Ausgabe 
31.12.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 307

CFIn Aufruf des OstmarkenvereiuS.

denen der Kaiser Aufenthalt genommen hat:

eine

der damit in

Deutsche Kolonien

Hinweis auf die Abhängigkeit der preußi- der großen Ueberzahl ihrer Volksgenossen

ßen Südbahn- untersucht, in

gericl>tet ist." Nach einem

l mit roter Krone. 'Diese K.iegssahrzeuZen neben der Grohadmiralssiaoge, und be­deuten, auf halber Höhe des Großmastes gehisst: für die blaue Wappenflaggeder Kaiser empfangt nicht"; für die gelbe Wappenflaggeder Kaiser ist nicht an Bor d".

waltungen nach Mitteln suchen, um den .Kampf gegen den Mißbrcmch geistiger Getränke systematisch zu führen. Die Zahl der Städte, die von Erwägungen zu Taten übergehn, wächst auch in rascher Folge. Eine kurze Zusammenstellung von gangbaren Wegen, die den Vorzug haben, daß sie keine

2ln$ Stadt nn- Lau-.

Gießen, 31. Dezenter 1909. Atloholbekämpfung durch Gemeinden.

. . Anregungen _____ _r. ___a_________ v.

~ Die Bah n nach dem Kilimandscharo. In spruchen. Nachdem der enge Zusammenhang zwischen oer der vom Kolonialamte vorgelegten Denkschrift über den gcrualtigen Gemeindcausgaben für Krankenhäuser, Siechen-

Rebafhon. LrvediNon und Truderet: Sefcul* [trage 1. Exoevinon und «erlag. e^wöL SeöaZtiorueyw 118- ieL-älbu;lliueigerifiieBeni

tldjetm rL-Nch mti Ausnahme des Sonntags.

Dieettfltnei K-mtltendläNer- werden dem ,Anzeiger' otermal wöchentlich berget egt, da- Krrisblati ffti den Kreis Siehrn" zweunal wLchemllch. Die ..Landwlrtlcyafttlche» Lett- frageii** etlcbemen monatltdj iroetmoL

schen Polen von der großen Ueberzahl ihrer Volksgenossen in Rußland und Oesterreich, wodurch allein schon die Aus-

Urbeginn an bi£ zum End? des griechischen Götterkultus völlig nachzuzeichnen. Eine kleine Höhlung im Flußbett des EurvtaS nxrr es, die von den frühesten dorischen Kolonisten zur Kultstotte er­koren wurde. In den verfchaedenen Erdschichten läßt sich an Aschen­resten, Gesäßen, Brvnzestücken die weitere Entwickelung des Heilig- tums verfolgen bis hinauf zu den höchsten Schichten, wo später die Mtare und der Tempel selbst errichtet wurden. Tas alte Sxifigtum. das aus Holz» und Backstein gefügt war und bereits der tfucitat Epoche angehort, wurde zu Beginn des 6. vorchristlichen Jahrhunderts mit einem großen Steinrempel überbaut, der in dorischem Stil angelegt war und dessen Giebelfeld eine bunte Löwengruppe schmückte. In der hellenistischen Zeit wurde dieses Bauwerk bann wiederhergestellt und erneuert. Im 3. Jahrhundert n. Ehr. wurde um den mittleren Hauptaltar des Heiligtums ein römstches Theater errichtet. Bier neue Altäre wurden entdeckt, die den verschiedenen Bauzeiten angehören: der eine der ältesten Frühzeit, der zweite der archaischen, der dritte der hellenistischen und der vierte der römischen Zeit: die drei letzten wurden später überbaut. Sehr interessant ist auch ein au, gefundenes int^Jtunbbilb aus Elfenbein und Terrakotta, das einen Gott und zwei Göttinnen zeigt. Es scheint die Annahme zu red#fertigen, daß in dem Heiligtum die Artemis Orthia, Apollo und eme dritte Göttin, die Göttin der Kindergeburt, zu gleicher Zeit verehrt wurden.

28u$(mi&.

Dem österreichischen Abgevrdnetenhause ist vvn der Regierung ein Gesetzentwurf betreffend daS Tienstverhälknis der ettoitSboamien und der Staalsoicnerfchast zugegangen. Ten öl^rreichrschen Ministern Tr. Schreiner, Dr. W « iskircher, Tr. Sutter von Hv chcn bürg und Dr. Rüter von Dule ba ist bi? OktjcinriatJivürbe verliehen norden.

