Ausgabe 
29.3.1909 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

ZtimmurMdild aus Sem Reichstage.

daß der Etat noch rechtzeitig fertig wird. Die kleinen Etats will man ci£ bfoc verabschieden und für die dritte Lesung nur einen Sitzungstag gebrauchen. Beim Etat für das Schutzgebiet M iaut schau, den erst gestern die Budaetkommission vorberaten hatte, hielt man sich heute noch etwas länger auf. Wie in der Kommission, kam auch

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Kerwelt. Es war mir aus Grund einer, von anderen Noch'ein anderes Dokument ans den lktcrarischen Streüi-ikeit-n System», völlig übwerAende Mbetcchmk, welche auch schon JjeM Sojtc, ö® KtzMS«>S«ÄW Mischen Maatz M

n, Mleebärae, osen etc

eie Zusendung des istriert mit photo- aantnabmen.

ML , felaiüh?

Heine, Uhland, Rückert. Eine seltene Uhland- Ansgabe ist neben zahlreichen Neuerwerbungen,an Büchern, Hand­schriften, Briefen und Bildern in den Besitz des Morbacher Lchiller- mnseums übergegangen. Es ist aus der Literaturgeschichte bekannt, daß Heirre in seiner Malice gegen den schwäbischen Dichter be­laubtet hat, gleich das erste Wort in dem Prolog zu seinen Ge­dichten sei bezeichnend, denn der erste Vers laute: Leder .statt Lieder) sind wir, unser Vater schickt uns in die offene Welt. Diese Verhöhnung wurde meist als eine echt Heinesche Bosheit be­zeichnet. Nun aber hat der große Spötter doch ein Recht für sich, denn eine von dem Stuttgarter Verlagsbuchhändler Emil Müller gestiftete Ausgabe von Uhlands Gedichten, 1840 in Paris erschienen, weist üt der Tat diesen satalcu Druckfehler auf, und Heiirc, der damals in Paris lebte, hat sicher diese Ausgabe gekannt.

im Plenum die Genugtuung aller bürgerlichen Parteien zum Ausdruck, das; dieses Schutzgebiet ein Zentrum deutscher Kultur im fernen Osten und ein Stützpunkt des deutschen Handels geworden ist. Nur Herrn Ledebour blieb es Vorbehalten, für seine Freunde einen total entgegengesetzten Standpunkt zu vertreten. Die Sozialdemokraten haben in Bezug auf die Beurteilung unserer afrikanischen Kolonien ihren völlig negativen Standpunkt nicht mehr aufrecht er»

Berlin, 27. März.

®te kommende Woche bringt ilnmittelbar bevor es in die Osterferien geht, die großen Debatten über die aus­wärtige und innere Politik, und trotz der plötzlich ausge- brocheneu inneren Krise ist die Wahrscheinlichkeit vorhanden,

neu

sM

umschnlen.

gen. *

, Bezirk Köln.

SuiderTKmt gleichzeitig m deu^Lesitz dcs ^Mermuseüms"m von Koburg aus am 2£ September 1837 datierter Bries Rückerts an den Verleger des Musenalmanachs. Die schwäbischen Dichter- Hatten sich am Musenalmanach 1837 nicht beteiligt, weil dem Buche das Bild ihres Gegners Heine vorgesetzt war. Ter Heraus- wieder gut machen, indem er bein Musenalmanach »on 1838 bQy Bild Uhlands beigab. Das paßte aber dem zu Uhland m emem unerfreulichen Verhältnisstehenden Rückert nicht Sem Brief an den Verleger beginnt:

Im Musenalmanach, anstatt Mit einem neuen Gedichte, Erschein' ich auf dem ersten Blatt Mit einem neuen Gesichte.

Dar Ende des valkan-ttonsltkts.

