oder 414 Proz. in den ersten 10 Jahren, alsdann 41/s Proz. Ihren Schuldnern gab die Bank die urkundliche Zusicherung, im Falle einer Konversion ihrer 4 prozentigen Schuldverschreibungen eine angemessene
Herabsetzung des Darlehenszinsfllßes, bei Gemeinden eine solche um i/2 Proz., eintreten zu lassen, unter Verzicht aus die Möglichkeit, een Zinsfuß später jemals wieder zu erhöben. Dio neben den Zinsen als einmalige Leisümg der Anleiher zn entrichtenden! OKttdbeschassnngskosten betrugen im Jahre 1909 durchschnittlich 0,80 Proz. für Hypotheken und 0,79 Proz. für Kommunal-Tar lchen. Bei Hypothckdarlehen wurden bi.’ Geldbesckaffungskpsteu vielfach in der Weise gestundet, daß sie während der Daun- einiger Jahre durch Zuschläge zu den Zinsen an Stelle der Tilgungsbeiträgc zu erstatten sind. Andere als Tilgungs- darlehcn hat die Bank auch im Berichtsjahre nicht gewährt. Die Höhe der Tilgung darf bei Hypothek-Darlehen nicht unter V» Proz., bei Kommunal-Darlehen nicht unter 1 Proz. betragen. _ Daß die Tätigkeit der Bank gerade den weniger begüterten Kreisen in besonderem Maße zugnte kam, lassen die Angaben des Geschäfts- berichts über die Stückelung der Darlehen und über Stand und Gewerbe der Anleiher erkennen, lieber die Hälfte aller Hypothek- Darlehen kommt auf Beträge bis zu 5000 Ml., über 3/.t aus solche bis SU 10 000 Mk. Auf Handwerker und sonstige Gewerbetreibende sowie auf Arbeiter entfallen mehr als die Hälfte, aus Landwirte über \\ aller Darlehen. Etwa 594 000 Mk. bet Hypotheki-Tarlehcn rauben zur Errichtung und etroa 25 600 Mk. zur Erneuerung und Ausbesserung von Kleinwohnungen Verwendung. Die Kommunal-Darlehen dienten außer zu anderen Zwecken namentlich zur Erbauung von Schulhäusern, Eisenbahnen, Strafen, Wasserleitungen, sowie zur Errichtung von Beleuchtungsanlagen. Als Geldausgleichungsstelle konnte die Bank den hessischen öfsenttichen Sparkassen auch im Jahre 1909 Dienste leisten Der Umsatz belief sich im Eingang aus über 11320 000 Mk. und int Ausgang auf nahezu 11315 000 Mk.
in. Bad Nauheim, 6. März. Am Samstag abend fand int Restaurant Burk hier die 59. ordentliche Gencralvcr- s a m m l u n g des S p a r - u n d V o r s ch u ß v e r e i it s, e. G. m. b. H., statt. Ter Vorsitzende des Aufsichtsrates, Kaufmann Phil. Müller, gab seiner Freude Ausdruck, trotz der ungünstigen Verhältnisse ein gutes Geschäftsjahr verzeichnen zu können. Kassier H. .Stoll erstattete sodann den umfangreichen Geschäftsbericht: aus ihm ist zu entnehmen, daß der Umsatz 31152 969,50 Mk.. b. h. 1072 005,12 Mk. mehr als im Vorjahre betrug; 517 Mitglieder gegen 501. Tas Spaicinlagen-Konto weist 2118 Sparer mit einem Guthaben von 1 743 879,41 Mk. auf. Umgesetzt wurden im Berichtsjahr aus Sparkonten mehr wie .3 Mill. Mk. Dio Scheck- Konten und Konto-Korrent-Konten weisen sowohl bezüglich der Konto-Inhaber löie des Umsatzes eine erhebliche Steigerung auf. Auf das Scheck-Konto entfällt ein Umsatz von 3 Mill, und auf Konto-Korrent öy« Mill. Mk. Tie vom Verein unentgeltlich verwaltete Pfennig-Sparkasse hatte am Jahreslchluß einen Bestand von 567 Sparern mit einem Guthaben von 17 342,21 Mk. Tie Dividende wurde auf Prozent festgesetzt. Am (pchlus e sand noch Ersatzwahl des Vorstandes statt, bei dec die ausscheidenden Mitglieder wiedergewahlt wurden. Dec erkrankte Vorsitzende dec Pfennig-Sparkasse, Lehrer Wagner, welcher 27 Jahre lang diesen Posten unentgeltlich verwaltet, wurde ebenfalls iviedergcwählt.
