Ausgabe 
4.11.1909 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten.

Pfaff-

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ad Stoffe"

n-Grössen

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'Jiad)bem barm noch bie Besteuerung der Warenhäuser nach dem Umsatz besprochen worben war, wie sie vom Abg. Tr. Osann in Anregung gebracht wurde, und Geh- Rat Best verschiedene Gründe gegen diese Besteuerungsart vorge- tragen statte, wurde die Weiterberatung auf Donnerstag vormittag vertagt.

haben seit langem die notigen Maßnahmen getroffen, um _bie Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Botschaft Meneliks zugunsten der Nachfolge Lichs wurde im Lande mit Ruhe aulgenommem

Ausland.

Die nach den neuen türkischen Gesetzen vorgenommene Rekrutierung, an der in diesem Jahre zum ersten Male

Ruhe im Msgebrete.

Muleh vafid hat durch seine Sendboten im Rifgebict tat­sächlich die vorläufige Einstellung der Kämpfe bewirkt, und dre Spanier zogen einen Teil ihrer Truppen nach Melilla zurück:

M a d r i d, 3. Nov. Ein amtliches Telegramm des Generals Marina berichtet über die N ü ck k c h r m c h r e r c r T r u P P en- ko n t i n g e n t e, die Seluan und Nador besetzt hatten, nach Melilla. Uebermorgen soll die Räumung dieser Stellungen ihren Fongang nehmen. Es werden insbesondere dazu insigmertc Truppen doN verbleiben.

Melilla, 3. Nov. Infolge der Zusammenkunft der Ge­sandten Muley Hafids mit den Führern der marokkanischen Truppen sind mehrere inarokkaniscl-e Führer übereingckommen, die Feind­seligkeiten bis zur Rückkehr des Oberhauptes Chalsw aus Tanger e i n z u st e l l e n. Die Gesandtschaft Muley Hafibs be­deutete den Kabylcnstämmen, daß jeder Angriff ungerechtfertigt sei und mit einer Geldbuße von 50 DuroS unter Mitnahme der Gewehre und Getränke bestraft würde. Hieraus erklärt sich die gegenwärtige Ruhe im Rifgebict.

fcte tartt MWe

Zur Kunst-Sticke* vorzüglich geeig'£

bild Schillers nicht verloren habe, und daß Lauchstedt selbst mit einem Kriegerdenkmal geschmückt wurde, ohne daß die Vertreter klassischer Unberührheit dagegen protestierten.

Naturschutzpark. Wie schon kurz gemeldet, sand in München unter zahlreicher Beteiligung angesehener Veremc und Privatpersonen aus Deutschland und Oesterreich die Gründung einesVereins Naturschutzpark" statt, mit dem Sitze in Stutt­gart, der Deutschland und Oesterreich umfaßt und die Schaffung von Naturschutzparks sich zum Ziel*. setzt. In diesen Naturparks soll die Natur im urwüchsigen Zustande erhalten und unterer von der fon'chreitenden Shiltur mit dem Untergänge bedrohten Tier- und Pflanzenwelt eine sichere Zufluchtsstätte geboten werden. Damit ist ein bedeutungsvoller Schritt in der Enttvicklung der Heimatschutzbewegung getan, und die verbrüderten Völker lind vor große, gemeinsame Ausgaben gestellt. Es wurde ern engerer Arbeitsausschuß von 15 und ein wefterer Arbeitsausschutz von oO Mitgliedern gewählt. TieGeschäftsstelle des Vereins Natur­schutzpark, Stuttgart", erteilt gern jede gewünschte Auskunft.

Die gefährlichenFliegenden". Dem Berner Bund" wird geschrieben: Ich wollte am BahnlM St. Maurice dieFliegenden Blätter" von München kaufen. Jedermann Weitz, daß dieses ganz harmlose, humoristtsche und künstlerisch sehr ge­schätzte Blatt weder katholisch noch protestantisch ist und auch kerne Polink treibt. Von Zeichnungen und Text darf auch jedes Kind ohne Gefallt Einsicht nehmen.Dieses Blatt ist auf der Liste der verbotenen Schriften," sagte man mir. Der gleiche Bericht ward mir in Sitten und Brig an den Bahnhofkwsks zuteil. Das Verbot gehe von der Regierung aus.

Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Tie 150 Wiederkehr von Schillers Geburtstag wird am 10 -)tocember auch in Paris festlich begangen werden durch eine 'eier in dem TMtte femrna in den Champs Elysees. Das Programm umfaßt die meisten Balladen, eure Chors zene Lus derBrau: vvn Messina" undDas Sieb von der Glocks mit (Goethes Epilog. Am 12. Dezember d. I. findet zu Fr an furt a 'M in ber Kinderklinik des städtischen KranlenhameS die 13 Versammlung ber Vereinigung südwest- deutscher Kinderärzte statt Tr. Gmtav Kraatz, ein bekannter Jnsettcnsottcher rst un 79. Lebensiahre m Sertin g e sto r ben.

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ICleitics Feuilleton.

Das Geschenk der Zarin. Eine besonders fein aus- ! gedachte Aufmerksamkeit hat die Zarin der Königin Helena erwiesen, 1 ab em sic dem Zaren auf seine Reise nach Racconigi em eigenartiges I ^schenk für die italienische Herrscherin mitgab. Wie aus Mai- icnb berichtet wird, überreichte der russische Herrscher der Königin einen kleinen flachen Karton, den er vorsichttg aus feiner inneren : Lrufttasche zog.Die Zaritza," sagte er,schickt diese Kleinigkeit und küßt durch mich fragen, ob Eure Majestät sie wieder erkennt und ob sie gut aufbewahrt worden ist." Der Karton enthielt em I elegant gebundenes Album, das die Königin sofort roicbcrertannt^ g sie dankte gerührt und antwortete voll.innerer Bewegung .Ich I lasse Ihrer Majestät für Ihre rührende Aufmerkiamkeit danken: sie . konnte mir kein willkommeneres G.'schenk senden, ^as niedliche Abum gehörte Helena von Montenegro, als sie als Hoftwrne der Zarin am russischen Hofe lebte. Die junge Prinzen ui pflegte m dieses Tagebuch denkwürdige Aussprüche und Moralprinzipien, die fick ihr eingeprägt hatten, aufruschreiben und auch ihre Ein- drücke von dem rauschenden Petersburger Leben darm testzuhalten, dessen Glanz so verschieden war von ihrer stillen Existenz an dem kleinen patriarchalischen Montenegriner Hof. Als Prinzenrn Helena St. Petersburg verließ und nach (Scttmic zuruckkehrte, verttaute sie ihr kleines Buch der Zarin an und bat sie, ihr einige Worte hineinzuschreibcn. Das Album aber blteb m den Händen ber Herrscherin, bis sie nun erst bie günstige ©elegen- heit wahrrrahm, eS der Königin von Italien durch ihren Gemahl einhändigen zu lassen. Folgcirdes hatte die Zarrn in das Tage­buch geschrieben:Die leuchtenden Augen und das edle Herz Helenas von Italien sind das beste Geschenk, das Viktor Emanuel III. dem italienischen Volke bargebracht hat.

Marburger Kon-ertv er ein. 1. Konzert. Es wird uns geschrieben: Ein klastisches Programm: Haydns Lon­doner Symphonie, Mozart's Violinkonzert m G-dur, Bach -> Chaconne und Beeihoven'S Erste eröffnete auch tu Marvurg diese Saison. Im Mittelpunkte des Jnteresfes stand die -Solistin. Frl. Stefi Geyer aus Budapest, eine ausgezeichnete Violln- soielerin, die auch demnächst in Gießen spielen wird (am J. <5an. 1910). Es geht von dieser jugendlichen Geigerin em beitridenber Stets aus: ihre Wiedergabe des Niozart'schen Konzerts war ge­radezu ideal, leicht, graziös und, wo es die Kornpoiitwu erLauöte, glänzend im köstlichsten Sinne. Ein solch edles, klangichvE, immer glockenrein ansprechendes und tönendes Ptantiftmo, wie

