Ausgabe 
1.8.1910 Zweites Blatt
 
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Ans Stadt nnd Land.

Gießen, 1. August 1910.

* * Vom Großh. Hof. Der Großherzog und die Großherzogin sind am Sonntag vormittag von England .zurückgetehrt. Sie trafen 10 Uhr 22 Min. in Mainz ein und begaben sich von bn aus im Automobil nach Wolfsgarten. Der Erbgroßherzog und Prinz Ludwig tamen schon am Freitag wieder in Jagdschloß Wolfsgarten an.

* * S t i f t u n g 8 fc st der Starkenburger. 9lm Sonntag b c m 7. ii n b Montag b c m 8. Au g u st l. Js. feiert bas Gießener Korps S t a r k e n b urg i a in alt­hergebrachter Weise sein 7 0. S ti ft u n g sfest in Heppen- h e i m a. b. B. Am 7. finbct um Uhr Empfang am Bahnhof, Zug nach bcm Gasthaus Mgutii halben Mond" und dort Abenbesscn und Kommers statt. Am 8. ist um 11 Uhr Frühschoppen auf ber Ruine Starkenburg, um 2 Uhr im halben Mond Festessen und anschließenb Gartenfest. Nach den eingelaufcnen Anmclbungen werben bicalten Herren" bes Korps zahlreich an ber Feier tcilnchmen unb besonders ein reicher Damenflor das Fest verschönern.

* * Abgefaßt. In einer hiesigen Wirtschaft trafen am Samstag nachmittag drei Fremde ein, von denen einer sich in den 2. Stock des Hauses begab, sich den Schlüssel zu der Privatstube des Wirtes aneignete und dann unter dessen Be- Nutzung eine Kassette mit Wertpapieren stahl, während die beiden anderen die Aufpasser spielten. Der Dieb wurde be­merkt, ging flüchtig und ließ die Kassette fallen. Er wurde von einem Schutzmann eingeholt und mit seinen beiden Be­gleitern festgenommen. Es scheint sich um drei geriebene Burschen zu handeln, die wahrscheinlich noch mehr auf dem Kerbholz haben.

* * Der August hat heute sein Regiment unter den zwölf Monaten des Jahres angetreten: er verdankt seinen Namen dem Kaiser Augustus. Nach römischer Zeitrechnung war dieser Monat der sechste des IahreS. Er ist der Ernte­monat und in den ersten zwei Dritteln steht in ihm die Sonne im Zeichen des Löwen, im letzten Drittel in dem der Jungfrau. Der Landmann wünscht sich den August trocken und sonnig, denn alte Bauernregeln sagen:

Mas im Herbst soll geraten, Muß der August braten. Ober: Im August viel Stegen

Ist dem Mein kein Segen.

Der Bartholomäustag (24. August) soll für das kommende Wetter vorbedeutend fein, dennwie Bartholomäustag sich hält, so ist der ganze Herbst" undGewitter an Bartholomä bringen bald Hagel und Schnee". Leise zieht im August die Wehmut des Abschiedes von der schöneren Jahreszeit in die Menschenbrust ein, denn die Stoppeln und da§ zur Herbst­bestellung hergerichtete Feld, die kürzer werdenden Tage und die kühleren Abende sind die Kennzeichen des scheidenden Sommers.

-s. Ulrichstein, 30. Juli. Bei der heutigen Ge­mein d e r a t s w a h l wurden gewählt: Landwirt .Heinrich Müller I. mit 113 Stimmen, Gastwirt Ferdinand Pfannstiel mit 100 Stimmen und Spengtermeister August Ludwig mit 97 Stimmen.

