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Friedrich Bechtel, 82 Jahre tit, in Brooklyn, Katt- Thum. geb. Meyerhöffer, 52 Jahre alt, in Erre, Peter Wagner, 72 Jahre alt, aus Nied er--Weidend ach, in Süd- Pittsourg, Hermann Greenbaum, 62 Jahre alt, aus einem Ort bei Offenbach, in Chicago.
-l. Ortenberg, 23. De;. Die Frage über Errichtung einer Tierarzt st eile in unserer Gegend hat dadurch ihre Lchung gefunden, daß der Tierarzt hier stationiert wird. Tie Stadt gibt hierzu 600 Mk., wahrend die umliegenden Orte ebenfalls 600 Mk. aufbringen müssen. Auch Gebern hatte sich um die Erlangung der Tierarztes stark bemüht.
W o r m s, 22. Dez. Die Witwe Scheidt aus Worms, die wegen Ermordung des Lehrers Kruger in UntersuckmnFs- Haft war, ist in der vergangenen Nacht int Provinzial^ arresthaus am Herzschlag gestorben.
Frankfurt a M., 23. Dez. Der Neub au der Turngesellschaft Niederrad an der Goldsteinstraßc ist beute vormittag zusammengebrochen. Das Gebäude war im Rohbau vollendet. Die Dacl-konstruktion bestand aus Beton. Als die Sprießen entfernt wurden, brach das Gewölbe. Anscheinend war der Beton infolge des Frostes nicht getrocknet. Der Materialschaden ist groß, dagegen wurde kein Arbeiter verletzt.
Landwirtschaft.
•• Hessische Pferdezucht. Ein großer Teil der in Hessen gezogenen Fohlen, und nicht gerade der schlechteste Teil, wird leider durch Ankauf durch Händler und Weiterverkauf nach Orten außerhalb Hessens der heimischen Pferdezucht entzogen. Auch viele großjährige gute Stuten gehen so der hessischen Pferdezucht verloren. Um nun den pserdezüchtenden Landwirten Gc- legenheit zu geben, ihre Fohlen, die sie selbst nicht behalten können, zu verkaufen, die Tiere jedoch gleichzeitig der hessischen Pferdezucht zu erhalten, um weiterhin überhaupt den direkten Verkehr zwischen pserdezüchtenden und kaufenden Landwirten und Käusern anderer Berufsstände anzubahnen und zu vermitteln, beabsichtigt die Land- wirtsclzaftskammcr für das Großherzoglum Hessen Ende Februar erstmalig in Darmstadt eine Versteigerung von Pferden und Fohlen, die im Besitze hessischer Landwirte sind. Nicht zugelassen zu der Versteigerung werden Händlerpferde, denn die Veranstaltung soll in erster Linie der Verwertung der selbst- gezogenen Fohlen, sowie der in der Wirtschaft entbehrlichen Arbeitspferde, Wallaclre, wie Stuten dienen. Erster Grundsatz für die Versteigerung ist Reellität. Die angemeldeten Tiere werden daher bei dem Austriebe tierärztlich untersucht, wobei etwaige mit ansteckenden Krankheiten behaftete oder solcher Krankheiten verdächtigen Tiere zurückgewiesen werden. Die Pserdebesitzer müssen außerdem schon bei der Anmeldung ettvaige, ihnen bekannte Fehler ihrer Tiere angeben. Es soll eben auch der nicht im Pserdchandel erfahrene Landwirt und^Käufer aus anderen Derussständen Gelegenheit haben, ohne Schaden seines ^Geldbeutels seinen Pferdebedarf decken zu können. Alle Interessenten seien aus diese vorteilhafte Gelegenheit zum Pserde-An- und Verkauf aufmerksam gemacht. Programme, Verstcigerungsbediugun- gen und Anmeldeformulare sind durch die LairdWirtschaftskammer Darmstadt erhältlich. _
GericbtKsaal.
w. WaldsHut, 23. Dez. Nack dreitägiger Verhandlung Wurden in dem Prozeß wegen des Rheiuselber Streik- krawalls am 13. August a. c. 20 Angeklagte zu sechs Wochen bis zu einem Jahr ein Monat Gefängnis verurteilt: einl Angeklagter wurde freigesprochen.
w. Müncken, 23. Dez. Am Prozetz wegen des angeblichen Fleisch ex trakts „Puro" wurde der Angeklagte, Dc. Säwll, wegen fortgesetzte» Vergehens des Betruges zu einem Monat Gefängnis und 3000 ?Nark Geldstrafe verurteilt.