Spieiplan öer vereinigten.frankfurter StaSttheater.
Opernhaus.
Montag den 7. März, abends Li,8 Uhr: „Der Zigeunerbarou." Dienstag beit 8. März, abends 7 Uhr: „Die Zauoerflölett
Schauspielhaus.
Montag beit 7. Marz: „Nalhait dec Weiss." Dienstag den . März: „Des Pfarrers Tochter von Strchladors." (Anfang jedesmal abends 7 Uhr.) \
Meteorologische Beobachtungen der Station^ Gießen.
Niedrigste , ,5. „6. „ = —- 3,4 “C.
März
1910
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Last
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
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ß
(rtrab der AexSlkung in 3ei)utel der sichtb. Himmetofl.
Wetter
6. 2'b
753,3
9,4
5,6
63
SSW
2
0
Souneufcheiu
6.1 9«
753,7
1,3
4,6
91
SSE
2
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Klarer Hirmnel
7. 7"
754,3
3,8
92
still
still
10
Nebel
. 1 1
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1 Teinperatur
am 5.
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Dtä
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- 9,8 ° C.
TeBefoBiische Kurshsrichh des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie^'G»essen.
Frankfurter Börse
311',0/., Rcicl)sanleihe . .. 93 75 3°;n - do. .-.2.. .. 64.70 3' tt/'g Koiisols ( L. . . VZ.75 3"/,, do. . -•
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4'7ö Oesterr. Goldrente .•=.. 100.10 47$% Oesterr. Nilberreute. 99.50 4° 0 Un»ar. Goldrente 95.70 4°,, Italien. Kente . —•—
3% Portugiesen Serie I65.20 3°,o Portugiesen „ III • —
4’/?% rass. Staatsaul. 1905 100.25 4’ 'j0,', Japan. Staatsanleihe 98.05 4% Conv.Türken von 1903 94.80 Türkenlose . . . . 7177.40
4% Griech. Monopol-Ant -. 48.00 4% äussere Argentinier . 91.70 3% Mexikaner ... -. 69.20
47,°. „ Chinesen 100.00
Aktien: b ..
Bochum Guss 243.1 C
Buderus E. . 110.60
5. März, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahuieyer . . ". HO.ClO Elcktriz. S^huekert . . <. 134.95 Eschweiter Bergwerk . . ^03.00 Gelsenkirchen Bergwerk . ^14 25 Hamburg - Amerik. Paketf. 141.80 Harpe-ner Berg^vcrk 199.50 Lanrahüttc . - - • i • 172.00
Nordd. Lloyd .t . - . . 106.50 Oberscblc>. Eisen-Industrie 104.40 Berliner Handelsges. • • 179.80 Darmstädter Bank >■ , : . ,. 137.40 Dentsche Dank .... 258.40 Deutsch-Asiat. Bank . x . 155.90 Diskonto -Kommandit . 1V6.70
Dresdner Bank . . .. 4. • 165 8J Kreditaktien . . - >. • r{ • -13.10 Baltimore- and Ohio - ‘
Eisenbahn * 112.60
Gotthardbahn-. . /- < £3:^ . — Lombard. Eisenbahn 23.4’1 Oesterr. Staatsbahn ■ 161.70
Prince 7 Henri - Eisenbahn 5. 134.00
Tendenz: ruhig.
Berliner
Börse» 5, März.
Canada E. B.......—•—
Darmstädter Bank ... . 137.30
Deutsche Bank . . . . 253.50
Dortmunder-Union C. . 93.50
Dresdner Bank . 165.70
Tendenz: träge.
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Harpener Bergwerk • • • 199.40
Laurabütte . . .t. 17L75
Lombarden E. B. . r 23.60
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Naxos Jockey O2 Pfo.
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