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8.8.1910 Erstes Blatt
 
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VezugSpretS:

oder 9

lichen.

San Sebastian, 7. Aw

ließen an bip Bevölkerung von Leitung gelangen, baß sie von ber

dessen Mitte sich die große Nelsonsäule nem Könia-Eduard-Platz umgewandelt

Die Franzosen und die Republik Liberia.

O Paris, 6. Äug.

Die fiiberia-Angelegenheit behandelt Abg. Paul D e - schane 1, L ekanntlich VorsitzenderdesAusschufses

Neue Ztraßenkämpfe in Teheran.

In Teheran gärt es wieder einmal. Die Stadt besindet sich, so wird aus Teheran vom 7. d. M gemeldet.

Stadt ist ruhig, *

I Paris, 7. Äug. Aus Madrid wird gemeldet: Die Re­gierung widmet ihre ganze Aufmerksamkeit jetzt dem Aus­stand in Bilbao. Wenn die dortigen Arbeitgeber ihre un­nachgiebige Haltung beibehalten, dann roirb ber 'Jiimlter bcy Innern, der noch in Bilbao weilt, nach Madrid zurück mehren! und der Ministerrat wirb am Montag außerordentliche Beschlüße fassen, um den Streik abzuwenden, denn er kann eine Verlänge­rung ber gegenwärtigen Lage nicht dulden, welche die^xiltenz der Arbeiter in ganz Spanien bedroht. Die öffentliche Meinung mißbilligt die Haltung oer Arbeitgeber und da die Regierung die öffentliche Meinung aus ihrer Seite hat, wird sie willen, ihre Entscheidungen durchzusetzem

Neues Theater" in Mainz. In dem weißeir Saale des Kötherhofes soll unter dem TitelNeues Theater" eine, wie der Name fasst, neue ständige Bühne eröffnet) werden; zu diesem Zwecke läßt die Mmünster Brauerei das Theater vollständig neu Herrichten. Es sollen dort, of)nd Wirtschaftsbetrieb natürlich, besonders neuzeitliche Schau- und Lustspiele gegeben werden.

Metchnikoff über Ehrlichs Syphilis- mittel. Prof. Metchnikoff vom Institut Pasteur ht Paris hat sich auf eine Anfrage desMatin" hin sehr günstig über das neue Heilmittel Prof. Ehrlichs aus­gesprochen. Nach seinen Mitteilungen hatten die ün In­stitut an Tieren vorgenommenen .Versuche ein geradezu wunderbares Ergebnis.

lg. Die Organisationsausschüsse _.l Biscaya und Navarra die Mit­teilung gelangen, baß )te von ber geplanten Kundgebung ber Katho­liken Abstand genommen haben, weil die Regierung die Transportmittel mit Beschlag belegt habe. Sie protestieren gegen die Akte der Wilklür und beklagen es, daß die Armee dazu bestimmt sei, die Ordnung gegen die Katholiken ausrecht zu erhalten, die das Heer liebten und schließen mit per ^Aufforderung, die Katholiken sollen den Mut nicht sinken laßen. Als gestern abend eine Gruppe von einem Balkon herab:Nie­der mit Spanien! Es lebe der Papst!" riesen, versuchten etwa tausend Personen das Haus zu stürmen. Der Gouverneur eilte an der Spitze von Polizei- und Gendarmene- mannschasten herbei und stellte die Ruhe wieder her; mehrere Personen wurden verletzt, 44 verhaftet, -ein Zen­trum ber Stadt herrscht Ruhe. Bei Haussuchungen wur­den eine Anzahl Feuerwaffen gefunden und 132 Verhaltungen vorgenommen; gegen 3 Uljr morgens wurde bic Gendarmerie zurückgezogen. . , .

