Erlaß, worin der Kaiser für d.n Eifer, mit dem die auf dem dritten Wettstreit der deutschen Mannergesangvereine Hirt den Kaiserpreis mitkämpsenden Vereine sich ihrer Aufgabe widmeten, und für den hohen Durchschnitt der Leistungen feine uneingeschränkte Anerkennung ausfprichl. Immerhin hätten sich Gesichtspunkte ergeben, deren Lerücksichtigung wichtig erscheine. Soweit die gesangliche Ausbildung in den preußischen Schulen in Betracht komme, behalte sich der Kaiser eine besondere Regelung vor, vor allem aber werde auf eine volkstümliche Ausgestaltung des Wettstreits größerer Nachdruck gelegt werdet: müssen. Namentlich der erste Vreischor dürfe nicht zu schwer gewählt werden. Bei beit selbstgewählten Ehören erscheine eine abwechslungsreichere Auswahl erwünscht. Um diesem Ziele zu genügen und einzelnen innerhalb des Wettstreits hervorgetretcnen Beschwerden vorzn- bengen, sei eine teilweise Abänderung und Ergänzung der geltenden Bestimmungen erforderlich. Es folgen hierauf Abänderungs- bestimmungcn zu den Bestimmungen vom 2. Juli 1898.
— Tolstoi, der große Sittenlehrer oder der große Heuchler? In der St. Petersburger Zeitung lesen wir: „Dieser Tage ging durch die Presse eine Nachricht, die einen neuen Strich zu dem Charakterbilde L. N. Tolstois fügt. Die Stadtverivaltung von St. Petersburg hatte die löbliche Absicht, für die Schüler der städtischen Schulen ein Kompendium der hervorragendsten Werke des „großen Dichters der russischen Erde" herauszugeben: ein Beginnen, das um so löblicher ist, als es von der vielberusenen St. Petersburger Stadtverwaltimg ausgeht. Wenngleich der Zweck der beabsichtigten Edition .ein solcher ist, der den _ von L. N. Tolstoi verkündeten Grundsöt-cn durchaus entspricht, so wehrte sich doch die Gräfin Sofia Andrejewna Tolstaja, geb. Bers, gegen die Absicht der Stadtverwaltung, indem sie ausführte, daß die Veranstaltung soläfer Editionen den Erlös aus dem Verkauf der Werke ihres Gatten schmälere. Nach diesen rein geschäftlichen Ausführungen bemerkt die Gräfin wörtlich: „Was speziell die Verteilung der Werke Tolstois an die Pet.rsburger Schüler betrifft, so ist das Lew Nikolajewitsch vollständig glcid^üUig, da seine Sympathien den landsch:n und nicht den städtischen Kindern gehören." Mit dieser lc t?ren Bemerkung stellt die Gräfin ihrem Gatten ein Zeugnis ..us, das keineswegs schmeichelhaft ist, da es ihn in der Roli«' eines sehr ein>.:tigen Menschen, erscheinen läßt. Nach diesem ^qujeiö der Grain wandte srch . s Sradtamt von Si. Pc^rsburg unNÜtMqr Oti tzen Majen L-N-Tolstoi Mr Mm,
Erbieten, ein zu bestimmendes Honorar zu erlegen. Auf diesew Brief an den Grasen erfolgte wiederum eine abschlägige Antwort von der Gräfin, in der sie nochmals betont, daß die Veranstaltung einer Schülerausgabe die IiUeressen ihrer Familie verletze. Gegen diesen Standpunkt ließe sich an und für sich nicht streiten, berat jeder Arbeiter, insbesondere aber der Schriftsteller, ift seines Lohnes wert. Nun ist aber zu beachten, das; Tolstoi seinerzeit seine Werke der Nation zur Verfügung gestellt hat: freilich hat er später fein gesamtes Vermögen an seine Familie übertragen! und er ist nun de jure besitzlos. Es ergibt sich nun das itojtfc stehende Bild: Graf L. N. Tolstoi paraphrasiert die Lehren Gau- tama Buddhas: er predigt die größte, an Selbswernichtung greir- zende Selbstlosigkeit; er geht barfuß einher und hüllt sich iit bäurische Gewänder. Tie Welt bestaunt diesen großen alten Mann, den Philosophen von Jasnaja Pvljana, unb die Zahl seiner Anhänger ist Legion. Währenddessen entwickelt die Gräfin Sofia Andrejewna ihren regen Geschäftssinn. Sie vertreibt mit Hilfe des Herrn Tschertkow die der Nation