El 284 Sechster Statt (60. Jahrgang
tH-kkch mti As^ahm« bei Oeimtegt.
Die „Utlmr LamtNenbNMrr^ werden dem ,Än<figer' itennal w-cher,tlich beigelegt, das „Krdsblott ffa kl Kreis riehen" jroetmel wMenihd). Die ^Landwirtschaftliche» bett* fragen" erscheinen monatlich zwetmal.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejfen
Samstag, 5. Dezember W
Mottrtonlbrurf und Veriaq der vrühNch« Unwersitäts - Buch- und ©teinbruderet R. Lange. Gießen.
fltcbaftton, Expedition unb Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: ^-OWdl.
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politische Togesscha«.
Kaufmännischer Sdst in der StaatSverwalttm-.
Zu diesem Thema schreibt die „Krertzztg.":
Unter den Schlagworten, die neuerdings modern geworden sind, Ipidt eine große Rolle die in der Oeffentlichkeit, speziell in der Presse, von Zett $u Zeit auftretendc Forderung, die Staats- Verwaltung müsse mehr von kaufmännischem Geist erfüllt und geleitet fern. Man erkennt auf den erstrn Blick die starke lieber« treibung eines Gedankens, der in einzelnen Beziehungen gewiß Beachtenswertes enthalt. Der Staat — und das gleuhe dürfte auch von der Stadt, der Gemeinde gelten — ist eben kein Kaufmann, er hat tn der Hauptsache ganz andere Ziele und ganz andere Funktionen. Der andere Zweck bedingt andere Mittel: er gibt weite Gebiete des Staalslebens — und es sind sogar die über- wiegenden —, auf denen von einer Betätigung kaufmännischen Geistes gar nicht die Rede sein kann, weil es sich eben nicht um bas Mein und Dein handelt, sondern um geistige und ethische Ausgaben. Dagegen könnten in Frage kommen diejenige Gebiete, auf denen die Behandlung finanzieller imö' lvirtschaftlicher Fragen im Vordergründe steht, in erster Linie also die staatlichen Betriebs- Unternehmungen. Aber auch hier sind doch recht wesentlich Unterschiede gegenüber den Privatbetrieben festFustellen. Zunächst ist schon der Zweck in beiden Fällen verschieden umgrenzt: bei der Prioatunternelimung nur Erwerb, Erzielung möglichst hohen Ge- winns. beim Staatsbetrieb sind natürlich hohe Ueberschüsse auch W erwünscht, aber es findet das hierauf gerichtete Streben doch seine Grenze in anderen Ausgaben und Zielen der Staats- verwaltung. Man denke an die Staatsbahnen. Wehe der Bevölkerung, wenn sie, wie in den Bereinigten Staaten, nur oder auch nur vorwiegend nach kaufmännischen Prinzipien verwaltet würden: dann dürfieii sie keine neuen Linien in verkehrsarmeren. Gegenden bauen, deren Rente unsicher wäre, müßten Züge mit schwachem Verkehr einfach streichen, müßten den großen Verfrachter vor dem kleinen begünstigen (Resaktiensystem), könnten überall keine unrerttablen Einrichtungen, die dem Wohl, der Bequemlich- keü des Publikums dienen, treffen, kurz, sie dürften nur an die Erzielung von Ueberschüssen denken und müßten alle anderen Rücksichten beiseite setzen.
Run gibt es allerdings innerhalb dieses Rahmens gewisse Gebiete, auf denen die Anwendung kaufmännischer Prinzipieni unbedenklich, ja durchaus geboten ist. Dahin gehört u. a. daZ Verfahren beun Ankauf der Rohmaterialien, beim Verkauf der fertigen Produkte (z. B. in der Forstverwaltung), soweit diese in den freien Handel gelangen; hier gilt es auch für den Staatsbetrieb, unter Aufhebung etwa von früher her bestehender, veralteter Beschränkungen, sich die allgemeine Konjunktur zunutze «1 machen. Aber gerade in dieser Beziehung ist zweifellos neuerdings ein sehr erheblicher Fortschritt zu verzeichnen; die große Mehrzahl der Staats- und Gewerbebetriebe läßt durch ihre fuuui» -iellen Erfolge das deutlich erkennen.