Deutsches Ikidh

Der Llbg. Dr. Osann schreibt uns aus Darmstadt im Anschluß an seine Aeußerungen in der nationalliberalen Wählerversammlung im 6. Kreise Gießen-Grünberg-Mdda, daß er nicht erklärt habe, Pfarrer Korell habe seinerzeit die Parole gegen die Nationalliberalen für den Sozial- demo traten ausgegeben, softdern er habe erklärt, daß bi£ freisinnige Parteileitung im Jahre 1906 ihre Anhänger aufgesordert habe, für den Sozialdemokraten und gegen den Nalioualliberalen zu stimmen, lieber bie Entscheidung des Landesausschusses in ber Frage Hehl und Oriola sei in Eisena-ck nicht weiter verhandelt worden.

Aus Berlin wird gemeldet: Bei den Stadtver- ordnetenwahlen ber dritten Abteilung wurden ein Sozial-Fortschrtttler, 14 Sozialdemokraten nnb kein Liberaler gewühlt. Eine Stichwahl zwischen Liberalen und demokr. Bereinigung ist erforderlich Die Liberalen ver­loren an die Sozialdemokraten drei Mandate.

In Ehrenfriedersdorf (Sachsen) wurde bei der Stichwahl zur zweiten Ständekammer im 17. städtischen Wahlkreise Temmler (Sozst' mit 5722 Stimmen gewählt: Vorwerk (natl.) erhielt 5351 Stimmen. Die übrigen Stich, wählen finden Mittwoch statt. m (

Die liberalen Parteien im Großherzogtum Sachsen haben stch bei der Aufstellung gemeinsamer Kan­didaten für die am 4. Dezember stattfindenden Neuwahlen -um Landtag auf folgendes Programm verpflichtet:

1. Einführung der langersehnten Verwcsttuncssgerichlsbaikeit unter Schaffung eine» Verivaltungsgerichlshoies beim Oberlandes- aericht zu Jena. 2. Einschränkung des Mehrstumniechles bei den Geineuidewahlen, nameiulich in kleinen Gemeinden. 3 Zulassung von gedruckten Süinnizetleln bet Gemeindewahlen. 4. pernbjetiung ber hiebühren bei Erwerbung des Bürgerrechtes. 5. Verkürzung der jetzt dreijährigen Finanz- oder Etatsperioden für den ^taats- yaushalt. 6. Au'yebung der staatlichen Grundsteuer und Deckung des eventuellen Ausfalles durch eine gestaffelte Bermogensstener unter möglichster Schonung des Mittelstandes und kleinen Belitzes.

nona Mst'Matgati» " ?n;v°nreine, mark; vorzüglich t ^»vollkommener tererlatz.

k&Cie.a.ü roduzentenvon yrd -Palmona»

Eine Proklamation der ttaiserr Menelik.

Menelik, ber sein Ende herannahen fühlt, hat vor einigen Tagen noch einen nichtigen politischen Schritt getan, indem er das Volk zur Treue des von ihm, Menelik, ernannten Nachfolgers aufforbertc. $ ^Agmzia Stesani" metbet aus Adis Abeba- Am 30. Oktober wurde in Gegenwart aller Haupt - Ihtqe eine Proklamation des Kaisers Menelik ver­lesen, in der dieser unter Hinweis auf bie Eintracht -wischen ihm und seinem Volke, die stets geherrscht und bie die Starke Äthiopiens ausgemacht habe, die Untertanen aunorbert, ein­mütig imb treu zu dem von ihm ernannten Nachfolger 2iDI Jeassu zu stehen und jeden andern Thronpratendenten zuruck­zuweisen. Er flehe den Fluch des Himmels herab aus leben, der sich feinem Willen widersetz^ Ras Tesamamma wurde aU Vormund des Nachfolgers des Meneliks bestätigt Die Prokla­mation ist ein untrüglicher Beweis für den ernsten, besorgnis­erregenden Gesundheitszustand des Negus.