Aus Neapel meld l man: In Anwesenheit der Behörden und einer großen Anzahl von Oliiziercn wurden Donnerstag« abenb den Äbitjvfn Deutschlands, Englands. Btanfreidjd, Ruß­lands, Spaniens und der Vereinigten Staaten künsUenich uuS- gesührK Bataten, die bür die an der Hilfeleistung in Mefsina und Reggio beteiligten auswärtigen Schi sie bc* strmml sind, überrctdx.

Wie ^us Se wa sto pol gemeldet wird, ist die Kaiser­lich lStandard" mrt der Küstcilichen Familie an Bortz Donnerstag nadnnnttaß dort cingcttonen.

Aus La ho re wird gemeldet: Aus den flrflbrrtrrtrnbcn Re- ZierungsVunnnissar wurde eui Bombenattenrat versucht; ent Diener des Kommissars sand an der Haustüre ein an feuiot Herrn adressiertes Paket, bei dessen Oeffnung dem Diener durch die in dem Paket enthaltene Bombe die Hand zerschnettert ivarrbe.

Tie rumänischc Kammer nahm den Gesetze,'.dvuri bett, du: Regelung des Vereinsgeietzes der Beamten und Arbeiter bei Staats-, Bezirks- und Gemeindebehörden, sowie bei ösjentlicheu Untcmi-Ijmungen an.

Aus Athen wird gemeldet: Oberst CvnstantinidiS wurde zum K r i e g S m i n i ft e r ernannt. Eine Gruppe von Abgeordneten legte der griechischen Kammer einen Antrag vor, nach welch.m dieienigen Offiziere, die im Lause des Jahres 1ÜU9 ben Abschied genormnen, haben oder auf ihren Antvrg zur T,s- rvsipion gestellt worden sind, von der Regierung wieder eingestellt werden dürfen, falls diese WiedereinstLllung im Jutcresf« der Armotz für nützlich erachtet wird.

sichtSlosigkeit jeder ^^söhnungSpolitik begründet wird, schließt das Flugblatt mit folgender Ansprache an die deut­schen Katholiken:

Zeigt durch Euer Verhalten, daß der Katholik m der Sorge um fein Vaterland von keinem Andersgläubigen sich übcrtrenai läßt! Jhr habt leuchtende Vorbildei in den zahlreichen und tag» lid) sich mehrenden deutschen Katholiken, brc den Beweis liefern, daß man sehr wohl cm guter Katholik sein und doch in der criicn Linie der Kümo er für die 9iedXe des Deutschtums gegen ivinische Anmnung stehen kann, ov.'gt diesem Be spiele und bi kennt Euch stolz und frei als .Tentschcl die iici entscIHossen sind, Ixm Gnfcfn unversehrt zu hinterlassen, was di« Väter in sckmeren Kämpfen errungen, wofür sie g. litten und geblutet haben: ihr Teutichtum und das einige Vaterland!"

Ter Orden br8 Herrn von Schoen.

Ueber den Orden des Herrn v. Schoen schreiben die Leipz. Reuest. Nachr.":

Wie in brr Presse mit Ausnahme des Organs des einstigen Obersten Gädke und bet sozialistischen Blätter die Stimmung sich einheitlich in einer scharfen Ablehnung ferner Gallert-Pestilik nmni- feftieit, io hat auch die Kritik des Reickrstages in ziemlider jaXüficnfjet bewiesen, daß man in einer f deinen' und einer Sck^en- sch.n Politik biaim-trale Gegensätze erblickt. Wenn allerdings c.n Verdienst um das Ansehen dis Reidtks dann erblickt wird, daß man in allen sd-wierigen Situationen die Vorsicht als den besseren Teil der Tapferkeit vreist und den Weg burd) das faub.niid>? Joch nur für eine angenehme Abivechielung in der Eintönigkeit des täglichen Lebens hält, bann hat Herr von Sck»en seinen neuen Drbnt i'dxjn im Hinblick aus unsere Haltung zu den maroiktniischi-n Fragen und aus sein heißes Bemühen verdient, durch Preisgabe bcutidier Rechte di« sogenannt« Versöhnung mit Frankreich zu erreichen. Man sicht eben wieder die höchste Betätigung von nationaler Krajt in der Anrufung eines Schicdsreiichis Die vier Millionen <3a;<mctte, über die das Deursck»c Reich einem on t>it zuiolg« verfügt, sind zwar eigentlich nicht nur zum Schmuck t»n Paradeplätzen bestimmt, sondern si« sollten doch auch, nxc es iür fremde Interessen in der bosnisck-cn Affäre geschah, als ein Druckmittel dienen, um wenigstens bi« klarsten und selbstvev- stänbl.chiten Interessen deutscher Untertanen zu sichern.