Günstiger liegt es mit der Uebertragung kaufmännischer Formen. Da könnte in der Tat noch viel mehr gesehen. Einzeln« Staatsverwaltungen, z. B. die deutschen Eisenbahnverwaltungen, sind darin mit gutem Beispiel vorangegangen; die Schnelligkeit, mit der sie arbeiten müssen, die enge Berührung mit Handel und Industrie haben diese Bestrebungen gefördert. In den Finanz- denoaltungen, speziell im Kassenwesen, sind die Einrichtungen der modernen Banken mit ihrem Scheck- und Ueberweisungswesenj vielfach übernommen oder nutzbar gemacht, und an manchen Stellen könnten noch zahlreiche Vereinfachungen eintreten. Die Benutzung der modernen Verkehrs- und Verständigungsmittel, namentlich Telegraph und Fernsprecher, könnte auch bei den Be^rden in weil ausgedehnterem Maße stattfinden, wie viel Hin- und Her- fdrreiben könnte damit gespart werden. Daß im Innern der Bureaus^ noch manches moderner gestaltet werden konnte, ist sicher. Schreibmaschine und Stenographie müßten in noch ganz anderem Umfange verwertet werden, als es der Fall ist, auch bei den Lokalbehörden.
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Miaiflerwechsel in Sachse«.
Mit dem Finanzminister Dr. v. Rüger scheidet am Ende dieses Monats, so lesen wir in der „Köln. Zta", einer der charaktervollsten und kenntnisreichsten deutschen Staatsmänner aus dem öffentlichen Dienst. Auch seine Gegner müssen ihm das zugestehen. Zu ihnen gehören alle liberal denkenden; denn Herr v. Rüger war ein so ausgesprochen konservativer Minister, mit stark agrarischem Einschlag, daß er dem Liberalismus als Weltanfthauung vollständig verständnislos gegenüberstand und ihm keine Spur Einfluß gönnen wollte. Hieraus und aus seinem streitbaren, leicht zum verletzenden Angriff übergehenden Temperament er# hären sich die häufigen harten Zusammenstöße, die er in der sächsischen Zweiten Kammer auch mit den National- liberalen hatte.
Unleugbare Verdienste hat sich Herr v. Rüger um die Gesundung der sächsischen ^htanjen erworben, die unter seinem weniger haushälterischen Vorgänger v. Watzdorf in einen üblen Zustand geraten waren. Als 1902 der jetzt scheidende Minister die Justiz mit den, Finanzen vertauschte, betrug die sächsische Staatsschuld 1062 Millwnen. Er hat durch eine planmäßig nur die Herabdrückung dieser Schuld ins Auge fassende Finanzwirtfchaft bis Ende 1909 diese 1062 Millionen auf 893 vermindert und gleichzeitig zahlreichen Mißbräuchen ein Ende gemacht, die im Laufe der Zeit aus dem Gebiet der Finanzgebarung in Sachsen ein# gerissen waren. Aber der glänzende äußere Erfolg des Systems des Herrn v. Rüger war doch nur unter ständiger Zurücksetzung wichtiger Kulturforderungen mit einer Sparsamkeit zu erreichen, die sich schließlich in allen vom Staat sinanziell abhängigen Betrieben und Anstalten peinlich bemerkbar machte. Äm schroffsten hat nicht ein Gegner, sondern der Minister selbst über diese Sparsamkeit geurteilt, als ihm im letzten Landtage die Worte entfuhren: „Wenn unsere finanzielle Lage sich in den letzten Jahren etwas gebessert hat, so ist das einfach dadurch gekommen, daß der Staat alle humanitären Fordernngeuzu- r ü ck g e st e l l t hat." Und nicht nur die humanitären Forderungen. Auch auf rein wirtschaftlichem Gebiet, so z. B. im Eisenbahnwesen, sind notwendige Ausgaben vertagt, die sehr bald nach Erfüllung drängen werden.