zur Verfügung gestelltes Werke ihres Gatten. Mai: weiß, daß die Bauern von Iasimja Paljana für die Gutsländereien die höchsten Pachten zahlen, daß sie von bjer Gräfin in jeder Weise geichröpft werden und daß diese Bauern zu den ärmsten und unwissendsten des Gouvernements gehören. Die Menschenliebe des Grafen L. N. Tolstoi, die über den ganzen Erdball wärmend strahlt, erreicht seine Bauern nicht — sie bleiben in Dunkel und Armut. Wenn man sich in diese iit keiner Weise zu vereinbarenden Gegensätze hineindenkt, braut gelangt man zu .der Ueberzeugung, daß der große Sittenlehrer der russischen Erde gleichzeitig auch ein großer Heuchler ist. Uebet seine Banüßclei und anderen Mummenschanz kann man als über eine der kleinen Eitelkeiten großer Männer lächeln — die sorgfältige Umgehung der eigenen Lehren in Fällen, bei denen es sich um eigene materielle Interessen einerseits und humanitäre Zwecke andererseits handelt, ift jedoch nicht zum Lachen. Derartige Tinge werfen einen tiefen Schatten auf die Gestalt des greisen Grafenl und sie rufen Gefühle wach, die mit Bitternis gemengt sind. Es ist nicht anzunehmen, daß Graf Tolstoi nicht weiß, was in seinem! Namen getan wird, er muß es wissen, und da ist cs dann um so schlimmer, daß er sich von seiner Gattin decken läßt. Ern 'Jjlamt von der hervorrageiwen Bedeutung Tolstois hat bestimmte Pflichteit der Nation gegenüber — ein Geiftesfürft muß ebenso repräsentieren^ wie tat Geburtsfürst er darf diese Pflicht nicht aus krämerhaittA S.edenkeg beiseütz sMebW."
Zweites Blatt
Nr. 181
Donnerstag 5. August 1909
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Gderheffen
In
tat) „Deutscher Humor" lesen wir nun rein zufällig das
fol-
Ob
be-
nicht denn ward nicht nicht
ein. Die Verminderung des Kinderverdienstes —> aufgehört hat er ja noch immer nicht: die Arbeiti zumeist nur eingeschränkt, nicht verboten — wurde- allzu sehr empfunden; der Ausfall war offenbar sonderlich groß; jedenfalls hat man ihn, von zweij
159. Jahrgang
Abessynien. Wie in Rom verlautet, Mben Eng« land, Frankreich und Italien für den Fall des Ablebens des Negus Menelik von Abessynien eine gemeinsame Aktion zur Wahrung ihrer Grenz-Interessen mit Abessynien vereinbart. Da das Abkommen nur bei einem Konflikt mit Meneliks Nachfolger praktische Bedeutung gewinnen könnte, so scheint man sich bereits jetzt über die Teilung der Interessensphäre in Abessynien selbst geeinigt zu haben.
Die Lage im fernsten Osten wird als recht ernst: betrachtet. Man befürchtet, daß Japan China zum Kriege provozieren werde. China, von Japan getrieben, drückt auch auf Rußland in der ostchinesischen Bahnfrage, so daß ernste diplomatische Schwierigkeiten befürchtet werden.
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Rotationsdruck und Verlag der Bröbl's'hen Universums - Buch- und Steü>
R. Lange, Gießen.
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Der Eucharistische Kongreß
aft, wie bereits kurz gemeldet, in ft'ötn eröffnet worden. ' wstern mittag fand von 11 Uhr an beim Kardinal-Legaten Iincenz Vminutelli ein Empfang statt. Durch die Kammer- ! erren Grafen von Galen und Baron Geyer von Schweppen- bürg wurden über 1000 Teilnehmer an dem Kongreß, : .irchenfürsten aus aller Herren Länder, Kardinale, Erz- liischäfe, Bischöfe, Aebte, Malteser-Ritter und Offiziere, die städtischen Behörden, Franendeputationen und Vertreter -'.ligiöser Vereine im Empfangssaal des erzbischöflichen Talais vorgestellt. Jir einem anderen Saal empfing Kar-
i Louie Rch ,-ndcrgcr Weg 91^
Ion:*ttbefter.
WUh. Ameu
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^&51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: Anzei gerGießen.