und Irrenhäuser, Hilfsschulen, der gesamten Armenoer- Waldung einerseits und dem Alkoholmi.chrauch andererseits langst durch Sachverständige statistisch nachgewiesen ist, ist es verständlich und geboten, daß die Gemeindever-

steht, wie in den Zeichnungen der Kinder ist der Kbps durch ein* runde, Vertiefung, Hände und Füße durch leichtgebogene Ritzer bar getunt. Auf einem zwecken Knochenstück, das aus der dritten Aschenschicht stammt, ist auf einem Backenknochen in gradlinigen Umrissen ein Eber bargeftefit; der Kopf ist dreieckig zugespitzt, die Hauer >md klar, Auge und Ohr nur unklar angebeutet, uni*' wahrend am Rücken die Borsten deutlich sichtbar gemacht sind, ist der Schwanz nur undeutlich geringelt. Daß der Höhlenkünstler den Eindruck der Natur, in der er den Eber oft gesehen und erlegt hatte, wiÄ>ergeben wollte, zeigt das hohe Gros, in dem er steht, dc^ durch kräftige Einschnitte gekenn^eichnct ist. Auf einem; ^chenkclmock'.en erkennt man deutlich den Kopf einer Seefchildkröte mit Auge und tiefliegender Mundfvalte: Beschuppung und Fälte- lung der Haut sind durch Strichelung angedeutet und über dem Kopfevlchcht man eine flatternde Libelle und seitlich davon Bündel von xLchns zu erkennen. Tie beiden letzten aravierten Lnock'ew- ftaicke wept Moser einer frühen neusteinzeitlichen Ansiedelung' zu, DohrenL die Darstellung des Menschen aus der älteren Steinzeit Itammen büritc. Während die Afchmschic^en eine ganze Rehe oon -chönyear beiteten KNachenwerl^ugen und Zierstücken ent» bu^n, beschränkt sich das Vorkommen von Resten des Menschert

aus zwei Skelette mit Beigaben aus der Moser-Höhle: m lüngster Zeit hat Moser auch einen guterhaltenen numfdtfidat Unterkiefer m der Bären-Höhle gesunden Ten Beweis, daß die Höhle auch die Werkstättc des Höhlenbewohners war, erhält mnx crus Sandsteinen mir auSgewetzckn Furchen, di« vom Schleifen der cknvchcm Werkzeuge herrühren. Einen hohen Grad der Entwickelung zeigt che Töpferei: bte aus freier Hand geformten Gesäße sind nicht nur in der tyorm und im Material, sondern auch in ihrer Ber^ zierung schr mannigfaltig: ein Stück mit einem breüen Spiral- banb/ das wrnährige ober palmenblattartige Verzierungen, seit-

m dm.Vertienmgen mit weißer Farbe erfüllt, zeigt, erinnert säst an mykenpchen Gesa Schmuck.

Ein Sträfling als Dramatiker. Aus New- York wird berichtet: Eine interessante Neuheit wirb in ben nächsten Wochen im Newyorker Komödien-Thectter statt- sinden: in einer besonderen Margenvorstellung wird ein Stütt aufgeführt, das einen Sträfling des Gefangni ses von Philadelphia Lum Verfasser hat. In seiner Zelle hat der unbekannte Literat eine Reihe vsn Theaterstücken aus dem Fran^fischen übersetzt und ru gleicher Zeit auch eigene Werke geschaffen. Die Arbeiten des Sträflings erregten in dem Verbände amerikanischer Dramatiker so l:bhastes Aufschm daß er beschloß, die Ausführung der Stücke durchzusetzen.' Ueber che Persönlichkeit des Dichters ruht der Schleier des Geheimnisses, denn die Behörden der Strafanstalt ver­weigern jede nähere Auskunft. Der Verfasser der Stücke steht tn den Sträflingslisten alsNummer B" und unter diesem Gefangnisnamen wird auch sein Werk Kur Aufführnna konrmert.

politische Cacxcsfdiau«

Öin Konflikt bei der ReichStogserfahwahl in Eisenach.