Nachdem Rußland sich endlich offen für die Aufrechterhaltung des Friedens aus dem Balkan ausgesprochen hat, ist die Verstän­digung zwischen den übrigen Mächten überraschend schneN ge­kommen., Wie das Wiener Korr.-Vur. meldet, werden die Mächte E heutigen Montage durch ihre Vertreter in Belgrad der ser­bischen Regierung den Rat erteilen, eine zwischen Oesterreich- Ungarn und den übrigen Mächten vereinbarteErkläruna in W i en ab zitg e b en unb zwar in Verfolg ihrer, an die K. K. Regierung mn 14. März gerichteten Note.

^.ap Serbien sich lange sträuben wird, diese Erklärung, die den Frieden auf dem Balkan formell besiegeln soll, in Wien ab- «L ^un.1 .uoch anzunehmen. Wie verlautet, wird der serbische Kriegsminister eine Verordnung erlassen, nach welcher strmtliche über den normalen Friedensstand in den Kast-rnen sich l'erinbenben Reservisten beurlaubt werden. Die Maßnahme kommt pmer beginnenden Abrüstung gleich.'

. Mit der Beilegung des serbischen Konflikts wäre endlich die Durch die Annexion von Bosnien und der Herzegowina und die Unabhanaigkeitserklarung Bulgariens entstandene Balkankrisis glucklick) beendet. Was Oesterreich-Ungarn und die Pforte betrifft, )o patte Bawn Aehrenthal am Samstag eine Konferenz mit dem inWien emgetroffenen ottomaiüschen Minister des Auswärtigen Rlsaat Mcha. In der Besprechnng wurde festgestellt, daß die endgültige Erledigung aller Punkte der österreichisch-türkischen Verständigung über Bosnien in kurzer Zeit erfolgen tzeSe. Außerdem sicherte Baron Aehrenthal dem Minister zu, Oesterreich-Ungarn werde den Wimsch der Türkei unterstützen, daß die Streichung der Slrtikel 23 und 61 des Berliner Vertrages mls das Programm der einzuberufenden Balkanlonserenz gesetzt werde und werde auf der Konferenz selbst zu Gunsten dieses LVim- scheS eintreten.

Gewebe nicht an.

Woher das? Haben Sie Ihre Dichtergalerie schon erschöpft, und musten von vorn, und mit Uhland, anfangen'? Oder soll dies Bild den vorigiährigen Makel des Heineschcn anslöschen, ein (!) das andere machen? Denn wimn voriges Jahr Gustav Schwab sich vor jenem Unheiligen zurückzog, so würde ich cs dies ^ahr vor diesem aufgedrungenen Schutzheiligen getan haben, hatte rch Kunde davon gehabt."

Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Ä wurde vorgestern die jugendliche dramatische

Sangerm Frieda B a r t h o l d erschossen. Bom nächsten Jahre ab ivar bte jugendliche Künstlerin für das Hoftheal e r i n Dar m st a d t vervslichtet. Die Mörderin, hie Sängerin Auguste die Frl, Barthold ersckjoß, hatte fnihee zum Bräutigam des Frl. B. Beziehungen. - M a r e e l l a S e m b r i ch beschloß am Donnerstag in der Dresdner Hofover, an der Stätte, wo sie ihre Lausbahn begonnen, als Rostne imBarbier von Sevilla" ihre Buhnentallgkeit, um sich in§ Privatleben zurückzuziehen Der gefeierten Künstlerin, wurde, vom K öniq v o n Sachsen die g o ( d e n c 1 e d a l l l e für fiuv.lt und Wissenschast verlieben __

Der iruche Dramatiker I. M. Synge ist in 'Dubkin a- st o r b e n. E i u K u n st - M u s e u m auf Island. Die alte sagenumwobene Jn,el mi nordischen Meere wird in kurzer Äst em eigenes Kunst-Museum besitzen: der isländische Bildtouer Emar Jentzon hat seinem Heimatlande seine gesamten Werke über- Dicfen, ni^ejamt 40 Gruppen Statuen und Reliefs. Die daran ?6 ded'ngung, ein isländisches Museum zu errichteii, ist von )er Regierung angenommen worden und alsbald ivirb mit der begonnen werden. Der amerikanische Forfchunas-