Der Nachfolger des Herrn v. Rüger ist durch diese Hinausschiebung umsomehr vor schwierige Aufgaben ge# stellt, als bereits sein Vorgänger wichtige Steuerquellen stark ausschöpste. Der neue Finanzminister Herr v. S e y d e# w i tz ist kein Politiker im Sinne Rügers, der auch im Bundesrat seine Grundsätze stets mit großer Zähigkeit verfochten hat und so auch die Reichspolittt beeinflußte. Sicher wird der neue Minister das System sein"" Vorgängers bei* behalten wollen, aber dieses ließ sich aufrechterhalten durch die kraftvolle PersörttiMett jci. Trägers, und bic
Verhältnisse werden stärker sein als Herr v. Seydewitz Dieser hat nacheinander in den wichtigsten Zweigen der sächsischen Finanzverwaltung gearbeitet, und er besitz^sicher eine große Erfal)rung in allen Fragen des prakttschen Dienstes. Ob er hierüber hinaus mit staatsmännischem Geist den Aufgaben ausreichendes Verständnis entgegenbringt, deren Erfüllung für die gesunde Entwickelung des Landes notwendig ist, muß sich erst zeigen.
Verschmelzungsbestrcbungeu bei den deutschen Zwergstaaten?
Aus Rudolstadt verlautet, die Leitung der Staatsgeschäfte der Fürstentümer Schwarzburg-Rudolstadt und Scl)warzburg-Sondershausen liege bereits feit einiger Zeit in einer Hand, und nun solle auch in den Finanzabtei- lirngen der beiden Ministerien eine Personalunion allmählich angebahnt werden. Der Finanzausschuß des''Landtages begrüßte die Vorlagen freudig, da hierin der erste Schritt zu einem Zusammenschluß der beiden Fürstentümer zu erkennen ist. Dazu lesen wir in der „Post":
So sehr man an und für sich das Ende einiger der mitteldeutschen Zwergstaaten, schon vom Standpunkt der Vereinfachung der Verwaltung und der Kostenersparnis begrüßen wird, so ruft der Verfchmelzungsprozeß gewisse verfassungsrechtliche Bedenken wegen der Vertretung jener Zwergstaaten im Bundesrat wach. Bekanntlich hat jeder der Bundesstaaten im Bundesrat mindestens eine Stimme, auch der kleinste. Durch Zusammenlegung mehrever Staaten in eine Regierung, würde eine Vereinigung mehrerer Bundesratsstimmen in einer Hand erreicht werden, die dec betreffenden konstruierenden Bundesstaatsregierung eine Macht verleihen würde, die ihrer tatsächlichen Bedeutung nicht im entferntesten entspricht. Beispielsweise würde die Vereinigung der beiden Rudolstadt und der beiden Reust unter eine Regieruna dieser im Bundesrat dieselbe Macht geben, die die Königreiche Württemberg ober Sachsen haben, d. h. die Vertretung einer künstlichen, gar nicht historisch berechtigten Staatsschöpfung von 294ö Quaoratkilvmetec mit 0,397 Millionen Menschen hätte dasselbe Gewicht wie die Vertretung von 14 993 Quadratkilometer mit 4,508 Millionen Menschen bei Sachsen ober von 19 514 Quadratkilomtter mit 2,302 Millionen Menschen bei Württemberg (Zahlen von 1905). Die Vertretung aller jener Zwergstaaten mit einer vollen Stimme im Bunbesrat ist ran erträglich, wenn diese Zwergstaaten unter sich gleichberechtigt, selbständig und unabhängig nebeneinander bestehen, so daß sich ihr Einfluß nach dem Grmcdsatz des Divibe gegen)eitig schwächt und aushebt.