7>ur die Reichstagsersatzwahl in Eisenach haben die na l l i b e r a l e n , wie gemeldet, den LandtaaSabg. r Kandidaten ausgestellt, für den zu stimmen auch Die Freiiinnigen bereit waren. Jetzt aber hat sich, so schreibt ^ieizrers. Ztg.", ergeben, daß Kcug Mitglied des Bun- .des der Landwirte ist, und daraufhin hat der Frei- sinnige Verein zu Eisenach, wie die Blätter melden, nach­träglich )cme Zustimmung zu dieser nalionallibcralen Kan- fdidatur zurückgezogen, jedoch erklärt, daß er für einen an- [beren, linksliberalen Kandidaten cinzutreten bereit sei.

TicNattonallib. So er." ist über diesen Beschluß ent- 1011101^111) ridflet gegen die Freisinnigen folgende Drohung: Tor Vorgang ist an sich gewiß bedauerlich Immerhin: bedeutet er ein« parteipolitisch.' Klärung und diese kann natur- sllich Nicht ohne Folgen bleiben."

Von der Kunst der Höhlenbewohner. Ueber wertvolle Höhlenkunde aus dem Karstgebiet, die auch eine Anzahl von KimsterZeugnissen der ältesten Bewohner zutage fär­bet ten, berichtet Pros. Dr. Moser im neuesten Hest der Umschau. In einer trvgsörmigen TaLsenkuna, di« sich zwischen dem Karsb- plateau Triest-Nabre,ina-Tuino und dem Dolnik-Gebirge ausbreiirt, finden sich zahlreiche Höhen, zu denen ein Jelsentor unter über» hängender Felswand führt und bi« sich nach innen zu kleineren ober größeren Räumen erweitern, die den ersten Aufenthalt des anfangs rornnbifierenben, später seßhaften Karsthöhlenbewohners barfteliten. Daß die Höhlen knge Zeit als Wohnstätten gebient haben, beweisen die in ihnen aufgehäusten Lehmschichten von 1 b.S 2 Meter Ticke, die durch zwei drei und selbst vier Aschenschichten durchsetzt sind, in denen die Reste des Hausrats enthalten sind. Am gründlichsten hat Pros. Moser die bei der aro' Überführung bei Nabrriina gelegene Rotgartlhoble der sich 4 durch Lehmschichten Getrennte Aschenschichten vorfanden. Während die erste und zweite Aschem'chicht neusteinzeitliche Fand« enthielt, sanden sich in der dritten und vierten Reste der Fluß- malermuschel, Landschnecken, Knochenschilder der Sumpfschildkröte und Säugetiere wie Fischotter, und Biber, Ziege, Hirsch, Wild- sckIvein, Die offenbar darauf hindeutet, daß die ersten Höhlen­bewohner ihre Lebensbedürfnisse aus dem nahe gelegenen Süß- wasser geholt haben, während die späteren Hödlenmen,chen an der Meereskülte sich reichlichere Nahrung holten. Wichtig i|t in diesen ältesten Schichten das BorÜommen von Flintwcrheugeu, zu den­selben Schichten gehören auch die besonders interessierenden Kunst- erzeugnisse, Gravierungen aus Tierknochen, von baten eine AnzaÄ m Abbildungen vorgesuhri werden. Aus einem geglätteten Rrndcn- stück vom Hirschgen«ih sieht man da di« voh ausgeführte Zeichnung einer mcnscAichen Figur, bk zwischen zwei verästrten Baumstämmen

weiteren Ausbau der Bahn nach dem Mimandscharo ist Moschi als Endpunkt der neu zu erbau en ben Strecke bezeichnet worden. Derschiedentlüh wurde in der Presse getadelt, daß nicht ein weiterer Ausbau in Aussicht ge­nommen sei. DieRheinisch-WeMlische-Zeitung" teilt nun mit, daßdas Kolonialamt zwar glaube, nur etappenweise hierbei vorgehen zu sollen, daß es aber keineswegs einem Weiterbau der Bcchn abgeneigt lei, sobald die Mittel dazu sich finden und die wirtj'chaflliche Entwicklung der weiter-