-m. Friedberg, 31. Juli. Bei einer nochmaligen heute abgehaltenen Polizeihundeprüfung leistete der Hund des Schutzmanns KaiserLux" hervorragendes, nicht allein im Spurensuchen und Apportieren, sondern auch im Hochsprung. Er sprang über eine Bretterwand mit einem apportierten Block im Maul. Auch ein jüngerer Hund verspricht gut zu werden. Wie verlautet, hat der von der Stadtverordnetenversammlung gewählte neue Di­rektor der hiesigen Gewerbe-Akademie Merx sich noch nicht entschlossen, die Wahl anzunehmen. Herr Merx soll erst ein Probejahr absolvieren, was er nicht will.

m. N i e d e r -M ö r l e n, 31. Juli. Gestern nach­mittag fand die Beerdigung des auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Müllersohnes Heinrich K r e m e r auf dem Ober-Mörler Friedhose statt. Unter Vorantritt des Nieder-Mörlcr Turnvereins, dessen Vorsitzender der Ver­storbene war, und des Kriegervercins setzte sich der Trauer­zug unter Beteiligung fast der ganzen Gemeinde in Be­wegung, um am Eingang des Ortes Ober-Mörlen von einer noch größeren Menschenmenge in Empfang genommen zu werden. Nach katholischem Ritus wurde nichts von dem tragischen Ende des Dahingeschiedenen erwähnt. Der Ver­treter des Turnvereins sowie des Kriegervereins legten mit entsprechenden Worten ihre Kränze nieder, die übliche Ehrensalve folgte. Der Chauffeur, dem der Todesfall zur Last gelegt wird, wurde gegen eine Kaution von 5000 Mk. auf freien Fuß gesetzt. Die Familie des Verunglückten hat durch Rechtsanwalt Dr. Brücher in Bad-Nauheim einen Schadenersatz von 50000 Mk. geltend gemacht, welche Forde­rung in Anbetracht der Verhältnisse wohl nicht zu hoch gegriffen ist. Der erste Termin für die Schadenersatzklage findet morgen vormittag vor dem Nauheimer Amtsgericht statt. Große Aufregung herrscht in unserer Gemeinde darüber, daß man, weil der Friedhof zu klein geworden ist, jetzt anfängt, Gräber auszuwcrsen, deren Skelette Heute noch erkennen lassen, wer die Dahingeschiedenen waren. Mehrere Bürger haben sich beschwerdeführend an das Kreisamt Friedberg gewandt, um dieser Pietätlosigkeit Ein­halt zu tun.

-o. Dorn diel (Hessen), 1. Aug. Vor bald einem Vierteljahr wurde hier der Kaufmann Wilhelm B a d)« mann in der Nacht, als er in seinem Hause einen Ein­brecher ertappte, von diesem ermordet. Bis heute hat die Untersuchungsbehörde außer photographierten ^ingerab- 0rüden nicht den geringsten positiven Anhalt für die Täter­schaft. Die Staatsanwaltschaft suchte von Anfang an den Mörder außerhalb des kleinen Ortes Dorndiel, es wurden auch mehrere Personen verhaftet, die alle wieder entlassen werden mußten, ein großer Teil der Bevölkerung aber hat, wie wir seinerzeit and) berichteten, immer daran festgehal­ten, daß der Mörder ein Nachbar des Ermordeten sein müsse. Merkwürdig ist, daß die Staatsanwaltschaft sich bei der Abweisung der betr. Gerüchte u. a. auf die Aus­sagen i -- Frau w > rmovdetey stützt, die nach hem löd lichcn Schuß auf ihren Mann ans dem Bett sprang und den Mörder gerade noch um eine Straßenecke biegen sah, daß aber gerade diese Frau jenen Nachbar für den Mörder hält. Nachdem sw nun schon ost den Gastwirt Johann Daniel auf offener Straße als den Mörder ihres Mannes

** 18 Personen enoeten durch Selbstmoro, 29 verun­

glückten: getötet wurde ein neugeborenes Kind. Die übrigen, nicht erwähnten Todesfälle verteilten sich auf minder wichtige und unbekannt gebliebene Todesursachen.

Großen, iin Juli 1909.

Großh. Kreisgesundheitsamt Gießen. 1

I. A.: Dr. Lang er mann.

bezeichnet hat, strengte Daniel gegen Frau Bad;mann Be­leidigungsklage an, die nächstens vor dem Schöffen­gericht zu Groß-Umstadt zur Verhandlung kommt.