Matthias die Wirkungen des Kindcrschutzgesetzes üt Hessen. Das Gesetz ist jetzt mehr als fünf Jahre in Kraft. K>eine überreichliche Frist, aber immerhin lang genug, um zu prüfen, ob das Gesetz seinen Zweck zu erfüllen vermochte und ob die Bedenken, die man bei seiner Beratung und Verabschiedung anzumelden pflegte, durch die Erfahrungen der Praxis gerechtfertigt wurden. Matthias stützt sich bet seiner Arbeit auf die Sonderberichte der hessischen Gewerbe- aufiichtsbeamten und kommt aus diesem Grunde zu dem Ergebnis, daß das Gesetz, wenn es auch im allgemeinen zu viel differenziert und hier und da wieder verschieden! gelagerte Verhältnisse allzu einheitlich über einen Kämmt schert, im großen ganzen wohltätig gewirkt hat. Ungünstige Einflüsse auf die wirtschaftliche Lage und die Lebenshaltung der ärmeren Bevölkcrungsklassen traten
. dmal Fischer die ausländischen Kirchenfürsten. Nach- I mittags 41/2 Uhr wurde im Dome der Kongreß feierlich
1 'öffnet. Die Eröffnungsrede hielt Bischof Heylen von 1 amur als Präsident des ständigen Komitees, der den i weck der Eucharistischen Kongresse darlegte. Kardinal- regat Van nut ei li überbrachte die Grüße des Papstes und inünschte dem Kongreß einen guten Verlauf. Kardinal ,Mischer-Köln begrüßte die Kongreßteilnehmer als Oberhirt ter Kölner Erzdiözese und Oberbürgermeister Wallraf im binnen der Stadt Köln. Professor 2r. Esser von der Universität Bonn hielt dann den elften Vortrag über das herna: Eucharistie und Glauben. Landtagsabgeordneter ! )berlandeSgerichtsrat Marx sprach über „Das Bekenntnis j 'es Glaubens an die Eucharistie". Den fianzösischcn Vor- rag hielt Graf Pellier de Poncheville, der ehemalige deputierte von Balenciennes, über das Thema: Die Eucha- i'tie als Prinzip der Verbrüderung und Aufopferung.
Gedicht Peter Anzingers.
'S A l m v i e ch.
Benn Rentamt schick'» s' Zett'ln aus, Ten fenrma in ied's Bauernhaus, Da muaß'n s' nacha einiscbreiben: Wie viel baß f Viech auf b' Alma treiben. Da Nran' vom Bauern, Gattung, Zahl, — Fs auf ’n Zettel brückt jed'smal. — An Hans vo' Lahr, bei Traunftoa' brinn, 'Dem is die G'schicht net nach feil) Sinn;
Der brummt: Dees £on i’ vert scho' g'schrieben Und ’s is ja all’s beim Alt'n blieb’n!
Das mach i’ für ja: Da hockt a no’
Und fangt zum einikritz’ln 0’: .Hans Strobl, Danöbbauer vo' Lahr.
Tie „SiebenerFamklienblätter" werben dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, baS „Kreilblatt für den Kreil Sieben" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit» fragen" erscheinen monaliich zweimal.
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Ausnahmen abgesehen, zu ersetzen vermocht. Ungünstig gewirkt hat allein — zumal in den Städten — daS Verbot deS Austxagens von Backwerk vor dem Schulunterricht.. Tenn gewohnheitsgemäß erhielten viele Kinder außer demj Lohn morgens noch ein warmes Frühstück (Kaffee und Brot) und das ist jetzt weggefallen. Freilich hat dafiirs in mehreren Städten private und öffentliche Wohltätigkeit eingegriffen. Das nimmt Matthias zum Anlaß, zu; bemerken:
Ueberhaupt ift es erfreulich, wie feit dem Bestehen des Kinber- schutzgesetzes unb offenbar durch es angeregt, in weiteren Kreisen bas Verständnis für die Notwendigkeit der Kinderfürsorge zugenommen hat. Tie Erkenntnis, daß der gesetzliche Kürberschutz seine Ergänzung in der Fürsorge für die Kinder finden muß, offenbart sich vor allem in den Stabten burch Schaffung von Arbeits- anfiaiteit, Bestellung von Schulärzten, Einrichtung von Ferienkolonien usw. Die Erscheinung ist um so erfreulicher, als das große Publikum dem Kinderschutzgesetz indolent gegenüberftanb, unb als! die Arbeiterorganisationen bisher gleichfalls versagten. „Werat auch diese Korporationen die nach 8 135 der Gewerbeordnung verbotene Kinderarbeit in Fabriken usw. scharf verfolgen, so scheinen ihnen die Bestimmungen des Kinderschutzgefetzes, die manchen Erwachsenen mehr Anteil an gewerblicher Arbeit liefern unb beshalb bes Wohlwollens ber Arbeiterorganisationen sicher sein sollten, nicht immer genehm zu sein. Vermutlich hat die Untätigkeit ber Organisationen ihren Grunb barin, baß die Bestimmungen bes Gesetzes vorerst mancher Arbeiterfamilie UnannebmliCofeiten und Gelbopfer auserlcgen." So erklärt sich ein Berichterstatter diese Erscheinung, die jedenfalls zu denken gibt. Aber auch ohne diese Mithilfe, die man wohl hätte erwarten dürfen, sprechen die er-
Ausland.