Landau, 23. Dez. Die Strafkammer verurteilte den
Dem Händler Sigmund Mayer nxrgen mutmaßlicher Beseitigung von 35 000 Litern gerichtlich beschlagnahmten Weines. >ie durch 2n.be hrat der Fässer gewonnen wurde, zu sechs Mo- naten Gefängnis.
vermischter.
• Ein Hubsches Ne b c nb a hn g escki chtchen ist, in einem Eingesandt der Sveierer Zeitung vom 18. d. M. zu lesen. ES heißt da: Ter um 1,12 Uhr von Speier fällige Zug hatte am Tienstag, dem 14. ds. aut der Station Schwegenheim in entern Seitengleis einen Wagen a£geftcIU und erhielt vvm Zugführer Signal zum Vorzielten, um einen weiteren Wagen aus- nehmen zu können. Jedenfalls hr der Annahme, der Zug ici fertig, sah her Lokomotivführer das gegebene Zeichen als Abfahrtssignal an, fuhr vor, ohne jedoch wieder xurückzufahren, das heißt,, er dampfte ohne weiteres aus dem Bahnhof und ließ den verblüfften Zugführer zurück. Tiefer pfiff mit vollen Backen Haltsignal und auch der Herr Stationsvorsteher griff nach seinem großen Nebelhorn und tutete, daß die Mauern von Jericho hatten weichen müssen, aber swlz und unbekümmert um das Schicksal seines Zug- meistrrs verließ der Zug die Station. Inzwischen hat der Herr Stationschef die nächste Station Weingarten verüändigt, und wes tat der Lokomotivführer? Kurz entfckii-offen, läßt er die Maschine abhängen und sährt mit Eilzugsgefchwinbigkeit zurück nach Schwegenheim, labet den Herrn Zugmeister auf seine Maschine und wieder beginnt die tolle Fahrt und zwar nach Weingarten, um die geduldig warteirden Reisenden ihrem Ziel näher zu bringen. So heiter das Vorkommnis sich anhören mag, für die die Gauzüge täglich bemc&cnbcn Reisenden sind derartige Zwischenfälle höchst unangenehm, da sie immer Zugvc.rspätungen im Gefolge haben und Anschlüsse in Speier und Neustadt in Frage steilen. Wenn schon im vorliegenden Falle es zuin mindesten uuracständlich erscheint, wie der Lolömotwsührer das Haltsignal überhören konnte und dies dann Veranlassung zu Verspätung gab, so sind wir der Ansicht, daß man im allgemeinen dem Laus der Züge größere Beaclüung schmken sollte, damit tägliche Verspätungen unterbleiben. Es ist doch wahrlich kein Vergnügen bei dieser Witterung nach Lingenfeld gehen «t müssen, um den Zug zu erreichen, mit dem man zur vorgeschriebenen Zeit an der Arbeitsstätte angelangt sein muß. wenn man einen Zug am £rt vorbei fahren hat, der bei planmäßigem Verkehren den Ileber- gang auf den Zug 7,40 Uhr ab Speier ermöglicht. Lder wäre es nicht bei einigem guten Willen einzurichten, daß man den scknenen gleichen lieber gang in Speier benützen dürfte ? — Ein anderes Kleinbahn-Idyll wird aus dem Jagsttal gemeldet: Ein reizendes Geschichtcken leistete sich das Privatbähuchen Möckmühl^Terzbach. Dort ist seit firner Zeit cm neuer -Schaffner engagiert namens Vogel. Also: der Zug saust dahin, Richttmg Möckmühl. Man befindet sich zwischen Krautheim und Gommersdorf. Ter Schaffner kontrolliert Billette, man Lmmit in Gommersdorf an, der Zug hält, soll wieder abs'ahrcn, aber der Vogel pseist nicht, fein Signal ertönt, er wird vermißt. Allgemeine Bestürzung. Taß eine Bahn ihren Schassner verliert, ist ein seltener Fall. Und so wars. Vogel war laut „B. B." zum Wagen herausgefaUen, aber bei dem rasenden Tempo in welchem der Zug dahinfauste, glitt er so sanft zu Boden, daß er feinen Schaden nahm. Er erhob sich von der Mutter Erde und lief zurück nach Krautheim. ')Zun kann aber eine Bahn ohne Schassner nicht wohl fahren, also spannte man den Gaul aus und fuhr zurück nach Krautheim. Wie groß war Vogels Freude, als er sein herziges Lovomotivck>en wieder sah! Als die erste Freude des Wiedersehens vorüber war, ftieg er auf und nun ginas wie der Sausewiub mit dem verlorenen, wiebergefunbeneu Schafsuer weiter. Tie Verspätung nahm niemand so übel, denn erstens pressierte es sowieso nicht, und zweitens batte man ja den Vogel wieder ganz und das war die Hauptsache. '
Handel.
Leipzig, 23. Dez. Heute wurde hier durch Vereinigung der Verkaufsvereine Halle und LeiMa das mitteldeutsche Braunko Hleu-Slynbikat trat dem Sitz zu Leipzig begründet. _____________________________
Märkte.
fc. Wiesbaden, 28. Tez. Heu- unb Dtrohmarkt. Angefahren waren 3 Wagen mit Heu unb Stroh. Man notierte: peu U0.00 bt5 00.00 Mk., Stroh (Richl'lroh) 6.20-7.00 Mk. Fruchtmarkt. Hafer 16.00—16.50 Alk. Alles per 100 Kilo.
Eingesandt.
(Für Form unb Inhalt aller unter die,er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Elektrische.
Eine Haltesteste liegt emlnni
An der Wollstraß' in Friedhofs Näh'.
Eie schaudert: in ihren» Trecke
Verbukt man peu ä pea.
Mir ist, als ob ich die Hände Zum Stadlvorstand heben wollt', Bittend, daß er ste rlnftern
Cher zementieren sollt'. L. L.
Vöchentl. Ueberficbt öer Todesfälle l ö. Staöt Hieben.
51. l'öocke. Boni 12. dis 1H Dezember 1909.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 31 100 linkt. 1600 l'lann 'Militär) Slerblichkellszisser: 11,70 elw, nach Abzug von 4 Ortsfremden: 5,0 Vor.
Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: tnt vom
1. Lebensjahr: 2.—16. Jahr
Tuberkulose 1 — — 1
Herzfehler toallenblaieneilcrung
KD 1 <1)
1 (1)
1 (!)
—
—
Nierenentzündung
1(D
1(1)
—
—
Altersfckwäche
Eoidcniifche Kinder-
2
2
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1 (1)
——
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Summe 7 (4)
5(3)
—
2(1)
Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreuenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.
Allgemeine Wetterlage heute morgen 8 Uhr. TaS westliche Tiefdruckgebiet ist ostwärts nach Südnorwegen gezogen. Bei füb- westlichem Winde herrscht anhaltend regnerisches Welter, doch ist es bereits mich in Mitleldeulichtand etwas kalter geworden. 'Auch über Westeuropa haben westliche Winde wieder Abkühlung gebracht. Teinschland gelangt jetzt auf die Westfeile der abzieheuden Zyklone, wobei vorübergehend Bewölkung und Temperatur ab- nehnieu; doch folgen neue Zyklonen nach (westlich Irland).
Sckneebericht: Kein Schnee im Gebirge.
Wetlerausstchten in.Hessen am Samstag dem 24. Dezember 1909: Vorübergehend Bewölkung und Temperatur abnehmend, daun wieder starkwindig mit Niederschlägen, in den Regen Schnee. Unbeständig.
Original-Drahttneldungen.
Die Demission be8 griechischen zkriegSmmifterS.
Athen, 24. Dez. Der Kriegs Minister gab seine Entlassung. Die Spannung U.eß damit etwas nach.
*
St. Louis, 23. Dez. Durch eineGaserplvston wurden in einem Kohlenbergwerk bei Herring k (Illinois) gegen 50 Bergleute verschüttet. Bis jetzt wurden neun Leichen geborgen.
Barcelona, 24. DtzV. In ganz Spanien herrscht cm heftiges Unwetter. Telegraphen- unb Telephonleitungen sind zerstört unb mehrere Eisenbahnlinien unterbrochen.
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