Deutsche Kolonscn.
— Neue Uniformen für die kaiserlichen Gouverneure. Tie Gouverneure der Schutzgebiete erhalten neue Uniformen. Nr. 23 des „Deutschen Kolonialblatts" veröffentlicht die betreffende kaiserliche Ordre, die vom 23. September datiert und an den Reichskanzler (Reichs- Kolonialamt) gerichtet ist. Der Kaiser hat eine eingehende Beschreibung der einzelnen (Gala-,Dienst- unb Interims-) Uniformen gegeben. Der Gouvern ur von Deutsch-O st asrika erhält als Galauniform einen Rock von dunkelblauem leichten Tuch mit einer Reihe goldener Reichsknöpfe nach dem Schnitt des preußischen Jnsanterie- Waffenrockes, jedoch unter Wegfall des Stehkragens, dessen Stelle ein Umfallkragen einnimmt. Schwedische Aermel- ausschläge, Umfallkragen und Aermelaufschläge auä weißem Tuch mit goldener Stickerei. Beinkleid von weißem Kasimir, an der äußeren Seite mit einer 3,9 Zentimeter breiten Goldtresse besetzt. Bei der Dienstuniform besteht der Rock aus roelftem Stoff, Kord oder Khaki. Der Rock der Jnterims- unisorm ist der gleiche, jedoch fallt Fangschnur und Paspelie- rung fort. Beim Rock der Galauniform des Gouverneurs für Südwest asrika sind Um falttragen, Aerm laufschläge sowie die Abfütterung der Achselstücke aus kornblumenblauem Tuch, während hierfür beim Gouverneur von Kamerun ponceaurotes, beim Gouverneur von Togo gelbes, beim Gouverneur von Neuguinea grünes und beim Gouverneur von Samoa hellrosa Tuch gewählt ist. Die entsprechenden Farben lehren auch bei der Dienst- und Jnterimsuniform wieder. Während die goldenen Stickereien bei der Galauniform der drei erstgenannten Gouverneure nur bei den Ziviluniformen der Räte 1. Klasse sein soll, müssen sich die Gouverneure von Togo, Neuguinea und Samoa mit solchen für die Räte 2. Klä^se begnügen.
21 us Statt und Land.
Gießen, 3. Dezember 1910.
*♦ Das nächste Sch würg eri ch t hat nachstehende Fülle au verhandeln: 1. Montag, 5. Dezember, vormittags 91/2 Uhr, gegen die Dienstmagd Maraarete Döring von Rixfeld wegen Kindestötung Tie An.läge vertritt Gerichtsassessor Neuroth, die Verteidigung wird von Rechtsanwalt Dr. Meuser geführt. 2. Für Dienstag ist der bereits vielfach erwähnte Hall gegen den Dachdecker Friedr. K. W e r n e r aus Kaiserslautern wegen Raubmordversuchs und Brand- sttftung auf vormittags 83/4 Uhr anderamnt, der möglicherweise am Mittwoch fortgesetzt wird. Anklagevertreter ist Oberstaatsanwalt Lang, Verteidiger Rechtsanwalt Tuteur in Kaiserslautern. 3. Am Donnerstag, 8. Dez., um 9 Uhr, soll gegen den Arbeiter Wilhelm Gläser ans Cölleda wegen Brandstiftung verhandelt werden Anklag Vertreter ist Staatsanwalt Trümpert und Verteidiger Rechtsanwalt Raab. 4. Am Freitag, 9. Dez., vormittags 9 Uhr, gegen den Dienstknecht Wilhelm Lindem aier von Utphe, wegen Notzucht. Antlagevertteter ist Staatsanwalt Trümpert und Verteidiger Rechtsanwalt Arnold. 5. Samstag, 10. Dez., vormittags 9 Uhr, gegen die Dienstmagd Auguste Herzberger aus Queckborn wegen Kindestötung. Anttage- oertreter wie vorher. Verteidiger Rechtsanwalt £eun.