Kroaten und Italiener. Im Hafen von Ra- gusa kam cs zwischen 400 kroatischen Geistlichen, die am dortigen Eucharistischen Kongreß teilnahmen, und Italienern zu einem heftigen Zusammenstoß. Die Gegner bewarfen einander mit Kohlen und Steinen. Durch das Einschreiten der Polizei wurde die Ruhe wieder hergestellt.
Der Fürst der schwarzen Berge will König werden. Ter kroatischen Korrespondenz zufolge beabsichtigt der Fürst von Montenegro, int nächsten Jahre anläßlich seines 50jährigen Regierungsjubiläums das Fürstentum Montenegro zum Königreich zu proklamieren. Montenegro hat 9080 qkm und 250 000 Einwohner.
Tas englische Oberhaus hat den Gesetzentwurf über die südafrikanische Union in dritter Lesung einstimmig angenommen.
Für den Besuch des Zaren in Konstantinopel wird das Schloß Beterbei hergerichtet. Man bezweifelt jedoch, daß der Zar das Land betreten wird und glaubt, daß die Begrüßung zwischen dem Zaren und dem Sultan auf den beiden Jachten stattfinden wird.
Aus Spanien.
In Barcelona ist die verflossene Nacht ruhig verlaufen. Die ■-'rbett ist in vollem Umfange ausgenommen worden. Die Bahn- r-rbinbung zwischen Saragossa unb Barcelona wurde wieder ratf- c rammen. Bomet hat in Sabadell gegen 100 Gefangene gemacht.
Gusa bc la Selva haben die Revolutionäre feinen Wider- httb geleistet. Die Zivilgarben konnten bas Rathaus besetzen, kkrhaftungcn sind nicht Dor;cnommen worden. Eine Privat- T^tbung aus Barcelona bestätigt, daß die Ruhe gnhält. Die Behörden behaupten, baß die Unruhen einzig unb allein bas Werk k r Anarchisten gewesen sind, die durch die Zerstörung zahlreicher fLüfter unb Kirchen bewiesen werden. Besonders bedauert wirb
Brandlegung der Bibliothek der christlichen Schulen, welche ' > OOO Bänd? enthielt, sowie die Zerstörung des wissenschaftlichen fiaiseums. Diese Schäden sind unersetzlich. Ueber die Zahl Her Opfer, die die Unruhen in Barcelona gefordert haben, ift IlMlich noch nichts oder nur halbwahres veröffentlicht worden. ! ad) ziemlich sicheren Schätzungen sollen 2000 Personen in ben Etrafcn gefallen unb 300 hingerichtet worben fein, während ::iea 150 ihr Todesurteil crioartcn. Weite Stadtteile sind durch
Artilleriegefccht vom 1. August in Schutt verwandelt. Der cchabeu wird auf vjele Millionen Franks geschätzt. Ueber die paje in.Marollo wird heute folgendes gemeldet: Wie aus Fez um 1. August berichtet wird, harten die scherifischen Truppen
Aus Stadt und Land.
Gießen, 5. August 1909.
Fünf Fahre Kinderschuh.
der „Soz. Praxis" untersucht Krcisamtmann!
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Deutsches Reich.
Der Bundesrat hat beschlossen, die Ueber- gangsabgabe von Bieren, die in die norddeutsche Brausteuergemeinschaft aus Bayern, Württemberg, Baden und Elsaß-Lothringen eingeführt werden, mit Wirkung vom 1. August auf 5 Mark für den Hektoliter festznsetzen.
E u l e n b u rg. Den Berliner Morgenblättern ; ifalge ist der Zustand des Fürsten Eulenburg derart, daß 1 nicht in der Lage ist, irgend eine Reise zu machen. Er liegt seit einiger Zeit dauernd zu Bett.
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SeOi.ch<erO"' soM
politische Tagesschau.
Ein deutsch-ruffischer Grenzkonflikt.