die katholischen Ansiedler in polnischer Utm Kirchengemeinschast zu suchen sind. Datz die Pol , ,

den deutschen KatholÜen keineswegs die freundwillige Ge­sinnung entgegenbringen, die diese nach dem Wunsche des iZeutrums den Polen erweisen sollten, wird durch eme lange >Liste von Aeußßerungen polnischer B.ätter belegt Der harm- lojen Auffassung der polnischen Gefahr, die das Zentrum n Könitz an ben Tag legte, stellt das Flugblatt den 2lus- pruch Prof. Spahns entgegen:Die Polengefahr 6 e» teht für den preußischen Staat: wer sie leugnet, hat ent­weder keinen Einblick in die Verhältnisse, oder es aeht Ihm die Fähigkeit ab, die politische Sage und die Er so ro er­nt,se eines Staates Kutreffend zu erwägen. Niemand darf

An die deutschen Katholiken der Ostmark wendet sich der Ostmarkenverein in einem zunächst für die jProvinz Westpreußen bestimmten Flugblatt Bekanntlich ',nal das Zentrum in ben letzten Jahren bem Ausbau feiner dortigen Organisation besondere Aufmerksamkeit geschenk., ',bä den vorjährigen Landtagswahlen jchloß es für die ganze 'Provinz ein Wahlbündnis mit dem Polentum, 'und auf bem kürzlich in Könitz abgehaltenen westpreußi- scheu Parteitage gab es die Losung auS, daß die deutschen Katholiken mit den Polen zusammen gehen müßten, da die Ostmarkenpoliiik der Regierung sich in Wahrheit gegen die kcüholisck-e Religion richte.

Diesen irrefül)renden Ausstreuungen tritt das Flug­blatt des Ostmarkenvereins entgegen, indem es sich auf die wohiwollende Haltung des Kaiiers gegen den Katholizis­mus beruft und seine ausdrückliche Versicherung anfüyrt, daß auch die katholischen Polen bei Ausübung ihrer Reli­gion in keiner Weise gestört werden sollen.

Zu dem Kaiserworte kommt das Zeugnis deS Papstes über die günstige Lage der Katholiken im Deutschen Reiche. ,SHd)tig ist, daß die Ansiedelungsiommission nur eine ver­hältnismäßig kleine Anzahl katholischer Ansiedler angesetzt hat, aber sie ist dazu, wie das Flugblatt darlegt, durch schwerwiegende Gründe gezwungen worden, d e f m dem Verhalten der ta.holischen Kirchenbe

Kleine» Feuilleton.

Berliner Musikbrief:Tas Tal der Liebe" als Musikalische Komödie. Aus Berlin wird uns geschrieben: In der Komischen Oper wurde ^,Das Tak der Liebe , ein« musikalische Komödie in drei Akten von Rudolf Lothar, Musik von Oskar Straus, züm erffm Male ausgeührt und erzielte lebhaften Erfolg, der aber Mehr der ausg^zeidmeten Tar- ftefiung als dem Stücke selbst zuzuschreiben ist. Tas Textbuch formte Lothar nach Mux Treyers hislvrischem SchwankDas Tal des Lebens" mit Rüchickst aus die Bedürfnisse der modernen Ope­rette. Originalität weist es ebensowenig auf, wie die Musik, die nach demWalzertraum" und demtapferen Soldaten" einiger­maßen enttäusdst. Sie besitzt keine redstc Svannkrast und auch keine besonderen inftntmrirtalen Reize. Unter ben Darstellern yndmete sich Herr Manller ganz besonders aus. Er gab bcn Spielmann Putz mit höchst nnr/iamer, origineller Komik. Mit einer sehr charakteristhchm Serinissmrus-Figur überraschte XKrr Egeniesf. Aber auch die übrigen Rollen waren ausgezeichnet besetzt mit den Tarnen Heide, Seebold, Bachrich und den Herren Gr ü nwald, Kr eude r und Begemau n. Ern wür­ziges Bübchen hatte ganz« besonders starken Erfolg. Tos Pichlikam ließ sich seine Szene zweimal vorspielen. Für wirrungsvollsoe Jnszenierrmg hatte Herr Moris gesorgt, und Herr von B«z- N i c e k führte mit sicherer Hand den ToUiwck