Adis Abeba, 3. Nov. Im Befinden des Kaisers Menelik ist gestern eme leichte Besserung eingetreten, obwohl die unmittelbare Todesgefahr nicht ausgeichlossen ist. Die Behörden

Neuenweg 46

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Eigene Reparatur^ Zubehörteile stets aal

es diese Geigerin ihrem Instrument zu entlocken weiß, glaube ich nie gehört zu haben. Auch Bach s Chaconne wurde mit einer feinsinnigen persönlichen Auffassung wiedergegeben, die sthltetzlich jedes Bedenken nieberschlng: immerhin fehlte hier ooch bie straft unb Größe, bie gerade dieses Werk verlangt.Für uns Gictzener war aber das Konzert von besonderem Interesse; wir horten hier ein Orchester. das sich mit unsckreni Orchester vom Er­gangenen Sonntag nicht entfernt messen kann, dem auch oftenbar die nötige Zahl der Proben fehlt, um offensichtliche technische Mängel herauszubringen, und boch zum Leil mag es auf dem suggestiven Reiz der Persönlichkeit des Dirigenten Professor G Jenner beruhen im ganzen war hier eine Klangwirkung, eine Gesamtwirkung, bie ich vergangenen Sonntag hier schmerzlich vermißt habe. Vergleicht man z. B. die Wiedergabe der dritten Sätze in Beethovens erster unb brütet Sinfonie, bie in Marburg technisch bas mindestgelungene, bei uns am Sonntag technisch einwandftei war, so gibt es hier nur eme Sornng des Rat els bie Akustik unseres Theaters ist.für Konzerte unbrauchbar, nichts klingt hier, nichts tragt, alles bleibt trocken, kurz abgeristen, und an vielen Plätzen hott man nur bad Kratzen unb fernen Son. es ist geradezu ein Jammer, datz solche vortreffliche Lrcbefter- leistungen wie es die Wiedergabe ber Eroika vergangenen oomuag war, unter dieser schlechten Akustik derart leiden münen. da­gegen ist die Alustil des Marburger Konzertsaals geradezu ideal; hier klingt, trägt, tönt alles, und das bringt lenen Zusammen­klang. der sonst angesichts der geringwertigen technischen Leistung im einzelnen unerttärlich wäre. Hier muß geholfen werden!

_ 2 e r Kampf u in das Lauch st ebter Goethe- S ch i l l e"r - T c n t m a l. In einer kurzen Notiz war bereits die Rede davon, daß ber Landeshauptmann Baron v. Wilmowski m Dalle sich gegen den Plan der Lauchstedter Gemeinde, ein Goethc- Schiller-Denkmal zu errichten, ausgesprochen hat. Ausführlicher^ über diese Opposition ist in derSaale-Ztg." zu ftnden. Baron v ^ilmowski, der Vorsitzender des Lauchstedter Theaterverein- ist protestiert gegen das geplante Denimal vom historisch-ästhe­tischen Standpunkte aus. Er bezieht sich ausdrücklich auf einen mi amtlichen Blatte von Halle erschienenen Aufsatz, in dem der Ge­danke ausgesühtt ist, daß ber historische Charakter von Lauchstebt, bie Unberührtheit darunter leiden würde, wenn man da ein Goethe- Schiller-Denkmal errichtete. Für die Vertreter der Denkmals-Idee führt dagegen Wilhelm Georg in derSaale-Ztg." das Wort. Er erinnert daran, baß noch niemand in Weimar durch das Goethe- SÄiller-Denlmai in seiner Andacht gestört wurde, daß das schwä­bische Städtchen Marbach feine Unberührtheit durch em Stand-

Uus dem hessischen Zinanzansschuh.

R. B. Darmstadt, 3. Nov.

In der heutigen gemeinsamen Sitzung des Finanz- ! Ausschusses mit den Regierungsvertrettrn, als welche i io »erreu Finanzminister Gnaut h-«Minister des Innern ' 5 x au n, Gebeimeräte Dr. Becker, Best und Geh. Finanz- i rat Knell zugegeii waren, beschäftigte man sich zuerst ingehend mit den Ergebnissen des jüngsten Mainzei >audelskammertages, inbetreff der Geineindeum- ' .aaciireform, über dessen Verlauf der AusfchuLreserent, Abg.

V oltl» aN, referierte. Der H^ndelskammerlag sprach fUi inmüug für die .Heranziehung der landwirtschaftlichen Oelv- i lomieqebäude zur Grundsteuer aus, wie sie in der Regie­rungsvorlage vorgesehen ist. Abg. Brauer brachte da- ,'egen die Beschlüsse der hessischen Landwirtsck>aftstamnicr in Erinnerung, die sich gegen die Steuerveranlagung der s landwirtschaftlichen Oekonomiegebäude crUart hat und für die Belassung der seitherigen Steuerfreiheit dieser Gebäude cintrat. Der Redner wies darauf hin, daß die Nichtheran- -iehung durcksaus der Gereckstigkett und Billigkeit entsprach; | mich Preußen lasse diese Gebäude steuerfrei, und in )8at)ern I sei jetzt ebenfalls eine Vergünstigung für die Landwirtschaft rorgeschlageii. In Baden wurden bei'Veranlagung des cfe wer blich en Vermägens Zuschläge gemacht, beim landwirt- s'ämftlick-en Betriebsvermögen wären aber Dbjerte unter I 25 000 Mk. vollständig von der staatlichen Vermögenssteuer i irt> der Gemeindesteuer befreit, während Vermögen von 2o- i bis 50 000 Mk. mit 40 Proz. und von 50100 000 Mk. mit I 20 Proz. heran gezogen würden. Die Freilassung empfehle ? sich cmch schon deshalb, weil der gemeine Wert (Verkehrs- I wert) bei diesen Gebäuden sehr schwer festHustellen sei. Finanzminister Gnauth und Geh. Rat Dr. Becker I sprachen fiel} gegen die Ausführungen des Vorredners aus; i Lbg. Weber hielt ihnen entgegen, daß den Grosz- | ^rundbesiftem schpn nach den jetzigen Beschlüssen die Mög- t i ich teil gegeben sei, durch Heranziehung des Ertragswertes | bie landwirtschastl. Oekonomiegebäude steuerfrei zu halten, [ nährend der kleine Landwirt den geringeren Ertrag nicht I Nachweisen könne, somit auch im Nachteil fei; eine Befreiung | t in: Oetonomiegebäude von der Grundsteuer fei deshalb für j bie kleineren Betriebe sehr geboten.

lieber die Beschlüsse des Handelskammertages inbetreff Der Steuersätze bei der Gewerbesteuer soll näher beraten werden, sobald das dafür erforderliche Material beiaebracht Y Die Handelstammern haben sich, wie der Referent | weiter ausführte, für die im Gesetzentwurf festgesetzten B Warenhaus- und F-itialsteuem ausgesprochen. Es sei aber oabei and) die Forderung auf Heranziehung der H Filialgeschäfte zur Einkommensteuer erhoben 8 worden. Geh. Rat Dr. Becker machte dagegen auf die k Schwierigketten aufmerksam, die durch die Durchführung | Äeser Forderung entstehen würden. Man solle einfach alle | Einkünfte der Filialgeschäfte zusammengefaßt heranziehen. * Bei Art. 48 der Vorlage, in welchem die näheren Bestim- 1 wungen über den Ort der Steuerveranlagung getroffen IDerben, brad)ten die Abgg. Brauer und Dr. Weber zu - Msatz 2 einen Antrag em, daß auch das Einkommen aus | Grundbesitz der selbständigen Parzellen in der Gemeinde steuerpflichtig werden soll, in der er sich befindet und Nicht ;it ber Gemeinde, in welcher der Besitzer wohnt. Geh. Rat Dr. Becker sprach sich im allgemeinen gegen die 5)eran- sckehung ber fiskalischen Parzellen zur Steuer aus und legte i-n Uebereinstimmung mit den Ministern Braun unb Gnauth eingehende Bedenken gegen den Antrag dar.

Nr.ÄSS Erstes Blatt 159. Jahrgang Donnerstag 4. November 1909

£er ^ebener Anzeiger X'S, mEüMdPtwiettel-

G etzenerAnmaer

WS General-Anzeiger für Oberhessen WM

^m"^agednununer Rotationsbrut! und Verlag ber vrühl'schen Univ.-Vuch- unb Steinbruckeret R. Lange. Rebattton, Lrpebition und Druckerei: Zchulstratze 7. A°zementefl?'v'" B^ck.

bis vormittags 9 Uhr. .,,-imih

Tschechische Verbissenheit.

Durch bie gestern gemeldete Sanktion der Sprachengesetze für die deutschen Kronländer aufs höchste erbittert, machen bie Tscheclien in Böhmen ihrem Haß gegen das Deutschtum burch neue Kunb- gebungen unb Beschlüsse Luft:

Prag, 3. Nov. Der Landesausschuß verweigerte troß bes Protestes ber beutschen Minorität bie Auszahlung ber be­willigten Subvention an bie beutsches Gebiet burch- schneibende Lokalbahn Werkelsdorf-Trautenau, weil biese sich weigerte, die nachträglich geforberten tschechi­schen Aufschriften anzubttngen.

Prag, .3. Nov. Eine Versammlung sämtlicher tschechisch e^r Reichsrats- unb Lanbtagsabgeord- neter und Herrenhausmitglieder beschloß eine Kundgebung, in ber über bie Sanktionierung ber Sprachengesetze für bie rem deutschen Kronlänber die tiefste Verbitterung ausge­sprochen wird, da durch diese die Gleichberechtigung der nicht deutschen Nationalitäten verletzt werde. Die Kundgebung fpriem der Regierung Mißtrauen aus unb kündigt ben schärfsten Kamps an.___________ _____-

Das Programm der dänischen Regierung.

Kopenhagen, 3. Nov. Ministerpräsident Zahle hielt heute im Fo l ke t h i n g seine P r o g r a m m r ebe Er erklärte, bie Regienmg betrachte als ihre erste Aufgabe, nach ber Alberti- Affäre eine gründliche Reinigung vorzunehmen. Sie wolle jebod) nicht selbst die Initiative zu einer Anklage beim Reichsgericht gegen Alberti und andere frühere Minister ergreifen, tonbern bie Entscheidung hierüber dem Folkething überlassen. Die Re- gierimg wolle ferner auf administrativem Wege jeber Korruption innerhalb bes Beamtenstanden entgegenarbeiten und Gesetze aus- arbeiten, durch die festgesetzt wird, in welchen Fällen und unter welchen Bedingungen Staatsbeamte zugleich private, besoldete Aemter bekleiden unb Parlamentsmitglieder in beiolbete Staats­stellen eimreten können. Die Regierung beabsichtige, eine neue Wahlkreiseinteilung Vorschlägen, durch bie dtze Zahl der Wahlkreise nicht mehr als notwendig erhöht, aber die Wahl­kreise gerecht über das ganze Land verteilt würden. Tie ange- nommenen L a n des v ert e ib i g u n gs g e s e tz e würden burch- qeführl werden, doch werde die Regierung Die größte Spariamkett üben und zu feiner Steuererhöhung schreiten, um bie Militar- gesetze schnell bnrchzuführen. Falls sicy im Folkethine eine Ma­jorität gegen die Regierung bilden sollte, werbe diese an bie Wähler appellieren. _______ _______