F e l l i n g s h a u s e n , 31. Juli. In der vergangenen Woche bereisten Oberbürgermeister Mecum und der Direk­tor des städtischen Elektrizitätswerks, Stolte, unsere ,Ge- gend. Man nimmt allgemein in den Orten, die Sie Herren berührten, an, daß es sich um eine Orts- und Geländebesichtigung nicht nur wegen Herleitung von Elektri­zität für Licht- und Kraftzwecke, sondern um das Projekt einer elektrischen Bahn von Gießen nach Krofdorf-Fellings­hausen handelt, die dann an die Strecke Gladenbach-Herborn weitergeführt würde. Gießen sucht schon lange den ihm verloren gegangenen Anschluß an das ehemalige hessische Hinterland wieder zu gewinnen, das wirtschaftlick) auch zu ihm gehört. Den Gedanken, durch die Biebertalbahn einen Verkehrsweg bis Bischoffen zu schaffen, hat man als aus­sichtslos ausgegeben. Die Gießener Stadtverwaltung würde in dieser Sache in dem Gebiet um den Dünsberg weit­gehendstes Entgegenkommen bei den Gemeinden finden.

-o. Wiesbaden, 31. Juli. E>n Ausstan d als Folge eines Mordes ist eine ungewöhnliche Erscbei- nung. Wir berichteten am Samstag über den Mord, den die Brüder Riebel an dem Arbeiter Schipper in Dotz­heim beruhten. Die ledigen Brüder wohnten bei ihrem Schwager, dem Eisenhobler Palm, der seit langen Jahren in der Wiesbadener M a s ch i n e n f a b r i k beschäf­tigt ist. 9?ad) der Mordtat hielten die Arbeiter der Fabrik eine Versammlung ab unb beschlossen, die Entlassung Palms zu fordern, widrigenfalls die Arbeit einzustellen. Da die Fabrikleitung sich weigerte, den nach ihrer Ansicht an dem Morde unbeteiligten, fleißigen und intelligenten Palm zu entlassen, blieben alle Arbeiter der Fa­brik fern. Sie ließen durch einen Ausschuß erklären, nicht wieder zu arbeiten, solange Palm in der Fabrik sei. Es fand darauf eine Besprechung vor dem Gewerbegericht statt, wo die Fabrikleitung auf ihrer Weigerung, den Mann ohne Grund zu entlassen, beharrte. Dagegen sei sie zu seiner Entlassung bereit, sofern gegen Palm in der Mordsache eine gerichtliche Untersuchung erfolge.

LasrdwLrtscbcrf-.

D i e Fortschritte ber deutschen Landwirt­schaft. In deinLand-Kalender für das Großherzogtum Hessen, Ausgabe 1911", (Großh. Staatsverlag), gibt Professor Dr. Gise- vius-Gießen einen interessanten Ucberblict über dieFürsorge für die Ernährung des deutschen Volkes in Friedens- unb Kriegs­zeiten". Wir lesen dort u. a.: Nicht genug kann die innere Kraft unserer praktischen Landwirtschaft angeftaunt werden, vermöge deren sie gerade in den letzten Jahren noch eine unerwartete Weiter- ftcigcrniig der Ernten herbeigeführt hat. Deutschland erzeugte nämlid) in runden Zahlen: 1878 1907

Weizen . . . . o2 Millionen Ztr. 69 Millionen Ztr.

Roggen .... 138 Haier 101 Gerste .... 47

Halmfrüchte zus. . 338 Kartoffeln . . . 478

Diese Steigerung ist gerade in den allerletzten Jahren sehr bedeutend gewesen und schreitet noch immer fort. Somit können wir sehr wohl behaupten, daß unsere deutsche Landwirtschaft keines­wegs auf einem veralteten Standpunkt stehen geblieben ist. Sie schreitet int Gegenteil sehr energisch fort und sucht ihrer Aufgabe, die Versorgung des Volkes mit Nahrung zu übernehmen, in steigen­dem Maße gerecht zu werden. Ganz sicher hat dazu die Beruhigung über die Preisbewegung landwirtschaftlicher Produkte wesentlich beigetragen, wie sie nach der gesetzlichen Fesllegung von Zöllen für längere Zeit eingetreten ist. Wenn wir uns dabei vergegen­wärtigen, daß diese Zölle dem Deutschen Reiche jetzt 266 Millionen Mark an Einnahmen einbringen, so wird man sich auch auf dem Lande über die Dauer dieser Zollgesetzgebung beruhigt fühlen. Die Finanznot der heutigen Zeit wird es von selbst verbieten, die Zölle aufzuheben und die daraus herrührendcn Einnahmen des Reiches aus anderen Quellen, d. h. also aus Steuern anderer Art, ersetzen zu wollen. Wir bekommen bei allen diesen Be­trachtungen den Eindruck, daß unsere Landwirtschaft das Menschen­mögliche geleistet hat, um mit der Erzeugung von Brotfrucl)t, von Futter unb von Rohmaterialien für mancherlei Gewerbe mit bcm Steigen des Bedarfs Schritt zu halten. Wir dürfen es ferner als durchaus nicht ausgefchlossen, im Gegenteil für wahr- fcheinlich halten, daß die Erzeugung von Brot und Futter mit bcm ferneren Wachsen des Bedarfs noch mehr als früher Schritt halten wirb. Jedenfalls fordern die Mehrleistungen der Land­wirte der heutigen Zeit die größte Anerkennung, sie verdienen in keiner Weise bic hier unb ba laut merbenben absprechenden Urteile. In keinem Falle darf man die Landwirte oder gar die ganze Landbevölkerung heute geringschätzig ansehen und als einen Stand betrachten wollen, der in unserem Volksleben eigentlich nebensächlich und nur noch gewissermaßen geduldet wird.

©crictytsfaal.

R.-B. Darmstadt, 30. Juli. Das Kriegsgericht ver­urteilte heute den Gardisten Wilhelm Gauck) vom Leib-Garde- Jnsanterie-Regiment Nr. 115, der aus Germersheim stammt, wegen Betrugs im Rückfall, Diebstahls, unerlaubter Entfernung und falschem Nameusgebrauch zu vier Jahre n Z uchthaus, 150 Mk. Geld­strafe, ojahrigem Ehrverlust, Ausstoßung aus dem Heere unb 14 Tagen Hail. Der Angeklagte hat schott während seiner seit Herbst vor. Js. bestehenden Dienstzeit drei Strafen mögen unerlaubter Entfernung erlitten. Im Marz ging er wieder ohne Urlaub davon und zog bis zum Mac in der Pfalz herum, indem er sich durch Betrügereien unb mehrere Diebstähle Unterhaltsmitlel, sowie den Mllitärpaß eines Wirtes verschaffte. Bei den ©cbiuinbclcien ging er mit großer Frechheit vor unb wußte auch verschiedene Geistliche zu prellen, einmal fielen ihm 22 Alk. in die Hände, ein anderes Mal stellte er sich einer Familie, bereit Oberhaupt gerade gestorben war, als dessen Neffen vor, kondoliene und schwindelte sich einen Geldbetrag aus. Als er durch die Gendarmerie verhallet wurde, bediente er sich eines falschen Namens. Weiter wurde der aus Gebweiler i. E. gebürtige Musketier Albert Bisch vom Infanterie- Regiment Nr. 168 in Butzbach wegen unerlaubter Entfernung zu drei Dio na ten Gefängnis verurteilt. Er hatte sich des fraglichen Vergehens schuldig gemacht, nachdem er im vorigen Sommer m seiner Heimat für den Herbst zum Infanterie-Regiment Nr. 71 in Erfurt ausgehoben und bis zur Stellung mit Urlaubspaß entlassen worden war. Bald darauf entzweite er sich mit feinem Vater, verließ Gebweiler und nahm in Frankreich Arbeit, von wo er erst in voriger Woche zurückkehrte und sich der Behörde in Gebweiler meldete. Er war deshalb der Fahnenflucht angeklagt, doch schenkte bas Gericht seinen Angaben, baß er sich seiner Militär­pflicht nicht bauernd habe entziehen wollen, Glauben. Die seiner­zeit erlassene Geslettungsordre hatte ihm sein Vater nicht ttach- gesandt.

Sport.

Klein-Linden, 31. Juli. Der Radfahrer- vercin 1 9 0 4 hielt gestern sein V e r e i n s r c n n e n ab. Ge­fahren wurde bic Strecke Klein Linden, Dutenhofen bis oberhalb Wetzlar und zurück. Die Strecke beträgt etwa 20 Kilometer und wurde in der kürzesten Zeit von 33 Minuten gefahren. Das Fahren war in zwei Gruppen eingeteilt. In der 1. Gruppe erhielt den 1. Preis Friedr. Lyriker, den 2. Preis Friede. Jung, den 3. Preis Herrn. Hinterlang, in der 2. Gruppe bett 1. Preis Jul. Jung, den 2. Preis Friedr. Jung, den 3. Preis Phil. Lenz. Im Anschluß daran fand int Saale zur Deutschen Eiche Tanz­belustigung statt. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt.

Paris, 31. Juli. Der bekannte Schwimmer Wolff hat heute morgen 6Va Uhr von Calais aus den Versuch unter-.

183

70 517 911

nommen, den Kanal zu überschwimmen. Gute Depesche von 10.40 Uhr meldet, daß der Schwimmer in guter Haltung ist und bereits vier Meilen von dec Küße entfernt sei.

DcMnwbtcs.

* Zur Verhaftung d e s Briefträgers Berg­mann wird noch gemeldet: Da die Kriminalpolizei die Bahn­höfe sperren ließ, versuchte Bergmann mittels Automobils zu entkommen. Am Freitag bestellte er ein Auto zur Fahrt nach Hamburg nach einem Gasthof. Dem Autobesitzcr fiel das auf und teilte seinen Verdacht dem Gasthofbesitzer mit, der diü Kriminal- polizct benachrichtigte. Währenddem Bergmann von seinem Zimmer abwesend war, wurde dieses durchsucht. Von dem gestoh- lenen Gelbe fand man n o ch 48 833,95 Mark vor; den Rest verwandte er, um sich Kleidung, eine goldene Uhr und Kette und einen goldenen Ring zfu kaufen. Die Gegen­stände wurden ebenfalls gefunden. Als Bergmann zu Hause angelommcn war, wurde an bic Türe geklopft, ba angeblich ein Telegramm abzugeben fei. Sobald Bergmann öffnete, wurde er verhaftet.

* A u f ber Brüsseler Weltausstellung werden am Montag, bcm 1. August, bic deutschen Preisrichter ihre Arbeiten beginnen. Es sind 120 Vertreter des Handels, der Industrie und des Schulwesens, die zusammen mit den Preis­richtern ber übrigen Nationen tätig fein werben.

Stlcine 5aftcedirni!tS.

Aus Father Point lProv. Quebec) wird gemeldet: Der Mörder Crippen und Miß Lcnevc wurden verhaftet.

Sonntag morgen gegen 5 Uhr ging über Lille ein ge­waltiger Wolkenbruch nieder. Tas Wasser drang in die Keller und in bic Parterrestockwerke ein. Besonders wurde das Zentrum ber Stadt bedroht. Großer Schaden wurde angerichtet und zahlreiche Waren vernichtet. Vielfach mußte bic Feuerwehr zur Hilfe geholt werben.

Aus Houston (Texas) wird gemeldet: In Slocum und Anderson sind st a r k e R a s s e n k ä m p f e ausgebrochen. Die Unruhen, zu deren Unterdrückung Truppen abgesandt wurden, dauern fort Nach einer letzten Meldung wurden wenigstens achtzehn Neger getötet. Einige Depeschen sprechen von 30 Toten. Auch m e hrer cWeißc s alle u u m g e k o m m e n sein.

Ueberstand.

Mk."

Mk.

48-53

8792

42-48

75-84

42-46

77-82

54.00-57.00

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen

Welter

Höchste Temperatur am 30. bis 31. Juli

Niedrigste

4549

4043

70.00-72.0g 71.0073.00 68.0071.00

95100

80-95

8486

75-80

6670

78-85

73-75

63-69

35-41

26-33

2022

20,8 ° 0.

14,7 °C.

4347

3943

3135

3739

36-00

Preis pro 100Pfd Lebend- Schlacht- gewicht

57-61

52-56

50-51

70-73

62-66

45-49

79-81

76-00

S ch wein e.

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht

Vollfletschige Schweine über 2'/, Zentner

Lebendgewicht

Fettfchweme über 3 Ztr.Lebcndgew. .

F (cif chigcSch wein c......

56.00-57.00

56.00-57.50.

53.0055.50

Verantwortlich fürFeuilleton" undVermischtes".

I. V.: A u g u st G o e tz.

68.00-71.00

Gibt cd für Kittder rm LLirchStrmr wohl etwas besseres als

mit gedämpften Früchten? Fisches Obst gedänrpft oder geschmort ist sehr zuträglich, der Mondamin- Pudding gibt den Nährwert dazu und macht daraus eine delikate Mahlzeit. Auch Erwachsene werden die erfrischenden Speisen nicht verschmäben.

30. 31.

Ochsen.

Vollfleischige, ausgemästete, höchstert Schlacht- wertes, höchsterts 6 Jahre alt

Juuge fleifchige, nicht auSgemäftete und ältere ausgemästete .

Mäßig genährte junge und gut genährte ältere

Gering genährte jeden Alters Bulle n.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtiv. vollfletschige, jüngere ...

Färsen, K ü h e.

Vollfleischige auSgem. Färsen höchst. Schlachtiv.

Vollfleifchige ausge>iiästelcKühe höchsteuSchlacht- lücrted bis zu 7 Jahren

Aeltere atisgemäsletc Kühe und ivenig gut ent­wickelte jüngere Kühe unb Färfen . . . .

Mäßig genährte Kühe imb Färsen .....

Gering genährte Kühe unb Färsen .. . . . Kälber.

Feinste Mast-(Vollmilchutast) u. beste Saugkälber Mittlere Viast- unb gute Saugkälber . . .

Geringere Saugkälber S ch a f e.

Mastlämmer unb jüngere Masthammcl . . . Aeltere Dtaftbammel unb gut genährte Schafe

Vcd. Himmel

Bew. *

Märkte.

ic. Frankfurt n. M«, 1. Aug. (Orig.-Telegr. besGieß. Aiiz.") 9lmtlic(ie Oloticrungeu ber heutigen Fruchtmarkt preis e: Wetzen Aik. 20.5000.00, Kurhessischer Mk. 20.5000.00, La Plata Kansas Alk. 00.0000.00, Roggen (hiesiger) Mk. 15.00 bis Mk. 00.00, Gerste (Wetterauer) All. 14.7515.00, Gerste Krauten Pfälzer Rieb Mk. 16.5017.00, Kleie Mk. 00.00-00.00, Hafer 15.7516.00, 'Mais Mk. 15.0015.25, Weizemitchl 0 Ack. 30.00 bis 30.25, 2. Qualität Alk. 23.75-00.00, 3. Qualität Alk. 22.25 bis Mk. 00.(-0, 4. Qualität Mk. 00.00 00.00, Roggeumehl 0 Alk. 23.0023.25, 1. Qualität Mk. 19.0019.50, 2. Qual'. Alk. 00 00 bis 00.00, Weizeuklcie Alk. 9.00 bis Alk. 9.50, Weizenfchale Alk. 00.0000.00, Roggenkleie Alk. 9.50 bis Alk. 10.00, Malzkeime Alk. 00.00-00..)0, Raps Mk. 23.00-00.00, Biertreber 12.2512.60. Alles ver 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 1. 9lug. (Orig.-Tclegr. desGieß. Anzeigers".) K a r t o f f e l m a r k t. Alatt notierte : Frühkartoffeln tu Waggons Alk. 5.505.75, im Kleinhandel Mk. 8.008.50 für je 100 Kg.

fc. Frankfurta.M. Viehhof-Marktbericht vorn 1. Aug. Auftrieb: Rinder 1381, darunter 495 Ochfen, 75 Bullen, 811 Rinder 290 Kälber, 299 'Schafe, 1763 Schivcine, 0 Ziegen.

Tendenz: Rinder ruhig, bleibt lieberstand, Kätber ruhig, aus­verkauft, Schafe ruhig, ausverkauft, Schiveitte fchleppeud, bleibt

Juli Aug.

1910

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En gros: Tribus & JJriiuidheim, Giessen.

MarkeFaustring"

,dnm ursprungl. Rezept vom langiehz. Fasr>«en|.o der

^ir.itingieiie: C. Naumann. Offenbach a. M

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