In der vergangenen Nacht traten zwei Schwadronen Gen­darmen ein. Die Bahnhöfe sind von Truppen besetzt. 2000 Katholiken sind in der Stadt; ihre Haltung ist. friedlich. Der General, kapitän hatte eine Konferenz mit Ea na lei as, pent er versicherte, daß eine Störung der Ruhe nicht zu be;urchten fen

Vier Personen, welche heute morgen vor einem (Safe riefen:Es lebe der Papst!" sind verhaftet worden,

unehelicher Geburt. ..

Im Jahre 1908 begingen im Deutschen Reiche 10 659 männ­liche und 3106 weibliche, zusammen 13 765 Personen, Selbst­mord Auf 100 000 Einwohner des betreffenden Geschlechts entfallen danach 34,3 männliche und 9,7 werbliche Personen, die durch Selbstmord endeten; bei beiden Geschlechtern zusammen stellv sich die Ziffer auf 21,9, im Vorjahre waren es 20,6.

2. UeberseeischeAuswanderung 190 9.

Die Zahl der int Jahre 1909 über deutsche Häfen Aus­gewanderten stellt sich auf 257 952, und zwar 239 6<.7 Fremde und 18 315 Deutsche. Im Vorjahre waren es 106 499 Fremde und 16 722 Deutsche. Die erhebliche Zunahme der Auswanderung zeigt sich danach hauptsächlich bei den Fremden. Neben den 18 315 über deutsche Häfen aus gewandert en Deutschen gingen über fremde Häfen 6606, darunter über Antwerpen 1952, über Rotter­dam und Amsterdam 4536.

Die Ges amt zahl der deutschen Auswanderer be­trug also im I hre 1909'. 24 021 (1908: 19 883). An dreier Gesamtzahl der deutschen Auswanderer find als Auswanb^uugs- gebiete beteiligt : Brandenburg mit Berlin (mit über 2000) Bayern Hannover, Königreich Sachsen, Posen, Westtalen und Rheinland (mit je über 1000). Ihrem Berufe nach entfallen von den deutswen Auswanderern 5770 auf die Landwirtschaft, 7628 auf Bergbau und Jndusttie, 3129 auf Handel und Verkehrsgewerbe einschließlich Gast- und Schankwirtschaft.

Unter den über deutsche Häfen ausgewanderten fremden Au^ Wanderern befanden sich 89 718 Russen, 83 220 Oesterreicher und 61641 Ungarn. Von den deusicken Auswanderern gingen 19 930, von den fremden 215 625 nach den Vereinigten Staaten von Amerika. , .. r

Die überseeische Einwanderung über . die Hafen Bremen und Hamburg umlaßte im Jahre 1909 127 618 Personal, darunter 80 900 von Nordamerika, 8449 von ©übamerita, 981 von Westindien und Mexiko, 4402 von Afrika (einschließlich 74b Mann deutsche Truppen), 1374 von Ostasien (einschließlich 29o Mann deutsche Truppen) uiid 616 von Australien.

für die äußeren Angelegenheiten in der Kam- mer, in einem sehr eingehenden Artikel desJournal", der, man könnte sagen, natürlich, eine scharfe Spitze gegen die Absichten und die Haltung der Vereinigten Staaten hat. Der Verfasser schildert Zunächst den Reichtum der Neger- Republik in sehr lebhaften Farben, um daran anzuknüpfen:

Tie Vereinigten Staaten, die man,nicht gerade überschweng­licher Sympathien für die schwarze Rasse bezichtigen kann, habest jüngst das Bestreben gezeigt, den Leuten von Liberia zu Hufe zu kommen und alle früheren Anleihen dieses Staates auf sich zu nehmen Solche Verpflichtungen erheischen naturgemäß immer Kompensierungen. Die Amerikaner, die eine ungeheure Maße von Bananen und alle Arten tropischer Früchte jährlich ver­zehren müssen Länder finden, die für ihren stets wachsenden Konsum lieferungsfähig sind. Wir wollen annehmen, daß die von den Vereinigten Staaten in Liberia eingeschlagene Politik keinen Hintergedanken gegen die Autonomie und die Unabhängig­keit der kleinen Republik enthält. Jiidessen warten sie mcht ein­mal bei ihrem Vorgehen auf die Ratifizierung der vorbereitet«! Verträge: Marineoffiziere durchstreifen das Land in der Nahe unserer Grenze von Cuvally, stellen dort alle möglichen Unter- suckmngen an und rufen so eine tiefgehende (Erregung: gegen die fremden Handelstreibenden hervor. Schon im Mai 1909 hatten zwei amerikanische Kreuzer, derBirming­ham" und derDesmoines", die liberischen Küsten beiucht mit einem Untersuchungs-Ausschüsse an Bord, der unter der Leitung ber Doktoren Roland und Faulkner die politische Lage des Landes studieren sollte. Gleichzeitig wurde der Zutritt nach Monrovia zwei französischen Offizieren vertagt, die dort eine wichtige Aufgabe erfüllen sollten, die in veröffentlichten diplo­matischen Schriftstücken vorgesehen war. Diese Haltung uns gegen­über würde daraus hintveiseu, daß Liberia Argwohn gegen uns hegt und sich ohne uns reorganisieren will. Dann muf; man sich aber fragen, mit wem? Die Durchführung des Vertrages von 1907 erleidet Verzögerungen, die nicht zu rechtfertigen find. Die Absteckung unserer Grenzen sollte in den vier Monaten begonnen werden, die der Ratifizierung des Vertrages folgten. Die Mission des Gouverneurs Richaud ist seit mehr als einem Jahre heimgekehrt und wir wissen noch immer nichts von den erzielten ^Ergebnissen Wir haben 190/ eine gerabe5Ul unwahrscheinlich klingende Großmut gezeigt, indem wir Liberia 80000 Quadratkilometer ununterworfener Ge- g en den, die das Hinterland bilden, zu billigten, obgleich es darauf leinen rechtmäßigen. Anspruch hatte, da diese Gebiete nach dem Prinzipe der afrikanischen Hinterländer hatten M'- handelt merben müssen. Wir müssen die völlige und ehrliche Durchführung ber Abmachung von 1907 über unsere gemeinsamen Grenzen durchzusetzen suchen, aber auch zur Entschädigung dafür alle Bürgschaften fordern, die die liberifche Regierung su achten ! sich verpflichtet hat. Man darf nicht bergeffen, daß die,e Gebiete sich inrr zehn Tagereisen von den eurobäwn Hasen befinden, daß schon alljährlich 400 Schiff auf der schönen Reede von ' Monrovia halten und daß ber Außenhandel feit vier wahren . sich dort verdoppelt hat. Liberia wird notgedrungen aus bem prächtigen Aufschwünge Nutzen ziehen, den bic ttnrt* schädliche und die Handelsbewegung in Westafrika nimmt. Die Kreise Kissidugu und Beyla produzieren 2000 Tonnen Kauttchuk ; und 600 Tonnen Palmöl, die tausend Kilometer zurücklegen müssen, um nach Konakry zu gelangen, während die Häfen Monrovia und , Groß-Bassa kaum zweilnindert Kilometer von den Zentren dieser : ergiebigen Bezirke entfernt sind. Der freie Zutritt zu die,en Punkten muß also gesichert werden. Die Ausdehnung unserer l Landgrenzen auf nahezu 800 Kilometer, unsere erstklassigen , Interessen in diesen Gegenden machen es uns zur Pflicht, . sehr scharf die Evolution der liberischen Frage i zu überwachen. Wir verlangen, daß Liberia seinen Namen > rechtfertige und in nichts die Unabhängigkeit seines Handeln^ vermindere, ohne daß wir davon in Kenntnis gesetzt und zup ' Verteidigung unserer Rechte aufgefordert werden/

Reihe von Denkmälern die Geschichte der britischen See­macht darstellen. Man hat sich auch an Rodin gewandt^ um seine Meinung zu hören, und der berühmte Bildhauer hat ausführlich dargelegt, wie er sich ein Denkmal für König Eduard vorstellen würde.Welche Form' es auch erhält,- es muß etwas Großes, etwas Außerordentliches sein, denn der König war auch ein außerordentlicher Mensch. Man! hat davon gesprochen, ein großes Krankenhaus zu bauen- aber der Gedanke scheint mir nicht glücklich. Das wäre ein Denkmal für einen Philanthropen oder Millionär. König Eduard aber war mehr, und das Denkmal, das die Ver­ehrung seines Landes symbolisiert, muß mehr sein als ein Ort der Kranken und Leidenden. Ich denke an ihn als an Eduard den Beschützer des Friedens, und als solchienf würde ich ihn darstellen." Rodin nahm den Bleistift und entwarf eine Skizze:Ich würde den König, auf ftinerrt Throne sitzend, in die Mitte eines runden Saulenbaues stellen; neben ihn Minerva als die Göttin der Vernunft? lieber ihm, als Bekrönung des Baues, denke ich mir drei weibliche Gestalten, die die Krone Emglands mit den Händen empor stützen als ein Sinnbild der Loyalität und des Zu- sammenschlusses des britischen Voltes."

Tm Jahre 1908 wurden im ganzen 500 620 Ehen geschlossen (1907: 503 964), die Zahl ber Geborenen betrug 2 076 660 (1907: 2 060 973), darunter 61608 Totgeborene, gestorben sind ein­schließlich ber Totgeborenen 1197 098 (1907: 1 178 349). Im Verhältnisse zur Gesamtbevölkerung ist gegenüber -bem Vorjahre die Eheschließungsziffer von 8,12 aus 7,95 vT., die Geburtenziffer von 33,20 auf 32,97 vT. gefallen, die Sterblichkeitsziffer von 18,98 auf 19,01 vT. gestiegen

Das Alter der Heiratenden war bei den Männern in 71,7 vH. der Fälle unter 30 Jahren, darunter 25 bis 30 Jahre 42 1 vH, bei den weiblichen Personen in 57,9 vH. der Fälle unter 25 Jahren. 433 497 ledige Männer schlossen die Ehe mit lebigen Frauen, 11 789 Witwer mit Witwen und 783 geschiedene Männer mit geschiebenen Frauen. In 453 240 Fällen würbe bic Ehe zwischen Personen gleichen Religionsbekennt­nisses geschlossen, und zwar waren beide Eheleute m -Jb44/ Fällen evangelisch, in 152 025 Fällen katholisch und in 3907 Fällen israelitisch. Mischehen wurden 47 380 oder 9,a vH. eingegangen, davon 44 579 zwischen Evangelischen und Katholiken.

Won den 2 076 660 Geborenen des Jahres 1908 waren 2 015 052 ober 97,03 vH. Lebendgeborene und 61608 ober 2,97 vH. Totgeborene. Mehrlingsgeburten waren unter den Geburten 26 579 ober 13,0 vT., und zwar 26 314 Zwillings- geburten, 261 Drillingsgeburten unb 4 Vierlmgsgeburten Im ganzen kamen bei den Ätehrlingsgeburten 53z-27 Kinber 27 409 Knaben und 26 018 Mäbchen zur Welt.

Die Zahl ber Sterbefälle einschließlich ber Totgeborenen betrug 1 197 098 ober 19,0 vT. der Gesamtbevölkerung. Im ersten Lebensjahre starben (ausschließlich der^ Totgeborenen) 3o8>022 Kinder, und zwar 200 260 Knaben, 158 761 Mädchen und 1 Kind unbestimmbaren Geschlechts, darunter 308 680 ehelicher, 50 342

Theorie bildet. ,

Was mich betrifft, so ist es mir noch Nicht ge­lungen, mir ein organisches Ganzes von vernunftgemäßen und glaubwürdigen Gedanken über die Marsphänomene zu bilden, die vielleicht doch> noch, etwas verwickeltere Erscheinungen barftellen als Herr Arrhenius annimmt. Aber ich bin mir ganz klar über einen Punkt, hinsichtlich dessen ich mich in voller lieberem ihm* mung mit ihm befinde, daß man nämlich eine Mitwirkung der geologischen Sttuktur des Planeten in Rechnung ziehen muß: Alexander v. Humboldt nannte dies in abstrakter Weise die Reaktion des Innern auf die Oberfläche und auf die den Planeten in Form einer Atmosphäre umgebenden Hüllen. Ich glaube auch mit Herrn Arrhenius, baß die Linien und Streifen des Mars (ber NameKanäle" sollte vermieden werden) sich durch die Tätigkeit von physiko-chemischen Kräften ganz allem erklären laßen; ausgenommen immer gewisse periodische Färbungen, die wohl das Ergebnis organischer Bildungen von großer Ausdehnung fein könnten, wie auf der Erde das Blühen der Steppen unb ähnliche Erfcheinungen. Ich bin ebenfalls ber Meinung, daß die geo­metrischen und regelmäßigen Linien (deren Vorhandensein noch von vielen Personeii bestritten wird) uns für den Augeiiblick hin­sichtlich ber wahrscheinlichen ober unwahrscheinlichen Existenz in­telligenter Wesen aus diesem, Planeteii gar nichts lehren. Indexen erachte ich es für gut, wenn jemand alles sammelte sei es auch nur als Grundlage für die Prüfung, was sich auf ver­nünftige Weise zugunsten dieser Existenz vorbringen laßt. Und unter diesem Gesichtspunkte schätze ich außerordentlich die hock)- herzigen Bemühungen des Herrn Lowell und die von ihw. zu diesem Zweck gemachten Aufwendungen an Geld und' Arbeit, sowie seine sehr scharfsinnigen Ausführungen darüber.....'

Ein Denkmalentwurf Rodins für König Eduard. Der Antrag des britischen Premierministers, König Eduard ein großes Nationaloenkmäl zu errichten, hat in England einstimmigen Beifall gefunden. DerTra,-

VevölkernngsbeWegung und Auswanderung.

Tie ausführlichen Ergebnisse der Bevölkerungsbewegung im 'fahre 1908 und überseeischen Auswanderung 1909 wer­den im Bande 227 zur Statistik des Deutschen Rerches mit-

1

Aunst, Wissenschaft rrnd Leben.

Aus den v. Eckard tsch en Bismarck-Erinne­rungen. Vor einigen Tagen haben mir die interessanten und ansprechenden Bismarck-Erinnerungen aus der ^Deut­schen Rundschau" wiedergegeben, die dort Herr v. Eckarot veröffentlicht. Heute entnehmen wir derselben Quelle einige Interna aus dem Auswärtigen A m t, in pem Herr v. Eckardt unter Bismarck bekanntlich gearbeitet hat. Wir geben dem Berichtenden selbst das Wort:

Zunächst wurde ich dem Ches der Jnterzessions- (Reua- mations-) Angelegenheiten, Freiherrn v. Buddenbrock, überwiesen, einem feinen unb liebenswürdigen Herrn, der nur zwei ^zayre älter war als ich.Sie werden," sagte er mir, als ich ihm den ersten Besuch machte,Sie werden als älterer und erfahrener Mann voraussichtlich von den Illusionen und Empfmblichketten frei sein, die die bei uns eintretenben jungen Herren Mitzubrrngen pflegen. Diese Glücklichen glauben gewöhnlich, man werbe ihnen einen neuen Entwurf zur Lösung ber orientalischen Frage ab_> Probearbeit auftragen, unb tun bann sehr verwundert, , wenn man ihnen bic Llbfassung eines Schreibens auftragt, bei bem es sich um den Regenschirm handelt, den ein betrunkener Tilchler- gefelle auf einer ausländischen Eisenbahnstation hat flehen lallen. Noch verwunderter tun diese Jünglinge, wenn nian ihnen den Entwurf des auf diese Reklamation bezüglichen Schreibens als unbrauchbar zurückgibt, oder wenn man ihn von A bis Z durch- lorrigiert. Wir haben aber unseren bestimmten Stil, bei bem cs auf Quisauilien und kleine Ornamente von der Art beriemgen ankommt, die in der sächsifchen Porzellanfabrikation herkömmlich sind Ich kann Sie verfichem, daß Goethe sich ftorreituren Jjatte gefallen lassen müssen, wenn er bei uns eingetreten wäre.

Herrn v. Buddenbrocks Hilfsarbeiter war mein guter Be­kannter Ernst v. Wildenbruch. In den Räumen des Auswärtigen Amtes bin ich dem berühmten Dichter meines Wilsens aber Nie­mals begegnet. Wilbenbrnch hatte, wie Herr v. Buddenbrock kopf­schüttelnd bemerkte, die Gewohnheit angenommen, erst zu später Nachmittagsstunde zu erscheinen und während der Zeit vom Kaffee bis zum Theater" seine nicht allzu zahlreichen Geschäfte zu erledigen. Das verhinderte indessen nicht, daß er als gewiiiew Hafter und einsichtiger Arbeiter geschätzt und als solcher auch da anerkannt wurde, wo man seine dichteriichenBelleitaten nicht begreifen konnte."

G. Schiaparelli über die Marstheorie von S v a n t e Arrhenius. DerKosmos", Hand weis er

Ein Sonntag in San Sebastian.

Die für den gestrigen Sonntag in San Sebastian an- gekündigten Umzüge und Kundgebungen, gegen welche die spanische Regierung die schärfften Maßregeln ergriffen hatte, sind infolge eines Beschlusses der katholischen Führer unter­blieben. Man geht wohl nicht fehl, daß ein Wink von Rom her die Unbesonnenheiten verhindert hat. Jedenfalls ist es erfreulich, daß die Sache diese Wendung genommen hat, denn ein Bürgerkrieg ist doch immer das letzte, schreck­lichste Mittel, aus einer unhaltbaren Lage zu kommen. Ter Ministerpräsident Canalejas hatte die ernstesten Gegendrohungen erhoben. 6000 Mann ständen angeblich bereit, um nach Bilbao und San Sebastian zu marschieren. Aber wenn die Gegner der Regierung eine Erhebung ver­suchen sollten, so habe diese 50000 Mann zur Ver­fügung, welche man überall hinsenden könnte, wo sie nötig seien.

Wir haben folgende Meldungen zu verzeichnen: Der Verzicht auf die Kundgebungen.

' M a d r i d , 6. Ang. Das Komitee für die in San Se­bastian geplanten Kundgebungen ber Katholiken beschloß, a u t b i c Kundgebung zu verzichten. Die katholischen Zeitungen werden heute das diesen Beschluß erklärende Manifest veröffent-

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1. Bevölkerungsbewegung.

Nr. 183 Erstes Blatt 160. Jahrgang Montag 8. Angnft 1910

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MK General-Anzeiger für Oberheffen KW

M di^T^"snümm^ Kotationslrud und Verlag -er vrShl'schen Univ.-Such- und Steinöruderci H. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. A^igenieü^H."Äck. bis vormittags 9 Uhr.

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für Naturfreunde, bringt rn seinem Augujtheft. I9io cne i b Könia-Eduard-Platz umgewandelü

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Astronom ^-chiaparelu, dessen Tod wrr rurzira) mewereu, - - . <- --

über die Marstheorie des nicht minder berühmten schwedi­schen Forschers Svante Arrhenius, der ebenfalls zu den Mitarbeitern desKosmos" gehört, an eines der Kosmos^- Mitqlieder schrieb. Der Brief gewinnt erhöhte Bedeutung, da er wahrscheinlich die einzige und letzte Aeußerung des verstorbenen Gelehrten über dre von Arrhenius aufgesteUte