LLK d" sich maKHMta besindet, entdeckte einen Volksstamm milder Zwerge von denen bisher nichts bekannt mar. Die Zwerge, deren Körper mit

1V Jin&' kllichtoten beim Herannahen des wkd^m Juni 6e5 S-idp°l°>.I°r,ch°rs Gtnctlaton

bei bet Entbeckung des Syphiliserregers von Schanb'inn llnd Hoffmann zur Anwendung gelangte, unb nur unter .Zuhilfenahme ber allerfernsten Mikroskope möglich, den Tra- homaerreger, der als winzig kleines Pünktchen in der Farbenreaktion erscheint, zu finden. Einen Namen habe ch meiner Entdeckung noch nicht beigelegt, ich nenne die Erreger vorläufig T r a ch o m a k ö r p e r ch e n. Die Beweise dafür, daß es sich bei unserer Entdeckung unbedingt nm den Trachomaerreger handelt, erhielt >ich durch lieber- imvfung des gefundenen Körperchens auf anthraphvmorpbe Affen in der Berliner Charitä. Biel Anerkennung gebührt der Regierung, dem Kultusministerium, das große Geld­summen für die recht kostspieligen Forschungen zur Ver­fügung stellte. Als praktisches Ergebnis meiner Arbeiten steht schon sicher fest, daß Trachoma nur bis zum ersten Grade der Behandlung des Kranken übertragbar, das heißt ansteckend ist, weil die Trachomakörperchen nach eingetre­tener Behandlung nicht mehr an der Oberfläche liegen, zwar dem Erkrankten selbst auch weiterhin Schaden tun, aber nicht mehr, wie bisher angenommen, übertragen werden rönnen." Professor Greef sollte fetzt eigentlich im Auf­trage der Regierung zu weiteren Forschungen nach Aegypten reisen, wird sich jedoch -erst im Herbst dorthin begeben. Er hat nach dem Berliner Tageblatt dem Kultusministerium die schriftliche Darlegung seiner Entbeckung eingereicht, bte später imKlinischen Jahrbuch" an die Öffentlichkeit ge­langt. Bis bahin wirb er gemeinsam mit seinem ersten Assistenten Dr. Klausen an der Behandlungsmethode des Trachoma arbeiten.

Gietzener Stadttheater.

Das Husaren fieber.

Von G. Kadclburg uitb R. Skowrönnek.

Die gestrige Vorstellung des im vorigen Jahre so häufig gegebenenHnfarenfiebers" übte auch diesmal seine An- ftehungskraft aus unb fand einen sehr vergnügten lach freu digen Zuhörerkreis. Die Aufführung war glätt und wohl gerundet und auch die einzelnen Leistungen waren durchaus hmerkennenswert. Hermann B a k o f gab den Obersten in ausgezeichneter Maske und mit ber liebenswürdigen lieber- 'legenheir des sicheren Künstlers. Erich Wein gär tu er 'hatte als Oberleutnant etwas beweglicher sein dürfen. Cle­mens Roden verlieh dem Leutnant Kehrberg di« anmutigen Züge des sympathischen Schwerenöters und Rudolf Goll ivar als Brentendorf wieder von der weltmännischen Ge­wandtheit und angenehmen Art, die ihn zu einem Liebling iber hiesigen Theaterbesucher gemacht hat. Ein netter, itafo rweifer Fähnrich war Dorle M a i f a r t h , doch hätte sie -sich eine kleidsamere Perrücke auswählen sollen. Ein famoser Äursche war Paul Kohlmann. Auch dieZivilisten" waren gut, besonders Willibald Völcker als Lamprecht und Max Kronert als Nippes, der durch seine ausgezeichnete Mimik beständig laute Heiterkeit erregte. Erwähnt feien roch Grete Höcker, Anni Räber, Ada Pauly, Clemens Wrede, Rolf Ziegler, Marie Lautermann und Lore Lcholz. -h.

ob er auf dieser feiner Abdikation beharre, bejahend ge­antwortet. Es wurde beschlossen, diesen Staatsakt der Skupschtina zur Kenntnis zu bringen. Sobald dies geschehen sei, würde Pnnz Alexander als Kronprinz von Serbien pro Hantiert werden.