Tie Dörsenzeitung meldet aus sicherer Quelle, daß zwischen Rußland und Teulschland ein Heiner Grenzkonflik. icr/.uebt. Zwischen Soldaten der russischen Grenzwache und einem deutschen Grenzjäger tam es zu einem Zusammen- iloß auf deutschem Gebiet, wobei der russische Soldat den deutschen für einen Schmuggler hielt und ihn ent- uaffnete. Tie deutsche Regierung hat durch ihren Ber- reter in Petersburg den Vorfall zur Kenntnis der russi- d>cn Regierung gebracht und gleichzeitig vorgeschlagen, den fall dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. Dieser Vorschlag I?at aber in Petersburg reine günstige Aufnahme gefunden. — Gibt es denn kern Mittel, den fortwährenden ^enzverletzungen durch russische Soldaten ein Ende zu 1 lachen?
tmÄchench — <elterslvr«k
Sirte, Flaslheniie iorou Aanüllkrr SSSSs!
kleines Kenilleton.
— Au ck ein ,,D ichte r". Jü der Kunst unserer Heimat findet sich folgeitbes von Josef Hummel in Maiirz »erfaßte Gedicht:
Viehzählung.
De Hannes hot en Zettel krieht
Druff soll er schreiwe, tudeswitt, Gmau die Anzahl vun seim Vieh Wieviel an Ock)se, Säu un Kuh. Seit vorgem Jahr, wo er schun roiß> Denselwe Wisch chot ausgefüllt Is nit verannert der Bestand Drum schreibt er änfach, korzerhand: Johannes Kaspar Stadewar
Das nämlich Vieh, wie vorig Jahr.
In einer vor mehreren Jahren erschienenen Samm-
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tnpmnden" hat.
*
— Neue Best immun gen über die deutschen Ge-> pBfläN SiXfi-r e. Aer „ReiMrarzerger" veröfienchicht eüiyi
auf dem Zuge durch Sebu einen Kampf mit den Truppen hes R 0 g h i zu bestehen. Die Rebellen wurden zurückgeschlagen. Mehrere abgeichnittene Köpfe der Rebellen sind in Babmahrums ausgestellt worden. Eincm Telegramm aus Melilla zufolge, ist es den Kabhlen gelungen, fine spanische Abteilung zu überrumpeln, wobei mehrere Ofiiziere tötet und verwundet wurden, ebenfalls Soldaten. Einer ander Meldung zufolge hanbett es sich um eine Kriegslast der Kabylen, welche teilweise gelang. Sie schickten einen Eingeboremm vor, der in das Lager der Spanier cinbringen •fOlItc. Während die sprainchen Soldaten diesen anhielten, feuerten die Kabylen aus einem Hinterhalt gegen den spanischen Poften.
Kreta.
In eingcweihten politischen Kreisen wird die Kretafrage noch immer als sehr ernst angesehen. Wie behauptet wird, hat das jungtürkische Komitee beschlossen, daß für den Fall, daß den Regierungen innerhalb 8 Tagen vom letzten Samstag an gerechnet, an welchem Tage ein Meeting stattgefunden hat, feine befriedigende Lösung der kretischen Frage gelingen sollte, die Armee mobil gemacht werden müßte, um in Thessalien einzufallen. Im übrigen beftäiigt es sich, daß die Pforte durch ihren Gesandten in Athen die griechische Regierung ersuchen ließ, nicht nur die griechischen Offiziere aus Kreta zurückzuberufen, sondern auck) ihren Verzicht auf jegliche Einmischung in die inneren Angelegenheiten der,Insel auszusprechen. Der griechische Gesandte hatte gestern mit dem Minister des Aeußern eine Unterredung über diese Punkte, wobei er den Standpunkt vertreten haben^ soll, daß die Entsendung der griechischen Offiziere nach Kreta auf den Wunsch der Schuhmächte erfolgte, daher diese für die Lösung der Frage zuständig seien. — Recht eigentümlich ist das Verhalten der Nowoje Wremja. Das russische Blatt erklärt., daß von Deutschland die Griechen zu Herausforderungen gegen die Türkei aufge- stachelt würden. Tiefe Behauptung wird in Konstantinopel wie in Athen eines unbedingten Heiterleitserfolges sicher sein, aber man sieht wieder einmal', wie gehetzt wird.
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Das nämli Viech roi a vorig's Jahr, beide auf dieselbe Quelle zurückgehen, ist uns nicht trat unb auch bie Leitung ber Kunst ber Heimat wirb bas tfrt wissen. Herr Josef Hummel in Mainz aber wirb wohl Auskunft barüber geben können, wem er sein Poem „nach-
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