•• Kunstvere 1 n. In der gegemoäcllgen Ausstellung wurden noch einige Gemälde neu ausgestellt von C. Hennig- Dachau, Käthi B a u r-Leipzig und den hiesigen Künstlerinnen Emmy Dingel de in unb sD?arie Felchne r. Sämtliche seit 14 Tagen in der 9luSfteQung befindlichen Bilder bleiben nur noch 8 Tage ausgestellt.
Kreis Schotten.
--- Aus dem Vogelsberg, 2. Dez. Um eine bessere Zugverbindung zwischen dem Vogelsberg und Frankfiirt a. M. ljerbeizusühren, fand im Januar d I. in Stockheim eine Besprechung der Königl. Echenbahndirer-
tion Frankfurt a. M. und Vertretern der an der Neben> baftn Vilbel ■— Heldenbergen - Windecken ■— Stockheim — Gedern — Lauterbach gelegenen Ortschaften statt, die dazu führte, daß in den: Fahrplan der erste Frühzug — ab 6 Uhr Lauterbach — bis Frankfurt durchgeführt wurde. Bei den übrigen Zügen hat man in Gedern, Stock' heim—Heldenbergen und Vilbel immer noch mehr ober weniger Aufenthalt. In umgekehrter Richtung ist dasDer' hältnis noch unangenehmer, Henn mit an Werktagen mit der Vogelsbergbahn bis Herbstein oder Lauterbach zu gegangen, mußte man schon den Zug 11.02 vorm. ab Franko surt benutzen, da der nächste Zug nur bis Grebenhain fährt. Gegen diesen Fahrplan wurde von verschienenen Seiten Beschwerde erhoben und es findet am 10. Dezember d I in Stockheim abermals eine Besprechung obengenannter. Interessenten statt, die hoffentlich dazu fuhren wird, daß- endlich den lang ersehnten Wünschen, eine bessere Verbindung mit Frankfurt zu erhalten, entsprochen wird.
= Wallenrod, 2. Dez. Die Schlußprüfung des- ersten Ausbildungskursus der wandernden Kreis- Haushaltungs-und Kochschule des Kreises Sauter* bad) findet am Freitag, 9. Dez., in der Döllschen Wirtschaft hier statt. Kreisrat v. Beckstold sowie die eingeladenen Mitglieder des Kreistags und Kreisausschusses werden dieser Prüfung beiwohnen. Von hier kommt die Schule nad) Angersbach und wird dort den 2. Kursus am Montag, 12. Dezember, .eröffnen.
Kreis Friedberg.
m. Nieder-Mörlen, 2 Dez. Unser neu erbautes Schulhaus, eine Zierde der Gemeinde, wird im Januar 1911 ejngeweiht werden, da man hofft, daß bis dahin die seit August d.. I. erledigte katholische Pfarrstelle besetzt und auch der seit beinahe einem Jahre erkrankte langjährige Bürgermeister Dey wieder genesen ist. Mit der Vollendung des neuen Schulgebäudes ist gleichzeitig die 5. Lehrerstelle notwendig igeworden. 1874 hatte unser Ort noch einen Lehrer. Die kath. Pfarrstelle, eine der beftbotierten in Hessen, ist gestern zur Bewerbung ausgeschrieben worden.
m. Bad-Nauheim, 2. Dez. Nachdem die boll* ständige Niederlegung der alten Trinkhallengebäude unb des Musikpavillons beendet sind, kommen bereite die Fundamente der neuen Wandelhalle und des 'Direktionsgebäudes der Staatsquellen-Versendung zum Vorschein. Dic Gebäude wären unter Dach, wenn nicht der Maurerstreik ausaebrochen gewesen wäre. Auch das neue Salinen geb äudc an der Bahn macht große Fortschrttte. Es ist zu hoffen, daß die wichttgsten Neuanlagen trotz des Streiks mit Beginn der nächsten Saison serttggestellt sind. Voraussetzung ist natürlich, daß das Wetter günsttg bleibt und nicht ein neuer Streik ausbricht. Mitte dieser Woche erschienen nämlich wiederum Aufrufe der organisierten Maurer, worin gesagt wurde, daß sie nicht gewillt feien, fernerhin noch zu solchen Hungerlöhnen (45 Pfg. die Stunde) und solch infamer Behandlung seitens ihrer Arbettgeber Wetter zu arbeiten. Es haberi denn auch tatsächlich hier und in Friedberg am Mittwoch und Donnerstag Versammlungen statt- gesunden, in denen Erhöhung der Löhne, anständigere Behandlung und die bindende Unterschrift der Arbeitgeber zu dem Dresdener Schiedsspruch verlangt wurden. Der ersten und letzten Forderung sind die Arbettgeber im Be* zirk Friedberg-Bad-Nauheim nicht nad>getommen und ist es nicht ausgeschlossen, daß der Streik wieder ausbricht, zumal sämtlick>e Arbetter ohne Kündigung arbeiten. Die Zahl der gegenwärtig hier beschäfttgten organisierten' Maurer betragt 450, davon sind etwa 60 in der christlichen Gewerkschaft. Im ganzen sind an den Staatsbauten etwa 900 Bauhandwerker, Handlanger und Fuhrleute beschäftigt.
Märkte.
Gieße«, 3. Dez. Martidericht. Auf heutigem Wochen- markte kouete: Butter pr. Pid. 115—1.25 Mk., Hühnereier 1 St, 10—11 Big., Enteneier 1 Stück 0 Pig., Käse pr. St. 6—8 Pf., Kasematte pr. St. 5—6 Pig., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk.. Hühner pr. St. 1,00—1,60 Hahnen vr. Stück 0,80—1,80 Mk.
Enten pr. St. 1,80—2,20 Mk., Gänse das Pid. 65—75 Big* Ochsenfleisch vr. Pid. 84—92 Pig., Rindfleisch pr. Pfund 80—84 Pig.,, ünhfleisch 70 Pfg., Schweinefleisch pr. Pirurd 80—96 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 88—90 Pig., Hanunelfleisch vr. Pid. 60—84 Pfg.. Kartoffeln vr. 100 Kg. 7.00 bis 7.50 Mk., Weißkraut das Stück 16 bis 20 Pfg., Zwiebeln ver Ztr. 5,00—6,00 Milch das
Viler 20 Pig^ Birnen per Ztr. 10-20 Mk., Aepset per Ztr. 9 bis 10 Mk., Nüsse 100 Stück 40—50 Pig., per Ztr. 0—00 Mk^ Bohnen per Pid. 00—00 Pfg. Marktzeit von 8—2 Uhr.
Die nach- Ä fli 8ind am Sonntag dem 4. Dee. stehenden ÄVÄ Zilü von 1? Uhr mittags bis 12 Uhr nachte nur für dringende Kalle sicher anzntreft'en : D •/,.
Dr. Geyer, Seltersweg 64. — Dr. Klein, Ost-Anlage 37.
Meteorologische veobachtungen^der Station Siehrn.
Dez.
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Windrichtung
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Höchste Temperatur am 1. bis 2. Dezember — + 4,2 • C. Riedrigüe , 9 1. „ 2. , = + 1,8 *0,
Niederschlag 0,0 mm.
Nehmen Sie
«glich ein ‘Likörgl&schen Dr. HümmePw Haematogee unmittelbar vor der Hauptmahlzeit 1 Ihr Appetit wird reger, Ihr Nervensystem erstarkt, die Mattigkeit verschwindet und körperliches Wohlbefinden stellt sieh raschest ein Warnung: Man verlange ansdrticklich den Namen Dr. Hcmmel. Df/n