Bereits gestern Nachmittag erschien in Belgrad eine Sonderausgabedes Amtsblattes mit folgender

Proklamation des Königs Peter.

An das serbische Volk. Mein Sohu, Prinz Georg, der bis­herige Kronprinz, fand sich veranlaßt, aus die Rechte und Prä­rogative eines Kronprinzen, welche er nach der Landesverfassung als mein ältester Sohn hatte, zu verzichten und er hat dies als feinen unerschütterlichen Willen bezeichnet. Deshalb habe ich nach Anhörung unseres Ministerrates in Gegenwart des Präsfdemen der Skupschtina, sowie des Präsidenten des Staatsrates und des Kassationshofes beschlossen, die Verzichtleistung des Kronprinzen Georg anzunehmen und die Rechte und Prärogative eines Krvn- Vrtuzen gemeinsam mit dem Rechte der Erstgeburt in Uebereinftim- mung mit der Landesverfassung auf meinen jüngeren Sohn, den Prinzen Alexander, übertragen, indem ich ihn zu meinem Th'vn- iolaer proklamiere. Indem ich dies dem serbischen Volke kundgebe, flehe rch den Segen Gottes auf mein königliches Haus unb auf alle meme geliebten Untertanen «herab. Peter. Die Prokla­mation ist von sämtlichen Ministern gegengezeichnet

. Das Amtsblatt veröffentlicht weiter das Protokoll des vor- geftngen Mmisterrates, das Abdikationsichreiben dcs Kronprinzen Georg unb das Handschreiben des Königs an den Minister- prä|identen Novakowitsch, sowie die Erklärung der Skupfchlina, womit dieselbe die Aeuderung der Thronfolge-Ordnung zur ^Keunt- ms nimmt.

Die Belgrader Bevölkerung nahm, wie das Wiener Tel. Korr.- Bur. meldet, die Proklamation über die Abdikation des Kronprinzen Georg und über die Proklamierung pes Prinzen Alexander zum Kronprinzen mit apatiiifchem Gleich,nute aus. Die Stadl Bot das gewöhnliche Sonntagsbild. Es herrschte überall Ruhe und Ordnung und es fanden weder Manifestationen noch Ansammlungen statt. Das Ereignis wurde nicht einmal sonderlich-besprochen. Tie Mel­dungen auswärtiger Blätter über außerordentliche militärische Vor­kehrungen entbehren jeder Grundlage, da infolge des indifferenten Verhaltens der Bevölkerung auch keine Veranlassung zu irgend­welchen besonderen Maßnahmen vorliegt.

Die S kn psch lina hat inzwischen mit allen Stimmen gegen die des Juugradlkalen Markowitsch von dem Protokoll des Kronrats twer die Berzichlleistutig des Kronprinzen Georg zu Gunsten des Prinzen Alex-ander Kenntnis genommen. Markowitsch erhob Emipruch gegen das Vorgehen der Skupschtina, das verfassungs- ^wrig jci. Da die Skupschtina trotz des Protestes bei ihrem Beschlüsse beharrte, ist die Verzichtleistung des Kronprinzen nun- mehr eine vollzogene Tatsache.

Eine medizinische Entdeckung. Dem Di- llcktor der Berliner llniversrtätsaugenklinik, Prof. Dr. Greef ii't es gelungen, den Erreger der sogen, ägyptischen ^ugenkraiikheit (Trachoma) hu entdecken. Er hat s'ich in einer llnterrednilg über bte Entdeckung näher ge­mäßer t.Schon seit zwei Jahren," sagte Professor Greef, ^befasse ich mich gemein)am mit meinen Assistenten mit d°er Erforschung des T r a ch o in a e r r e g e r s, und jetzt end- l ch ist es mir gelungen, ihn mit Sicherheit festzustellen. Schon früher glaubte mau oft, dem Trachomaerreger auf der Spur zu fein, man hat sich aber immer wieder vom Gegen- | MI überzeugen müssen. Er steht seiner Gattung nach .^zwischen den Baltericik und Seit Protocevn, Erstere sind titee. werden also zu beit Pflanzen gerechnet letztere Rur

Ucber die bulgarisch-türkische Abmachung verlautet kjus guter Quelle: Die Türket muß bis zum 1. Juni finanzielle Vorimlage inachen, nm 34 refticienbc Airnnitäten zu kapitalisieren. Im ganzen handelt eS sich bekanntlich um 75 Annuitäten, wovon 40 an, die bulgarische Schuld an die Türkei gehen. Falls bis 8 genannten Termin Vorschläge nicht gemacht sind, verfällt bte Möglichkeit diese Annuitäten zu kapitalisieren.

, St Petersburger politisckw Kreise schreiben AehrenthalS Sieg ^u.s.das Konto von ^eutschlaiids Hilfe. Die pansla- wtsti)chen Kreise sprecheil ironisch vom Sieg ber Hurrapolitik, wvmtl iiaturlrch Tenlschlaud gemeint ist. Im übrigen ist die Stimmung an der Newa keineswegs behaglich. Im Hinblick auf bie neueste Wendung in der Balkautrise zirkuliert das Gerücht, dav Minister Iswolsky bei seiner vorgestrigen Audienz in Zarskoie ^ilo,fein Abschiedsgesuch eingereicht habe. Von inronmefter Seile wird dazu iiiitgetcilt, daß es richtig sei, daß der Rucltrill in höheren Kreisen beschlossene Sache ist. Nur besteht die Schwierigkeit, daß im Augenblick noch kein geeigneter Nach- folgcr vorhanden ist. Gleichzeitig verlautet, daß Ministerpräsident Srvlyvin seinen Urlaub stark abkürzen ober ganz aufgeben nmb. Uls Grund werden die Jntriguen am Hose angeseheil, die von den Mitgliedern der Duma-Rechteit ausgehen und bereits in boncr Schärfe gegen Stolypin int Gange sein sollen. Sloltzpins Sage luirb auch durch den Umstand Lrichwett, daß man ihn für den Rücktritt des Generalgouverneurs Volt Moskau, den General Hörschelmann verantwortlich macht.

.In Belgrad ist inzwischeli der Verzicht des Kron­prinz e it G e o r g auf die T h r o n s o l g e zur Tatsache geworden. Alm Samstag naarmittag fand unter dem Vorsitze des Körrigs ent Kronrat statt, an dem sämtliche Minister, die Präsidenten des Slaatsrales, des Kassatioushofes und des Appelationshofeü sowie der Hauptrechnlingstontrolle teilnahmen. Kronprinz Georg gab tor dem Kronrat eine Erklärung über die Verzichtleistung auf die ^hronsolgerechte ab unb unterzeichnete das sich hierauf beziehende Protokoll. Nachdem dieses auch von sämtlichen Anwesenden untere fertigt worden war, Hal der Kronprinz auf die mündliche Frage,

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t- 80. April 1909heD<L UEP-ngo von 12Jj Jahren; DS b.ls oinjähr. Examen. lgeÄTCn 16~30 Jahres; und Selbständigkeit

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dlatt 1 Ls. Jahrgang Montag 29. März 1909

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bis vormittags"Hofation$6ni(! und Verlag derVrühl'schen Aniv.-Vuch- und Steinörutferei R. Lange. Redaftion, Lrpedition und Druckerei: Zchulftratze 7. den

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halten tonnen, in Bezug auf Kiautfckian wollen sie sich noch nicht bekehren lassen. Sperr Gothein erwiderte dem Abg. Ledebour zutreffend, daß, wenn man einen Besitz verkaufen wolle, es bann zum minbeften sehr unkaufmännisch fei, ihn nach allen Regeln ber Kunst schlecht zu machen. Staats­sekretär Tirpitz burftc' für seine Verwaltung des Schutzge­bietes manches Lob eutgegeirnehmen und er gab erneut die Zusage, noch in höherem Maße als bisher die militäri­schen Rücksichten zurücktreten und den Kaufmann vor die Front zu lassen. Aus kulturellen Gründen und zur weiteren Anbahnung eines freundschaftlichen Verhältnisses mit dem chinesischen Volke sollen unter Beteiligung der chinesischen Regierung, aber in der .Hauptfache mit deutschen Mitteln, Ehineseiischulen errichtet werden, und die Mgg. Eickhofs und Dr. Görcke waren in der Lage, als Schulmänner ihr Einrerstäudnis mit ber geplanten Organisation zu erklären. Herr Gothein befürchtete freilich zugleich mit einem Teile feiner Freunde für die Folge eine zu starke finanziellet . Inanspruchnahme des Reiches, aber sein Fraktionsfreund Dr. Heckscher widersprach dem als Hamburger. Dann wurde der Etat für Kiautschau bewilligt, ebenso das Etatsgesetz für die Schutzgebiete und der Etat für die Expedition nach Ostafien. Mit der einstimmigen Annahme des Automobil- gesetzcs in dritter Lesung schloß die Sitzung.___________

Aus Stadt und Land.

Gl eßen, 29. März 1909.

Schulvillen.

In dem Voranschlag der Stadt Gießen sind 200000 Marl als erste Rate für den Neubau einer Volksschule vorgesehen. Für den Steuerrnhler ist daS ja gerade keine angenehme Mitteilung, allein der Volkswirt muß seine Helle Freude haben, wenn er dies Wachseit ber Bevölkerung sieht. Das neue Haus soll Räume für 16 Klassen, die Hilfs-, Forlbildungs- und .Kochschule enthalten. Es sind also einige 20 Klassensäle ersorderlich. Angesichts dieser Tatsache tritt an den Baukünstler die Frage heran: soll ein mächtiger Ban für alle diese erforderlichen Mume geschaffett werden, oder wäre es nicht angebracht, zum Pavillonsystem überzugehen? Wenn inan sich diese Frage genauer überlegt, so nutß man gilt der lleberzeugnng kommen, daß ans schulischen, hygienischen, künstlerischen^ fmanziellen und volkswirtschaftlichen Gründen der Pavillonbau dem Kastenbau entschieden vorzuzichen ist. In einer Schulvilla fühlen sich bte Kinder mehr an ihr Wohniums erinnert, die ein« »ehien .Hahresklassen sind mehr unter ksich, Störungen werden leichter vermieden und in Fällen ausbrechender Epidemien sind die ein­zelnen Schnlvillen leicht zu isolieren. Betrachten wir die Sache vom künstlerischen Standpunkt, so müssen wir uns freuen über die herrliche Aufgabe, die unseren Baulünsllern winkte, wenn, viel- leiust im -Lüden ber Stadt, eine Häusergruppe von 1012 Ge­bäuden zu errichten wäre, die einem neuen Stadtteile das Gepräge mv Sinne der Gartenstadt geben könnte. Es ist ja sicher, daß eine derartige Baugruppe größeren Geländeerwerb notwendig macht, allein bte höheren Kosten dafür lvürden bei dem Bau leicht wieder emzuholen sein, da ja Fundamente, Mauern, Treppenbau etc Ales viel leichter gehalten ,verden könnte. Würde man dreistöckige Pavillons bauen, bie zwei Säle und eine Lehrerwohnung ent- J^lten, so könnte auch da iwch ein Gewinn erzielt werden Da die Pavillons auch sofort nach Bedarf gebaut werden könnten, o fielen die itoften für Unterbringung der neuen Klassen in Baracken fort. Nun ist es auch dem kleinen und Mittleren Bau- Handwerker nicht nüiglich, an einem Riesenbau mitzuwirken, alle Arbeit fallt bann Großunternehmern zu, bei dem Schnlvillensystcm kann aber auch der kleinere Handwerker sich beteiligen. c.

".Tageskalender für Montag, 29. März. Frei- inniger Verein. Vortrag von Privaldozenl Dr. Voat.

Liberalismus und Frauenbewegung. Abends 8*/, Uhr im CalS Ebel.