Richard Strauß veröffentlicht in der Wiener N. Fr. Presse interessante Erinnerungen an Hans v. Bulow. Folgende hübsche Kleinigkeit sei ihnm entnommen. Ernes Tages war Bülow Gas Gesck/ichtd/en spielt in Meiningen) mitten tm Studium von Berlioz'Havold"-Sinsvnie, als der Herzog ^org, gefolgt von seinem Adstckanten Herrn v. K., das Skater betrat Bulow klopfte sofort ab und fragte nach des Herzogs öeicÖt axt leutselig« Mirst hx)TItc nur zu hören und fragte, was ge>prelt mürbe. c fonie von Berlioz", erwiderte Bülow, bedauerte aber zugleich, daß er das Werk bem Herzog nicht vor fuhren könne, da er erü im Beginn des Studiums stände. Ter Herzog I ag te:Dosmaclü nid-ts, ich höre zu." Bülow: ,-Jcy bedauere lebhaft, Hoheit, die Ausführung ist zu unreif, ick kann ik Euereryofen ".ffl Präsentieren." .Herzog:Aber Bülow, icten »Sste nwbt ^mrlck, es ist mir egal, wie es geht, ich höre ^ern zu! Bulow, mit eurer dritten steifen Verbeugung:Hoher.!, bcdauerc^zum: drit^nnal. So wert, rote wir jetzt in der Simonie unb,

für Herrn v. K. . . " Oben das grrnsende Orchester, dazwischen Bülow in musterhafter Hofhaltung, unten der Herzog mit dem armen Opfer. Es war eine hübsch: Gruppe.

- Neues vom Heiligtum der Artemis Ottbta zu Sparta. In der jüugsten Sitzung ^6011*1 arckao^ gif eben Schule in Athen hat der Leiter der »wuk 9L M. ^awtns Beridü erstattet über die im vergangenen Jahr« "^V^nen Ausgrabungen und ara-äologischen b-orfchungen. Von bcfonderer Tragweite und glücklichem! Erfolge waren die an dem alten stemmt der Artemis Orthia veranstalteten, Untersuchungen und.Arbei.en, denn dank der geroomtenati Aufschlüsse ist es nun zum cri Vöglich, die Gcschickjte des berühmten Bauwerkes l»n feuran

liegenden Gebiete es angezcigt erscheinen la,se. Ein Weil t e r b a u der Bahn bis Aruscha und später bis zum Vik­toriasee wird grundsätzlick) auch im Kolonialcunt für er« wirscht gel-alten.

DciUfd^cs Heidi.

DerReick-sanzeiger" gibt die Verleihung der Ret­tungsmedaille am Bande an den Prinzen Hein­rich der Niederlande und die Verlcihiing dcs fironen- ordens erster Kla'se an den Rcichsbanlpräsidenten Have n- ftein belannt.

Die Neuwal-len zum altenburgischenLandtagc, die zum ersten Drale nad) dem neuen Wahlgesetz ftatt- finben, sind auf den 14. April nächsten Jahres angcsetzt worden.

sich leichtfertig gegen das Eingeständnis sperren, daß das heimliche Sehnen der polnischen Bevölkerung aus die Her­stellung der polnischen Einheit und Selb>sländigkeit Polens

Neber die kommunale Bekämpfung des Mißbrrruchs geistiger Getränke werden zurzeit tn ben Zeitschriften der Stadtverwaltungen mancherlei Erwägungen angcfiellt und Anregungen gegeben, die allgemeines Interesse bean- chdem der enge Zusammenhang zwischen den

I?ccr und Flotte.

* Neue Mappenflaggen für den Kaiser. In das Flaggenreglement der Marine sind zwei neue Flaggen ausgenommen worden, die als Wappenflaggen be- rrlegt, Irurck zeichnet werden und nur von Kriegsschiffen zu setzen sind, o v_____---------- _ hau.p'sachlich auf ber u **^r <*--=.-**- * ____________

halten der ta.holischen Kirchenbehörde und in blaue und eine gelbe Wappenflagge. Die erste zeigt Verbindung stehenden Polonisierungsgefcchr für rm Mittelsck>ild baä brandenburgifche Zepter, die zweite - -gebung und! ^inen ausrechtstehenden Greifen *----- ~ "

len ihrerseits Mappen»lagaen wehen auf den S tdwillige Ge- kaiserlichen Standarte und der G

Zweites Blatt 158. Jahrgang Freitag 31.Dezember 1909

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen