Erstes Blatt
Donnerstag 3. August 1909
Tante
ien:
bi* oonnma^v'u'l" Rotafionsbrud und Verlag derBrühl'schen Univ.-Buch- unb Skinbrudcrei H. Lange.
kaiserlichen Besuche beweise, daß die englisch-russischen Be! Universität auf einer größeren geologischen Studienreise zreyungen mit den besten Beziehungen mit Deutsch-! durch den Schweizer Iura und die Schweizer Alpen. Die
meines
** Gießener Sind e n t e n auf einer Studien
gen! reise. Zurzeit befindet sich eine stattliche Anzahl Stu- : de.r l dierender der Geologie und Mineralogie von der Hiesigen
159. Jahrgang
leisekörbe
i grösster Auswahl
empfiehlt a
Iwig KohleriMM lewh Strasse 13
Amtsgericht Hungen und den Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Mainz Karl Hartmann zum Aktuar bei dem Amtsgericht Groß-Umstadt ernannt. Ernannt wurden der Aktuariatsafsistent Karl Roth in Osthofen zum Äktua- rialSassistenten bei dem Amtsgericht Mainz, der Gerichtsschreibergehilfe H. Weil in Rieder-Olm zum Aktuariats- assistenten bei dem Amtsgericht Worms und der Gcrichts- fchreibergehtlfe Will). Hermann in Osthofen zum Ak- tuariatsafsistenten bei dem Amtsgericht Osthofen.
<**
Herzog gericht
Exkursion wird unter Führung der Herren Prof. Dr. Kaiser und Tr. Meyer und mit finanzieller Unterstützung diirch das mineralogisch-geologische Institut unternommen.
Hebaftion, Expedition unb Druckerei: Zchulftrahe 7. A^^enieck^H^Äck.
Nr. 181
Ter Lietzener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. - Beilagen: -.nerinal wöchentlich SietzenerZamrliendlälter; zweimal wöcheitkl.Xreir- blatlfürdenXreis Gießen (TienSlng undFreiiaqt; zweimal monatl. Land« wirtschaftliche öcitfragen secrnsprech - Anschlüsse r für die Redaktion 112, Kerlag u. Expedition 61 Adresse für Tepeichenr
Auzetger Gießen.
Annahme von Anzeigen
l'L:?
mpsicblt billigst ► B. Häuser 156 9!obbcimer <-
3|. deutscher tzaurbesitzertag.
S. u. H. Magdeburg, 4. Aug.
Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung von Vertretern aller städtischen Haus- unb Grund befitzervereme Deutschlands trat heute int Festsaale des Fürstenhofes der Zentralverband der städtischen Haus- und Grundbefitzervereine Deutschlands zu seiner 31. Hauptversammlung zusammen. Die staatlichen und städtischen Behörden haben Vertreter entsandt. — Der Vorsitzende des Zentral' oerbandes Justizrat Baumert (Spandau- eröffnete die Tagung mit einer Begrüßung der Ehrengäste und Delegierten. Magdc bürg sei die Leidensstadt aus dem 30 jährigen Kriege, als man versuchte, religiöse Fragen mit dem Schwerte zu lösen. Auch jetzt sei eine große Partei an der Arbeit, geistige Fragen mit einem unerhörten Terrorismus, mit einer EmslMchterung der Bevölkerung zu lösen. Glücklicherweise stehe heute ein mächtiger Kaiser an der Spitze des Reicl>es, der ein geivaltiges Heer an der Seite habe. Redner schloß mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser. Das erste Referat erstattete Rechtsanwalt Kohlmann >Dresden, über die „kommunale Bodenpolitik mit besonderer Berücksichtigung der städtischen Wohmlngsordnungen und ihrer Wirkungen". Redner wandte sich vor allem gegen die Wertzuwach-ssteuer, die von finanziellen Gesichtspunkten aus diktiert werde, die aber nach der Ansicht hervorragender Nationale ionomen ein durchaus untaugliches Mittel bffrftcüe, die Frage der Bodenpolitik zu lösen und die Wohnungspreise l-erabzudrücken. Auch ein so tüclpiger Boden reformer wie Mewes habe erklärt, daß eher eine Bodenverteuerung als eine Ermäßigung der Wohnungspreise durch die Steuer erzielt werden würde. Wenn die Ideen eines Bodenreformers wie Mangold verwirklicht würden, so wäre das der erste Schritt zum Kommunal-Sozialismus. Der Bau von Mietwohnungen durch die Kommunen ist als unlauterer Wettbewerb zu verwerfen. Die Wohnungsordnungen und die aus Grund dieser ergangenen Berichte der Woynungsinsvektion ergaben, daß die Wohnungsverhältnisfc im allgemeinen günstige sind. Wo die Wohnungen Mängel zeigten, war das überwiegend Schuld der Mieter, nicht der Hausbesitzer. Auf dem Wege der Wohnungsordnung könnten die Städte Boden - und Wohnungspolitik treiben, jedes weitere Vorgehen der Kommunen, namentlich der Bodenbeschaffung würde zu unhaltbaren Zuständen führen. — Nach einer lebhaften Debatte sprach Rechtsanwalt Ber (Berlin» über die Stellung des befreiten Vorerben in der Verfügung über ein Grundstück. Die Versammlung nahm eine Resolution an, in der die Aenderung des gesetzlichen Zustandes verlangt wird, wonach testamentarische Bestimmungen bezüglich ber Befreiung des Vorerben von allen Einschränkungen und Ver Pflichtungen durch die Judikatur einfach umgestoßen werden. — Das folgende Thema „Moderne Städtc-Be- und Entwässerung" behandelte Architekt Loeper (Magdeburg). Redner gab einen Rückblick .auf die Entwickelung der Kanalisations- und Abfuhr- ernrichtungen der Städte, die in der sinkenden Zahl der Sterbefälle zum Ausdruck komme. .Tie Riestlselder seien kein Allheilmittel und auch die Wasserentnahme aus Flüssen sei nach Pettenkofers These von der Selbstreinigung der Flüsse nicht zu verwerfen. Bezüglich der Abfuhr ber Asche unb des Mülls empfahl ber Redner das Verfahren, wobei bi? Abfallstoffe bereits in ber Wohnung in einem eisernen Eimer gesammelt und dann die vollen Eimer auf einem Leiterwagen gesammelt werden sollen. Dadurch würde Staub, schlechter Geruch usw. vermieden. — Zum Schlüsse legte Humar (Ddünchen ber Tagung einen Antrag vor, ber sich auf bie Organisation des Wohnungsnachweises innerhalb ber einzelnen Verbands- pereine und bie Notwendigkeit zur Schaffung einer Zentralstelle für bat Wohnungsnachweis durch den Zentralverband be-og. — Der Antrag wurde dem Vorstände überwiesen, worauf bie Ver- hanbluitgcn auf morgen vertagt wurden.
Rns Stadt und Land.
Gießen, 5. August 1909.
Gerichtspersonalien. S. K. H. der Groß- hahen den Aktuariatsassistenten bei dem Antts- WormS, Ioh. Weitzel, zum Aktuar bei dem
! •Wtofit!
D. 4.90'a „versendet ab iir iler liadjnabmc Ludwin M । let^erianHW U iin der ‘Sc-teir
,/fcilM
-itundAvvetibm'
.nbeu durch ben'
L.WWB
be Flmcke 'M » este Beweis erkennungen vo° t . Abnehmer. Bw ü genau darar , baf lebe c Firma verleben n cmattia-Trogci Carl Lcibcl
Cowes, 4. Aug. Außer den beiden Monarchen nahmen mch die Kaiserin von Rußland sowie das Prinzenpaar von Luckes an dem Besuch in Osoorne teil. Tie russischen Itajeftäten nahmen bei den vrinzlich Walesschen Herr- 'pytften den Tee. Die Rückkehr erfolgte gegen 6 Uhr abends, iaiser Nikolaus hat für das morgige Wettsiegen einen Pokal jestiftet. i
London, 4. Aug. Zar Nikolaus ist bemüht, in Eng- kud das Mißtrauen zu zerstreuen, daS ihm von der dortigen 3eoölkerung entgegengebracht wird. Er bat an Bord seiner pacht einen Erlaß un'terzeicynet, nach dem mehrere hundert tolitische Verbrecher in Rußland begnadigt worden sind, töte Sicherheitspolizei hat alle Vorsichtsmaßregeln getroffen, tin stie Ankunft des Zaren unb der Zarin auf dem Lust- chloß von Osborne zu schützen. 200 britische Polizisten sind cker dem Schloß versammelt worden.
Cowes, 4. Aug. Der russische Vtinister des Aeußern Zswolsky gewährte dem Vertreter des Reuterschen Bu Laus eine Unterredung, in der er die große Genugtuung tctonte, die Kaiser Nikolaus über den ihm und der Kaiserin gebotenen Empfang empfindet. Der Minister fügte lnnzu, zwischen den beiden Ländern ausgezeichn ,fe Beziehungen ^stehen. Tiefe Beziehungen hätten keine Spitze gec jixgenb einen anderen Staat. Tie. Reihenfolge
v* ,a (S4*)2tig MW
MIM °° chl-n-
t a n t) sowie jedem anderen Lande durchaus vereinbar seien. Wir sehen, fuhr der Minister fort, unseren Weg auf ein ferneres enges Verständnis gerichtet und wir erkennen leinen Grund zu einer Meinungsverschiedenheit. Ueber die zufriedenstellenden Ergebnisse des Uebereinkommens betr. Persien sagte der Minister, daß dies Uebereinkommen nunmehr auch auf andere politische Fragen Anwendung finden werde, die sich ergeben rönnen. Wir haben den innigsten Wunsch zur Festigung des neuen Regimes in ber Türkei beizutragen und tbic Beruhigung der Lage im nahen Osten zu fördern. Hinsichtlich Kretas sind die vier Schutzmächte übereingekommen, den Statusguo und die, Hoheitsrechie der Pforte aufrechtzuerhalten. Wir hoffen, daß nichts geschehen wird, was diese Grenzlinien überschreitet. Die jüngste Krisis in Bosnien ist glücklich in friedlichem Sinne überwunden worden, unb solange keine europäische Macht irgend ein besonderes Streben auf diesem Gebiete an den Tag legt, besieht ganz unb gar fein Grund, zu glauben, daß Verwickelungen entstellen können. Auf jeden Fall, wenn Wirren zutage treten sollten, werden England und Rußland ihren Einfluß immer in demselben Sinne ausübcn, nämlich für die Aufrechterhaltung des Statusguo.
ad Neuenat
“SÄ'**!
»SS
England und Nutz'anv.
Zar Nikolaus hat nun auch eine Begegnung mit König Eduard gehabt, die sich in denselben Grenzen bewegte, wie die Zusammenkunft mit dem französischen Oberhaupt. Die Entrevue mit dem König von England spielte sich gleichfalls zu Wasser ab und gipfelte in den Trinksprüchen, die an Bord der englischen Königsjacht „Viktoria and- Albert" gehalten wurden. Diese Toaste sind in mannigfacher Hinsicht recht bemerkenswert. König Eduard machte seinen Gast Darauf aufmerksam, daß er ihm die mächtigste und größte Flotte aezeigt habe, die jemals versammelt gewesen sei unb gab der Ucbcrzeugung Ausdruck, daß der Zar diese schiffe niemals als ein Symbol des Krieges betrachten ioerbe, sondern im Gegenteil als ein Mittel zum Schutz der lüften unb des Handels und vor allem zur Wahrung der Interessen des Friedens. In seiner Antwort erwiderte Kais« Nikolaus, die prächtige Parade, die er gesehen, läge voll Zeugnis ab für Englands Größe. Der großartige Anblick ber englischen Flotte habe einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht.
Es ist nicht gerade zartfühlend gewesen, daß König (ftruarb den Zaren an bie Vorgänge erinnerte, durch welche die russische Flotte vernichtet worden ist. Wahrscheinlich wollte König Eduard dem russischen Monarchen die Bedeutung eines guten Einvernehmens zwischen beiden Ländern durch seinen Hinweis auf die englische Flottenmacht besonders deutlich vor Augen führen. Denn gerade die überseeischen Interessen der beiden Länder erheischen eine ansehnliche Flotte, so daß also England unter Umständen Yen Russen recht unangenehm werden kann, wenn sie ihm bei ber Durchführung seiner Pläne Schwierigkeiten bereiten.
Weiter ist interessant, baß König Eduarb den Besuch einiger Vertreter ber Duma in England erwähnte und daß ; ber Zar wohl ober übel gleichfalls hierauf Bezug nahm. Offenbar bezweckte der König mit dem unmotivierten Hinein- I ziehen der russischen Abgeordneten, auf die Fortschritte iiiiv . iirocifen, die Rußland durch Einführung der Verfassung g-macht hat. Er dachte aber gewiß nicht daran, daß bie ^ahrt ber Dumamitglieder gegen ben Willen der russi- » schen Regierung erfolgt ist. Es kann auch dem Zaren nicht Tngenehm gewesen sein, seinerseits von der Duma zu sprechen, deren Zusammensetzung absolut nicht nach seinem •’fiijmacf ist. Vermutlich sollte auch derjenige Teil des eng- linken Voltes, der den russischen Monarchen mit nichts ■ rrniger als freudigen Gefühlen begrüßt, darauf aufmerksam ■ ccmachl werden, daß der ;>ar die beste Absicht hat, gleich- falls konstituiionell zu regieren.
■ Der König mag in seiner Erwägung von den besten »Absichten ausgegangen sein, das englische Volk aber wird | es niemals vergessen, daß während der Revolution in Ruß- land Tausende und Abertausende hinaeschlachtet worden sind, oll einer wirklichen Annäherung beider Völker wird es Wiiiemals kommen, das haben auch die mannigfachen Pro- -.eite im englischen Parlament, in Volksversammlungen usw. KAY Genüge gezeigt. Kaiser Nikolaus weiß daS recht gut, und
® hol es aus diesem Grunde vorgezogen, die britische Insel selbst nicht zu betreten, genau wie er diesmal französischen Hoden gemieden hat. Denn auch dort hätte man ihm - innen allzu freundlichen Empfang bereitet.
i Als seinerzeit die rufsisch-englische Entente zustande kam, Cl-mbte man ienseils des Kanals, auf der einen Seite mit jjilfe Rußlands, auf der andern unterstützt durch Frant- reich, Deutschland isolieren zu können. Im Laufe der Jahre bot sich aber gezeigt, baß Tentschlanb nicht mit scheelen Mgen auf diese Freundschaft zu sehen braucht, weil eben - Heine Momente eingetreten sino, die ein wirkliches engeres Einvernehmen zwischen England und Rußland gezeitigt ■haben. Ernstliche Einkreisungsversuche, die Deutschlands k'^Licherheit bedrohen könnten, sind niemals unternommen Korden, so daß wir uns auch über gute Beziehungen Englands zu Rußland nicht aufregen werden. Deshalb ist die ßanze Reise des Zaren, sowohl der Aufenthalt in Eherbourg, wie auch der in Cowes, nicht geeignet, politische Besorgnisse äu erregen. Diese Ansicht vertritt auch die namhafte Presse, üe eS mit Freuden begrüßt, daß die verschiedenen Besuche tss Kaisers nur dazu dienen sollen, den Frieden zu fördern.
Wenn der Zar, woran nicht zu zweifeln ist, mit dem gleichen Zweck pen König von Italien und den Sultan )snnächst aufsuchen will, so wird jedermann auch diesen ;ö^smnmenfünften mit der größten Ruhe entgegensehen. Rußland will ben Frieben, weil cs ihn nötig hat unb Eng- Mib will nach den Versicherungen feines Monarchen seine Zlotte gleichfalls nur in ben Dienst bes Friebens stellen.
** Die neuen Steuern. Vom Vogelsberg schreibt man uns: Als ich gestern abenb zur Schmiebe ging, ba zog mir ein Zunbergeruch entgegen, wie ich ihn |cit meiner Kindheit nicht mehr empfunden habe. Der alte Schmiede Andreas stand in der Mitte seiner Schmiede und schlug mit einem Stahl an einem Feuerstein herunter, auf dem ein Stticklein Zunder lag, daß die Funken sprühten. Der Meister sah meinen fragenden Blick. „Ja," sagte er, ,,das Schlagfeuerzeug ruhte in meinem Tischkasten feit dreißig Jahren. Jetzt, wo die Streichhölzer so teuer werden, habe ich mir's wieder hervorgehott." Also bas alte Schlag- seuerzeug, bas wir in unserer Kinbheit vor 30 und 40 Jahren bei allen Rauchern sahen, kommt wieder zu Ehren üm der Sparsamkeit, willen! So hat die neue Steuer doch etwas Gutes: sie erzieht zu Sparsamkeit. Das zeigte mir auch der Hannjakob, ein alter, benachbarter Mann. Bei seinem letzten Besuche erzählte er mir, da das Wetter so schlecht, daß er iricht aus der Stube käme, mache er ►— Fidibusse. Damit kommt auschi wieder eine Gewohnheit an den Tag, die, früher allgemein, seither verschwunden mar. Schlagfeuerzeug unb Fibibuß — welch Erinnerungen knüpfen sich an sie aus unserer .Anb-Heitl Die heuen Steuern lassen sie wieder erstehen, nachdem sie schon über drei Jahrzehnte der Vergessenheit anheimgefallen. — In unseren ländlichen Häusern ist wohl noch niemals die von unseren Hausfrauen so sehr geschätzte Kaffeebohne so reichlich auf Vorrat gewesen wie heute. Jede Hausfrau, auch die geringste, suchte sich vor dem 1. August den in gesetzlichen Grenzen sich haltenden Bedarf auzulegen, ehe der Kaffeepreis in die Höhe fchnelltc. Die Krämerladen wurden in den letzten Tagen vor dem 1. August nicht leer. Bis zur späten Abendstunde kamen die Käuferinnen.
** Zum Gleiberg-Wetturnen, das vom Turngau Hessen am nächsten Sonntag veranstaltet wirb, haben sich aus über 60 Vereinen 306 Wetturner angemeldet. Von ben Wettubungen wird namentlich der Dreisprung auch bei Nichtturnern Interesse erregen. Die übrigen Wettübungen sind Freihochsprung, Kugelstoßen mit der 30 Pfund schweren Kugel und Stemmen (beidarmig) der 75 Pfd. schweren Hantel, sowie eine Freiübung. Das Turnen, zu dem die Turner, soweit sie nicht auf anderem Weg den Gleiberg erreichen, von Gießen (OSivaldsgarten) aus um V29 Uhr abmarschieren, findet auf dem geräumigen Burghof statt. Die Leitung hat der Gauturnausschuß, während die übrigen Vorbereitungen ber Turnverein Krofdorf übernommen hat.
** Silbernes Ehejubiläum. Das bekannte Ehepaar Heinr. Hettler begeht heute das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Hettler, ber feit 1890 hier ansässig ist, begrünbete unser Gießener Kaffeehausleben. Sein damals eröffnetes Wiener (Safe erfreut sich seit seinem Bestehen des besten Rufes in allen Kreisen unserer Bevölkerung.
** Die Ferien für bie höheren Schulen begannen am Samstag vergangener Woche und dauern 6 Wochen, die für die Volksschulen sind auf 5 Wochen bemessen unb nehmen Samstag über 8 Tage ihren Slnfang. Während der Ferien merben vermöge der hochherzigen Stiftung des verstorbenen Rentiers Bücking 15 Knaben der Volksschule nach Homberg a. d. Ohm in die Sommerfrische gehen. Die Lehrer Becker unb Schepp II. werben abwechselnd die Aussicht über die Ferienkolonie führen.
** Der „Sparverein Hassia" feierte, wie man uns schreibt, gestern sein 41. Stiftungsfest durch eine Faßpartie nach der „Dicken Eiche". Hier angekommen begrüßte ber Vorfitzenbc, Herr Konrab Walter, bie Erschienenen, verwies auf das segensreiche Wirken bes Vereins währenb seines langjährigen Bestehens unb ermahnte bie Mitglieber, bem von hoher Stelle gegebenen Winke zu folgen unb so viel als möglich zu sparen, trotz ber burch bie neue Gesetzgebung geschaffenen, burchaus nicht erfreulichen Lage. Nachbem bas „wenige" Mitgebrachte unter allgemeiner Fibelilas verzehrt worben war, würbe vom Hofphotograpkien bas Ereignis festgehalten. Hierauf begab man sich auf ben Heimweg mit bem wieberholten gegenseitigen Versprechen, bie heute geübte Sparsamkeit in Zukunft fort- zusetzen.
— Heuchelheim, 4. Aug. Alljährlich mit der Bewässerung der Lahnwiesen treffen auf ihnen die Störche ein, welche infolge der Berieselung hier reichlich den Tisck» gedeckt finden. Die Tiere sind durchaus nicht scheu iyü man kann sich ihnen bis auf wenige Schritte nähern, ohne daß sie davon fliegen.
? Hungen, 4. Aug. Gestern nachmittag waren Vertreter des Großh. Kreisamts Gießen hier anwesend, um mit dem Gemeinderat nochmals die Schulhausplatz- frage zu besprechen, worauf man den ursprünglich vom Gemeinderat vorgesehenen Platz an der Lindenallee besichtigte. Es wurde nunmehr endgültig beschlossen, das neue Sctfulhaus auf diesem Platz zu erbauen. Dieser Beschluß sieht im Einklang mit der Ansicht der großen Mehrheit der hiesigen Einwohnerschaft.
= Ober-Bessingen, 4. Aug. Bei dem am 1. August abgehaltenen Preisscheibenschießen war eine sehr leb» haste Beteiligung zu verzeichnen. Es wurden 12 Preise
® ^ezngoorees;
- r.. nionnrlich75Pi., viertel-
letzener Anzeiger
m Verantwortlich
General-Anzeiger für Gberheffen MZM
’ • » I u. Land" und »Gerichts»
tt.


